Bootsbau

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Green
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Ungelesener Beitrag von Green » 20.05.2020 23:27

Gibt es irgendwo Angaben zur Dauer des Bootsbauens?

In DSA5 gibt es ja die Sonderfertigkeit Bootsbauer, mit der man dann bemächtigt ist, Boote zu bauen. Allerdings finde ich nirgends genauere Angaben dazu, wie lange das dauern würde, welche Kosten das mit sich bringen würde, etc. Zumindest im DSA5-Kompendium zu Handwerk und Herstellung scheint es da nichts genaueres zu geben. Evtl gibt es ja aus DSA4-Zeiten Angaben, an denen ich mich orientieren kann.

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Timonidas
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Ungelesener Beitrag von Timonidas » 22.05.2020 02:02

Green hat geschrieben:
20.05.2020 23:27
Gibt es irgendwo Angaben zur Dauer des Bootsbauens?

In DSA5 gibt es ja die Sonderfertigkeit Bootsbauer, mit der man dann bemächtigt ist, Boote zu bauen. Allerdings finde ich nirgends genauere Angaben dazu, wie lange das dauern würde, welche Kosten das mit sich bringen würde, etc. Zumindest im DSA5-Kompendium zu Handwerk und Herstellung scheint es da nichts genaueres zu geben. Evtl gibt es ja aus DSA4-Zeiten Angaben, an denen ich mich orientieren kann.

Leider gibt es da glaube ich nichts offizielles, habe mich mal wegen einer Blutigen See Kampagne schlau gemacht und angefangen an einer Hausregel zu arbeiten, da das Thema aber nie aufkamm wurde die bisher nicht vertieft. Das blöde ist dass das ganze je nach Umstand und Anzahl der Helfer sehr stark schwanken kann, ein "kleines" Boot kan in 7 bis 14 Tagen gebaut, ein einfaches Floß in 7 bis 14 Stunden, ein kleines Schiff (bzw. großes Boot?) in 7 bis 14 Wochen und ein großes Schiff in 7 bis 14 Monaten. Ist wirklich schwer das universell festzulegen, deshalb würde ich wenn es mal vorkommt ganz genau mit dem Spieler sprechen was er sich vorgestellt hat, wie er es Planen/Bauen möchte, wo, womit und mit wem, dann würde ich einen Zeitintervall für die Handwerksprobe festlegen.

Green
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Ungelesener Beitrag von Green » 22.05.2020 09:08

Timonidas hat geschrieben:
22.05.2020 02:02
Leider gibt es da glaube ich nichts offizielles, habe mich mal wegen einer Blutigen See Kampagne schlau gemacht und angefangen an einer Hausregel zu arbeiten, da das Thema aber nie aufkamm wurde die bisher nicht vertieft. Das blöde ist dass das ganze je nach Umstand und Anzahl der Helfer sehr stark schwanken kann, ein "kleines" Boot kan in 7 bis 14 Tagen gebaut, ein einfaches Floß in 7 bis 14 Stunden, ein kleines Schiff (bzw. großes Boot?) in 7 bis 14 Wochen und ein großes Schiff in 7 bis 14 Monaten. Ist wirklich schwer das universell festzulegen, deshalb würde ich wenn es mal vorkommt ganz genau mit dem Spieler sprechen was er sich vorgestellt hat, wie er es Planen/Bauen möchte, wo, womit und mit wem, dann würde ich einen Zeitintervall für die Handwerksprobe festlegen.
Na gut, schade. Ich frage aber tatsächlich für einen NSC nach - ein Zwerg, der von sich behauptet, Bootsbauer zu sein, und daher von den anderen Zwergen eher als Sonderling abgetan wird. Die SC-Gruppe bräuchte ihn vorraussichtlich um einen reißenden Fluss zu überqueren, weshalb er ihnen ein Boot bauen müsste - da er, wenn überhaupt, ein lausiger Bootsbauer ist, hat er natürlich kein fertiges Boot parat. "Die sind alle irgendwann zu Bruch gegangen." Die Gruppe müsste also noch eine Weile im Zwergendorf ausharren und andere Dinge erledigen.

Ich finde deine Vorgaben ganz gut zur Orientierung. Ich denke, ein bis zwei (Arbeits-)Tage für ein einfaches Floß wären in dieser Situation angemessen, da der Zwerg sehr viel mehr als das sowieso nicht zustande bekäme.

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Ungelesener Beitrag von Horasischer Vagant » 22.05.2020 10:00

Wir haben es für meine Werft so festgelegt, dass 20 Werftarbeiter rund 300 Quader Schiffsraum pro Jahr schaffen können.
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Ungelesener Beitrag von Vasall » 22.05.2020 13:05

Der Bau eines Schiffes erfolgt durch Zimmerleute und basiert auf den selben Konstruktionselementen wie der Bau von Fachwerk und Bohlenbau.

Daher würde ich mich an den normalen Regeln für Hausbau in WdS oder RuS orientieren. Am besten ausgearbeitet findet sich der Hausbau meines Wissens im Abenteuer Sturmgeboren.

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Ungelesener Beitrag von Timonidas » 22.05.2020 15:28

Green hat geschrieben:
22.05.2020 09:08
Ich finde deine Vorgaben ganz gut zur Orientierung. Ich denke, ein bis zwei (Arbeits-)Tage für ein einfaches Floß wären in dieser Situation angemessen, da der Zwerg sehr viel mehr als das sowieso nicht zustande bekäme.


Ein Floß habe ich als primitiv eingestuft, dazu bräuchte man also nichtmal die SF Boots- oder Schiffsbauer. Den Zeitintervall für die Sammelprobe habe ich bei 2 Stunden festgelegt.

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Ungelesener Beitrag von Horasischer Vagant » 22.05.2020 15:39

@Timonidas Klingt für mich praktikabel! :)
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Ungelesener Beitrag von Dreifach20 » 22.05.2020 16:38

Ganz irdisch gesehen, dauert die Holzbeschaffung beim Bootsbau vermutlich am längsten. Für große Segelschiffe braucht man geeignete Bäume in ausreichender Menge, die dann erst trocknen müssen. Ein Schreiner/Möbeltischler hat mir mal erklärt, das Holz pro Zentimeter (Dicke) etwa ein Jahr lagern sollte.

Handwerker, die mit Holz zu tun haben, bauen zeitlebens an ihrem Holzvorrat, der dann eben vererbt wird. Nur durch die jahre/jahrzehntelange Vorbereitung können sie sofort mit einem neuen Projekt anfangen.
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Ungelesener Beitrag von ChaoGirDja » 22.05.2020 20:01

Dreifach20 hat geschrieben:
22.05.2020 16:38
Ganz irdisch gesehen, dauert die Holzbeschaffung beim Bootsbau vermutlich am längsten. Für große Segelschiffe braucht man geeignete Bäume in ausreichender Menge, die dann erst trocknen müssen. Ein Schreiner/Möbeltischler hat mir mal erklärt, das Holz pro Zentimeter (Dicke) etwa ein Jahr lagern sollte.

Handwerker, die mit Holz zu tun haben, bauen zeitlebens an ihrem Holzvorrat, der dann eben vererbt wird. Nur durch die jahre/jahrzehntelange Vorbereitung können sie sofort mit einem neuen Projekt anfangen.
So langsam verlassen wir wohl den kFkA Bereich ^^;
Den ich denke, das man diese Regel kaum bei Schiffen anwenden kann.
Denn wenn so gut getrocknetes Holz wieder in's Wasser kommt, dann quillt es auf. Das mag für die Beplankung des Rumpfes ja soar noch Positiv sein (die Planken pressen sich dann fest aufeinander), aber für das Tragwerk, bis hinauf zum Mast, ist das eine Katastrophe. Denn wirklich Planbar ist das Verhalten mWn nicht. Noch dazu kommt die Tendenz zur Rissbildung während dieses Prozesses.
Von daher wird man ziemlich Sicher für ein Holzschiff, wie es ja auch immer dargestellt wird, frisches Holz nehmen. Vom Baum zum Schiff, in einem Rutsch. Das Holt quillt nicht und es macht ihm auch nicht viel aus, praktisch dauerhaft Nass zu sein.

Afaik wurden und werden klassische Fachwerkäuser, und erst recht Holzhäuser aus ganzen Stämmen, ebenso aus frischem Holz gefertigt. Das gut abgelagerte Holz, wird für Möbel und modernere Holzbauten benutzt.
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Ungelesener Beitrag von Green » 22.05.2020 22:30

Timonidas hat geschrieben:
22.05.2020 15:28
Green hat geschrieben:
22.05.2020 09:08
Ich finde deine Vorgaben ganz gut zur Orientierung. Ich denke, ein bis zwei (Arbeits-)Tage für ein einfaches Floß wären in dieser Situation angemessen, da der Zwerg sehr viel mehr als das sowieso nicht zustande bekäme.


Ein Floß habe ich als primitiv eingestuft, dazu bräuchte man also nichtmal die SF Boots- oder Schiffsbauer. Den Zeitintervall für die Sammelprobe habe ich bei 2 Stunden festgelegt.
Der Logik folge ich gerne, aber ich glaube, für das Pacing des Abenteuers wäre es etwas zu schnell, wenn sie dann nach einem Nachmittag schon den Fluss überqueren könnten. In dem Fall lasse ich den Zwerg etwas kompetenter im Bootsbau sein, und den Fluss etwas zu gefährlich für ein schlichtes Floß. Dann wird es halt eine etwas stabilere Nussschale, die dann ca eine halbe Woche Bauzeit benötigt. Soll ja nicht schmuckhaft sein, sondern nur sicher über den Fluss bringen.

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Ungelesener Beitrag von ChaoGirDja » 22.05.2020 22:49

Da würde es dann ein Kanu für jeden auch tun. Die sind vor allem deutlich einfacher als so eine Nussschale...
Das sind allerdings auch mehre Stunden Arbeit je Kanu ^^;
Jenachdem wie genau man aus baut. Baumstämme aushöhlen ist sehr Zeitintensiv. Ein Astwerk mit dichter Baumrinde ummanteln, ist zwar schneller... muss man allerdings auch können...
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Ungelesener Beitrag von Green » 22.05.2020 22:58

ChaoGirDja hat geschrieben:
22.05.2020 22:49
Da würde es dann ein Kanu für jeden auch tun. Die sind vor allem deutlich einfacher als so eine Nussschale...
Das sind allerdings auch mehre Stunden Arbeit je Kanu ^^;
Jenachdem wie genau man aus baut. Baumstämme aushöhlen ist sehr Zeitintensiv. Ein Astwerk mit dichter Baumrinde ummanteln, ist zwar schneller... muss man allerdings auch können...
Ich glaube, dass die meisten SCs in der Gruppe lieber einen Tunnel unter dem Fluss durchtreiben würden, als sich in ein Kanu auf einen reißenden Strom zu setzen. Mit Schiffen und sonstigen Fahrzeugen haben die es eher nicht so, da heuern die lieber NSCs an, die das Steuern für sie übernehmen. :ijw:

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Ungelesener Beitrag von Dreifach20 » 23.05.2020 21:02

ChaoGirDja hat geschrieben:
22.05.2020 20:01
Dreifach20 hat geschrieben:
22.05.2020 16:38
Für große Segelschiffe braucht man geeignete Bäume in ausreichender Menge, die dann erst trocknen müssen.
Den ich denke, das man diese Regel kaum bei Schiffen anwenden kann.
Denn wenn so gut getrocknetes Holz wieder in's Wasser kommt, dann quillt es auf. Das mag für die Beplankung des Rumpfes ja soar noch Positiv sein (die Planken pressen sich dann fest aufeinander), aber für das Tragwerk, bis hinauf zum Mast, ist das eine Katastrophe.
Von daher wird man ziemlich Sicher für ein Holzschiff, wie es ja auch immer dargestellt wird, frisches Holz nehmen. Vom Baum zum Schiff, in einem Rutsch. Das Holt quillt nicht und es macht ihm auch nicht viel aus, praktisch dauerhaft Nass zu sein.
Da wir jetzt ja von den Einschränkungen von kurze-Frage-kurze-Antwort entbunden sind, finde ich das Thema interessant genug, um es zu vertiefen.

(Ich schicke vorraus, das ich mit 5 Minuten googeln keine Quelle gefunden, die die Frage beantworten würde und darum versuche ich hier nach meinem technischen Verständnis zu argumentieren.)
Frisches, also nasses Holz ist vor allem schwer. Also bei allen Holzbauteilen, die nicht ständig mit Wasser in Kontakt sind, war man mit Sicherheit bestrebt, leichtes = trockenes Holz zu verwenden. Masten, Deck, Spanten, Aufbauten usw.
Komplett frisches Holz verhält sich ziemlich unberechenbar. Wohin wird es sich biegen, wo entstehen Risse usw.. Wenn das Holz aber schon eine Weile gereift ist, kann man die Alterung und damit Verhalten über die Lebensdauer viel genauer einschätzen.
Das von dir angesprochene Abdichten durch das Aufquellen der Planken ist auch ein Punkt. Die Präzision, um nasses Holz auf Zehntelmillimeter zuzuschneiden, ist meiner Meinung nach mit mittelalterlilchen Werkzeugen nicht machbar. Also hat man vermutlich mit trockenem Holz so eng wie möglich beplankt und die unvermeidlichen Lücken später zuquellen lassen.
Die Behandlung von Holz mit Farbe, Lack oder Imprägnierungsmitteln ist meines begrenzten Wissens nach auch deutlich schwieriger wenn die Feuchtigkeit noch drinsteckt. Das Wasser in den Poren verhindert bzw. erschwert das Einlagern der anderen Stoffe.
In Holzzellen findet während der Trocknung auch eine chemische Umwandlung statt. Nach meinem Verständnis ist das wie eine Aushärtung, die hinterher verhindert, das Wasser wieder eingelagert werden kann, das Holz wird also "wasserfest".
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Ungelesener Beitrag von ChaoGirDja » 24.05.2020 16:18

Dreifach20 hat geschrieben:
23.05.2020 21:02
Frisches, also nasses Holz ist vor allem schwer. Also bei allen Holzbauteilen, die nicht ständig mit Wasser in Kontakt sind, war man mit Sicherheit bestrebt, leichtes = trockenes Holz zu verwenden. Masten, Deck, Spanten, Aufbauten usw.
Zugegeben, ich bewege mich da auch nur der Ebene meiner Erfahrungen. Aber die sagen, das du die Feuchte nicht in einem Bereich der Holzkonstrucktion halten kannst. Die Feuchtigkeit zieht sich nach und nach durch die gesamte Konstruktion. Und das gibt massive Spannungen in den großen Konstruktionsteilen. Bis zu einem gewissen Grad ist ein geübter Zimmerman sicher in der Lage die Ausdehnung ab zu fangen... Nur sorgt das mEn zwangsläufig für einen losen Sitz der Teile, bis die "volle Ausdehnung" erreicht ist. Das ist dann eher weniger gut, für so ein Schiff. Je nach dem jedenfalls, wie lange das durchfeuchten dauert. Dazu kommt, das er noch zusätzlich die reguläre Arbeit des Holzes berücksichtigen müsste... Denn Feuchte-Grad im Holz schwankt ziemlich sicher. Nicht nur zwischen Rumpf und Aufbauten, sondern auch über Tag/Nacht und je nach Außenbedinungen (Regen, brennende Sonne, heiße Luft... etc. pp.).
Je mehr unbekannte man raus nimmt, um so besser.
Dreifach20 hat geschrieben:
23.05.2020 21:02
Komplett frisches Holz verhält sich ziemlich unberechenbar. Wohin wird es sich biegen, wo entstehen Risse usw.. Wenn das Holz aber schon eine Weile gereift ist, kann man die Alterung und damit Verhalten über die Lebensdauer viel genauer einschätzen.
Hier kommt zum Tragen das, jedenfalls eine Doku nach die mal gesehen habe (national Geographie afaik), das man zum einem sich den Baum nach seiner zukünftigen Funktion aussucht. Und zum anderen, das man das Holz nicht wild zusägt, sondern mit Keilen spaltet. Dadurch folgt man seinen Fasern und erhält deutlich berechenbares Holz.
Zumal mWn diese Probleme (Biegen, Rissbildung und co.) auch erst mit den Trocknen auftreten. Insbesondere jedoch mit dem anschließenden wieder anfeuchten.
Ein Problem, das sich so bei Holzschiffen nicht ergibt.
Dreifach20 hat geschrieben:
23.05.2020 21:02
Das von dir angesprochene Abdichten durch das Aufquellen der Planken ist auch ein Punkt. Die Präzision, um nasses Holz auf Zehntelmillimeter zuzuschneiden, ist meiner Meinung nach mit mittelalterlilchen Werkzeugen nicht machbar. Also hat man vermutlich mit trockenem Holz so eng wie möglich beplankt und die unvermeidlichen Lücken später zuquellen lassen.
Ja und nein. Datsächlich hat man wohl, der besagten Doku nach zu Folge, eher trockenes Holz für Beplankung benutzt (das aber noch deutlich feuchter war, alles was wir für sowas benutzen würden). Aber das Quellen war zum Abdichten nur ein Teil Lösung und Zeitgleich ein Problem (Quillt es zu weit, dann drücken sich die Planken gegenseitig vom Spanten ab). Zum Abdichten nutzt man, in Pech getränkte, Seile. Diese werden in einen, absichtlich gelassenen, Spalt zwischen den Planken eingeschlagen. So wird das Schiff Dicht und das Holz kann Arbeiten.
(das sog. Kalfatern )
Dreifach20 hat geschrieben:
23.05.2020 21:02
Die Behandlung von Holz mit Farbe, Lack oder Imprägnierungsmitteln ist meines begrenzten Wissens nach auch deutlich schwieriger wenn die Feuchtigkeit noch drinsteckt. Das Wasser in den Poren verhindert bzw. erschwert das Einlagern der anderen Stoffe.
Zumindest für die modernen Farben, ist das mWn richtig.
Allerdings... Außer für Zierelemente, ist mir die Verwendung von Farbe auf Holzschiffen (jedenfalls aus "mittelalterlicher" Zeit) nicht bekannt. Und für diese kann man sich sicherlich was einfallen lassen.
Imprägnierungen sind ziemlich sicher eine Erfindungen der Moderne.
Außer man zählt das einpinseln mit Pech dazu.. Aber soweit ich weiß, hat nie den ganzen Rumpf mit Pech eingestrichen. Sondern "nur" die Nahtstellen. Pech war ein teures gut... Und außer zum Abdichten, muss man das ganze auch garnicht.
Dreifach20 hat geschrieben:
23.05.2020 21:02
In Holzzellen findet während der Trocknung auch eine chemische Umwandlung statt. Nach meinem Verständnis ist das wie eine Aushärtung, die hinterher verhindert, das Wasser wieder eingelagert werden kann, das Holz wird also "wasserfest".
Um beim Trocknen jetzt Chemisch was passiert, weiß ich nicht. Will es aber nicht ausschließen.
Was ich allerdings selbst bis vor kurzem noch nicht wusste ist, das trockenes Holz deutlich anfällig ist, als feuchtes.
Deswegen wird Holz, das man über einen Längeren, aber absehbaren, Zeitraum lagern will, auch klatsch nass gehalten (ein sog. "Nasslager"). Nasses Holz, das noch nie trocken war, ist erstaunlich resistent gegenüber allem was es zersetzen möchte.
Aber dafür muss es wohl wirklich kladdernass gehalten werden. Etwas, was bei einem Schiff dann nicht der Fall ist ^^;
Feucht, ja. Aber nicht regelrecht nass.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 24.05.2020 16:54

Nasses Holz läßt sich auch mit modernen Anstrichen nicht streichen - das platzt einfach (binnen Tagen/Monaten) wieder ab. Das Wasser will ja wieder raus, und da, wo die Farbe "rein" soll, ist Wasser drin. Anstriche auf Wasserbasis sind da noch empfindlicher als auf Lösemittelbasis.
Holz sollte man vor dem Verarbeiten trocknen. Mit Lufttrocknen kommt man normalerweise nicht unter 18% und der Trocknungsvorgang muss auch schonend, ohne zu starken Zug und ohne direkte Sonneneinstrahlung erfolgen. (deswegen sind auf gut gehaltenen Holzplätzen auch immer abdeckungen auf den gestöckerten Stapeln)
Die Wasserlagerung bei den Stämmen soll Trocknungsrisse und Bläue- Schimmelbefall verhindern. Geschnittenes Holz lagert man nicht im Wasser

Schiffsbau war immer auch eine Kunst - die richtige Holzart, die richtige Bauweise, die richtige Farbe, die richtige Statik (Vor allem, wenn die Mathematik noch nicht so weit ist, sondern mit Erfarungswerten und Gefühl gearbeitet werden muss). Fürs Rollenpiel, wo Schiffsbau ein B-Talent ist, reicht eine grobe Tabelle wie oben gepostet. Grösseres als eine Thalukke oder ein Drachenboot kann man ohne Werft einfach nicht bauen, und wer daran Interesse hat, sollte sich einfach mal in historischen Schiffsbau einlesen, da findet sich dann genug.
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Ungelesener Beitrag von Green » 24.05.2020 17:11

ChaoGirDja hat geschrieben:
24.05.2020 16:18
Außer für Zierelemente, ist mir die Verwendung von Farbe auf Holzschiffen (jedenfalls aus "mittelalterlicher" Zeit) nicht bekannt. Und für diese kann man sich sicherlich was einfallen lassen.
Bunte Holzschiffe gab es übrigens schon in der griechischen Antike. (Zumindest, wenn man Homer glauben will, der hat in seinen Epen von den roten Rümpfen der Schiffe schrieb.) Von mittelalterlichen Quellen weiß ich jedoch nichts.

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Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 24.05.2020 20:25

rote Rümpfe können auch durch rötliches Holz zustande kommen... bspw. die im östlichen Mittelmeer üblichen Zedern. Verziert/Angemalt wurde glaube ich nur der Bug oberhalb der Wasserlinie.

Meine mich zu erinnern, dass die Phönizier in Karthago Schiffsteile auf Vorrat (z.T. für mehrere Jahre) gebaut haben, so wie später dann die Venezier mit ihrem Arsenal. Das spräche für trockenes, abgelagertes Holz.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 24.05.2020 21:22

Wenn man bedenkt, wie hart Salzwasser zu allem ist, was damit in Berührung kommt, hat man sich sicher auch in Aventurien überall möglichst früh um Schutzanstriche bemüht. Und aus Eisenoxid gewonnenes Rot ist nun recht erschwinglich und gut zusammen mit Öl zu einer schützenden Farbe verarbeitbar. Das "Schwedenrot" war ja auch vornehmlich ein Schutzanstrich. Der Klassiker ist (teer/pech-) schwarz über der Wasserlinie und darunter rot... aber natürlich kostet selbst billige Farbe etwas und Schiffe sind groß... und selbst moderne Farbe hält nicht lange (=wenige Jahre) im Seewasser.

Ich denke, da ist der (Farb-)-Alchemiker gefragt.
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Ungelesener Beitrag von Vasall » 25.05.2020 09:20

Für mittelalterliche Schiffe sind meines Wissens sowohl farbige Anstriche des Überwasserschiffes bekannt, wie auch der geradezu obligatorische Teeranstrich für das Unterwasserschiffes.

Das Bild einer englischen Karacke aus der Zeit kurz nach 1500 zeigt beides; den Teeranstrich auch am Beiboot:
Bild

Bei der Ausgrabung der Bremer Kogge wurde auch ein Teerfass für Ausbesserungen entdeckt.

Eiche, Esche, Buche, Linde, Kiefer, verschiedene Holzer wurden für verschiedene Zwecke verwendet, wobei man archäologisch nicht nachweisen kann, ob sie frisch, also 'grün' verarbeitet wurden oder nicht.
Zumindest die grobe Zurichtung dürfte durchaus grün erfolgt sein, weil das materialschonender ist und z.b. Balken und Spaltbohlen aus grüner Eiche aus eigener Erfahrung sehr gut hergestellt werden können, während Eiche nach der Aushärtung kaum noch zu spalten ist und das Werkzeug bei der Bearbeitung noch schneller stumpf wird.

Für andere Elemente vor allem im Innenausbau kann ich mir hingegen durchaus auch die Verarbeitung von abgelagerten Holz vorstellen und ein gutes Holzlager ist sicherlich für jeden mittelalterlichen Zimmermann mehr Wert als Gold. Abgelagert wurde vielfach noch im vorgefertigten Zustand, also z.B. Bohlen für den weiteren Konstruktionsschnitt.

Mit modernem Werkzeug ist generell die Verarbeitung von trockenem Holz ein viel geringeres Problem, bis auf die Rissbildung.
Das hier ist vielleicht auch inspirierend für das Abenteuer:
Bau eines Nachen

Aber worauf genau will das Thema hinaus?
Für mittelalterlichen Schiffbau, etc. gibt es ja genug Fachliteratur :grübeln:

EDIT: Tippfehler
Zuletzt geändert von Vasall am 25.05.2020 13:30, insgesamt 2-mal geändert.

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Ungelesener Beitrag von Green » 25.05.2020 12:48

Vasall hat geschrieben:
25.05.2020 09:20
Aber worauf genau will das Thema hinaus?
Ursprünglich war es nur eine Frage im "Kurze Fragen, kurze Antworten"-Thread, ob es DSA-Angaben zur zeitlichen Dauer oder zu Materialkosten beim Bootsbau gibt. Ich finde die Diskussion ja auch spannend, aber ich glaube, die originale Fragestellung wurde mehr oder weniger beantwortet (mit einem nein, gibt es nicht). Finde trotzdem, man kann den Thread offen lassen, falls jemand Lust hat da mal was konkreteres auszuarbeiten - und dafür ist eine Diskussion bzw. ein Informationsaustausch über Schiffsbau im Mittelalter zumindest förderlich.

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Ungelesener Beitrag von ChaoGirDja » 25.05.2020 16:48

Mitunter aus diesem Interesse heraus, ist der Thred ja auch aus dem kFkA herausgelöst worden :)
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