Borbarads Söldner

Allgemeines zu Aventurien, Myranor, Uthuria, Tharun, Den Dunklen Zeiten & Co.
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Na'rat
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Borbarads Söldner

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 16.07.2019 19:30

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
16.07.2019 18:16
Aber nur, wenn die in A (bspw. Al'anfa) auch wissen, dass es in XYZ (bspw. Zorgan) Korn geladen hat, um es nach A zu bringen. Ansonsten ist es einfach ein Schiff das in den Hafen einläuft...
Ohne Waren, eher auffällig. Zumal, wie bezahlt man das ganze? Muss ja alles bar laufen, da man nicht mit Bankhäusern operieren kann. Auch hier ist die Sache gerade komplexer geworden.
Overator hat geschrieben:
16.07.2019 15:42
Sofern es tatsächlich nach Brabak oder Al'Anfa weitersegelt und das nicht nur als vermeintliches Ziel beim Hafenmeister des Ausgangshafens angibt.
Also gibt es einen Hafen, Lotsen, Schiffsausstatter, Hafenarbeiter, Handelsware, die Borbarad auch noch bezahlen muss, Lager usw. Die Sache ist gerade um einiges komplexer geworden.
Overator hat geschrieben:
16.07.2019 15:42
Die Rekrutierung sehe ich tatsächlich unkritischer, einerseits macht Kleinvieh auch Mist und andererseits kann man auch auf verschiedene Weisen locken. Die einen mit Gold, die anderen mit Rache gegen Reich/Graf/usw xyz. Und versprechen kann man ja auch viel, die meisten werden das nach den ersten Schlachten eh nicht einfordern können.
Nur mit solchen Truppen ist kein Land zu gewinnen. Profis wollen Verträge, Vorkasse, namhafte Ansprechpartner usw.

Was du Kleinvieh nennst, sind, im winzigen Aventurien, veritable Streitkräfte.

Zumal, wenn es so wahnsinnig einfach ist Truppen zu schaffen, zu versorgen usw. warum hat dann das Mittelreich auch nur die geringsten Schwierigkeiten damit?

Denderajida_von_Tuzak
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Borbarads Söldner

Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 16.07.2019 20:32

Warum können die nicht mit Wechseln bezahlen? Ein Delian von Wiedbrück, ein Murak di Zeforika, ein Stian Zornbrecht, ein GCE Galotta (als Magister der Universität von Al'Anfa), ein Esquirio Perdido Dorkstein? Natürlich können die das zu dem Zeitpunkt [vor Beginn der Invasion] noch... eher noch als die meisten Helden, falls die nicht aus bekannten Familien kommen...

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Na'rat
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Borbarads Söldner

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 16.07.2019 20:47

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
16.07.2019 20:32
Warum können die nicht mit Wechseln bezahlen?
Weil das Namen, Verbindungen und Sicherheiten voraussetzt. Alles was Borbarad nicht hat. Seine Unterlinge können es, wenn sie denn wollen, aber die haben eben auch keine unbegrenzten Mittel, ganz im Gegensatz zu Boba.
Haben solche Gestalten aus der dritten bis sechsten Reihe wirklich die Mittel eine Armee aufzustellen?

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Baal Zephon
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Ungelesener Beitrag von Baal Zephon » 16.07.2019 21:17

Mit Genug Plotonium geht alles. Außerdem spielt es für die Kampagne meiner erfahrung nach keine Rolle woher was kommt. Die Schienen liegen, man kann die aussicht genießen. Sollte man verwürfeln und Borbi gewinnen der SL aber nicht wissen wie es danach weitergeht, einfach die Welt neu aufsetzen. Davor würde ich aber noch Marshmallows auf den Flammen des brennenden Reiches Grillen.
Vieles wäre einfacher erklärbar wenn ein paar Ereignisse vorher besser beleuchtet würden. Zwar weniger das mit dem Heer, aber man könnte gut erklären woher unterstützer kommen und warum keiner was macht (Außer weil das Mittelreich kanonisch unfähig und schnarchlangweilig ist zumindes mMn) wenn man nicht von einem geeinten Starken Reich ausgeht sondern erher von einem im Inneren Zerfall befindlichen Moloch.
Retos versuche der reformierung Richtung Zentralismus können den theoretisch mächtigen Provinzherren sauer aufstoßen und wurde eigentlich nur durch Retos legitimierung als Kaiser und mit Rückendeckung der 2 reichsten Provinzen (Garethien und Almada) möglich, wobei er bei beiden Provinzen die Königskrone trug und daher nochmal doppelt legitimiert war.
Jetzt hatte er leute an der Seite die echt gut und Fähig waren. Haffax, Rabenmund, die KGIA und hat, weil er es dann konnte so richtig hergezigt was für einen mächtigen... Streitkolben... er hat und hat Maraskan Ursupiert, was enorm an militärischer und wirtschaftlicher Kraft gekostet haben dürfte, aber seinerzeit erforderlich war um seine Herrschaft und seine Reformen zum einen zu legitimierten, andererseits konnten dabei gleich unliebsame und den Herzögen treue Regimenter im Dschungel verheizt werden, was die Machtbasis des Hauses Gareth weiter ausbaut.
Jetzt haben wir ein Reich mit zwar einer relativen Leitkultur, aber doch sehr vielen Regionalen Unterschieden und alten Zwistigkeiten. Albernia sucht lange nach Unabhängigkeit, Almada ist eher seinem König als dem Kaiser Treu und fürchtet das liebliche Feld, Aranien hat mit der Kiste am Anfang nur am Rand zu tun und bricht dazwischen weg. Dazu gibt es eine deutliche Religiöse Meinungsverschiedenheit zwischen zwei der mächtigsten Kirchen (Rondra&Praios) wo auch alte Feindschaften eher zur seite gelegt wurden als sie zu begraben. Die beiden nördlichen Provinzen (Weiden und Tobrien) sind sich gegenseitig sehr nahe und über Familienbande eng verbunden. Dass das Herzogshaus Löwenhaupt, wohl eine der Wichtigsten Machtgruppen im Reich, eher nach Donnerbach betet als Richtung Gareth ist auch nur Bedingt hilfreich, immerhin könnten sie sich auf altes Recht berufen und ihr eigenes Königreich aufmachen. Der Kosch gilt als Verarmt (Warum geht nicht ganz auf, da kommt einer der Hauptverkehrswege des Kontinents durch... aber gut) und ja die Nordmärker sind Kaisertreu, aber wohl hauptsächlich weil der Herr vom Großen Fluss sich Unterstützung vom Kaiserhaus sucht.
Jetzt fängt Borbarad mit Agenten an die unzufriedenen zu sammeln, erst klein, aber Wellen schlagend. Ein paar Agenten die nichts weiterleiten, ein Botenreiter der eine Nachricht verliert oder eine Kanzleikraft die eine Nachricht unter den Ablagestapel legt... schon ist der Bericht über die Truppenbewegung im Darpatischen verschwunden. Der Koscher oder Albernier Graf könnte irgendwann auch denken "Oida, wos geht mi des Problem vo de Tobrier au?" und einfach keine oder eben nur wenige Truppen senden... oder gar die Invasion der Verdammten Nutzen um mit seinem Klüngel an Freunden sein Land aus der Knechtschaft der Raulskrone in die unabhängigkeit führen und es damit den Araniern gleich tun.

Wenn jetzt das Argument kommt dass diese Konflikte nicht so tragisch sind oder beschrieben wurden, ja, aber sie wären ein Grund warum BigB erfolg haben kann. Genug Freunde weil in dem Völkergemisch des Reiches im Anschluss an Weiträumige Reformierungen, Bürgerkriege, Orkenstürme und Kulturellen wie Religiösen Disputen gewaltig das Gebälg kracht und viele unterstützer Borbarads und Gegner des Reiches im Reich selber zu suchen sind.
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chizuranjida
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 17.07.2019 02:54

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
16.07.2019 09:41
Wenn aus Aranien ein Getreideschiff mit Ziel "Brabak" oder "Alanfa" ausläuft und einen kurzen Zwischenstop auf Andalkan macht, wird das nicht auffallen.
Jein. Das Schiff hat halt auch eine Besatzung, die sich wundert, warum man auf einmal in Andalkan anlandet und mühsam in einem winzigen Fischerdorf ohne richtige Mole oder gar Ladekran alles auslädt; auffällig viele Bewaffnete liefen da 'rum ...
Wenn die Leute vom ersten Schiff es nicht im nächsten Hafen 'rumerzählen, dann die vom zweiten, oder dritten, oder ...
Auch die Fischer von den Fischkuttern schwätzen, da sind ja gerade Maraskaner bekannt dafür. ("Die Haffajins sammeln sich auf Andalkan, Bruderschwester. Hast du nicht eine Tante in Khunchom? Schick ihr besser Nachricht, vielleicht wollen sie dort angreifen.")

Es muss nicht beim ersten Schiff auffallen. Es muss sich nicht beim ersten Schiff bis zu jemandem herumsprechen, den es interessiert und der die richtigen Schlüsse zieht. (D. Nemrod: "Öh? Was treibt der gute Helme denn dorten? Warum steht davon nichts in seinen Berichten? Da sollte doch mal jemand nachsehen.")
Aber je mehr sich dort tut, desto wahrscheinlicher wird es, dass es auffällt.
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
16.07.2019 09:41
Tobrien wird während bzw. kurz nach der Erntezeit erobert - quasi der optimale Zeitpunkt, um direkt vom eroberten Land zu leben, zumindest solange die Mittelreicher keine Taktik der verbrannten Erde anwenden und Bobbele seine Jungs davon abhält alles abzufackeln. Nachschubprobleme sollten eigentlich erst im Nachfolgejahr auftreten, falls zu viele Leute geflohen sind und deren Arbeitskraft nicht ersetzt werden kann.
Nicht zu vergessen die dämonische Verseuchung. Je nachdem, als wie übel man die darstellt, kann die sich auch sehr kurzfristig auswirken, zB beim Trinkwasser.

Aber sonst ja, sehe ich ähnlich: Ganz am Anfang kann man sich möglicherweise aus dem Land versorgen. (Wobei Tobrien aber noch nie als reich und fruchtbar, mit landwirtschaftlichen Überschüssen außer vielleicht Wolle, beschrieben wurde.) Aber selbst damit könnte man doch arbeiten.
Macht es einen Unterschied, ob man es zB schafft, beim Abzug Pferde, Rinder oder Schafherden wegzutreiben? Oder macht es keinen? Es macht keinen. Borbis Schergen brauchen sowas nicht.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.07.2019 07:56

Sobald man als SL versucht, einem Aspekt der G7 Plausibilität zu verleihen, fängt das Ding an, auseinander zu fliegen, denn bei vorgeblicher Plausibilität hinterfragen die Spieler natürlich und versuchen da anzusetzen.
Wenn die Spieler sich fragen: "Das ganze kostet doch irre viel Geld, und einfache Söldner bestehen darauf, in bar bezahlt zu werden. Laß uns der Spur des Geldes folgen..." Dann landet man zwangsläufig bei "Ist halt so." Wenn sie sich fragen: "Woher kommen diese ganzen gut ausgebildeten Söldner?" ebenso, wie man an der Diskussion oben gut sehen kann. Die G7 ist ein Film, kein Kriegsspiel, wo man den Antagonisten dadurch besiegt, dass man ihn durchschaut, ausmanövriert und an einer verletzlichen Stelle angreift. Es ist genau vorgegeben, wie es abläuft. Man kann Borbele nicht vorher enttarnen, sein Heer beim Landungsversuch aufhalten und vernichten oder seine Nachschubwege durchschneiden und sein Heer einkesseln. Weil "Funktioniert nicht". Wenn man also die G7 spielen will, sollte man sich einfach als Spieler darauf einlassen und sagen: "Ist so."
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Satinavian
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Ungelesener Beitrag von Satinavian » 22.07.2019 18:45

Ja, das Ganze fiel schon als unplausibel und absurd auf, als es neu war und da waren die Ansprüche weit weniger hoch.

Borbarads unendlicher Söldnervorrat ist seit Jahzehnten Quelle blöder Witze. Und nein, das kann man heute nicht mehr zurechtbiegen, ohne massiv Retcons zu bemühen.


Es waren damals halt Söldner, damit kein SC Loyalitätskonflikte bekommen solle und weil der Klischeesöldner ein gieriger, gewissenloser Mistkerl ist, ein Klischee, das man damals noch gern bedient hat.

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Herr der Welt
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 23.07.2019 08:36

Im Folgenden zwei Optionen, wie man die borbaradianische Invasion plausibler gestalten kann. Die erste setzt größere Änderungen und infolgedessen Arbeit (durch Anpassung der offiziellen Geschehnisse/Hintergründe) voraus, ermöglicht meines Erachtens aber auch langfristig ein interessanteres Spielerlebnis. Eigentlich gilt das auch für die zweite, wenn man einen Angriff auf die Aventurien dominierenden zwölfgöttlichen Lande wirklich ernsthaft und plausibel initiieren will (also ohne Herrscher und Kirchenorden, die die dämonische Pervertierung ganzer Landstriche hinnehmen).

(1) Man könnte die borbaradianischen Kämpfer aus dem Riesland kommen lassen. Borbarad oder seine hochrangigen Diener können sie über Limbustore oder per Dämonenarche* überschiffen. Da der Kontinent offiziell nicht beschrieben ist bzw. sich eher ein düsterer Eindruck aus dem ergibt, was man darüber weiß (Namenlose Heere kamen stets aus dem Riesland), sind wenigstens regionale Dämonenkulte denkbar. Ähnlich wie die Einwohner Harads oder Khands in Mittelerde Sauron könnten diese Riesländer Borabard folgen. Irgendeine frühere Inkarnation mag als Initiator eines Kultes gedient haben. Andere dämonische Götzen, die Borbarad für sich vereinnahmt, sind ebenso denkbar: Genug Charisma sollte er haben…
Dann hätte man einerseits Sprach- und Kulturbarrieren, die eine Identifikation mit dem Feind erschweren (das sollte ja, wie Satinavian schrieb, der stereotype Söldner-Charakterzug erreichen), zum nächsten einen klaren Feind, wenngleich nicht zwingend einen absoluten (je nachdem, wie sehr man Schwarz-Weiß-Spiel oder eben moralische Abwägungen mag): Diese Menschen folgen immerhin ihrem Glauben (und sicherlich auch den Versprechen von Eroberungen und Macht, was irgendwie zum borbaradianischen Glauben gehört), haben nie eine zwölfgöttliche Wahl gehabt (für spätere Szenarien oder Kampagnen in den Schwarzen Landen ergeben sich also verschiedene Berührungspunkte: vom unüberwindbaren Hass und Zwangsbekehrungen bis hin zu Begegnungen, weil man irgendwie miteinander auskommen muss).
Schließlich kann man fremdartige Waffen, Kreaturen, Magie und düstere Rituale unterbringen, lebt doch der borbaradianische Feldzug vom Aufrechterhalten des Überraschungsmoments (neben seiner Geschwindigkeit).

(2) Unter Borabards Dienern sind fähige Intriganten aus allen Ländern. Wenn die vorab stärker Kriege initiieren, Uneinigkeit schüren und langfristig weitere Verbündete gewinnen (bis zu einem gewissen Punkt kann man den Borbaradianismus als statthafte Variante des Zwölfgötterglaubens verkaufen; und so strikt nimmt man es in Aventurien mit religiösen Dogmen ohnehin nicht), dann braucht man keine gewaltigen Söldnerheere.
Verräter aus der tobrischen Herzogs- und anderen Adelsfamilien sind sogar gesetzt. Ob die (und weitere) sich von den Erfolgen oder bereits durch Versprechen vorab überzeugen lassen, ist so wichtig nicht. Nimmt man den Verlauf der Ereignisse im Bornland als Beispiel, kann man ebenso einen inner-tobrischen Krieg inszenieren (ich frage mich gerade angesichts der Bornlandgeschichte, wieso das offiziell nicht viel stärker forciert wurde), bei dem eine Seite so weit geht, dass sie nicht mehr zurück kann. Man hätte sogar politischen Brennstoff: Man denke an die Zeit, als ein Ehrenstein Kaiseraspirant war und Warunk und Beilunk zu Tobrien gehörten. Das ist nur eine Generation her. Neben den klaren Fieslingen, die sich rücksichtslos Paktierermacht bedienen, um ihre Ziele zu erreichen, hätte man auch genug tragisches Potential.


*Dass die Dämonenarchen sich nur in der Blutigen See bewegen können, wurde meines Wissens erst später so gesetzt. Wenn diese aber schon gezielt durch Borbarad erzeugt wurde, kann das auch für einen (Unterwasser-)Pfad zum Riesland gelten. Ist auch nicht so, als hätte Borabarad Jahrhunderte Zeit gehabt, das zu planen und sich auch vor seiner Fleischwerdung mit seinen Dienern verständigt. Meines Erachtens erhalten die Dämonenarchen so eine besondere Rechtfertigung, da für die Pläne Borbarads ansonsten eine maritime Macht in den Ausmaßen eigentlich gar nicht nötig ist. Truppen über Limbus den Limbus verschicken wurde spätestens seit "Der Unersättliche" etabliert. Das hätte Borbarad also zuvor auch schon (in größeren Ausmaßen) tun können (vielleicht hat Xeraan die Idee auch von ihm).

Denderajida_von_Tuzak
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Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 23.07.2019 14:23

äh, es gibt doch Dämonenarchen, die anderswo als in der Blutigen See (Thorwal/Nordmeer? Yslisee?) unterwegs sind...

würde sonst eher Herr der Welts zweiter sichtweise zuneigen. a) von Riesländern wäre sicherlich geschrieben worden. b) Hochrangige Verräter, Überläufer, Intriganten sind kanonisch (u.a. tobrisches Herzogshaus, andergastisches Königshaus, Mengbiller Magnatenfamilie, Alanfaner Grandenfamilien, Bornländischer Hochadel,...). Die kann man einfluss- und ressourcenlos lassen, oder man kann ihnen in den Jahren 1016-1019/1020 das zugestehen, was auch andere aus der entsprechenden Schicht aufbringen. c) 2000 Mann sind mMn kein gewaltiger Heerhaufen. Das ist die Invasionsmacht Al'anfas im Khomkrieg (der Al'Anfa nicht ungeschützt gelassen hat und neben dem die Stadt noch einen weiteren Krieg führen konnte), das ist weniger als das Landwehraufgebot, das die Stadt Gareth (und ihr Umland) zur Schlacht auf den Silkwiesen beisteuerte (neben etwa 11000 regulären Truppen...).

Das was im Zuge der Borbaradkampagne beeindruckend ist, wäre mit wie wenig Anfangstruppen die Invasion erfolgreich ist, mit welcher Präzision die Truppen gelenkt werden und mit welcher Geschwindigkeit sie von Schlachtfeld zu Schlachtfeld eilen/verlegt werden.

Andwari
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Ungelesener Beitrag von Andwari » 23.07.2019 21:11

Die anfänglichen Invasionstruppen sind eine Sache - doch die sollen nicht nur Schlachten schlagen und eroberte Gebiete halten, sondern sich auch noch deutlich vermehren, bis man an die Trollpforte kommt.

Die Zahlen sind selbst später so, dass man nur mit viel Recycling (wie oft kann man einen zerstückelten Zombie noch wieder-erheben?) halbwegs gleich stark wie die aufgebotenen kaiserlichen Truppen wirkt - die meist viel Elite bieten. Soll der tobrische Landwehr-Fuzzi tatsächlich besser kämpfen als der darpatische?

Für den Erfolg der Borbaradianer müsste man mMn sowohl diesen nach der Invasion weitere kampfstarke Truppen zukommen lassen als auch die kaiserlichen laufend schwächen - d.h. Überläufer (zwei Fliegen mit einer Klappe). Dass man zu einem schier unaufhaltsam erfolgreich scheinenden Gegner wechselt, ist nicht sonderlich abwegig - und geschlagene kaiserliche Truppenteile kann man auch lebendig eingliedern. Damit vermeidet man die ewige Wiederholung mümmelnder Untoter, die schon die Orks vor Jahren als taktisches Mittel erzeugt haben = so überraschend ist das irgendwann nicht mehr.
Einen Teil der borbaradianischen Logistik kann man so durch die kaiserlichen bewerkstelligen lassen, auch wieder doppelter Effekt.

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Herr der Welt
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 02.08.2019 11:11

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
23.07.2019 14:23
äh, es gibt doch Dämonenarchen, die anderswo als in der Blutigen See (Thorwal/Nordmeer? Yslisee?) unterwegs sind...
In "Blutige See", S. 31 heißt es: "Der Aktionsradius der Dämonenarchen wird durch diese Regelungen deutlich: Ohne fremde Kraftquelle sind Reisen in nicht-charyptides Wasser bald beendet. Ein Ausflug nach Riesland oder zu den Waldinseln ist kaum möglich, schon Festum, Perricum und Thalusa können nur geschwächt erreicht werden."
Einige Dämonenarchen mögen Ausnahmen darstellen. Es liegt in der Natur von Chimären, dass Folgegenerationen zunehmend weniger dämonisch sind. Für die erste Generation gilt das nicht, welche aber auch die machtvollsten Archen hervorgebracht hat (deren Aktionsradius also größer sein kann).
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
23.07.2019 14:23
a) von Riesländern wäre sicherlich geschrieben worden.
Wie geschrieben setzte diese Änderung Anpassungen des offiziellen Hintergrunds voraus. Selbstverständlich wird man weder in Abenteuern noch in Aventurischen Boten oder dergleichen Material dazu finden.


In der Tat ist selbst die Überläufer-Prämisse kaum ausreichend, um ernstlich die vereinigten Truppen der freien Völker (an der Trollpforte, wenngleich zum größten Teil durch das Mittelreich gestellt) zu einem Unentschieden zu zwingen. Dafür ist Tobrien schlicht zu unbedeutend, selbst wenn es geschlossen überliefe. Man kann natürlich aventurienweite Intrigen (ähnlich der im Bornland) initiieren (und versucht wurde das ja auch). Das macht dann aber das glaubhafte Überraschungsmoment der Invasion zunichte.
Die (nötigen) Unmengen an Überläufern leiden auch darunter, dass der Feind - und sei er auch noch so erfolgreich - offenkundig mit den Niederhöllen paktiert und schwärzeste Magie nutzt. Wenn man kein großflächig religiös haderndes Heervolk (als Abbild der gesamten Bevölkerung: also kein enorme Relativierung des Zwölfgötterglaubens) voraussetzt, dann fürchtet selbst der an seiner militärisch-politischen Führung zweifelnde Soldat oder gierige Söldner zumindest um sein Seelenheil (so viel Einfluss sollte man den Geweihten als wichtige Sozialisierungsinstanz zugestehen). Andererseits etabliert gerade die G7 ein zuvor ungekanntes schmutzig-düsteres Aventurien, sodass solche Bedenken auch mit dem bewussten Settingwechsel beiseitegeschoben werden könnten.

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Rastan
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Ungelesener Beitrag von Rastan » 04.08.2019 17:08

Erstmal vielen Dank für die vielen Posts und Denkanstöße.

Wenn man die Wiki Aventurica anschaut, findet man tatsächlich einige Söldnerführer und Heerhaufen, welche schon vorher in Aventurien aktiv waren und eine kleine oder größere Hintergrundgeschichte haben.

Für mich persönlich muss nicht alles bis ins letzte Detail logisch erklärt sein, solange es halbwegs plausibel und stimmig ist reicht mir das.
Ich finde solche Diskussionen aber sehr interessant, da man da immer schöne Ideen und Überlegungen mitnehmen kann.

Über Aventurien und DSA nachzugrübeln und die Fantasie spielen zu lassen ist neben dem Spielen tatsächlich eine Art Hobby.

Geheimnisvolle Riesländer mit seltsamer Kultur finde ich als "geheimnisvolles erzählerisches Element" interessant.
Finde ich auch gut dass man hier mit dem Riesland einen weissen Flecken, gelassen hat, hoffe das bleibt so, aber das ist eine andere Geschichte :)

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Ungelesener Beitrag von Harteschale » 05.09.2019 17:20

Man könnte noch einiges erreichen an faktischer Truppenkapazität wenn man die Menge an Chimären, Untoten und Golems sowie Dämonen ausbaut. Die Borbaradianische Repräsentation ermöglicht die Erhebung permanenter Diener auch für LE, temporär auch nur mit Blutmagie. Jeder Borbaradianer mit Minderpakt kann also prinzipiell Truppen erheben.
Auch könnte man sagen dass es evtl. möglich wäre ein gutes Teil der Kosten mit Zivilistenleben zu "bezahlen", wo man die pLE von Alten, Schwachen und Gegnern/Dissidenten nutzt.
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Ungelesener Beitrag von Leta » 05.09.2019 20:10

Harteschale hat geschrieben:
05.09.2019 17:20
Auch könnte man sagen dass es evtl. möglich wäre ein gutes Teil der Kosten mit Zivilistenleben zu "bezahlen", wo man die pLE von Alten, Schwachen und Gegnern/Dissidenten nutzt.
Wobei die Bezahlung mit fremden pAsP bzw. pLeP meiner Meinung nach zurecht, nicht erlaubt ist. Balancing.

Aber die Idee mehr Chimären und Golems zu verwenden finde ich relativ gut. Gerade da die sich eventuell auch ohne permanente Kosten selber vermehren können.

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Ungelesener Beitrag von Denderan Marajain » 06.09.2019 08:00

Wir haben Aventurien von der Größe verdoppelt und die Einwohner vervierfacht -> kein Problem mit der Argumentation Truppengröße :)

Und natürlich mehr Dämonen, Golems etc.

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Harteschale
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Ungelesener Beitrag von Harteschale » 06.09.2019 09:41

Ohnehin fände ich es viel besser, wenn Borbarads Armee nur verhältnismäßig wenige Menschen umfasst. Gerade wenn man sich den Stil der Schlacht in Krieg der Magier ansieht - da ist Borbarads Armee zu größten Teilen aus nicht menschlichen Kämpfern zusammengesetzt.

Eine coole Idee von diesem Abenteuer ist auch Tur-Amash: Der gehörnte Krötendämon kann Tiere und Daimonide Kontrollieren (ähnlich wie Nirraven Untote). Man kann etliche gehörnte Dämonen so als Truppenführer einsetzen und wilde, sonst kaum kontrollierbare Horden von Kreaturen mitgeben.
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Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 06.09.2019 09:51

naja, die 2-3000 Kämpfer, die Borbarad zu Beginn der Invasion hat, sind ja eh schon wenig Kämpfer, und dass viele Dämonen eingesetzt werden, ist auch gesetzt... große Untotenhorden sollte es halt erst nach Mendena und Eslamsbrück geben ("in Mendena haben wir nur rekrutiert")... finde nicht, dass man die verhältnisse noch stärker drehen muss.

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Hina
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Ungelesener Beitrag von Hina » 13.09.2019 19:40

Ich denke, Herr der Welt hat die beiden grundrichtungen schoen aufgezeigt, in welcher sich die Invasion der Verdammten plausibilisieren laesst. Entweder man setzt ganz auf magische Deus ex Machina, die ja im Falle Borbarads durchaus angebracht sein koennen, oder aber man erlaubt B, die stilvollere Rolle einer subtilen eminence grise im Hintergrund einer zunaechst scheinbar unzusammenhaengenden Reihenfolge von Intrigen einzunehmen. Tobrien ist da nur ein Schauplatz seines kontinentumspannenden Planes, und der Feldzug dort hauptsaechlich von Haffax mit Unterstuetzung lokaler Machtgruppen um z.B. Arngrimm von Ehrenstein gefuehrt. Ich finde, letzteres ergibt eine viel interessantere Dynamik auch fuer die Gezeichneten, deren Mission, die Maechtigen Aventuriens auf die wirkliche Bedrohung aufmerksam zu machen, dann viel ausschlaggebender wirkt. Fuer sie sieht alles zunaechst nach einem tobrischen Machtkampf aus, dann vielleicht nach einem Griff Haffax' und Galottas nach der Kaiserkrone.

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