Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 17.03.2019 11:44

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Hallo liebe Foris,

das DSAForum wird sich an der Protestaktion Phantast*innen gegen Artikel 13 beteiligen, und am 21.3 seine Tore für einen Tag schließen. Dieser Protest war ursprünglich für den 23.03., den europaweiten Protesttag gegen Artikel 13, geplant. Nachdem aber Wikipedia einen Blackout für den 21.3 angekündigt hat, und am 23.3 der Gratis Rollenspieltag ist, haben auch wir unseren Protest verlegt.

Momentan haben sich bereits 41 phantastische Seiten diesem Protest angeschlossen.
Ihr wollt auch? Dann tretet dem Discord der Aktion bei, postet in diesem Beitrag (ja ihr dürft über Artikel 13 auch diskutieren),
oder schaut euch die Webseite die wir an diesem Tag vorschalten werden an: www.PgA13.eu

Und wenn ihr nicht wisst was das das Forum damit zu tun hat, schaut euch diesen offenen Brief von "Foren gegen Uploadfilter" an: https://foren-gegen-uploadfilter.eu/offener-brief/

Euer DSAForum-Team

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 17.03.2019 21:56

Dazu gibt es einen sehr lesenswerten Artikel bei Donnerhaus, die ebenfalls teilnehmen:

https://www.donnerhaus.eu/2019/03/aktio ... 1-03-2019/

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Zorni » 18.03.2019 07:12

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:
17.03.2019 11:44
Momentan haben sich bereits 41 phantastische Seiten diesem Protest angeschlossen.
45 stand heute Vormittag!

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Zorni » 18.03.2019 12:47

Übrigens. Vermutlich denken viele, Foren sind so oder so nicht betroffen, was soll der Scheiß?.

Ich zitiere einfach mal aus einem offenen Brief von foren-gegen-uploadfilter.eu. Dort sind wir natürlich auch mit eingetragen.
In Interviews und in sozialen Medien wurde wiederholt behauptet: „Online-Foren sind nicht betroffen“.

Dem ist nicht so:
  • Foren fallen unter die zentrale Definition in Artikel 2 (5): der Hauptzweck ist das Hochladen, Organisieren und Darstellen geschützter Werke: Die Textbeiträge und Bilder unserer Mitglieder.
  • Für Diskussionsforen wurden keine Ausnahmen eingeräumt wie z.B. für Wikipedia, GitHub, eBay oder Dropbox.
  • Die verbliebenen Ausnahmen sind so eng gesteckt, dass kaum ein Forum davon profitieren würde: Nahezu alle Foren sind älter als drei Jahre und somit haftbar.
  • Ausnahmen für kleine Plattformen, die noch in der Richtlinienversion im September enthalten waren, sind in den Trilog-Verhandlungen wieder entfallen.
In der Diskussion werden auch vage Begriffe wie „Verhältnismäßigkeit“ oder interpretierbare Formulierungen in den Erwägungsgründen zur Richtlinie angeführt. Diese sind jedoch so unbestimmt, dass Gerichte erst in einigen Jahren und nach mehreren Instanzen verbindlich festlegen werden, wie sie praktisch anzuwenden sind.

Bis dahin müssen Diskussionsforen jahrelang mit enormen juristischen und finanziellen Risiken leben.

Konsequenzen aus Artikel 13 für Diskussionsforen


Wegen dieser Unsicherheiten und dem juristischen und finanziellen Haftungsrisiko werden viele Diskussionsforen schließen, da kleine Vereine oder ehrenamtliche Betreiber diese Situation nicht tragen können.

Auch kommerzielle Betreiber sind in ihrer Existenz gefährdet, wenn sie kostenpflichtige Lizenzen abschließen müssen und zur Installation von teuren Upload-Filtern verpflichtet werden.

Unbestimmte Regelungen bedeuten für uns jahrelange Rechtsunsicherheit, erhebliches Abmahnrisiko und potentielle Rechtskosten, was sich kein Betreiber auf die Dauer leisten kann.

Als Folge wird die Diskussionskultur im deutschsprachigen Internet empfindlich beeinträchtigt, viele Bürger werden ihre digitale Heimat in Diskussionsforen verlieren.
Quelle: https://foren-gegen-uploadfilter.eu/offener-brief/

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Heldi » 19.03.2019 00:37

Ich persönlich stehe der politischen Position kritisch gegenüber und habe große Sympathie für die Urheber (und deren Rechtsnachfolger, die den Urheber dann das Verwertungsrecht abgegolten haben), deren Rechte im Internet in einer Weise mit Füßen getreten werden, dass es bei einer fairen ethischen und rechtspolitischen Betrachtung schwer zu ertragen ist. Das Recht auf Meinungsfreiheit, welches in den letzten Wochen auch von dem Vorsitzenden meiner Partei angeführt worden ist, wird demgegenüber aus meiner Sicht nur unwesentlich eingeschränkt, wenn man die jahrzentelange praktische Erfahrung der millionenfachen Entrechtung von Urhebern dagegen hält, an der wir alle auf Youtube und an anderen Orten täglich teilnehmen.

Nichtsdestotrotz begrüße ich besonders in unseren Zeiten nachgerade jedes zivilgesellschaftliche Eintreten für (vertretbare) politische Positionen. Und die Sorgen vor Artikel 13 sind nicht aus der Luft gegriffen, soweit ich das mit meinem geringen technischen Sachverstand beurteilen kann, weil es zu Haftungsrisiken und deshalb Betriebseinschränkungen kommen wird oder jdf. kann. Von daher werde ich übermorgen mehrfach vergeblich versuchen ins Forum zu kommen und mich dann über die lebhafte Teilnahme am politischen Prozess freuen, unter der ich leiden muss.

[Ich gehe hierbei davon aus, dass politischen Stellungnahmen zum Thema dieses Threads in diesem Thread erlaubt sind.]

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 19.03.2019 08:51

Sowie ich das verstanden habe, muss aktuell ja auch Zeug entfernt werden, wenn es eine Urheberrechtsverletzung gibt, aber eben erst, wenn es der Betreiber bemerkt, mit Artikel 13 muss das halt schon direkt beim Hochladen bemerkt und verhindert werden, was technisch kaum möglich ist.
Hab in letzter Zeit dazu paar Debatten gehört, ob so Uploadfilter, die dann nötig wären, technisch richtig umsetzbar werden und ist wohl kaum möglich weil der z.b. auf Youtube nicht von einer Rezension zu einem Widerspiel und einer richtigen Urheberrechtsverletzung unterscheiden kann.


Ich hatte über Game Two davon erfahren und fand das Video auch recht gut. Die bleiben ziemlich sachlich und erläutern einfach die Probleme, welche mit dme Artikel kommen ohne eine extreme Antihaltung

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 19.03.2019 09:05

Klar, ihr dürft hier diskutieren :)
Ich freue mich auch darüber das die Leute endlich wieder auf die Strasse gehen, hätte mir das zu anderen Gelegenheiten schon deutlich früher gewünscht. Ich werd Samstag auch auf einer der Demos sein, ich hoffe viele schließen sich an!

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Raskir » 19.03.2019 10:13

Die Urheber werden mit dieser "Reform" keineswegs bessergestellt, sondern die Verlage und andere Verwerter und wichtige nationale Urteile, wie das (https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi- ... =3&Blank=1) werden kassiert, da EU-Recht nationales Recht schlägt.
Welchen Spaß man mit Filtern machen kann, da muß man nur mal konsequent weiterdenken, denn wenn man an den Parametern schraubt, kann man ALLES filtern.
Das die Reform als Problem gesehen wird, kann man daran erkennen wieviele Verbände die Urheber und deren Interessen vertreten, sich gegen die Reform wehren (eigentlich sollten sie die Reform doch gut finden, wenn für die Urheber alles besser wird).
Die Reform sollte nochmal neu begonnen werden und dann einen Netzpolitiker mit Sachverstand als Verhandlungsführer und keinen Internet-Ausdrucker, außerdem sollte die Lobby draußen bleiben und nicht die Artikel diktieren (was dabei rumkommt, sieht man ja gerade).

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Heldi » 19.03.2019 15:56

1. @Assaltaro: Wie gesagt, sehe ich die drohenden Schwierigkeiten. Aber in der Abwägung gehen die Urheberrechte für mich vor. Die derzeitige Praxis ist für den Schutz der Urheber offensichtlich unzureichend, wie ein Aufenthalt in allen sozialen Medien innerhalb von Minuten offenbart. Technische Umsetzbarkeit ist dabei kein Primärkriterium. Als Rechtsgemeinschaft müssen wir uns zuerst eine faire Lösung überlegen und dann Wege zu deren Umsetzung überlegen.

Sorry, aber wenn die legitimen Rechte der Urheber dazu führen, dass Youtube vorübergehend abgeschaltet werden müsste (was nicht passieren wird!) oder Internetforen den Upload sperren, bis es dort technische Lösungen gibt, dann ist das eben so. Falsche Prioritäten werden aus meiner Sicht ziemlich klar, wenn die halbe "Netzgemeinde" Seite an Seite mit den großen sozialen Medien steht. Ehrliche Frage: Gibt Dir (und anderen) das keine Zweifel auf?

2. @Raskir: Danke für das Explaning mit dem BGH-Urteil. Hat mich sehr gefreut.

Im Übrigen: Die große Zensur-Sorge ist aus meiner Sicht nicht weniger unpassend als damals, als die "Netzgemeinde" gegen die Sperre von Kinderpornographie agitiert hat. Bei "wehre den Anfängen" muss man sich schon die richtigen Fronten suchen.

Und: Es gibt keinen Interessengegensatz zwischen Urhebern und Verwertern. Das Gegenteil ist die Polemik von Leuten, die raubkopieren wollen. Die Rechte stehen den Urheber zu, bis er sie an die Verwerter veräußert (und dann dafür Geld bekommt). Der Verwerter ist also der Rechtsnachfolger des Urhebers und die Leistung des Urhebers, die er an den Verwerter verkauft, wird umso mehr wert sein und daher Entgelt erzielen können, je besser die Rechtsposition der Urheber und Folgeverwerter gegenüber Dritten bei Verstößen gegen das Urheberrecht ist. Deshalb unterstützen die großen Verwertungsgemeinschaften (vgl. VG Wort und Initiative Urheberrecht) die Reform auch. Dass es irgendwelche kleineren Verbände gibt (mit Urhebern, die vlt. nur dem Namen nach Urheber sind und deren Werke keine Relevanz haben und die niemand rechtswidrig verwerten will), die gegen die Reform sprechen, ist demgegenüber unbedeutend. Wir können hier auch eine Tierschutzinitiative aufmachen und dann für die Massentierhaltung als Mittel zur Zeugung vieler Tiere eintreten. Würde das jemand ernst nehmen und dann anführen, dass manche Tierschutzgruppen für Massentierhaltung sind?

3. Ich erinnere daran, dass ich die Aktion trotz inhaltlicher Ablehnung aus Gründen des demokratischen Gemeinsinns gut finde!

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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 19.03.2019 17:45

Heldi hat geschrieben:
19.03.2019 15:56
Internetforen den Upload sperren, bis es dort technische Lösungen gibt
Es geht nicht nur um Uploadfunktionen. Es geht auch um die Betragsfunktion. Texte können urheberrechtlich geschützt sein, wie du sehr wohl weißt.

Im Übrigen bin ich nicht der Meinung, dass es in Ordnung ist, für das Ziel, die Urheber vor den sozialen Netzen zu schützen, nebenbei alle kleinen Webseiten mit Nutzerbeitragsmöglichkeiten plattzumachen. Das ist es, was mich an der Sache stört - Youtube und Co sind mir dabei egal.
Aufgeben ist was für Schwächlinge.--Melek ibn Cherek, Richter der neun Streiche

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Ungelesener Beitrag von Raskir » 19.03.2019 17:56

Du polemisierst und agitierst ähnlich wie Hohlmeier und Schulze von der Union, indem du implizit sagst jeder der gegen die Reform ist, ist ein Raubkopierer. Also auch Assaltaro und Fenia.

Auf das Niveau, das noch unter meinem Teppich liegt, hab ich keine Lust. Ich geh weiter daddeln.

Für die Interessierten:
Einfach mal Golem, Heise oder der Seite von savetheinternet (da hat man die gesammelte BS-Dröhnung) besuchen und die Artikel zu dem Thema lesen.
Erwartet uns!

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Ungelesener Beitrag von Heldi » 19.03.2019 18:16

1. @StipenTreublatt: Das hatte ich in der Tat nicht so bedacht. Für mich stehen Video-, Bild- und Sounddateien im Vordergrund. Ich glaube, dass tun sie auch tatsächlich. Ich verstehe aber das Problem, welches Foren damit haben: Es ist schwer zu überprüfen, wer jetzt in welchen Beitrag in diesem oder noch größeren Foren einen urheberrechtlich geschützten Text einstellt. Danke für den Hinweis!

Auf der anderen Seite müssen wir auch die schlimme Situation insb der Zeitungsverlage berücksichtigen, deren Texte oft im Volltext in soziale Medien kopiert werden, so dass der Leser nicht einmal mehr auf die Website der Zeitung gehen muss. Die Werbeeinnahmen streichen sich die drei großen Social-Media-Konzerne ein. Zeitungen leiden darunter, werden aber im Zeitalter des autoritären Populismus (weltweit) dringend gebraucht. Dieses Problem muss angegangen werden. Die nachträglich Kontrolle ist belegtermaßen fruchtlos. Da sind wir uns doch einig, oder? Und da können wir nicht immer nur sagen, was nicht geht, um die Urheber-Rechte zu schützen.

2. Ich möchte hiermit ausdrücklich, feierlich und mit reinem Gewissen klarstellen, dass ich nicht sage, dass Assaltaro und Fenia Raubkopierer sind. :) Allerdings gehe ich schon davon aus, dass jeder von uns partiell mehr oder weniger bewusst von Urheberrechtsverletzungen profitiert. Auch ich suche bei Youtube nach RPG-Musikstücken, die mir hier empfohlen oder ja sogar direkt verlinkt werden. Wir alle als Gesellschaft haben dafür zu wenig Unrechtsbewusstsein. Und dieses spiegelt sich, so fürchte ich, leider in den Argumentationen gegen die Reform wieder.

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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 19.03.2019 18:24

Ich glaube das keiner hier sagt, dass der Schutz vom Urheberrecht nicht wichtig ist. Und zumindest in den Foren wo ich unterwegs bin, wird recht schnell gegen Urheberrechsverletzungen vorgegangen.

Aber ich halte es einfach für falsch zuerst ein Gesetz einzuführen und sich erst dann zu überlegen, ob man das technisch überhaupt umsetzen kann. Man sollte halt zuerst die Konsequenzen bedenken und ob sich das lösen lässt und nicht denken wird schon klappen. Den Betreibern der Plattformen wird schon was einfallen.
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Ungelesener Beitrag von Heldi » 19.03.2019 18:30

Anderswo machen wir das allerdings regelmäßig, @Assaltaro. Wir legen beispielsweise Schadstoffgrenzen für Fahrzeuge oder Treibhausgashöchstwerte für Volkswirtschaften fest und sagen dann den Ingenieuren: Jetzt bekommt es hin! Das Recht kann als Katalysator für Innovation dienen.

Möchte nochmal klarstellen, dass ich die Aktion gut finde.

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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 19.03.2019 18:37

Das ist auch sonst nicht sinnvoll. Nur weil man das immer so macht, muss es nicht gut sein
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Ungelesener Beitrag von Heldi » 19.03.2019 18:45

Okay. Diese Konsequenz kann ich respektieren.

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Ungelesener Beitrag von Zorni » 19.03.2019 19:22

Was Foren und evtl das DSAforum betrifft verweise ich einfach noch einmal auf meinen Beitrag
Ihr glaubt nicht ernsthaft, das irgend jemand von uns da auch nur ein Minimalrisiko eingehen wird oder? Wenn ihr das glaubt - kommt von dem Gedanken weg. Es kostet schon genug Zeit, ohne diesen EU-Unsinn.

Was Youtube und die arme Gema betrifft ... die haben schon lange einen Vertrag und Youtube dürfte die Haupteinnahmequelle von dem Verein sein...

Und was Artikel 11 betrifft. Dann schmeißt google halt die Europäischen Nachrichtenseiten raus aus deren Suche. Für die Klicks zahlen die 0 haben aber sehr hohen Profit ... und diesen Gratisservice wollen sie sich nun noch vergüten lassen, haha. Es gab schon Länder in denen Google das gemacht hat ... was meinst du wie schnell die eine Gratislizenz hatten... Denn nicht von Google gelistet zu werden heißt, man ist irrelevant - in vielerlei Hinsicht.

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Ungelesener Beitrag von WeZwanzig » 19.03.2019 20:28

Das DSAforum müsste tatsächlich von Artikel 13 nicht betroffen sein. In der Definition in Artikel 2, Satz 5 steht, dass eine Seite betroffen ist, wenn sie urheberrechtliche Inhalte anbietet "for profit-making purposes". Da es hier nicht mal Werbebanner gibt sollte nach meinem Verständnis dieses Forum sicher sein. Alle anderen Foren aber, die zur Kostendeckung z.B. Werbung einblenden sind aber betroffen.

Am Samstag will ich aber auch auf die Straße gehen und protestieren. Der Gesetzesentwurf so wie er jetzt ist zielt einfach extrem übers Ziel hinaus. Er ist technisch einfach nicht umsetzbar, nicht durchdacht, trifft die Falschen und wird ziemlich sicher dazu führen, dass lieber zuviel als zuwenig geblockt wird.
Die rechte der Urheber müssen geschützt werden, das ist klar, aber beim Abwägen von deren Rechten mit zum Beispiel dem Recht auf Satire oder noch zentraler freie Meinungsäußerung bin ich ganz klar dafür, dass der jetzige Entwurf in die Tonne wandert und ein neuer, besserer formuliert wird!

Weil andere das noch deutlich besser als ich erklären können, habe ich hier noch zwei Interessante Videos:
Einmal Artikel 13 am Beispiel einer konkreten, existierenden Seite, und warum diese schließen muss, sollte Artikel 13 kommen, obwohl sie sich nichts zu schulden kommen lässt:

Und einmal ein alternatives Model, mit dem die Rechte der Urheber verbessert werden, ohne dass die ganzen Probleme von Art13 auftreten:
DSA, trotz der Regeln, nicht wegen der Regeln

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Ungelesener Beitrag von Zorni » 19.03.2019 20:36

WeZwanzig hat geschrieben:
19.03.2019 20:28
Das DSAforum müsste tatsächlich von Artikel 13 nicht betroffen sein. In der Definition in Artikel 2, Satz 5 steht, dass eine Seite betroffen ist, wenn sie urheberrechtliche Inhalte anbietet "for profit-making purposes". Da es hier nicht mal Werbebanner gibt sollte nach meinem Verständnis dieses Forum sicher sein. Alle anderen Foren aber, die zur Kostendeckung z.B. Werbung einblenden sind aber betroffen.
Wir haben ja ab und an mal kleine CFs zur Gegenfinanzierung gestartet. Man muss halt auch abwarten, wenn es wirklich so weit kommt, wie das alles mit nationalem Recht letztlich umgesetzt wird. Auf jeden Fall ein heißes Eisen.

Oder schaut mal nach nebenan zum Orkenspalter. Eine Theorie könnte ja sein: Es hat sich ein Verlag dort eingenistet, also ein profitorientiertes Unternehmen. Natürlich betont Thomas immer die Unabhängigkeit des Forums. Dennoch halten es viele, vor allem neue Spieler, für das Verlagsforum ... wie soll er damit umgehen? Wie würde das rechtlich gesehen werden?

Oder schaut zu Livestreams ... wie soll sichergestellt sein, das profitorientierte Streamer wie OrkenspalterTV das noch machen können? "Uploadfilter" und Livestreams? No fucking way... Zudem halte ich es für äußerst fraglich, ob Google als Eigentümer mit jedem deutschen Kleinstverlag ein Lizenzabkommen abschließen wird. (Und sind wir mal ehrlich, es gibt aus deren Sicht keinen deutschen Rollenspielverlag, der auch nur in irgend einer Art und Weise relevant ist...)

Das könnte man beliebig fortführen...

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Ungelesener Beitrag von Farmelon » 20.03.2019 00:17

Super Aktion! :6F:
Traurig das es nötig ist.
Zorni hat geschrieben:
19.03.2019 19:22
Und was Artikel 11 betrifft. Dann schmeißt google halt die Europäischen Nachrichtenseiten raus aus deren Suche. Für die Klicks zahlen die 0 haben aber sehr hohen Profit ... und diesen Gratisservice wollen sie sich nun noch vergüten lassen, haha. Es gab schon Länder in denen Google das gemacht hat ... was meinst du wie schnell die eine Gratislizenz hatten... Denn nicht von Google gelistet zu werden heißt, man ist irrelevant - in vielerlei Hinsicht.
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haben wir doch schon mitgemacht. Google hat so lange keinen Nachrichten der großen Verlage groß aufgeführt bis die Verlage welche mit der Reform geld verdienen wollten google Freifahrtscheine für alles gegeben haben

der Mist hat in deutschland nichts gebracht um Google und andere großen etwas zu kontrollieren, das wird auch EU-weit nichts bringen sondern den großen eher in die Hände spielen. Auch wenn Lobbygruppen um Axe-Springer und andere große Verlage hoffen das sie europäisch damit als Gewinner dastehen und es deswegen befeuert haben so etwas umzusetzen werden die erneut die Verlierer daran sein. Die wollen daran verdienen so wie damals in Deutschland, im Endeffekt wird es für die ein Verlustgeschäft werden und wir alle werden noch abhängiger von google, Facebook und den anderen paar Großen. Weil die Kleinen sich gar keine Uploadfilter erlauben können.
Und eben wir kleinen Nutzer sind die allergrößten Verlierer, das wurde ja hier und an anderen Stellen im Internet ausführlich diskutiert. Deswegen kurz und knapp meine Sichtweise dazu.

Nachtrag:
Hier auch mal ein sehr erhellendes Interview mit einem Politiker der verantwortlich ist das alles durchzuboxen:
https://www.vice.com/de/article/vbw8zy/ ... rnet-sieht

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Ungelesener Beitrag von Derya Eulenhexe » 20.03.2019 11:56

Die Bibliotheken sind auch nicht sonderlich begeistert von den § 11 und 13 und haben über den Deutschen Bibliotheksverband ihre Einschätzung an die Abgeordneten des EU-Parlaments verschickt. In anderen Bereichen positive Entwicklungen, aber bei diesen beiden Paragrafen... Äh, ja... :dunkelheit:

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Ungelesener Beitrag von Zorni » 20.03.2019 20:15

Bei der Aktion Phantast*innen gegen Artikel 13 laufen die letzten Vorbereitungen. Wir sind sage und schreibe 61 (!!) Webseiten, die sich daran beteiligen. Ob groß oder klein, Verlag, Fanseite, Forum oder Wiki - eine wahrlich bunte Palette. Das hier werdet ihr wohl morgen ab und an zu sehen bekommen. https://pga13.eu/

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Ungelesener Beitrag von Amaryllion » 23.03.2019 22:02

Bin heute in Dortmund auf der Demo gewesen. Im Vorfeld hatte ich ja befürchtet, dass wir da mit 200 Leuten rumstehen und etwas bedröppelt gucken. Glücklicherweise war die Sorge unberechtigt, es wurde stellenweise recht kuschelig. Ich bin schlecht im Schätzen, aber so ein paar Tausend dürften das gewesen sein. Gut!

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 23.03.2019 22:04

Och mensch, in Dortmund war ich auch! Hab dort auch @Raul Ehrwald getroffen. Schätzungsweise 2500-3500 Demonstranten waren wir, hab zumindest beide Zahlen schon gelesen :)

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Ungelesener Beitrag von Raskir » 26.03.2019 13:09

Es hat alles nichts genutzt, wir haben verloren, die Reform wurde durchgewunken.

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 26.03.2019 13:29

Mich hat das viel über Demokratie, Lobbyismus, Presse und Propaganda gelehrt.

Zurück auf die Strasse und wie immer zur Wahl!

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Madara Thiralion
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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Madara Thiralion » 26.03.2019 13:35

Tja, soviel dazu. Heil Demokratie und so.
Da war man auf vier Demos, und gebracht hat es nichts.
Aber echt dreist, das vor den Wahlen durchzuziehen, hatte mit Vertagung gerechnet. Bleibt wohl nur, ihnen eine Kernschmelze in der Wahlurne zu bescheren, im Mai.

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Zorni » 26.03.2019 13:47

Nun wird es vor den EUGH gehen...

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Phantast*innen gegen Artikel 13 - Forenblackout

Ungelesener Beitrag von Raskir » 26.03.2019 14:51

Zorni hat geschrieben:
26.03.2019 13:47
Nun wird es vor den EUGH gehen...
Noch fehlt der Rat, und wenn ein Land da "Nein!" sagt, dann haben wir nochmal Glück gehabt.
Ansonsten einfach mal überlegen, wo man im Mai sein Kreuz nicht macht.

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PS: Julia Rede wird das Abstimmungsverhalten offenlegen, wenn es publiziert sind.
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Ungelesener Beitrag von Gorbalad » 26.03.2019 14:53

Raskir hat geschrieben:
26.03.2019 14:51
PS: Julia Rede wird das Abstimmungsverhalten offenlegen, wenn es publiziert sind.
https://juliareda.eu/wp-content/uploads ... htvote.pdf

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