R099: Macht

Hier können Romane bewertet und rezensiert werden.
Antworten

Wie gefällt dir der Roman 099: Macht?

sehr gut (5 Sterne)
60
70%
gut (4 Sterne)
15
17%
zufriedenstellend (3 Sterne)
5
6%
geht grad so (2 Sterne)
4
5%
schlecht (1 Stern)
2
2%
 
Abstimmungen insgesamt: 86

Benutzer/innen-Avatar
Olvir Albruch
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 19493
Registriert: 05.06.2005 11:23
Wohnort: Hannover/Wien
Kontaktdaten:

Auszeichnungen

R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Olvir Albruch » 01.04.2010 10:08

Dieser Thread dient zur Diskussion der Inhalte des im Februar 2008 erschienenen Romans und ersten Teils der Answin-Biographie Macht von Michelle Schwefel.

Bild

Macht
Vielleicht hast du Erfahrungen mit diesem Roman gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Fragen oder Meinungen zum Buch. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread den Roman auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Leser zu bieten.

Bitte nur dann abstimmen, wenn du den Roman kennst!

Wie gefällt dir der Roman 099: Macht?
  • sehr gut (5 Sterne)
  • gut (4 Sterne)
  • zufriedenstellend (3 Sterne)
  • geht grad so (2 Sterne)
  • schlecht (1 Stern)
Zuletzt geändert von StipenTreublatt am 14.04.2013 14:26, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Bildlink korrigiert

Benutzer/innen-Avatar
Veldran
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 102
Registriert: 28.11.2006 21:39
Wohnort: Landau/Pfalz

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Veldran » 01.04.2010 10:42

Sehr gut. Für mich der beste DSA-Roman den ich gelesen habe (was allerdings auch höchstens ein Dutzend sind).

Senebles
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 279
Registriert: 26.08.2003 22:18
Kontaktdaten:

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Senebles » 04.04.2010 11:56

Ein gutes Buch, mit einer facettenreichen Darstellung der komplexen Reto-Answin-Geschichte. Answins Ausschluss aus der darpatischen Erbfolge, sein Verhältnis zu Hal's Geheimnis, Praiodane von Falkenstein, und vieles mehr sind drin, klug verknüpft.

Einige Beobachtungen meinerseits:
- Wir lernen einen anderen Reto kennen, als nur den großen Eroberer. Die Zwiespältigkeit seiner Entscheidungen wird gut herausgearbeitet, seine Stärken und Schwächen kommen zum Zuge und die Probleme der Hal-Zeit sind oft bereits in Retos Entscheidungen angelegt.
- Wir lernen einen anderen Answin kennen - weder einen genialen Staatsmann, noch einen Machtbesessenen. Answin ist eigentlich vor allem ein kritischer, aber absolut loyaler Untertan Kaiser Retos. Answin fügt sich allen Entscheidungen seines Kaisers. Er ist auch kein Machtplaner, er ist mehr der Mann der Stunde, der wenn es darauf an kommt, einen klugen Plan parat und und tatkräftig umsetzt.

Über weite Strecken ist Answin ein sehr passiver Hauptcharakter. Bis Answin Reichskanzler ist, hat man das Gefühl, dass er mehr Objekt als Subjekt der zu erzählenden Geschichte ist.
Für meinen Geschmack nimmt das Buch zu viele Perspektiven ein. Einige Perspektivwechsel sind völlig überraschend und verwirrend.

Entgegen der meines Wissens nach bisher einmütigen Festlegung des Jahres 1 v. Hal als Hochzeitsjahr von Sybia mit dem aranischen Prinzen Muzaraban ist Sybia im Roman bereits 6 v. Hal Fürstin, obwohl sie im offiziellen Aventurien zu diesem Zeitpunkt nur eine Zorganer Kaufmannstochter ist (angesichts der Detailfülle, hinsichtlich der der Roman konsistent sein muss, ist das aber unbedeutend).

Vier Punkte

Benutzer/innen-Avatar
Der Wanderer
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 2687
Registriert: 25.12.2003 18:46
Wohnort: Bonn
Geschlecht:
Kontaktdaten:

Errungenschaften

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Der Wanderer » 05.04.2010 22:11

Senebles hat schon vieles gesagt, dem ich zustimme.

Erzählerisch finde ich den Roman gut, aber nicht herausragend. Das ist allerdings auch mein einziger Kritikpunkt, der zudem bei einem biographischen Roman wie diesen nicht allzu wiegt - die Frage ist, ob man es wesentlich eindrucksvoller, wortgewaltiger, bildreicher hätte erzählen können. Mir gefällt die Charakterisierung Answins und auch Retos, Hals, Galottas und Nemrods, da sie keineswegs simpel und schwarzweiß daherkommt, sondern glaubwürdige und menschliche Personen erschafft. Von der mühsamen Mammutaufgabe, aus den vielen, teils widersprüchlichen Quellen solch ein konsistentes Bild der Reto- und Hal-Zeit zusammenzusetzen.

Höchstbewertung.

Benutzer/innen-Avatar
Robak
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 12092
Registriert: 28.08.2003 14:10
Wohnort: Hessen
Kontaktdaten:

Errungenschaften

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Robak » 13.04.2010 16:40

Einen der besten Romane die ich je gelesen habe. Sicher kein klassisches Fantasy Werk sondern eher eine Biographie über eine fiktive Persönlichkeit. Das Handelt der Personen ist glaubwürdig. Ihre Charakterisierung nachvollziehbar. Klassische Gut-Böse Klischees werden gekonnt vermieden. Die aventurische Politik erscheint sehr nachvollziehbar. Hier erkennt man, dass die Autorin sich mit politischen Fragestellungen und politischem Denken um Welten besser auskennt als es Otto-Normal Verbraucher oder der klassische Fantasy-Schreiber normalerweise tut.

Als Biographie über eine historische Persönlichkeit Aventuriens bekommt der Band die volle Punktzahl.

Ich habe großen Respekt davon wie es die Autorin geschafft hat diverse uralte Setzungen der DSA-Frühzeit, die getroffen worden als die heutigen Ansprüche an aventurische Stimmigkeit noch weit geringer waren, in einem Licht zu zeichnen, dass sie plausibel und Nachvollziehbar erscheinen.

Der Nutzen des Romans als Spielhilfe ist fast noch größer. Wer die Spielhilfe "Die Kaiser Hal Zeit" schmerzlich vermisst sollte mal ein Blick auf diese Romanreihe werfen.

Gruß Robak

Benutzer/innen-Avatar
Eduardo Capense
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 67
Registriert: 15.09.2009 23:24
Wohnort: Lümborg

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Eduardo Capense » 14.09.2010 13:11

Schlicht und ergreifend: ein wundervoller Roman. Tief kann man in menschliche Abgründe hinabschauen, kann Antriebe nachvollziehen und Entscheidungen, sowie Wendungen besser verstehen. Besonders gut gefällt mir (das von einigen auch schon angesprochene) Vermischen zwischen Weiss und Schwarz zu einem wabernden Grau der Gewissenswelt. Absolut empfehlenswert!
Buchstaben für den Buchstabengott - und Satzzeichen für seinen Thron!

Benutzer/innen-Avatar
Wurm
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 954
Registriert: 27.08.2003 10:28
Wohnort: München

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Wurm » 25.10.2010 10:52

Toller Roman. Wie meistens jedoch eher etwas für Kenner von DSA. Das ist natürlich gewollt so und in diesem Kontext 5 Punkte wert.

Wurm

Benutzer/innen-Avatar
Dark-Chummer
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 604
Registriert: 05.01.2008 00:02
Wohnort: Dunkle Zeiten / Wildermark

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Dark-Chummer » 16.12.2010 19:21

"Macht" war mal wieder seit langem ein DSA Roman den ich gelesen habe. Und ich muss sagen, ich bin sehr begeistert von dem was Michelle Schwefel schreibt. Man merkt dass die Autorin genau bescheid weiss, und sehr gut recherchiert hat. Von mir 5 Punkte für diesen hervorragenden Roman und dafür dass ich jetzt mindestens eine Spezielle Erfahrung auf DSA-Geschichtswissen bekomme.

Benutzer/innen-Avatar
Harteschale
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 1070
Registriert: 06.09.2009 04:53

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Harteschale » 13.02.2011 15:33

4 Punkte von mir.
Obwohl recht wenig der großen Ereignisse, die später mit Answin zu tun haben aufgegriffen werden, weiß die Autorin ein konsistentes Bild der Spielwelt zu zeichnen und v.a. bei Answin und Reto, aber auch bei deren Hintergründen und sozialer Umgebung auch ein scharfes, treffendes Bild hervorzurufen.
Mir gefällt gut, wie wenig Answin als genialer Meister vom Himmel fällt und wie gut der Werdegang auch sein jeweiliges Lebensalter und Lebenssituation aufgreift.
Der Autorin muss man zudem noch dafür danken, dass sie aus den vorhandenen Quellen überhaupt eine weitgehend konsistente Handlung und Welt erzeugen konnte.
Leider fehlt dem Buch aber auch meiner Meinung nach der stärkere Bezug auf Reto, wenn es schon nicht auf spätere, größere Ereignisse eingeht.
Die Charaktere finde ich insgesamt treffender und vielschichtiger gezeichnet als im 2. Teil der Romanreihe Verrat, auch die dort von mir kritisierte eingeschränkte Betrachtungsweise ist hier noch kein Problem bzw. kommt hier noch nicht so vor.

Starke 4 Punkte daher.
DSA 4 war gestern: Hausregeln Deluxe

Benutzer/innen-Avatar
Xeledorn
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 49
Registriert: 05.03.2011 07:57

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Xeledorn » 06.12.2011 19:42

Mir hat macht extrem gut gefallen. Zusammen mit den Galotta Romanen scheint die ganze Answin Bio zur Pflichtlektüre zu werden. Volle 5 Punkte als Roman für DSA Spezialisten.

Benutzer/innen-Avatar
Hakase
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 1600
Registriert: 27.06.2011 14:07
Wohnort: Osnabrück
Kontaktdaten:

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Hakase » 07.12.2011 00:06

5 Punkte

Zweiter DSA Roman, den ich gelesen habe, x-ter Fanatasy-Roman, den ich gelesen habe.
Wie die Vorschreiebr schon gesagt haben, gutes "fiktive Biographie, die glaubwürdige Charaktere zeigt".

Was für mich der meiste Reiz an dem Roman war, ist die Tatsache, dass mal mittelreichische Reichspolitik, zumindest im Ansatz erklärt wurde, es ist einfach eine gute Spielhilfe für jeden Adeligen aus dem Mittelreich, finde ich.
- Blessed is the mind too small for doubt.
- There is no such thing as innocence, only degrees of guilt.

Nadine1988
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 24
Registriert: 25.11.2011 14:27

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Nadine1988 » 29.01.2012 11:12

Respekt an die Autorin! Obwohl es ja mehr eine Bioggrafie ist in der so viele Perosnen vorkommen wir in keinem anderen DSA Roman, war es ein leichtes über alle Personen den Überblick zu behalten. Wäre es mein erster DSA Roman gewesen wäre ich sicher so verwirrt gewesen das ich keinen 2ten gekauft hätte aber für Kenner wird dieser sicher zu einem der besten Romane überhaupt werden. Da ich DSA nur lese gabs für mich durchaus einige Überaschungsmomente mit denen ich nie im Leben gerechnet hätte! Volle Punkteanzahl =)

Stollentroll
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 88
Registriert: 28.10.2009 18:15

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Stollentroll » 29.01.2012 14:06

Der große Aventurische Politroman schlechthin, und das auf eine Figur ausgreichtet, die die meisten Aventurier/Spieler nur als einen der Schurken schlechthin kennen.
Toll geschrieben und mit wahnsinnig viel Liebe zum (politischen) Detail, mit scharfen Charakteren - einfach nur groß!

5 Punkte!
Zuletzt geändert von Stollentroll am 29.01.2012 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
Kähähä!

Ardor
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 853
Registriert: 15.04.2011 21:42
Geschlecht:

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Ardor » 23.02.2012 14:08

Die "gute alte Zeit" unter Kaiser Reto ist für mich besonders interessant, da ich mit meiner neuen DSA-Runde kurz vor der Thronbesteigung Kaiser Hals starten will (damit sie so richtig schön den endgültigen Verfall des Mittelreichs nach dem kurzen Aufblühen miterleben können). Daher war dieser Roman für mich ohnehin ein Muss. Und ich habe ihn dann auch innerhalb kürzester Zeit verschlungen.

Für Neulinge und Nicht-DSAler wahrscheinlich nicht sonderlich interessant, für "alte Hasen" aber fast schon Pflichtlektüre.

Meisterinformationen zu: "Die Attentäter und Rückkehr des Kaisers": Das Answin gleich zu Beginn rausfindet, das Hal eigentlich Selinde ist hat mich zunächst gestört, aber rückblickend ist das wichtig um zu verstehen, wieso der ansonsten praiosfürchtige Answin es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, später Verrat an Hal zu üben. Schließlich ist SIE ja nach dem Gesetz nicht rechtmäßiger Kaiser

Retos Putsch hat mich sehr gefesselt und die politische Entwicklung unter seiner Herrschaft bietet einiges an Hintergrundinformationen über die jüngste Vergangenheit. Answins hart verdienter Aufstieg zur Macht ist sehr gut geschildert und hier wird er seinem Ruf als meisterlicher Politiker auch Gerecht. Das alle Hintergründe gut recherchiert sind versteht sich bei dieser Autorin ja fast von selbst, soll aber natürlich dennoch lobend erwähnt werden.

Einziger Widerspruch der mir aufgefallen ist: Sybia war zur Zeit der Eroberung Maraskans noch nicht Fürstin Araniens. (Nur um etwas am I-Tüpfelchen zu reiten ;-)

So oder So: Von meiner Warte voll verdiente 5 Punkte!
Zuletzt geändert von Ardor am 23.02.2012 14:31, insgesamt 4-mal geändert.

Benutzer/innen-Avatar
Falk Fuxfell
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 66
Registriert: 02.01.2011 11:08
Wohnort: 49152

Errungenschaften

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Falk Fuxfell » 24.02.2013 11:31

5 Punkte.

Die Answin und Galotta - Romane gehören für mich zu den besten DSA Werken :-)
Aktuell Schatten im Zwielicht
http://heldenbanner-koenigsmacher.vpweb.de

Benutzer/innen-Avatar
Sibylla
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 563
Registriert: 12.02.2015 10:45
Wohnort: Berlin

Auszeichnungen

Errungenschaften

Re: R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Sibylla » 22.07.2015 08:47

Von mir bekommt der Roman „Macht“ von Michelle Schwefel volle 5 Punkte, es ist mit Abstand der beste DSA-Roman, den ich bisher gelesen habe. Die Autorin hat sich an einen sehr schwer darzustellenden und sehr, sehr umfangreichen Stoff herangewagt, den sie meiner Meinung nach mit Bravour umgesetzt hat – umso mehr, als dass „Macht“ laut ihrer im Roman veröffentlichen Kurzdarstellung ihr erster Roman ist.
Für mich, die ich in der aventurischen Adelsgenealogie nicht sonderlich sicher bin, waren die ersten Kapitel nicht sonderlich leicht zu lesen. Die Geschehnisse schreiten sehr zügig voran und man wird als Leser recht schnell in Answins größte Entdeckung am kaiserlichen Hof eingeweiht. Ich schließe mich der vertretenen Meinung an, dass das auf mich zunächst ein wenig sehr nach der…. Hauklotzmethode wirkte, aber nur so, als in Answins Erkenntnis eingeweihter Leser versteht man seine Haltung gegenüber dem Kaiser und seinem Spross.
Michelle Schwefel geht wie gesagt sehr zügig durch die Zeit (der Roman umfasst die Jahre von 975 – 994), rafft immer wieder und überspringt auch mal ein paar Jahre, was ich im Nachhinein sehr gut empfinde, da der Roman bzw. die Answin-Biographie so sehr spannend ist. Wir lernen Answin von Rabenmund und Dexter Nemrod als junge Männer kennen, verstehen, wie sie sich kennen und achten lernten und wie sich letztendlich ihre Beziehung durch ihre politischen Interessen und Laufbahnen verändert und entwickelt hat. Wir erleben Answins Ehe mit, lernen seine Frau kennen und erfahren wie das Patriarchat der Rabenmunds funktioniert, bis Answins Großvater stirbt und sein Platz neu aufgefüllt werden muss. In diesem Umfeld lernen wir Answind noch mehr kennen, denn die Familie ist es letztendlich bei jedem Menschen, die sein Handeln und Wirken bedingt. Wir lernen Hal als kleines Kind kennen, erfahren, wie Reto sich zu seinem Spross verhält und warum er sich so sehr auf seinen Enkel Brin freut.
All diese absolut menschlichen Beziehungen sind so eng mit den größten Geheimnissen, Skandalen und größten politischen Ereignissen verknüpft, dass das Buch in der Tat eigentlich für jeden DSA-Liebhaber als Allgemeinbildung bezeichnet werden sollte ;)
Bemerkenswert ist, dass Michelle Schwefel meiner Ansicht nach einen ganz besonderen Schreibstil hat. Sie schlüpft nur sehr selten in die Rolle eines auktorialen Erzählers und lässt den Leser so die Gedanken und Gefühle des Protagonisten spüren. Wenn ich das richtig sehe, wird jede Nebenrolle nur einmal so geschildert Meisterinformationen zu: "": Answins Frau Lanore lernt man beispielsweise erst auf S. 327 – 328 richtig kennen, kurz nachdem sie ein Kind geboren und erfahren hat, dass dieses auch ihr letztes sein wird. Bis dahin hat man nur durch Answin erfahren, dass sie seiner Ansicht nach nicht sonderlich intelligent und ihm damit nicht ebenbürtig ist, er die Ehe eher meidet und ihren ängstlichen, ewig unsicheren Charakter verabscheut. Ihre Sicht auf ihre gemeinsame Ehe und Answin als Ehemann erfährt man erst jetzt. Und ich muss sagen, meine Stimme hat schon ein wenig gezittert, als ich meinem Freund die beiden Seiten vorgelesen habe. Erst da habe ich Mitgefühl für Lanore entwickelt. Answin ist dabei natürlich eine Ausnahme, was ihn bewegt und vorantreibt oder sein Agieren bedingt, erfährt man öfters ;) Man lernt die Nebencharaktere aber vielmehr durch ihr Handeln kennen, als durch ihre Gefühle. Dabei ist letzteres ja durchaus spannend – wenn man z. B. an Hal denkt ;) Meisterinformationen zu: "": Hal wird schon wesentlich früher (S. 104-105) durch die Sicht des auktorialen Erzählers geschildert, und zwar wirklich mit einem richtig schönen rhetorischen Kniff. Das Unterkapitel fängt mit den schönen Worten „Im Gemach den Prinzen war es dämmrig…“ an, geht dann mit „Anfangs hatte sie sich gewundert…“ weiter und dann erfährt man zum ersten Mal, was in dem armen, schicksalsgebeutelten Mädchen, das ewig den Jungen spielen muss, vor sich geht und wie diese gigantische Lüge eigentlich funktionieren kann. Man erfährt ihre Sehnsüchte und bekommt einen winzig kleinen, doch sehr gewichtigen Eindruck davon, welche Last auf den schmalen Schultern liegt und wie umfassend Reto das „Du hast dem Reich zu dienen!“ ihr eingebläut haben muss, denn der Abschnitt endet mit dem gewichtigen „Er würde dem Reich dienen…“ Da hatte ich schon einen Klos im Hals.
Auch scheint die Autorin meiner Ansicht nach sehr selten Wert auf wirklich stimmungsvolle Szeneriebeschreibungen Wert zu legen. Eine Ausnahme bildet für mich Meisterinformationen zu: "": die Beschreibung des Ork-Angriffs auf Seite 125-130. Selten habe ich eine so stimmungsvolle Schilderung der Schwarzpelze gelesen, in der man einen sehr guten Eindruck davon bekommt, wie gefährlich Orks als Gegner sind und wie gut organisiert ihr Angriff ist. Auf mich hat die herannahende Welle der Schwarzpelze einen sehr eindrucksvollen und furchteinflößenden Eindruck gemacht. Ich denke, ich werde künftig meine Chars mit mehr…. Respekt von Orks als Gegnern sprechen lassen ;)
Als sehr schön gelungen empfinde ich auch die Darstellung des Adels in diesem Roman. Meisterinformationen zu: "": Beispielsweise streitet sich Answin mit seinem Großvater auf einmal so sehr, dass dieser ihm kurzerhand auf S. 143 – 146 das Erbe und den Familiennamen aberkennt. Wie schnell ein adeliges Erbe aus einem der mächtigsten Häuser Aventuriens verloren gehen kann und dass selbst der Kaiser aus politischen Zusammenhängen an dieser Stelle nur bedingt intervenieren kann, ist mir so gut vor Augen geführt worden.
Insgesamt empfinde ich den Roman für alle, die mehr über die großen aventurischen Geheimnisse in dieser Zeit wissen wollen, als sehr wichtig und lesenswert. Wer viele ausführlich dargestellten epischen Schlachten, stimmungsvollen Szenen oder seitenlangen Charakterdarstellungen haben will, ist der Roman nichts. Wir haben hier eine reine, in der Form eines Romans aufbereitete Biographie, die ca. 20 Jahre aventurische Geschichte mit Reichsreform, Kaiserwechsel usw. umfasst.
LG,
Sibylla

Macaldor
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 113
Registriert: 19.07.2017 19:13
Geschlecht:

Auszeichnungen

Errungenschaften

R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Macaldor » 17.01.2018 21:44

Ich muss sagen, dass dies einer der besten Romae ist, welche ich jemals gelesen habe.
Zu Bginn bin ich mit der festen EInstellung herangetreten, das Answin ja ein böser fieser Usurpator werden wird und folglich muss es ja ein Schurkenroman sein.
Als ich gut die ersten 60-80 regelrecht verschlungen hatte, kamen mir langsam Zeifel an meiner ursprünglichen Ansicht. Mit meinem Voranschreiten durch das Buch verkehrte sich diese letztlich in das komplette Gegenteil und ich bin der Meinung, das nur Answin (und vllt Reto) "die Guten" im Kaiserreich sind.
Volle Punktzahl
"Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich" -Satz des Pythagoras

Benutzer/innen-Avatar
Rabbatzmann
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 133
Registriert: 01.09.2012 14:46

R099: Macht

Ungelesener Beitrag von Rabbatzmann » 27.01.2018 19:16

Eines der wenigen Bücher, dass ich mehrmals gelesen habe, immer wieder beeindruckend! Sehr spannend und auch handwerklich hervorragend geschrieben (was bei vielen DSA-Romanen nicht unbedingt die Regel ist) und faszinierend die Entwicklung vieler - auch für den Metaplot relevanter - Figuren zu verfolgen. 5/5 Punkten!

Antworten