19. Türchen - Die Ballade von Siebenstreich

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Fenia_Winterkalt
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19. Türchen - Die Ballade von Siebenstreich

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 19.12.2019 12:00

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19.Türchen

Die Ballade von Siebenstreich

Es kommt so alle tausend Jahr
'ne Zeit der Helden, das ist wahr.
doch wie sie aussieht, was geschieht,
gar niemand jemals vorher sieht.

So war es immer, wird es sein,
finden es manche auch gemein,
doch wusste man im Anfang doch
welch Held, welch Tier, welch Ungemoch
die nächsten tausend Jahre dann
im Stillen vorbereiten kann?

Vom ersten will ich nun erzählen,
der uns bekannt, und niemand quälen.
Ein Schwert schufen zu Anbeginn,
der Praios und auch Ingerimm,
das sie 'nem Einhändigen gaben,
und Geron, das war da sein Name.

Sie sprachen, als sie es ihm reichten,
"Dies ist ein Schwert ohn' Seinesgleichen.
Siebenstreich werd' es genannt,
und Du, führ' es mit Deiner Hand!
Es mag die schlimmsten Monster töten,
und Menschen retten aus den Nöten.

Bedenk' jedoch, nach höchstens sieben
wohlgezielten, starken Hieben,
muss Dein Ziel vor Boron steh'n
ansonsten wird es dann geschehn
dass es den Gegner nie mehr treffe
und dieser sich dann an Dir räche!"

Geron fand das sehr famos,
bedankte sich, marschierte los.
Und nach nicht langer Sucherei
da kam am Sikram er vorbei.

Den Menschen, die an diesem Fluss,
lebten, machte groß Verdruss
eine Riesenwürgeschlange,
doch Geron fackelte nicht lange
und macht' sich auf die Such' nach ihr,
und bald schon fand er dieses Tier.

'Ne Schlange, sicher 50 Schritt
und länger, beköstigt' sich mit
dem, was die Bauern produzierten
als seien's seine eig'nen Hirten.

Geron sah das Vieh' und sprach:
"Du machst zu vielen Ungemach"
Und mit nem einz'gen, scharfen Schnitt,
er Freiheit für das Volk erstritt.

An andrem Ort, so steht zu lesen,
war eine Kreatur, ein Wesen,
das fast ein Sohn Ogeron's war,
Doch machte schon ein Blick ganz klar:
Da hatt' jemand herumgespielt,
der sich als 'was besond'res fühlt.

Der hatte diesem Kerl zuletzt
'nen zweiten Kopf noch aufgesetzt.
Der sah' aus wie ein Rattenkopf,
doch größer als ein Blumentopf.

Zweiköpfig war das Wesen da,
und damit war denn auch wohl klar,
dass er zweimal schlagen musst'
bis die Chimär hat ausgehust'.

Dann nahm er sich drei Schwestern an
denen Hesind' nicht zugetan,
obwohl sie Schlangenleiber hatten
Schlangengemüt und Schlangenschatten.
Die drei führten ein Schreckensreich
und Geron führte Siebenstreich.

Da jed' mit einem war dabei,
benötigt' er der Schläge drei.
Dann zog's ihn zum Loch Harodrol,
dort war das Volk recht voller Groll
auf Harodia, das Viech,
wegen ihm war das Land gar siech.

Die Bestie Harodia
den Geron von Weitem kommen sah.
Und als sie Siebenstreich erblickt,
da ist sie sofort ausgerückt.

Sie floh bis hin zum Harotrud,
bis Geron, immer frohgemut,
von ihr gezogen recht viel Blut.

Mit einem Schlag, den er geführt,
hatte den Schwanz er amputiert,
der zweite traf ein Hinterbein,
ein Schlag ins and're fuhr hinein
und als die Bestie dort lag
und nicht mehr floh, denn ohne Frag'
läuft auch die beste Bestie nicht
wenn's ihr am Hinterbein gebricht,
da hatt' er mit dem vierten Streich
die Bestie verwandelt in 'ne Leich'.

"So langsam wird's 'ne rechte Müh'"
sprach Geron, "wenn mir alles flüht".
Doch zog es ihn an den Chabab,
dort sucht' das Land er auf und ab,
denn Kunde hatt' man ihm gesungen,
sodass sie in sein Ohr gedrungen
von einem gar erschröcklich Wurm,
der überlebt gar machen Sturm
von einfachen, normalen Helden,
die sich hernach bei Boron meldten.

Der Wurm, als Geron er nun sah
und auch das Schwert, sagte "Aha!
Was willst Du mit dem Schaschlikspieß?"
und seinen Feueratem blies
er Geron gradweg ins Gesicht
doch den, denn kümmerte das nicht.

Mit einem Hieb schnitt er dann ab
den Feuerstrahl, und auf und ab
musst' allsobald der Geron springen,
damit der Wurm vor allen Dingen
mit seiner linken Vorderklaue
ihm nicht noch eine Wunde haue.

Drum schlug er zu, und schnipp und schnapp
hieb er die Vorderklaue ab.
Der Schwanz hatt' sich dann aufgestellt
um den Geron aus dieser Welt
in eine and're zu bewegen,
doch durft' Golgari weiter schweben,
denn mit dem nächsten, kräft'gen Hieb
der Schwanz auch auf der Strecke blieb.

Dann woll't der Wurm den Geron beißen,
doch tat das Schwert er herumreißen
und als der Wurm die Zähne schloss
das Blut aus seinem Maule schoss,
denn Siebenstreich hatt' ihm die Lippen
ganz schnell und sauber abgeschnitten.

Su kam es, wie es kommen musst´'
und auch mit dem Wurm war Schluss.
Als auch die Tat ward' bekannt,
da ging ein Schrei durchs ganze Land,
dass alle Monster wollten flüchten
eh' Geron auch sie konnte richten.

Nur einer fühlt' sich unangreifbar
so schickt' ne Nachricht er dem Streiter
"Komm' her, wenn Du Dich nur traust.
Damit's Dich aus den Socken haut."

Als Geron diese Nachricht sah
da war er schon dem Schrecken nah:
Vom Sender wusste er nicht wenig -
es war - der Basiliskenkönig
es gab ein hartes Schwertgefecht,
und auch der König kämpft' nicht schlecht.

Die ganzen, Der'schen Menschenreiche,
hörten drei, vier, fünf, sechs Streiche,
doch dann trat plötzlich Ruhe ein
und Geron, verletzt am linken Bein
rief: "Leute, es ist mir gelungen,
auch diesen Feind hab' ich bezwungen!"
's war am Phecadi jenerzeit,
da machte sich ein Drache breit,
der war so groß und stark und prächtig,
der Name "ewig" passt' ihm prächtig.

Doch Geron blieb ganz unverzagt
hat zum Phecadi sich gewagt
der Drach' hat ihn durch's Land getrieben
doch nach den Hieben - diesmal sieben -
der Fehl' im Namen zeigte sich -
der Drach' war gar nicht ewiglich!
Und so verschied auch dieses Tier
darum ist's auch jetzt nicht hier.

Doch gab es noch ein Ungeheuer,
das verkauft sein Fell gar teuer
"das letzte Untier" ward's genannt
war nah und fern und auch bekannt.
Man weiß nicht, ob's der Molcho war
das ist noch heute keinem klar.

Doch hatt' auch nach dem siebten Streich
das Ungeheuer er nicht weich.
Und so geschah's zur Zeitenwende,
des Geron's Leben nahm ein Ende.

Das Schwert jedoch, das Siebenstreich,
von Held zu Held ward duchgereicht
bis ganz am End' sich niemand fand
das Schwert zu nehmen in die Hand.

Eingeschmolzen ward die Klinge
damit sie niemand Unglück bringe
und kein Bösewicht sie stehle
dass sie auf Seit' des Bösen zähle.

Doch heisst's, dass eine Zeit soll kommen,
die Reste beieinandgenommen,
dass Siebenstreich wiederersteht
auf dass das Böse untergeht.

Die Zwölfe wollen wir drum bitten,
dass nicht gerad in uns'rer Mitten
da zweimal tausend Jahr' vergangen
die Zeit sollt' haben angefangen.

Nein, mögen viele Jahre kommen,
in denen, auch zu uns'rem Frommen,
der Friede unumstößlich bleibe
zu aller Menschen Lust und Freude.


Türchen von: @Roach

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Lifthrasil
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19. Türchen

Ungelesener Beitrag von Lifthrasil » 19.12.2019 14:36

Hey, @Roach, du machst ja meinem Epos Konkurrenz! :-) Sehr schön!

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19. Türchen

Ungelesener Beitrag von Thorgrimm_Faenwulfson » 19.12.2019 20:36

Mit einem Wort: Wow!! Woher ihr Dichter nur immer die Muße für so etwas nehmt. Respekt!! :6F:
Das wohl, bei Swafnir!

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Farmelon
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19. Türchen

Ungelesener Beitrag von Farmelon » 19.12.2019 20:48

Klasse, ich musste allerdings siebenmal anfangen zu lesen. So oft musste ich unterbrechen und neu beginnen, weil ich wegen dem Lachen den Anschluss verloren hatte. :6F:

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