Geld und Gold

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Alen
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Geld und Gold

Ungelesener Beitrag von Alen » 14.01.2019 18:03

Hallo zusammen,

ich habe gleich mehrere Fragen zum Thema Geld.

Ist der Umrechnungsfaktor zwischen Dukaten, Silbertalern, Hellern etc. 10 oder 100?


Wie sorgt ihr innerhalb der Gruppe, dass der Zufluss an Geld realistisch bleibt? Also wie legt ihr fest, wie hoch die Belohnung für einen bestimmten Auftrag oder für ein Abenteuer ist? Das würde mich sehr interessieren.

Es ist sicherlich nicht gut, wenn die Belohnungen ausufern.
Bin sehr gespannt auf eure Anregungen.

LG Alen

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Rasputin
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Geld und Gold

Ungelesener Beitrag von Rasputin » 14.01.2019 18:09

Alen hat geschrieben:
14.01.2019 18:03
Ist der Umrechnungsfaktor zwischen Dukaten, Silbertalern, Hellern etc. 10 oder 100?
10

1D=10S=100H=1000K

Mit Geldwechseln spielen wir übrigens nicht. Wir Konvertieren weder Dukaten in Dublonen, noch muss ein Spieler passendes Kleingeld haben. Wenn ein Spieler 1D hat, kann er davon auch Problemlos einen Fisch für 1H kaufen, ohne dass es Probleme mit dem wechselgeld gibt.
Alen hat geschrieben:
14.01.2019 18:03
Wie sorgt ihr innerhalb der Gruppe, dass der Zufluss an Geld realistisch bleibt? Also wie legt ihr fest, wie hoch die Belohnung für einen bestimmten Auftrag oder für ein Abenteuer ist?
In der Regel bekommen meine Helden immer mehrere Dukaten (5-10) pro Person vom Auftraggeber und dazu auch noch "loot". Das ist nicht sonderlich viel. Ein Spieler mit Schulden wird den Großteil seiner Abenteuerlebens arm bleiben.
Bis jetzt hat meine Gruppe aber auch nur um die 5k AP. Es sind also schon "Elite-Söldner" aber auch noch keine extrem bekannten Helden.

1D entsprechen irdisch ca. 100€. Wenn ein Auftraggeber also 10D pro Person (5 Personen) zahlt, sind das umgerechnet 5000€. Wenn der Auftrag nur ist "tötet mal den bösen Oger im Wald" ist das für 1-2 Tage die das dauert, schon echt viel.

"Loot" bezahle ich immer realistisch. Wenn meine Helden in einem Abenteuer auf etwas stoßen, was extrem Wertvoll ist, gibt es auch viel Gold dafür. Manchmal gibt es aber auch gar kein "loot". Ich halte nichts davon die Helden klein zu halten, ich halte aber auch nichts davon, sie zu verwöhnen. Wer Drachen jagt, bekommt viel Geld für Schuppen&Co. Wer nur Wölfe erlegt, bekommt relativ wenig.

Meine Gruppe spielt aber auch mit "Sozialstatus bezahlt für Lebensunterhalt". Das bedeutet jeder Held bekommt in der Taverne Essen "umsonst" für seinen SO. Jemand mit SO13 kann also jeden Tag luxoriös essen und Baden und das in der teuersten Taverne und muss aus seinem Geldbeutel nichts bezahlen. Je höher der SO desto mehr Annehmlichkeiten gibt es dazu.
Anscheinend kapiert ihr es alle nicht. Ich bin hier nicht mit euch eingesperrt, ihr seid hier mit mir eingesperrt!

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Skalde
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Geld und Gold

Ungelesener Beitrag von Skalde » 14.01.2019 18:23

Alen hat geschrieben:
14.01.2019 18:03
Wie sorgt ihr innerhalb der Gruppe, dass der Zufluss an Geld realistisch bleibt? Also wie legt ihr fest, wie hoch die Belohnung für einen bestimmten Auftrag oder für ein Abenteuer ist? Das würde mich sehr interessieren.
Das kommt bei uns auf den Auftraggeber an und darauf, als was die Helden angeheuert werden. Ein einfacher Söldner bekommt zwischen 3 und 6 Silbertaler am Tag, wenn er beispielsweise einen Transport bewachen soll, dazu je nach Auftrag Gefahrenzulage und/oder eine Prämie (einstelliger Dukatenbereich) am Ende.

Soweit das Beispiel, wenn ein Handelsherr Begleitschutz für seine Karawane anheuert. Ein klerikaler Auftraggeber kann durchaus auch erwarten, dass man "für Gotteslohn" loszieht, dafür lassen reiche und skrupellose Adelige/ südaventurische Granden auch mal sehr hohe Summen springen, wenn es um einen halb- oder illegalen Auftrag geht.

Wenn es um Loot geht: Die Waffen besiegter Gegner bringen je nach Machart ein hübsches Sümmchen ein, mit dem die Helden am Ende normalerweise wenigstens ihre Spesen abdecken können. (Oder auch nicht. Heiltränke sind teuer.)

Normalerweise haben die Helden auch immer die Möglichkeit, gewisse "Nebenverdienste" einzustreichen. Wer Glück (im Spiel) hat oder einfach nur ein geschickter Betrüger ist, kann abends im Wirtshaus oder in der Gladiatorenarena auch mal die Gruppenkasse aufbessern. Unsere Gruppe hat (vom Abenteuer eigentlich nicht vorgesehen) gerade einen gewissen Machthaber der Schwarzen Lande um 600 Dukaten erleichtert, aber wer weiß, wie viel von dem Geld wir am Ende ins freie Aventurien mitnehmen können.

Wie viel Geld man seinen Helden geben will, hängt ganz vom persönlichen Spielstil ab. Für ihre ersten Aufträge erhalten die meisten Helden nur geringe Belohnungen. Gerade Spieler, deren Charaktere mit hohen Schulden ins Spiel starten (z. B. Schwertgesellen oder Magier), freuen sich aber, wenn es auch schon zu Beginn ihrer Karriere nicht nur ein paar Silbertaler und nen feuchten Händedruck als Dank gibt.

Ein bisschen abhängig ist es auch von dem geplanten Powerniveau der nächsten Abenteuer. Wenn die ziemlich brutal werden können, geben viele Spielleiter auch mal ein bisschen mehr Geld, damit die Gruppe sich Heiltränke, bessere Rüstungen oder sogar das ein oder andere Artefakt zulegen kann.

Edit: Die Umrechnung in heutigen Geldwert finde ich etwas kritisch, da die Lebenshaltungskosten in Aventurien sehr gering sind und die Schere zwischen Arm und Reich deutlich größer. Normale Lebensmittel kann man ja schon für wenige Kreuzer bekommen, während manche für uns völlig normel Dinge (wie Pfeffer) vielerorts Luxusgüter sind.
"Bringt das Schiff in Position! Stellt es senkrecht!"

Avesgeweihter mit Kriegskunst 0, neuzeitlich

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Feuer!
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Geld und Gold

Ungelesener Beitrag von Feuer! » 14.01.2019 19:41

Wir spielen ebenfalls mit "SO-Geld", will heißen, der beim SO angegebene Lebensstil ist im Prinzip frei und muss nicht mehr extra bezahlt werden. Allerdings achte ich z. B. bei meiner Magierrunde, die (bei nur zwei Spielern) einen deutlich höheren Anteil an Simulationsspiel neben den ABs enthält, auch darauf, dass sie nur SO-Geld haben, wenn sie auch die Zeit aufwenden, entsprechend zu arbeiten (passive Einnahmequellen haben sie nicht). Alles über den "normalen" Broterwerb hinaus, bei uns z. B. magische statt profaner Heilung sowie Artefaktverkäufe, gibt es als Extra-Geld; allerdings kann auch mit dem normalen Broterwerb nur SO-Geld bis zum maximalen SO der zugrundeliegenden Profession verdient werden (in unseren Fällen, da wir die magischen Dienstleistungen gesondert abrechnen, Wundheiler und Alchimist, also jeweils SO 10), obwohl die SOs der Helden inzwischen drüber liegen. Alles über Lebensstandard SO 10 muss extra bezahlt werden, wobei wir da pauschal für den Monat abrechnen, wenn ein Held einen seinem SO angemessenen Lebensstil pflegen will (also auch hier keine kleinteilige Abrechnung in jedem Hotel).

Wie hoch die Belohnung ist, hängt bei mir von drei Faktoren ab:
1) Wofür werden die Helden angeheuert?
2) Wer sind die Helden?
3) Wer sind die Auftraggeber?

Eine Kirche, die die Helden auf eine gefährliche Mission im Namen der Kirche schickt, kann je nach Kirche durchaus stolze Summen dafür ausloben, oder aber in Naturalien oder mit einem Händedruck und den Spesen bezahlen (z. B. hätte die Perainekirche in meinem Aventurien kein Geld für hohe Belohnungen, die Hesinde- oder Praioskirche hingegen schon).
Ein wohlhabender Händler, der die Helden anheuert, wird entsprechend der Gefährlichkeit der Aufgabe, der Professionen / des Rufs der Helden sowie deren Verhandlungsgeschick mal mehr, mal weniger großzügig sein.
Die junge Witwe, die gerade alles verloren hat, wird wahrscheinlich gar nichts bezahlen können, oder sich im Zweifelsfall von einem Schmuckstück (Erbstück) trennen, das dann mehr oder weniger wert sein kann.

Wenn du einen groben Überblick haben möchtest, was angemessen sein könnte, kann der Anhang im WdS zu Sozialstatus und Lebensunterhalt einen ganz guten ersten Überblick geben. Schau einfach, welchen Lebensunterhalt deine Helden laut SO pro Monat hätten und orientiere dich daran (vor allem, wenn der Auftrag in die eigentliche Profession deiner Helden fällt).

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X76
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Geld und Gold

Ungelesener Beitrag von X76 » 15.01.2019 12:33

Alen hat geschrieben:
14.01.2019 18:03
Wie sorgt ihr innerhalb der Gruppe, dass der Zufluss an Geld realistisch bleibt?
Es gibt ein paar Orientierungshilfen, um eine angemessene Belohnung fest zu legen. Ein mittelständischer Handwerker kann im Monat ca. 6 Dukaten sparen (also das was nach seinen normalen monatlichen Ausgaben wie Essen, Unterkunft, Wirtshaus etc. übrig bleibt). Eben jenes normales Leben kostet ihn etwa 15 D. pro Monat.

Wobei so ein Mittelständischer für aventurische Verhältnisse schon ein ziemlich gutes Leben (3 Mahlzeiten am Tag (wenigstens einmal pro Woche Fleisch), Sonntagsanzug im Schrank, tägliche Rasur, wöchentlicher Besuch im Badehaus etc.) führt.

Die Masse lebt nicht so gut (zwei Mal Brot und Grütze, Dünnbier, einmal die Woche Badezuber [sofern man überhaupt badet :wink: ], Übernachtungen im Schlafsaal und als großes Vergnügen Praiostags der Besuch im Wirtshaus). So ein Leben kostet etwa 5 D. pro Monat, wobei sehr viele auch von 1 D. im Monat leben müssen und man kann sich leicht vorstellen, wie es dann aussieht. :wink:

Ab 50 D. beginnt hingegen das Leben des oberen Mittelstandes (monatlich zum Haarkünstler, Ballkleidung im Schrank, wöchentlich Theater, allabendlich Ratskeller, Einzelzimmer...).

Die Belohnung für die Helden richtet sich natürlich sowohl nach Zeitaufwand (ein paar Stunden oder eher Tage oder gar Wochen?) als auch Art der Aufgabe (eine gerettete Tochter ist oft besser bezahlt als eine gerettete Katze). Wichtig ist aber auch die Finanzlage des Auftraggebers. Dieser muss sich die Belohnung selbstverständlich leisten können.

Damit der dankbare Handwerker jedem Helden 5 D. in Hand drücken kann, muss er bei einer Heldengruppe gerne mal das Sparschwein des letzten halben Jahres schlachten. Die gleiche Belohnung zahlt der Tempelvorstand eines gut laufenden Tempels (oberer Mittelstand) vielleicht sogar aus der Monatskasse. Umgekehrt müssen die Helden schon drei solche "Jobs" an Land ziehen, damit sie einen Monat (15 D.) recht gut leben können.

Entsprechend kann man von einer 50 D. Belohnung einen Monat auf der faulen Haut liegen und auch noch ein relatives Luxusleben genießen. Der "gut Verdiener" darf dafür aber fast ein halbes Jahr arbeiten. Ein Held der sich bescheiden gibt, kann mit der gleichen Belohnung aber auch gut ein halbes Jahr Abenteuer erleben ohne etwas einnehmen zu müssen. Wenn jedoch der Heiltrank ersetzt, eine neue Waffe gekauft werden muss etc. ist das Geld auch schnell wieder futsch (siehe Preislisten für typische Preise).

Zu guter Letzt spielt natürlich auch die gesellschaftliche Position des Helden eine Rolle. Der Adelige, der wie ein armer Schlucker lebt, wird nicht lange so leben ohne das sein Ansehen und Ruf leiden. Während man sich beim Gossenhelden schnell fragt, wo wohl die vielen Goldstücke herkommen, die er im Luxusrausch verprasst. Deshalb gibt es in Runden in denen man mit "Ständen" spielt i.d.R. auch unterschiedliche Belohnungen innerhalb einer Gruppe (der adelige Held bekommt mehr, als der Streuner -> er gibt aber auch sehr viel mehr aus ohne dadurch einen direkten Vorteil zu bekommen [natürlich ist er gut satt und schläft bequem -> bessere Waffen etc. hat er aber dadurch nicht]).

Egal ob "Ständisch" oder "Gleichheit für alle" mit den o.g. Eckdaten zu typischen Kosten und Verdiensten hast Du eine gute Vorstellung davon, wie viel oder wenig Helden bekommen sollten bzw. wie viel eine Belohnung von X Dukaten eigentlich "Wert" ist.

Generell bin ich der Meinung, dass Geld langfristig nicht knapp sein darf. Ein Held muss es sich leisten können, auch mal umsonst fürs Gute kämpfen zu können. Wenn er ständig Pleite ist, regiert die Geldnot und das sorgt nur dafür, dass man für jeden Handgriff die Hand aufhalten muss, Gegner ausplündert usw. . Das ist einfach nicht Heldenhaft. :wink:

Edit: Noch eine nicht ganz unwichtige Anmerkung:
In den meisten Regionen Aventuriens ist Geiz nicht geil. Über den Verhältnissen zu leben wird eher als schicklich angesehen, als bescheiden und sparsam zu sein. Das gilt natürlich auch für Belohnungen: "Was sollen denn die Leute denken, wenn ich knickrig bin?" Insbesondere bei wohlhabenden oder gar reichen Leuten wird die Belohnung also eher "angemessen" bis "großzügig" ausfallen. Nicht unbedingt, weil sie so edel sind, sondern um der Umwelt ein Zeichen zu setzen. "Ich kann es mir locker leisten!" (auch wenn das vielleicht gar nicht stimmt).

Im Kleinen gilt das natürlich auch für die Helden. Auf kleinem Fuß zu leben und jeden Taler zu sparen, ist nicht das was die "Welt" von großen Helden erwartet. Aber dazu braucht es natürlich eines: genug Geld... :lol:

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Wizkatz
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Geld und Gold

Ungelesener Beitrag von Wizkatz » 15.01.2019 14:08

Ich denke auch, bei Level-0-Helden kann man noch mit dem täglichen Gedanken an die Brotlosigkeit und ein Leben auf der Straße kokettieren - aber sobald die Gruppe ein paar Mal ihr Leben riskiert hat - entweder um anderen Leuten zu helfen oder auch auf Schatzsuche - sollte eine solide Lebensgrundlage über Wochen bis Monate nicht mehr in Frage zu stellen sein.

Ich habe bisher eher dazu tendiert, als SL eher mehr als weniger an Belohnung herauszurücken, gemessen an der Erwartungshaltung der Gruppe. Theoretisch gibt es natürlich Konstellationen, in denen dann jemandem "langweilig" wird weil er sich "jetzt schon" seinen Amazonensäbel+2 leisten konnte, aber letztlich ist alles unterhalb von magischen Artefakten und RGW-III-Getragenen meisterlichen Rüstungskombos noch nichts, was einen Helden wirklich unbesiegbar macht oder Spannung aus Abenteuern und Kämpfen nimmt.

Und auch Reichtum an sich kann Aufhänger für recht Spannende Spielszenen sein, da muss ich eine kurze Anekdote unseres Rollenspielneulings und Gruppeneinsteigers erzählen... :ijw:

Neuer Spieler, fing mit klassischem Streuner/Spieler/Verführer-Konzept an. Schön gespielt fand ich, auch explizit nicht unverhältnismäßig heldenhaft, schon darauf bedacht, die eigene Haut zu retten, hatte auch in dieser Phase überhaupt keinen Grund, für irgendwen sein Leben zu lassen.
Ist dann auf Gruppenwunsch bei einer Verdächtigen eingestiegen, als diese bei der Arbeit war...und fand neben Diebesutensilien schließlich RIESIGE Mengen Dukaten UND Edelsteine für seine Straßenverhältnisse. Über 200 Dukaten meine ich, Edelsteine noch ohne Preisvorstellungen.
Was hat er gemacht? Er ist plötzlich zum größten Paranoiker vor dem Herrn geworden. :ijw: Hat sich kaum aus der aufgebrochenen Bude auf die Straße getraut, was ist, wenn ihm jemand seinen neuen Besitz stiehlt? Es soll ja zwielichte Elemente in dieser Stadt geben!! :grübeln: Sieht man wie voll sein Geldbeutel ist? Lieber umverteilen? Wo verstecken?
Der Dieb musste seinen Besitz jetzt vor Diebstahl und Raub schützen - und eröffnete als Lurch von der Straße als ALLERERSTES ein Konto bei der Nordlandbank. :ijw: Hat auch nur durch gute Überreden-Proben den misstrauischen Clerk überzeugen können, dass dies Familienreichtümer von außerhalb sind, jetzt Investitionen zu tätigen sein, yadda yadda - war dadurch dann ein geschätzter Neukunde. Und die Edelsteine? Hat er genauso paranoid irgendwo in einem Sumpf hinter einem Baum unter Steinen versteckt. Zuhause aufbewahren ist ja viel zugefährlich, was ist, wenn jemand da einbricht? Wir warten jetzt darauf, ob er sich (als Spieler wie als Charakter) noch erinnert, wo genau er diese Schätze eigentlich versteckt hat, wenn er jemals wieder in der Gegend ist...


Fazit: Man macht mit großen Geldmengen nicht wirklich was kaputt, finde ich, man kann eher viel Spaß damit haben. Und wenn es die Gruppe als ganzes tatsächlich irgendwie nerven sollte, dass es ihnen so "gut" geht, gibt es genauso spannende Plots (auch aus Buch und Film), wie man ganz schnell wieder bei Null landen kann...

Andwari
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Geld und Gold

Ungelesener Beitrag von Andwari » 15.01.2019 14:45

Viele Bereiche zum Geld-ausgeben in DSA passen leider nicht ordentlich zusammen: Der Handwerker von @X76 wird vmtl. den Großteil seines Einkommens für Lebensmittel, Kleidung, Brennholz, Unterkunft, und etwas Geselligkeit ausgeben (siehe: Maslowsche Bedürfnispyramide) - die Angabe, er könne 6D monatlich "sparen" ist im Vergleich mit anderen DSA-Zahlen schon sehr hoch - irdisch bleibt auch bei vielen Gutverdienern wenig am Monatsende übrig.

Einige Posten sind sehr billig ausgefallen - z.B. dürfte einigermaßen essbare Nahrung durchaus teurer sein (damit auch die Nahrungserzeuger/-verkäufer auf ein passables Einkommen gelangen). Andere Posten sind so teuer, dass die auch nicht ganz ins Bild passen: Von welchen Kunden soll der Heilkundige/Apotheker in der Kleinstadt leben, wenn der gleich immer zweistellige Dukatenbeträge aufruft und wer sind die Kunden für magische Alltagsartefakte, die doch bis zu hunderten Dukaten kosten? Eigentlich müssten auch als eher ärmlich dargestellte Leute auch dutzende Taler gebunkert haben - der kleine Krämer mit seinem Maultierkarren braucht alle 5-10 Jahre ein neues Tier, wenn das alte tot umfällt und muss da das Geld eigentlich schon erwirtschaftet haben - 250 Taler Listenpreis (deutlich mehr, wenn das schon ein gut trainiertes Tier ist).

Für "Abenteurer" finde ich es auch deutlich schöner, wenn die sich das abenteurern auch leisten können - bzw. zumindest hoffen können, dass sie nach dem großen Fang mal deutlich besser dastehen als Alrik der Daheimgebliebene. Einige Helden sind von Start weg sehr aufwändig ausgebildete Spezialisten, die eigentlich klar zu den oberen 5% der Gesellschaft gehören müssten (Krieger, Zauberer usw.) bzw. durch ihre Fähigkeiten, die evtl. deutlich über Alrik Normalaventurier liegen, sich den Weg dahin erarbeiten. Sonst muss man sich immer überlegen, ob es nicht Irrsinn ist, sich nicht die Festanstellung als Lohnmagier beim Handelsherrn, Burghauptmann oder Jagdaufseher beim Baron oder so was zu suchen - wenn die dauerhaft finanziell deutlich besser wegkommen.

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chizuranjida
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 16.01.2019 01:11

X76 hat geschrieben:
15.01.2019 12:33
In den meisten Regionen Aventuriens ist Geiz nicht geil. Über den Verhältnissen zu leben wird eher als schicklich angesehen, als bescheiden und sparsam zu sein.

Im Kleinen gilt das natürlich auch für die Helden. Auf kleinem Fuß zu leben und jeden Taler zu sparen, ist nicht das was die "Welt" von großen Helden erwartet. Aber dazu braucht es natürlich eines: genug Geld..
Das habe ich so immer gern Helden hohen Standes angehängt. Natürlich gibt der adlige Krieger Trinkgeld, geht oft genug ins Badehaus, lässt seine Kleider fachmännisch flicken und kauft auch mal was Schickes Neues.
Für den Jäger und den Streuner passt Strohsack im Schlafsaal für 2 Heller, aber der adlige Krieger oder die adlige Magierin will Einzelzimmer, nicht mit dem Pöbel pennen.

Das gibt dann natürlich Rollenspiel, wenn diese Möglichkeiten eben nicht gegeben sind. Die Dorfkneipe hat nur Bohnensuppe, Bier und Schlafsaal? Keinen Wein, Braten, Badezuber, und kein Einzelzimmer?
Der adlige Krieger leidet vielleicht. Aber vielleicht ist er auch insgeheim erleichtert, weil er gerade wieder pleite ist und sich den Bosparanjer gar nicht leisten könnte?

Mit dieser "SO = Lebensstil ist eingepreist"-Sache habe ich normalerweise nicht gespielt, eventuell in ein paar Horasreich-Abenteuern mal. Das nimmt ja gerade alle rollenspielerisch ergiebigen Szenen raus, wenn ein Held sich seinen gewohnten Stil nicht leisten kann, oder wenn irgendwo in der Wallachei der gewohnte Komfort nicht zu bekommen ist.

Bei Geld-Belohnungen habe ich mich meist an dem orientiert, was in den Abenteuern stand, außer wenn reiche Kaufleute als Auftraggeber klar weniger zahlen wollten als die Unkosten der Helden für Reise und Heiltränke und so.
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Al'Anfa wieder eins drauf kriegen wird."
- Alrik der Ältere

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