DSA5 Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

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Zorlando
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Zorlando »

Praios zum Gruße

Ich fände die Idee eines Praiosgeweihten der ein Richtschwert nutzt um seine Gegner... naja... zu Richten xD sehr Interresant. Auf fast allen Offizielen Bildern von Aventurischen Richtschwertern habe ich bisher immer Symbole von Kor und oder Praios gesehen. Passt ja auch zusammen, schlieslich ist Praios der Richter und Kor der Henker Alverans. Wäre so ein Schwert als Standeswaffe und wenn es nur ein Symbolischer Akt ist denkbar ? Oder gibt es ein Gesetz laut dem Richtschwerter von niemandem außer Henkern geführt werden dürfen? Dann wären sie natürlich für einen Praioten ausgeschlossen. In der Aventurischen Rüstkammer habe ich zu einem Verbot nichts gefunden. Dort steht lediglich:

"Die meisten Richtschwerter werden an besonderen Orten wie in städtischen Waffenkammern
oder Festungen weggeschlossen, wenn sie nicht
verwendet werden. Denn sie haben oft einen hohen Symbolwert für die Rechtshoheit des Ortes
oder Herrschers."

und

"Als wirkliche Waffe lässt sich das Richtschwert
nicht bezeichnen, es ist vielmehr ein Standeszeichen"

Ich lese nicht daraus das sie grundsätzlich verboten sind, es steht ja sogar dort das sie als Standeszeichen dienen. Natürlich wäre es vielleicht ungewöhnlich wenn ein Praiot damit rumläuft, bringt fragwürdige blicke oder Kontrollen der Wachen mit sich aber verboten sollte es nicht sein oder ? Denn wie gesagt, ich fände die Idee eines Praiosgeweihten der diese Waffe nutzt und sei es nur Symbolisch zb. wenn man einen Befehl gibt oder ein Urteil über jemanden spricht sehr passend und interresant.

(Übrigens es geht hier nicht um die Frage ob ein solches Schwert im Kampf zu führen Sinnvoll ist, sondern lediglich um die Rechtslage und die Rollenspieltechnische Authentizität)

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chizuranjida
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von chizuranjida »

Wenn das Richtschwert ein Standeszeichen ist, dann macht es seinen Träger zum Henker. Im irdischen Mittelalter war Henker meines Wissens ein unehrliches Gewerbe. Anständige Bürger verloren ihren Stand, wenn sie mit einem Henker am selben Tisch tranken, oder so in der Art.

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Alrik Schwarzleser
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Alrik Schwarzleser »

Zumindest nach DSA4 iist das Richtschwert laut der Liste auf WdS123ff. sowohl privilegiert, als auch unverkäuflich, korgefällige Symbole auf den Waffen werden nicht erwähnt, dafür Praios und Boron (und der Umstand, dass häufig ein Boronssegen auf der Waffe liegt, um eine Besessenheit durch die Seelen der Hingerichteten zu verhindern) (vgl. AA57).
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Klevi Löwenhaupt
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Klevi Löwenhaupt »

Nun interessant wäre es aber es ist halt wirklich dafür gedacht Leute zu richten und nicht damit zu kämpfen. Für den Style bestimmt gut aber die Waffe wird für den normalen Kampf in unserer irdischen Welt als keine Waffe die man für einen ehrlichen Kampf verwendet. Außerdem wenn der Praiosgeweihte das Schwert mit sich führt dann ist er auf dem Weg um ein Urteil das gefällt wurde zu vollstrecken. Wenn er damit selber ein Urteil fällt ist es irgendwie etwas kritisch als Praiosgeweihter, das kann schnell Blakharaz auf den Plan rufen.

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DnD-Flüchtling
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling »

Ich weiß auch nicht. Es gibt so Sachen, die klingen irgendwie cool (und das ist wohl auch die Absicht, die dahintersteckt), sind aber bei genauerer Betrachtung unpassend. Und hier muss ich auch Klevi Recht geben - ein Praiospriester, der nicht nur Recht spricht, sondern auch richtet, klingt wirklich mehr nach Blakharaz.
chizuranjida hat geschrieben: 26.09.2023 02:15 Wenn das Richtschwert ein Standeszeichen ist, dann macht es seinen Träger zum Henker. Im irdischen Mittelalter war Henker meines Wissens ein unehrliches Gewerbe. Anständige Bürger verloren ihren Stand, wenn sie mit einem Henker am selben Tisch tranken, oder so in der Art.
Ausgerechnet das ist so ein Thema, zu dem es in all den Jahren DSA anscheinend keine endgültige Regelung gibt:
Wiki Aventurica hat geschrieben:Obwohl es zahlreiche Gegenbeispiele gibt, behauptet Wege der Helden Seite 300, dass es Henker in Aventurien nicht gäbe und ihre Aufgaben durch Geweihte und Gardisten übernommen würden.

Zorlando
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Zorlando »

DnD-Flüchtling hat geschrieben: 26.09.2023 10:08 Ausgerechnet das ist so ein Thema, zu dem es in 40 Jahren DSA anscheinend keine endgültige Regelung gibt:
Moment, das ändert natürlich alles. Ich habe die Stelle gerade gelesen. Dann wäre das doch sogar passend. Ich denke die einzigen die solche Urteile vollstrecken wären Praios,Boron und Korgeweihte oder was mein ihr ?

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Denderajida_von_Tuzak
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak »

Zorlando hat geschrieben: 26.09.2023 10:18
DnD-Flüchtling hat geschrieben: 26.09.2023 10:08 Ausgerechnet das ist so ein Thema, zu dem es in 40 Jahren DSA anscheinend keine endgültige Regelung gibt:
Moment, das ändert natürlich alles. Ich habe die Stelle gerade gelesen. Dann wäre das doch sogar passend. Ich denke die einzigen die solche Urteile vollstrecken wären Praios,Boron und Korgeweihte oder was mein ihr ?
Der einzige Ort, für den mWn ein Geweihter als Scharfrichter beschrieben wird, ist Al'Anfa (da macht das der Rondrageweihte).
Viele, die unter Henker/Personen beschrieben werden, sind noch nicht mal 12G-gläubig (bzw. es ist möglich, dass sie an was anderes glauben): Waldmenschen, Auelfen, Novadis, ein Tairach-Schamane,

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Zelemas
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Zelemas »

Zorlando hat geschrieben: 26.09.2023 10:18 Moment, das ändert natürlich alles. Ich habe die Stelle gerade gelesen. Dann wäre das doch sogar passend. Ich denke die einzigen die solche Urteile vollstrecken wären Praios,Boron und Korgeweihte oder was mein ihr ?
Ich meine, dass das gar nichts ändert - es zeigt einfach nur die regelmäßigen Inkonsistenzen der DSA-Beschreibungen aufgrund der Vielzahl der Texte, Inhalte und Autoren-Ansichten..... Es gibt jüngere Regelwerke bzw. Regionalbeschreibungen als Wege der Helden, die ausdrücklich nicht geweihte Personen als Henker beschreiben (Herz des Reiches, Die reisende Kaiserin, Quanionsqueste), wie auch andere Publikationen, die ausdrücklich die gleiche Setzung vertreten (die Henker von Greifenfurt, auch wenn dann Z. eine Sonderrolle darstellt, spielte er immer einen "profanen" Menschen in der Rolle, etc.) Wie es in der Wiki halt steht - es gibt zahlreiche Gegenbeispiele zu dem Satz in Wege der Helden.

Bis auf Al'Anfa mit der Rondra-Geweihtenschaft als Henker gibt es keine offizielle Quelle, die mir bekannt wäre, in welcher ein Geweihter als Henker auftritt.

Und bevor hier der Vergleich kommt: Inquisitoren sind ein Sonderthema, da sie im Gegensatz zu Henkern keine weltlich motivierten Urteile (zumindest ist das ihre Selbstwahrnehmung und offizielle "Berufsbeschreibung") vollstrecken.

Aber letztlich gilt auch hier wie überall: Wenn es für Deine Gruppe ok ist, macht es. Aber hab halt nicht die Erwartung, das andere es ebenso sehen :wink:
Zuletzt geändert von Zelemas am 26.09.2023 12:24, insgesamt 1-mal geändert.
Ich habe aber gerade keine Ziege da, meine schwarze Kutte ist in der Wäsche und das letzte Mädel, das meinte sie wäre noch Jungfrau, war keine mehr. Also bitte mal konstruktive Vorschläge jetzt...

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DnD-Flüchtling
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling »

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben: 26.09.2023 11:51 Der einzige Ort, für den mWn ein Geweihter als Scharfrichter beschrieben wird, ist Al'Anfa (da macht das der Rondrageweihte).
Kleine Zusatzanmerkung: Hinrichtungen selbst werden unter bestimmten Umständen schon von Geweihten durchgeführt - so hat man zB in "Goldene Blüten auf blauem Grund" das Szenario, dass die Rondrianerin Ayla von Donnerbach bei der ersten Begegnung erst mal ein paar Wegelagerer hinrichtet, weil diese eine Geweihte (nämlich sie selbst) angegriffen haben. Und WIMRE steht auch irgendwo, dass Kor-Geweihte unterlegene Gegner hinrichten können. Praiospriester, die Ketzer oder Hexen verbrennen, würden dann auch in diese Sparte fallen.
Allerdings macht all das die betreffenden ebensowenig zum hauptberuflichen Henker wie die Soldaten, die an einem Erschießungskommando teilnehmen.

Die einzigen Geweihten, die mMn als dezidierte Scharfrichter passen würden, wären Boronis (wobei ich mir die eher mit einem Strang als mit einem Richtschwert vorstelle) und Kor-Priester (für die der Job dann unter "Gutes Gold" fallen würde).

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Reinecke
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Reinecke »

Zelemas hat geschrieben: 26.09.2023 12:07 Inquisitoren sind ein Sonderthema, (...)
DnD-Flüchtling hat geschrieben: 26.09.2023 12:16 Praiospriester, die Ketzer oder Hexen verbrennen, (...)
IdR lassen Inquisitoren & Praios-Priester doch foltern und verbrennen, oder? Gleiche Arbeitsteilung wie bei Richter & Henker.

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Alrik Schwarzleser
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Alrik Schwarzleser »

Akoluthen dürften vermutlich deutlich häufiger sein, als Geweihte und auch hier am ehesten Praios und Kor, evtl. noch Boron. Allerdings beziehen sich alle Betrachtungen in diesem Thread bisher auf die weltliche Gerichtsbarkeit, bei Fällen, die vor einem Kirchengericht verhandelt werden, kann (und höchstwahrscheinlich auch wird) das ganz anders aussehen.
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Zorlando
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Zorlando »

Ich sag mal so, natürlich ist sich die Redaktion da wie bei vielen anderen Dingen uneinig aber nach allem was nun hier geschrieben wurde sehe ich meinen Vorschlag als nicht dem Kanon entgegensprechend. Ich habe besagten geweihten übrigens schonmal gespielt, probleme mit der Gruppe oder auch nur eine Anmerkung eines npcs gab es nicht bezüglich dem Richtschwert. Ich sehe das auch einfach ähnlich wie das Sonnenszepter. Das ist ja auch keine Waffe im herkömmlichen Sinn sondern eben ein Szepter mit dem man rumgestikulieren kann und natürlich ein Zeremonialgegenstand. Ich finde das passt so und danke euch für all eure Antworten. Ihr habt mir sehr weitergeholfen :wink:

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Denderajida_von_Tuzak
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak »

DnD-Flüchtling hat geschrieben: 26.09.2023 12:16 Kleine Zusatzanmerkung: Hinrichtungen selbst werden unter bestimmten Umständen schon von Geweihten durchgeführt - so hat man zB in "Goldene Blüten auf blauem Grund" das Szenario, dass die Rondrianerin Ayla von Donnerbach bei der ersten Begegnung erst mal ein paar Wegelagerer hinrichtet,...
Das Erschlagen von Vogelfreien ist aber nichts, was ein Henker machen müsste, das fällt eigentlich unter Bürgerrecht bzw. -pflicht.

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chizuranjida
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida »

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben: 26.09.2023 11:51 Der einzige Ort, für den mWn ein Geweihter als Scharfrichter beschrieben wird, ist Al'Anfa (da macht das der Rondrageweihte).
So, wie das in den Spielhilfen beschrieben ist, finden die meisten aventurischen Rondrageweihten das wohl eher anrüchig, dass der das da macht.
Viele, die unter Henker/Personen beschrieben werden, sind noch nicht mal 12G-gläubig
Du meine Güte, für was es alles Wiki-Einträge gibt. :6F: Da hätte ich nie dran gedacht.
Da wäre übrigens noch die Henkerin von Havena, eine Halborkin namens Perainwen (AGF 174); ebenfalls nicht geweiht.
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Al'Anfa wieder eins drauf kriegen wird."
- Alrik der Ältere

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X76
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von X76 »

Zorlando hat geschrieben: 26.09.2023 00:57 Oder gibt es ein Gesetz laut dem Richtschwerter von niemandem außer Henkern geführt werden dürfen? Dann wären sie natürlich für einen Praioten ausgeschlossen.
Jeder kann zum Henker berufen werden und hat dann natürlich auch die Berechtigung zum Tode verurteilte Personen hinzurichten. Das Recht kommt nicht von der Kirche, sondern vom lokalen Herrscher (Stadtrat, Sultan, Häuptling...). Das ist bei den Praiosgeweihten Richtern nicht anders. Natürlich gibt es solche Richter und PG werden bisweilen auch gerne in so ein Amt eingesetzt, aber als normale Geweihte haben sie nur das typische Notrecht zu Richten.

Das ein PG zum Henker wird, dürfte aber im Normalfall nicht vorkommen. Der Beruf hat ein sehr geringes Ansehen und wäre auch absolute Verschwendung. Warum einen studierten Rechtskundigen für einen Job einsetzen, denn jeder ungebildete Gemeine ausführen könnte?

Praios gefällig ist der Einsatz weit vor dem Richtblock als Ankläger, Verteidiger oder ernannter Richter.

Wenn Du unbedingt einen Henkergeweihten möchtest, würde ich mich am Beispiel Al Anfas orientieren und einen (nirgends offiziell beschriebenen) lokalen Brauch (irgendeine Grafschaft reicht schon) ins Leben rufen - im Stil von "hat sein Leben unter der Klinge eines Dieners des Götterfürsten zu beenden, denn so ist es seit jeher Brauch in X". Aber auch in diesem Fall ist er natürlich nur dort Henker, wo er dazu berufen wurde. Irgendwo Leute kalt machen, geht jedenfalls nicht.

Ich persönlich würde eher in den Bereich der Praios nahen Gemeinen blicken - Gardisten, Schließer, Dorfschulzen. Deutlich wahrscheinlicher ist aber ein hauptberuflicher Henker (Familienhandwerk). Hier könnte es durchaus denkbar sein, dass der Nachfolger auf "Walz" geht, so lange der Job noch vom Familienoberhaupt besetzt ist. Eine mögliche Motivation für die Reise des Helden: Vollstreckungsmaßnahmen jenseits der Grenzen kennen lernen (in Andergast werden zum Tode verurteilte bspw. geeicht [mit Eichenknüppeln totgeprügelt]). Quasi mit dem Ziel so etwas wie ein "Gelehrter des Todes" des gemeinen Volkes (also ungebildet) zu werden.

Das Richtschwert dürfte oft eine ziemliche Staubschicht tragen, schließlich ist das Schwert auch im Tode dem Adel vorbehalten. Gemeine werden totgeknüppelt, gehängt, ersäuft, zerteilt, verbrannt, zerissen und viele unschöne Dinge mehr. Wenn sie sehr viel Glück haben bekommen sie den schnellen Tod durchs Beil!

Gerade deshalb könntest Du aber an diesem Punkt ansetzen: vielleicht ist der Held ein nicht anerkannter Bastard aus adeligem Haus und wurde deshalb zum "Richtschwert" berufen? Etwas besser als ein Gemeiner, aber eben trotzdem ein Gemeiner. Als "Premiumhenker" muss er natürlich sein Wissen in der Welt üben und ausweiten (s.o.). Finanziert wird das vom "Gönner", der wohl nicht ganz traurig ist, wenn sein Sohn aus dem Blickfeld verschwindet (zumal der Seitensprung ja unterste soziale Schublade für den Adeligen war - mit einer Henkerin!). Aber wenn schon Henker, dann wenigstens ein guter Henker...

Ein irdisches prominentes Beispiel an dem Du Dich orientieren kannst ist die Hinrichtung Königin Anne Boleyn https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Boleyn . Damal ließ der König extra einen berühmten Henker aus Frankreich heranschaffen.

"Heinrich ließ zur Hinrichtung seiner Ehefrau am 19. Mai 1536 den Henker Jean Rombaud aus Saint-Omer kommen, der für seine Fähigkeiten bei der Enthauptung mit dem Schwert bekannt war." (Wiki)

Zum Geweihten würde ich bei diesen Optionen aber nicht greifen. Da ein Henker diverse andere Aufgaben als Köpfe abschlagen hat, würde ich mich bei passenden Professionen orientieren: Wund- oder Tierarzt (oft wohl ein wichtiger Nebenverdienst!), Schließer, Gardist, Metzger oder anderen einfachen handwerklichen Berufen. https://de.wikipedia.org/wiki/Scharfrichter . Vermutlich nicht völlig ausgeschlossen wäre wohl auch ein Nebenjob als Söldner (Zweihänder), denn schließlich kann man damit sowieso umgehen. Am Ende wird es wohl sowieso auf eine Mischung dieser Talente hinauslaufen. :wink:

Gorilla94
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Richtschwert als Waffe für einen Praiosgeweihten

Ungelesener Beitrag von Gorilla94 »

DnD-Flüchtling hat geschrieben: 26.09.2023 10:08 Ich weiß auch nicht. Es gibt so Sachen, die klingen irgendwie cool (und das ist wohl auch die Absicht, die dahintersteckt), sind aber bei genauerer Betrachtung unpassend. Und hier muss ich auch Klevi Recht geben - ein Praiospriester, der nicht nur Recht spricht, sondern auch richtet, klingt wirklich mehr nach Blakharaz.
Ich fand die Stelle in GoT extrem stark, als ein Adliger den Mann selbst enthauptet, den er nach geltendem Recht zum Tod verurteilt hat. Wie könnte er das Recht vertreten, wenn er sich dann nach dem Urteil die Hände sauber hält? Der Blickwinkel könnte etwas kontrovers innerhalb der einzelnen Kirchenzweige sein, aber dass das es merklich Blakharaz durchklingen lässt, sehe ich da ehrlich gesagt nicht. Kommt natürlich auf den Praiosgeweihten an. Spielt man ihn so, dass er nur alle paar Monate das Richtschwert zieht, wenn man einen Paktierer bekämpft oder jemand versucht ihn als Geweihten zu ermorden, eventuell vorher ein paar Aktionen nur dasteht und Gesetzestexte rezitiert, bis man das Urteil fällt und das Schwert zieht, fände ich es sogar sehr passend.

Objektiv betrachtet waren Richtschwerter als Waffen halt sehr wenig nützlich ohne Spitze und mit schwerem Kopf, um ideal zu enthaupten... kommt halt drauf an, ob einen das stört.

Spreu
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Ungelesener Beitrag von Spreu »

Wiki Aventurica hat geschrieben:Obwohl es zahlreiche Gegenbeispiele gibt, behauptet Wege der Helden Seite 300, dass es Henker in Aventurien nicht gäbe und ihre Aufgaben durch Geweihte und Gardisten übernommen würden.
Dolguruk zB möchte widersprechen

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Alrik Schwarzleser
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Ungelesener Beitrag von Alrik Schwarzleser »

Gorilla94 hat geschrieben: 27.09.2023 16:38
DnD-Flüchtling hat geschrieben: 26.09.2023 10:08 Ich weiß auch nicht. Es gibt so Sachen, die klingen irgendwie cool (und das ist wohl auch die Absicht, die dahintersteckt), sind aber bei genauerer Betrachtung unpassend. Und hier muss ich auch Klevi Recht geben - ein Praiospriester, der nicht nur Recht spricht, sondern auch richtet, klingt wirklich mehr nach Blakharaz.
Ich fand die Stelle in GoT extrem stark, als ein Adliger den Mann selbst enthauptet, den er nach geltendem Recht zum Tod verurteilt hat. Wie könnte er das Recht vertreten, wenn er sich dann nach dem Urteil die Hände sauber hält?
Der Punkt in Richtung Blacky ist mMn weniger, dass er seine Urteile auch eigenhändig vollstreckt - das kann zwar in den einzelnen Kirchenzweigen umstritten sein, aber bringt einen noch nicht in die Nähe zur Gegenseite, solange er als ordentlicher Richter eingesetzt ist - sondern der Anspruch, als Geweihter automatisch das Recht zur Blutgerichtsbarkeit zu haben, unabhängig davon, wer der reguläre, örtlich zuständige Richter ist. Auch Praiosgeweihte dürfen nur dann Recht sprechen, wenn sie vom örtlichen Adligen als Richter berufen wurden oder es sich um ein Kirchengericht handelt, der Fall, dass ein ordentliches Gericht nicht in angemessener Zeit erreichbar ist (und je schwerer der Vorwurf, desto länger die Frist, da das vor einer entsprechend höheren Instanz verhandelt werden muss) ist in Mittelaventurien (und das ist der Bereich, in dem die Praioskirche starken Einfluss auf die weltliche Herrschaft und die Gesetzgebung hat) faktisch nicht gegeben (erst recht nicht für Fälle der Blutgerichtsbarkeit, das ist nämlich ein Privileg der Grafen).
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Alrik Schwarzleser hat geschrieben: 27.09.2023 18:11 Der Punkt in Richtung Blacky ist mMn [...] der Anspruch, als Geweihter automatisch das Recht zur Blutgerichtsbarkeit zu haben, unabhängig davon, wer der reguläre, örtlich zuständige Richter ist. Auch Praiosgeweihte dürfen nur dann Recht sprechen, wenn sie vom örtlichen Adligen als Richter berufen wurden oder es sich um ein Kirchengericht handelt, der Fall, dass ein ordentliches Gericht nicht in angemessener Zeit erreichbar ist (und je schwerer der Vorwurf, desto länger die Frist, da das vor einer entsprechend höheren Instanz verhandelt werden muss) ist in Mittelaventurien (und das ist der Bereich, in dem die Praioskirche starken Einfluss auf die weltliche Herrschaft und die Gesetzgebung hat) faktisch nicht gegeben (erst recht nicht für Fälle der Blutgerichtsbarkeit, das ist nämlich ein Privileg der Grafen).
Das würde ich dann aber tatsächlich als relevanten und interessantenn Rollenspielaspekt sehen. Ich spiele meine Praiosanhänger eventuell falsch (irgendwie hassen gefühlt alle die meinem Eindruck nach immer arroganten Fatzken), aber für mich gehört eine gewisse Demut gegenüber Standeshöheren da automatisch dazu und eine gewisse Milde und Bescheidenheit gegenüber niederen Rängen drängt sich zumindest sehr auf. Jeder sollte immerhin den Platz optimal ausfüllen, den ihm der Herr Praios zugedacht hat. Klar, ein selbstgerechter Schlächter wäre definitiv nicht gefällig. Ein wandernder geweihter Henker, der durch die Welt zieht, das Werk des Herrn Praios zu tun und immer anfrägt, ob die Herrschaften seiner Dienste bedürfen (ist in Abenteuern ja quasi immer der Fall), die Waffe aber allgemein lieber stecken lässt, hätte das Problem in meinen Augen nicht. Hintergrundgeschichte könnte sein, dass sein Dorf komplett plattgemacht worden wäre, wenn ein Adliger sie nicht gerettet hätte. Familie etc. lebt jetzt im Nachbardorf, aber einen Henker hatten die da schon. Aus Dankbarkeit für deren Rettung, will er seinen Beitrag leisten, die Ordnung der Dinge aufrecht zu erhalten und geht seiner Profession jetzt wandernd nach.

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