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Was lange währt, wird wieder mal phantastisch! Die Spielhilfe “Stätten Aventuriens” steht nun für euch zum Download bereit.
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Harteschale
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Ungelesener Beitrag von Harteschale » 26.11.2019 21:36

Freut mich dass dir die Idee so gut gefällt :)

Ja, der Konflikt ist nicht aufgelöst, sondern wurde mindestens gleich belassen oder intensiviert. Jetzt wo ich drüber nachdenke wurde er definitiv auf mehreren Fronten intensiviert - Tubarek Al Kain ist sicherlich machtvoller geworden, die Skrechu sicherlich auch, die Brutmutter dürfte aktiv den Schwarm vergrößert haben, das erste Zeichen hat immer mehr Wissen über die Geschehnisse zusammengetragen und Schauplätze besucht, die Macht der Feqz-Kirche ist mit geringerer Konkurenz und größeren Menschenmengen auch angeschwollen.
Zudem ist es ein Vorgriff auf das später sich wiederholende Thema zwischen Borbarad und Rohal, die beide auch mächtiger und vorbereitet sind.

Dazu möchte ich anmerken, dass in meinem Aventurien wir eine Magierdynastie gespielt haben die ihren Hauptstützpunkt bei Samra errichtet haben und spiegelbildlich zu Hasrabal mit Mitteln der Kophta (Chimären, Golems, Untote, Dämonen etc.) über einige Generationen gewachsen sind und ebenfalls gerne Rashdul hätten. Gerade wenn du die Vorgeschichte ohnehin ausbaust, könntest du hervorragend so ein Element schon vorher einbauen und platzieren um dann später dem vierten Gezeichneten noch mehr interessante und persönliche Bezüge zu bieten.
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Hina
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Ungelesener Beitrag von Hina » 27.11.2019 03:31

(der Topos/Pathos der "freien Länder" kann stärker bedient werden).
Das ist eben der Knackpunkt. Wenn man das will, dann stimmt es schon, aber fuer mich ist der Reiz der G7, dass das ein Topos ist, den die Helden quasi selbst ins Leben rufen muessen und der keineswegs selbstverstaendlich ist. Wer sind denn wirklich die "Freien"? Im Auge des Betrachters sind das die Borbaradianer... Aber das ist natuerlich interpretationsabhaengig und mir ist duchaus bewusst, wie viel LotR in der 90er G7 steckte.

@Harteschale: Die Gruppe klingt sagenhaft. :D

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Ungelesener Beitrag von Harteschale » 27.11.2019 10:28

Falls es hilft:

Ein weiterer Teil der Vorbereitung bei mir war, dass Friedlos - Irrfahrt im Nebel vorgezogen wurde und direkt im Anschluss an den Grangor-Plot gespielt wurde. Dadurch sind großflächige Dämonen, alte Übel, Runen, Schicksal, göttliches Eingreifen und Aufbau der dämonischen Bedrohung schon vorgezogen und thematisch besetzt. Vor allem Interessant ist auch noch, dass die Wiederentdeckung der Runen und der Bann dann super plausibel die Idee von der Rekonstruktion von Bastrabuns Bann und der tulamidischen Glyphen vorantreibt. Okharim bekommt diese Entwicklung mit und lässt sich von Einzelheiten in Kenntnis setzen.
Bei Friedlos habe ich den Spielern ermöglicht nach Myranor zu kommen. Dort gibt es an der Nordost-Küste einen hundertjährigen Bürgerkrieg, der maßgeblich beeinflusst ist durch den Lolgramoth-Splitter der Dämonenkrone und den Bannschleier der Rahja. Letzteren konnten die Charaktere auf göttliche Fügung hin nach Aventurien mitnehmen um Aventurien in der kommenden Dämonenschlacht und dem dämonischen Fallout zu unterstützen. Thematisch und an Anklängen gab es da ultraviel, was die 7G vorbereitet und geil reinpasst.
Der Bannschleier plausibilisiert auch Teile der Rekonstruktion von Bannflüchen sowohl bei Friedlos als auch Bastrabuns Bann und die Übertragung von der allgemeinen Thesis des Dämonenbann (wiedergefunden in Zyklopenfeuer) aus satuarischer in gildenmagische Repräsentation innerhalb kurzer Zeit.

Zyklopenfeuer wurde auch zur Vorbereitung genutzt, hier v.a. auch die Zyklopen mit dem Ausblick auf die ferne Vergangenheit (und Anklänge an die spätere Troll-Offenbarung), starke Bezüge zur zweiten Dämonenschlacht und
Auch vorgezogen wurde "Die unsichtbaren Herrscher", mit stark ausgebauter Szene um Silem - Horas. Dessen Vision von dem Todeswall und der Dämonenschlacht vor den Geschehnissen hat eine ganz besondere Gravitas, gerade so teuer wie sie erkauft wurde. Hier wurden dann auch Gildenoberhäupter (Foslarin), Golgariten (mit Lucardus und Rabe von Punin), Inquisition (da Vanya) etc. geheim in Kenntnis gesetzt. Jeder von ihnen geht anders damit um (und späteres Verhalten wird durch die gezogenen Schlüsse deutlich stark auch für die Spieler plausibilisiert).
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 27.11.2019 15:11

Harteschale hat geschrieben:
26.11.2019 21:36
Dazu möchte ich anmerken, dass in meinem Aventurien wir eine Magierdynastie gespielt haben die ihren Hauptstützpunkt bei Samra errichtet haben und spiegelbildlich zu Hasrabal mit Mitteln der Kophta (Chimären, Golems, Untote, Dämonen etc.) über einige Generationen gewachsen sind und ebenfalls gerne Rashdul hätten. Gerade wenn du die Vorgeschichte ohnehin ausbaust, könntest du hervorragend so ein Element schon vorher einbauen und platzieren um dann später dem vierten Gezeichneten noch mehr interessante und persönliche Bezüge zu bieten.
Ich denke, ich werde Hasrabal so oder ähnlich aufbauen, nicht direkt als Verbündeter der SC und nicht allzu sehr im Vordergrund, aber als Partei, die sich im Laufe der Zeit entwickelt und am Ende von "Bastrabuns Bann" (oder wenig danach) Rashdul übernimmt. Da es einige Vorabenteuer in den Tulamidenlanden geben wird, kann er da schon Erwähnung finden. Bzw. mache ich es davon abhängig, ob die SC ihn aufsuchen wollen oder nicht. Die grundlegende Elementarismus-Expertise liefert bereits Dschelef, Hasrabal mag aber mehr Geheimwissen angesammelt haben. Das liefe dann allerdings nur quid pro pro.

@Friedlos: Das will ein Spieler unbedingt mal spielen. Allerdings habe ich das Abenteuer als Seitenlinie für "Bahamuths Ruf" und ausdrücklich für einen Teil der SC geplant (die Gruppe/Kampagne ruht derzeit), die zuletzt "Der Unersättliche" und zuvor "Blutige See" erlebt haben (drei der Spieler sind jetzt auch bei der G7 dabei). Zudem passt die ganze See-Abenteuer-Geschichte zu unseren Gezeichneten in spe nicht ganz. Und wenn ich den Hauch Riesland einbaue (und theoretisch können Splittergeschichten genauso gut dorthin verlagert werden, wenn man sie unterbringen wollte), dann spare ich Myranor lieber aus.
Bastrabuns Bann werden die SC noch vor der G7 (vielleicht im Zuge von "Niobaras Vermächtnis") zu rekonstruieren helfen. Spätestens dadurch werden sie sich bereits einen Namen gemacht haben. Vielleicht brauche ich auch Abu Terfas (also sowieso mittelmäßigen Schurken) dafür auf, wenn ich später auf Skrechu und Algorton sowie die bunte Gemengelage in der Region zurückgreifen kann. Es dürfte die Kenner-Spieler überraschen, wenn sie G7-Szenarien im Vorfeld wiedererkennen (und erhöht die Spannung darauf, was stattdessen passieren wird - ich habe natürlich schon die vollmundigsten Versprechen gegeben).
Allzu weit will ich für die tulamidische Episode auch nicht ausholen (wenn auch deutlich weiter als offiziell), weil die Gruppe dann doch nicht derart thematisch fokussiert ist (es sei denn, es stellt sich heraus, dass die Spieler genau das wollen: mindestens drei mögen das Spiel in den Tulamidenlanden). Wir haben ja auch noch das zentralere und nördliche Mittelreich zu bedienen. Namentlich in Gareth muss noch etwas los sein.

"Die Unsichtbaren Herrscher" bietet natürlich eine tolle Prophezeiung aus berufenstem Munde. Und eigentlich müsste ich der horasischen Nandusgeweihten auch noch etwas "Heimvorteil" bieten (zumal ein doppelter angesichts der Thematik und der vorgesehenen Abläufe). Es ist sicher eine gute Möglichkeit, die wichtigen Szenen mit den action-haltigeren aus "Zyklopenfeuer" zu verknüpfen. In beiden Abenteuern geht es ja um Geheimwissen, das von irgendwelchen Bünden (die genauso gut der gleiche Bund sein könnten) von der Allgemeinheit seit Jahrhunderten ferngehalten und gehütet wird (und von bösen Mächten, die darüber verfügen wollen). So kann ich auch die ganzen Verbindungen zur horasischen Innenpolitik herauskürzen, für die sich weder Spieler noch SC wirklich interessieren.
Ich muss mal schauen, was ich von den beiden Abenteuern ausschlachten kann. Theoretisch wäre auch dabei eine Queste von im Zuge von "Niobaras Vermächtnis" möglich. Nur würde ich dafür nicht Silem Horas persönlich auftauchen lassen (das wäre ein veritabler Höhepunkt, der das eigentliche Finale in den Schatten stellen könnte), sondern "nur" eine bislang unbekannte Prophezeiung von seiner Hand.
An der Stelle sollte ich noch erwähnen, dass ich "Niobaras Vermächtnis" weniger als Abenteuer oder abgeschlossenes Szenario zu spielen gedenke, sondern eher als größeren Handlungsrahmen und thematisches Verbindungsstück zwischen verschiedenen Szenarien gebrauchen werde. Das muss auch keine Reise sein, die immer von einem Fundstück und Hinweis zum nächsten führt. Es ist ja sehr sinnvoll, gerade die G7 mit Prophezeiungen vorzubereiten und das Vorfeld damit anzureichern. Niobara als Zeitgenossin und Bekannte Rohals (der natürlich seine Finger im Spiel hat) bietet sich an.
Hina hat geschrieben:
27.11.2019 03:31
Das ist eben der Knackpunkt. Wenn man das will, dann stimmt es schon, aber fuer mich ist der Reiz der G7, dass das ein Topos ist, den die Helden quasi selbst ins Leben rufen muessen und der keineswegs selbstverstaendlich ist. Wer sind denn wirklich die "Freien"? Im Auge des Betrachters sind das die Borbaradianer... Aber das ist natuerlich interpretationsabhaengig und mir ist duchaus bewusst, wie viel LotR in der 90er G7 steckte.
Selbstverständlich soll das auch nicht sein (ist es ebenso in "Herr der Ringe" nicht - oder in den irdischen Mythen, die Tolkien darin aufgreift). Es ist ja v.a. der Zweite Gezeichnete, der hier vermitteln soll. Vielleicht sollte der Topos besser umschrieben werden als: Überwinden innerer (und kleinlicher) Konflikte, um einem klaren Feind (der Freiheit) als freie Völker entgegenzutreten (auch wenn meines Erachtens gerade die G7 dieses Ideal wenigstens partiell dekonstruiert, indem Borbarad vielschichtiger auftreten sollte: Seine Motivation und Ziele sind eben nicht klar böse). In der G7 sollte zudem nicht der Eindruck entstehen - den man im offiziellen Aventurien bisweilen hat -, dass sich ganze Reiche keinen Deut um Dämonenhorden, Paktierer-Reiche oder den zurückgekehrten Dämonenmeister scheren. Durch den langen Vorlauf lassen sich verschiedene Fäden spinnen, die später dergestalt zu verknüpfen sind, dass die wichtigen Parteien aktiviert werden können. Zuarbeit der SC und Eigeninitiative der NSC müssen Hand in Hand gehen, um einerseits ein "Wir stehen allein auf weiter Flur gegen ein Problem, das alle angeht" oder ein "Die Welt regelt das schon ohne uns" zu vermeiden.

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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 07.12.2019 10:52

Das Wandelnde Bild ist bekanntlich das den Elfen gewidmete bzw. (angeblich) ursprünglich von ihnen stammende (Zweite) Zeichen. Im Abenteuer soll es von Luzelin verliehen werden, weil die Hexen Weidens das Erbe der Elfen - als Wächter der Natur(-Zauberei) - angetreten hätten (und die Zeit der Elfen vorbei sei, also eine klare Anspielung auf den Zeitalterwechsel, ganz unabhängig von neueren Regelungen diesbezüglich in der HisAv). Das Zeichen habe die Einheit des (Hoch-)Elfenvolkes ein ums andere Mal ("oft") bewahrt und habe auch schon Menschen, Elfen und Zwerge zu einem Bund vereint, "wenn die Harmonie der Welt in Gefahr war": Nur wann und gegen wen war das (die Angaben bleiben ohne Beispiel, in der offiziellen Geschichte findet das Zeichen meines Wissens keine weitere Erwähnung, sodass man es als potentielles Addendum zu allen denkbaren Konflikten seit Elfengedenken betrachten kann)? Die Formulierung legt nahe, dass dies stets von elfischer Initiative getragen war. Und mir gefällt die Vorstellung, dass die Elfen in (u.a.) ihrem Zeitalter (u.a.) auf diese Art die Geschicke der Welt (stärker) bestimmt haben (als sie es später taten): Der subtile Einfluss von Naturkräften, weittragenden Melodien (die langfristig und unbewusst wirken mögen) sowie offenen Verhandlungen, die von langlebiger Weisheit getragen werden - gegenüber Menschen, die lange Zeit noch längst nicht auch nur ähnliche Kulturtechniken entwickelt haben (und Zwergen, die ganz anders drauf sind und sicher viel weniger mit den Elfen zu tun hatten). Auch wenn es eines der jüngsten Zeichen sein soll, das "erst mit dem Volk der Elfen auf[trat]" (also "erst" vor frühestens 10.000 v. BF?), ist der Zeitraum doch groß genug, um dem Zeichen eine breite - aber natürlich kaum (menschlich) überlieferte - Wirkungsgeschichte zuzuschreiben.

Nun ist die Geschichte der Elfen mitnichten durchweg von Harmonie geprägt. In der Wirklichkeit der Dritten Sphäre sahen sie sich vielmehr dazu gezwungen, immer stärker sich den Gesetzen dieser Wirklichkeit zu unterwerfen. Erst diese Entfremdung führte zur - magisch beförderten - Evolution von den (nicht ganz wirklich gewordenen) Lichtelfen über die Alten Elfen (also jene Lichtelfen, die zuerst in die Wirklichkeit schritten: die ersten Sternenträger) bis zu den Hochelfen (die Abkömmlinge jener Sternenträger). Ich übergehe die Widersprüche im Hintergrund einfach, indem ich diesen Werdegang genau so betrachte (da es sehr sinnvoll erscheint).
Ebenso betrachte ich die Hochelfen (in einer Nussschale) wie folgt (ohne sämtliche Quellen oder gar Romane dazu zu kennen): Sie haben letztlich nicht unbedingt harmonisch mit der Natur zusammengelebt, sondern sie zunehmend - und unter verschiedenen Fremdeinflüssen (erst Pyrdakors, dann des Namenlosen) - magisch unterworfen und geprägt, eben kulturell überbaut und ihren eigenen Untergang befördert. Die Allegorie ist sehr deutlich die zur technischen Überformung der natürlichen Umwelt durch den modernen Menschen und dessen seinen eigenen Untergang befördernden Arroganz, sich über die Natur, deren Teil er bloß ist, zu erheben. Das zumindest ist kurz gefasst die einhellige Lehre der steppen-, au-, wald- und firnelfischen Nachwelt.
Nun spricht aus der Beschreibung des Wandelnden Bildes aus meiner Sicht jener Harmonie-Gedanke, den die ursprünglichen (Prä-Hoch-)Elfen geprägt haben und auf den sich die heutigen Elfenvölker rückbesinnen (die ja durchaus parallel zu ihren - im Wortsinne - abgehobenen Vettern lebten und quasi am lebenden und dann sterbenden Beispiel ihre Beobachtungen machen und ihre Schlüsse ziehen konnten). Da die aktuellen Elfen per se nicht gerade Wunderwerke der Zauberei vollbringen wollen oder können, würde ich das Wandelnde Bildnis als gar nicht so jung einordnen, sondern dessen Ursprünge auf alt- oder gar lichtelfisches Wirken zurückführen (der Unterschied von "nur" einer Generation, der in den Begriffen mitschwingt, kann bei tendenziell unsterblichen Wesen schier gewaltig sein): Ein Relikt, das sich die naturverbundenen Elfen von ihren ursprünglichsten Ahnen bewahrt haben und von dem die Hochelfen vielleicht nichts wissen wollten oder konnten, da sie mit der intuitiven Weise Zauberei zu wirken (also: die Welt zu deuten) nichts (mehr) zu tun hatten.
Kurzum: Das Wandelnde Bild überstand die Zeiten eher trotz als wegen der Hochelfen und ich würde den Satz aus der Beschreibung streichen: "Oft festigte es die Einheit des Volkes der Hochelfen" und dadurch ersetzen, dass es die Einheit der Elfen (1) untereinander, (2) gegen die Hybris der Hochelfen und (3) ggf. auch zu anderen Völkern (v.a. zu den Menschen) stärkte. Alle drei Punkte treffen nur dann zu, wenn etwas oder jemand die Harmonie der Welt (auch im Sinne eines Einklangs der Lebewesen mit ihrer natürlichen Umwelt) dergestalt zu stören drohte, dass vereinzelte Maßnahmen nicht Elfen (und in der Hinsicht waren die Hochelfen zeitweise, jedenfalls am Ende ihrer Geschichte, eher Störenfriede als denkbare Verbündete oder Nutznießer des Bildnisses).
Das Bildnis symbolisiert somit ein Mahnmal der steten Gespaltenheit zwischen so etwas wie der Fügung in (naturphilosophisch gesprochen) göttliches Recht einerseits und die Weiterungen aller Vernunft andererseits. Im Konflikt zwischen den Nandussöhnen steht Rohal für die (Selbst-)Beschränkung durch höhere Gesetze, für das, was verborgen bleiben muss, weil dessen Enthüllung zwar Freiheit bedeutet, aber die Entgrenzung einer absoluten Freiheit die Gefahr des Chaos in sich birgt, denn Grenzenlos sind nur die Niederhöllen. Borbarad hingegen glaubt an die absolute Macht einer Vernunft, die jedes Chaos in Ordnung zwingen kann, wenn sie nur stets über sich hinauswächst. Die Denkweise Rohals steht der Sichtweise der ursprünglichen und der heutigen Elfen näher, die Borbarads der Hochelfenhybris. Die Kipppunkte ähneln sich in beiden Fällen: einmal Namenlose Verführung, die Untergang gipfelt, auf der anderen Seite die iribaar'sche Schlussfolgerung, dass Magie für alle ohne Preis möglich sei; gewissermaßen der (Irr[!]-)Glaube der Möglichkeit grenzenlosen Wachstums.

Was heißt das für die Kampagne?
Ich will nicht, dass Luzelin das Zeichen übermittelt. Das sollen die Spieler gerne glauben, die die Kampagne bereits kennen. Vielleicht nutze ich das für einen Überraschungscoup der Gegenseite: Die Hexen des Blautanns sind im Überlebenskampf gegen die vampirisch-namenlose Bedrohung begriffen. Selbst Gwynna ahnt nur, was genau dort vor sich geht (im Ahnen und ungefähren Wissen sind Hexen ja super) und kann die SC entsprechend warnen. Die vampirische Bedrohung als Überraschung funktioniert bei Kennern sowieso nicht, außer eben in den denkbaren Ausmaßen (die quasi epidemische Verbreitung des Vampirismus entfaltet sich in einem dichter bevölkerten Aventurien schon aus Plausibilitätsgründen besser). Luzelin kann aber - in der vom Abenteuer vorgesehenen tragischen Rolle - bleiben (zur Kontrolle von Vampiren haben NL Geweihte bei mir eine Liturgie: Bindung der Blutknechte des Herrn), verweist eben auf die Elfen. Diese mögen ihr Wissen um das Bildnis mit den "Hexen Nordaventuriens" durchaus geteilt (aber nicht gleich ihr Erbe angetreten) haben, jedenfalls hinreichend, um die Bedeutung des Zeichens sowie Kontakt zu vermitteln.
Wenn festzustellen ist, dass das Wandelnde Bildnis Bindeglied zwischen den ersten und den letzten Elfenvölkern ist, die harmonische Klammer ihres Weltwirkens, wer wäre besser geeignet, es zu überreichen als Athavar Friedenslied? Der Lichtelf der späteren Generation hat als diesseitig Geborener eine besondere Beziehung zur Welt (vlt. mache ich ihn auch zum Sternenträger, was er, glaube ich, offiziell nicht ist; eigentlich spielt das aber auch keine so große Rolle), er ahnt (wohl gemerkt: nicht weiß) um seine Bestimmung (also: sein Ende) und die des Volkes der Elfen. Borbarad ist sein Schicksal (und womöglich nicht zufällig in jenem Moment, in dem der Zeitalterwechsel im Konflikt um das Ur-Ei (des Allvogels, den ich im Übrigen metaphorischer verstanden wissen möchte) auf dem Spiel steht, auch wenn Fuldigor sicherlich das größere Wort mitzureden hat; die Lichtelfen brillieren ja gerade durch ihre Freiheit von göttlicher Bestimmung, was durchaus als eine gewisse Freiheit kosmisch-karmaler Verbindungen und Zwänge verstanden werden kann). Doch er kann auch erneut und zum (vorerst?) letzten Mal (aus der Perspektive der Elfen) das Bündnis zwar nicht schmieden, aber die Fähigkeit dazu überreichen.
Wie und wo er auftaucht oder gefunden wird, weiß ich noch nicht. Aber sicherlich wird die Gegenseite Bemühungen unternehmen, das zu unterminieren. Denn Pardona weiß (und ahnt nicht) um diese Bedrohung, um die Macht des Zeichens, das dem Volk, das sie zu verführen half, so fremd war. Wenn ich sage, dass sie es weiß, aber nicht ahnt, dann soll das keine Höherqualifizierung gegenüber Athavar Friedenslied darstellen, sondern im Gegenteil: Gerade weil das Zeichen für Intuition und Ahnung steht, ist es mit fixierten Konzepten wie Wissen oder Herrschaft nicht zu fassen. Als lichtelfisches Extrakt entzieht es sich in einer ur-magische Weise den kosmischen Gegebenheiten, denn Magie ist gewissermaßen die Wildcard der Schöpfung (und als solche wiederum in die kosmische Ordnung eingeschrieben, nur eben nicht unbedingt von den karmalen Wesenheiten gelenkt). Pardona selbst ist natürlich zu beschäftigt, um sich darum zu kümmern. Und im Prinzip genügt es, die SC auszuschalten, da der Lichtelf für sie unfassbar bleibt. Aber vielleicht kann er dazu verleitet werden, sich (hier schon) zu opfern, um die SC aus einer misslichen Lage zu retten? Am Ende entscheidet deren Handeln und Erfolg also sehr wohl über den Verlauf der Dinge. Denn wer weiß, was geschehen wird, wenn Ahtavar Friedenslied hier schon seine Bestimmung erfährt oder jedenfalls dergestalt in die Wirklichkeit eingreifen muss, dass ihm später die Kraft fehlt (genaue Auswirkungen überlege ich mir später ausgehend vom Ergebnis des Szenarios).

Was kann das Zeichen?
Ich würde mich hierfür schlicht an elfischer Zauberei, insbesondere den Elfenliedern orientieren - und die Wirkung (d.h. passende Lieder) an den Charakter des Trägers anpassen. Für den Hobby-Barde passt das soweit ganz gut. Und ich weiß auch nicht, wie sich der SC bis dato noch entwickeln wird. Das Zeichen könnte als Ritualgegenstand ähnlich dem Iama verhalten. Harmonie soll zwar das Sujet des Zeichens bleiben, aber im Wesentlich durch den SC definiert werden, denn meines Erachtens werden die Zeichen mindestens so sehr von ihren Trägern bestimmt wie umgekehrt (was sowohl spielerisch als auch dramaturgisch und vom Hintergrund der Zeichen als freie Radikale und Zünglein auf der Schicksalswaage im göttlichen Widerstreit passt). So bleibt immer die Option der anderen Entscheidung offen (z.B. in irgendeiner Art: [wenigstens partiell] für Borbarad); bei jedem Zeichen (auch wenn die Tendenz beim Zweiten Zeichen klar ist, ebenso beim SC, soweit ich das vom Konzept ausgehend antizipieren kann). Nur ein Weltfremdeln und Verelfen soll es nicht werden. Das wäre auch das Gegenteil dessen, was das Zeichen prinzipiell intendiert. Das Risiko eines Missbrauchs und der Geist der Veränderung sind Athavar Friedenslied bewusst. Schließlich ist Veränderung das Wesen der kurzlebigen Völker, wohingegen das Bewahrende der Elfen zu schwinden droht. U.a. deshalb ist die (perspektivische) Selbstaufgabe als die initiale Veränderung sein notwendiger Schritt.
Nepolemo ya Dolvaran hat geschrieben:
07.12.2019 11:30
Finde ich super! Vielleicht kannst Du nach einiger Benutzung dieser Elfenlieder einbauen, dass der Held langsam den Vorteil Zweistimmiger Gesang erhält - fände ich ganz passend.
Das ist ganz ohne Probleme machbar: Das Bild selbst kann mitsingen (was man durchaus sehen und hören kann).
Eine (Aranier-)Katze passt im Übrigen auch - das kann ich schon mit einiger Sicherheit sagen - zum Seelentier des SC (ohne damit sagen oder ausschließen zu wollen, dass das Zeichen immer dem Seelentier des Trägers entspräche).

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Ungelesener Beitrag von Nepolemo ya Dolvaran » 07.12.2019 11:30

Herr der Welt hat geschrieben:
07.12.2019 10:52
Ich würde mich hierfür schlicht an elfischer Zauberei, insbesondere den Elfenliedern orientieren - und die Wirkung (d.h. passende Lieder) an den Charakter des Trägers anpassen. Für den Hobby-Barde passt das soweit ganz gut. Und ich weiß auch nicht, wie sich der SC bis dato noch entwickeln wird. Das Zeichen könnte als Ritualgegenstand ähnlich dem Iama verhalten.
Finde ich super! Vielleicht kannst Du nach einiger Benutzung dieser Elfenlieder einbauen, dass der Held langsam den Vorteil Zweistimmiger Gesang erhält - fände ich ganz passend.
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 12.12.2019 16:47

Zu Athavar Friedenslied:
Als "in die Welt geborener Lichtelf" (ALuT 29) stellt er per se eine Besonderheit dar, eine singuläre Verbindung von Lichtwelt und Wirklichkeit. Schon sein Name verweist nicht nur auf das gleichnamige Elfenlied, sondern ähnelt dem Avatar (jenes Liedes selbst oder eben des feenreichischen Jenseits), den er womöglich darstellt (quasi ein somnambuler Wandler zwischen den Welten). Der dramaturgische Kniff ist bekannt: Etwas aus einer anderen Welt entfaltet in der uns bekannten besondere Kräfte (sei es das Weißgold in den "Chroniken des Thomas Covenant", das zur Wilden Magie befähigt, oder eben die metaphysische Kraft des Maia Sauron in den Ringen der Macht). Und Lichtelfen sollen bekanntlich sogar in relativer Unabhängigkeit von göttlichem Wirken oder Willen handeln können, also über jene freizauberische Essenz verfügen, die nicht-göttliche Wesen zur Selbsterhebung bemächtigen kann. Gleichzeitig greift der Topos der (moralischen) Selbstbeschränkung, um Machtmissbrauch vorzubeugen. Vielleicht weil die Verfügbarkeit über jene Macht an die Einheit mit der Weltharmonie geknüpft ist, vielleicht aufgrund einer erlangten höheren Weisheit, die ein pures Machtkalkül ausschließt oder um die Fährnisse eines solchen ahnt, die gerne in Namenlose Gefilde o.Ä. führen können. Soweit: Athavar Friedenslied soll eine Art Metawesen sein, die personifizierte Harmonie (und die DSA-Welt ist genau die richtige, um Personifikationen und Symbole fiktive Wirklichkeit werden zu lassen; Pardona ist schließlich auch mehr als bloß die metaphorische Zunge des NL). Damit ist er aber auch der Mediator eines radikalen Prinzips, das allein so wenig die Lösung sein kann, wie der Zweite Gezeichnete allein gegen Borbarad bestehen (respektive: diesen ergänzen) könnte.
Mir passt nicht, dass Athavar Friedenslied nur ein halbes Jahrhundert gewirkt haben soll. Zwar bezieht er seine Bedeutung (für die Elfen) aus seinem Wesen. Zu einem stimmigen elfischen Wirken gehört aus meiner Sicht aber auch eine gewisse Dauer und Beständigkeit (der Pferdefuß des Elfenvolkes ist gerade ihr unflexibles Verharren; während sich die Dinge um sie herum verändern, bleiben sie gleich). Auch, dass er "mehr als einmal [...] den Helden anderer Rassen [...] den rechten Weg gewiesen haben [soll]", passt aus meiner Sicht eher in den Zeitraum eines halben Jahrtausends als eines halben Jahrhunderts. Von mir aus können es auch mehrere tausend Jahre sein. So oder so wäre Friedenslied (dann womöglich der Begründer jenes Elfenrituals) eine Ikone unter den (Wald-)Elfen.

Einige Gedanken zu den Konsequenzen für die Kampagne:
Wenn ich Athavar Friedenslied im Vorfeld der eigentlichen Kampagne unterbringe, um so auf das Zeichen hinzuarbeiten, böten sich Einschübe der Simyala-Kampagne an, innerhalb derer ich ihn auftauchen lassen kann. Vielleicht ersetze ich eines der Schlüsselartefakte der Kampagne durch Zeitenruf (das als Teil des Sturmherzens wiederum eine Verbindung zu einem G7-Nebenstrang aufweist). Die Harfe der Zwölf Winde ähnelt dem Artefakt mit ihren Aspekten der blindwütigen Zerstörung durch falschen bzw. missbräuchlichen Einsatz.

Ein SC (der almadaner Adlige) hat bereits eine - noch - lose Verbindung nach Ulmenhain (als möglicher Ersatz für Falkenwind). Vielleicht heiratet er eine Schwester der Ayline von Ulmenhain, mit welcher er schon halb angebandelt hat (ich ließ ihn "Ein Diamand aus Elfenhand" zur Einführung wiederbeschaffen). Ayline selbst, die Erbin Ulmenhains, wird demnächst Dexter Nemrod heiraten, wenn der vom Maraskanfeldzug (dann als Oberst der Löwengarde) zurückkehrt, um seine Karier zunächst als Geheimrat Garetiens anzutreten (Großinquisitor wird er bei uns nie sein). Perspektivisch hätten wir also den Schwager des künftigen KGIA-Chefs in der Gruppe (auch eine gute Eintrittskarte zu einem großen Garether Turnier; etwa zu Hals Krönung). Das hat sich eher zufällig entwickelt, weil der Spieler den Don Juan erstaunlich unaufdringlich mimen konnte.

Das erwähnte Diadem ist auch der Aufhänger für den Weg des SC (und auch anderer) nach Uhdenberg: Es gehört zu einem Set hochelfischer Artefakte, die mittels richtigen Klangs... etwas bewirken, das irgendwie mit Simyala zusammenhängen könnte. Vielleicht werde ich auch neben oder statt einiger Teile aus der Simyala-Kampagne "Für die Ewigkeit" unterbringen. Ich würde mir überlegen, wer eine solche Expedition leiten könnte (möglichst als langfristiger Kontakt oder wenigstens Bekannter der SC; Rohezal fehlt noch).
An den Hochelfen-Artefakten interessiert mag einmal ein NL Zirkel sein (wie in der Simyala-Kampagne auch vorgesehen, allerdings würde ich auf die obere Riege wohl verzichten). Daneben ist auch der Borbaradianer-Zirkel Azaril Scharlachkrauts (da wäre die Verbindung zu Rohezal, in dessen Auftrag zu handeln sie vorgeben kann, sodass sie auch seine Ressourcen zweckentfremden kann) vertreten, der lose mit dem Liscom Ghosipars bzw. Harun al'Matazzas verbunden ist.
In "Stein der Mada" gibt es sowieso mehrere konkurrierende Kulte. Über irgendeine Mada-Vereinigung bekomme ich sicher auch die Nandus-Geweihte unter.
Rechnet man zusammen, was in Simyala aufgeboten wird: Madamant; Harfe der Zwölf Winde (oder alternativ: Zeitenruf); Humus-Schlüssel, dann ist das schon einiges an (Macht-)Potential, mit dem Borbaradianer etwas anfangen können. Der erste Versuch der Rückkehr des Meisters mag stümperhaft sein (Experte dafür gibt es nicht), ließe sich aber über dieses in Aussicht stehende Repertoire begründen (von machtvollen Feenwesen und Simyala selbst ganz zu schweigen, falls ich es wirklich auf die Hochelfenstadt hinauslaufen lasse).



Bisheriges Geschehen:
Neben der Sache mit dem Diadem hat der Streuner parallel in Fasar einen Armreif der "Großen Gilde" entwenden können, der natürlich zum gleichen Set gehört. Beide erhielten entweder Hinweise oder einen Begleitauftrag, die sie gen Uhdenberg führen. Der noch näher zu bestimmende NL Zirkel wird versuchen, auf dem Weg an die Teile zu kommen: Ein Überfall von angeworbenen Schergen des Zirkels. Das ist näher auszuführen ist nicht so interessant. Hauptsächlich will ich in der Balihoer Südstadt ermitteln lassen, sodass ein weiterer G7-Schauplatz schon mal angewärmt wird.
Die beiden Uhdenberger haben zur gleichen Zeit in der Mine des Vaters (der Schwarzmagierin) Hinweise auf Mindorit entdeckt. Da es eine Bleimine ist, wird es wahrscheinlich aber Arkanium werden (so klar ist das noch nicht). Die Verbindung zu den anderen Ereignissen besteht darin, dass der Konkurrent um die Mine Jassif ibn Shadian, ein anderer Erzbaron (und Borbaradianer), ist. Beide Minen liegen nebeneinander, sodass schon länger unklar war, ob sie nicht an der gleichen Ader schürfen. Das wird sich nun noch verschärfen, zumal die Maga evtl. lieber mit dem Tulamiden als mit dem verhassten Vater zusammenarbeiten könnte. Erst einmal sucht sie ihren alten Lehrmeister auf, der sich in dem Gebiet der magischen Metalle besser auskennt.
Die Borbaradianer schätzen - für verschiedene Zwecke - eine nahe Arkanium-Quelle, sodass hier Kontakte hergestellt werden können. Ob es auf eine Kooperation oder eine Konfrontation hinauslaufen wird, zeigt sich bald. Azaril selbst tritt vielleicht später und wenn, dann nicht unter diesem Namen auf (unter dem sie alle Spieler bereits einordnen können). Ich denke, dass "Azaril Scharlachkraut" ihr Borbaradianer-Name ist, den sie erst nach ihrem "Outing" (oder wenn sie auffliegt) offiziell annimmt. Bis dahin heißt sie Liasanya Herbstschatten (worunter auch Rohezal sie kennt) und hat auch noch langes Haar.
Über mögliche Konkurrenzkämpfe in Uhdenberg (denn die anderen Erzbarone werden bei den Gewinnaussichten nicht stillhalten) und die Organisation und Sicherung des Arkaniumabbaus und -handels (Kolenbrander-Kredite sind dafür unumgänglich) können ganz grundlegende Dispositionen der betreffenden SC zu Macht und deren mehr oder weniger rücksichtslosen Ausbau gestellt und die Charakterprofile darüber geschärft werden, denn kein Charakterzug ist wirklich fest verankert, bevor er nicht im Spiel konkretisiert wurde und sich im Angesicht der Krise bewährt hat (im Sinne einer Entscheidungssituation).

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Ungelesener Beitrag von Harteschale » 17.12.2019 17:00

Zum Zweiten Zeichen:

Die Zeichen sind älter als die Ankunft der Elfen in der Wirklichkeit. Das Zweite Zeichen kann also von den Elfen geprägt sein aufgrund historischer Nähe, den ursprünglichen Zweck und Wesen muss es aber schon vorher besessen haben.
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 17.12.2019 18:57

Stimmt, in der allgemeinen Übersicht zu den Zeichen findet sich die Angabe: "Sie sind Teil des Weltengesetzes, des Mysteriums von Kha", seien somit "Ausformungen des Nayrakis". Da sie sich "tendenziell immer gegen jene Partei, auf [sic!] der die meisten Unsterblichen (Dämonen, Halbgötter, Alveraniare) agieren", richten, sind sie wohl so etwas wie ein Rest der ansonsten ausgeglichenen großen kosmischen Rechnung und liegen daher außerhalb der Verfügungsgewalt der typischerweise dominierenden kosmischen Mächte. Dass ihre Existenz somit auf dem Austarieren von Kräften sich begründet, resultiert sicher auch aus den (im Weltgesetz natürlich schon antizipierten) Erfahrungen mit göttlichen Eingriffen auf die Schöpfung, welche selbst dann als - buchstäblich - verheerend gelten mussten, wenn man von Setzungen absieht, nach denen die Niederhöllen ein Produkt zänkischer Kurzsichtigkeit der Götter sein sollen. Man könnte auch sagen, dass die sterblichen Geschöpfe als ausgeglichene Wesen zwischen den hohen Prinzipien, die die Welt formten und gestalten und denen sich jene ab- oder zuneigen, das nötige Fingerspitzengefühl haben, um in zumutbaren Konflikten die Fragen großer Umbrüche zu klären und eigens zu profilieren.
Insofern entsprechen die Zeichen vielmehr Prinzipien, denen sich jeweils bestimmte Völker und Kulturen annahmen und die sie dadurch sicherlich auch prägten. Letzteres ist wichtig, um die Interaktion zwischen SC und Zeichen nicht einseitig als Überschreiben des Figurenkonzepts zugunsten der Zeichenausprägung darzustellen, aber auch, um die Bedeutung individueller Entscheidungen zu betonen, die dem gesamten Prinzip der Zeichen zugrunde liegt (gerade wenn man Sterbliche als die individuellen Komplemente zu den Göttern als Verkörperungen allgemeiner Prinzipien versteht).

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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 31.12.2019 15:28

Die Zeichen und ihre Träger: Zuletzt ging es mehr um die (elfische) Geschichte des Zweiten Zeichens und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Kampagne. Anhand des Almadinen Auges will ich aber näher auf die Beziehung zwischen Zeichen und Träger eingehen, welche sich meines Erachtens als Interdependenz darstellen sollte, d.h.: Das Zeichen hat einerseits durch seine mitunter wechselhafte Geschichte und die vorherigen Träger eine gewisse Prägung erfahren. Gleichzeitig besitzt es aber auch ein ureigenes Wesen, das am engsten mit dem Nayrakis verbunden ist, dem es entstammt, wodurch seiner nachträglichen Umprägung Grenzen gesetzt sind. Das führt zum einen dazu, dass sich das Auge passende Träger sucht (oder schicksalhaft von ihnen gefunden wird), zum anderen werden die Träger in den passenden Charakterzügen, Sehnsüchten, Ängsten und Vorstellungen bestärkt. Das garantiert die notwendige Freiheit, mit der Zeichenträger agieren müssen, insofern die Zeichen (auch) eine Art kosmische Wildcard sind, die von den ansonsten dominierenden Mächten relativ unabhängig sein müssen, um ein eigenverantwortliches sowie selbstwirksames Handeln der Sterblichen zu ermöglichen. Es sorgt - als ausgleichende Gegenbewegung - gleichsam für eine gewisse Tendenz, in der die Entwicklungen gleiten können, quasi als sanfte Lenkung, die das allzu Radikale verhindert (das sich seinerseits in eine Gefährdung oder zwischenzeitliche Zerstörung der Schöpfung äußern könnte, wie es ja schon der Fall war).
Für das Spiel sind die Zeichen - neben den Machtinstrumenten, die dem Spiel die nötigen Regelelemente zu einem Handeln in größeren Dimensionen hinzufügen - Vehikel zur Figurenentwicklung in der Interaktion der SC mit den Zeichen: Sie prägen das Zeichen (was natürlich auch praktische Gründe hat: Spieler mögen es, wenn die favorisierten Fähigkeiten ihrer SC gestärkt werden) und werden von diesem auch geprägt, wobei die Bühne dieser Interaktion der Konflikt (v.a., aber nicht nur) mit Borbarad ist, in dessen Verlauf sie immer wieder neue Gestalt annehmen kann (wenn das Zweite Zeichen und/oder dessen Träger z.B. erkennen, dass ein Bündnis nur gegen, aber nicht mit Borbarad möglich ist; falls es darauf hinausläuft).

Das Almadine Auge weist als Urprinzip aus meiner Sicht am ehesten einen Drang auf, Verborgenes zu entdecken und zu durchschauen, Feinde und ihr Handeln zu antizipieren und ihnen zuvorzukommen, die Mehrung der eigenen Macht zum Erreichen der eigenen Ziele, aber auch die Tendenz, selbst für die Lösung der wichtigsten Probleme die (alleinige) Verantwortung zu tragen, weil anderen immer irgendwie zu misstrauen ist. Dieser Drang kann - je nach Träger - zu einer Obsession, Machtphantasien und Kontrollzwängen auswachsen. Weiterhin gehören zu denkbaren Aspekten: minutiöse Planung sowie eine ausgeprägte Selbstbeharrung (im Gegensatz zu einem aufopferungsvollen Handeln, wie es Helden gerne abverlangt wird). Durch seine Träger ist es geprägt von deren Hass und Rachsucht, da sie auf die eine oder andere Weise gescheitert sind - und vor den (unmöglich) hohen Ambitionen, die das Zeichen fördert und fordert scheitern mussten. Neben dem Mogul von Zhamorrah wären Najara, der letzte Sultan des Diamantenen Sultanats, und Hela-Horas als Träger zu nennen, deren jeweiliges Ende Bände für die Prägung des Zeichens spricht.
Es wird sicher interessant sein zu sehen, wie die Spielerin mit den fragmentarisch zusammenkommenden Informationen zur Geschichte des Auges umgeht, wird darin doch die Schwere des Erbes sowie die Ambivalenz ihrer Macht deutlich, das ihr aufgebürdet wurde. Ich werde gewiss nicht (allein) auf dem Rachegedanken des Moguls verharren. Das erscheint mir viel zu einseitig, auch wenn sich darin gewiss die deutlichste Auseinandersetzung eines Zeichenträgers mit Borbarad manifestiert. Aber der Sinn des Zeichens darf sich nicht in einer lehrreichen Anekdote erschöpfen, die einiges über das Verhalten des Dämonenmeister aussagt (was niemanden überrascht, der sich auch nur ein bisschen mit Borbaradianismus befasst hat. Der (sprichwörtliche) Geist des Moguls ist vielmehr einer der Prüfsteine, an denen sich die Trägerin bewähren und an dem sie in der Interaktion mit dem Zeichen, in der Prägung desselben durch sie wachsen darf. So mögen die Alpträume anfangs erdrückend sein (und sicher nicht nur vom Mogul herrühren), können sie später überwunden werden. Denn den Herrn Zhamorrahs zu übertreffen, ist nur eine Hürde auf dem Weg nach oben. Auf diesem Weg wird sich hoffentlich immer wieder die Frage stellen lassen, wie viel die Zeichenträgerin bereit ist, für ihre Macht zu opfern, wie weit sie gehen wird, wenn es gelten wird - und daraus spricht bereits eine schier unmögliche Ambition -, Borbarad zu übertreffen (was natürlich ebenso im Bund mit ihm erreicht werden könnte).
Die Entwicklung, die sich in der Beziehung zwischen Zeichen und Träger bereits andeutete, soll auch auf der spielerischen Ebene stattfinden, d.h. etwaiger Bonus, zusätzliche Fähigkeiten und dergleichen nehmen im Laufe der Kampagne deutlich zu bzw. werden stärker oder formen sich erst aus, evtl. in der Ausprägung durch das Konkrete Verhältnis zwischen SC und Artefakt bestimmt.

Hinsichtlich der Fähigkeiten des Auges werde ich es sowohl als potenten Kraftspeicher, Zauberkristall (ähnlich denen der Kristallomanten), Zaubertalisman (insbesondere für Hellsicht, die schließlich bis zu doppelter Stärke dadurch ansteigen kann), als auch Artefakt mit verschiedenen weiteren Fähigkeiten handhaben.
Der Zorn des Rubins ist eine nette Offensiv-Option, mit der gleichzeitig das Verhältnis von Opfer (z.B. eigener Lebenskraft, evtl. auch fremder) und Macht (in Form der Angriffsstärke) in einer Nussschale ausgelotet werden kann. Es wird also keine bloße Notlösung mit K.o.-Effekt sein (also solche mag der Angriff eingeführt werden), sondern soll zum festen Repertoire des Zeichens gehören.
Ähnlich der Bildergalerie soll das Auge auch Sinneseindrücke speichern, jedoch nicht allgemein verfügbar, sondern nur für den Träger (gedanklich) abrufbar machen können.
Als Kraftspeicher kann das Auge zwischen 5 und 100 AsP zusätzlich zur Verfügung stellen und regeneriert bis zwischen 1W3-1 bis zu 1W6+6 AsP täglich. Womöglich gibt es Fähigkeiten, die exklusiv mit den AsP des Auges gespeist werden müssen.
Als Zauberkristall verleiht das Auge einen wachsenden Bonus, als fügte man weitere pAsP hinzu. Denkbar wären Beherrschungsmagie (das ist das Spezialgebiet der als Träger angedachten Magierin), Hellsicht natürlich sowie Schadenszauberei.
Begabungen wird es des Weiteren in einigen passenden Fertigkeiten geben (da wir ein anderes Regelsystem nutzen, wäre es müßig, das hier aufzudröseln), v.a. in solchen, die Autorität, Besonnenheit, das Aufdecken von Verborgenem, Wahrnehmung und das Durchschauen des Gegenübers abdecken. Auch Fähigkeiten, die es erlauben, um die Ecke zu denken, umsichtig zu planen etc., werden dabei sein (spieltechnisch: Spielleiterhinweise, intuitiv richtige Entscheidungen, wo es wenig Anhaltspunkte gibt o.Ä.).
Denkbare Zauber-ähnliche Effekte bzw. zusätzliche oder verbesserte Zauber wären: Odem, Analys, Oculus, Böser Blick, Penetrizzel, Blick in die Gedanken, Blick aufs Wesen, Xenographus, Gefunden!

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Ungelesener Beitrag von Harteschale » 31.01.2020 15:32

Erstes Zeichen
Die Ideen zum Zauberspeicher beim ersten Zeichen finde ich sehr gelungen! :)

Beim Ersten Zeichen würde ich noch die Idee des Prometheus einwerfen:
Wie ebendieser ermächtigt das Zeichen Sterbliche, die Geheimnisse der Welt zu entschlüsseln in einer Art und Weise, wie es sonst vielleicht nur unsterbliche könnten. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert: Die mögliche Macht die daraus erwächst, kann auch missbraucht werden und ist vielleicht ganz gut nicht in der Hand Sterblicher aufgehoben (vor allem aus Sicht der Götter).
Das Zeichen durchschaut das "Spiel der Unsterblichen" und erhebt den Gezeichneten aus dem Dunkel der Unwissenheit und damit Unmündigkeit. Die Konflikte von Göttern und Machtwesen werden meist über die Köpfe der Sterblichen getroffen, diese benutzt oder missbraucht (oder aus göttlicher Sicht gelenkt und ermutigt, ihren Prinzipien und Vorstellungen Gestalt zu verleihen).
Das spielt dann auch gleich in das zweite Thema ein, den Kant-Bezug dass der Mensch sich aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit erheben kann (auch und gerade gegenüber religiösen Dogmen und Unwissenheit).

Beide Themen halte ich für zu stark und naheliegend, um sie auszulassen :)

Ich überlege gerade noch, ob man das erste Zeichen auch als drittes Auge an der Stirn anbringen könnte - das hat dann Bezüge zu Zyklopen, Erben der Archäern ("Ucuri-Funke") und auch Navigatoren von Warhammer 40k. Gerade letztere haben ja einige coole, naheliegende Themen - Das Immaterium sehen zu können und ein vernichtenden Blick auf die Wesen vor sich werfen zu können, welcher die Energie des Immateriums kanalisiert. Regelseitig dann also die Fähigkeit in den Limbus blicken zu können und eine stark aufgewertete Fähigkeit von Zorn des Rubins.
Dafür würde man halt etwas von dem Thema der Opferung aufgeben, wie bei Thor oder Horus, welche Augenlicht geben um Weisheit/Wissen/wahren Blick erwerben zu können.



Zweites Zeichen

Ich habe da ein sehr detailliertes Verbündetensystem ausgearbeitet und viele Fähigkeiten, die direkt zusammenhängen und Skalieren mit der Anzahl und Bindungsstärke von Verbündeten. Mit fast keinen Verbündeten sind das effektiv Nachteile, resultierend aus dem Schmerz der Einsamkeit. Mit steigender Bündnisstärke steigen die Effekte auf Dinge an, die mit Segnungen, Waffenweihe etc. auch möglich wären und kulminieren schließlich in definitiv übermenschlichen Boni, sollte der (extrem schwer zu erreichende Fall) eintreten, dass ganz Aventurien hinter dem Bündnis steht.
Zusätzlich gibt es noch Bündniskräfte, die aktiv genutzt werden können und Aspekte einzelner Gemeinschaften kurzfristig stark in allen Verbündeten in Reichweite auflodern lässt. Das funktioniert ähnlich einer "Chapter Tactic" aus Deathwatch (welches du ja auch gespielt hast).

Sollte daran Interesse bestehen führe ich das gerne näher aus.
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 02.02.2020 09:26

Harteschale hat geschrieben:
31.01.2020 15:32
Wie ebendieser ermächtigt das Zeichen Sterbliche, die Geheimnisse der Welt zu entschlüsseln in einer Art und Weise, wie es sonst vielleicht nur unsterbliche könnten. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert: Die mögliche Macht die daraus erwächst, kann auch missbraucht werden und ist vielleicht ganz gut nicht in der Hand Sterblicher aufgehoben (vor allem aus Sicht der Götter).
Das Zeichen durchschaut das "Spiel der Unsterblichen" und erhebt den Gezeichneten aus dem Dunkel der Unwissenheit und damit Unmündigkeit. Die Konflikte von Göttern und Machtwesen werden meist über die Köpfe der Sterblichen getroffen, diese benutzt oder missbraucht (oder aus göttlicher Sicht gelenkt und ermutigt, ihren Prinzipien und Vorstellungen Gestalt zu verleihen).
Das spielt dann auch gleich in das zweite Thema ein, den Kant-Bezug dass der Mensch sich aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit erheben kann (auch und gerade gegenüber religiösen Dogmen und Unwissenheit).
Das Auge als Werkzeug nicht nur des Sehens, sondern des Erkennens passt schon vom Bilde her, auch in das Konzept der (Sieben) Zeichen als Mediatoren zwischen den Sterblichen, denen sie zugedacht sind, und dem jenseitigen Raum (oder eben der Fähigkeit), von dem aus (oder mit der) Weltereignisse beeinflusst werden können, fügt sich diese Idee des über den sterblichen Horizont hinausblickenden Auges. Allerdings habe ich noch keine rechte Vorstellung, wie dieses Wissen sich konkretisieren soll.
Stellt es sich als eine Art sechster Sinn dar, der zu den richtigen Schriften und Artefakten lenkt (denn Sterbliche, die – mehr oder minder – Einsicht in die Wahrnehmung, Pläne oder gar Gedanken von Unsterblichen hatten, gibt es auch andere), als eine Art siebter Sinn, der durch Wahrnehmung, Erkennen und Urteilen sich dergleichen selbst erschließt, als (erweiterte) prophetische Gabe (Prophezeien kommt einem Einblick in die Schicksalsgefüge unter den existierenden Fähigkeiten am nächsten) oder als ein echter Blick in Vergangenheit (und jeweils standortgebundene mögliche Zukünfte)? Das frage ich mich sowohl hinsichtlich der regelseitigen Setzung, die dafür zu treffen ist (dem zugrundeliegenden Konzept der steigenden Macht im Verlaufe der Kampagne, der besseren Beherrschung der Zeichen durch ihr tieferes Ergründen, reflektiertes Nutzen etc. entsprechend), als auch in Bezug auf die Impulse zur Charakterentwicklung (der SC hat dankenswerter Weise bereits die Eigenheit – angelehnt an Ilarys (siehe gleichnamiges Regelwerk, S. 10, 15f) – „Freigeist“).
Die Kant-Referenz ist natürlich insofern etwas schief (dadurch aber umso interessanter), als dass die Unmündigkeit nicht unbedingt selbst verschuldet ist, wenn tatsächlich machtvolle Wesen dazu in der Lage sind, Entscheidungen vielfältig zu beeinflussen und wenn es ein ethisches Gebot sein kann, den Leitsätzen, die die sog. Götter aus einer höheren Einsicht in das Wesen der Welt (z.B. durch sicheres Wissen über die Vergangenheit und eine klarere Ahnung der Zukunft) gewinnen, zu folgen. Allerdings gibt es – mag der Magierphilosoph einwenden – eigentlich keine Handlungsmaxime, die nicht vernünftig erschlossen werden könnte. Jede mutmaßlich höhere Einsicht (auch eine durch das Zeichen) wäre dazu die Antithese. Davon unbenommen kann Wissen über Vergangenheit oder Zukunft oder über irgendwelche kosmischen Zusammenhänge zweifellos in Macht (über die Welt und deren Bewohner) umgemünzt werden. Das ist ja die grundlegende These der Magierphilosophie: Dass Götter lediglich mächtige Wesen sind, aber eben nicht per se ethisch überlegen. Selbst verschuldet der Sterbliche seine Unmündigkeit, sofern er sich den Mächten unterwirft, indem er sie als Götter anbetetet, anstatt zu versuchen, ihnen gleich zu werden (das wäre die Macht-orientierte Perspektive) oder unabhängig von ihren Geboten sein Handeln lediglich an Vernunftgründen orientiert (also entsprechend einer säkularen Ethik).
Mit anderen Worten: Der Zeichenträger muss wählen, ob er tiefere Einsichten zu eigenem Machtgewinn nutzt oder seine Erkenntnisse teilt und so anderen Sterblichen hilft, sich tatsächlich aus einer fremdbestimmten Unmündigkeit zu befreien. Letzteres ist gewiss der sehr viel mühsamere Weg, ersterer aber ebenso gewiss der Weg, zu dem Borbarad den Zeichenträger verleiten wird (obgleich er natürlich selbst den anderen Weg im Sinn hat, denn ansonsten wäre sein Plan, allen Sterblichen den Weg zur Magie zu ebnen, unsinnig: Sie sollen letztlich ihn selbst als Tyrannen überwinden und darin die Überwindbarkeit aller mutmaßlich höheren Wesen erkennen).
Die Prometheus-Gestalt in der Geschichte ist allerdings Borbarad selbst, der den Sterblichen Magie als Feuer-Analogon bringt. Der Gezeichnete wäre in dem Sinne der Philosoph, der den Logos predigt, um den Mythos zu überwinden (der letztlich auch Borbarad umgibt).
Harteschale hat geschrieben:
31.01.2020 15:32
Ich überlege gerade noch, ob man das erste Zeichen auch als drittes Auge an der Stirn anbringen könnte - das hat dann Bezüge zu Zyklopen, Erben der Archäern ("Ucuri-Funke") und auch Navigatoren von Warhammer 40k. Gerade letztere haben ja einige coole, naheliegende Themen - Das Immaterium sehen zu können und ein vernichtenden Blick auf die Wesen vor sich werfen zu können, welcher die Energie des Immateriums kanalisiert. Regelseitig dann also die Fähigkeit in den Limbus blicken zu können und eine stark aufgewertete Fähigkeit von Zorn des Rubins.
Auf ein drittes Auge würde ich verzichten, weil ich die besondere Signatur des Almadinen Auges nicht durch die Assoziation mit dem Ea'Myr verwischen möchte. Letzteres kennen einige Spieler (ansatzweise), z.B. vob Leatmon Phraisop oder Moruudal. Auch wenn der Ucuri-Funke ähnlich fungiert, das Almadine Auge sollte noch eine Spur exklusiver sein: Wer weiß schon, ob es nicht einstmals auch einen Zeichenträger unter den Bashuriden gab, der vielleicht das Almadine Auge an des dritten Auges statt trug?
Zum Vergleich zu Warhammer 40k: Der Warp ist allerdings ambivalenter als der Limbus und vereinigt quasi gleich die Niederhöllen mit in sich (auch wenn es diese Dualität von Schöpfung und Zerstörung, wie DSA sie bietet, nicht gibt). Auch liegt der Limbus nicht als zweite, immaterielle Realitätsebene über der Wirklichkeitssphäre, sondern buchstäblich zwischen dieser und anderen Sphären. Kurz gesagt: Der Warp ist mehr als ein Hyperraum, der Limbus nicht (sehr viel mehr). Natürlich ist es denkbar, dass das Almadanie Auge auch einen weiten, durch den Limbus reichenden Blick ermöglichen kann. Aber das erweitert im Prinzip nur die gesteigerte Hellsichtsfähigkeit, die profane und magische Strukturen über den gewöhnlichen Blick hinaus durchschauen kann. Übertragen auf DSA umfasst das auch viele Fähigkeiten der WH40k-Navigatoren, sodass ich auf diese mal einen Blick werfen werde.
Harteschale hat geschrieben:
31.01.2020 15:32
Sollte daran Interesse bestehen führe ich das gerne näher aus.
An Regelalgorithmen bin ich grundsätzlich interessiert, zumal wir Anführen-Regeln nutzen, die einen graduellen Bonus je nach Vorteilen oder Höhe passender Fertigkeiten ermöglichen bzw. den Bonus ggf. auf eine größere Menge Anzuführender verteilen lassen.
Allerdings überzeugt mich das – so klingt es jedenfalls – quantifizierende Prinzip des „je mehr Verbündete, desto höher der Bonus“ nicht ganz, da ich den Fokus des Zeichens im Erreichen von Harmonie sehe. Das wiederum würde ich als eine Qualität des Bündnisses sehen: Ein harmonisches Bündnis dient den Zwecken aller Verbündeten grundlegend und gleichermaßen bzw. – im Idealfall – jeder Gemeinschaft als solcher (gegen die Vorstellung von Bündnissen als Zweckbündnisse, die aus einem Kompromiss aller Einzelinteressen geschmiedet werden). Die größte Harmonie wäre demnach erreicht, wenn das Gegenüber von der Erkenntnis des höheren Werts der Gemeinschaft (an sich) überzeugt ist und nicht unbedingt von den persönlichen Zielen des Gezeichneten. Diese Ziele von jenem höheren Wert zu trennen, halte ich für eine grundsätzliche Herausforderung für den Zweiten Gezeichneten, der aber natürlich seine Bündnisfähigkeiten (dann gegen die Intention des Zeichens) auch ganz (oder vglw.) egoistisch einsetzen können soll.
Vergleicht man die denkbaren Fähigkeiten des Bildnisträgers mit Phex-Geweihten, kann der Unterschied deutlich werden: Deren „Mondsilberzunge“ befähigt sie zu tückischen Suggestionen, rhetorischen Tricks und allen Arten (non-)verbaler Manipulation (denn die Liturgie verleiht ja keine Einsicht in eine höhere Vernunft, aus der heraus man argumentieren könnte, zumal das auch gar nicht immer so quantifizierbar wäre). Das ergibt Sinn, weil das Durchsetzen eigener Interessen im Einklang mit den meisten Leitsätzen Phexens steht. Aber harmonisch wäre das nicht.
Darin artikuliert sich gewissermaßen die Zweischneidigkeit des Charismatikers, der gerade dadurch brilliert, dass er seine Anhängerschaft zu jedem Handeln bewegen kann (weshalb charismatische Führerschaft dezidiert anti-aufklärerisch wirkt). Da Träger ihre Zeichen auch prägen können sollen, überlasse ich es dem Spieler/SC, ob das Zeichen seinen harmonischen Fokus behält (und somit auch dem SC als Ankerpunkt dienen kann) oder sich als Instrument zur bloßen Akkumulation von Verbündeten gebrauchen lässt (wodurch der Ankerpunkt sich zum freien Radikalen wandelt). Ich finde es nur wichtig, dass man in der Konzipierung des Zeichens diese Aspekte berücksichtigt und hätte mich ohne den Beitrag wohl zu sehr auf den Harmonie-Aspekt konzentriert.

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Ungelesener Beitrag von Harteschale » 03.02.2020 10:52

Fähigkeit zu Sicht und Erkenntnis
Das würde ich unterteilen in zwei Aspekte:
I.) Der Blick auf wesentliche, zentrale Zusammenhänge für ein tatsächliches Verständnis der Lage.
Es gibt Unmengen an unwichtigem Wissen und Erkenntnissen, die nicht sonderlich zentral sind. Um wirklich eine Situation zu erfassen bedarf es jedoch nur meist weniger Kernaspekte, die aus einem Meer an weißem Rauschen sekundärer Informationen gefischt werden müssen.

II.) Das nötige (Fach)Wissen um konkrete Ziele umzusetzen

Den geradezu göttlichen Aspekt würde ich I.) zugestehen - der Träger kann sich ein Bild von der Lage machen wie sonst nur Unsterbliche. Erst hierdurch wird er aus der Ingoranz emporgehoben zu einer Position des Verstehens und er ab hier hat er tatsächlich erst eine uneingeschränkte Wahl des Verhaltens, ohne dass ihm durch Manipulation, Dogmen oder Unwissenheit bestimmte Wege vorgegeben sind.
Hier würde ich zur Inspiration und Intuition greifen. Das Zeichen hat diesen Eigenschaftswert und er passt auch recht gut. Genies auf ihrem Gebiet haben auch oft erst eine Eingebung und dann die rationale Herleitung, in Tätigkeiten in denen man besser wird, wird geht man immer weniger bewusst und immer intuitiver vor, man entwickelt auch ein Gespür, also Intuition. Das Zeichen wäre hervorragend mit dieser Methode die Verköperung dessen für den Träger - sie gibt ihm die richtigen Ahnungen, Instinkte, Eingebungen, das Gespür, welches oft Unbewusst einfließt. Das ist nicht sehr theatralisch - aber das Zeichen dürfte in all den Zeitaltern auch schon alles gesehen und erlebt haben und wissen, wie der Hase läuft, gerade mit Unsterblichen und kosmischen Zusammenhängen. Das Zeichen muss kein Wissen mehr zusätzlich großartig erwerben, nur noch den Instinkt auf den Träger ausweiten.

Den sehr spürbaren und als wichtiger wahrscheinlich von Spielerseite aus erachteten aber viel weniger transzendenten Aspekt von II.) kann man ausspielen als Gespür für begehrtes Wissen. Das meine ich in dem Sinne, dass der Träger ahnt oder weiß wo er zu suchen hat, wie entsprechende Gaben z.B. Zwergennase, Leichengespür der Thargunitoth-Paktierer, elementare Hellsicht der Elementarwesen.

Kant-Referenz
Ja, der Vergleich ist etwas schräg, aber wie du schon geschrieben hast gibt es ja die Magierphilosphie (und Ometheon) in der Welt, die ähnliche Argumente vorbringt.
Ergänzen möchte ich: Es ist noch nicht einmal aus Sicht etlicher Religionen selbst klar oder sicher, dass Götter tatsächlich altruistisch sind oder aus höherer Einsicht ihre Ideale verkörpern und nicht etwa weil sie diese Ideale sind, also nicht anders können als ihrer Natur zu entsprechen oder sie aus Machtopportunismus annehmen.

Prometheus
Ich gebe dir Recht, dass Borbarad auch einen Teil der Prometheus-Thematik anspricht (er ist z.B. selbst Halbgott und Rebell, also dem Titan Prometheus darin ähnlich).
Jedoch besetzt das erste Zeichen wichtige Teile dieser Metapher, die von Borbarad nicht besetzt werden und auch nicht von Rohal und ergänzt damit die Konstellation. Rohal und Borbarad stehen für Erkenntnis und auch das Bringen von Fortschritt - aber immer auch gekoppelt mit ihrer eigenen Persona und Motiven und dem inneren Zwang sich so zu verhalten. Das wirklich altruistische oder zumindest ohne inneren Zwang agierende Verhalten Prometheus, das Feuer zu bringen kommt bei ihnen nur als Randbereich vor.
Das erste Zeichen jedoch bringt tatsächliches Verständnis und Erkenntnis und gibt kein Verhalten damit vor. Der Mensch kann das Feuer zu bösen, guten, neutralen, sinnigen und unsinnigen Taten nutzen. Er verfügt über Feuer, ohne jegliche Handlungsanweisung. In diesem Sinne ist er tatsächlich frei, es zu nutzen wie er es will. Dazu stehen im Kontrast Borbarad und Rohal, die beide für Freiheitsideale kämpfen mit konkreter Weltsicht, Unsterbliche die ihre Sichtweise der Welt und ihrem Umfeld aufnötigen. Und so vervollständigt das Zeichen diese Konstellation als dritte, unabhängige Macht die den Sterblichen das göttliche Geschenk gibt das die Unsterblichen eifersüchtig hüten und nun für sich haben zu tun oder zu lassen damit was sie denken.

Zweites Zeichen
Regelseitige Ausarbeitung: Siehe PN

Der treffendere Aspekt des zweiten Zeichens ist: Kooperation, Zusammenarbeit
Diese kann eine ganzes Spektrum erfassen von Harmonie bis bissiger Pflichterfüllung oder Machtkalkül. Aber der eigentliche, fundamentale Punkt für mich ist eben dass sterbliche Individuen leicht geteilt und uneins gehalten werden können, durch Zusammenarbeit aber härten bestehen können denen sie einzeln zum Opfer gefallen wären. Gerade ja die elfische Vergangenheit zeigt das auch (Lichtelfen, welche den verweltlichten Elfen halfen kurz vor der entscheidenden Niederlage gegen die namenlosen Heere).
Gerade das zweite Zeichen muss ja praktisch jede mögliche Rasse oder Kultur als Träger zulassen können mit sehr unterschiedlicher Weltsicht - Zusammenarbeit in irgendeiner Form ist das Fundament jeder Gesellschaft und daher auch ein Band zu jeder Gesellschaft. Harmoniedenken in Reinform ist sicherlich sehr elfisch, aber kein starker Brückenbauer, zudem ist das Zeichen so alt wie die Welt.
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 03.04.2020 15:41

Es kristallisiert sich nun auch der erste Handlungsbogen heraus, der zunächst nur indirekt auf die G7 zu verweisen scheint. Da alles im Prozess mit weiteren Ideen angereichert wird, die mir entweder kommen oder sich aus Handlungen der SC ergeben, ist alles Veränderungen oder genaueren Anpassungen unterworfen.

Titel ist "Der Klang der Mada" und umfasst neben "Ouvertüren" für die einzelnen SC, um zusammen- und zur Kampagne zu finden, v.a. die Abenteuer "Donnerwacht" (v.a. den Teil mit der Harpyienkönigin und die Idee mit dem hochelfischen Bündnis mit Gorwindor) sowie "Sturmgeboren" (hier den Teil, der sich um Mandalya, die hochelfische Stadt inmitten des Panthlarin dreht), welche ich mehr oder minder umfangreich ausschlachte und die entnommenen Elemente mit allerdings eigenen, auf die SC und ihre regionale Verortung (v.a. natürlich die Uhdenberger) angepassten Gelenkstellen versehe.
Die Geschichte ist im Grund genommen: Die Hochelfen aus Madalya ("Stadt der Madaya", was ich aufgrund der Nandus-Geweihten, die auch der Schwesternschaft der Mada angehört, abwandelte) erkannten vor 5.000 Jahren ihren drohenden Untergang (und waren damit den Hochelfen anderer Städte, denen sie als Apokalyptiker gegolten haben mochten, voraus). Die Hochelfen Madalyas schätzten Madaya als eine Ahnin, deren Geheimnisse sie zu ergünden suchten. Vielleicht kam ihnen daher die Eingebung, so zu handeln, wie sie es taten - oder vielleicht erschien zu der Zeit tatsächlich die Madayka dem König, Maladan-der-im-Mondschein-wandelt, um ihm die Eingebung zu geben. Wer weiß?
Sie bündelten jedenfalls ihr Wissen magisch und suchten ein Bewusstsein, das machtvoll und alt genug ist, um Aufnahme und Beständigkeit zu garantieren. Sie erkannten Chalwen als Option, die sich aber ganz den "Söhnen und Töchtern Raschtuls" widmete. So war es Gorwindor, den sie als Bewahrer des Andenkens besingen wollten.

(Exkurs zu Riesen: Offiziell werden sie z.T. sehr unterschiedlich besprochen. Bei uns existieren sie durchweg seit Äonen und sind dabei mal mehr und mal weniger präsent, aktuell (also in der Zeit der Elfen, Zwerge und Menschen) halten sie sich im Hintergrund. Grundsätzlich sind sie sehr machtvoll und auch allesamt magisch begabt, auch wenn ihnen das nicht immer im gleichen Maße bewusst sein muss. Gorwindor weiß aktuell z.B. nichts von seiner magischen Begabung oder dass er das Andenken der Elfen Madalyas hütet (inkl. ihrer v.a. feuer-elementaren Kenntnisse, da in Madalya der elementare Schlüssel des Feuers gehütet wurde). Er sieht sich als Hüter der Riesengräber.)

Das Bündnisritual funktionierte. Dazu wurden sieben Instrumente in Form von Schmuckstücken erschaffen (was die Hochelfen eben so vermochten), welche zusammen bei Kenntnis des Zauberliedes die Wirkung entfalten und den Bund erneut bekräftigen bzw. Gorwindor in Erinnerung rufen können. Es kam auch ansonsten, wie es kommen musste: Die Hochelfen fielen unter dem Ansturm des Namenlosen. Die Bündnisträgerin Caseya-die-den-Bund-besingt wurde Opfer Pardonas, die sie in eine der ersten Harpyien verwandelte (so weit, so nahe an "Donnerwacht"), der König Maladan dauert das Schicksal, das in "Sturmgeboren" (Szenario "Flammen und Wogen", S. 76ff) Lyriel erfuhr. Ich bin mir noch nicht sicher, ob Caseya auch die Gattin Maladans sein soll, bislang ist sie nur wahrscheinlich eine Hochelfenkönigin (die sich für die Harpyienkönigin hält).
Maladan wurde über die Jahrtausende vom Monster im Neunaugensee verdorben (was im genannten Szenario in "Sturmgeboren" schön beschrieben wird). Sein allmähliches Erwachen und die damit einhergehenden Phänomenen, die von Elfen und Naturzauberern früher bemerkt werden, geben die Initialzündung zum Geschehen im äußersten Handlungsrahmen. Denn sollte der elementare Schlüssel des Feuers auf diese Weise verdorben werden...

Akteure der aktuellen Zeitlinie: Interessenten am Elfenschmuck sind ein Namenloser Kult, der v.a. ein Lowanger Händler und ein Kommandant der Uhdenberger Legion vorstehen (vlt. sind es auch zwei verschiedene Kulte mit zufällig dem gleichen oder einem ähnliche Ziel - je nachdem, wie viel die jeweilige Partei weiß) sowie ein Borbaradianer-Zirkel, dessen erste Stoßrichtung aus Fasar stammt. Einer der Erzbarone Uhdenbergs ist Fasarer und vor geraumer Zeit auf magische Erze in einer der Bleiminen gestoßen (Arkanium), die - wie es Fatas wollte - mit den Minen des Vaters der SC-Magierin verbunden sind, sodass Besitz- und Abbaurechte alles andere als geklärt sind. Er wird weitere Borbaradianer um sich scharen. Während die NL-Kultisten Visionen und den Schmuckstücken als Versprechen von Macht folgen, suchen die Borbarad-Jünger nach allem, was irgendwie mit Madas Frevel zusammenhängen könnte, da sie Borbarads Magiegeschenk bzw. Versprechen mit Madas Opfer bzw. Gabe in einen Zusammenhang bringen.
Die SC haben zufällig mit verschiedenen Teilen des hochelfischen Schmucksets Kontakt gehabt (auch wenn sie aktuell alle wieder verloren oder abgegeben haben...). Eines war jenes "Diadem von Elfenhand", das die Baroness (in spe) Ulmenhain trug, was ihren (derzeit) designierten Gatten und Löwengarden-Offizier Dexter Nemrod auf den Plan rief, der dies dem garether Krieger antrug (damit der nach einer Liason mit einer Ulmenhain nicht nach Maraskan muss). Ein anderes fand sich in Fasar, weshalb der Zirkel dort überhaupt erst davon Wind bekam, und wurden vom Streuner für eben jenen Zirkel gerau... geborgen (ohne dass er die Hintermänner kennt; er ist aber ohnehin Doppelagent für einen Feqz-Kult. Auf ein drittes stießen die Uhdenberger bei den Sichelgrolmen (angelehnt an das Kapitel "Bei den Grolmen" aus "Das vergessene Volk). Die Nandus-Geweihte sollte ein viertes in Kuslik finden, wobei die Schwesternschaft der Mada und die Gemeinschaft des Lernens (Vgl. u.a. Heldenwerk 3: "Die gehäutete Schlange"), dessen Oberhaupt der (bei uns: ehemalige) Hochgeweihte zu Lowangen ist (wodurch sich mancher Kreis schließt). Ein fünfter Teil wird von den Elfen des Gashoker Forsts gehütet (wie in „Donnerwacht I“), ein sechster ist im Besitz des NL Kultes.

Das Abenteuer-Tableau ist also reichlich gedeckt (alias: Was geschehen könnte?):
Vielleicht wird es den SC gelingen, nicht nur die Instrumente zu sammeln und das Bündnis zu erneuern, sondern mit Gorwindors Hilfe auch den noch immer in Madalya ruhenden Schlüssel des Feuers zu bergen und den beinahe verdorbenen Hochelfen, der im See ruht, erlösen können, sodass der Riese - als Wahrer des Andenkens - möglicherweise der neue Schlüsselhüter wird.
Oder unterstützen sie die Borbaradianer, all dies - koste es, was es wolle - in Macht umzumünzen? Es würde Opfer kosten, denn nach nichts weniger als der Variante eines Transproriatoriums steht den Tharsoniern nämlich der Sinn: Eine nach geborgenen Bauplänen und mit Hilfe des gewonnenen Arkaniums umgesetzten Maschine, die elementare Macht (wie die des Feuers, deren Aktivität demnächst verstärkt in den Landen um den Neunaugensee detektiert werden kann) in magische Kraft wandeln kann (siehe G7-Nebenstrang: "Grenzenlose Macht", für das quasi der Prototyp entworfen wird) - mit schrecklichen Folgen für das elementare Gleichgewicht.
Ganz klare Antagonisten sind die NL: Der Legionskommandant wird die Macht über die Legion an sich reißen und zur Not die Lande mit Krieg übersähen, wenn er so bekommt, was er will. Der Lowanger Händler (ein gebürtiger Fasarer übrigens) nutzt seine eigenen Kontakte zum gleichen Zweck. Die Zorganpocken-Epidemie in Lowangen (laut Hintergrund 989 BF, wir spielen 988 BF) könnte damit zusammenhängen. Der Sieg der NL bedeutet sicher die größte Katastrophe, wenn in der Folge ihres Handelns der einstige Hochelfenkönig den Schlüssel des Feuers pervertieren kann.
Was wissen möglicherweise die Goblins über das Geheimnis der Hardorper Ebene (das bei uns mit dem Feuerschlüssel in Madayla zu tun hat)?
Wird der Uhdenmann, den die SC kennengelernt haben, ein Opfer der Borbaradianer (womöglich mit Hilfe der SC), die den alten, mit dem Land so eng verbundenen Kobold als Verbindung zu den elementaren Kräften nutzen wollen?
Werden sie sich mit den Grolmen friedlich (oder geschäftlich) einigen oder wird der Stamm durch beschworene Dämonen der Borbaradianer weitgehend ausgelöscht werden?

Derzeit haben die SC zwar schon von der Geschichte um das Bündnis gehört, vermuten, dass die Harpyienkönigin Cassiera eine Hochelfe ist/war, recherchieren aber noch, was es mit all dem genau auf sich hat. Sie sind dabei mit einem Handelszug Kolenbranders von Uhdenberg nach Lowangen gezogen (die Harpyien-/Hochelfenkönigin "residiert" derzeit im Thasch) und haben Interesse an der Donnerbacher Akademie geweckt (aufgrund der Elfen-Expertise). Die Akademien in Lowangen sind weitere Ansprechpartner: Der frisch gewählte Elcarna von Hohenstein hat Kontakt zu Elfen, Oswyn Puschinske Interesse und wenig Skrupel für unorthodoxe Hilfe. Im Gegensatz zur weltoffenen Akademie der Verformungen ist die autoritär geführte Halle der Macht auch nicht bereits vom NL Kult unterlaufen (eine Magistra Ordinaria gehört dazu). Hesinde- und Phex-Kirche sind ebenso naheliegende Helfer.

Was hat das mit der G7 zu tun? Offensichtlich ist die Einführung von Borbaradianern sowie die Heranführung an die "großen Zusammenhänge" und das Schicksalhafte, über das sie verbunden sind, das aber dennoch von Sterblichen beeinflusst werden kann.
Die beiden Spieler, die die G7 schon kennen, haben interessanterweise gleich zwei Theorien, was das mit der Kampagne zu tun haben könnte: Einmal ist die Parallelität von sieben Instrumenten (auf einem Wandbild sahen die SC sieben Elfen, die je ein Instrument trugen) und den Sieben Zeichen auffällig (aber selbstverständlich eine Finte). Eine andere Theorie gefällt mir allerdings so gut, dass ich sie aufgreifen will: Der alte Bund zwischen Hochelfen und Gorwindor gemahnt an das Zweite Zeichen, das ohnehin mit den Elfen im Besonderen verbunden ist. Gerade die Art des Bundes - um ein Andenken zu wahren - passt auch. Und der Riese als Träger des Andenkens und möglicher künftiger Verbündeter im Kampf gegen Borbarad; das passt zur übergeordneten Position, die die Zeichen als Instrumente darstellen, um das Schicksal in Weltzeitwenden zu beeinflussen.



Anhänglich habe ich noch meine Version der Inschrift in der Bündnishöhle beigefügt, die ich so stark verändert habe, dass ich sie publizieren kann:
Wir machten uns die Himmel zu Feinden, in die wir uns erhoben, Feuer und Luft, die wir beschworen, um die Welt selbst zu formen, werden zu Waffen gegen uns, Wasser und Fels werden uns nicht mehr tragen, all ihre Schatten werden sich erheben und die Welt, die wir mit Macht als Knecht uns bestellten, ist im Wandel.
Die gewaltigen Riesen, die die ersten Berge wachsen sahen. Wir blickten auf sie herab,
uns selbst gesegnet mit der Gabe der Formbarkeit. Nicht den Stolz der Drachen fürchteten wir. Doch nicht sie sind es, die ihre Throne erneut fordern und uns zum letzten Kampf sich stellen. Nicht an den Grenzen, wo es welche gibt, drohen uns Feinde, denn jeder, den wir so erkannten, zerschmettern wir in der Zeit.
Die Herren der Welt nennen wir uns und erkennen nicht, wie das Eins-das-das-Sein-zerstört, wächst in uns. Wir gebären die Myriaden, die gegen uns stehen werden, uns aus dem selbstvergessenen Schwelgen reißen – wie der Schatten eines zweiten Simia, entstiegen aus fahlem Licht, uns in die kalten Nebel der leeren Träume führend. Und wir wandeln in
unserem süßen Schlummer hinein.
Madaya-die-das-Leben-zeitigt, erschien abermals, uns den Weg zu weisen. Ein drittes Mal weist sie nur den Untergang. Maladan-der-im-Mondschein-wandelt, kündete vom Bund, den wir besingen müssen. Die sich Söhne und Töchter Raschtuls nennen, wandten sich ab von den Himmeln, die über ihnen drohen und den Thronenden, die des Güldenen Odem nur noch beseelt, bis auch er ausgehöhlt sein wird von den eigenen faulig falschen Träumen. Sie, die-die-Zeiten-sieht-die-kommen, nahm sich ihrer an.
Wir beschreiten ihren Weg, wenden uns an jene, die dem Geist des Ersten von ihnen folgen und nie ihren Pfad verließen. Er, der-ewig-wacht, dessen Namen die fernen Winde der
ur-jungen Morgenröte durch die Zeiten flüsternd tragen: Gorwindor. Ihn wollen wir
besingen als Der-das-Andenken-wahrt. Und werden wir, die wir himmelhoch uns über unsere Pfade erhoben, wieder hinabstürzen und gleißend vergehen, im Erwachen des Morgen nicht mehr sein, er wird seinem Pfade folgen, wie er es immer tat, noch bevor das erste Licht sich diese Welt erträumte.

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Ungelesener Beitrag von Harteschale » 03.11.2020 22:44

Wie ging's weiter? Was sind die weiteren Pläne für die 7G?
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 04.11.2020 17:00

Wir sind noch mit dem zuletzt umrissenen Abenteuer beschäftigt, jedoch im vorletzten Kapitel - auf dem Weg zu Gorwindor/Neunfinger - angekommen. Ich werde, wenn wir durch sind, umfangreicher Rückmeldung geben. Fest steht nur, dass es schließlich einen großen Kampf bzw. eine Schlacht inmitten des Neunaugensees (auf der Vulkaninsel) sowie parallel vor Donnerbach geben wird. Ein Riese mit dem Wissen der hochelfischen Magie Mandalyas, der Elementarschlüssel des Feuers, ein mit Teilen des Omegatherions verbundener Hochelf, seine einsitige Geliebte, eine Armee daimonider Scheusale aus dem See und die inzwischen namenlos unterlaufene Uhdenberger Legion - all dies, so viel sei verraten, wird eine Rolle spielen.

Für die weitere G7-Planung habe ich mir bislang immerhin überlegt, die - noch stark anzupassende - Schnitzeljagd von "Niobaras Vermächtnis" in eine Suche nach den Teilen des Steins des Weisen umzuwandeln. Dass der in "Rohals Versprechen" plötzlich weitgehend beschwör-fertig präsentiert wird, hielt ich schon immer für ein seltsames Pacing. Inwieweit ich da Niobara selbst und mögliche Prophezeiungen, Sternenkarten etc. einfließen lasse, steht noch nicht fest. Aber eigentlich passt sie als Nandus-Heilige und Vertraute Rohals sehr gut in diesen Komplex. Und auch Borbaradianer können Interesse an den Fragmenten haben, selbst wenn sie sie nicht mit Rohal in Verbindung bringen. Etwa für Liscom zur Beschwörung Borbarads ("Staub und Sterne") mögen einige Teile (umso mehr, desto bessere) Paraphernalia abgeben. Die Spieler selbst dürften auch zunächst nicht ahnen, welchen Artefakten sie da möglicherweise auf der Spur sind. Da lassen sich einige Finten legen: Hinweise auf ein einzigartiges Schwarzes Auge (roll credits), widersprüchliche Theorien verschiedener Magier u.a. Experten, die so mit den SC in Kontakt treten können, oder uneindeutige Hinweise durch magische Analysen (immerhin gehört das fertige Artefakt zum Alveraniar des verborgenen Wissens).

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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 18.01.2021 16:27

Seit Anfang des Jahres haben wir die Kampagne hinter uns gebracht, sodass ich die Ergebnisse hier aufarbeiten kann.

Die Recherchen in Lowangen zu Hochelfen, den Schmuckstücken und insbesondere natürlich Casayeia verliefen etwas anders als geplant. Letztlich fanden die SC zum Gashoker Forst. Aber der Dieb der Runde verkalkulierte sich beim Versuch, die örtliche Unterwelt sich zu Nutze machen zu können. Diese ward nämlich dominiert vom Gauner und Zwerg Gorax, der - nolens volens - in die Kabale der NL insoweit verstrickt war, als er lukrative Aufträge annahm. Kontaktfrau war dabei Saari Wellentor, wobei die Familie Wellentor bei uns zu den Patriziern der Stadt gehört und v.a. im Flusshafen tätig ist. Die Auseinandersetzung kostete - auch aufgrund eines Zauberpatzers im entscheidenden Moment - viel Zeit und Mühen, weswegen die SC letztlich kaum der NL Kabale auf die Spur kommen konnten. Eher wurden sie zuletzt gerade so nicht in den Kerker geworfen und "nur" aus Lowangen verbannt. Immerhin hatte die Nandus-Geweihte einen lichten Moment (in Form einer sehr guten gegen eine eher sehr schlechte Probe) und vertraute dem (falschen) Bibliothekar im Hesinde-Tempel nicht mehr (seines Zeichens das Haupt des NL Kultes; auch ein Tulamide, aber den Händler habe ich noch ausgelagert; der spielt später eine Rolle).

Das Szenario im Gashoker Forst (in elfen-romantisch: Sèy’dèya Therèm, der Hort des wachenden Nebels) fand dann weitgehend wie in Donnerwacht I beschrieben statt - mit einigen für das Ganze nebensächlichen Entwicklungen durch Interaktionen der SC. Silgurian, den ich aufgrund seiner Aufgabe nicht Nebelträumer, sondern Nebeltraumwahrer genannt habe, habe ich deutlich (und verklärt) positiver (für einen Waldelfen!) gegenüber dem hochelfischen Erbe dargestellt, als das im Abenteuer vorgesehen ist. Die lange Wacht über die Überbleibsel des Mandalya-Außenpostens - einstmals von den Waldelfen übernommen, um Fehler der Vergangenheit zu gedenken und die Zukunft davor zu bewahren - verleitete ihn, unter dem Einfluss der vermittelnden SC und der gewandelten Fenvar-Königin, seine Aufgabe gewissermaßen pro-aktiv fortzuführen. Im Laufe des weiteren Geschehens - v.a. später in Mandalya - wurde er gewahr, warum die Elfen den Untergang ihrer Ahnen in besonderer in Erinnerung behalten sollten (und warum auf die Rosenohren in der Hinsicht wenig Verlass ist).
Ich habe Silgurian auch als Gegenstück zu Visalyar Wassertänzer (der auch in Donnerwacht I beschrieben wird) eingeführt: Hier der seiner Sippe durch einen Ork-Angriff beraubte steppenelfische Zauberweber und Magier aus der Halle der Verformungen, der neugierig, aber auch ängstlich auf die Vergangenheit seines Volkes schaut; dort der waldelfische Kämpfer, der kaum mehr als seinen Wald mit seiner Sippe kennt und der misstrauisch gegenüber allem von außen Kommenden blickt, der sich aber gleichsam durch die Erkenntnisse und die spätere rituelle Verbindung im Bündnislied von seinen Ursprüngen entfremdet, um in diffuser Ahnung (und vielleicht Hoffnung) seiner wahren Bestimmung zu folgen und eine gewisse innere Leere (hier gleicht er Visalyar, für den selbige natürlich greifbarer ist) zu füllen. Es waren stets interessante Interaktionen zwischen den beiden Elfen und den SC, aber auch zwischen ihnen und Cassiera/Casayeia (je nachdem, welche Natur gerade überwog) und den SC dazwischen.
Ich kann so viel vorwegnehmen, dass die beiden Elfen und der für das Bündnislied ausgesuchte (heißt: vom Spieler gewählte) SC - es ist der kunstsinnige almadanische Adlige - inzwischen auch enge Freunde geworden sind, wenn nicht Seelenverwandte. Spätestens und mindestens in "Unsterbliche Gier" werden sie also wieder einen Auftritt haben, wenn es gilt, das Elfenzeichen zu vermitteln.



Mittelfristiges Ziel war es nun, so bald als möglich mit so vielen Instrumenten/Schmuckstücken, wie die SC auftreiben konnten, zurückzukehren, um das Bündnisritual erneut zu initiieren (so die weiteren Recherchen dies ratsam erscheinen lassen) oder aber wenigens den noch überschatteten, aber ganz zweifellos gegenwärtigen Antagonisten den Besitz der Zauberdinge in Abrede zu stellen.
Von den Stücken im Besitz des NL Kultes hatten die SC nach der relativen Pleite in Lowangen keine Kenntnis erwerben können. Die SC-Magierin (die teilweise in der Halle der Macht ausgebildet wurde) weihte Oswyn Puschinske ein, der - das wussten die SC nicht - eines der Artefakte vormals bereits untersuchte (die Vorgeschichte ist etwas kompliziert, schließt aber alle SC bzw. ihr Umfeld und bekannte NSC ein) und sich der Sache mit Interesse annahm. Elfische Verständigungsmagie ist vom Portfolio der Halle der Macht nicht zu weit entfernt, zumal ein gewisser Cordovan Galotta jüngst Studien zu elfischer Verständigungsmagie veröffentlichte, an die der Erzmagus anknüpfen konnte.
Nebenher konnte ich Ariana Melethaniem (aus Orkengold, Donnerwacht bekannt) etablieren, die quasi Studienkollegin der SC-Magierin war. Eigentlich wollte ich sie als Konkurrentin einbauen, die - enger mit der Akademie assoziiert (wo sie als Magistra Minora tätig ist) - scheinbar zwischen den SC und Puschinske u.a. Akademie-Personal vermittelt. Zugleich sollten sie ihre eigenen (zu großen) Ambitionen zwar nicht in den NL Kult treiben, wohl aber dazu, sich von diesem unbewusst instrumentalisieren zu lassen. Letztlich hat sich nichts davon aus dem Spiel ergeben oder hätte zu der Art gepasst, wie die SC (insbesondere natürlich die Magierin) mit der Akademie interagierte. In einer geschickten Weise kooperierte sie bereitwillig, ohne zu nahbar zu sein, bewahrte ihre eigenen Interesse in Distanz, erwies sich aber der Akademie gegenüber als nützlich und ließ Ariana nie ganz außen vor. Manche Twists fühlen sich einfach unnatürlich und antiklimaktisch an. Und Arianas Überlaufen oder ein selbstüberschätzender Alleingang - wie er ja in Donnerwacht erzählt wird - wäre eine solche Wendung gewesen. Stattdessen habe ich einen NSC auf Halde, der als fixer Kontakt an der Heimatakademie gelten kann und sich auf Augenhöhe befindet. Für Puschinske gilt letzteres ja nicht einmal im Mindestmaß - und das nicht nur aufgrund seines Faibles für gesunde Konkurrenz unter den durchweg weiblichen Untergebenen (was auch der Beschreibung in SoG entspricht), sondern auch, weil er in der Borbaradianerfrage noch sein ganz eigenes Süppchen kochen wird. Was uralte Beherrschungserzmagier, die sich unter Perval als Hofmagier halten konnten, eben so planen. Bleibt festzuhalten: Ein weiterer Kampagnenkonnex.



Nächstes Mal - es folgt durchaus zügiger als dieser Beitrag auf den letzten - geht es mit dem Uhdenberg-Kapitel weiter.

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Ungelesener Beitrag von Denderan Marajain » 23.04.2021 14:45

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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 02.05.2021 16:11

Einzig Uhdenberg verblieb nun als Anlaufpunkt (und Möglichkeit zu überwintern), wo sie ein Teil des Elfenschmucksets beim Erzbaron und Inhaber von Shanjas Diwan, ein weiteres im Besitz eines Grolmenhäuptlings in der Roten Sichel (beides Ergebnisse früherer Szenarien) wussten. Ich erinnere, dass Jassif ibn Shadian, eben jener Erzbaron, ein Kontaktmann der Borbaradianer in Uhdenberg ist, ohne dass er sonderlich in kultische Einzelheiten verwickelt, geschweige denn ein praktizierender Borbaradianer wäre. Vorerst genügt er als Geldgeber mit baldigem Zugang zu Arkanium und einer ungesundenen Spielernatur (aber noch nicht so herabgesunken, wie er in "Sturmgeboren" (übrigens meine wichtigste offizielle Spielhilfe zu Uhdenberg) dargestellt wird.
Den Schwerpunkt des folgenden Uhdenberg-Kapitels betitelte ich - im Duktus der "musikalisch" orientierten Kampagne ("Der Klang der Mada") - nicht grundlos mit "Rhapsodien der Macht", ist eine Rhapsodie doch ein recht formloses lyrisches oder auch Musikstück, das also in seiner Gestalt unbestimmt dahekommt. So bot sich Uhdenberg mit seinen verschiedenen Parteien an, wobei der Kontext der SC manche näher oder ferner legte als andere. Als entscheidende Röstnote der sich andeutenden Macht(-Kampf)-Melange erwiesen sich aber die allmählich anreisenden Borbaradianer, die endlich Jassifs Einladung folgten. Äußerst grob bediente ich mich dabei der Truppe aus "Die Seelen der Magier" sowie "Mutterglück" (eigentlich fast nur der Namen und auch derer nur teilweise). Im Grunde waren es zwei Gruppen, die zusammenkamen. Einmal der Kreis um Charissa von Salmingen (allerdings ohne die kultige Adlige, die als Sendungszentrum im fernen Kosch verblieb), dann die um Liasanya Herbstschatten (Azaril Scharlachkraut in spe).
Es ist an dieser Stelle sicher am sinnvollsten, wenn ich die wichtigsten Akteure aufzähle und Interessen sowie Möglichkeiten beschreibe, und dann darauf eingehe, wie die SC mit ihnen interagierten. An passender Stelle werde ich Exkurse einpflegen, die auf nähere Hintergründe zu weiteren Plotelementen eingehen.
  • Liasanya Herbstschatten (Azaril Scharlachkraut): Wie offiziell folgte sie zunächst Rohezal vom Amboss als Schülerin, der ihr Potential er- und verkannte (dazu mehr, wenn der Erzmagier später - auf dem Konvent 989 BF - seinen Auftritt haben wird). Bei ihrem ersten Auftritt ist sie zwar von den Ideen des Borbaradianismus durchaus überzeugt, kennt aber noch nicht die "Tiefen" des Kultes.
    Sie kann als Idealistin gelten, die in der "Gabe von Madas Kraft", wie der Borbaradianismus sie verspricht, ein Element der Egalisierung erkennt. Hierarchien und Herrschaftsgefüge betrachtet sie nicht als natürlich und sieht die festgefahrenen Sozialgefüge der stagnierenden Gesellschaften kritisch. Mada schenkte, so Liasanyas Überzeugung, den Menschen die Magie, um ihnen ein Mittel zu gewähren, sich gegen Obere (seien es Götter oder andere Menschen) zu erheben, die sie unterdrücken wollen. Ganz der Prometheus-Mythos in der Lesart des Sturm und Drang.
    Zunächst erfuhr sie die Lehren Rohals, die ich in Rohezals Interpretation wie folgt knapp umreißen würde: Das Gefüge der Welt ist grundsätzlich von den Göttern bestimmt, jedoch wurde den Menschen (Elfen, Zwergen...) die Vernunft zuteil, dank derer sie sich ihre Welt formen und verändern können. Macht geht dabei mit Verantwortung und dem Vertrauen der Untertanen aus, diese Verantwortung erfüllen zu können. Kurzum: Rohezal ist der Habermas unter den DSA-Magiern.
    Aus Liasanyas Sicht ist das eine reine Affirmation bestehender Zu- bzw. Missstände und Rohezal ein Fürsprecher der obwaltenden Mächte, die in ihren Augen keinesfalls vernunftgeleitet agieren. Und sie hält es für eine Illusion, das "große Ganze" als etwas Gutes oder die Existenz herrschaftsfreier Diskurse anzunehmen. Im Grunde ist sie damit eine naive Idealistin, während der "Schatten des Weisen" auf seine umfassenden politischen Erfahrungen zurückgreifen kann (neben seiner unvergleichlichen theoretischen Kenntnisse des Rohalismus). Aber dazu mehr, wenn es um Rohezal gehen soll. Hier sei nur veranschaulicht, wie es zum Bruch zwischen der elfischen Schülerin und ihrem rohalistischen Lehrmeister kam. So recht wird das ja ansonsten nicht ausgeführt.
  • Seghal von Eichenbrünn ist die Verbindungsperson zum "Charissa-Kreis" und nicht unwesentlich für Liasanyas Überlaufen verantwortlich. Nicht nur, dass er ein brennender Vertreter eben jenes zuvor beschriebenen Idealismus ist. Auch zwischenmenschlich/-elfisch sind sich die beiden nähergekommen. Die Verbindung ist aber kein Selbstzweck, sondern den gemeinsamen Zielen unterworfen. Seghal ist nämlich vielleicht charmant, aber ein ziemlicher Pragmatiker, der auch radikale Mittel nicht scheut, um seine Ziele - für ein wirklich erstrebenswertes "großes Ganzes", versteht sich - zu verwirklichen. Liasanya erwartet ein Kind von ihm. Und dieses Kind soll gleichsam die "nächste Stufe der Menschheit" erproben. In diesem transhumanistischen Geiste ist Seghal vielleicht der Raymond Kurzweil unter den DSA-Magiern.

    Das technische Vehikel zur Verwirklichung dessen, wofür Borbarad mit dem Glasgötzen-Ritual die Basisinnovation bereitstellte - immer in der Absicht, seine Anhänger und nach Erkenntnis strebenden Jünger zu eigener weitergehender Forschung anzutreiben (so die Annahme der hiesigen Borbaradianer) -, ist ein Transpropriatorium. Ich fand immer schade, dass das Teil in "Grenzenlose Macht" derart nebensächlich abgehandelt wird als ein McGuffin, die über weite Strecken des Szenarios unsichtbare wahre Bedrohung, die dann ganz unverwandt aufgehalten wird. Wem das Artefakt nicht mehr präsent sein sollte: Es handelt sich um ein Gerät, das durch elementare Wandlung Astralkraft freisetzt, wobei - das kann quasi als Fantasy-Äquivalent des Energieerhaltungssatz gelten - der Schwund elementarer Reinheit gewissermaßen die energetische Grundlage liefert. Aus einer lebenden Kiefer wird brüchiger Kies, aus reinem Erz eine schmutzige Wasserlache, arktisches Eis verkommt zu Asche. Ein Element wird in ein anderes gewandelt und als solches reduziert. In einer Welt, in der Alchimie Wissenschaft ist, eigentlich eine ziemliche feine Sache und offenkundig umwelttechnisch arg bedenklich.
    Nun hat der überschaubare Borbaradianerkreis weder die Mittel, um das Konstrukt - wie dereinst in Arras de Mott - zu errichten, noch können sie (wie später anzunehmen ist) die Instruktionen des zurückgekehrten Dämonenmeisters direkt befolgen, sondern müssen sich mühevoll alles aus dessen Schriften herleiten. Und ich nehme einfach an, dass dergleichen zu den Projekten gehört, deren Vollendung ein Krieg gegen Rohal und das Neue Reich im 5. Jh. verhinderte. Das Transpropriatorium in klein ist zur Zeit des Abenteuers über die Erprobung schon hinaus. Grundsätzlich kann es zuverlässig Elementarkräfte (derer es bekanntlich reichlich in der natürlichen Umwelt gibt) in Astralkraft umwandeln.
    Und nur, um an der Stelle die Zieldimension des Uhdenberger Projekts zu verdeutlichen: Es geht um nicht weniger, als die Fortentwicklung des Glasgötzenrituals dergestalt, dass Nicht-Magiebegabte dadurch eine Magiebegabung erhalten können sollen, die in dem Sinne wohl besser als Befähigung zu beschreiben ist. Nach einigen Fehlversuchen an erwachsenen Probanten kam die Gruppe zu dem Schluss, dass die Chance bei Ungeborenen am größten sein könnte. Nun ist es natürlich nicht zweifelsfrei feststellbar, ob eine Magiebegabung nun der Versuchsanordnung zu verschulden ist oder nicht. Und hinreichende quantitative Befunde sind schwierig und riskant zu eruieren, da diese Praxis überall als verboten anzunehmen ist. Der Einfachheit halber nehmen wir an der Stelle an, dass Liasanya, Seghal und co. brauchbare Indizien haben, um einen kühnen wie visionären Selbstversuch zu wagen; Idealisten wie sie eben sind.
  • Irschan Chassmir: Der Dämonologe aus Punin darf dem praktischen Zweig seiner Alma Mater zugerechnet werden, welcher - vor den Erfahrungen der Borbaradkriege - seinem Werk beflissener nachgehen kann, auch wenn Dämonologie (außerhalb eines engen Dispens-Rahmens) in unserem Mittelreich bereits verboten ist (es braucht keinen präsenten Dämonenmeister, um das zu plausibilisieren). Seine Motivation ist eine stark ausgeprägte Neugier und eine gewisse Vernarrtheit in abwegige Theorien und freigeistige Überlegungen, wie Borbarad sie bietet: Ein Transpropriatorium und seine Möglichkeiten der Vermittlung magischer Befähigung sind es allemal wert, ergründet zu werden. Insofern verkörpert er den Typus eines zwar gebildeten, in seinem radikalen Forschungsinteresse aber auch irgendwo naiven Gelehrten, der gleichsam eine funktionale Praxis der übergründlichen (und angeblich übervorsichtigen) Theoriebildung vorzieht, quasi transportierter Silicon-Valley-Solutionismus in Magiergestalt. Auch seine Lesart von Dämonen ist eher tulamidisch: Sie sind Forschungsgegenstände und Werkzeuge.
    Seine konkrete Funktion im Szenario besteht in einer notwendigen Beschwörung des Verbotenen Wissens - namentlich Qok-Maloths, den Borbarad in seiner Anleitung für das Transpropriatorium als Quelle verbrieft hat.
  • Weitere "Tharsonier" sind die trockene wie affektfreie Gelehrte Hesinde von Thulstein (die aber auch erst im Folgeabenteuer eine größere Rolle spielen wird; hier erwies sie sich als ziemliche Randfigur), die Hexe Tala von den Schwarzgipfeln (eine anarchistische Mada-Kultistin auf Abwegen, die lautstark gegen alles Unterdrückerische eintritt), Bosper Rappenkowski (Alchimist; trotz grundlegender Zustimmung der borbaradianischen Sache verschließt er vor "notwendigen Übeln" die Augen oder denkt dergleichen gar nicht erst mit, was dazu führt, dass er anderen die Initiative überlässt und sich durchsetzungsstarken Anführern bereitwillig unterordnet), Thoran Meltringer (tobrischer Nekromant und Hinterwäldler, der in Abgeschiedenheit bislang Fernkontakte pflegte, etwas gegen "störende Ordnungsmächte" und viel für alle möglichen Freiheiten übrig hat; sein Schüler Korobar wird sich noch einen Namen machen).
  • Alle diese Figuren haben schon etwas mehr oder weniger Sonderbares an sich - und fungieren nicht für alle SC gleichermaßen als sinnvolle Interaktionspartner, am ehesten sicher für die Schwarzmagierin lowangisch-uhdenberger Provenienz und die horasische Nandus-Geweihte/Mada-Schwester. Für die anderen SC habe ich eine die Gruppe spiegelnde Begleitung Liasanyas erstellt, sodass - jenseits aller philosophischen Fragen, die diese SC sich nicht (oder noch nicht) stellen - eine menschelnde Verbindung aufgebaut werden kann: Rago (grimmer Söldner und langjährigster Begleiter der Elfe, der einiges für sie und dementsprechend wenig für Seghal übrig hat; selbst Borbaradianer, aber aus rein praktischen und nicht aus ideologischen Gründen), Parel Notgelf (halb Nivese, halb Norbarde, der sich als Händler, Betrüger und Dieb durch ein schon aufgrund der Herkunft nicht leichtes Leben schlug; Borbaradianer ist er ebenfalls aus praktischen Erwägungen), Fergolosch Sohn des Farug ("mittelalter" Zwerg, der also schon einiges erlebt hat; er ist froher über die Gemeinschaft seiner Gruppe, als er das je zugeben würde; hauptsächlich deshalb folgt er der Gruppe, denn für Magie hat er wenig übrig), Rosshilde (groß und stark, einfache Natur, kameradschaftlich; von Magie "und so'n Spuk" lässt sie die Finger).
Ich versuche, den Thread mindestens einmal im Monat zu aktualisieren.
Es folgen die Darstellungen der anderen Parteien Uhdenbergs und der damit verbundenen Kabalen sowie der Dämonenbeschwörung (ein sehr intensiver Erstkontakt der SC mit der Thematik).

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Ungelesener Beitrag von Pressburger » 04.06.2021 14:46

Respekt der Spielleitung für die Arbeit! Ohne alles gelesen zu haben hätte ich noch einen Vorschlag zu Schatten im Zwielicht und bBastrabuns Bann. Ich habe mit meinen Spielern überlegt, wie man diese Abenteuer besser in die Kampagne verzahnen und für die Spieler "erfolgreicher" gestalten kann. Grob umrissen:

Bastrabuns Bann und Schatten im Zwielicht könnten chronologisch getauscht werden. In SiZ erfahren die Helden (idealerweise durch sinnvolle Missionen bei denn Schatten oder sonstiger Geheimorganisationen), dass Borbarad tatsächlich etwas großes plant um das Tulamidenreich zu unterwerfen/erobern/alte Geheimnisse heben udgl., und gehen mit dieser Information nach Khunchom. Dort beschließt man mittels einer Variante von Bastrabuns Bann Borbarads immanent bevorstehenden Plan zu vereiteln. Dabei besiegen die Spieler einen mächtigen Handlanger Borbarads, der auch in dessen Auftrag handelt (statt dass borbarad ihn Ohrfeigt und maßregelt). Ich stelle mir eine interessante Dramatik vor, wenn die Spieler wissen, dass der 4. Gezeichnete zu Borbarad übergegangen ist... Am Metaplot oder weiteren kampagnenverlauf müsste man nichts weiter ändern. Die Zerschlagung der Schatten kann auch so in einer Schlacht der Magier passieren. Die Tulamidenlande als Kriesenherd lassen sich beliebig verwüsten, bevor die Spieler erfolgreich sind. Severin und seine Schatten sind kompetenter und die Spieler retten die Tulamiden, sodass sich Borbarad danach vermehrt auf Tobrien konzentriert.

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G7: Das volle Programm

Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 11.06.2021 21:47

Genau genommen spielen wir gerade "Bastrabuns Bann", allerdings 989 BF, also lange vor der G7. Es geht darum, dass auf dem Allaventurischen Konvent in Khunchom u.a. erste Indizien zu den Kraftlinien veröffentlicht wurden, ein Phänomen, das die Magierschaft in den kommenden Jahrzehnten ergründen wird (und sofern Forschungen solcher Ausmaße auch mal länger dauern können, langt das zur G7 hin). Borbaradianer (u.a. Überlebende der zuletzt genannten) wiederum haben in den Schriften ihres Meisters ebenfalls Hinweise auf Kraftlinien bzw. auf ein Artefakt (das "Auge Madas") gefunden, mit dessen Hilfe "von Madas Macht durchdrungene Orte" ausfindig gemacht werden können (das fußt noch auf die Maday'khan-Geschichte). Mit diesem Werkzeug kann man dann schon triangulieren und von Wegsteinen und Kanopen (die ja auf den Kraftlinien platziert wurden) auf die Mondsteine (die idealerweise an Knotenpunkten oder in der Nähe starker Ströme als Fokus dienen) schließen. Die Masterminds sind der noch junge Liscom und (bei mir aktuell das Oberhaupt der Beni al'Kitab; abgesehen vom Bettelmönch, der im Verborgenen agiert) Harun al'Matassa. Mit von der Partie ist der aktuelle Richter der Neun Streiche, schließlich funktionieren Kor-Glaube (jedenfalls ein bestimmter) und borbaradianische Philosophie ganz gut. Gemeinsam wollen sie eine Übermacht in Fasar gewinnen: die Magier in der Akademie, deren Spektabilität ich mir ausgedacht habe und die schon recht alt ist. Ärgster Konkurrent ist natürlich Thomeg Atherion (bei mir ein Bettler, dessen sich die alte Spektabilität einst angenommen hat, weil sie sein Potential erkannte, und der natürlich alles tut, um sein Image mysteriös zu halten).
"Bastrabuns Bann" soll im Grunde nur als lose Matrix dienen - für ein machtvolles Ritual, dessen genaue Natur ich mir noch nicht recht überlegt habe. Gleichzeitig wollen Magier und (fasarer) Kor-Diener eine Chimären-Horde unter Zhamorrah in ihre Gewalt bringen (vermutlich vermittels des o.g. Rituals). Schließlich ist Kor auch der Herr der Chimären. Die Gegner sind die khunchomer Akademie (mit eigener Expedition) sowie die dortige Kor-Kirche (die noch nur ahnt, was ihre Kollegen in Zhamorrah suchen; aber sie ahnen nichts Gutes).
Noch stehen die SC dazwischen, sie sind zwar mit Borbaradianern unterwegs. Diese haben mit der "Fasarer Zelle" nicht so viel am Hut und denken, das alles hätte mit jenem Ritual zu tun, für das sie in Uhdenberg das Transpropriatorium errichten. Ein SC kooperiert insgeheim mit Tarsaf Okharim (ohne aber die Natur der konkurrierenden Expedition zu kennen). Verbindungsfrau zwischen den Borbaradianer-Zirkeln ist eine aranische Hexe. Als "Wildcard" verbleibt Rashdul, wo die SC gerade sind. Dort baue ich eine Variante von "Gleichgewicht der Macht" ein, in der die SC mitentscheiden, welche Seite die Oberhand gewinnen soll. Die Spektabilität zu dieser Zeit ist nämlich ein Erzmagier, der tatsächlich beide Beschwörungsschulen miteinander verbindet, aber zunehmend Feindseligkeiten von beiden Seiten sich ausgesetzt sieht (und dann geht auch noch etwas schief...).
Zuletzt durchsuchten die SC (auf dem Weg nach Rashdul, in den Sumpflanden südlich von Qashuk) einen mutmaßlichen Echsentempel, der sich als Bylmaresh-Tempel herausstellte (bzw. noch herausstellen wird, wenn die SC die gesammelten Aufzeichnungen in Rashdul übersetzen). Ein SC, der jüngst Phex-Akoluth wurde (und selbst Fasarer und u.a. auch Meuchler ist), ist - ohne dass der Spieler das schon weiß - durch den gefundenen Ritualdolch in Kontakt mit einem Bylmaresh-Priester getreten (Ashulab aus "Der Dunkle Mhanadi"). Mal schauen, für welche der beiden Nächte er sich letztlich entscheiden wird. Das Vierte Zeichen werde ich dann später entsprechend anpassen. Sein alter Meister aus Fasar ist natürlich auch integriert (den er immerhin eines Tages umzubringen geschworen hat).
Alles in allem bin ich gespannt, auf welche Seite sich die SC in all dem stellen werden, auch wenn ich vermute, dass es nicht die Fasarer Borbaradianer sein werden und dass sie "ihre Borbaradianer" (eigentlich ja auch Maday'khan-Jünger) mit auf ihre Seite ziehen können. Das zeichnete sich schon aus den Gesprächen auf den Konvent - mit Liscom einerseits und Atherion andererseits - ab.

Den Platz von „Bastrabuns Bann“ in der G7 wird eine grobe Variante von „Der Schwur des letzten Sultans“ einnehmen.


Das ist jetzt zwar nicht ganz chronologisch, aber die Ausführungen boten sich hier an.

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G7: Das volle Programm

Ungelesener Beitrag von Verdemis » 06.07.2021 16:10

Das ist wirklich eine mega interessante Geschichte, zumal ich gerade selbst angefangen habe seine solche Großkampagne zu leiten und auszuarbeiten. Das ist schon mal sehr inspirierend was Du (und die anderen) hier so erzählen und berichten. Besten Dank dafür :borbi: :6F: Ich werde es definitiv weiter verfolgen :lol:
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 22.08.2021 18:10

Nach einigen Versuchen, die Spielerlebnisse chronologisch fortzuschreiben, was sich aber jeweils sperrig las und sich insgesamt als wenig informativerwies, will ich das Pferd von hinten aufrollen und die zuvor losen Ende und möglichen Ziele der Kampagne („Der Klang der Mada“) und möglichen Wege der verschiedenen Parteien direkt konkretisieren. Dann beschreibe ich, wie angekündigt, die Dämonenbeschwörung mit den Vorlesetexten.

Die Antagonisten stellte der NL Kult: Der gelehrte Mystiker Hassâd al‘Abdesz gibt sich u.a. als Akoluth des Lowanger Hesindetempels aus und verfolgt im Groben den Plan von Aschepelz aus "Donnerwacht", sodass dessen Wirken sich auf das Geschehen in Lowangen und im Orkland konzentriert. Sein Mitverschwörer, Gorian Lowanger, ist ein einflussreicher Rudelführer (angelehnt an die Geschichte vom "13. Rudel") in der Uhdenberger Legion, der Kommandant werden will, um die Legion für seine Zwecke nutzen zu können. Dazu gehören vglw. profane Ziele wie Machterrweiterung (Herrschaft über Uhdenberg, Plünderungen in der Hardorper Ebene), am Ende soll die Eroberung Donnerbachs stehen.
Als Machtmittel stehen im Idealfall - neben der Legion und den untoten Riesen aus dem Orkland ("Donnerwacht") -, der beschworene Maruk Methai (der die involvierten Hochelfen noch persönlich kennt...), v.a. der elementare Schlüssel des Feuers in Mandalya sowie der gefallene Maladan (ebenfalls in der Feuerstadt) - mit seinen Scharen verdorbener Kreaturen aus dem Neunaugensee - zur Verfügung: eine ansehnliche Streitmacht, wenn die SC nicht in den entscheidenden Momenten eingreifen bzw. Verbündete gewinnen. Idealerweise gewinnen die SC dagegen die Lowanger Magier (ansonsten ist Lowangen wegen der Zorganpocken als Partei weitgehend ausgeschaltet), den Fürsterzgeweihten Donnerbachs (als militärische Schlagkraft in der Hinterhand gegen die Uhdenberger Legion), den Kommandanten der Uhdenberger Legion (d.h., die Kabale Gorian Lowangers verhindern), Gorwindor (der "Donnerwacht"-Plot um Cassiera) und Maladan (d.h., sie verhindern, dass er dem NL verfällt). Die Tharsonier können als Verbündete, Konkurrenten oder zusätzliche Feinde agieren.

In Uhdenberg (nach der Rückkehr aus Lowangen) waren die SC insgesamt moderat erfolgreich. Sie lavierten zu lange bzw. bewiesen zu wenig Chuzpe, um belastbare Verbündete unter den Minenbaronen zu finden. Aber immerhin konnten sie die Machenschaften Gurluug Rottmanns (der Goblin-Minenbaron) hintertreiben, der den NL (unbewusst) Goblinkämpfer zugespielt hätte. Dem liegt das Szenario "Gelbauge und Rußfell" zugrunde, wo die SC zudem eine hochelfische Ruine (den Flammenhorst in der Roten Sichel) erkunden und vom dort gebundenen Feuermeister auch zusätzliche Informationen, Mandalya und den Elementarschlüssel betreffend, einholen können.
Mit den Tharsoniern haben sie sich gutgestellt, aber eine gewisse Distanz gewahrt (je nach SC). Dissenz herrschte im Umgang mit den hochelfischen Instrumenten. Die SC wollten sie zur Rekonstruktion und Durchführung des Bündnisrituals nutzen, die Tharsonier als Mittel für ihr Transpropriatorium. Beide Parteien arbeiteten aber zusammen, um die Instrumente nicht den NL zu überlassen, was am Ende weitgehend erfolgreich war (zu viele Instrumente in den Händen der NL hätte einige Ereignisse dergestalt verändert, dass die SC die Enwicklung kaum noch positiv wenden hätten können).
Aus verschiedenen Gründen - von Neugier, über mögliche Herausforderungen bis zur insgeheimen Überwachung, um vom Erlebnis später berichten zu können - nahmen die SC an der Dämonenbeschwörung der Tharsionier teil, wovon diese sich nötiges Wissen über den Verbleib der Instrumente sowie den Elementarschlüssel und das Transpropriatorium erhofften (auf letzteres wiesen die Tharsonier in dem Zusammenhang nicht hin).
Zuvor hatte man einige angeheuerte Banditen, die in der Arkaniummine wilderten, gefangengesetzt. Dass diese nun die nötigen Ritualopfer stellen, wussten die SC nicht - und es bot auch Raum für die divergierenden Ansichten der einzelnen SC zu dem Thema sowie allgemein den Komplex Zweck- und Mittelverhältnis. Da die SC dies aber live miterlebten und das nicht vorab diskutieren konnten, war die Beschwörung besonders spannungsreich, sodass die Spieler Gedanken der SC ausformulieren konnten. Die einzelnen Schhritte und Abschnitte der Beschwörung ließ immer wieder Platz für Anmerkungen oder Reaktionen (nach jedem Abschnitt)), schließlich kam es jeweils zu individuellen Interaktionen mit dem Dämon, der diffus als hoher Diener Amazeroths gesetzt wurde. Herausforderung war es hier auch, bei Verstand zu bleiben (was bei der Nandusgeweihten fast nicht gelungen wäre).

  • Der Stapel aufgetürmter und mit Spiegelscherben präparierter Leichname wirkt so grotesk wie das in den Höhlenboden gehauene und mit einer öligen, schwarzen Substanz angereicherte Zeichen, zwischen dem noch weitere fremdartige Symbole – die so gar nichts von der Geschmeidigkeit der Elfenglyphen haben – mit dunkler Kreide gezeichnet wurden. Kerzen aus blutrotem, nachtschwarzem, eitrig gelbem, giftig grünen Wachs oder totenbleichem Wachs, die zu unterschiedlichen Graden niedergebrannt sind, wurden arrangiert wie zu einem skurrilen Begräbnis. Unter den weiteren Gegenständen, die im Raum platziert wurden, gehören zerkratzte Pergamente und zerknitterte Buchseiten. Auch die verbrannten Häute von Ringelnattern finden sich. Am seltsamsten ist eine Art Kristall, der die Lichter der Fackeln und Kerzen nicht einfach auffängt und reflektiert, sondern dies in jedem Augenblick auf andere Art zu tun scheint, sodass ein verwirrendes vielfaches Spiegeln von ihm ausgeht.
  • Die um das Heptagramm stehenden Zauberer und Ritualhelfer sind allesamt in dunkle, weite Kutten gehüllt, die sie kaum voneinander unterscheidbar machen. Die Vorstellung, dass das darunter die Personen sind, mit denen ihr vor einiger Zeit gespeist und getrunken – und lange unterhalten habt, verschiebt sich fast ins Unwirkliche. Der Gedanke an finstere Kultisten, wie sie Geschichten und Sagen kennen, die durch die Dörfer und Lande geistern, um die Leute von Orten wie diesem und Gedanken fernhalten sollen, die ihr entweder mühsam verdrängt oder denen ihr euch entschlossen stellt: Sie zu verdenken oder irgendwie doch zu bekräftigen. Das Bild komplettiert sich, als die Gruppe eine Formel zu intonieren beginnt, die der Puniner vorgibt. Auf ein abgemachtes Zeichen wandelt sich der Gesang und der der Chorus geht in einen siebenstimmigen Kanon über, der den Text in abwechslungsreichen Wiederholungen durcheinanderbringt, sodass man sich eines gewissen Schwindels kaum entziehen kann, sollte man versucht bleiben, dem Text zu lauschen. Im Zentrum des Heptagramms zeigt sich eine stumme Verpuffung, aus dem Nichts wird dichter, schmutzig schwarzgrauer Rauch geboren, der sich langsam ausbreitet und aus dem heraus violette Lichter wie Blitze zucken. Immer näher gelangt der Rauch an die Umstehenden. Zwei – ihr wisst nicht genau wer – machen unmerklich einen Schritt zurück. Unter den Kapuzen sind die Gesichter nicht gut genug erkennbar, um die Berechenbarkeit des Handelns (oder vielleicht die Angst als Motivator) abschätzen zu können. Gänzlich ungerührt bleibt vielleicht nur der Puniner selbst, der stoisch konzentriert mit Formeln und Gesten fortfährt, als wäre er blind für das ungeheure Geschehen. Und tatsächlich gerät die Wolke ins Stocken, als sie den Rand des Heptagramms erreicht, als stoße sie an einen unsichtbaren Wall, der nur ihr gilt. Die Wolke weicht in die einzige Richtung, die ihr geblieben ist und steigt als Säule Schwade für Schwade bis zur Höhlendecke auf. Im Zentrum des Heptagramms zeigt sich eine stumme Verpuffung, aus dem Nichts wird dichter, schmutzig schwarzgrauer Rauch geboren, der sich langsam ausbreitet und aus dem heraus violette Lichter wie Blitze zucken. Immer näher gelangt der Rauch an die Umstehenden. Zwei – ihr wisst nicht genau wer – machen unmerklich einen Schritt zurück. Unter den Kapuzen sind die Gesichter nicht gut genug erkennbar, um die Berechenbarkeit des Handelns (oder vielleicht die Angst als Motivator) abschätzen zu können. Gänzlich ungerührt bleibt vielleicht nur der Puniner selbst, der stoisch konzentriert mit Formeln und Gesten fortfährt, als wäre er blind für das ungeheure Geschehen. Und tatsächlich gerät die Wolke ins Stocken, als sie den Rand des Heptagramms erreicht, als stoße sie an einen unsichtbaren Wall, der nur ihr gilt. Die Wolke weicht in die einzige Richtung, die ihr geblieben ist und steigt als Säule Schwade für Schwade bis zur Höhlendecke auf.
  • Eine Weile scheint sich nichts zu verändern, fasst könnte man den betriebenen Aufwand angesichts von einem bisschen leuchtenden Rauch für völlig überzogen halten… Da vernehmt ihr ein dumpfes, hohles, aber keinesfalls leises Pochen, als hätte etwas schweres, Spitzes an solides Glas geklopft. *klong, klong*… Da seht ihr es nun auch, für den Bruchteil eines Herzschlages – und euren Herzschlag spürt ihr gerade sehr gut. Aus dem Rauch heraus schießt eine Spitze, wie der Nagel einer gewaltigen Kralle und schlägt klangvoll, kräftig an jene unsichtbare Wand, bevor sie wieder zurückschnellt. *klong*… War da etwa ein… Auge (?!)… das euch rot unterlaufen entgegenstarrte… durch den matt schimmernden gläsernen Nagel?
  • Auch wenn noch nichts weiter zu sehen ist, wird der Raum von einem seltsamen Geruch erfüllt. Hölzern wie Rinde, jedoch alt und trocken, spröder Tannenreisig. In einem nächsten Schwall gesellt sich eine Säuerlichkeit hinzu, die an Kraft gewinnt und den Eindruck der Trockenheit gänzlich aufhebt: Es gleich bald einer abgestandenen Nässe, die wenig später ins Faulige kippt. Wie wochenlang abgestandener Schimmel. Mit einer Übelkeit erregenden Wucht trifft euch der Wall des Gestankes, der die Luft fast schneidend macht. Doch als ihr gerade die Luft anhalten wollt, um der stinkenden Bitternis zu entgehen, fangt ihr noch eine gänzlich andere Note auf. Im nächsten Moment weht er euch der verführerische Duft eines zubereiteten Festtagsbratens in die Nase: Röstnoten von Knoblauch und Rosmarin über den dem Fleisch, dessen Zartheit unter der krossen Haut ihr regelrecht schmecken könnt. Unfreiwillig läuft euch das Wasser im Mund zusammen. Doch unter die Wolke leckeren Wohlgeruchs legt sich, erst unscheinbar, dann stärker eine Mattheit, die an altes Metall erinnert. Immer stärker wird der Eindruck muffigen Eisens. Und immer ähnlicher wird dieser dem Gestank abgestandenen Blutes in rauen Mengen. Ein Nebelschwall von Verbranntem legt sich darüber. Rauch, aus dem kaum hörbare Rufe lauter werden… menschliche Schreie reinen Schmerzes gemahnen euren Geruchssinn, was hier verbrannt wird… Als der zarte Nebel sich verzieht, scheint die Luft wieder neutral. Fast unmerklich nimmt sie eine gewisse Süße an, wie die von zarter Vanille gemischt mit einem Hauch frischestem Pfirsich, eine Reinheit ruht in diesem Duft wie in der Unschuld eines Neugeborenen, in seiner weichen, sanften Haut.
  • Als sich nach und nach der Rauch verzieht, zeichnen sich die Bewegungen darin deutlicher als Schatten ab. Vier Krallen oder Finger bewegen sich mit harschen Zuckungen. Langsam nimmt eine Hand von übermenschlichen Ausmaßen Gestalt an. Doch die Finger besitzen mehr Glieder – sicher mindestens fünf, teilweise sieben. Sie und ähneln damit beinahe feisten Schlangen. Drei, die wohl den kleinen, den Ring- und den Mittelfinger bilden, greifen immer wieder aus, ein kräftigerer Daumen schließt sich in wilden erratischen Bewegungen an, zweifellos geeignet, einen Menschen zu packen und zu zerquetschen wie ein rohes Ei. Die Hand wirkt grob menschlich und scheint aus Knochen, Fleisch und Haut zu bestehen. Allerdings ist die fahle seicht-violette Haut an vielen Stellen rissig oder weist größere Lücken auf. Sie gleich eher einer Ansammlung unförmiger gespannter Laken, die das darunterliegende rohe Fleisch erkennen lassen. Rillen wie von Fingerabdrücken mustern die Haut ungleichmäßig, jedoch stets spiralförmig. Selbst das zum Teil offenliegende nässend triefende Fleisch bedeckt die Knochen darunter nicht vollständig. Besonders die Gelenke liegen frei und knacken wie geborstener Stein bei denjenigen Bewegungen, die offensichtlich gegen die Gelenkrichtung erfolgen. Dünne, gelbliche, seidige Sehnen verbinden die Gliederteile, wie unsauber in das entzündete Fleisch eingenäht, teilweise reiben sie am Knochen. Schlimmer noch sind die bis zu kopfgroßen Glassplitter, die sich in das Fleisch bohren und bei jeder Bewegung mit dumpfen Kratzen am Knochen schaben. Endlose blutige Rinnsale quellen hervor, wo ihre rasiermesserscharfen Kanten hineinfahren. Genau genommen handelt es sich dabei um Spiegelscherben…
  • Doch das erschütterndste liegt noch unter dem Knochen, denn so die Gelenke sich regen und kein Fleischsegment den Blick verdeckt, da ist er frei auf die schwarzen Höhlungen darunter: Fällt Licht hinein, spiegelt es sich in… vielzähligen Augen, die blutunterlaufen herausstarren. Besonders ekelerregend sind jene Augen, in die die Glasscherben schneiden… was sie keineswegs daran hindert, euch starrend zu verfolgen… Und wann immer die Augen sichtbar werden, ist es, als entführe aus undeutbar weiter Ferne einer unschuldig gemarterten Seele ein quälender Schrei. Vielleicht ist es aber auch nur das Echo eures Geistes, der immer beständiger zur Flucht rät, um sich nicht in dem Anblick zu verlieren.
  • Die Fingernägel, die tatsächlich Krallen gleichen, sind geborstene matte Spiegel, deren eines Ende mit dem Finger verwachsen ist, während das andere abgebrochen wirkt – wie eine Flasche, deren Boden man abgeschlagen hat. Die Spiegel sind mit Rissen durchzogen und sollten eigentlich in ihre Einzelteile als Scherben auseinanderbrechen. In den einzelnen Scherben sind abermals Krallen zu sehen, immer nur für einen Augenblick. Und manchmal erkennt man auch Schemen, blutige Fäuste, die wie in Verzweiflung von innen gegen das Glas schlagen.
  • Wie der blanke Hohn gegenüber jeder Vernunft ragt aus diesem Gebilde einer monströsen, degenerierten Alptraumhand das hervor, was den Zeigefinger darstellen soll: schnurgerade, ohne Gelenke schießt er wie ein Stab sicher in über fünf Schritt Höhe – wie das Menetekel einer beständigen Warnung. Der Finger ist auch völlig von Haut bedeckt, sodass erst bei seinem Anblick auffällt, dass sich die spiralförmigen Muster fast unmerklich in paralysierender Langsamkeit bewegen. Die Spitze bildet eine fleischig pulsierende Geschwulst. In die Verdickung ist ein kopfgroßes Juwel eingelassen, eher hineingetrieben. Seine Form gleich der eines aufgerissenen Auges. Lose fetzen wie ein halb abgerissenes, jedenfalls seiner Aufgabe beraubtes Augenlid flattern sinnlos darüber. Der scheinbare Augapfel fällt beinahe aus der Höhle. In seinem Inneren wirbelt ein Nexus umher: panisch herumrasend wie eine kleine Pupille, die ein fortwährender, aber immer neuer Schrecken zum Zittern bringt. Zum Suchen nach einem Ausweg… weit jenseits selbst des Wahnsinns. Aus dem augenähnlichen Gebildet quellen die Farben beinahe hervor, stroboskopartig strahlen sie aus. Die seltsam bunte Komposition bettet den Irrsinn des nach nichts und allem zugleich suchenden Blickes in eine sonderbare Pracht, eine Majestät, die sich schwer auf eure – zweifellos nicht mehr heilen – Herzen legt. Was ist es wert, davor noch Bestand zu haben? Welcher Sinn kann in einer Welt liegen, in der so etwas existieren kann? Was ist Vernunft gegen die Wahrheit SEINER Geheimnisse?

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