Forenaktion: Preiset Tsas bunte Vielfalt!

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Irike
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Forenaktion: Preiset Tsas bunte Vielfalt!

Ungelesener Beitrag von Irike » 25.06.2020 13:55

Oh man, die Messlatte hängt dank des wundervollen Beitrages von @Madalena echt hoch!
Wirklich eine ganz tolle Geschichte. *schnief* :heart:

Ich bin jetzt auch hochmotiviert, selber etwas zu machen, denn diese Forenaktion finde ich großartig! Habe auch schon eine Idee, mal schauen, wann ich dazu komme.

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Irike
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Ungelesener Beitrag von Irike » 25.06.2020 15:03

Horasischer Vagant hat geschrieben:
16.06.2020 17:31
Mein Beitrag ist bewusst kurz geschrieben und mit einem offenen Ende…er soll dazu anregen über fremde aber vor allem seine eigenen Toleranzgrenzen nachzudenken…
Dazu fiel mir gerade eine schöne Nebenhandlung aus unserer Gruppe ein. Wir spielten die Orkland-Trilogie in der
SpoilerShow
die Helden im ersten Teil der Trilogie von einem Achaz-Stamm in deren Höhle eingeladen werden. Dort bietet der Häutling der Gruppe dem "kämpferischsten" Mann seine schöne Tochter Tillitikki, einer etwas kleinwüchsigen Achaz mit leuchtend rotem Kamm, als Frau an. Nun hatten wir in dieser Gruppe nur zwei Männer, die beide nicht die dollsten Kämpfer waren: Einen sehr verschwiegenen und etwas verschrobenen Nivesen namens Yanyuk und meinen Beherrschungsmagier namens Rashik aus Fasar. Der Magier war zwar für einen Herrn seines Standes recht kräftig, aber dennoch eher schmächtig, wenn man ihn mit dem Nivesen verglich.
Also bot der Häuptling seine schöne Tillitikki dem Nivesen als Frau an. Als Mitgift gibt es einen riesigen Schatz, bestehend aus Gold, Silber und Edelsteinen.

Eigentlich ein absurdes Angebot, könnte man jetzt behaupten.
Yabyuk sah das anders und nahm das Angebot an. Es gab sofort eine zünftige echsiische Hochzeitsfeier, auf der sich mein Magier köstlich auf Kosten des Nivesen amüsierte und plötzlich hatte unsere Gruppe einen Charakter mehr.

Nun hatte unser Nivese eher Interesse an der Mitgift anstatt an seiner nun Angetrauten und strafte sie mit Missachtung, während wir weiter durch das Orkland wanderten.

Rashik hatte aus Gründen, die mit seinen Erlebnissen aus seiner Kindheit zusmmen hängen, Mitleid mit der Achaz-Dame und verbachte daher viel Zeit mit ihr. Er bringt ihr Garethi bei, sie ihm im Gegenzug die Sprache ihres Volkes. Über Wochen und Monate entsteht so eher heimlich eine Freundschaft zwischen den beiden.
Außerdem zwingt Rashiks Neugier ihn dazu, ständig zu beobachten, ob es zu rahjanischen Aktivitäten zwischen dem Ehepaar kommt, denn aus rein wissenschaftlichen Gesichtspunkten ist er daran interessiert zu erfahren, ob die beiden Kinder zusammen haben können. Und ob diese dann lebend geboren werden oder ob Tillitikki Eier legen wird.

Zugleich beginnt Yanyuk zu erkennen, dass seine Frau nicht nur gut kochen kann, sondern auch eine sehr liebenswerte und einfühlsame Person ist. Zwischen den Ehegatten sprießt und gedeiht zunächst unbemerkt die Blüte der Liebe.

Erst in einem Moment, in dem das Leben Tillitikkis in Gefahr ist, erkennt Yanyuk seine wahren Gefühle für seine Angetraute und ist seit diesem Ereignis Rashik, dem es gerade noch gelang, Tillitikki mit einem Balsam Salabunde zu retten, zuteifst dankbar.

Yanyuk und Tillitikki verließen die Gruppe in Enqui, als sie es endlich geschafft hatten, das Orkland zu durchqueren. Rashik vermisste seither ständig seine echsische Freundin und hat als Erinnerung an sie nur das bißchen Sprache, das sie ihm beibringen konnte.

Monate später treffen sie sich zufällig in Norburg wieder. Rashik hat inzwischen die Bekanntschaft von Boromeo gemacht, einem Magier aus Al'Anfa. Der, seiner Herkunft entsprechend, Echsen auf den Tod nicht ausstehen kann. Als die beiden Magier Yabyuk und Tillitikki sehen, schreit Boromeo "Eine Echse!" und hebt seine linke Hand, um diese mittels eines gezielten Fulminictus ins Jenseits zu befördern. Wieder rettet Rashik seine Freundin, indem er Boromeo daran hindert, den Zauber auszuführen und dann erklärt, dass diese Echse in Ordnung ist, und seine Freundin. Der andere Magier ist zwar darob etwas verwirrt, nimmt es aber erst einmal hin.

Rashik, Yanyuk und Tillitikki feiern ihr Wiedersehen und die Eheleute klagen dem Magier ihr Leid, dass sie leider bisher keinen Nachwuchs zeugen konnten und nicht wissen, ob das überhaupt möglich ist.

Inzwischen hat Rashik bei einer Reise von Havena nach Selem jemanden getroffen, der offensichtlich halb Mensch, halb Achaz ist. Der war zunächst nur bedingt bereit, Auskunft über sich zu erteilen, da er es eher gewohnt ist, feindselig behandelt zu werden. Doch Rashik kann ihn mithilfe seines Hauszaubers davon überzeugen, dass er ein guter Freund ist und ihm (wahrheitsgemäß) nichst Böses möchte. Er erfährt so, dass es wohl doch Nachwuchs geben kann, wenn Achaz und Mensch sich in rahjanischer Weise vereinen.
Er ist überglücklich über diese Erkenntnis und hofft seitdem, dass er Yanyuk und seine alte Freundin noch einmal wieder sieht, um ihnen davon zu berichten.

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Ungelesener Beitrag von Madalena » 25.06.2020 15:46

@Irike
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Mein erster Impuls war ja eher: Ich will gar nicht genau wissen, wie das zwischen Mensch und Achaz körperlich vonstatten geht.

Und dann ist mir aufgefallen: Das ist genau die Art Vorbehalt, die man zwischen Mensch und Ork, zwischen Mann und Mann, zwischen Dick und Dünn, zwischen... haben könnte. Aber es geht doch gar nicht darum, was ich mir vorstellen kann und will, sondern um zwei Wesen die miteinander glücklich sind, auf ihre eigene Weise. Ob nun für mich nachvollziehbar oder nicht. Und für die Bilder, die in meinem Kopf entstehen kann nur ich selbst was.

Bin ich selbst in dieses Denkmuster getappt :censored:. Aber ist es nicht genau im Sinne dieser Aktion, sich selbst und seine Denkmuster zu hinterfragen (so wie @Horasischer Vagant es ja auch schon angebohrt hatte? :)

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Ungelesener Beitrag von Horasischer Vagant » 25.06.2020 15:51

@Madalena
Ja, genau das war/ist der Beweggrund meiner Kurzgeschichte! :)
Besuche mit Deinem Helden das Shaya´al´Laila in Zorgan (offenes RP)

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Ungelesener Beitrag von Farmelon » 25.06.2020 16:32

Ich hab mich extra nicht auf das Glatteis begeben wie so etwas laufen könnte, allerdings nicht wegen den Forenregeln. Ich hab oft erlebt das andere ja nicht davon "belästigt" werden wollen wenn etwas abseits ihrer Normalität liegt, dazu gehört auch wenn x andere erzählen wie der Urlaub mit Frau oder Freundin war aber dann von dem einem kommt wie der Urlaub mit Freund war weil man das ja nicht aufs Butterbrot geschmiert bekommen will. Und dann anders herum von anderen dann das "Ja, aber wie kann das denn funktionieren" und dann entweder dämliche Neugierde von denen oder schräge eigene Ideen weil die eigentlich nur ablassen wollen für wie merkwürdig sie das doch alles halten. :rolleyes:
Entweder aus eigener Erfahrung, oder aus der Perspektive von anderen, auch wenn ich mich natürlich je nachdem selber nicht völlig frei von so etwas sprechen kann. So etwas findet sich immer wieder und überall wo einem etwas fremd erscheint, oder etwas bewusst oder unbewusst abgelehnt wird. Wir Menschen sind es gewohnt in Schubladen zu denken, alter evolutionsbiologischer Selbsterhaltungstrieb, manchmal ist es wirklich nicht leicht wirklich aus den Schubladen heraus zu brechen.

Deswegen hab ich bei meinen Geschichten den Fokus eben auf anderes gelegt. Und höchsten mal solche Gleichnisse wie Frunu und Angara gewählt, auch weil es einfach passend war bei der Geschichte. Oft hilft es nicht nur sich selber zu hinterfragen, sondern auch zu schauen wo man ähnlich ist wenn man mal offen darüber nachdenkt. Manchmal sind die Unterschiede doch kleiner als man denkt, einfach weil man abseits davon noch so viele Gemeinsamkeiten hat oder entdecken könnte. :)

Und ich persönlich mag bisher alle Geschichten, da braucht sich nichts hinter denen von anderen zu verstecken. Ebenso wie mir das Bild gefällt.

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Ungelesener Beitrag von Irike » 25.06.2020 18:36

Ich konnte nicht anders und musste noch eine Idee, die mir schon länger im Kopf rumschwirrte, in Worte fassen. Viel Spaß beim Lesen!
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Shaminas Traum

In Gedanken versunken packte Shamina ihre wenigen Habseligkeiten in eine Holzkiste. Nicht mehr lange, dann würden die Träger kommen, die alles in das neue Haus auf der zweiten Ebene der Stadt bringen würden. Gut einen Mond waren sie nun schon in Al‘Anfa. Bisher hatten sie in dem kleinen Haus auf der ersten Ebene gelebt. Auf der „Matsch-Ebene“ wie Shamina sie insgeheim nannte: Wenn einmal mehr der Regen auf die Stadt herniederprasselte, verwandelten sich die Straßen und Wege in morastige Pfade, in denen man bisweilen knietief im Matsch versank. Wie viel schöner war doch ihre Heimatstadt Elburum! Da war es nicht so schwül, nicht so heiß und Matsch gab es da auch keinen. Shamina seufzte, als sie als letztes ihr Holzbesteck, das sie noch von der langen Reise hierher besaß, in die Kiste legte.

Als sie damals, vor inzwischen mehr als sechs Monden, mit ihrer Herrin aufgebrochen war, um mit einer Kamelkarawane die Khomwüste zu durchqueren, hätte sie im Traum nicht daran gedacht, dass sie irgendwann mal in Al‘Anfa landen würde. Mit einer Händlerin und zwei Magiern aus dem Mittelreich.
Die Dinge hatten sich, nun ja, unerwartet entwickelt, seit die Karawane damals überfallen worden war. Mit allem was sie konnte hatte sie versucht, ihre Herrin zu verteidigen. Galant und tänzerisch hatte sie damals ihren Khumchomer und ihren Kampffächer geschwungen, doch genutzt hatte es letztendlich nichts. Ihre ehemalige Herrin war, wie viele andere, an diesem Tag gestorben. Sie selbst hatte mehr Glück gehabt, denn sie war mit dem Leben davon gekommen. Auch wenn dieses ihr seit diesem Tag als wenig aussichtsreich erschienen war. Denn sie war in Gefangenschaft geraten. Sie hatte gewiss zwei Wochen in den Fängen dieses dunklen, mächtigen Mannes verbringen müssen, bei dem sie nach wie vor davon überzeugt war, dass er nicht wirklich ganz menschlich gewesen war. In diesen zwei Wochen war sie ihm gefällig und zu Willen gewesen, hatte das getan, was er von ihr verlangte. Dabei hatte sie selbst sogar, zumindest auf denn ersten Blick, ebenfalls Freude und Lust empfunden. Verstanden hatte sie dies damals noch nicht, dennn sie hatte sich bisher nie zu Männern hingezogen gefühlt. Doch bei diesem Mann, mit seinen stechenden, schwarzen Augen, den blauschwarzen langen Haaren und dem ebenmäßigsten Gesicht, das sie je gewahrt hatte, war es anscheinend anders gewesen. Gesehnt hatte sie sich nach ihm, nach seiner Berührung, nach seinem Kuss. Eifersucht hatte sie jeden Abend zerfressen, wenn er statt ihr eine der anderen drei Frauen zu sich gerufen hatte. Zuerst war sie einige Tage seine einzige Geliebte/Gefangene gewesen, doch dann waren die anderen drei dazu gekommen: Die hellblonde, kleine und sehr gutaussehende Aldare von Erlenfurt und die beiden jugen Tulamidinnen.
Dass ihr Verlangen nach dem Dunklen Herrn nur Täuschung, Lug und Trug gewesen war wusste sie seit ihrer Befreiung. Tief in ihrem Inneren hatte sie es die ganze Zeit gewusst. Doch irgendetwas hatte er mit ihr und den anderen getan. Irgendwie hatte er ihre Gefühle und Gedanken so manipuliert, dass sie meinten, ihn zu lieben und zu begehren. Bei dem Gedanken daran drehte sich ihr der Magen um. Abscheulich! Widerwärtig! Doch es ließ sich nicht leugnen, was geschehen war, war geschehen.
Bis zu ihrer Rettung durch Yolanda und Fenris von Finkenauel und dem Magier mit dem Turban war sie dem Zauber des Dunklen Herrn erlegen gewesen. Sogar so sehr, dass sie, so wie die drei anderen Frauen, gar nicht hatte mitkommen wollen, als die drei Zauberer in ihrer Kammer erschienen waren um sie zu befreien. Fenris hatte Aldare überreden können, denn die beiden waren damals schon ein Paar gewesen. Der Magier mit dem Turban hatte den beiden Tulamidinnen befohlen zu gehen und sie hatten gehorcht. Wie sich später herausstellte, waren es seine zweite Frau und seine Tochter gewesen. Doch ihr hatte niemand befehlen können und aus ihrem falschen Gefühl der Zuneigung und des Verlangens hatte sie sich geweigert, mit den anderen zu fliehen. Ihr Leben verdankte sie dem beherzten Handeln von Yolanda von Finkenauel. Die hochgewachsene Magierin hatte Shamina am Arm gepackt und einfach gegen Shaminas Willen und Gegenwehr mit sich hinaus ins Freie gezerrt, während der Magier mit dem Turban, Tulef war sein Name gewesen, einen Dämon beschworen hatte: Ihre einzige Chance, den Fängen des Dunklen Herrn zu entkommen. Tulef hatte es leider nicht geschafft, er hatte sich geopfert, um den anderen die Flucht zu ermöglichen.
Im Anschluss wären sie beinahe verdurstet, da sie sich in der Wüste verirrten. Nur mit letzter Kraft hatten sie die Oase erreicht, da waren die blonde Aldare und die beiden tulamidischen Frauen schon nicht mehr bei Bewusstsein gewesen. Erst als Shamina dort langsam wieder zu Kräften gekommen war, hatte sie begonnen zu verstehen, was passiert war. Yolanda von Finkenauel hatte sie gerettet. Shamina verdankte ihr ihr Leben. Ihre Ehre als Balayan gebot ihr, sich dafür zu revanchieren. Shamina war zu der großen Frau mit den tiefschwarzen, hüftlangen Haaren und den leuchtend blauen Augen gegangen, war vor ihr nieder gekniet und hatte ihr ihre Dienste als Beschützerin angeboten. So lange, bis Shamina Yolanda auch einmal das Leben gerettet hatte. Zwar konnte sie der gutaussehenden Magierin nicht ihren Säbel und ihren Fächer zu Füßen legen, doch sie hatte gehofft, dass sie sich möglichst bald wieder Waffen würde beschaffen können, damit sie ihren Dienst als Beschützerin wieder erfolgreich würde ausführen können.
Yolanda von Finkenauel hatte etwas verhalten versucht, Shamina klar zu machen, dass sie keinerlei Dienste oder Gegenleistung von ihr erwartete. Doch die Magierin, die zum Erstaunen der Balayan stets ein Schwert an der Seite trug, liebte die Herrin Rondra anscheinend genauso sehr wir Shamina selbst und verstand daher den Schwur und das Ehrenversprechen, mit dem dieser verbunden war. Sie hatte Shaminas Angebot akzeptiert.
Seitdem war so viel geschehen. Shamina hatte die drei seitdem begleitet und sich bemüht, auf Yolanda Leben acht zu geben. Auf der Reise hatte sie erfahren, dass Yolanda und Fenris von Finkenauel Verwandte waren, deren Auftrag es war, Aldare von Erlenfurt zu begleiten und zu beschützen. Aldare selbst war von ihrem Kaiser, Hal von Gareth, nach Al‘Anfa beordert worden, um dort gewisse Dinge, die sich Shaminas Verständnis entzogen, zu erledigen. Warum deren Weg durch die Wüste Khom geführt hatte, war eine lange, abendfüllende Geschichte gewesen, die Fenris von Finkenauel eines abends zum Besten gegeben hatte. Sonderbare Geschehnisse waren es, die dazu geführt hatten. Doch Shamina wollte sich nicht beklagen. Wäre dies nicht passiert, wäre es nicht zu ihrer Rettung durch Yolanda von Finkenauel aus den Fängen des Dunklen Herrn gekommen.
Ach, Yolanda… Von Tag zu Tag, den die kleine Gruppe zusammen gereist war, war Shaminas Zuneigung zu ihrer neuen Herrin gewachsen. Diese wundervollen blauen Augen! Diese seidigen, langen Haare, in die sie so gerne einmal ihre Hände vergraben würde. Dazu die so rondragetreue Art, der Ehrenkodex nach dem die Magierin stets das Wohl und die Sicherheit aller anderen über den Wert ihres eigenen Lebens stellte. Eigentlich waren ihre Liebschaften in der Heimat immer kleinere, zierliche Frauen gewesen, so wie sie selbst eine war. Doch diese große, kräftige Magieren, die ihren Vetter Fenris, der gewiss einen Schritt und fast viereinhalb Spann maß, noch um einen halben Kopf überragte, faszinierte sie. Nicht, dass sie sich das je hatte anmerken lassen. Denn inzwischen hatte Shamina erfahren, dass Yolanda wohl in eine Zweckehe gegeben werden würde, sobald sie wieder zurück bei ihrer Familie war. Ihre Muhme regierte eine Grafschaft und sah in Yolanda eine gute Partie, mit deren Verheiratung sich wohl politisch sinnvolle Verbündete gewinnen lassen würden. Yolanda hatte das völlig emotionslos berichtet, so, als würde ihr das nicht im Geringsten etwas ausmachen. Doch Shamina, die sich inzwischen mehr denn je nach der anderen Frau sehnte, hatte es einen schmerzlichen Stich versetzt, dies mit anhören zu müssen.
Als Glück im Unglück sah die Balayan es, dass sie auf der langen Reise nach Al‘Anfa mehr als einmal die Erfahrung hatte machen müssen, dass es sich als äußerst schwierig erwies, die große Magierin zu beschützen. Denn die konnte ganz augenscheinlich hervorragend auf sich selbst aufpassen. Mit ihrem Stab kämpfte sie bestimmt genauso gut wie Shamina mit ihrem Khunchomer, mit dem Schwert war sie jedoch etwas weniger gewandt. Doch das, was ihr da an Talent fehlte, machte sie mit ihrer doch recht zielgerichteten magischen Begabung wett. Mehr als einmal hatte Shamina mit Erstaunen und Bewunderung beobachten dürfen, wie Yolanda mit Magie kämpfte. In Sekundenschnelle blendete sie mehrere Gegner, um ihnen danach mittels eines unsichtbaren Zaubers Schmerz und Schaden zuzufügen. Oder sie mit einer kraftvollen Feuerlanze zu verbrennen. Wie bitte sollte Shamina nur je ihr Versprechen einlösen, dieser Frau das Leben zu retten? Als sie dies vor einigen Wochen erkannt hatte, hatte es sie zunächst zutiefst betrübt. Doch dann kam die Erkenntnis, dass sie so wohl noch lange in Yolandas Nähe würde bleiben dürfen. Ach, wenn diese Nähe doch für immer andauern dürfte. Wenn sie doch nur noch näher, noch enger mit ihr zusammen sein dürfte! Wie oft hatte sie sich in ihren Träumen und Fantasien der rahjanischen Freuden mit dieser wunderbaren Frau gewidmet, ihr Haar in ihren Händen gespürt, ihre Lippen auf die ihren gepresst, ihre Zunge ihren Mund erkunden lassen. Ach, wenn diese Träume doch nur wahr wären!

Betrübt machte Shamina sich auf den Weg nach unten, zu den anderen. Sie hatte fertig gepackt. Zwei verzierte Haarnadeln, die sie noch auf dem kleinen Tischchen neben ihrem Bett gefunden hatte, hatte sie sich in den langen geflochtenen Zopf aus dichtem schwarzen Haar gesteckt. Sie schaute sich noch einmal um. Nein sie fand nichts mehr, anscheinend war sie fertig. Bald würden die Sklaven kommen, um die beiden Holzkisten mit den Habseligkeiten Yolandas und Shaminas abzuholen, um sie hinauf zu dem neuen Haus zu tragen. Das kleine Haus war zwar etwas beengt gewesen, aber dadurch hatte sie das Glück gehabt, sich einen der Räume mit Yolanda teilen zu dürfen. Gelegentliche Blicke auf den muskulösen und dennoch so seidig-weich wirkenden nackten Körper der Magierin waren die Belohnung dafür gewesen, dass sie keinen eigenen Schlafraum gehabt hatte. Doch in dem neuen Haus würde sich das ändern. Dieses war gewiss doppelt so groß und Aldare von Erlenfurt hatte heute morgen beim gemeinsamen Frühstück bereits erzählt, dass dort jeder seinen eigenen Raum haben würde. Mit einem „ist das nicht toll?“ hatte sie ihre Beschreibung des neuen Heimes beendet. Nein, ist es nicht, waren Shaminas Gedanken gewesen.
Als sie nun unten angekommen war und in den Salon trat, ließ sie sich nichts ihres Kummers anmerken. Yolanda saß in einem der bequemen Sessel, in der Hand eine Tasse ihres Lieblingstees. Apfeltee, wie Shamina wusste. Sie kannte alle Vorlieben Yolandas. Aldare und Fenris saßen auf einem der Diwane, der Magier hatte seinen Arm um die Hüfte der kleinen blonden Frau gelegt. Ein bekannter Anblick. Doch nach wie vor empfand die Balayan es als sonderbar, wie sich die hübsche Blonde zu dem Mann hingezogen fühlen konnte. Wie konnte Frau sich überhaupt zu einem Mann hingezogen fühlen? Andererseits, sie selbst war doch auch diesem Dunklen Herrn verfallen gewesen. Wobei Yolanda ihr einmal erklärt hatte, dass das sicher etwas mit Magie und Beherrschung zu tun gehabt hatte. Erschreckend, wozu einen diese Magier mit ihren obskuren und teils sinistren Fähigkeiten treiben konnten. Doch Yolanda würde dergleichen gewiss niemals tun!
„Dann sind wir ja jetzt vollzählig. Wollen wir?“, fragte Aldare in die Runde.
„Ja meine Liebste. Ich freue mich schon auf das neue Heim! Ihr auch?“, wandte sich Fenris an seine Base und Shamina.
„Jo, schon“, sagte Shamina mit tulamidischem Akzent.
„Das klingt aber nicht sehr begeistert!“, gab Fenris zurück.
„Doch, doch, das wird bestimmt prima da oben. Endlich nicht mehr dieser ganze Matsch bei jedem dieser ewigen Regengüsse in dieser ach doch so prächtigen Stadt.“
Die anderen lachten, sie liebten diesen Matsch und diese Stadt genausowenig wie Shamina.
Kurze Zeit später saßen sie in ihren vier Sänften und ließen sich auf die zweite Ebene der schwarzen Perle des Südens tragen. Es dauerte nicht lange, da hatten sie ihr neues Heim erreicht.
„Kommt mit, ich zeige euch unsere Zimmer in der obersten Etage“, winkte Aldare sie hinter sich her, als sie durch die Tür ins Innere trat. Auf der dritten Etage befanden sich die geräumigen Zimmer der Herrschaften. Fenris und Aldare, die bald den Traviabund schließen würden, bezogen zu zweit das größte der Zimmer. Ein Raum würde als Studier- und Alchemie-Zimmer für Yolanda und Fenris eingerichtet werden, ein weiterer als Meditierzimmer. Blieben noch drei weitere freie Räume. Der kleinste davon würde das Gästezimmer werden.
„Und hier ist dein neues Heim, Shamina“, sagte Aldare stolz, als sie die Tür zu einem der beiden Räume öffnete. „Deines ist genau gegenüber,“ erklärte sie Yolanda. Die Magierin schritt hinüber und öffnete ebenfalls die Tür zu ihrer neuen Kammer.
„Und, gefällt es euch hier?“, fragte die Blonde mit einem strahlenden Lächeln.
„Ja, es ist wirklich geräumiger als unser altes Haus. Aber ich würde es dennoch vorziehen, meinen Schlafraum weiterhin mit Shamina zu teilen.“
Huch? Hatte Yolanda das gerade wirklich gesagt? Shamina konnte ihr Glück gar nicht fassen.
„Shamina, was ist dir denn lieber?“, fragte die große Magierin.
„Ich… ähm, ja, ich würde auch gerne weiterhin ein Zimmer mit dir teilen.“ Bloß nichts anmerken lassen!
Nach dem gemeinsamen Abendessen gingen alle früh zu Bett, denn der ganze Trubel mit dem Umzug war ganz schön anstrengend gewesen. Während sie sich selbst bettfertig machte beobachtete Shamina aus dem Augenwinkel, wie Yolanda sich ihrer Kleider entledigte und ihr Schlafgewand überzog. Dann legte die Balayan sich in ihr Bett.
„Gute Nacht, möge Boron deine Träume segnen,“ wünschte Shamina.
„Dir auch“, entgegnete die Magierin.
Shamina rollte sich auf die Seite und versuchte, einzuschlafen. Wie so oft drifteten ihre Gedanken dabei zu dem nackten Körper der Magierin. Wie so oft begann sie sich ihren Traum auszumalen. Stellte sich vor, wie sie über die samtige helle Haut der anderen Frau strich und im Blick dieser wunderschönen, blauen Augen versank. Sie war schon beinah weggedöst, als sie plötzlich eine leichte Berührung an ihrer Schulter spürte. Kurz darauf spürte sie weiche Lippen, die sanft an ihrem Ohr knabberten. Träume ich?, dachte sie. Doch dann hörte sie klar und deutlich Yolandas Stimme, die in ihr Ohr flüsterte: „Shamina? Schläfst du etwa schon?“
Erschrocken drehte sie sich um. Diese wundervollen blauen Augen, an die sie gerade noch so innig gedacht hatte, waren ganz nah. Sie konnte erkennen, dass in dem hellen Blau einige winzigkleine dunkelblaue Pünktchen lagen.
„Ich…“ Sie wusste nicht, was sie sagen sollte.
„Denkst du etwa, ich hätte deine Blicke in all der Zeit nicht bemerkt?“, raunte Yolanda. Ihr Mund war so nah an ihrem eigenen, dass Shamina einen Hauch auf ihren Lippen spürte, als die Magierin sprach. Noch immer konnte Shamina nicht fassen, was da gerade geschah. Dann schlang sie ihren Arm um Yolanda, zog sie an sich heran und küsste sie.

Ylara Windmut
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Ungelesener Beitrag von Ylara Windmut » 26.06.2020 07:11

Auf Anraten von @Farmelon noch ein kleines Vorwort :elfe:

Mein SC Ylara war eigentlich keine Elfe, jedoch hat sie versucht durch die Zeittore zu gehen, was dem Herrn Satinav so gar nicht gefallen hat. So muss sie mit den Konsequenzen leben.
Von Bestrafungen und LiebeShow
Ylara seufzte. Was bei allen Ifritim hatte sie dazu gebracht sich mit Satinav anzulegen? Ja, sie war aus einem edlen Grund durch die Zeitpforten geschritten, doch der Schützer der Zeit hatte sie gestraft. Mit einem Schmächtigen Körper und einem Stigma.

Sie hatte nie etwas für Menschen oder gar Elfen übriggehabt. Die einen zitterten, sobald sie gesprochen hatte, die anderen waren zwar da, aber halt auch nur da. Zwerge hingegen… der Hass der ihr von diesen kleinen Gnomen entgegen schlug war nicht nur greifbar, sondern lag immer in der Luft, wenn einer der Angroschim in ihrer Nähe gewesen war. Sie seufzte erneut und blickte ihr Spiegelbild in der glatten Oberfläche des Sees, an dem sie nächtigten an.

Ein schmales Gesicht blickte sie aus grünen, mit Gold gesprenkelten Augen an, das von blauschwarzen Haaren umrahmt war, aus dem zwei spitze Ohren hervorstachen. Sie war selber eine der Lichtgeher geworden. Satinav wusste schon, wie man bestrafte. Nachdenklich blickte sie dann zu Madas Mal und schüttelte den hübschen Kopf.

„Beim Barte meines Vaters!“, hörte Ylara Romosha los prusten, was die Elfe schnurstracks auf den Füßen hatte. „Was ist los?“, fragte Ylara, die Hand langsam zu ihrem Jagdmesser führend. „Du verdammtes Spitzohr bist immer noch wach!“, polterte die Angroscho und stapfte zu ihr herüber. Ylara hob langsam die Hände. „Du gehört ins Zelt zu Rukus!“, meinte die Zwergin bedrohlich knurrend, als sie sich vor der Elfe aufbaute – und ihr nur auf Bauchhöhe entgegen starrte. „Irgendwer muss den Magier unter Kontrolle halten – und du bist die einzige die das kann.“ – Ylara drehte kurz die Augen gen Himmel. Zwerge und Magie waren… meistens Inkompatibel. „Also, Romo, ich denke Leo ist eingeschlafen, wie sie es schon häufiger ist…“, versuchte die Elfe die Aufmerksamkeit von sich zu lenken, doch die Angroscho schlug ihr gegen die Hüfte. Es schmerzte und Ylara entfuhr auch ein Laut, der einem Drachen alle Ehre gemacht hätte.

„Auf das Biest!“, wurde plötzlich schlaftrunken aus der Nachtstadt von Fox gerufen, der wenige Momente später mit gezogenem Rapier an ihnen vorbei in den See stürmte. Verdattert schauten Elf und Zwerg dem Mann hinterher. Es war Leomara, die Kriegerin, die die beiden anderen Frauen wieder in die Wirklichkeit zurückholte: „Gibt es außer dem Gaukler noch jemand, der glaubt ein Biest sei wach?“

Rukus war der letzte der Wach wurde und seinen gelehrten Kopf aus dem Zelt steckte. „Kann man noch helfen?“, fragte er, nur im Lendenschurz bekleidet sich gähnend am Stab zu ihnen ziehend.
Ylara schüttelte den Kopf und suchte kurz die umliegenden Bäume ab, ehe sie fand was sie gesucht hatte. Die letzte ihrer Reisegruppe war auch wach. „Nein Rukus, Romo hat mich nur mal wieder geschlagen“ – „Ich hab dich geknufft!“ – „Sie hat mich geknufft“, korrigierte Ylara sich, während sie spüren konnte wie der blaue Fleck sich bildete.
„Und warum ist Fox in den See?“, fragte Rukus nach, der sich streckte und seinen freien Arm dann um die Hüfte der Elfe schlang.
„Weil er meint ein Biest gehört zu haben.“, antwortete Leomara ihm, während sie Ylara unverfroren anschaute. Rukus hob die Augenbrauen und schaute den Wellen nach, die sich im Mondlicht käuselten.
„Und warum kommt er nicht wieder raus?“ – „Das frag ich mich auch!“, setzte Romosha nach und stampfte zum Ufer. „Fox, hör mit dem Schabernack auf!“, polterte sie und es dauerte fast eine Minute, bis besagter Kerl wiederauftauchte, nass, aber von beiden Ohren aus grinsend. „Manchmal glaube ich, du bist schlimmer wie Rukus!“, knurrte der Zwerg und bot dem Schelm die hand, damit er aus dem Wasser kam.
„Schlimmer wie Rukus?“, konterte Fox und schaute die versammelte Mannschaft an, „Ich lass mich wenigstens nicht von der Elfe beim Zaubern ablenken!“
Ylara wurde rot, war ihre erste Begegnung doch prekär gewesen.
„Wenn dir so eine Schönheit in den Schoß gefallen wäre, hättest du auch nicht zaubern können“, blaffte Rukus zurück, half den Schelm jedoch zu ihnen hinauf.
„Wenigstens können wir jetzt in der nächsten Stadt wieder in ein Badehaus gehen“, strahlte Leomara, die Ylara kurz drückte. „Wenn du dann wach genug bist, Fox, leiste doch Romo bei der zweiten Wache Gesellschaft – Und Ylara, du gehst schlafen, keine Wiederrede“, fügte Leomara an, die der Nivesin, die immer noch im Baum stand bedeutete das alles gut war.

Während Rukus sich an sie anschmiegte, konnte Ylara noch nicht schlafen. Ihre Gedanken waren noch immer am Rattern. War sie bestraft worden, für das was sie getan hatte? Sicherlich. Davon zeugte der Körper, den sie ihr eigenen nun nennen durfte. Aber war es wirklich eine Bestrafung? Sie schloss kurz die Augen. Nein, sie hatte das Leben neu kennen lernen dürfen. Aus einer anderen Perspektive. Wer durfte das schon?
Sie küsste Rukus auf die Stirn. Es hatte Jahrhunderte und eine Bestrafung gebraucht, damit sie ihr Gluck gefunden hatte. Sie würde ihre Freunde nicht aufgeben, denn sie hatten sie so akzeptiert wie sie war. Nicht perfekt, bardoc und doch geleibt.
Sind doch einige Erlebnisse aus den Spielrunden mit drin aufgegangen.
Zuletzt geändert von Ylara Windmut am 26.06.2020 18:06, insgesamt 2-mal geändert.

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Madalena
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Ungelesener Beitrag von Madalena » 26.06.2020 08:36

@Ylara Windmut Ich komme bei der Geschichte nicht ganz mit. Vielleicht arbeitet mein Kopf gerade langsam. :grübeln: Aber ich mag deinen Schreibstil.

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Ungelesener Beitrag von Ylara Windmut » 26.06.2020 15:57

@Madalena Kann auch sein, das ich etwas kryptisch geschrieben habe. Ylara ist nämlich eigentlich keine Elfe. Jedenfalls geschichtlich war sie es nicht. Aber wer sich mit Mächten anlegt, die größer sind als selbst die Alverane... der wird halt bestraft.

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Farmelon
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Ungelesener Beitrag von Farmelon » 26.06.2020 16:48

Vielleicht würden da zwei, drei Sätze helfen. Vor den Spoiler gesetzt um das aufzuklären. Damit der Rahmen der Geschichte auch verstanden wird, wo es sonst eher verwirren könnte, wie in diesem Fall. Ansonsten eine schöne Geschichte. :)

Ylara Windmut
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Forenaktion: Preiset Tsas bunte Vielfalt!

Ungelesener Beitrag von Ylara Windmut » 26.06.2020 18:06

Ich hoffe das macht das jetzt verständlicher :oops:

Glumbosch
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Forenaktion: Preiset Tsas bunte Vielfalt!

Ungelesener Beitrag von Glumbosch » 26.06.2020 21:08

Meine Idee ist ein Detektivabenteuer, dass in der Brilliantzwergischen Drag-Szene spielt.
Geleitet wird das Haus Rubin von einer Zwergischen Bruderschwester und einer Person aus Maraskan sie treten gemeinsam als Mutterväter auf.
Da es kanonisch keine ausgebildete untergdrückung von queeren Menschen gibt, ist die Szene ähnlich der real existierenden Ballroomszene mit dem Unterschied, dass sie nicht underground ist.

Weitere Ideen sind: es kommt währen einer der Wettbewerbe zu einem Unfall, der Nach faulspiel aussieht: die Lokale Tsagemeinde, die die Veranstaltungen bisher großzügig mit Bunten Stoffen glitter etc unterstützt hat, droht damit das Sponsoring ein zu stellen sollte nicht bald wieder Frieden einkehren.

Die Mutterväter engagieren die Gruppe um zu ermitteln, aber um himmels willen ohne Gewalt, man will es sich mit der Tsakirche nicht weiter verscherzen!

Jetzt brauche ich noch einen geschlechtsneutralen Namen für die non binanry Zwergenperson.
Ich weiß nicht ob mein Thread im allgemeinen Forum der richtige Ort war um nach einer lokation zu fragen. bin dankbar für input zur abenteueridee

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Aryador
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Ungelesener Beitrag von Aryador » 27.06.2020 21:47

Szenario-Idee: Blutsschwestern

Ziel:
Die Helden müssen zwei ungewöhnlichen Frauen dabei helfen, ihre Liebesgeschichte zu einem glücklichen Ende zu bringen.

Voraussetzung:
Helden, die bereit sind, einer fremden Frau zu helfen, weil sie barmherzig, neugierig oder schlichtweg abenteuerlustig sind.

Ort:
Aranien, etwa 1040 BF

Protagonisten:

Ayshara Korushkandi, 23, Aranierin
Sappeurin im aranischen Regiment Ibisgarde, meist stationiert in Niedergorien bei Nasir Malkid

Die wettergegerbte, eher kleingewachsene Frau gehört der sehr kleinen Gruppe der Sappeure im aranischen Heer an. Da die meisten Schlachten auf offenem Feld oder in Wäldern und Steppen ausgetragen werden, herrscht wenig Bedarf an Sappeuren. Ayshara stammt aus dem umkämpften Yalaiad und hat seit ihrer Kindheit viel Kampf und Krieg miterlebt, ist aufbrausend und teilweise von Alpträumen geplagt. Im persönlichen Umgang mit anderen ist Ayshara eher rau und ruppig, meist wortkarg, hat aber eine künstlerische Ader, mit der sie Stein, Geröll und Tunnel nicht nur als Werkzeuge für Angriff und Verteidigung, sondern auch als Kunstmaterial sieht. Sie trägt ständig einen Meißel mit sich herum und kann in Mußestunden wunderbare Skulpturen aus Steinen hauen.

Khorda, 20, Trollzackerin/Kurga
Jägerin vom Kurga-Stamm der Grimwölfe

Die knapp zwei Meter große Khorda war eine Jägerin und Kriegerin, von der es anfangs hieß, dass sie „nah bei den Blutgeistern“ und vielleicht sogar zu Höherem bestimmt sei. Heute aber wird sie von ihren Stammesgenossen Zerta’Zul genannt – die Ehrlose. Denn die junge Frau packte bei einer Begegnung ihrer Sippe mit Untoten die Angst, verließ den Kampfplatz und ließ ihre Stammesmitglieder im Stich. Sie selbst grämt sich darüber am allermeisten, glaubt aber, dass sie damit ihr Leben verwirkt, und den Regeln ihres Volkes zufolge einen ehrlosen (also raschen) Tod verdient hat, der sie nicht ausreichend auf die Schmerzen im Jenseits vorbereiten wird. Khorda floh in die Ebene von Perricum, halb in Panik, halb ziellos, was sie nun tun sollte.

Vorgeschichte:

Für ein gemeinsames Manöver mit erfahrenen mittelreichischen Sappeuren reist Ayshara in die Gegend von Perricum, wo ihre Truppe das Graben von Tunnelschächten übt. Dabei begegnet sie eines späten Abends der geflohenen Khorda an deren Lagerfeuer, die sich gerade mit ihrem Dolch in den linken Arm sticht, um sich für die Schmerzen im Jenseits zu üben. Alarmiert und verwundert will Ayshara ihr zu Hilfe eilen. Das folgende Gespräch zwischen den ungleichen Frauen mit den so verschiedenen Hintergründen ist nicht überliefert, aber entpuppt sich offenkundig als so intensiv, dass es mit einem sanften Kuss endet, bevor die Fanfare der aranischen Offizierin Ayshara Hals über Kopf zurück in ihr Militärlager schickt. Am nächsten Tag reiten die Sappeure zurück auf Pferden nach Niedergorien.

Unabhängig voneinander hat der seltsame, verwunschene Abend beide Frauen so tief geprägt, und ihnen das Gefühl gegeben, etwas gefunden und entdeckt zu haben, was sie bislang beide in ihrem Leben vermissten. Khorda reist noch am folgenden Tag der Aranierin zu Fuß hinterher, hat aber nur sehr vage Vorstellungen, wohin die Sappeurin unterwegs ist. Ayshara wiederum desertiert die aranische Armee kurz vor Yerkesh, dreht um und reitet zurück nach Norden. Damit sind beide Frauen Geächtete und Gesuchte: Die aranische Armee duldet keine Deserteurinnen, erst recht nicht von Einheiten, die sich de facto in Gorien im Kriegseinsatz befinden. Und auf Khordas Spuren hat sich tatsächlich ein kleiner Trupp ihrer Sippe, angeführt vom Schamanen gemacht, dem die Tiergeister eingeflüstert haben, dass großes Unglück über die Sippe kommen soll, wenn Khordas Blut nicht in den Trollzacken vergossen wird.

Auftritt der Helden:

Die Helden begegnen einer der beiden Frauen – welcher, bleibt dem Meister überlassen. Da beide Frauen nicht wirklich wissen, wo sie nach der anderen suchen sollen, und zwei Menschen im Radjarat Baburien eher den sprichwörtlichen Nadeln im Heuhaufen gleichen, kann der Einstieg ins Abenteuer irgendwo in Baburien sein, vermutlich aber eher in der Wildnis, da beide Frauen Grund haben, Siedlungen und Städte eher zu meiden. Khorda kennt sich wenig mit der Zivilisation abseits der Trollzacken aus und könnte als auffällige Zwei-Meter-Hünin und „Barbarin“ auch als vermeintlich Wilde und Räuberin von Reisenden verdächtigt werden, wenn die Helden dazustoßen. Ayshara findet sich in ihrem Heimatland deutlich besser zurecht, und hofft im Gegenzug darauf, durch vorsichtiges Ausfragen einsamer Reisegruppen einen Hinweis auf Khorda zu erhalten (wobei sie eigentlich eher weiter nördlich mit der Trollzackerin rechnet).

Sobald die Helden eine der beiden Frauen getroffen und ihr Vertrauen errungen haben, können sie bei der Suche nach der anderen helfen. Belohnungen hat keine der beiden Frauen zu bieten.

Das Abenteuer:

Die Helden müssen nicht nur dabei behilflich sein, die andere Frau zu suchen, sondern dabei zusätzlich noch den jeweiligen Verfolgern entgehen. Beide Gruppen bedeuten verschiedene Herausforderungen: Sich mit einem Suchtrupp der aranischen Armee anzulegen, kann auch für die Helden schnell in erheblichen Problemen und offizieller Ächtung enden, hier sind also eher Verwirr-, und Verstecktaktiken angesagt, oder bewusst falsch gelegte Fährten. Der Suchtrupp der Trollzacker wiederum kennt sich zwar deutlich weniger gut in der Umgebung aus, hat aber die Hilfe eines Schamanen, der auch auf Traumreisen und ähnliche Hilfen schamanistischer Magie zugreifen kann. Khorda wird außerdem um jeden Preis verhindern wollen, dass ihren Stammesgefährten Leid zugefügt wird.

Hilfe und erste Etappe für einen Rückzugsort kann eines der Rahja-Klöster in den Bergen und zerklüfteten Hügellandschaften von Palmyramis sein, wo asketische Rahja-Mönche und Geweihte eine entrückte Form der Kirche predigen und leben, aber auf jeden Fall aufgeschlossen sein werden, einer Liebesgeschichte zu helfen. Hier lassen sich die beiden Frauen auch unter dem Segen der Lieblichen Göttin für einige Zeit verstecken. Insgesamt ist zu beachten, dass beide Frauen willensstarke und fähige Personen sind, die nicht prinzipiell auf die Helden angewiesen sind. Sie brauchen Unterstützung und sind dankbar für Rat und helfende Arme und Augen; sie brauchen keine Rettung.

Mögliche Enden:

Diplomatisch versierte Helden mit Empathie sollte es gelingen, Khorda und ihre Stammesmitglieder wieder zu vereinen. Der Stamm wird Buße von Khorda für ihr Verhalten verlangen, sie anschließend aber als offenkundig wichtige Person, die bei den Geistern in hoher Ansicht steht, wieder mit aufnehmen – möglicherweise sogar gemeinsam mit Ayshara.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, den beiden Frauen zur Flucht zu verhelfen und zum Start in ein neues Leben, und ihren jeweiligen Suchtrupps zu entkommen. Vermutlich außerhalb Araniens. Für eine Weile können sich die Frauen damit auch den Helden anschließen.

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Ungelesener Beitrag von Jorn Ulfdrson » 28.06.2020 20:44

Eine Aktion die gut und wichtig ist! Klasse, dass viele mit machen!
Hier mein kurzer Beitrag.

Fragmente einer Ausbildungshandschrift gefunden in den Trümmern Arivors.
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...und so gilt es stets darauf Acht zu haben, dass nichts außer der Leistung des Novizen bemessen wird, vorher, welcher Art, gar welches Geschlecht, ist unerheblich.

karli
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Ungelesener Beitrag von karli » 30.06.2020 05:33

Glumbosch hat geschrieben:
26.06.2020 21:08
Geleitet wird das Haus Rubin von einer Zwergischen Bruderschwester
Was soll das denn sein? Bruderschwester ist lediglich eine regionale Anrede/Bezeichnung wie Madame, Mister, Senior, Doamna, Herr, Genossin usw., ursprünglich mal inspiriert durch eine ähnliche, aber nicht vergleichbare Konstruktion in Robert Heinleins "Stranger in a Strange Land", die wiederum von David Crosby in "Triad" aufgegriffen wurde, und selbst der übelste maraskanische Schwulenfeind würde sich als Bruderschwester angesprochen fühlen.

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Madalena
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Ungelesener Beitrag von Madalena » 30.06.2020 06:14

Der zwergische Drag King trägt einen sehr langen Bart, ist doch klar. Aber die Drag Queen? Rasiert die sich den Bart ab? :ups: Oder sind die alle Conchita-Wurst-Style?

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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 30.06.2020 17:14

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Ein Blick in den Handspiegel zeigte nur, dass sie wie immer aussah: Die Augen ein Stück zu groß, die Nase ein Stück zu klein, das Kinn ein Stück zu menschlich, die Ohren ein Stück zu elfisch, die Haare zu struppig für einen Elfen, aber zu fein für einen Menschen. Eine typische Halbelfe eben, das Resultat, wenn ein Mensch und eine Elfe auf die dumme Idee kamen, dass sie ja Nachwuchs miteinander zeugen könnten.

Immerhin sah sie nicht so schmutzig aus, wie sie es befürchtet hatte, und das, obwohl sie mehrere Tage lang durch den Wald gereist war. Ihre Mutter sah nach solchen Reisen immer aus, als hätte sie gerade ein Bad genommen, aber Liriel schien den Schmutz auf eine geradezu magische Weise anzuziehen, was ihre Mutter beschämenderweise auch noch als "süß" bezeichnete, als wäre sie immer noch ein kleines Kind. Aus ihrer Sicht war sie das wohl - obwohl sie nie erfahren hatte, wie alt ihre Mutter war, war ihr sehr gut bewusst, welche Lebensspannen Elfen erreichen konnten. Auch etwas, was ihr als Halbelfe verwehrt bleiben würde.

Seufzend legte sie den Handspiegel wieder zur Seite und schaute sich weiter im Raum um. Diese Baumhäuser in Gerasim waren schon sehr eigenwillig - selbst ihre Mutter hatte, bei aller Liebe zu ihrem großen Garten, lieber im Magierturm übernachtet als in einer Pflanze - aber Miras Wohnung war noch ein Stück eigenwilliger. Allein der tulamidische Teppich, der den Boden bedeckte... wie hatte sie diesen überhaupt hierher geschafft? Sie war Gelehrte, nicht gerade wohlhabend, und im Gegensatz zu Liriel auch nicht magisch begabt...

Richtig, der Grund für ihren Besuch hier. Sie wollte sich verabschieden, auf Reisen gehen. Ihr Vater hatte sie nach Gareth geschickt, die Abschlussprüfung an der Akademie ablegen. Sodass sie wie er das verbriefte Recht erhalten würde, eine Rüstung und ein Schwert zu tragen. Liriel hatte andere Pläne; nicht in Bezug auf das Schwert und die Rüstung - ihr Vater hatte sie in Beidem unterrichtet, und so sehr sie diesen Unterricht gehasst hatte, sie kam mittlerweile gut mit Beidem zurecht, und sie würden ihr möglicherweise auf Reisen nützlich sein - aber in Bezug auf die Reise nach Gareth. Kampfmagie, das direkte, brutale Vernichten von Leben, war nicht die Art von Magie, die sie ihr restliches Leben lang praktizieren wollte. Ihr Vater ließ darüber natürlich nicht mit sich reden, bei solchen Gelegenheiten zählte er immer nur auf, in welchen Situationen diese Magie ihm und anderen das Leben gerettet hatte. Außerdem versicherte er ihr, dass man sich "nebenbei" auch mit allen anderen Arten der Magie beschäftigen konnte, speziell Limbus-Magie war ja sein Steckenpferd. Nun, da Liriel es aber fertiggebracht hatte, als Kind einer Elfe und eines genialen Magiers eine deutlich weniger intuitive Begabung für Magie aufzuweisen, war ihr nur zu deutlich bewusst, dass sie sich auf ein Gebiet würde beschränken müssen, um auch nur hoffen zu können, eine ähnliche Meisterschaft in einem Gebiet zu erreichen, wie ihr Vater sie in mehreren Gebieten aufwies.

Miras Eintreten schreckte sie aus ihren Gedanken. Eine Elfe hätte die Annäherung natürlich schon früher wahrgenommen...
"Liriel, schön dich zu sehen!" Ihr schönes Lächeln ließ das Herz der Halbelfe wie immer schneller schlagen.
"Du bist nicht überrascht, mich zu sehen." lautete ihre Antwort, wie immer eine Spur zu unterkühlt - ein Erbe ihrer firnelfischen Mutter oder ihres eigenbrötlerischen Vaters?
Mira lachte ihr schönes Lachen, während sie ihren Korb abstellte. "Du bist nicht gerade unauffällig!"
Eine weitere Unzulänglichkeit, ein kleiner Stich in ihr Herz... auch wenn Mira es mit Sicherheit nicht so meinte.
Ein paar Augenblicke schwieg sie, während Mira ihren Korb ausräumte. "Ich werde auf Reisen gehen." kam sie dann aber direkt auf den Punkt.
"Ja? Wohin? Nach Gareth?" erkundigte sich Mira interessiert.
"Nein, nicht nach Gareth." erwiderte Liriel fest.
Mira schaute sie überrascht an. "So? Wohin dann?"
Liriel zuckte mit den Schultern. "Irgendwohin. Aber auf jeden Fall nicht nach Gareth."
Mira trat einen Schritt näher. "Die Abschlussprüfung wäre aber in Gareth, ja?"
Liriel nickte nur und verschränkte die Arme vor dem Körper.
"Verstehe..." Mira seufzte und sah Liriel voller Mitgefühl an. "Bleibst du dann noch ein paar Tage?"
Die Halbelfe biss sich auf die Unterlippe. "Ich kann nicht."
Mira trat einen weiteren Schritt näher und strich ihr sanft eine störrische Strähne aus dem Gesicht. "Warum nicht?"
"Weil... ich habe Vater gesagt, dass ich sofort aufbreche, und du weißt doch, er hat Kontakte hier..."
Mira legte den Kopf schief und sah sie aus ihren wunderschönen dunklen Augen an. "Ist es wegen mir?"
Liriels Augen wurden groß. "Nein! Nein. Nicht wegen dir. Ich..." Sie schluckte, hob vorsichtig die Hand und spielte mit einer dieser langen, dunklen Locken. "Ich würde gerne bei dir bleiben. Aber ich kann nicht."
Ein paar Augenblicke sahen sich die beiden Frauen einfach nur an.
"Wissen deine Eltern eigentlich von mir?" erkundigte sich Mira skeptisch.
"Ich... glaube nicht?" Liriel war sich wirklich nicht sicher - sie hatte mit ihren Eltern über alles mögliche geredet, aber nicht über ihre Freunde.
"Glaubst du, sie hätten etwas dagegen?" bohrte Mira weiter.
"Nein, natürlich nicht. Ganz im Gegenteil, sie wären begeistert: Du bist eine kluge Gelehrte, liebst Pflanzen, und obendrein bist du auch noch wunderschön." schwärmte Liriel.
Irritierenderweise hob Mira nur eine Augenbraue. "Du hast mich also ausgewählt, um den Erwartungen deiner Eltern gerecht zu werden?"
Verwirrt schüttelte Liriel den Kopf. "Nein! Ich... ich habe dich ausgewählt, weil... ich dich liebe."
Miras Lächeln war diesmal wie eine Morgensonne, die die letzten Reste der Dunkelheit vertreibt, und Liriel war sich auf einmal sicher, dass sie alle Schwierigkeiten des Lebens würde meistern können - mit dieser Frau an ihrer Seite.
Aufgeben ist was für Schwächlinge.--Melek ibn Cherek, Richter der neun Streiche

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Avariel
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Ungelesener Beitrag von Avariel » 04.07.2020 13:02

Hab mal ein bisschen mit Gut und Böse gespielt...
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Unter all den Eigenschaften, die Katalinya zu einer bezaubernden, begehrenswerten Frau machten, stach, wenn es nach Deantha ging, eine hervor: ihr fehlendes rechtes Ohr. Katalinyas glockenhelles Lachen, das sie oft erklingen ließ, die ebenholzschwarzen Locken, die straffe, hellbraune Haut – all das weckte in Deantha das Verlangen nach Katalinyas Leib. Doch erst der verkümmerte Stumpf, der von Katalinyas rechtem Ohr geblieben war, ließ Deanthas Scham, ihren eigenen Körper in seiner Nacktheit zu offenbaren, verfliegen. Bevor Katalinya in ihr Leben getreten war, hatte sie während ihrer Brabaker Jahre mit zwei anderen Frauen das Lager geteilt. Es waren kurze Freuden geblieben, stets getrübt vom Bewusstsein, die Hässliche zu sein. Mit Katalinya aber war das anders. Wenn sie mit ihr zusammen war, gesellte sich Gleich zu Gleich – zwei Versehrte, an deren Leibern das Leben seine unauslöschlichen Spuren hinterlassen hatte. Wenn Katalinya sagte, dass Deantha ihr gefiel, dann konnte Deantha glauben, dass dies aufrichtig war, nicht bloß nette Worte, die den Gegensatz zwischen Schön und Hässlich übertünchen, verleugnen, aber nicht aus der Welt schaffen konnten. Dies konnte nur der Makel der anderen, der ihre eigenen Makel ausglich. Deshalb konnte sie sich Katalinya hingeben, es mit ihr treiben, immer wieder. Hemmungslos. Schamlos.

An einem jener schwülen meridianischen Abende, als die Sonne schon längst versunken war und doch noch immer eine feuchte Wärme über der Stadt lag, huschte ein einsamer Gecko auf der Jagd nach Mücken über die Decke des Zimmers. Von oben blickte er herab auf die Liebenden, die einander auf den Gipfel der Lust geführt hatten und nun erschöpft und glücklich beieinander lagen. In ebenjenem Moment entschied Deantha, dass die Zeit gekommen war, Katalinya in das Geheimnis ihrer Makel einzuweihen. Und so erzählte sie. Von der Kakaoplantage. Von der Peitsche, deren unzählige Hiebe ein Netz aus Narben auf ihrem Rücken hinterlassen hatten. Von dem Brandzeichen auf ihrer linken Hand, das sie noch immer als Eigentum des Proprietário auswies. Zwei Eigenschaften kamen ihr in den Sinn, wenn sie an den Proprietário zurückdachte: Er war reich und scheute sich nicht, dies zur Schau zu stellen. Und er war ein götterfürchtiger Mann, den Zwölfen treu ergeben. Darum sah er es als seine vornehmste Pflicht an, einmal in der Woche die Sklaven seiner Plantage um sich zu versammeln und sie zu einem göttergefälligen Leben anzuleiten. An jedem Borontag saßen sie da, in ihren löchrigen Klamotten aus grauem Baumwollgarn und ihren Strohsandalen, an jedem Borontag stand er vor ihnen, in Stiefeln aus Krokodilleder und bunten Seidengewändern. „Dank eurer Hände Arbeit erhalte ich die Kakaobohnen, die ich gegen goldene Münzen eintauschen kann. Doch was ihr von mir erhaltet, lässt sich nicht mit allem Gold der Welt aufwiegen: Ich treibe euch die Faulheit und den heidnischen Aberglauben aus und führe eure Seelen zum ewigen Heil.“ So pflegte der Proprietário zu reden. Und wenn er glaubte, dass Worte nicht ausreichten, war er nicht darum verlegen, ihnen mit der Peitsche Nachdruck zu verleihen.

Am liebsten predigte der Proprietário von der Himmlischen Familie Travias, die alles personifizierte, was ein zwölfgöttergefälliges Sklavendasein ausmachte. Treue, Gehorsam, Sesshaftigkeit. Und die Verbindung von Mann und Frau, aus der die nächste Generation von Sklaven entsprang. Andere, unfruchtbare Verbindungen waren den Sklaven nicht gestattet, einem jeden Mann wies der Proprietário eine Frau zu, einer jeden Frau einen Mann – und wehe dem Paar, aus dessen Verbindung nicht beizeiten ein Kind hervorging. Den Erben des Propriétarios die nächste Generation der Sklaven zu stehlen, war eines der schlimmsten Verbrechen, derer sich Sklaven auf der Plantage schuldig machen konnten. Also hatte sie mit ihrem Mann geschlafen, auch wenn ihr nicht der Sinn nach diesem noch nach irgend einem anderen Mann stand, hatte erst einen Sohn bekommen, dann eine Tochter, und hatte ihre Kinder lieben gelernt. Dann aber war ihre Tochter gestorben, und bald darauf hatte der Proprietário ihren Sohn zusammen mit ihrem Mann verkauft. In Deanthas Tränenmeer versank die Bereitschaft, dem Proprietário noch ein einziges seiner Worte über die Himmlische Familie zu glauben, noch einen Tag länger das Leben zu führen, das er ihnen im Namen der Götter predigte. Sie mochte auf der Flucht die Freiheit finden oder den Tod, es war ihr einerlei. Alles war besser als dieses Leben.

Während Deantha erzählte, hörte Katalinya mit ihrem einen Ohr aufmerksam zu, unterbrach den Redefluss nur hier und da einmal für dem Verständnis dienende Nachfragen, bekräftigte Deanthas Gefühle – ihren Schmerz, ihren Hass auf den Proprietário – und drückte die Freundin eng an sich, als zwischendurch die Tränen flossen. Dann, als Deanthas Erzählung geendet hatte, saßen sie eine Zeit lang beisammen. Im Schweigen verbunden, ließen sie die Worte, mit denen Unaussprechliches ausgesprochen worden war, nachhallen. Schließlich ergriff Katalinya Deanthas Hand, und gemeinsam traten sie ans Fenster. Von hier aus bot sich ein weiter Blick über den nächtlichen Brabaker Hafen, wo sich die imposante Silhouette der Hafenfestung schwarz vor dem funkelnden Sternenhimmel abhob. „Hast du schon einmal vom Güldenen Gott gehört?“, fragte Katalinya. Als Deantha den Kopf schüttelte, deutete Katalinya zu jener Stelle am Nachthimmel, wo eine dunkle Lücke zwischen all den Sternen klaffte. „Dort hat man ihn eingesperrt. Hör gut zu, Schatz. Sein Schicksal ist dein Schicksal und deines ist das seine. So, wie der feiste Geldsack dich im Namen der Götzen gefangen hielt, so halten die zwölf Götzen selbst den Güldenen Gott gefangen. So, wie die Götzendiener den Sklaven die Namen der mohischen Sprache rauben und durch Brabaci-Namen wie den deinen ersetzen, so haben die Götzen dem Güldenen Gott seinen Namen geraubt. Und ich sage dir: So, wie du dich befreien konntest, so wird auch der Güldene Gott sich befreien und das Joch abwerfen! Bald ist es so weit. Hast du die fallenden Sterne bemerkt? Hast du bemerkt, dass das Schwert der Blutlöwin seine Spitze verloren hat? Das ist der Anfang...“ Deantha spürte, wie ihr das Herz bis zum Hals klopfte. „Erzähl mir mehr“, wisperte sie.

Der Priester des Güldenen Gottes war ein kleiner Mann, und seine gebeugte Haltung verstärkte diesen Eindruck noch. Viel mehr aber wusste Deantha auch zwei Jahre, nachdem sie erstmals an einer Messe teilgenommen hatte, nicht über das Erscheinungsbild des Mannes, der den Zirkel führte. Stets zeigte er sich in purpurnem Gewand und goldener Maske, natürlich auch heute, an diesem besonderen Tag. Vor Aufregung hatte sie in der Nacht zuvor kaum geschlafen, doch nun vertrieb diese Aufregung zum Glück die Müdigkeit, sodass sie wachen Geistes der rasselnden Stimme des Priesters lauschen konnte. „Brüder und Schwestern, wir sind heute aus einem freudigen Anlass zusammen gekommen. Unsere Schwestern Katalinya und Deantha stehen hier, am Altar des All-Einen, um vor ihm den heiligen Bund der Ehe zu schließen.“ Während ihr Anführer von der Liebe predigte, welche die Liebenden stärker, kräftiger, mächtiger machte, sie hoch über die Schwachen erhob, ließ Deantha ihren Blick durch den Raum schweifen. Von der Statue des Güldenen, der die Ketten zerriss, in welche die Götzen ihn gelegt hatten, glitten ihre Augen hinauf zur Decke, die ganz von einem kunstvoll gemalten Spinnennetz ausgefüllt wurde. Die Tiere der Götzen lagen gefangen, eingewickelt in jenem Netz – Beute, die hilflos darauf wartete, von der Spinne gefressen zu werden. Schließlich vertiefte sie sich in den Anblick der von steinernen Ratten getragenen Feuerschale und der darin prasselnden, purpurnen Flammen. In diesen Flammen war ihre linke Hand verbrannt, als sie diese dem Güldenen Gott geopfert hatte, und damit auch das Besitzzeichen, welches ihr der Proprietário einst mit heißem Eisen auf die Handfläche gebrannt hatte. So hatte sich der Kreis geschlossen. Was mit des Feuers Hilfe geschaffen worden war, war im Feuer vernichtet worden. Sie war niemandes Besitz. Sie war frei – eine freie Frau, die heute die Frau ihres Lebens heiratete.

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