Freispruch oder Höchststrafe

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Cifer
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Freispruch oder Höchststrafe

Ungelesener Beitrag von Cifer » 15.01.2018 16:09

Andwari hat geschrieben:
15.01.2018 15:54
Warum einen Gegner, der nicht geröstet werden soll, vorher als geächtet erklären (= ganz starke Markierung, dass der weg kann)?
Geraten: Weil das Ideal "Verwerflicher Feind, der beseitigt werden soll" auf die Realität "Verwerflicher Feind in befestigter Stellung" getroffen ist und keiner Bock hat, die zu stürmen, wenn man vielleicht mit ein paar Worten die eigenen Leute schonen kann. Dass man nicht erstmal versucht, sich gütlich zu einigen (und sei es mit "Übergebt uns die Festung und lasst euch gefangennehmen, damit euren Leuten weiteres Leid erspart bleibt"), scheint mir eher die Ausnahme.
Ich sehe da wirklich keine Unstimmigkeit.
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Firnblut
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Freispruch oder Höchststrafe

Ungelesener Beitrag von Firnblut » 15.01.2018 19:01

Die Acht ist ja auch klare Distanzierung von diesem Fürsten und deutliches Signal an die anderen, dass er wirklich über die Strenge geschlagen hat. Außerdem bringt ihn die Acht in Zugzwang und führt idealer Weise zur Versöhnung mit dem Reich, wonach man den Fürsten und seine Machtbasis dann wieder für die eigenen Zwecke einsetzen kann.

Die Acht ist nicht "kann weg", sondern "du hast dich gerade richtig reingeritten und solltest zusehen, gefälligst angekrochen zu kommen", wobei man sich wünscht, dass er auch wieder angekrochen kommt, nicht, dass er auf dem Weg entsorgt wird.
Konkurrenten könnten sich das natürlich zu nutze machen und ihn beim kriechen stören...

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Cifer
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Freispruch oder Höchststrafe

Ungelesener Beitrag von Cifer » 15.01.2018 19:32

Und dazu gibt es noch seinen eigenen Untertanen einen Ausweg aus ihren Treueschwüren.
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Andwari
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Freispruch oder Höchststrafe

Ungelesener Beitrag von Andwari » 16.01.2018 12:22

Wie das genau in der Gruppe dargestellt wurde, wissen wir nicht. Alles Nachfolgende dürfte nicht jedem Spieler automatisch bekannt sein, weil auch einfach Randbedingungen fehlen.

Die Darstellung in WdH (S.31) ist so, dass Ächtung halt nicht nur eine nachdrückliche Gerichtsladung ist, sondern betont, dass der Geächtete eben rechtlos ist, Status und Titel verwirkt hat und als Vogelfreier erschlagen werden soll. Nur weiter unten wird (nur für die Reichsacht) noch mal auf Unterschiede einer zeitlich befristeten, durch Erscheinen vor dem Gericht ablösbaren ersten Ächtung und dem später eintretenden Zustand eingegangen.

Ein irdischer Geächteter musste zu einem späteren Gerichtstermin erscheinen, das ist "Jahr und Tag" - und damit die Ächtung erst mal eine Strafe, die zuallererst darauf abzielt, dass man den wichtigen Prozess weiterbringt. Wenn man das in einen entsprechendne Kontext setzt, in dem halt z.B. Personen die zu einem Gericht reisen (hier: der Geächtete) besonderen Schutz geniessen und man je nach Zeit auch keine Burg belagern darf (auch die des Geächteten), ohne einen gerade bestehenden königlichen Landfrieden zu brechen, gab es irdisch also relativ gefahrlose Auswege aus diesem Zustand.
<=> DSA beschreibt aber nur die ziemlich heftige, fortgeschrittene Eskalationsstufe, in der eben schon sämtliche Vasallen von ihrem Eid entbunden sind, die Besitztümer bis zu einer Klärung der Krone verfallen usw.

Erschwerend kommt hinzu, dass hier das Reichsheer vor der Burg des Geächteten aufzieht, um was zu tun? Natürlich den kaiserlichen Willen durchsetzen, den Missetäter Geismar da rauszuholen.

Also:
Dieser Geächtete kann weg und soll weg - genau um das durchzusetzen ist man mit Trommeln und Säbelgerassel angetreten. Dass der Marschall mit der Burgbesatzung verhandeln lässt, steht dem nicht entgegen - da ist sicher noch irgendwo in der Burg ein Unschuldiger, den man traviagefällig in dem was folgt schonen will. Man kann schon noch mal sagen, dass da ein Geächteter in den Mauern ist, der auf kaiserlichen Befehl hier und jetzt ausgeliefert werden muss, weil sonst die Burgmannschaft als ebenso rechtlos behandelt wird. Eigentlich klar, aber man ist ja freundlich.

Aber:
Die Verhandlungen scheitern in dem Moment, wo der Geächtete (der für seine Person eigentlich nichts zu verhandeln hat und formal kein Verhandlungspartner sein kann, weil geächtet) quasi den Verhandlungsführer einer Gegenseite (gegen das Reichsheer) mimt und von den Zinnen herab den Parlamentär verspottet.

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Freispruch oder Höchststrafe

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 16.01.2018 18:33

Wir reden hier vom selben Setting in dem man auch noch Dämonen, Untoten, Monster, Paktiern usw. Ehre zugesteht, dass man mit ihnen ehrenhaft kämpfen kann?

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