Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

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Cherrie
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Re: Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ungelesener Beitrag von Cherrie » 09.07.2016 10:01

Frater Tiberius hat geschrieben:...aber wenn wir die Ini gewonnen hätten dann hätten wir wenigstens noch die Gelegenheit gehabt um Gnade zu winseln".
<-- ROFL! Genial, muss ich mir merken :)

Benutzer 20855 gelöscht
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Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ungelesener Beitrag von Benutzer 20855 gelöscht » 03.01.2019 22:38

Firnblut hat geschrieben:
05.07.2016 19:44
Wenn mein Charakter die Amulette haben will und eine realistische Chance sieht, die auch zu bekommen, dann würde er es auch versuchen.

Das Schwert ziehen und angreifen, obwohl dem Charakter klar ist, dass das quasi Selbstmord ist... Wenn wir nicht gerade von Mut 20, Klugheit 6 und Impulsiv reden, dann ist das für mich kein Charakterspiel. Der Charakter würde zumindest auf einen günstigen Moment warten.
Gleiches gilt auch für den Diebstahl: Wenn es aussichtslos ist, dem Charakter das bewusst ist, es nicht zwingend wenn dann sofort geschehen muss - warum sollte man sich dann in den Tod stürzen?

Also wie gesagt: Wenn da nicht noch andere Faktoren, als die benannten eine Rolle spielen (hohe Goldgier+vergeigte Probe z.B.), dann gibt es für mich keinen Grund hier "Charakterspiel" zu betreiben (in Anführungszeichen, weil ein Spiel, bei welchem der natürliche Selbsterhaltungstrieb des Charakters ausgeblendet wird, kein stimmiges Spiel ist).
Warum sollte ein fanatischer Geweiter des Praios nicht in den Tod gehen?

Der Einzug in Praios Paradies wäre ihm sicher. Gute Aussichten! Stell die vor Praios greift mit einem großen Wunder ein? Er sieht doch, dass sein Diener weder Tod noch namenlosen fürchtet..

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vanDyck
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Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ungelesener Beitrag von vanDyck » 05.01.2019 13:26

Fanatiker sind Fanatiker da hilft eh meist wenig...^^

Geweihte sind aufwendig (lang und teuer) ausgebildete Spezialisten. Die wachsen nicht auf Bäumen und ihnen sollte bewußt sein das sie für ihre Kirche entsprechend wertvoll sind.

Ich will jetzt nicht sagen opfert euch nicht für eure Ideale/Kirche/Glauben/Gott, aber es sollte wenn dann auch etwas (entscheidendes) verändern und nicht in ein sinnloses wegwerfen des eigenen Leben bei erst bester Gelegenheit hinauslaufen.

Andwari
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Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ungelesener Beitrag von Andwari » 05.01.2019 13:48

@Nico211
Zieht ein Geweihter, der sich für eine gute Sache opfert und damit derisch viel weniger bewirkt als in seinen Möglichkeiten stand, wirklich ins Paradies ein? Die kirchlich gelehrte Antwort in meiner Welt wäre "nein" oder wenigstens innerkirchlich sehr umstritten. Sonst erzeugt man nämlich eine sehr kurzlebige Sekte von Todessehnsüchtigen.

Große Wunder kann man als Sterblicher nicht erzwingen und selbst in passenden Situationen sollten die eher selten auftreten.

Beispiel Thalionmel:
Die hat alles menschenmögliche getan, sich die beste Stelle (Brücke) rausgesucht, es gab kaum sinnvolle Alternativen, selbst wenn sie stirbt hat sie den ganzen Bewohnern Neethas einen merklichen Vorsprung verschafft. Das Wunder kommt erst hinterher - sie ist nicht mit der Idee angetreten, dass sie ein Wunder retten würde.

Was die vor 2½ Jahren beschriebene Spielsituation angeht:
- ein Angriff auf den Bösewicht wäre hier störende Selbstmordaktion, kaum ein Mitspieler wird deswegen gerne den Spielabend in Generierungs-Session umbenennen. Den Bösewicht-Auftritt kann man als SL aber noch besser darstellen - einfach noch zwei Schergen mit Armbrust an der Tür platzieren o.ä.
- auf Verweigerungshaltung eines Paladins müsste der Schurke (d.h. auch der SL) vorbereitet sein - dann droht man halt, ein paar Unschuldige zu massakrieren, wenn der Lichtling nicht mitzieht usw.
- die Diebstahls-Aktion ist dreist, verpflichtet den Bösewicht aber nicht gleich dazu, den (wenn erfolglosen) Dieb umzubringen. Gerade wenn betont wird, dass man mit 3 Amuletten die Weltherrschaft an sich reißen kann und die Helden das dritte besorgen sollen, ist es gar nicht so dumm, das dritte Amulett zu beschaffen (wg. Druckmitteln des Schurken) und rechtzeitig vorher eines der anderen zu entwenden - nix Weltherrschaft, weil noch hat er nicht alle beisammen. Das erleichtert hier dem Lichtling, bei der Suche nach dem dritten Amulett mitzumachen, weil damit eben nicht die Weltherrschaft des Bösewichts gefördert wird, sondern der nur hingehalten wird.

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Madalena
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Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ungelesener Beitrag von Madalena » 05.01.2019 17:37

Ich verzichte mal bewusst darauf, andere Beiträge zu lesen, da du "unverfälschte" Meinungen möchtest.

Charakterplay wäre in meinen Augen, dass der Ronni erkennt dass er seiner Verantwortung besser gerecht wird, wenn er die Begegnung überlebt um später etwas gegen den Bösen zu unternehmen.

Und der Schurke erkennt, dass ihm der Diebstahl nichts bringen würde.

Anders ausgedrückt: Für mich ist das weniger eine Frage von Charakterspiel, als eine davon wie dumm die Charaktere sich anstellen wollen.

Benutzer 20855 gelöscht
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Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ungelesener Beitrag von Benutzer 20855 gelöscht » 05.05.2019 00:46

Im Spiel muss man natürlich aufpassen, dass der Geweihte nicht bei jeder Gelegenheit sein Leben in die Waagschale wirft.

Aber wäre Aventurien ein echter Ort und Rondra eine echte Göttin, dann wäre mir als Geweihter jeder Rückzug unmöglich und klar denke ich, ich attackiere das Böse direkt frontal, Rondra lebt, wovor Angst haben?

Das funktioniert auch in einer Gruppe mit Zusammenhalt. Wo der clever Zwerg/Elf/Magier den Geweihten beruhigt und klar macht, hey, es geht auch klüger oder Sachen wie, heute ziehen wir uns zurück damit wir morgen gewinnen.
Dinge die ein 35 jähriger Geweihter längst weiß, die sind einem völlig idealistischen 19 jährigen der vermeindlic „mit dem Auftrag der Göttin“ unterwegs ist, vielleicht eingeschärft werden müssen.

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Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ungelesener Beitrag von Eadee » 05.05.2019 09:43

Nico211 hat geschrieben:
05.05.2019 00:46
und klar denke ich, ich attackiere das Böse direkt frontal, Rondra lebt, wovor Angst haben?
Nunja, Kriegskunst ist in der Rondra-Kirche kein gemiedenes Talent. GERADE ein Rondra-Geweihter sollte erkennen können wenn eine Situation nicht mit Frontalangriff lösbar ist.

Andererseits kann er in der beschriebenen Situation auch ein heiliges Duell ausrufen (wenn er die Lithurgie beherrscht) und so den mutmaßlich eher mäßig kämpferischen Magierschurken zu einem ehrenhaften Duell zwingen.
Gewinnt der Rondra-Geweihte ist das Problem gelöst. Gewinnt der Schurke dann ist es anscheinend noch nicht die Zeit ihn zu stürzen (vielleicht brauchen die Götter ja die Amulette für ihre eigenen Zwecke und der böse Wicht ist die beste Chance die sie haben diese Amulette zu finden?).

Der Streuner sollte dagegen auch wie ein Schurke denken können. Welche Beweise haben sie dafür dass die beiden Amulette am Gürtel des bösen Wichts überhaupt Macht in sich tragen? So wie das kling ist vermutlich der böse Wicht ihre einzige Informationsquelle zu diesen Artefakten und die Dinger an seinem Gürtel könnten auch Attrappen sein, um die Helden zu provozieren dass sie, falls sie gegen ihn aufbegehren, diese Amulette stehlen. Verlieren tut er durch so einen Diebstahl nichts aber er weiß dann dass er sich vor den Helden in Acht nehmen muss weil sie nicht mehr für ihn arbeiten sobald sie die Dinger klauen.

Also sollte der Streuner sich erstmal vergewissern ob diese Amulette echt sind bevor er so einen Diebstahl riskiert.
Um euch einen Zungenbrecher zu ersparen: Der Nick Eadee wird [iˈdeː] ausgesprochen, also ganz profan wie eine Idee.

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Charakterspiel vs. Schwachsinnsaktion

Ungelesener Beitrag von Thargunitoth » 06.05.2019 09:54

Nico211 hat geschrieben:
05.05.2019 00:46
Im Spiel muss man natürlich aufpassen, dass der Geweihte nicht bei jeder Gelegenheit sein Leben in die Waagschale wirft.
Wer muss aufpassen?
Der SL, der Spieler oder die restliche Heldengruppe?

Also dem SL sollte es in diesem Kontext egal sein. Eine passende Erläuterung des SL sollte reichen, damit dem Spieler verständlich ist:"Dein SC ist sehr wahrscheinlich tot, wenn er das macht."

Damit hat der SL seinen Teil beigetragen.

Die Gruppe kann den Ronnie in den Tod rennen lassen, sie sollte nur selber entweder abhauen oder eine gute Erklärung haben.

Ich denke, dass Spieler für ihre SCs selber verantwortlich sind und es dann auch ihre Sache ist, wenn sie ihren Ronnie in den Tod rennen lassen wollen. Ronnies haben keinen Extraüberlebensanspruch was todesmutige Aktionen angeht. Und Diebe auch nicht.

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Ungelesener Beitrag von Benutzer 20855 gelöscht » 06.05.2019 16:50

Thargunitoth hat geschrieben:
06.05.2019 09:54
Nico211 hat geschrieben:
05.05.2019 00:46
Im Spiel muss man natürlich aufpassen, dass der Geweihte nicht bei jeder Gelegenheit sein Leben in die Waagschale wirft.

...Die Gruppe kann den Ronnie in den Tod rennen lassen, sie sollte nur selber entweder abhauen oder eine gute Erklärung haben.

Ich denke, dass Spieler für ihre SCs selber verantwortlich sind und es dann auch ihre Sache ist, wenn sie ihren Ronnie in den Tod rennen lassen wollen. Ronnies haben keinen Extraüberlebensanspruch was todesmutige Aktionen angeht. Und Diebe auch nicht.
Bei einer Gruppe gehe ich davon aus, dass man irgendwann auch befreundet ist und selbst, wenn man einen fremden sieht, der grad sein Leben wegwirft um „das böse aufzuhalten“, würde ich schon mal versuchen den zu beruhigen. Der meint es ja gut, aber rennt in sein Unglück.

Naja, im Grunde meinte ich, der Spieler des Charakters, der muss ja ein Gleichgewicht finden..

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