Unter dem Sternenpfeiler

Hier können Grundregelwerke, Regional- und Ergänzungsspielhilfen bewertet werden.
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Olvir Albruch
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Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Olvir Albruch » 14.05.2012 10:09

Dieser Thread ist zur Diskussion der Inhalte der im Mai 2012 erschienenen Spielhilfe Unter dem Sternenpfeiler.

Bild
Unter dem Sternenpfeiler

Vielleicht hast du Erfahrungen mit mit der Spielhilfe gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Tipps, Fragen oder Meinungen zum Band. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread die Spielhilfe auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Nutzer zu bieten.

Bitte nur dann abstimmen, wenn du die Spielhilfe kennst!

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gralkor
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von gralkor » 14.05.2012 10:56

Ich kann nur sagen:
Das Buch (ich finde das Logo auf dem Kunstledereinband sehr ansprechend, auch wenn ich da wohl in der Minderheit bin) ist seit längerer Zeit ein Band aus dem DSA-Hintergrund, was man von vorn bis hinten mit Freude lesen konnte.
Die Autoren wissen einfach, wie man schreibt.

Positiv:
- Gut geschriebene und nicht widersprechende Texte
- interessante Abenteuerideen
- glaubwürdige NPC
- stimmungsvolle Bilder
- regelmäßig ein Augenzwinkern durch den Text lesbar
- umfangreiches Buch, welches nur wenige Fragen offen lässt
- spannende Hinweise zur Dämonenkrone
- logische Verbindung beider Kontinente
- macht Lust auf mehr

Negativ:
- mir gefiel die Mehrfarbigkeit nicht, das wirkt so "un-DSA'isch"
- viele interessante Themen wurden nur angerissen (was aber dem Umfang geschuldet ist, sonst hätte es wohl 1000 Seiten gebraucht)
- typisches Güldenland-Produkt. Fast solange überfällig wie die einstmals angekündigte Güldenland-Box (10 Jahre überfällig, so um 1990 angekündigt, aber erst 2000 erschienen, kann das sein?) Bitte lasst den nächsten Band nicht so lange auf sich warten!

Die drei Punkte führten für mich (da nachvollziehbar) nicht zum Punkteabzug
G.
---
Wir suchen noch Mitspieler in Halle/Saale und Umgebung

eustakos
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von eustakos » 23.05.2012 13:09

Hallo,

ich habe die "normal" Version und ich bin sehr zufrieden.
Auf die vollfarbigen seiten könnte ich verzichten, aber sie stören auchn nicht.
Das beste außer 5 Seiten keine DSA Regeln :ijw:
5/5

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Milan
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Milan » 07.06.2012 10:22

In "Wege nach Myranor" wurden uns für "Unter dem Sternenpfeiler" ja regionalkulturelle Aufsätze versprochen.
Kann sich mal jemand dazu äussern wie gut das gelungen ist?
Mich interessieren würde auch Anzahl und betroffene Kulturen (eine kurze Liste wäre schön).

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egi.dius
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von egi.dius » 08.06.2012 16:11

Sehr gut gelungen.

Myranor hat wieder etwas mehr Fleisch auf die Rippen bekommen, ohne damit überladen zu werden.

Viele Informationen zur allgemeinen Lebensweise im Imperium und dessen Randgebieten und sogar überwiegend interessant.
Die einzelnen Horasiate sind kurz und treffend vorgesetellt und diverse Zusatzinformationen (im Vergleich zum HC) wurden eingeflochten und zu jedem Horasiat gibt es einen Kasten mit Vorschlägen zu den dort lebenden Rassen, Kulturen mit vorwiegenden Talenten und Eigenheiten.
Ausserdem ein Kapitel über Reisen und Reisemöglichkeiten zwischen den Städten inkl. Beförderungsmittel zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Letztendlich ein wenig Geheimwissen am Ende des Bandes.

Die Zeichnungen gefallen mir, wie auch be WnM, nicht besonders gut und irgendwo habe ich etwas von einer enthaltenen Farbkarte gelesen, die ich noch nicht finden konnte...

Trotzdem 4-5 Punkte für UdS.

Quendan von Silas
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Quendan von Silas » 08.06.2012 16:51

egi.dius hat geschrieben: Die Zeichnungen gefallen mir, wie auch be WnM, nicht besonders gut und irgendwo habe ich etwas von einer enthaltenen Farbkarte gelesen, die ich noch nicht finden konnte...
Die Farbkarte (Vorderseite: Imperium und umgrenzende Lande; Rückseite: politische Karte und Plan von Dorinthapoles) sollte eigentlich hinten im Buch beiliegen. Wenn das nicht der Fall ist, solltest du dich am besten an deinen Händler wenden und da noch Nachbesserung fordern (oder falls du es beim Uhrwerk Verlag direkt auf Con gekauft hast mir kurz eine PM schreiben).

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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Torben Bierwirth » 09.06.2012 20:26

Nachricht der Moderation

Die Diskussion um die fehlende Kartentasche der hier vorgestellten Spielhilfe bzw. Möglichkeiten, diese selbst zu bauen wurde in diesen Thread ausgelagert.
Das Projekt zum DSA 4.1 Reiterkampf ohne Sonderregeln:

Initiative zur Rettung der Kavallerie

Mondalban
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Mondalban » 15.06.2012 22:36

Die Beschreinung des Imperiums ist sehr stimmig, es war ein Vergnügen, das Buch zu lesen. Die Bilder waren manchmal leider nur Kopien der Cover, da kann man noch einiges verbessern (wie Krieger, Krämer und Kultisten zu Großen Teilen beweist), aber ansonsten recht gelungen.

Ich vergebe sogar mal 5 Punkte.

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Lokwai
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 13.09.2012 17:56

Das Band ist wirklich gut gelungen:
- die Provinzen werden immer kurz und knapp beschrieben
(man kollidiert nicht mit offiziellen Figuren etc.)
- man erhält recht schnell einen Eindruck was eine Provinz ausmacht, deren Führungsstil, "Atmosphäre" etc.
- man kann eine Menge Ideen auf für die "Dunklen Zeiten" entnehmen
- dieses Band erweckt das Gefühl auch mal in guter Conanmanier mit einer Armee durch das Land zu ziehen (mehr Einwohner als Av., mehr Feinde)
- Myranor ist schöööööön groß
- der Baukasten für Dörfer hat mir auch gut gefallen

Negativ:
also mich haben die Zeichnungen, vor allem die der Rassen, dermaßen "abgeturnt", dass ich am liebsten alle Fremdrassen streichen würde (tendiere eher zu Mischwesen, mehr menschlicher Anteil. Ich besitze das Heldenbuch nicht und beziehe mich daher rein auf das visuelle).
In meiner Gruppe müßte ich mich schämen, wenn ich die Disneyvarianten von den Katzenhaften (Panther, Katze, Luchs ...) zeigen würde, oder dieser Bärmensch .... *schrei*
Ein Leonir stelle ich mir anders als ein aufrechtgehender Löwenpluschteddy vor.
Die Zeichnungen versauen einiges, es kommt sogar noch schlimmer als das im Dämonbuch mit den Teddyzant rüber (und ich dachte das zu toppen sei unmöglich)
Eine Gruppe bestehen aus einem Leonir, Amaunir und zivilisierten Pardir würde ich mit dem Stil eher "Rache des Steifs" oder eine Disneyparodie nennen.
Ein Problem womit andere Bänder aber auch zu kämpfen haben, trotz dass es mittlerweile richtig gute Zeichner gibt, die vor allem die Atmosphäre treffen, ist es mir ein Rätsel wie man sowas "durchwinkt". Es gibt Rollenspielsysteme die leben nur von genialen Zeichnungen und schaffen dadurch automatisch gehöriges Pontential sofort "losspielen" zu wollen.


Das Band erhält inhaltlich 4 Punkte von mir

Dr Cavan
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Dr Cavan » 06.03.2013 20:49

Hi,
was mich am meisten interressiert ist, ob es so etwas wie eine Identifikationsmöglichkeit mit irgend einem Horasiat, einer Region oder einer Gruppe besteht. Sozusagen ein Land, das eine Protagonistenrolle übernimmt. In Aventurien ist oder war dies ja mehr oder weniger das Mittelreich. Die in Myranor bestehende Magokratie wirkt auf mich jedenfalls recht befremdlich. Lohnt es sich dafür zu kämpfen? Ich schätze mal eher nicht, aber klärt mich bitte auf! Wofür lohnt es sich zu kämpfen in Myranor, abgesehen vom eigenen Geldbeutel?
Dabei fällt mir noch was anderes ein? Wird die Geschichte in Myranor fortgeschrieben wie bei Dsa oder ist sie statisch? Die Frage kommt echten Myranor-Kennern wahrscheinlich ziemlich dumm vor, aber ich kann mich gar nicht erinnern mal was dazu gehört zu haben.

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Varana
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Varana » 06.03.2013 23:44

Identifikation: Wenn ihr das wollt. Es gibt verschiedene Ansätze - eine ganze Reihe von Abenteuern nehmen z.B. Balan Cantara als Ausgangspunkt, und die Stadt ist demzufolge recht gut beschrieben (für myranische Verhältnisse - es gibt immerhin eine Stadtkarte, und der Horas hat einen Namen!).
Es wird in absehbarer Zeit (dieses Jahr vermutlich) ein Büchlein erscheinen, das eine Provinz im Horasiat Gyldraland in aventurienähnlicher Detailtiefe darstellt. Das kann man vielleicht auch als Ausgangspunkt nehmen.
Aber prinzipiell ist das ein Punkt, den die Gruppe selber finden muß: Welche Region sagt euch zu, und dann kann der Meister auch versuchen, die entsprechend sympathisch herüberzubringen. Womit ihr euch identifiziert, ist eure Sache. UdS (und Myranor-Veröffentlichungen insgesamt) geben sich eher Mühe, die Regionen gleichberechtigt darzustellen und solche offensichtliche Vorlieben und Voreingenommenheiten zu vermeiden.

Und da gibt es auch Möglichkeiten, geeignete Heldentaten und Gründe dafür zu finden. Man kann in Myranor mehr oder weniger alles unterbringen, wofür ihr kämpfen wollt. UdS bietet dafür ein paar Anhaltspunkte, aber die Details könnt ihr selber machen. Idealistische Optimaten, die den Verfall des Imperiums aufhalten wollen; Serover, die ihre Heimat gegen das Imperium verteidig(t)en; freiheitsliebende Karonier, die sich gegen die Rückkehr der Optimaten und die Ban Bargui gleichermaßen wehren und die neue Republik schützen; Kämpfer gegen verseuchte Wildnis, dämonische Einflüsse, draydalanische Agenten, 2W6 verschiedene Varianten von namenlosen Kulten, Korruption und Vetternwirtschaft, Rieseninsekten und bösartige (oder gutartige) Drachen... sucht euch was aus.

Eine Magokratie ist im Endeffekt nicht mehr oder weniger willkürlich als eine Adelsherrschaft wie im Großteil Aventuriens oder al'anfanische Grandenfamilien. Wie diese adligen Magier so drauf sind, ist damit nicht festgelegt; die ganze Spannbreite von rechtschaffenen Dienern ihres Volkes bis zu despotischen Tyrannen ist da alles drin.

Die myranische Geschichte ist weitgehend statisch. Abenteuer, v.a. größere welche, können für bestimmte Regionen vielleicht mal eine kurze interne Chronologie festlegen, aber grundsätzlich gibt es derzeit keine Fortführung der Geschichte.
Zuletzt geändert von Varana am 06.03.2013 23:49, insgesamt 2-mal geändert.

Senebles
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Re: Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Senebles » 15.03.2015 19:45

Unter dem Sternenpfeiler steht momentan auf Platz 5 aller Spielhilfen in den DSA$ Bewertungen. Warum?

Zunächst setzt die Aufmachung für DSA-Verhältnisse Massstäbe. Vorbei sind die SW-Zeiten, endlich gibt es ein ansprechend gestaltetes Hintergrundbuch für DSA. Die Illustrationen sind gut, für Myranor-Verhältnisse sogar sehr gut. Ich gebe meinen Vorrednern recht, dass bei den myranischen Rassen noch Luft nach oben ist. Die Zeichner kämpfen bei Tier-Mensch-Rassen und Optimatenmasken (denken wir nur an Panzerknacker-Brajan aus den Myranischen Göttern) noch immer mit Proportionen und Gesichtszügen.

Inhaltlich schafft der Band eine Meisterleistung. Der riesige Nordsten Myranors, einschließlich des gesamten Imperiums, wird hier umrissen. Die Autoren schaffen es, zu jeder Region das mitzuteilen, was die Region so besonders macht. Genauso werden die vielen Rassen und Völker beschrieben. Ganz DSA-untypisch ist hier knappe statt zuschwallende Darstellung angesagt, die Vorstellungsräume für eigene Gedanken und Weiterentwicklungen eröffnet. Man könnte bei der Lektüre jeder Region sofort eine eigene Kampagne starten und nichts aus der Hintergrundbeschreibung stünde einem dabei im Weg.

Vorne heran gibt es allgemeine Informationen zu Geschichte, Kultur und Gesellschaft des Imperiums. Ein Städtegenerator gibt gute Ideen, wie man den vielen Platz in den Regionen mit seinen eigenen Städten füllen kann.

Gut gefällt mir auch der Umgang mit High-Fantasy Elementen wie Luftschiffen, Hochstrassen etc. Sie werden angedeutet, aber treten nicht überall sofort in den Mittelpunkt. Dadurch kann jede Runde selbst bestimmen, wie stark sie diese Elemente betont.

Ein eher knapper Teil stellt einige Mysterien vor. Hier wäre sicherlich noch ein wenig mehr drin gewesenen, allerdings fehlte es hierfür wohl am Platz. Auffällig ist die geringe Zahl an Meisterpersonen, die vorgestellt werden. Für mich ein Charakteristikum Myranors. Meister schaffen hier ihre eigenen Charaktere und Geschichten. Es gibt keine redaktionell geführten Personen, die diesen Geschichten im Weg stehen.

Bei allen Völkern und Regionen geht der Band kurz darauf ein, wie Helden im Spiel aussehen werden und ergänzt daher auf wichtige Weise "Wege nach Myranor", das mit einem generischen, kombinatorischen Erschaffungssystem ernst macht. Auch hier wird der Band auch über DSA4 hinaus Bestand haben.

Insgesamt ist dies der Band, den Myranor so lange brauchte: das ganze Imperium in einem Band, um einen Kontinent zum Leben zu erwecken.

5 Punkte

tarendor
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Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von tarendor » 12.03.2018 14:16

Hintergrund: Ich bin nach 18 Jahren zurückgekehrt nach Myranor und habe mir einiges (wieder-)beschafft, darunter auch die Box aus dem Jahr 2000 und UdS.

UdS hat mich enttäuscht, und ich bin etwas verwundert, was aus dem Myranor der Güldenland-Box wurde.
Während die Box phantastisch und märchenhaft schien (so eine Mischung aus Phantásien und Nausicaä), liest sich UdS staubtrocken und hat den Flair von antikem Museumsdorf.

Die atmosphärischen Ingame-Karten der Anfangstage sind uninspirierten, modernen RPG-Weltkarten gewichen, die man sich ungerne anschaut.

Die Bedrohlichkeit und das Abgründige der Uralt-Box sind in vielen Teilen einfach nur noch imperiales Missverständnis, Teil von Theaterdarstellungen oder Vergangenheit. Die ganzen Ecken und Kanten sind glattgebügelt.

Das Geheimnisvolle und Mystische von Myranor verschwindet hinter Alltagsbeschreibungen.
Besonders ärgerlich ist, dass der Großteil der Texte keine Abenteuerinspirationen erzeugen. Einerseits sind die beschriebenen Aufhänger quasi Aventurien-Plots im Myranor-Kostüm, andererseits muss man sich seitenweise erklären lassen, wie denn so eine antike Gesellschaft aufgebaut ist und was z.B. Lendenschurze sind. Für solche Informationen schaue ich ins Geschichtsbuch oder den Duden, aber nicht in einen Settingband.

Die Optimatenhäuser sind nun römischer Senat mit Dreiaugenmaske.

Die Myrmidonen der Anfangstage, die exotisch aussahen und auch so klangen (mit ihrem Mix aus Altgriechisch und Japanisch) sind nun Legionäre.
Bizarre Völker, Elemente und Wunderlichkeiten von damals sind nun selten, Marginalie oder outdated.

Es ist sehr erschreckend, dass auf all den Seiten des Buches vielleicht zwei Hände voller genialer Ideen und Abenteueraufhänger zu finden sind. Diese muss man zwischen Atriumsbeschreibungen, Ernährungsgewohnheiten und anderen, vergleichbar "spannenden" Trivialitäten zusammensuchen.

Um nur ein Beispiel aufzugreifen: Die Ban Bargui aus der Box hatten a) ein cooles Bild und b) waren sie gefährlich und interessant-geheimnisvoll beschrieben

Die Ban Bargui aus UdS haben kein Bild. Stattdessen erfahren wir, was sie so kochen, und nachdem man die kleine Textwüste durchquert hat, bleibt höchstens in Erinnerung, dass sie badass-Tausendfüßler reiten. Fünffache Textmenge aber weniger Inhalt als damals die Beschreibung in der Box.

In den ganz frühen Publikationen springen einen die Szenario-Ideen nur so an.
Das Abenteuer aus der Box mit seinem Seestern-Dungeon hinterlässt bsplw auf seinen paar Seitenzahlen mehr Wiedererkennungswert als 50 Seiten UdS.

Das könnte ich hier noch endlos weiterführen, aber gut.
Bei UdS (und auch JdN) stelle ich mir als Rückkehrer echt die Frage: Wo ist das phantastische, geheimnisvolle Myranor der Anfangstage hin und verschwunden? Wurde der Kontinent in den 18 Jahren echt so zurechtgestutzt und kleingemacht?
Sind die coolen, phantastischen Ideen ins Riesland (Rakshazar) abgewandert?

Enttäuschte 2 Punkte

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Curthan Mercatio
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Unter dem Sternenpfeiler

Ungelesener Beitrag von Curthan Mercatio » 01.06.2018 20:46

Unter dem Sternenpfeiler steht vor keiner leichten Aufgabe: Einen riesigen Kontinent systematisch zu beschreiben, ohne in Verallgemeinerungen, Belanglosigkeiten oder Langeweile abzudriften. So viel sei einmal gesagt: Im Großen und Ganzen gelingt das sehr gut.

Das Buch beginnt schon einmal mit meinem persönlichen Highlight, der Geschichte des Imperiums, das sich in stetem Niedergang befindet und Provinz für Provinz verlor oder aufgab. Schon beim Lesen dieses Kapitels bekam ich Lust, mit einer Spielrunde die Grenzen des Imperiums zu verteidigen!

Anschließend wird die Gesellschaft und Kultur des Imperiums beschrieben, was überwiegend gut gelingt. Die Gesellschaftsstruktur mit teilweise gegeneinander arbeitenden Circeln, Häusern und Collegien dürfte einiges an Abenteuerpotential bieten, auch ohne dass man die große Fantasykeule zücken müsste. Ich muss allerdings gestehen, dass ich noch nicht ganz verstanden habe, wie die hier beschriebene Gesellschaft in der Spielpraxis funktioniert - dazu müsste ich wohl noch das eine oder andere Abenteuer spielen.

Die folgenden Kapitel beschreiben dann die unterschiedlichen Völker und Regionen des Imperiums. Hier finden sich Informationen in Hülle und Fülle, und naturgemäß sind manche interessanter als andere. Ich persönlich fand etwa immer die Randgebiete des Imperiums am interessantesten, die von Feinden bedrohten, abgelegenen Regionen.
Andere Dinge fand ich hingegen eher zweifelhaft, wie zum Beispiel das Leonir-Reich. Dort herrscht eine knallharte Apartheid - und niemand stört es. Immerhin kann man ja sogar zum Ratgeber oder Mitglied der Hilfstruppen aufsteigen und ein auf Zweikämpfen basierendes Justizsystem sorgt garantiert für Gerechtigkeit. (Der König wird auch so bestimmt, was sicher weise und bedachte Herrscher bedingt.)
Gerade bei der Beschreibung der Regionen finden sich aber auch direkt viele mysteriöse Örtlichkeiten und Plothooks, die es zu erforschen gilt. Ich habe sehr gerne durch die unterschiedlichen Horasiate geschmökert.

Am Ende kommen noch Meisterinformationen, die ebenfalls interessant sind und Plothooks bieten.

Was gibt es also zu mäkeln? Wenig, für das dieses Buch etwas kann. Manchmal finden sich ärgerliche Layoutfehler, wo zum Beispiel Überschriften falsch formatiert sind. Aber natürlich schleppt UdS auch einige Altlasten mit, die für mich - als Myranor Erstkontakt - das Bild getrübt haben.

Das erste sind die Vielzahl an seltsamen Völkern, die mir nicht alle zusagen, zumal sie oft nur nach dem Prinzip "tierische Eigenschaften auf intelligente Wesen übertragen und fertig" funktionieren. Katzenmenschen sind faul und verspielt, Löwenmenschen stark und edel und so weiter...

Zweitens bin ich ein Kartenliebhaber. Seit der Karte von Mittelerde ist für mich eine Karte ein zentrales Element jeder Fantasywelt, über sie tauche ich in die Spielwelt ein. Und ich habe noch nie so eine hässlichen Kontinent gesehen wie Myranor. Nicht, dass die Karte dermaßen schlecht gemacht ist. Ich wundere mich nur, wer diesen Kontinent gestaltet hat. Ich verstehe immer noch nicht, wie das mit dem Orismani funktioniert. Aber auch andere Flüsse fließen irgendwohin, im Norden des Imperiums wurden wie mir einem Pain-Pinsel Seen verteilt und gefühlt gibt es im ganzen Imperium drei Gebirgszüge. Teilweise kann ich auch nicht mit dem Finger darauf zeigen, aber Myranor sieht nicht aus wie ein echter Kontinent - und auch nicht wie ein Fantasy-Kontinent.

Für das kann UdS natürlich nicht viel, aber trotzdem trübt das mein Erlebnis mit dem Buch ein wenig und bedingt zumindest einen Punkt Abzug für ein ansonsten sehr gutes Buch mit unfassbar vielen Informationen.
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