Answin von Rabenmund, Answinkrise

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Olvir Albruch
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Answin von Rabenmund, Answinkrise

Ungelesener Beitrag von Olvir Albruch » 14.01.2009 21:42

Dieser Thread enthält hochgradige MI zu "Die Attentäter", der Biographie Answins und einigen weiteren Abenteuern sowie aventurischem Hintergrund!



Seit kurzer Zeit nenne ich den ersten Teil der Answin-Biographie mein Eigen, passend dazu leite ich auch gerade ein Abenteuer zur Answinkrise, das inoffizielle AB "Rabenfedern", welches übrigens einige sehr nette Szenarien enthält und sehr zu empfehlen ist.

Allerdings hat "Macht" nach noch nicht einmal hundert Seiten schon einen totalen Answinisten gemacht und so frustriert es mich sehr, dass Answin in diesem AB durchweg als der Bösewicht schlechthin dargestellt wird.
In keiner Szene geraten die Helden ernsthaft in Gewissensbisse, ob Answin nicht tatsächlich besser auf dem Thron aufgehoben wäre.

Rechtmäßiger Herrscher wäre er obendrein, ist er doch - wie ich auch erst durch das Buch erfuhr - nach Hal der nächste in der Thronfolge. Und Hal wäre ja eigentlich disqualifiziert gewesen...

Um Hals Geheimnis wissen zwar nicht die Helden, wohl aber die Spieler, immerhin waren sie selber "Die Attentäter".

Von daher würde ich ihnen gerne einige interessante Stellen und Gespräche bieten, nach denen sie ihre ablehnende Haltung zu Answin zumindest teilweise revidieren müssten.

Mögliche Gesprächsthemen:
- "Hal war ein Schwächling, sein Sohn wird es ebenso sein - Answin hat den Thron viel eher verdient!"
- "Schließlich war er es doch, der als Retos Knappe mithalf, die kaiserlichen Zwillinge zu vertreiben"
- "Er wäre immerhin direkt nach Hal in der Thronfolge gekommen..." (um den Spielern einmal die Verwandschaftsverhältnisse zu verdeutlichen)


Was mir nun aber noch fehlt:
Wie mach ich das, in was für Situationen, durch wen, usw?!

Für Unterstützung bin ich dankbar!:)

MfG,
Olvir Albruch

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kmr
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Ungelesener Beitrag von kmr » 14.01.2009 22:14

Ich spiele nach den letzten Jahren immer gerne einen Answinisten, mit folgendem Argument:

"Wer sich zum Gott machen läßt, beschwört den Zorn der Götter! Seht nur, was nach Hal's 'Erhebung' über das Reich hereingebrochen ist! Orken! Oger! Der Niederhöllen Legion auf Deren brach nicht über das lästerliche Al'Anfa herein, sondern überrannte das gute Tobrien! Nun ist auch noch die Macht der Kaiser gebrochen, die Perval und Reto erkämpften, und wir haben eine Frau und einen schwächelnden Jüngling, die sich Kaiser nennen lassen! Nein, mit Answin wär das nicht pasiert."

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Zakkarus
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Ungelesener Beitrag von Zakkarus » 14.01.2009 22:25

Wer vor einem Mordkomplott (5 Hal) nicht zurückschreckt, um so später auf den Thron zu gelangen, kann nur selten einen guten Kaiser abgeben - und was während der Answinskrise passierte ... oje.
Kaiser Hal und Prinz Brin haben das Wohlergehen ihres Volkes immer vor Augen - bei Answins geht es anscheind nur um Macht.
Stimmt, wäre Brin nie geboren worden, wäre Answins tatsälich rechtmäßiger Kaiser ...

Pro Answin sollte und dürfte auch nur von einem "verbelndeten" Answinisten ausgesprochen werden - und derer gab's nicht wenige während der Krise. Das Aventurische Archiv 2 enthält die wichtigsten Beiträge aus dem berühmten 37er Boten. Wäre vielleciht recht hilfreich :)

Ayas
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Ungelesener Beitrag von Ayas » 14.01.2009 22:53

Ich finde Answyn und die Answynkrise war ein echt interessanter Teil des Metaplots, bevor da ja unbedingt eine Weltvernichtungskampagne in Form der G7 her musste. Answyn wird dauernd als ein Bösewicht dargestellt und dabei ist er eigentlich im Recht. Hier hätte man echt was gehabt, wo die Spieler sich mal entscheiden müssen auf welche Seite sie sich schlagen. Wo nicht von vorne herein klar ist, wer gut und wer böse ist. Aber Dämonenklatschen ist ja auch einfacher, als politische Kampagnen.

Mal aus der Sicht eines Answynisten:

Hal in der Tat ein sehr schwacher Kaiser. Unter ihm hat sich Aranien, die ehemalige Kornkammer des Mittelreichs, vom Reich erfolgreich losgesagt.
Unter ihm gab es die 1000 Oger und das "nur" weil er dieser Hexe Nahema verfallen ist und damit Galotta quälen und demütigen und herausfordern musste. Ganz Yesillia haben sie damals nieder gemacht! Und dabei weis doch jeder, das man sich nicht den Zorn eines Magiers zuziehen sollte, erst recht nicht solch eines mächtigen. Das Reich musste wohl erst einmal richtig bluten bis er das bemerkt.
Und dann hat sich Hal zum Gott erhoben! Bei den Zwölfen, die letzte die das gemacht hat war die unheilige Hela und wir alle wissen wohin das geführt hat.
Ne, ne, der Answin ist schon ein guter und fähiger Mann. Und ausserdem hat er als Kanzler doch eh die Geschäfte des Reiches geführt, während unser ach so göttlicher Kaiser sich in seinen Gemächern vergnügt hat.
Und der Answin hat auch viel mehr von einem guten und echen Kaiser wie der Reto es war. Ach was sage ich, schließlich war er ja auch Retos Knappe und ist mit in Maraskan gewesen.
Und wäre seinerzeit, als Retos Zwillinge geboren wurde Hal und nicht Selinde gestorben, dann wäre Answin doch sowieso Kaiser. Und womit haben sie es ihm gedankt? Verbannung!

Diese ungeheurlichen Anschuldigungen, er soll den jungen Brin vergiftet haben wollen. Ich habe ja gehört der Dexter Nemrod soll da auch sein Händchen drin gehabt haben. Dem habe ich ja, wenn wir ehrlich sind eh noch nie getraut. Hat dann ja auch gut Kariere gemacht. Graf von Wehrheim kann sich der Mann nun nennen. Also wenn der nicht von diesem miesen Komplott gegen den Answin profitiert hat.
Achja und wisst ihr noch wer diese Aschuldigungen erhoben hat? Ja genau, ein Haufen dahergelaufener Abenteurer. Wer hat denn diese Anschuldigungen erhoben? Ja für so ein Pack hat der Hal schon immer was übrig gehabt. Schaut euch nur die ganzen Neuadeligen an, die er reihenweise erhoben hat?
Und die von Gareth haben bis auf den alten Reto uns doch sowieso nur Kummer und Unglück gebracht.
Denk doch mal an den blutrünstigen Perval, oder seine Saufkinder und die Schmach von Gareth. Das habt ihr wohl schon vergessen. Und ich sage euch, wenn das mit Hal so weiter geht, ich habe gehört, er soll irgendwo bei der Grafin von Illmenstein im Bornland rumhurren, wird das mit den anderen von Gareths auch nicht besser sein.
Die von Gareths, haben schon nicht umsonst den Fuchs als Wappentier. Das eine sage ich euch. Diese ganze Fuchsenbrut wird das Reich irgendwann mal ins verdeben führen. Die Aranier waren nur die ersten die ihren Schwur auf den Kaiser und die alte Ordnung gebrochen haben. In Albernia sollen es diese Isora ja auch versucht haben.
Ne ne, da fehlt ein echter Herrscher, einer der mit anpackt, aber auch mit eisernen Hand durchgreifen kann, wenn es sein muss. Kann ja nicht angehen, das alle machen was sie wollen. Und der Answin das ist so einer. Mit dem kann es was werden. Der weis was er tut und hurrt nicht mit irgendwelchen dahergalufenen Hexen herum.
Also geht mir weg mit Hal und seiner Fuchsenbande.

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Cifer
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Ungelesener Beitrag von Cifer » 15.01.2009 00:17

Wer vor einem Mordkomplott (5 Hal) nicht zurückschreckt, um so später auf den Thron zu gelangen, kann nur selten einen guten Kaiser abgeben - und was während der Answinskrise passierte ... oje.
Vielleicht keinen strahlendweiß guten, aber einen effektiven?

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Ungelesener Beitrag von Na'rat » 15.01.2009 00:24

"Answin ist die beste und lauter schlechten Alternativen."

Aber mal im Ernst, schon durch den bloßen Zeitpunkt seines Putsches hat sich Answin disqualifiziert. Wie sehr so etwas in seiner Natur liegt erfährt man dann in Rückkehr des Kaisers.

Die uralten Aktionen um Hal, Nahema und Galotta sollten aber aventurisch praktisch unbekannt sein.

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Ungelesener Beitrag von Cifer » 15.01.2009 00:35

Die uralten Aktionen um Hal, Nahema und Galotta sollten aber aventurisch praktisch unbekannt sein.
Da bin ich mir nicht ganz sicher. Dass Galotta geröteten Hauptes aus dem Amt geflogen ist, ist auf jeden Fall bekannt. Wie die Kenntnisse um die genaueren Umstände sind weiß ich leider nicht.

Ayas
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Ungelesener Beitrag von Ayas » 15.01.2009 01:14

Die uralten Aktionen um Hal, Nahema und Galotta sollten aber aventurisch praktisch unbekannt sein.
Unter Hofvolk und höherem Adel wird das auf jeden Fall bekannt sein.
Dagegen ist der Mordversuch an Brin durch Answin eher so eine Sache, wo viele auch gerne einen Komplott gegen den treuen Answin vermuten könnten. So sicher ist die Sache beim Turnier von Gareth nun nicht. :wink:

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Ungelesener Beitrag von Carragen » 15.01.2009 11:23

Vor allem, wenn deine Spieler schon die Sieben Gezeichneten Kampagne kennen (vielleicht sogar schon das Jahr des Feuers), so kann ihnen vielleicht eine Vision zuteil werden, wie sich das Land unter dem Hause Gareth weiterentwickelt. Das könnte zur Diskussion anregen, ob es sowas unter Answin auch gegeben hätte.

Meisterinformation zu "Jahr des Feuers": Ansonsten ist Orsino von Falkenhag doch als Meister der Intrige ein möglicher Verbündeter der Helden, der sie dann versucht, geschickt auf die Seite Answins zu ziehen. Dann ist aber seine heimliche Rollen im Jahr des Feuers dahin.

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Ungelesener Beitrag von Salix Lowanger » 15.01.2009 12:48

Also, als Answin an der Macht war, hat er als eine der ersten Amtshandlungen reihenweise Adlige aufhängen lassen, nur weil die mit seinem Putsch nicht einverstanden waren. Unter einem guten Kaiser verstehe ich deutlich etwas anderes.

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Ungelesener Beitrag von Olvir Albruch » 15.01.2009 12:58

Die Spieler kennen G7 und JdF nicht.
Zakkarus hat geschrieben:Stimmt, wäre Brin nie geboren worden, wäre Answins tatsälich rechtmäßiger Kaiser ...
Stimmt, ich vergaß den guten Brin, der ja dummerweise ein direkter Nachkomme Retos ist... *seufz*
und was während der Answinskrise passierte ... oje.
Das AB "Rabenfedern" schildert Answins Herrschaft in den dunkelsten Tönen, als wenn man Darth Vader nach Aventurien verfrachtet hätte, mit einer Schreckensherrschaft, die Perval oder Galotta durchaus Ehre machen würde.

Ist dem wirklich so gewesen oder ist dies lediglich loyalistische Propaganda?!

Was mir immer noch fehlt, ist eine gute Situation, in der ich die Helden mit sowas konfrontieren kann.
Sie bewegen sich schließlich hauptsächlich im militärischen Bereich der Loyalisten und bekommen außer im Kampf nicht viel mit Answinisten zu tun.

MfG,
Olvir Albruch

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Lythana
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Ungelesener Beitrag von Lythana » 15.01.2009 14:12

Olvir Albruch hat geschrieben: Allerdings hat "Macht" nach noch nicht einmal hundert Seiten schon einen totalen Answinisten gemacht
Das freut mich :)
und so frustriert es mich sehr, dass Answin in diesem AB durchweg als der Bösewicht schlechthin dargestellt wird.
Ich habe in Rabenfedern bislang nur flüchtig reingeguckt (flüchtig, weil das Thema aktuell noch nicht "dran" ist und auch, weil die Tendenz strikt anti-answinistisch ist), weswegen ich nur allgemeine Tips geben kann.

Es empfiehlt sich, alle Quellen einmal aus Sicht eines Answinisten zu betrachten:
Die Geschichte schreibt immer der Sieger, und Verfälschung, Verdrehung (beides nicht immer böswillig) und Diffamierung sind beliebte politische Mittel.
Der AB war gerade zu dieser Zeit das PR-Instrument des Garether Kaiserhauses, das weder eine objektive Berichterstattung gemacht hat, noch machen wollte. Das gilt insbesondere auch für den 38-er Notboten. Ein Answinist und selbst ein neutraler Beobachter würde die dortigen Geschichten ganz anders erzählen.
Unter einem ähnlichen Vorbehalt kann man auch die älteren Publikationen lesen. Damals war klar, dass Answin der Böse ist und damit fertig. Ob sein Handeln mit seiner Beschreibung konform geht, ob die beschriebenen Intrigen wirklich meisterlich sind, ob er gute Beweggründe (neben "ich will Kalif anstelle des Kalifen werden") hat oder sinnvoll handelt, hat damals niemanden interessiert. Dass die Antagonisten vielschichtiger und interessanter werden, dass Motivationen Setzungen ersetzen, ist eine erst später einsetzende Entwicklung bei DSA (Ausnahmen bestätigen in beide Richtungen die Regel :wink:)

In den alten Publikationen finden sich eine Menge Diskrepanzen und Seltsamkeiten. Wieso Brin umbringen, wenn es doch viel sinnvoller wäre, Hal zu töten und sich zum Vormund Brins ernennen zu lassen? Wieso überhaupt beim damaligen Stand einen der kaiserlichen Familie töten, wo Answin als wahrer Machthaber im Hintergrund doch die Fäden noch auf Jahre sicher in den Händen hatte?
Momentan wird das entweder gar nicht erklärt oder aber es erklärt sich durch die typischen Evil Overlord-Fehler, auf die man bei einem facettiert und fähig geschilderten Antagonisten lieber weitgehend verzichten möchte.
Also kann man sich Gedanken machen, was für Umstände denn noch zu den bekannten Ereignissen geführt haben könnten, und was davon tunlichst unter dem Mantel des Schweigens gehalten wird.

Hinzu kommt, dass man damals mit Meta-Plot-Planung noch nur wenig am Hut hatte. Dass man eine Usurpation wollte, war klar, aber wie das ablaufen sollte, was man tun muss, damit das überhaupt wenigstens zeitweilig gelingt, was wohl die Folgen sind, darum hat sich damals niemand geschert. Prominente Unterstützer? Fast Fehlanzeige. Statt dessen eine Riesenopposition der Jungs und Mädels mit den weißen Mützen. :wink: Eine solide Planung, was Answin sinnvollerweise tut und was er lässt? Nichts dergleichen.
Man hat sich auch nur sehr wenig Gedanken darüber gemacht, wie das damals noch recht frische Briefspiel reagiert und hat die Briefspieler größtenteils ungelenkt gelassen – wohl aber ihre Reaktionen im AB aufgegriffen. Es hätte etliche Adlige gegeben, die guten Grund gehabt hätten. sich auf Answins Seite zu schlagen, hätte man sie nur entsprechend angefixt. Stattdessen erhob sich eine Riesenfront, der letztendlich nichts entgegenzusetzen war und bei der ein vernünftiger Mensch mit politischem Geschick, einem guten Informantennetzwerk, Menschenkenntnis und gesundem Menschenverstand wohl schon im Vorfeld auf den Putsch verzichtet hätte. Hier ergeben sich also wieder Fragen, aus denen man was machen kann. Warum hat er das - womöglich wider besseren Wissens - getan? Oder aber hat man Answin über die wahren Verhältnisse bewusst getäuscht? Oder steckt tatsächlich einmal eine Fehlentscheidung dahinter?

Der 37-er AB nimmt m.E. eine Ausnahmestellung ein. Er ist für sich gesehen sehr witzig, er paßt aber nicht in die Spielwelt (war schon damals ein Bruch, heute um so mehr), hier wird die Glaubwürdigkeit massiv durchbrochen. Rückblickend war die Veröffentlichung, wenn man den Meta-Plot im Auge hat, ein Fehler, denn für diesen Teil des Plots hat er nur zu weiteren Unstimmigkeiten geführt.
Man kann den Boten also so lesen, wie er ist. Dann war Answin ein Idiot, braucht man nicht weiter drüber zu reden. Da sich das aber mit seiner Beschreibung als fähiger Politiker und Intrigant beißt, kann man die Sache auch anders deuten. Sabotage, ein heiß gestricktes Werk eines nicht ganz so versierten Adlatus, Übertreibungen, die von nur geringem Wahrheitsgehalt sind, oder aber auch als Outgame-Quelle, die man (weitgehend) ignoriert.

Im Grunde muss man, um heutigen Ansprüchen an eine Kampagne gerecht zu werden, die ganze Usurpation neu planen. Und das gilt mitnichten nicht nur für SLs, die die Abenteuer answinistisch gefärbt rüberbringen wollen oder aber den Helden die Option bieten wollen, sich für Answins Seite zu entscheiden (oder einen neutraleren Standpunkt einzunehmen), sondern auch für die, die sie ganz klassisch spielen wollen. Eine gute Motivation und plausible Aktionen sind auch für den Antagonisten ein Gewinn - selbst wenn es mein Ziel ist, dass die SCS ihn hinterher als Schwertfutter serviert bekommen.

An den gesetzten Fakten kommt man nicht vorbei (und sollte das auch nicht), aber einiges lässt sich halt auch anders herleiten oder in einem für Answin günstigeren Licht betrachten. So werden aus Dutzenden Gehenkten dann ein, zwei Aufrührer (bürgerlicher Herkunft!), die man aufgeknüpft hat, dazu einige wenige Adlige, die geköpft worden sind, die Propaganda der Gegner machen daraus aber ein Schlachtfest und Zeichen der answinschen Ungerechtigkeit. Oder aber man nimmt diese Hinrichtung, die als Exempel für Grausamkeit steht, als Verzweiflungstat eines enorm unter Druck stehenden (damit immer noch keine Heldentat, aber die Nuance ist eine andere und der Deutungsspielraum ist größer).
Rechtmäßiger Herrscher wäre er obendrein, ist er doch - wie ich auch erst durch das Buch erfuhr - nach Hal der nächste in der Thronfolge.
Wenn man von Retos Betrug weiß, dann ja, wenn nicht, dann ist Brin schon der nächste, dem wiederum Answin folgt, solange, bis Brin eigenen legitimen Nachwuchs hat.
Was mir nun aber noch fehlt:
Wie mach ich das, in was für Situationen, durch wen, usw?!
Da bieten sich viele Anhaltspunkte, Anlässe und Personen.

Parteigänger Answins oder solche, die ihn nicht vehement ablehnen, finden sich vor allem:
- im alten Adel (der Konflikt Halscher Neuadel und tradierter Altadel sollte eine weit größere Rolle spielen, als man ihm damals zugedacht hat
- Bei Hofe finden sich immer noch Leute, die zu Answins Vertrauten gehören/ihm zuarbeiten oder mit ihm sympathisieren. Zwar sind es 18 Hal weniger als einige Jahre zuvor, aber es gibt sie
- In Darpatien und Wehrheim in allen Schichten

Dabei muss man noch nicht mal sonderlich konkret werden. Es reicht schon, wenn der junge Hartuwal vom Großen Fluß unter anderen Knappen die Bemerkung fallen lässt, dass er es sich einfach nicht erklären kann, wieso ein so intelligenter Politiker wie Answin so eine Dummheit wie ein Attentat auf Brin und dann auch noch so dilettantisch begeht. Ein anderer mag einwerfen, dass es schon höchst dubios ist, dass sich Answin ausgerechnet eines albernischen Kochs und erklärten „Nationalisten“ bedient hat, um den Fisch zu vergiften, wo er doch unzweifelhaft über verlässlichere, ihm enger verbundene Gefolgsleute verfügt hätte. Und wieso überhaupt Gift, wo ein Jagdunfall viel unauffälliger gewesen wäre?
Oder sich ein anderer Adliger oder Bürger darüber wundert, wie es sein kann, dass der Hochverrat (Prinzenmord) durch eine schlichte Entlehnung, Verlust der Titel und Würden und Hausarrest gesühnt wurde, wo doch nur die Enthauptung, wenn nicht eine schimpflichere Todesstrafe wegen der Heimtücke, die durch Recht und Gesetz vorgesehene Strafe gewesen wäre.
Ein Wehrheimer Bürger lässt sich darüber aus, wie schlecht doch heutzutage alles ist, die Steuern steigen und der Herr ist niemals da für die Sorgen seinre Bürger. und wieviel besser früher alles unter den Rabenmunds war.
Andere (jedweden Standes), die gerade einen Rückschlag/Schicksalsschlag haben hinnehmen müssen, raunen sich hinter vorgehaltener Hand zu, dass nichts mehr so ist, wie es früher unter dem guten Reto war und dass es ja nicht gut gehen konnte, dass sich Hal anmaßt sich zum Gott erheben zu lassen.
Höflinge/Adlige, die bei Hof häufiger zugegen sind, monieren den zunehmend ausschweifenden Lebensstil von Kaiser (in den Galotta-Romanen wird Hals Faszination alles altbosparanischen betont, für den Mittelreicher ist das ein rotes Tuch, die Joch, die man voller Stolz und mit viel Blut abgestreift hat) und Kaiserin (mit ihren mannigfachen Affären) und die Abwendung von den guten alten garetischen Tugenden (gerade auch im Kontrast zu Reto).
Auch Diener bei Hof wissen u.U. Details, die sonst kaum jemandem bekannt sind, und wenn der Frust nur groß genug ist oder sich ansonsten ein Umstand ergibt, der die ansonsten verschwiegene Zunge lockert, dann können auch die SC davon erfahren.

Die Ereignisse sind voller Ungereimtheiten, die selbst Gegner Answins thematisieren können. Selbst wenn sie dann zu dem üblichen Schluss kommen (Blind vor Machtgier), kann es ja dennoch sein, dass sich ein Neutraler in der Runde befindet, der sichtlich die Stirn in Falten legt oder gar seine Zweifel äußert, oder aber die Helden geraten selbst ins Grübeln.
Es gibt - in allen Schichten - auch Leute, denen durch Answin oder die Rabenmunds Gutes widerfahren ist oder die mit ihm die "gute, alte, friedliche und sichere Zeit" verbinden, in der die Welt noch in Ordnung und der Kaiser stark, strahlend und gerecht war. Hal wahrt verständlicherweise eine weit größere Distanz zu seinen Untertanen (auch den Adligen) als Reto es getan hat, und kommt demzufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter an. Vieles, was dem Reich an Schlechtem widerfahren ist, kann man auf Hal münzen (z.B. Ogerzug). "Wenn der Kaiser Galotta nicht davongejagt hätte, wären die Oger nie über das Reich gekommen" "Es heißt zwar, dass der verderbte Galotta die Oger geholt hätte, aber wer soll das glauben? Eine solche Streitmacht kann nur eine Strafe der Götter sein, die dem Kaiser und damit dem Reich zürnen, dass der Kaiser so anmaßend war, ihnen ebenbürtig sein zu wollen ..."
Und dass ein Kaiser einfach auf Nimmerwiedersehen verschwindet, ist auch nicht dazu angetan, das Vertrauen ins Kaiserhaus und Hal im besonderen zu stärken.
Gerade in Darpatien und Wehrheim sind die Rabenmunds und Answin zu diesem Zeitpunkt sehr beliebt und im Volk fest verwurzelt. Traviakirche und Rabenmunds arbeiten eng zusammen und sorgen dafür, dass es auch den einfachen Menschen gut geht, es finden sich immer Anlässe, das zu transportieren.
Ob man an Brin und Emer als Heilsgestalten kratzen will, hängt sehr von der Runde ab. Bei uns werden beide eher kritisch gesehen, da ist es kein Problem :wink: (z.B. schätzt nicht jeder den Einfluss, den Albernia auf einmal auf die Politik des Throns nimmt und auch nicht, was für Privilegien die Albernier dabei für sich herausholen), wenn man es aber mit überzeugten Loyalisten zu tun hat, dann hat es m.E. wenig Sinn, daran rütteln zu wollen. Im Gegenteil, das endet oft sogar eher darin, dass man den gegenteiligen Effekt erzielt. Überhaupt kann ich Dir nur raten, subtil vorzugehen, und nicht zu versuchen, einmal gefasste Abneigungen nicht allzu vehement zu demontieren.

Oder aber Du lässt Deine Spieler auch Answin I lesen, dann sind sie vielleicht in der richtigen Stimmung ... :wink:

P.S.: Im Vinsalt-Forum gibt es m.W. einen schon etwas älteren Thread, wo die Answin-Krise für Answinisten und Neutrale aufbereitet wird

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Re: Answin von Rabenmund, Answinkrise

Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 15.01.2009 15:06

Olvir Albruch hat geschrieben:so frustriert es mich sehr, dass Answin in diesem AB durchweg als der Bösewicht schlechthin dargestellt wird.
In dem Abenteuer, so wie es schwarz auf weiß mir vorliegt, ist er der Bösewicht schlechthin, da gibt es nix zu deuteln.
Olvir Albruch hat geschrieben:Rechtmäßiger Herrscher wäre er obendrein, ist er doch - wie ich auch erst durch das Buch erfuhr - nach Hal der nächste in der Thronfolge.
Wobei mich interessieren würde ob das eine erst durch das Buch getroffene Setzung ist.


Fragen nach "Wie war es denn in Wirklichkeit" sind so eigentlich Unsinn - es gibt keine "aventurische Wirklichkeit", nur DSA-Publikationen, die sich auch gerne mal widersprechen. Die alten Setzungen sagen halt das eine, lythana sagt was anderes. Du allein musst da entscheiden wie es in deinem Aventurien "wirklich" ist.
Jegliche Schlussfolgerungen, dass es "der Logik nach" so und so gewesen sein muss sind genau das - Schlussfolgerungen. Indem man ein paar neue Fakten und Hintergründe erfindet kann man das alles wieder ins Gegenteil verkehren, wie man an lythanas Buch sehr schön sieht, das aus dem in den alten Setzungen beschriebenen Bösewicht-Machthunger-Answin einen aufrechten Streiter für das Reich macht.

Welche der beiden Deutungen (oder vielleicht auch eine in der Mitte zwischen den Extremen?) einem da besser gefällt muss jeder für sich entscheiden - in meinem Aventurien jedenfalls spielt der ganze Murks einfach keine Rolle bzw. ist garnicht passiert.

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Ungelesener Beitrag von Na'rat » 15.01.2009 15:10

Ich sehe auch nichts schlechtes daran einen (machtgierigen) Putschisten, der in Zeiten äußerer Bedrohung einen Krieg an der Heimatfront anzettelt als böse darzustellen.

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Ungelesener Beitrag von Olvir Albruch » 15.01.2009 15:53

Stipen hat geschrieben: Wobei mich interessieren würde ob das eine erst durch das Buch getroffene Setzung ist.
Die Verwandschaftsverhältnisse des Hauses Gareth waren mWn schon länger bekannt, ebenso wie die daraus resultierende Tatsache, dass Answin nächster Verwandter des Kaisers mit Thronanspruch ist, da Reto innerhalb des Hauses Gareth keine jüngeren Nachfolger vorweisen konnte.

MfG,
Olvir Albruch

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Ungelesener Beitrag von Lythana » 15.01.2009 16:10

Die Verwandschaftsverhältnisse stehen im Abenteuer Verschwörung von Gareth. Es ist also nichts wirklich neues, dass Answin nach Brin der nächste in der Thronfolge ist.

@Na'rat
Ich sehe auch nichts schlechtes daran einen (machtgierigen) Putschisten, der in Zeiten äußerer Bedrohung einen Krieg an der Heimatfront anzettelt als böse darzustellen.
Nein, ist es auch nicht. Aber 1. hat der Threadstarter explizit nach Unterstützung gefragt, eine differenziertere Darstellung zu finden und 2. ist es auch nichts verkehrtes, wenn ein Bösewicht nachvollziehbar handelt.

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Ungelesener Beitrag von kmr » 15.01.2009 19:19

Lythana, über deinen Post hat sich mein innerer Answinist gefreut wie ein kleines Kind. Have a cookie. :lol:

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Ungelesener Beitrag von Cifer » 15.01.2009 19:44

Wenn man von Retos Betrug weiß, dann ja, wenn nicht, dann ist Brin schon der nächste, dem wiederum Answin folgt, solange, bis Brin eigenen legitimen Nachwuchs hat.
Ist in der momentanen Situation Brin nicht schlicht ein Bastard ohne Ansprüche auf irgendwas? Er entsprang keinem Traviabund und nachträglich durch Reto anerkannt wurde er auch nicht.

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Ungelesener Beitrag von Myr-Varnion » 15.01.2009 20:56

Nicht nur in der "momentanen Situation" ist Brin tot. Tote haben bekanntlich keine Ansprüche.

Brin hatte, wie Du richtig sagst, vom Standpunkt eines objektiven, allwissenden Betrachters keinen ererbten Thronanspruch. Vom Standpunkt fast aller Aventurierer hatte er einen ererbten Thronaspruch.

Faktisch stand ihm die Krone auch von Rechts wegen zu, weil alle (sogar die EIngeweihten) seinen Thronanspruch anerkannten.

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Ungelesener Beitrag von Danilo von Sarauklis » 15.01.2009 21:01

Cifer hat geschrieben:Ist in der momentanen Situation Brin nicht schlicht ein Bastard ohne Ansprüche auf irgendwas? Er entsprang keinem Traviabund und nachträglich durch Reto anerkannt wurde er auch nicht.
Ich finde es allerdings seltsam, dass Reto Alara nicht heimlich geheiratet hat. Ich meine, ihre Ehe mit Hal ist wohl als nichtig zu betrachten, also hätten sie gültig heiraten können, und Brins Ansprüche wären juristisch einwandfrei gewesen.

Myr-Varnion
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Ungelesener Beitrag von Myr-Varnion » 15.01.2009 21:07

Weil es keinen Unterschied gemach hätte. Da keiner vom Makel wusste, kam es auf die Hochzeit nicht an.

Andersherum soll ich mir dass dann so vorstellen:
O-Ton Reto:
Okay, Hal ist Selinde und damit eine Frau. Okay, dann konnte Hal natürlich Alara nicht heiraten. Okay, Brin ist ein Sohn von mir und Alara. Aber wisst Ihr was! Alles halb so schlimm. Ich habe nämlich in weiser Voraussicht Alara wirksam geheiratet, weil sich ein weiser Travia-Geweihter für eine geheime Trauung des Kaisers mit einer zum Schein verheirateten Frau hergegeben hat. Brin ist also mein legaler Sohn!

Sprach ers, und wurde vom wütenden Adel aus em Palast gejagt.

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Ungelesener Beitrag von Danilo von Sarauklis » 15.01.2009 21:14

Myr-Varnion hat geschrieben:Weil es keinen Unterschied gemach hätte. Da keiner vom Makel wusste, kam es auf die Hochzeit nicht an.
Ja, aber wenn es rauskommt, ist das eine zweite Verteidigungslinie.
Myr-Varnion hat geschrieben:Andersherum soll ich mir dass dann so vorstellen:
[..]
Sprach ers, und wurde vom wütenden Adel aus em Palast gejagt.
Ich wüßte nicht, warum Reto das zu seinen Lebzeiten hätte veröffentlichen sollen.
Aber sei's drum, die Geschichte ist schon wirr genug...

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der.maekkel
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Ungelesener Beitrag von der.maekkel » 15.01.2009 21:50

Eigentlich würde bei der ganzen widersprüchlichen Answingeschichte eigentlich nur eine grossangelegte Retcon helfen... aber die Möglichkeit dazu ist im JdF verschwendet worden...

In einem alternativen Aventurien könnte man Answin als Kaiser haben mit seinen nahezu verherrten Hausmacht Darpatien. Dazu immer zwei ambitionierte Könige (Rohaja & Selindian)- die selbst wieder ins Kaiserhaus einziehen möchten aber unteereinander soviel Sticheln das sie Answin erstmal nicht so schnell loswerden können. Während Albernia und Jast auch ständig im Zwist liegen. . Weiden verkommt zur "Front-Mark". Und nur im Kosch bleibt es so schön behaglich wie früher wo ein geschundener Held mal seine Seele baumeln lassen kann und eine Angbarer Fischpfanne geniessen kann.

Myr-Varnion
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Ungelesener Beitrag von Myr-Varnion » 15.01.2009 22:22

@Danilo:

Das bezog sich darauf, wenn er die Verteidigungslinie ziehen muss, wenn es auffliegt.

Ayas
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Ungelesener Beitrag von Ayas » 15.01.2009 22:38

@ Lythana:

Super Post. Danke :)

Alles was du so ansprichst, habe ich mich bei der Thematik auch immer gefragt und mich gewundert, warum man das alles so vernachlässigt hat.

Ich bin heute immer noch der Meinung, das man damit eine viel interessantere Kampagne spielen könnte, als die G7 es je sein könnte.
Eine Kampagne wo nicht von Anfang an die Fronten geklärt sind. Wo sich die Spieler mit ihren SCs fragen müssen, ob das nun richtig ist was sie machen. Helden für die einen Schurken für die andren. So ist das nun mal.

Menschen und menschliche Konflikte haben mir persönlich schon immer um so vieles besser gefallen, als der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Keine Bösewichte, sondern NSCs mit eigenen Motivationen und Ansichten. Und ausserdem habe ich es lieber, wenn meine Gegner auch bluten können.
Leider habe ich immer wieder festgestellt, das die jahrelange Konditionieren, Albernia, Cuanu, Brin und der Rest der Leute ist gut, alles andere ist Böse, sehr gut funktioniert hat und man nur wenig Spieler findet die nicht Albernia toll finden. :cry:

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Ungelesener Beitrag von Na'rat » 16.01.2009 00:54

Lythana hat geschrieben:
Ich sehe auch nichts schlechtes daran einen (machtgierigen) Putschisten, der in Zeiten äußerer Bedrohung einen Krieg an der Heimatfront anzettelt als böse darzustellen.
Nein, ist es auch nicht. Aber 1. hat der Threadstarter explizit nach Unterstützung gefragt, eine differenziertere Darstellung zu finden und 2. ist es auch nichts verkehrtes, wenn ein Bösewicht nachvollziehbar handelt.
Was ist an Machtgier nicht nachvollziehbar? So ziemlich alle Argumente pro Answin werden durch den Zeitpunkt sowie die Art und Weise seines handeln entkräftet.

Ja, er war der Mann der die KGIA mit aufgebaut hat, er ist ein durchaus fähiger Verwalter, halbwegs tapferer Kämpfer und Ehebrecher, der sich nicht scheut Götter Götter sein zu lassen.
Trifft alles mehr oder weniger auch auf Brin zu. Mit dem Unterschied das dieser einen rechtmässigen Anspruch auf den Thron hatte.

Auf Hal mag das nicht zu treffen, Hal mag ein weit schlechterer Herrscher gewesen sein als Answin. Der Punkt ist aber der das Answin nicht gegen den unfähigen Hal putschte sondern gegen dessen Sohn, genau in dem Moment in dem dieser dem Ork die Stirn bietet.

Nicht falsch verstehen, ich bin auch auf der Suche nach Argumenten Answinsten nachvollziehbar darzustellen. Einer der Antagonisten meiner aktuellen Kampagne war mal eine, bevor sie notgedrungen bei den Rotschwarzen landet.
Hier wäre es sehr von Vorteil wenn diese Person andere Motivationen als Machtgier hätte, notwendig ist das aber nicht.

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Ungelesener Beitrag von Cifer » 16.01.2009 02:14

Nicht nur in der "momentanen Situation" ist Brin tot. Tote haben bekanntlich keine Ansprüche.
Sag das mal diesem ollen Warunker Drachen. Ach, der ist ja mittlerweile anscheinend auch ganz tot... Kaum braucht man mal nen untoten Argumentationsausschmücker, schon verdrückt er sich...
Ich finde es allerdings seltsam, dass Reto Alara nicht heimlich geheiratet hat. Ich meine, ihre Ehe mit Hal ist wohl als nichtig zu betrachten, also hätten sie gültig heiraten können, und Brins Ansprüche wären juristisch einwandfrei gewesen.
Und den Traviageweihten, der das durchgehen lässt, findest du wo?
Trifft alles mehr oder weniger auch auf Brin zu. Mit dem Unterschied das dieser einen rechtmässigen Anspruch auf den Thron hatte.
Zu haben schien, bitte.

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Ungelesener Beitrag von Lythana » 16.01.2009 11:35

Na'rat hat geschrieben: Was ist an Machtgier nicht nachvollziehbar?
Ich beklage ja auch in dem Fall nicht seine Motivation (wobei mir Machtgier allein ein wenig dünn ist, Gemengelagen geben m.E. mehr her), sondern sein Handeln, das auch während der Answin-Krise in keinem Einklang mit seiner Beschreibung (und zwar der aus alten Tagen) steht.

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Ungelesener Beitrag von Na'rat » 16.01.2009 11:43

Cifer hat geschrieben:
Trifft alles mehr oder weniger auch auf Brin zu. Mit dem Unterschied das dieser einen rechtmässigen Anspruch auf den Thron hatte.
Zu haben schien, bitte.
Und? Macht Answin die Sache öffentlich, womit er, ehrenhaft wie er ist, einen seiner tollen Eide brechen würde, geht es ganz schnell abwärts mit dem Prestig des des Kaiserhauses, und Answin beruft sich ja auch auf den Anstifter Reto als Legitimation.

Die Sache mit Hals Geschlecht taugt höchstens für ein Gerücht, Gerüchte lassen sich aber auch über Answin in Umlauf bringen, z.B. das nicht alle Kinder seiner Frau von ihm sind.
Hat weit mehr Hand und Fuß und sollte in Darpartien nicht so leicht vom Tisch zu wischen sein.
Lythana hat geschrieben: Ich beklage ja auch in dem Fall nicht seine Motivation (wobei mir Machtgier allein ein wenig dünn ist, Gemengelagen geben m.E. mehr her), sondern sein Handeln, das auch während der Answin-Krise in keinem Einklang mit seiner Beschreibung (und zwar der aus alten Tagen) steht.
Das ist bei DSA so üblich.

Ayas
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Ungelesener Beitrag von Ayas » 16.01.2009 21:59

@ Na'rat:
Auf Hal mag das nicht zu treffen, Hal mag ein weit schlechterer Herrscher gewesen sein als Answin. Der Punkt ist aber der das Answin nicht gegen den unfähigen Hal putschte sondern gegen dessen Sohn, genau in dem Moment in dem dieser dem Ork die Stirn bietet.
Ich beschäftige mich schon lange nicht mehr mit dem Meta-Plot von DSA, aber das ist so weit ich weis falsch. Answin Putcht, laut Geschichtsbuch im Praine 1010 BF. Die Orks marschieren aber erst Peraine 1011 BF über den Finsterkam.
Und wenn ich mich recht entsinne hat in der zwischenzeit Brin erst nach Hal gesucht und hat sich das dann doch anders überlegt und ist nach Weiden, wo er dann im Nebelmoor ein kleine Orklager zersprengt, was ihm gleich als Heldentat angekreidet wird.
In Aranien haben sie ein Götterurteil entscheiden lassen, ob pro oder contr Answin. Selbst Waldemar stellt sich erst 1/2 Jahr nach dem Answin den Greifenthron bestiegen hat, gegen ihn.
Nicht falsch verstehen, ich bin auch auf der Suche nach Argumenten Answinsten nachvollziehbar darzustellen. Einer der Antagonisten meiner aktuellen Kampagne war mal eine, bevor sie notgedrungen bei den Rotschwarzen landet.
Hier wäre es sehr von Vorteil wenn diese Person andere Motivationen als Machtgier hätte, notwendig ist das aber nicht.
Nun ja die offizielle Darstellung war im Bezug auf Answin schon immer plump und irgendwie nicht sehr sinnig. Daher ist es auch schwierig einen Answnisten zu spielen, wenn man sich strikt an die offiziellen Vorgaben halten würde.

Intetessant fände ich die frage, wie man eine eigene kleine inoffizielle Kampagen basteln könnte, die nicht unbedingt alles aus dem Meta-Plot übernehmen muss.

Hatte bei uns mal so was in die Richtung angefangen,aber da wir nur selten spielen, ist das meiste eher Gedankenspielerei. Hatte dabei mehrere Parteien.

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