Die dampfenden Dschungel

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Halbblut
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Die dampfenden Dschungel

Ungelesener Beitrag von Halbblut » 04.10.2020 18:26

Ich finde die RSH schön beschrieben. Leider werden für mich die Stämme was z. B. Haartracht und Kleidung anbelangt weniger beschrieben als in vorherigen Editionen. Auf den Vorstellvideos wurde sogar teilweise erzählt, dass der Kundige an der Haartracht den Angehörigen des Stammes XY erkennt. Der Kundige von DDD in Dsa5 schafft dies jedenfalls nicht mehr. Die Informationen fehlen halt. Das muss der geneigte Leser auf RSH der vorherigen Edition zurückgreifen.

Kurz: Mir ist das Kapitel der Beschreibung der Stämme der Dampfenden Dschungel zusammen mit ihren jeweiligen Eigenarten viel zu knapp.

Daher 3 Sterne.

Hotzenplotz
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Die dampfenden Dschungel

Ungelesener Beitrag von Hotzenplotz » 21.11.2020 13:59

DSA-SpielerInnen kann ich diese Regionalspielhilfe guten Gewissens empfehlen. Bei Nicht-DSA-SpielerInnen kommt es etwas auf den Geschmack an. Wer bodenständige Fantasy in Dschungelgebieten mag, wird unabhängig vom Regelwerk auch hier auf seine Kosten kommen.
Dass es das Kapitel „Rassismus und Kolonialismus im Spiel“ gibt (und eine schöne Ingame-Ablehnung von „Blackfacing“ auf S. 51 im Meisterkasten) ist sehr hilfreich und zwar insofern, als das er gleich zu Beginn des Bandes LeserInnen die Chance gibt, über diese Dinge nachzudenken und anzuregen, das Thema in der Spielgruppe zu besprechen. Idealerweise könnte man diesen Block aber etwas ausbauen und hätte tatsächlich über den Umgang im Spiel mit diesen sensiblen Themen sprechen können. Also konkret: Wie vermeide ich Diskriminierung durch stereotypisierende Darstellungen? Wie spiele ich jemanden mit rassistischen Ansichten, ohne Rassismus am Spieltisch zu reproduzieren?
Meine gesamte Rezension findet ihr hier: https://www.tanelorn.net/index.php/topi ... g134935590

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Der löbliche Pilger
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Die dampfenden Dschungel

Ungelesener Beitrag von Der löbliche Pilger » 23.11.2020 08:55

Danke @Hotzenplotz !

Das ist übrigens die X-te Rezension, die anregt, die Historie der Region in den RSH an den Anfang eines Bandes zu packen. Sehe ich ganz genau so und hoffe, die Redaktion nimmt diese Kritik wahr und an. Selbst für mich als alten Hasen erleichtert dies das Verständnis beim lesen ungemein, für Anfänger halte ich das für noch essentieller.

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chizuranjida
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Die dampfenden Dschungel

Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 26.11.2020 03:13

@Hotzenplotz Danke für die umfassende Rezension.

Eine Frage: Du schreibst, Tapam-Waba sei beschrieben. Wie viel Platz etwa hat diese Stadt, und an was für irdische Kulturen erscheint sie angelehnt? Das ist ja der Königssitz der Miniwatu, wenn ich mich recht erinnere. Ist bei deren Königsfamilie was geändert worden? Sind sie aktiver in der Außenpolitik, zB in Kontakt mit anderen Kolonialmächten als dem Bornland?
Diese historische Setzung ist verbunden mit einer in der Mehrheit deutlichen rassistischen Untermauerung der Sklaverei.
Schade eigentlich, wenn man die Gelegenheit nicht genutzt hat, herauszuarbeiten, dass Al'anfa Sklaverei betreibt wie die Römer: versklavt wird, wer sich leicht versklaven lässt. Völlig unabhängig von der Hautfarbe. Das war schon in der DSA2-SH zu der Gegend so angelegt, wenn auch nicht immer konsequent durchgezogen.
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Skalde
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Die dampfenden Dschungel

Ungelesener Beitrag von Skalde » 26.11.2020 14:08

@chizuranjida Da spielt vermutlich die popkulturelle Prägung der Autoren eine Rolle. Die Autoren der Achtziger waren geprägt von Ben Hur und vergleichbaren Römerfilmen/-büchern, wo die Sklavenkette alle gleich macht. Heute denken viele beim Wort "Sklaverei" eher an Baumwollplantagen im amerikanischen Süden, da sie eher Django Unchained, 12 Years a Slave oder Birth of a Nation (den neuen natürlich) kennen. Ich würde es aber auch begrüßen, wenn die Beschreibung der südaventurischen Sklaverei sich wieder eher am mittelalterlichen/antiken Vorbild orientieren würde.
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Ungelesener Beitrag von Argilac » 28.11.2020 19:00

chizuranjida hat geschrieben:
26.11.2020 03:13
Schade eigentlich, wenn man die Gelegenheit nicht genutzt hat, herauszuarbeiten, dass Al'anfa Sklaverei betreibt wie die Römer: versklavt wird, wer sich leicht versklaven lässt. Völlig unabhängig von der Hautfarbe. Das war schon in der DSA2-SH zu der Gegend so angelegt, wenn auch nicht immer konsequent durchgezogen.
Und ist doch in vielen Abenteuern von Beginn an außer Acht gelassen worden. Nur ein Beispiel: Im allerersten Abenteuer, welches in Al'Anfa spielt, werden die SC als Sklaven auf eine Naftanplantage verkauft, deren Beschreibung doch sehr an US-amerikanische Baumwollplatangen erinnert (abgesehen von der Giftigkeit der Naftanstauden).

Perceval
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Die dampfenden Dschungel

Ungelesener Beitrag von Perceval » 28.11.2020 20:56

Das Eine schließt das Andere jetzt nicht aus. Versklavt wurde, wer versklavt werden konnte. Die Herkunft spielte da keine große Rolle. Dass man dann auf einer Plantage im Südstaaten-Stil landete, ist ein anderes Thema.

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chizuranjida
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 29.11.2020 02:35

Argilac hat geschrieben:
28.11.2020 19:00
Und ist doch in vielen Abenteuern von Beginn an außer Acht gelassen worden.
Ja, das sehe ich auch so. In einem Abenteuer, ich glaube "Der Ring des Seelenlosen"? beklagt sich ein vom Aussehen her mohischer NPC aus Al'anfa, dass er durch Rassismus benachtteiligt werde.

Dann sind da die Figuren Blumbo und Pata-Pata in der Comedia Kuslikana, die schon klar rassistisch sind. (Meine ich.)

Auch wird in vielen Spielhilfen, wenn es gewissermaßen heißt "Wie sieht der Niedergoblinheimer die Waldmenschen?", davon ausgegangen, dass es um die Dschungelstämme geht. Auch wenn der durchschnittliche Niedergoblinheimer einen bronzehäutigen Menschen vielleicht eher als hotalemitischen Praiospilger oder alanfanischen Seidenhändler einstufen würde.
Nur ein Beispiel: Im allerersten Abenteuer, welches in Al'Anfa spielt, werden die SC als Sklaven auf eine Naftanplantage verkauft, deren Beschreibung doch sehr an US-amerikanische Baumwollplatangen erinnert (abgesehen von der Giftigkeit der Naftanstauden).
Aber gerade das sehe ich als Beleg, dass es auch anders geht. Die Helden hier sind ja aller Wahrscheinlichkeit nach weiße Mittelreicher. Sie werden aber versklavt. Ergo: Al'anfaner versklaven, wen sie kriegen können.

Umgekehrt hat Al'anfa schon lange einen vermutlich schwarzen Polizeipräsidenten, nämlich Oboto Florios, aus der utulu-stämmigen Grandenfamilie - die leider in DSA 2-4 mW keine Portraits abbekommen hat.

Seit der Meridiana-SH von DSA4 hat übrigens Brabak ausdrücklich einen ausgeprägten Rassismus. Dort gilt Dunkelhäutig=Unterschicht und weiß=fein. Die Novadis haben sowieso auch schon lange weiß=schön und dunkler=hässlich. Das scheint kein Problem zu sein.

Dass man sich immer noch so auf Al'Anfa einschießt, und dort einen Rassismus aufbauscht, der gar nicht da sein müsste, finde ich befremdlich.
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Skalde
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Ungelesener Beitrag von Skalde » 29.11.2020 14:56

chizuranjida hat geschrieben:
26.11.2020 14:08
. Dort gilt Dunkelhäutig=Unterschicht und weiß=fein. Die Novadis haben sowieso auch schon lange weiß=schön und dunkler=hässlich
Das ist im irdischen Arabien aber auch heute noch so. Da gibt es in den Supermärkten Bleichcreme, mit der man einen helleren Teint erreichen soll. Auch hier in Europa hat sich der Adel ja das Gesicht gepudert, um sich vom sonnengebräunten Pöbel auf den Äckern abzuheben. Erst seit hierzulande drinnen gearbeitet wird und dementsprechend Urlaub in der Sonne als Zeichen von Wohlstand und Lebensqualität gilt, ist braun sexy und blass verpönt. Gerade in einer südländischen Gesellschaft, in der nur die Reichen es sich leisten können, den Tag mit gekühlten Getränken im Schatten zu verbringen, während das einfache Volk auf Feldern und am Hafen arbeitet, ist es absolut logisch, dass helle Haut als attraktiver gelten soll.
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Lafayette
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Ungelesener Beitrag von Lafayette » 29.11.2020 15:02

chizuranjida hat geschrieben:
29.11.2020 02:35
Seit der Meridiana-SH von DSA4 hat übrigens Brabak ausdrücklich einen ausgeprägten Rassismus.
Hast Du da ein Zitat zu? Ich hab auf die schnelle nur das gefunden
IdDM 88 hat geschrieben:Trotz der früheren Versklavung der Waldmenschen ergab sich bei den Brabakern rasch eine Vermischung der Rassen: Etwa zwei Drittel der Bevölkerung hat mehr oder weniger dunklen Teint und dunkle Haare. Macht, Einfluss und vor allem Reichtum liegen jedoch mit wenigen Ausnahmen bei den ‘weißen’ Familien, während viele ‘Farbige’ mit niederen Arbeiten als Bedienstete oder Tagelöhner vorlieb nehmen müssen. Nach der Abschaffung der Sklaverei 909 BF waren die Plantagenarbeiter zwar frei – jedoch bedeutete das, frei in Armut und ohne Zukunft zu leben. Andererseits entstammen viele der ‘typischen Brabaker Traditionen’ eindeutig waldmenschlichen Kulturen.
Da steht nicht, dass Waldmenschen und Co. schlechter behandelt werden.
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