DSA5 Spielbericht Nebelschwaden

Der Plot will es! Diskussionen und Anregungen zu offiziellen und inoffiziellen Abenteuern.
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Spielbericht Nebelschwaden

Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 02.05.2019 16:27

Discord-Abenteuer, mittlerweile 4 Spielabende zu je 2 Stunden.
Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Heute schreibe ich dir an Bord des Schiffes "Prinzessin Yasmina", einer sogenannten Knorre, was sich nicht nur bescheuert anhört, sondern auch nur mäßig bequem ist. Warum ich mich trotzdem für dieses Schiff entschieden habe? Es war das erste, das Richtung Süden unterwegs was. Und ich wollte um jeden Preis vermeiden, eine weitere Nacht in diesem unzivilisierten, stinkenden Ort namens Nostria zu verbringen.

Wie du vielleicht schon an diesen ersten Sätzen bemerkt hast, hängen mir die Ereignisse rund um die Hass-Fee immer noch etwas nach.

Ordhan und Esindio sind weiterhin meine Reisegefährten, Letzterer, weil er offensichtlich etwas von der Welt sehen will, und Ersterer, weil ich ihn offenbar dafür bezahle, mein Leibwächter zu sein; zumindest erwähnte er das vorhin im Gespräch mit einer Rahja-Geweihten - ich hatte das schon wieder vergessen.

Die Geweihte ist... interessant. Phylinna heißt sie, und stammt von den Zyklopeninseln. Ordhan hat im Gespräch mit ihr gleich wieder angefangen herumzustottern, offensichtlich findet er sie attraktiv. Aber immerhin ist er dieses Mal nicht sofort ins Wasser gesprungen... wäre auf dem Meer vielleicht auch etwas gefährlicher gewesen als im Feensee. Natürlich habe ich ihn wegen der Sache ein wenig geneckt. Also, genauer, ich habe ihn damit geneckt, dass er beim Anblick schöner Frauen die Fassung verliert, ich habe nicht erwähnt, dass er zu der Fee in den See gesprungen ist. Das wäre ja gemein gewesen.

Aber zurück zur Geweihten. Ich fragte sie, ob sie denn ein Instrument spiele, oder einer anderen künstlerischen Beschäftigung nachginge, und sie antwortete, dass sie... ringt? Eine rahjageweihte Kampfringerin? Das ist neu für mich. Sie sieht auch entsprechend kräftig aus. Ordhan schien sie zu gefallen.

Später mischte sich dann noch eine Thorwalerin ins Gespräch ein, so eine typische große Blonde, die ungefähr doppelt so groß ist wie ich, und etwa zehnmal so viel wiegt (und das ist nur ein klein wenig übertrieben!). Sie nennt sich Kjaska Brandadottir, aber ich denke ich werde sie "Turmschild" nennen, denn genau so denke ich sie zu nutzen, wenn es gefährlich wird...

Oh, mein Humor ist wirklich etwas dunkler geworden. Wie gesagt, diese Hass-Sache belastet mich immer noch. Ich sehne mich nach dem schönen bunten Tempel zuhause. Vielleicht werde ich dort ja ein wenig Entspannung finden?

Jedenfalls sucht Turmschild anscheinend nach einer anderen Nordfrau, die etwa genauso aussieht wie sie selbst, aber eine Magierrobe trägt - vielleicht, sie könnte sich ja umgezogen haben. Diese andere Nordfrau soll eine Hranngar-Anhängerin sein, und wenn mich mein Wissen jetzt nicht im Stich lässt, bedeutet dass, das sie irgendeine Unterwasserschlange anbetet, was anscheinend nicht nur im Horasreich verboten ist. Und Turmschild war sehr scharf darauf, diese Frau zu finden und zurück in den Norden zu bringen. Wobei ihr dazu auch der Kopf reichen würde, vermute ich. Wäre auch einfacher zu transportieren (So Nordleute sind im Allgemeinen ja schon ziemlich sperrig!).

In einem Anfall von Übermut habe ich Turmschild dann gefragt, ob sie denn in letzter Zeit irgendjemandem das Haus abgefackelt hat, denn das scheint ja so das zu sein, was Thorwaler so in ihrer freien Zeit gerne machen. Sie hat verneint, und meinte, dass ja nicht jeder Thorwaler gleich wäre. Seltsam, ich dachte, die würden sich immer damit brüsten, dass sie in einer "Gemeinschaft der Gleichen" leben?

Nun, Turmschild zog dann irgendein Gesöff hervor und bot es uns an, zur Verschwesterung oder so? Ich habe natürlich abgelehnt, auch wenn Turmschild jetzt so auf das erste Gespräch gar nicht so übel zu sein schien, sie erinnerte mich ein wenig an diese nostrische Adlige.
Die anderen haben natürlich sofort zugestimmt, und während die ringende Geweihte, Spitzohr und Klimperer da das Nordländer-Gesöff in sich hineingekippt haben, dachte ich mir, dass ich ja schon froh sein kann, dass ich die jetzt nicht noch in irgend ein Bett schleppen muss, wenn sie nicht mehr gescheit laufen können nach dem Zeug. Andererseits fällt mir auf, dass sie ja hätten über Bord gehen können? Wäre ich hinterher gesprungen, um sie zu retten? Ich bin mir nicht sicher... das letzte Mal, als ich jemanden aus dem Wasser retten wollte, wäre ich beinah selbst ertrunken.

Ach ja, fast vergessen: Die Ringer-Geweihte sucht nach Aillil Andara Galahan! Ja, eine Galahan! Ich war sofort interessiert, war doch die Geschichte mit den Galahans eins der wenigen Dinge, die mich an den Adels-Sachen je wirklich interessiert haben. Wobei das jetzt nicht heißt, dass ich mich da auskennen würde - zum Beispiel habe ich gerade total vergessen, wie dieser Galahan heißt, der mittlerweile ein halbes Dutzend Male versucht hat, Kuslik zurückzugewinnen?

Wird mir bestimmt noch einfallen. Jedenfalls meinte die Geweihte, dass sie über ihre Göttin (oder so) erfahren hätte, dass diese Ailil in Havena verschwunden ist. Und zwar gestern. Oder vorgestern. Jedenfalls also so etwa um den Zeitpunkt herum, an dem sie sich zusammen mit mir in Nostria auf das Schiff gesetzt hat. Das nenne ich mal eine rasche Reaktion? Wenn mein Lehrmeister entführt würde, würde ich vermutlich erst davon hören, wenn ich mal wieder im Horasreich unterwegs bin. Ich schätze mal, es hat schon Vorteile, wenn man einen Gott hat, der ein wenig auf einen aufpasst...

Wie erwartet, wurden die anderen nach dem Thorwaler-Gesöff (Turmschild nannte es "Met", glaube ich?) sehr ausgelassen, haben gesungen, laut Geschichten erzählt und gelacht. Ich habe mich daher ein wenig zurückgezogen und schreibe dir dies gerade.

Ich freue mich auf die Ankunft in Havena. Zurück in die Zivilisation! Keine Feen mehr!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 02.05.2019 17:07

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Natürlich habe ich mich wieder in Schwierigkeiten gebracht, kaum dass ich einen Fuß in die Stadt gesetzt habe. Was ich gemacht habe? Ich habe dem zukünftigen König Albernias ins Gesicht gesagt, dass er sich heute ziemlich bescheuert angestellt hat. Und mit "zukünftig" meine ich "in zwei Tagen". Ich könnte in die Tischkante beißen! Warum kann ich manchmal auch einfach nicht meine vorlaute Klappe halten?

Andererseits - er hat sich wirklich absolut bescheuert verhalten! Aber der Reihe nach, damit du dir ein Bild der Sache machen kannst.

Wir kommen also in Havena an, alles ist voller Nebel (ein Wunder, dass die Kapitänin - moment, ich habe es mir aufgeschrieben... Elfida Brenner heißt sie! - sich dazu entschieden hat, trotzdem einzulaufen - aber vielleicht bleibt das ja hier tagelang so? Ich hätte sie fragen sollen.
Jedenfalls steigen wir vom Schiff, laufen ein paar Schritte und diskutieren mit Ordhan, wo wir unterkommen sollen für die Nacht - hier in der Stadt ist wohl alles gerade voller Thorwaler und anderer Leute, weil so eine Art Fest stattfindet, bei dem die Leute sich gegenseitig mit einem Knüppel verschlagen und so tun, als würden sie in Wirklichkeit einen Ball treffen wollen - ich glaube, sie nennen es "Imman"...

Oh, zynische Elaria hat wieder den Federkiel in der Hand. Aber im Ernst, hier in der Stadt ist alles voller Leute, und ich glaube das hat auch etwas mit dem bevorstehenden kombinierten Tsa- und Krönungstag des Königs zu tun, das hier groß gefeiert werden soll. Würde mich zu einem anderen Zeitpunkt auch brennend interessieren, aber im Moment würde ich lieber ein paar Tage ganz gepflegt ausspannen...

Aber jetzt habe ich ja schon wieder den Faden verloren. Wir laufen also diskutierend durch die Nebelbrühe, als ein Stück vor uns plötzlich großes Geschrei ist, und uns Leute entgegengelaufen kommen - entgegen meiner Befürchtungen, sie könnten es auf uns abgesehen haben (ich habe mich sofort hinter Turmschild gestellt), wollten sie im Gegenteil selbst vor einer Schlägerei fliehen, die anscheinend auf einer Brücke stattfand.

Ich wollte mich den Fliehenden schon anschließen, da sind meine Reisegefährten aber auch schon im Höchsttempo in die entgegengesetzte Richtung losgerannt. Wie kann man nur so versessen darauf sein, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Schwierigkeiten zu bringen? Also bin ich dann doch Turmschild gefolgt, und als ich am Ort des Geschehens ankam, warf sie (also Turmschild) gerade einen Mann über die Brüstung in den Fluss, während die Ring-Geweihte ihrem Namen alle Ehre machte und einen Weiteren professionell zu Boden rang (was erstaunlicherweise auch gar nicht erotisch aussah - hätte ich bei einer Rahja-Geweihten jetzt schon irgendwie erwartet?). Ordhan hing ebenfalls an jemandem, und es blieb ein weiterer, ähnlich gekleideter Kerl, der sich von den Problemen seiner Kollegen anscheinend nicht davon abhalten ließ, auf einen blassen, schmalen Jugendlichen einzuprügeln.
Esindio und ich wechselten daraufhin einen kurzen Blick, und ich forderte ihn auf, sich noch des letzten Angreifers anzunehmen. Er nickte, holte tief Luft, und... zog seine Laute hervor? Um ein Lied zu singen? Bei TSA, der Kerl ist unglaublich. Ich wusste gar nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich weiß es immer noch nicht.

Während also Turmschild auf die Brüstung der Brücke gestützt dem ins Wasser Gefallenen noch Profanitäten nachrief, ein weiterer Angreifer unerwarteterweise einer Rahja-Geweihten körperlich näher war als wohl in seinem gesamten bisherigen Leben (und das vermutlich weit weniger angenehm fand als gedacht), und ein Dritter sich wunderte, warum er, während er von einem Spitzohr festgehalten wurde, einen solch intensiven Fischgeruch in der Nase hatte (ok, Elaria, das war fies! Ordhan wäscht sich immer ordentlich! Er riecht höchstens nur ein kleines wenig nach Fisch, und auch nur wenn man genau drauf achtet) - während diese drei also ihre eigenen Probleme hatten, verlor der Vierte aufgrund dieses schönen Liedes, das ein Fremder gerade in seiner Nähe angestimmt hatte, jegliche Lust darauf, kleine Jungs zu verprügeln, und trollte sich einfach.

Oh, mein Essen ist da! Schreibe gleich weiter.
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 02.05.2019 18:14

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Ich war also gerade dabei, von der Prügelei auf der Brücke zu erzählen. Die war mit Esindios Lied dann natürlich auch schon beendet, und es stellte sich die Frage, was wir nun tun sollten. Ordhan als Ortskundiger erzählte uns von der Taverne "Zum Goldbutt", die hier in der Nähe sei, und in der wir uns sowohl um den Kleinen als auch um die gefangenen Schläger kümmern könnten (die von Phylinna und Ordhan niedergerungenen Schläger ließen sich jetzt lammfromm mitführen). Turmschild packte sich also kurzerhand den Jungen (ihr Gegner war ja baden gegangen, womit ein Verhör bei ihm natürlich ebenfalls ins Wasser gefallen war... versuchtes Wortspiel von Elaria, sollte ich in Zukunft vielleicht mit einer Warnung versehen) über die Schulter, und so marschierten wir los.

Dort angekommen, suchten wir uns eine ruhigere Ecke, Turmschild legte den Jungen auf eine Bank und stapfte dann sofort davon, Armdrücken mit irgendwelchen Fremden? Thorwalsche Sitten, nehme ich an. Während Spitzohr und Ring-Geweihte damit begannen, die Schläger zu verhören, widmete ich mich auf Ordhans Bitte dem Jungen und verband seine Wunden (Ordhan versicherte mir, dass man dabei - abgesehen vom Hals-Abbinden - nicht viel falsch machen kann).

Während ich also dem Kleinen die Schürf- und Platzwunden mit ein paar Stoffstreifen verband, die ich gewöhnlicherweise für andere Gegebenheiten verwende (auch etwas, was der zukünftige König nicht unbedingt wissen muss!), strich ich ihm die Kapuze vom Kopf, woraufhin mir eine Tätowierung auf seiner Stirn auffiel... es brauchte ein wenig, aber schließlich erinnerte ich mich daran, was das Symbol bedeutete: Es war so eine Art Zeichen des Könighauses Albernias. Das Wappen vielleicht? Oder ein Siegel? Bin mir nicht sicher. Finde es auch ein wenig seltsam, so etwas den Kindern auf die Stirn zu brennen, das hat etwas von Kälbermarkierungen.

Egal, jedenfalls hatten die anderen mir auf dem Schiff ja von dem bevorstehenden Krönung erzählt, und da der Kleine im richtigen Alter schien, zählte ich eins und eins zusammen und erhielt als Ergebnis einen König (im Rechnen bin ich nicht so gut). Zumindest einen Fast-König.

Als ich ihn etwas fassungslos dazu befragte (man verbindet ja nicht alle Tage einen Fast-König mit, naja, Tage-Binden - wie gut, dass ich die derzeit nicht brauche!), bestätigte er mir dies leise, bat aber darum, dies nicht weiterzuerzählen, er wäre sozusagen inkognito unterwegs (hah, Elaria kann ein paar bosparanische Wörter! ... ist das überhaupt Bosparanisch?).
Natürlich habe ich dieser Bitte entsprochen und Ordhan und Phylinna sofort darauf hingewiesen, dass dies nicht der König Albernias ist. Sie haben mich etwas seltsam angesehen und mir nicht geglaubt - warum auch immer? Bin ich so unglaubwürdig? Jedenfalls hat der Nicht-König auch ihnen gegenüber noch mal seine Bitte wiederholt, seine Identität geheimzuhalten, und auch sie haben natürlich zugesagt, sich daran zu halten.

Weiterhin hat der Nicht-König uns dann auch noch erzählt, was er überhaupt in der Stadt zu suchen hatte, so alleine: Er wollte sich mit seiner Tante treffen. Und die heißt, und jetzt halte dich fest: Aillil Andara Galahan!

Dass die verschwunden ist, hat ihm anscheinend noch niemand gesteckt. Auch komisch, dass eine Geweihte in Nostria das eher weiß als der Fast-König von Albernia?

Ach, die anderen hatten derweil übrigens herausgefunden, dass die Schläger einen "Handelspion" suchten - was auch immer das sein soll? Ein Kerl, der anderen heimlich dabei zuschaut, wie sie Sachen verkaufen? Jedenfalls hatten sie mit dem Fast-König da natürlich den komplett Falschen erwischt. Und der war trotz seiner Blessuren ziemlich nett zu ihnen, hat er uns doch aufgefordert, die zwei Tölpel laufenzulassen, anstatt sie bei der Garde abzuliefern. Oh, und Ordhan denkt wohl, dass ihm nicht aufgefallen ist, dass der eine Schläger ihm einen Geldbeutel zugesteckt hat? Falsch gedacht, Spitzohr! Wenn es um die Besitzer wechselnde Münzen geht, bin ich immer hellwach!

Der Nicht-König erzählte uns dann auch noch, wo er sich mit seiner Tante treffen wollte: Beim Vergnügungsschiff Rethis im Hafen. Was sich für meine Ohren sehr nach einer... Einrichtung für Leute mit unzureichendem Sexualleben und vollem Geldbeutel anhört. Keine Ahnung, warum eine Rahja-Geweihte sich mit ihrem noch nicht erwachsenen Neffen ausgerechnet dort verabreden sollte!

Jedenfalls haben wir dem Nicht-König davon berichtet, dass wir - wir? Das war eigentlich nicht mein Problem, aber jetzt hänge ich wohl mit drin - diese Galahan ebenfalls suchen, und er bat uns dann auch noch einmal ausdrücklich, sie für ihn zu finden... er hängt wohl sehr an ihr (hoffentlich keine Inzest-Geschichte! Die finde ich immer ein wenig verwirrend); tja, und da uns der Fast König darum gebeten hat, habe ich jetzt wohl keine andere Wahl mehr. Immerhin winkt wohl eine Belohnung, schätze ich.

Oh, und dann haben wir ihn zum Palast gebracht... und bevor ich diesen Teil niederschreibe, muss ich erst mal eine Runde in die Tischkante beißen. Du entschuldigst mich?
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 03.05.2019 13:25

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Wir begleiteten also den Nicht-Fast-König Richtung Palast, und unterhielten uns ein wenig mit ihm. Ich fragte ihn, wo denn seine Leibwächter bei der Sache auf der Brücke waren, und er antwortete, dass er die im Palast gelassen hätte, weil die immer so auffällig wären. Tja, und in dem Augenblick konnte ich mich dann nicht mehr zurückhalten, und habe den Fast-König in deutlichen Worten erklärt, was für eine bescheuerte Idee es war, in einer Stadt, die derzeit mit so vielen gewaltbereiten Leuten vollgestopft ist, alleine durch die Nacht zu schleichen (also, es war ja noch nicht richtig Nacht, aber der Nebel hatte ja einen ähnlichen Effekt), und dass er sich gefälligst für ähnliche Unternehmungen in Zukunft andere Leute anheuern soll, die auf ihn aufpassen. Was er von meinem Vortrag gehalten hat, weiß ich nicht, aber etwas später habe ich mich an den guten Rat meines Lehrmeisters erinnert, gegenüber Hochadligen auch dann respektvoll zu sein, wenn sie in abgerissenen Klamotten und mit Triefnase vor einem stehen. Hoffen wir mal, dass der Kleine nicht nachtragend ist? Andererseits wollte ich ja eh so schnell wie möglich weiterreisen.

Ordhan hat zu der Sache nichts gesagt und sich stattdessen etwas nervös umgesehen; so wie immer also, eigentlich. Wobei er mir, wenn ich gerade einen Wortschwall über jemandem auskippe, manchmal noch nervöser erscheint? Vielleicht nur Einbildung.

Als wir dann schließlich am Palast ankamen, sind mir fast die Augen herausgefallen. So weit im Norden hätte ich nicht damit gerechnet, so ein hübsches Adelsprotzbauwerk zu sehen! Ich kann den Stil gar nicht richtig beschreiben, es sah einfach ziemlich anders aus als der Rest der Stadt. So Richtung Tulamidisch vielleicht? Aber nicht so richtig. Egal, ich bin müde; morgen kann ich bestimmt noch einen besseren Blick drauf werfen und es dir beschreiben.

Dank Fast-Nicht-König-Begleitung ließen uns die Wachen problemlos in den Garten des Palastes, wo gerade eine etwas Ältere in hochedler Kleidung unterwegs war - begleitet natürlich von Dienern oder so. Es stellte sich heraus, dass sie die Großmutter des Fast-Königs ist, und gerade für ihn die Geschäfte führt. Also, das Land beherrscht. Ziemlich wichtig also, deswegen war ich ihr gegenüber auch äußerst respektvoll. Naja, mit Ausnahme der Tatsache, dass ich ihr nicht die ganze Wahrheit über die Sache auf der Brücke gesagt habe.
Ich sagte ihr nämlich, dass der Kleine dort "gestürzt" wäre, und sich verletzt hatte, und wir ihn deswegen verbunden und hierher gebracht hätten, weil es für einen Fast-König ja da draußen derzeit doch etwas gefährlich sein kann so alleine. Was ja alles nicht gelogen ist, aber ich bezweifle, dass sie die Feinheiten dieser Argumentation zu würdigen wüsste, wenn jemand sie über die ausgelassenen Details (die Schläger) informieren würde. Also, du siehst... im Versuch, meinen früheren Fehltritt gegenüber dem Fast-König auszubessern, bin ich das Risiko eingegangen, es mir mit der derzeitigen Herrscherin des Königreichs zu versauen. Was soll ich dazu sagen, ich lebe wohl gerne gefährlich?

Phylinna erzählte dann bei der Gelegenheit noch von der verschwundenen Galahan, was die Großmutter auch noch nicht wusste, sie aber auch ganz aufgeregt werden ließ. Sie lud uns in ihr Audienzzimmer ein, was wir natürlich nicht ablehnten.

Kurz darauf saßen wir also in einem prachtvollen Audienzimmer in bequemen Stühlen, und sollten der Großmutter alles erzählen, was wir über die Galahan und ihr Verschwinden wussten. Irritierenderweise schlichen die ganze Zeit Leute aus dem Hofstaat um uns herum, was die Großmutter überhaupt nicht zu bemerken schien - offensichtlich gehört sie zu der Art Adligen, die ihre Bediensteten irgendwann als Inventar ansehen?
Desweiteren fielen mir noch ein Paar dreckige Schuhe auf, die hinter einem Vorhang hervorlugten - der Fast-König, der eigentlich von seiner Großmutter auf sein Zimmer geschickt worden war, wollte offensichtlich lieber die Besprechung mithören.

Die Ring-Geweihte hat dann erst mal ein wenig mit der Großmutter über die Galahan geredet, bis ich mich eingemischt habe und die Großmutter gefragt habe, ob es denn in Ordnung ist, dass alle diese Diener mithören, wo sie doch gesagt hatte, dass sie die Sache geheim halten will?

Die Großmutter wurde schon wieder ganz aufgeregt und führte uns in einen weiteren, kleineren Raum (ohne Diener und Fast-König), wo sie dann erst mal von mir wissen wollte, wieso ich davon ausgehen würde, dass die Diener zuhören? Ich antwortete natürlich wahrheitsgemäß, dass ich bemerkt hätte, dass einige Diener sehr aufmerksam dem Gespräch gefolgt seien, und um meine Argumentation zu unterstützen, fügte ich ohne Pause noch einen Wortschwall darüber an, dass in meiner Heimat es allseits bekannt sei, dass die Adligen sich gegenseitig über ihr Personal ausspionieren würden. Großmutter schien einigermaßen beeindruckt, was wiederum mich ein wenig besorgt - sind Adlige hier im Norden wirklich so naiv, dass reisende Entdecker ihnen noch etwas über Hofintrigen beibringen können? Jedenfalls bedankte sie sich bei mir; hoffentlich erinnert sie sich daran, falls sie irgendwann mal herausfindet, dass ich ihr bei der Sache mit der Brücke nicht ganz die Wahrheit gesagt habe?

Zum Abschluss des Gesprächs hat auch sie uns dann noch einmal darum gebeten (in einem Tonfall, den Adlige verwenden, wenn sie einen Befehl nett formulieren wollen), nach der verschwundenen Galahan zu suchen. Sie drückte uns dazu auch gleich einfach mal so je zwei Goldstücke in die Hand - offensichtlich hat sie davon zu viele? Auf Anfrage von Ordhan und Esindio setzte sie auch gleich noch ein Empfehlungsschreiben auf, dass sie der Ring-Geweihten in die Hand drückte.

Kurz darauf standen wir dann auch schon wieder außerhalb des Palastes und waren uns einig, uns erst mal eine Unterkunft zu suchen.
Ordhan diskutierte ein wenig mit den anderen (während ich gähnend daneben stand), und kam schließlich zum Schluss, dass die Pension Haus Rondra am Besten geeignet für uns wäre. Ich diskutierte noch ein wenig über den Namen - ich fand es etwas anmaßend, eine Pension nach Rondra zu benennen, aber die anderen fanden das nicht weiter ungewöhnlich. Nun ja.

Dort angekommen konnten wir tatsächlich noch zwei freie Zimmer belegen (eines für mich, eines für Phylinna - der Rest musste in den Schlafsaal), und so sitze ich nun hier auf dem Zimmer, habe die Tür abgesperrt, meine Wertsachen in der bereitstehenden Truhe eingeschlossen, und werde dann jetzt wohl schlafen geben.

Gute Nacht wünsche ich dir!


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Nur ganz schnell, weil die anderen schon die Sachen packen: Die Nachtruhe fällt wohl aus! So ein kleiner Junge, ein Freund von dem Nicht-König.. oh, ich muss los. Ab zum sogenannten Vergnügungsschiff.
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 07.05.2019 14:49

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Jetzt muss ich dir aber noch schnell schreiben, was gestern abend passiert ist, bevor wir wieder aufbrechen! Die Ereignisse scheinen sich regelrecht zu überstürzen, und dieses Mal bin noch nicht mal ich schuld! (Da bin ich mir sogar fast sicher)

Ich hatte mich gestern abend also gerade zum Schlafen gelegt, als ich hörte, dass jemand an meiner (verriegelten) Tür herumfummelte. Leise. Natürlich habe ich gleich einen Riesen-Schreck bekommen und bin mit dir im Mund (ja, ich habe dich gebissen! Ging nicht anders, ich war ja im Nachthemd!) aus dem Fenster geklettert, für den Fall, dass derjenige es schafft, trotz Riegel in den Raum zu kommen!

Draußen war es natürlich bitterkalt, und bequem war es auch nicht, mich so an der Fassade festhalten zu müssen - die Alternative wäre aber nur ein Sprung nach unten gewesen, und du weißt ja sicher noch, was das letzte Mal passiert ist...

Dieses Mal allerdings hatte ich Glück, und derjenige hat einfach aufgegeben. "Genau, beklau jemanden anders." habe ich mir gedacht und mich rasch wieder in das warme Bett gekuschelt.

An Schlaf war dann aber trotzdem nicht zu denken, weil der Kerl daraufhin versucht hat, in den Schlafsaal einzubrechen, und dabei - wie mir Ordhan gestern noch erzählt hat - von Turmschild mit einem Sturmangriff samt Kopfnuss überrascht wurde. War natürlich ein Riesenlärm, und da rede ich noch gar nicht von den Schmerzensschreien von dem armen Jungen - denn ja, es war ein kleiner Junge! Also, nicht soooo klein, etwa so wie der Fast-König, aber auch noch nicht erwachsen. Das wusste ich aber natürlich noch nicht, als die mit dem auf dem Gang herumdiskutiert haben, und als Ordhan dann an meine Tür klopfte und mich dazuholen wollte, antwortete ich nur müde, dass ich lieber schlafen möchte. Und als Turmschild dann noch irgend etwas davon faselte, was sie mit dem Kleinen alles anstellen könnte, habe ich - nur kurz! - die Beherrschung verloren und rausgerufen, dass sie den Einbrecher bitte woanders foltern sollen, ich bräuchte schließlich meine Nachtruhe! Tja, nicht meine Sternstunde... aber ich war wirklich müde! Ein Wunder, dass ich den Ausflug zum Schiff dann noch geschafft habe, ohne im Laufen einzuschlafen.

Ja, wie gesagt konnte ich dann doch nicht schlafen, weil die anderen herausgefunden haben, dass der Kleine gar kein Einbrecher war, sondern ein (der?) Freund vom Fast-König, der uns zusammen mit ihm gesehen hat, und uns fragen wollte, wo der Kerl abgeblieben ist - weil er anscheinend direkt, nachdem wir den Palast verlassen hatten, schon wieder abgehauen ist! Was ein Idiot. Naja, jedenfalls entschlossen sich die Anderen daraufhin dazu, sofort und noch diese Nacht zum Schiff aufzubrechen, weil sie davon ausgingen, dass der Fest-König... oh, ich wollte eigentlich Fast-König schreiben, aber Fest-König stimmt ja eigentlich auch! Und hört sich eigentlich auch besser an. Fest-König, hmm. Wo war ich?

Also, der Kleine wollte also den Fest-König finden, ist uns dann aber nicht zum Schiff gefolgt, sondern seine eigenen Wege gegangen. Das war anscheinend so ein kleiner Straßen-Junge, der aus irgendeinem Grunde ganz dicke war mit dem Fest-König, und ihm sogar dabei geholfen hat, aus dem Palast zu schleichen! Wobei sich mir die Frage stellt, wie es so ein Straßen-Junge überhaupt nahe genug an den Palast heran schafft, dass er dem Fest-König bei der "Flucht" helfen kann? Mich haben sie jedenfalls damals immer von den hübschen Adelsgebäuden weggescheucht.

Wir marschierten also durch die Nacht Richtung Hafen, und um nicht im Laufen einzuschlafen, erkundigte ich mich angesichts unseres Ziels, ob denn von den anderen schon mal jemand in einem Hurenhaus gewesen sei? Betretenes Schweigen war die Antwort. Als ich ein wenig weiter bohrte, verneinten schließlich alle, aber Ordhan, das alte Spitzohr, behauptete, dass er "solchen Leuten" durchaus schon mal im Hafenviertel begegnet sei - rein zufällig, natürlich, aha, jaja.

Hehe, nur ein Scherz natürlich, Ordhan ist doch viel zu geizig, um sein Geld an "solche Leute" zu geben. Wobei er wahrscheinlich auch zu schüchtern ist, um in den Rahja-Tempel zu gehen. Also... was bleibt da? Leidenschaftliche Affären mit Reisegefährten? Fällt mit Fischflossen wahrscheinlich auch eher raus. Kein Wunder, dass er bei der Fee im See so rasch bereit war, ins Wasser zu hüpfen...

Naja, ich komme vom Thema ab. Die anderen konnten mir also keine Hinweise geben, wie man sich in einer "solchen Umgebung" verhält, also musste ich mich wieder mal auf meinen natürlichen Charme verlassen. War ja nicht das erste Mal.... allerdings war es das erste Mal mit tiefschwarzen Augenringen. Wobei die bestimmt schon so unnatürlich aussahen, dass sie als Gildenbemalung (oder so) durchgingen!

Jetzt komme ich ja schon wieder vom Thema ab! Elaria, konzentriere dich, so viel Zeit hast du gerade nicht.

Beim Schiff angekommen hatten wir ein kurzes Gespräch mit dem Türsteher, wobei die Anderen meinen Hinweis, dass ich "einen kleinen Jungen suche", anscheinend unpassend fanden? Jedenfalls schaute Ordhan wieder mal mit diesem "ich gehöre nicht dazu"-Blick in die Gegend, den ich mittlerweile von ihm ja schon kenne. Muss ich ihn bei Gelegenheit mal drauf ansprechen, wenn ich dran denke. Und wo ich gerade dran denke - die Ring-Geweihte hat auch recht unglücklich geschaut, keine Ahnung was die für ein Problem hatte. Esindios übliches enigmatisches Lächeln immerhin war wie immer für mich nicht zu durchschauen.

Der Türsteher war jedenfalls total freundlich und hat uns gleich an die Besitzerin weitergeleitet, die könnte uns "sicherlich alle Wünsche erfüllen". Seltsame Ausdrucksweise zwar für einen Türsteher, aber gut, wir waren drin, das zählt.

Die Besitzerin ist eine recht beeindruckende Frau mit langen, oh so langen, und wallenden, oh so wallenden, wunderschön roten Haaren! Sie hatte bestimmt Thorwaler-Vorfahren, abgesehen von Haarfarbe und Größe (mindenstens einen Kopf größer als ich!) sah man ihr das aber nicht an! Thorwalsche Frauen haben ja oft so ein grobschlächtiges Aussehen (Turmschild zum Beispiel), aber diese Frau war... hach, TSA, im nächsten Leben vielleicht so aussehen können? Wäre ein Traum...

Ach ja, einen Namen hatte sie auch: Asa Anjuhal. Jetzt nicht so hinreißend. Asa. Klingt wie ein Käse.

Egal, weiter. Die Frau hat uns jedenfalls in ihrem Speisesaal freundlich in Empfang genommen und an einen freien Tisch gebeten. Eigentlich wollte ich mich ja gar nicht setzen, weil wir es ja irgendwie schon ein wenig eilig hatten (schließlich stehen hier eine Galahan und ein Fast-König auf dem Spiel!), aber da die anderen wie immer in solchen Situationen die Einladung sofort angenommen haben, hatte ich keine große Wahl. Während die anderen dann noch Höflichkeiten austauschten, habe ich mich eben über die auf dem Tisch bereitstehenden Knabbereien hergemacht.

Die schöne Hurenschiffbesitzerin mit dem Käsenamen schaute etwas missbilligend, als ich die Schale sofort zu mir heranzog - aber wie soll ich denn sonst an das Zeug herankommen? Ich habe eben nicht so lange Arme!

Zu meinem Erstaunen fingen die anderen dann auch noch an, Getränke und Speisen zu bestellen, als ob wir es kein Stück eilig hätten! (Gut, zu dem Zeitpunkt hatte ich es ja nur eilig, wieder ins Bett zu kommen - aber schlafen müssen wir ja sowieso früher oder später, dank BORon! Also wieso es hinauszögern?)

Als dann die Speisen endlich gebracht wurden, waren die Anderen immer noch nicht über Höflichkeiten hinausgekommen, und meine Knabberschale fast leer. Der größte Aufreger war kurz darauf, dass Ordhan beim Essen die Handschuhe nicht ausgezogen hat, was die Ring-Geweihte kommentierte. Ich habe gar nicht genau zugehört, weil ich zu dem Zeitpunkt nicht nur hundemüde und überfressen war, sondern langsam auch ziemlich dringend auf den Abort musste.

Schließlich verlor Turmschild aber doch die Geduld und frage die Käsefrau, ob ihr eine gewisse thorwalsche Magierin begegnet sei, Halla mit Namen. War aber nicht der Fall. Daraufhin schaltete ich mich schnell ein und erkundigte mich nach dem Fast-König, wobei ich ihn natürlich nicht so nannte, und gleichzeitig darauf hinwies, dass dieser Kapuzen-Junge, den wir suchen, natürlich komplett unwichtig für alles und jeden ist. (Gleichzeitig verschluckte Ordhan sich anscheinend an seinem Essen und hustete laut - aber ich denke, die Käsefrau hat trotzdem gehört, dass der Junge unwichtig ist; wäre ja nicht gut gewesen, wenn ihr der Gedanke gekommen wäre, dass wir den Fast-König suchen!)

Dummerweise war Käse auch dem Jungen nicht begegnet. Das einzige, was sie uns mitteilen konnte, war, dass die Galahan, die von der Ring-Geweihten sowie der halben restlichen Stadt gesucht wurde, auf diesem Schiff nach Havena gefahren war - allerdings unter dem Namen Lilial Rosenblatt. Die Besitzerin des Hurenkahns hat sie aber anscheinend auch so erkannt, oder unsere Beschreibung hat sie auf die Spur gebracht - das habe ich nicht so ganz mitbekommen, weil Ordhan mir gerade etwas mitteilen wollten, aber ewig nicht zum Punkt gekommen ist.

Die anderen fanden derweil heraus, dass eine gewisse Naike, eine Angestellte auf diesem Schiff, auf der Fahrt der Geweihten als Dienerin... naja, gedient hatte. Wir könnten gerne mit ihr reden. Was wir natürlich auch sofort taten - nachdem die anderen fertiggekaut hatten, und ich den Abort besucht hatte (das war so eine kleine Kabine mit Loch im Boden, also deutlich angenehmer als auf diesem Thorwaler-Schiff, wo man einfach den Hintern über die Reling hängt!).

Oh, da habe ich über meine Abort-Beschreibungen fast vergessen, dass Käse am Ende des Gespräches sich auch noch mit Ordhan und Esindio verabredet hat, für ein "privates Treffen". Anscheinend trifft sie auf diesem Schiff nicht genug Männer, die mit ihr ins Bett gehen wollen? Oder sie gehört zu diesem Leuten, die nie genug bekommen? Deswegen auch gleich die Doppel-Verabredung? Na, nicht meine Sache. Wobei ich mich schon frage, ob sie wirklich auf Fischgeruch und -flossen steht, oder ihr da vielleicht eine interessante Überraschung bevorsteht!

....

Gut, Lachanfall vorbei, weiter geht es. Und wirklich abstoßend ist Ordhan ja jetzt eigentlich auch nicht.

Wir sind dann also ein Schiffsdeck tiefer zu den Kabinen gelatscht, wo wir diese Naike aufgetrieben haben. Auffallend an ihr war sofort eine edle Brosche, die - grob geschätzt - auf dem Markt bestimmt einige Dutzend Dukaten wert ist! Also mehr, als so eine Hurenschiff-Dienstfrau verdienen sollte; also, nicht dass ich da so die Expertin wäre? Aber die anderen (insbesondere Ordhan, der olle Huren-Kenner!) haben mir da zugestimmt, also stimmt das wohl.

Diese Naike hat unsere Fragen sehr freundlich und ausführlich beantwortet, konnte uns aber auch nicht sonderlich weiterhelfen. Die Galahan sei auf dem Schiff gewesen, ja, sei aber die meiste Zeit alleine gewesen (ob die eigentlich den gleichen Abort besucht hat wie ich? Eine Galahan und Elaria nutzen den gleichen Abort? Das wäre ja mal erstaunlich!), und sie habe auch nichts in ihrem Raum vergessen.

Wir anderen wollten uns daraufhin schon auf den Weg machen, als Phylinna die Bedienstete auf die schicke Brosche ansprach - angeblich zeigte sie ein Symbol, das für die Kirche und/oder die Galahans im Allgemeinen oder Speziellen wichtig wären? Die Frau wurde etwas nervös, behauptete aber, dass die Brosche ein Geschenk von ihrem Freund Cuilan sei. Die Geweihte bohrte etwas tiefer und erwähnte, dass sie vermutete, dass die Brosche aus dem Besitz der Galahan stammte, woraufhin Naike uns rasch noch viel mehr über die Sache erzählte: Cuilan sei ein Sohn aus gutem Havena-Hause (der sein Geld anscheinend auf ein Hurenschiff trägt), habe aber ein Drogenproblem, weswegen sie sich mit ihm bei der Ankunft des Schiffes gestritten hätte, und kurz darauf sei er mit der Brosche als Versöhnungsgeschenk aufgetaucht. Das sei alles, was sie darüber wisse.

Wir verabschiedeten uns also von ihr und verließen das Schiff, um - aus irgendeinem Grunde! - direkt zum Alten Efferdtempel zu marschieren. "Alt" deswegen, weil er, naja, wirklich alt ist, und die Havener mittlerweile einen Neuen gebaut haben. Kann ja nicht schaden, zwei zu haben, schätze ich, dann ist es auch nicht so schlimm, wenn einer mal zerstört oder von Dämonenanbetern übernommen wird, oder so.

So mitten in der Nacht war im Tempel natürlich nicht viel los, und der eine Geweihte, der noch wach war, bekam ein ganz bleiches Gesicht, als Turmschild ihm davon erzählte, dass diese Halla, eine Seeschlangen-Anbeterin, sich wohl gerade in der Stadt herumtreiben würde. Er meinte daraufhin, dass dies eine sehr ernste Sache sei, die keinen Aufschub dulden würde, und dass wir deswegen morgen früh wiederkommen sollten, wenn der edle Herr Graustein ausgeschlafen hätte. Bitte was? Ist es nun dringend oder nicht?

Aber anscheinend hatte der Kerl mehr Angst davor, dass der alte Geweihte einen Ausraster bekommen könnte, wenn man ihn mitten in der Nacht weckt, als davor, dass ein mehr oder weniger geheimer Kult die Stadt unterwandert. Na, hat wohl jeder so seine Prioritäten, schätze ich.
Und wo wir gerade von Prioritäten reden: Ordhan betete nach dem Gespräch noch kurz im Tempel und warf einen ganzen Dukaten in die Opferschale! Überrascht habe ich ihn sofort darauf angesprochen und dabei fallen lassen, dass er vielleicht ein wenig falsche Prioritäten hat, wenn er sonst gegenüber allen, auch den Ärmsten der Armen, immer total knauserig ist (er kriegt immer total große Augen, wenn ich so einem armen Bauern, bei dem wir übernachten, ein Silberstück in die Hand drücke!), aber jetzt hier in so einem Tempel, der nun wirklich nicht baufällig ist, gleich einen ganzen Dukaten wegwirft!
Das hat natürlich sofort die Ring-Geweihte auf den Plan gerufen, die das Konzept des "wir Geweihten lassen uns von dem Rest aushalten und spenden im Gegenzug ab und zu mal weise Worte" als Rahja-Geweihte natürlich absolut akzeptabel findet, und mich ganz erstaunt belehrt hat, dass an Tempel gespendetes Geld nicht "weggeworfen" sei.
Ordhan zog mich daraufhin sacht, aber bestimmt nach draußen, wo wir uns kurz über die Sache unterhielten. Ich weiß leider gar nicht mehr, was gesagt wurde, da ich beim Blick auf die überschwemmte Unterstadt mit den Gedanken schon wieder woanders war - sodass ich Ordhan kurz darauf fragte, ob er denn schon mal in der Unterstadt unterwegs gewesen sei. Er verneinte entsetzt, und erzählte von "Gerüchten", dass dort eine ganz schlimme Bande von Halsabschneidern unterwegs sei, und deswegen niemand dort hin gehe. Aber - wenn niemand dort hin geht, woher wissen wir dann, ob die Gerüchte stimmen? Eine unwiderlegbare Logik, weswegen ich gleich mal ankündigte, bei Gelegenheit die Unterstadt aufsuchen zu wollen. Ordhan gefiel dieser Gedanke wohl ganz und gar nicht, da er schon wieder dieses nervöse Zucken im Gesicht hatte. Der Mann macht sich einfach zu viele Sorgen!

Danach ging es dann aber endlich wieder zurück zur Herberge, und ab in mein warmes, weiches Bett!
DIe Nacht blieb ereignislos (PHEx sei Dank!), und so werden wir dann wohl gleich zu dem alten Graustein schlendern, um ihn über diese äußerst dringende, keinen Aufschub duldende Sache zu informieren.

Ich halte dich auf dem Laufenden!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 07.05.2019 18:37

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Ich schreibe dir heute an einem etwas ungewöhnlichen Ort, liege ich doch gerade nackt und nass in den weichen Kissen am Rande eines warmen Bades im Havener Rahja-Tempel - aber da Ordhan gerade mit zwei Frauen (Ring-Geweihte und Turmschild) in einem Separee beschäftigt ist, habe ich im Moment die Zeit dafür.

Also, was ist passiert? Der Tag begann eigentlich alles andere als angenehm, da wir den alten Graustein im noch älteren Efferd-Tempel besuchten. Sehr hilfreich in Bezug auf die Galahan und den Fast-König war er nicht, aber angemessen betroffen von den Erzählungen über die Schlangen-Kultistin. Was mich dann aufhorchen ließ, war seine Erwähnung, dass ein paar Thorwaler, namentlich Gerolf und Alrik vom Schiff Sturmtrutz, ebenfalls verschwunden sind. Angeblich könnten wir mehr darüber von Arlaine Raidric, der Besitzerin der Taverne Rahjas Lobgesang, erfahren, also sind wir natürlich sofort dorthin aufgebrochen (Ordhan hat diesmal auch keinen Dukaten im Tempel gelassen).

Dort angekommen hat Turmschild sich gleich mal mit ein paar Idioten angelegt, die zu der Sorte "Fremde wollen wir hier nicht haben" gehören (wohl weil HESinde ihnen leider ihre Gaben zu sehr vorenthalten hat, und sie daher mit allem Neuen überfordert sind). Die Wirtin schickte die beiden schließlich hinaus, was angesichts Turmschilds schlagender Argumente auch äußerst friedlich ablief.

Wir unterhielten uns dann mit der Wirtin, die ganz begeistert von Rings Besuch war, da sie selbst offensichtlich auch gerne Geweihte geworden wäre. Warum das nicht geklappt hat, habe ich aber nicht ganz verstanden - ist ja in Anbetracht der ganzen Vermissten und dem durch-die-Stadt-schleichenden Fast-König auch recht irrelevant. Interessanter war, dass sie uns davon berichtete, dass die Bewohner der Krakeninsel (zu denen die beiden Stumpfbacken von eben auch gehörten) in letzter Zeit öfter mal Probleme machten (die Fast-Gelehrte Elaria zählte natürlich sofort eins und eins zusammen und erhielt die Krakeninsel als Zentrum des Schlangenkults).

Weiterhin konnte sie uns natürlich auch noch etwas über die verschwundenen Thorwaler erzählen, und zwar ist dieser Gerolf ihr Fast-Liebhaber! Dementsprechend hat sie am Tag vor seinem Verschwinden natürlich auch ein Gespräch belauscht, das er mit einem gewissen "Cuilan" (ja, der vom Huren-Schiff!) führte (wie man das eben so macht mit Fast-Geliebten...). In dem Gespräch erzählte Cuilan etwas von einer gewissen "Halla" (ja, die von Turmschild!), und Gerolf schien sehr besorgt zu sein. Mehr konnte sie nicht berichten, so genau konnte sie die beiden anscheinend auch nicht belauschen - fällt ja auch auf, wenn man sich so direkt neben zwei sich unterhaltende Leute stellt und die Ohren spitzt (da fällt mir ein - Ordhan hat ja schon spitze Ohren! Muss ich ihn mal fragen, ob er damit besser hören kann als andere Leute).

Als wir die nette Wirtin dann verließen, um Richtung Rahja-Tempel zu laufen (Ring will sich hier nach dem Amulett der Hurenschiff-Bediensteten umhören), zwinkerte die Frau - also die Tavernenbesitzerin, die sich für den verschwundenen Gerolf interessiert - mir zu.
Verwirrt fragte ich draußen in die Runde, ob ich ihr zu wenig gezahlt hätte (wir hatten ein paar Getränke genossen), aber die Anderen zuckten nur mit den Schultern.
Ein Mann, der gemeinsam mit uns die Taverne verließ, mischte sich kurz ein und meinte, dass es weithin bekannt wäre, dass die Wirtin "nicht nur an Männern Interesse" hätte. Ich... hmm... weiß nicht so wirklich, was ich dazu schreiben soll. Ihr Fast-Geliebter ist verschwunden, möglicherweise einem menschenopfernden Schlangenkult in die Hände gefallen, und sie versucht sich derweil an eine durchschnittlich aussehende reisende Horasierin heranzumachen? Ist ihr der Kerl jetzt wichtig oder nicht? Ich weiß jedenfalls, dass wenn mir jemand wichtig ist, ich mich auf jeden Fall nicht für andere interessieren würde, wenn derjenige gerade in Lebensgefahr schwebt.

Nun, andere Länder, andere Sitten? Thorwalsche Einflüsse, die auf Havena abgefärbt haben, nehme ich an.

Ich gehe noch mal eine Runde Schwimmen, erzähle dir gleich den Rest!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 15.05.2019 09:37

Elaria Bosvani hat geschrieben: So, der Rest ist eigentlich schnell erzählt, hoffe ich, schon alleine deswegen, weil die anderen wohl bald wieder hier auftauchen sollten.

Während wir also auf dem Weg zum Rahja-Tempel waren, fragte ich Ordhan als Ortskundigen, ob er da schon mal drin war. Spitzohr wurde wieder ganz rot und begann zu stottern - offensichtlich ist es ein empfindliches Thema bei ihm, welche Tempel er aufsucht?
Als er die Frage schließlich bejahte, stellte ich ihm die Frage, die mich eigentlich interessierte: Ob es da im Eingangsbereich auch so ein Bad gäbe, in dem jeder Gast sich erst einmal waschen muss. Da wir es ja eigentlich ein wenig eilig haben, und auch nur Informationen suchen, schien mir eine solche rituelle Waschung reine Zeitverschwendung.
Ring schaltete sich daraufhin ganz entsetzt in die Unterhaltung ein und meinte, dass wir uns natürlich waschen würden - man will doch den Tempel der Göttin nicht schmutzig betreten! Woraufhin ich natürlich aufgebracht widersprach, dass ich nicht schmutzig bin, weil ich gerade heute morgen gebadet habe! Darauf wusste sie natürlich keine Antwort, aber das Thema ging sowieso etwas unter, als Esindio laut vermutete, dass Ordhan Angst vor dem Bad haben könnte - woraufhin ich spontan in Gelächter ausbrach, und Ordhan etwas eingeschnappt antwortete, dass er wohl öfter im Wasser ist als Elaria (vor lauter Lachen konnte ich gar nicht antworten, dass dies wohl auch der Grund für seinen leicht fischigen Geruch sein könnte! Vielleicht besser so, vielleicht würde er mir das übel nehmen).

Mir ist natürlich klar, dass das Eingangsbad schon seinen Sinn hat, für die meisten Menschen ist der Begriff "Reinlichkeit" ja etwas Exotisches, und so ist es natürlich sinnvoll, generell von allen zu verlangen, sich bei Betreten des Tempels zu waschen. Aber in diesem Fall? Bei unserer reinlichen Gruppe (sogar Ordhan wäscht sich! Gut, bei Turmschild bin ich mir nicht so sicher), und wo wir doch dazu nur Informationen brauchen?

Mein Protest blieb aber natürlich erfolglos, und kaum waren wir im Tempel, warf Ring auch schon ihre Kleidung von sich und begann sich ungeniert im Badebecken zu waschen. Ordhan, der anscheinend meinte, uns etwas beweisen zu müssen, folgte ihr sofort, legte seine Kleidung aber nur leicht zögerlich ab - vor allem seine Handschuhe.
Phylinna bemerkte daraufhin seine Schwimmhäute und fragte ganz überrascht: "Du bist ein Wasser-Elf?"
Muss ich erwähnen, dass ich vor Lachen fast umgefallen wäre? Esindio fing mich dankenswerterweise auf, glaube ich.

Als mein Lachanfall vorüber war, verschwanden Ordhan, Ring und Turmschild gerade in einem Separee, warum auch immer. Ich blieb also allein mit Esindio im Baderaum zurück.

Da ich also wohl nicht darum herum kam, mich nochmals zu waschen (und diesmal in einem Bad, in das jeder Kerl von der Straße reinspähen konnte!), entkleidete ich mich ebenfalls, hüpfte rasch ins Wasser und eilte dann in den Hauptraum des Tempels - wobei ich es vorzog, nackt zu bleiben, anstatt mir so einen lächerlich rosa-durchsichtigen Fummel anzuziehen.

Wo ich das jetzt so schreibe, fällt mir wieder ein, wie entsetzt mich die anderen beim Feen-See angeschaut haben, als ich mich dort (mitten in der Wildnis!) auszog, um ohne Kleidung tauchen zu gehen, weil ich Angst hatte, sonst zu ertrinken. Aber hier, mitten in der Stadt, wo keinerlei Lebensgefahr droht, finden es alle selbstverständlich, sich öffentlich auszuziehen? Muss ich das verstehen?

Jedenfalls lief ich dann also hier in den Hauptraum, stellte erfreut fest, dass sie hier ein weiteres Wasserbecken haben, und entspannte mich dann etwas im warmen Wasser. Bald fiel mir aber eine hier herumliegende Handharfe auf, und da mir gerade langweilig war, versuchte ich eben, etwas darauf herumzuklimpern.

Offensichtlich muss sich das ziemlich schrecklich angehört haben, denn Klimperer eilte sofort herbei, um mir zu zeigen, wie man mit einem solchen Instrument umgeht. Vielleicht sollte ich mich öfter von ihm unterrichten lassen, er scheint ein sehr geduldiger Lehrer zu sein, und hat auch nur ein klein wenig das Gesicht verzogen, wenn ich mal wieder einen Missklang erzeugt habe.

Oh, da kommen die anderen! Vielleicht können wir jetzt endlich wieder daran gehen, verschwundene Leute zu finden und so.
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 16.06.2019 21:54

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Ich bin gerade etwas außer Atem, da wir so einem komischen Kerl hinterhergerannt sind, der nicht mit uns reden wollte - und sich sogar ein Kind geschnappt hat, um uns davon abzuhalten, ihm Fragen zu stellen!

Aber ich hatte ja im Tempel aufgehört zu schreiben... wo setze ich da denn am Besten wieder an? Vielleicht an dem Zeitpunkt, an dem Spitzohr mit den beiden zwei Frauen wieder aufgetaucht ist (ich wollte ihn ja eigentlich fragen, wie es denn so mit den beiden im Separee war, aber irgendwie habe ich das wohl wieder vergessen... bestimmt würde er mal wieder knallrot werden!).

Jedenfalls haben die drei sich so eine andere Geweihte gesucht (ich beobachtete die Sache entspannt im Wasser liegend aus der Ferne) und gefunden - laut Ring hieß sie "Raidige" - und irgendwie inspiriert mich dieser Name zu reimen: "die Wehleidige"... oder vielleicht "die Rallige"? ("Räudige" würde auch noch gehen, aber das wäre wohl doch arg respektlos).

Die Rallige konnte ihnen offensichtlich weiterhelfen, jedenfalls hatten sie es nach dem Gespräch eilig, wieder aufzubrechen. Eigentlich schade, das warme Wasser war wirklich entspannend. Ordhan führte uns daraufhin Richtung Orkendorf, und ich vergaß vollkommen, mich zu erkundigen, auf wessen Spur wir jetzt eigentlich sind. Stattdessen habe ich mich nach Ordhans Bude erkundigt - er muss schließlich eine Unterkunft hier in der Stadt haben, oder nicht? Und warum wir denn eigentlich in die Gaststätte mussten, wenn wir auch einfach in seiner Wohnung unterkommen könnten? Er druckste etwas herum und versprach mir, mir die ganze Sache später zu erklären. Aber so wie ich ihn kenne, bedeutet "später" bei ihm "nie" - zumindest wenn ich ihn nicht bei jeder weiteren Gelegenheit damit piesacke.

Spitzohr führte uns nicht nur ins Orkendorf, das heruntergekommenste Viertel der Stadt - nein, er führte uns direkt ins Herz der Finsternis, in die "Taverne Esche und Kork", Heimat aller gewaltbereiten Knüppelträger der Stadt. Du denkst, ich übertreibe? Nun, du hast ja auch friedlich in meiner Tasche geschlummert, während ich um mein Leben gerannt bin, als kurz nach unserer Ankunft eine brutale Schlägerei in der Taverne ausbrach!
Zuerst schien es nicht so schlimm, nur ein Haufen dümmlich guckende Leute mit Holzschlägern, die ihren Eintopf löffelten - sowie eine wunderschöne Elfe (was natürlich redundant (intelligentes Wort! Steht in meinem schlauen Buch!) ist - oder hast du schon mal eine Elfe gesehen, die nicht wunderschön ist?), die den ganzen Laden anscheinend besitzt? Ordhan hatte natürlich sofort nur Augen für das andere Spitzohr, aber als ich ihn deswegen neckte, behauptete er, sie nicht genauer zu kennen. Selbst falls das stimmen sollte - er würde sie bestimmt gerne näher kennenlernen!

Während wir so herumsaßen und ich mich fragte, was wir hier eigentlich tun, erzählte Ordhan auch noch etwas mehr über das Köpfeeinschlag-Spiel, das sie hier so feiern - zum Beispiel stand am Eingang ein Stiefel, mit dem anscheinend Leute getreten werden sollten, die nicht die Havener Spielgruppe, genannt "Bullen", für besser als alle anderen halten. Zudem erwähnte er, dass die Leute in dieser Taverne normalerweise nur eine Schlägerei anzetteln würden, wenn die "Bullen" ein Spiel verloren hätten.

Während wir da so diskutierten, sprach jemand von den anderen die Elfe an und fragte nach dem, den wir suchen (wer auch immer das ist) - die Elfe kannte den Kerl offenbar, denn kurz darauf schauten die anderen alle ganz unauffällig zu ihn rüber und tuschelten dabei darüber, ob und wie man ihn ansprechen sollte. Ich habe das alles aber gar nicht mehr so richtig mitbekommen, weil ich derweil am Nebentisch gehört hatte, dass die "Bullen" das heutige Spiel verloren hatten... und eben gerade ein paar mit Holzschlägern bewaffnete Leute in die Taverne gestiefelt kamen, die sich aus irgendeinem Grunde lauthals darüber freuten.

Wie du dir sicherlich denken kannst, verschwand ich sofort nachdem der Erste einen Holzschläger ins Gesicht bekommen hatte unter dem Tisch, und schaute mich hektisch nach einem Ausgang um. Glücklicherweise bemerkte ich den gesuchten Kerl, der gerade an den Leuten vorbei Richtung Hintereingang flitzte. "Gute Idee!" dachte ich mir und folgte ihm, unter und zwischen den Beinen der grölenden Schläger hindurch. Erstaunlicherweise sprang mir Ordhan auf dem Weg nach draußen in den Weg (er kam aus Richtung des Tresen... wollte wohl schnell noch nach der Elfe sehen?) und rannte ebenfalls zum Hinterausgang. Draußen sah ich dann den Kerl eine Regenrinne hinaufklettern, und Ordhan folgte ihm bereits, also kletterte ich einfach mal hinterher ("Spitzohr wird schon wissen, was er tut, und außerdem ist es da oben bestimmt sicherer als hier unten", dachte ich mir). Auf dem Dache sprintete der Kerl dann trotz meiner Rufe, dass wir gerne mal mit ihm reden würden, einfach so davon, auf ein anderes Dach. Ordhan folgte ihm weiter, also rannte ich auch hinterher (war wohl wichtig, mit ihm zu reden) und überholte das Spitzohr dabei sogar (auf nassem Boden rennen zu können ist eine Fähigkeit, die man sich im Dschungel recht schnell aneignet). Der Flitzer drehte sich auf dem anderen Dach um und wollte anscheinend gerade das Brett, das als Brücke diente, zurechtrücken, als er merkte, dass ich zu schnell war, um noch abbremsen zu können - also ließ er das Brett natürlich liegen; hätte er das Ding verschoben, wäre ich vielleicht sogar abgestürzt!

Übrigens folgte uns die ganze Zeit auch noch RIng, während Turmschild und Klimperer in der Taverne blieben, um die Situation dort zu beruhigen (ich höre, dass Turmschild dazu eindrückliche Argumente genutzt hat! Muss ich mich mal mit ihr drüber unterhalten; also, falls das nicht wieder so eine blöde Umschreibung für "Ich schlage einfach so um mich" ist).

Jedenfalls ging es auf dem zweiten Dach auch wieder hinter dem Kerl her, nur mit dem Unterschied, dass das nächste Dach nur per Sprung zu erreichen war - und leider schätzte ich den Sprung wohl falsch ein, dann statt dass meine Füße sanften Kontakt mit dem Dach herstellten, stellte meine gesamte Vorderseite einen deutlich unsanften Kontakt mit der Hauswand her - nur meine Finger schafften es, sich an der Dachkante festzukrallen. Einen Augenblick später fasste Spitzohr auch schon meine Handgelenke und zog mich auf das Dach - TSA sei Dank wiege ich ja nicht gerade viel, Turmschild hätte er wohl nicht hochziehen können!

Derweil kletterte der Kerl aus der Taverne eine Regenrinne herunter und verschwand in einem offenstehenden Fenster. Da Ordhan und ich etwas beschäftigt waren, folgte ihm Ring zuerst - aber sie unterschätzte wohl etwas die Glitschigkeit einer nassen Regenrinne, denn sie rutschte an dem Fenster vorbei. Auch Ordhan, der ihr gefolgt war, schaffte es trotz aller Anstrengung nicht, sie wieder hinaufzuziehen - anscheinend wiegt Ring mehr als ich! Kein Wunder, bei den Muskeln!
Damit wir den Anschluss an den Gesuchten nicht verlieren, kletterte ich also kurzerhand über Ordhan hinweg ins Fenster und sah den Kerl da gerade an der Tür beschäftigt. Auf meine erneute Aufforderung, doch mal stehen zu bleiben und mit uns zu reden, schnappter er sich ein kleines Mädchen, das da in der Ecke saß, und drückte es fest an sich.

Ich war natürlich etwas verwirrt. "Ob die zu ihm gehört?" dachte ich, und fragte ihn das auch gleich. Er antwortete nur, dass wir verschwinden sollen, ansonsten würde dem Mädchen etwas passieren.

Kannst du dir das vorstellen? Er bedrohte doch tatsächlich ein kleines Kind, bei TSA! Ich musste kurz nach Luft schnappen und habe ihm dann aufgebracht eine kleine Standpredigt gehalten, dass sein Verhalten ja wohl das Allerletzte ist, und dass er gefälligst das Mädchen loslassen soll! Tat er dann auch, indem er es mir entgegen schubste - einen Augenblick später hechtete auch schon Ordhan an mir vorbei hinter dem Kerl her, während ich mich um das kleine Mädchen kümmerte, sie etwas beruhigte und ihr einen Silbertaler zusteckte, als Entschädigung sozusagen.

Schließlich bat sie mich zitternd, sie alleine zu lassen, also rannte ich den anderen hinterher, eine Treppe hinunter, und sah unten im Eingang gerade Ring-Geweihte in enger Umarmung mit Ordhan langsam zu Boden gehen (wie mir Ordhan gerade hektisch erklärte, war das alles ganz anders, als es aussah: Er verfolgte den Kerl, der gerade durch die Tür das Haus verlassen wollte, als Ring diese Tür öffnete und hineinrennen wollte. Kerl flutschte an ihr vorbei, und so trafen Phylinna und Ordhan wohl etwas unsanfter aufeinander, als dies vor ein paar Stunden im Tempel wohl der Fall war...).
Spitzohr rappelte sich allerdings fluchend wieder auf, sprintete dem Kerl hinterher und schnappte ihn sich, als er gerade wieder eine Regenrinne hinaufklettern wollte.
Wohl wegen der Sache mit dem Mädchen schlug er ihm daraufhin auch noch ein paar Male ins Gesicht. Ich.... hmm... kann nicht sagen, dass ich sonderlich entsetzt war... Ich leide wohl immer noch etwas unter der ganzen "Hass"-Sache im Norden....

Jedenfalls haben die Beiden ihn jetzt hier in die Taverne geschleppt (erstaunlich ruhig ist es hier jetzt?) und wollen ihn verhören. Vielleicht erfahre ich dann auch mal, wer das ist, und warum wir mit ihm sprechen wollen.
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 21.11.2019 17:05

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Wir sitzen hier gerade im Haus von Ordhans Tante herum und warten auf einen Medicus, der sich einen geschlachteten Thorwaler anschauen soll, um herauszufinden, was ihm fehlt. Klingt dämlich, ich weiß, aber das hat schon seinen Sinn.

Aber der Reihe nach. Ich hatte im letzten Eintrag die Hoffnung geäußert, dass ich herausfinden würde, warum wir diesen einen Kerl über die Dächer verfolgt haben, und diese Hoffnung hat sich erfüllt! Es ist der Hochnasen-Freund der Hurenschiff-Angestellten mit dem wertvollen Amulett, das sie von ihm geschenkt bekommen hat, das er aber wohl vorher der gesuchten Rahja-Geweihten geklaut hat - Klimperer war so freundlich, mir die Zusammenhänge zu erklären, während Spitzohr und Ring-Geweihte ihn auf einen Tisch in der Taverne gewuchtet haben. Da er nicht wirklich ansprechbar war - viel Alkohol, kombiniert mit ein paar Schlägen auf die Nase, scheint einen solchen Effekt zu haben - bat Ring ihre Göttin, ihm den Rausch zu nehmen. Rahja hatte aber offenbar kein Interesse daran - warum auch, als Göttin des Rausches? - also mussten konventionelle Methoden her (Wasser ins Gesicht, und ich glaube Ordhan gab ihm auch noch ein paar Ohrfeigen, jedenfalls hörte ich etwas klatschen, während ich gerade auf dem Abort war).

Als der Kerl also wieder halbwegs ansprechbar war, versuchte Ordhan ihn auszufragen, hatte aber nicht so richtig Erfolg, also bat er mich, doch mal ein paar Worte mit ihm zu reden. Ich fragte ihn natürlich zuerst das, was mich am Meisten interessierte, also ob er sich denn gar nicht schämt, kleine Mädchen zu bedrohen? Ordhan war mit dieser Strategie auch nicht so richtig glücklich, daher übernahm er kurz darauf wieder die Fragerei, aber da er mit Worten wesentlich schlechter zurecht kommt als mit seinem Schlüsselbund, musste dann doch ich wieder einspringen. Gemeinsam brachten wir den Mädchen-Herumschubser schließlich dazu, zuzugeben, dass er die Geweihte sowie auch den Thorwaler Gerolf zu "Drei Fremden" in eine Fischerhütte im Fischerdorf gebracht habe (hört sich nach einem Romantitel an: "Die Drei Fremden und die Rahja-Hochgeweihte"; oder vielleicht doch eher ein Schundroman?). Ich glaube ihm die Geschichte nicht so wirklich, warum sollte man eine Hochgeweihte entführen und sie an "drei Fremde" übergeben? Er hatte offenbar Probleme mit irgendwelchem Rauschkraut, aber so kaltblütig muss man erst mal sein, deswegen eine Rahja-Hochgeweihte zu entführen und an seltsame Fremde zu übergeben, die gemeinsam in einer kleinen Fischerhütte leben! Andererseits ist er natürlich auch ein Mädchen-Herumschubser, also... nun gut, wir ließen die Flachpfeife dann in der Obhut Thalionmels - so heißt die Elfen-Wirtin, habe ich das schon erwähnt? Ring belehrte mich, als ich mich über die Vertrautheit des Namens wunderte, dass eine Heilige der Rondra-Kirche so heißt. Ein etwas unpassender Name für eine Elfe, findest du nicht? Wenn er sich an sie ranmachen will, wird Ordhan sich wohl darauf einstellen müssen, dass sie ein paar schlagkräftige Argumente besitzt.

Egal, wo war ich? Ach ja, wir ließen den Mädchen-Schubser also in der Obhut der schlagfertigen Elfen-Wirtin zurück - und mir fällt gerade auf, dass wir uns später gar nicht mehr um ihn gekümmert haben, kann das sein? Na, vielleicht hat ihn die Heilige Elfe an die Stadtgarde übergeben.

Jedenfalls sind wir unter Führung Ordhans dann ins Fischerdorf geeilt, und fanden auch recht schnell besagte Hütte. Ich wollte sofort anklopfen, um einfach mal nachzufragen, was Sache ist, aber die anderen hielten mich ganz panisch davon ab, also spähten wir die Hütte wie ein Haufen zwielichtige Gestalten erst mal aus der Ferne aus. Nachdem sich eine Weile nichts getan hatte, reichte mir die Heimlichkeit, und ich überzeugte die Anderen mit einem meiner brillantesten Argumente davon, doch mal anzuklopfen (leider habe ich bereits vergessen, was ich sagte, aber ich weiß noch, dass die anderen beeindruckt waren!). Die anderen drückten sich wie kleine Kinder ängstlich in die Schatten, als ich auf die Tür zumarschierte und fest ans Holz klopfte (innerlich bereit, sofort Reißaus zu nehmen, wenn ein Bewaffneter die Tür öffnen sollte - kennst mich ja).

Aber glücklicherweise öffnete nur ein harmloser alter Fischer die Tür, und erkundigte sich erstaunt, was ich wollte. Ich erzählte ihm irgendeine Geschichte, die zum Inhalt hatte, dass wir ihn schnell mal zum Efferd-Tempel bringen müssten - mit dem Hintergedanken, ihn von der Hütte wegzubringen, damit eventuell vorhandene "Drei Fremde" nicht mithören, was wir mit ihm besprechen. Er ließ sich überzeugen, mit mir zum Tempel zu laufen, wobei sich zu seinem Erstaunen unterwegs noch Spitzohr anschloss, den ich kurzerhand als "meinen Leibwächter" vorstellte. Auf dem Weg begann ich auch sofort damit, den Fischer auszufragen, und es stellte sich recht bald heraus, dass er mit der ganzen Sache recht wenig zu tun hat, da er eigentlich nur sein Hinterzimmer an die "Drei Fremden" vermietet hat, aber mittlerweile ein wenig Angst vor der Kerlen hat, und es daher nicht wagt, sich genauer damit zu befassen, was die Drei dort treiben (es kam ihm also nicht seltsam vor, dass drei Kerle zusammen ein kleines Hinterzimmer in seiner kleinen Fischerhütte mieten wollten? Naja, andererseits... es ist nur ein Fischer, und vielleicht dachte er ja, dass die drei auf sehr... äh... innige Weise zusammengehören? Soll es ja alles geben). Sobald ich mir also sicher war, dass der Fischer nicht mit den "Drei Fremden" unter einer Decke steckt (sehr witziges Wortspiel, Elaria!), kehrte ich auch schon wieder um und erklärte dem abermals erstaunten Fischer, warum ich ihn in Wirklichkeit hier durch die Stadt geführt hatte. Er nickte nur beeindruckt; wenn ich noch ein wenig weiter auf ihn eingeredet hätte, hätte ich ihn bestimmt auch noch dazu bringen können, mir aus der Hand zu fressen! So ein lieber, gutdressierter Fischer! (tätschel, Haare kraul...)

Das... liest sich jetzt etwas herablassend, nehme ich an? Dabei habe ich wirklich nichts gegen bodenständige, anständige Handwerksberufe! Ich übe ja selbst einen aus - also, mehr oder weniger zumindest. Und der alte Fischer war wirklich ein netter Kerl! Ok... peinlichen Eintrag für heute erledigt, also schnell weiter, bevor Spitzohr mich fragt, warum ich so rot werde beim Schreiben!

Zurück bei der Hütte lernte der dauererstaunte Fischer dann auch noch den Rest der Gruppe kennen, die schon dabei waren, seine Hütte genauer in Augenschein zu nehmen. Hilfreicherweise zeigte er uns die Hintertür zum Zimmer der "Drei Fremden" (es gab nur eine, aber die Geste zählt), und erklärte uns dann auch noch, dass die Hütte nur ein klein wenig nach Fisch rieche (es stank erbärmlich), und dass dieser seltsame Geruch nach Schwefel und Verwesung aus dem Hinterzimmer käme, er sich aber nicht trauen würde, dort mal reinzuschauen (oh je, der Arme ist wirklich nicht die allergrößte Leuchte - da stinkt es nach !Verwesung! und !Schwefel! in seiner Hütte, und er kommt nicht mal auf die Idee, mal jemanden von der Garde oder einem Tempel um Hilfe zu bitten? Stattdessen sitzt er lieber tagelang im Gestank und hofft, dass sich das Problem von selbst löst?)

Egal. Wir waren natürlich nicht so schüchtern (wenn Turmschild voran geht, bin auch ich sehr mutig!), und betraten das Hinterzimmer. Ich lehnte mich etwas erbleichend - der Gestank war wirklich überwältigend - gegen die Wand, während die anderen den Raum durchwühlten (Turmschild allen voran - sie ist wohl aus ihrer Heimat noch ganz andere Gerüche gewohnt, nehme ich an?). An dieser Stelle muss es wohl geschehen sein, dass die anderen sich thorwalsche Schriften, einen Brief und anderes Zeug eingesteckt haben. Normalerweise bin ich bei solchen Dingen ja sehr aufmerksam, aber dieses Mal war ich mehr damit beschäftigt, gegen das Erbrechen anzukämpfen. Erstaunlicherweise war es übrigens der penetrante Fischgestank, der in dieser Mischung für mich am Wenigsten zu ertragen war!

Oh, mir wird allein bei der Erinnerung daran übel! Bis gleich!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 21.11.2019 17:52

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

So, ich war mal eben draußen, frische Luft schnuppern. Zum Glück steht der Wind gerade günstig und bringt diesen herrlichen Geruch von Meerluft in die Stadt! Hat mich ein wenig an meine Zeit auf den Zyklopeninseln erinnert... hach ja, schöne Erinnerungen sind das! Wobei ich ja auch dort ein paar peinliche Momente hatte, ich denke da zum Beispiel an den einen Tag, an dem ich als Einzige bei einer Feier ohne Oberbekleidung aufgetaucht bin - Zyklopäer laufen ja gerne so freizügig herum, aber niemand hatte es für nötig gehalten, mich darauf hinzuweisen, dass ausgerechnet bei dieser einen Feier Bekleidung erwünscht war - und so stand ich da also plötzlich als Einzige halbnackt unter einem Haufen bekleideter Leute... na, du kennst die Geschichte ja, also zurück zum Thema.

In der Hütte des handzahmen Fischers gelang es mir ebenfalls, meinen Drang, mein Mittagessen von mir zu geben, zu bekämpfen, als just im gleichen Moment Turmschild einen Vorhang beiseiteschob, hinter dem ein toter Thorwaler lag (die Haartracht, Größe und allgemeine Ungepflegtheit ließen keinen Zweifel zu, dass der Mann zu den Nordbarbaren gehört).

Wir hatten also den Ursprung des Verwesungsgestanks gefunden, und während Spitzfinger die ebenfalls hinter dem Vorhang vorhandenen alchimistischen Geräte und Zutaten durchwühlte (und einiges davon in seiner Kleidung verschwinden ließ, wie ich gerade eben erst erfuhr!), untersuchten wir die Leiche. Naja, eigentlich schauten wir nur mal kurz genauer hin und sahen, dass sein Oberkörper aufgeschnipselt war, und der Eindruck drängte sich auf, dass da innen drin nicht mehr alles vorhanden war, was dort sein sollte - aber Genaueres konnte keiner von uns sagen, also luden wir (genauer: Turmschild) die Leiche auf einen kleinen Karren, den der Fischer praktischerweise herumstehen hatte (natürlich wickelten wir den geschlachteten Thorwaler vorher in ein Laken ein - wir wollten nicht unbedingt für jeden sichtbar eine Leiche durch die Stadt zerren!), und machten uns auf den Weg zu einem Medicus; oder zumindest dachte ich das, aber das alte Spitzohr fand es wohl besser, die Leiche zu seiner Tante zu schaffen, die hier in der Stadt wohl eine wichtige Person (lies: Kriminelle) ist?

Erwartungsgemäß war seine Tante nicht so wirklich begeistert, als Spitzohr ihr erklärte, dass in ihrem Hof jetzt eine Leiche auf einem Karren herumliegt, aber sie erklärte sich bereit, uns vorerst einzuquartieren, und einen Medicus heranzuzitieren.

Tja, und ich glaube, da hat es gerade geklopft, also schauen wir mal, was dabei herumkommt?

----

Der Medicus meinte, dass das Herz fehlt. Seltsam, ich war bis jetzt davon ausgegangen, dass Thorwaler von Natur aus herzlos sind?

Aber wenigstens wurde auch sofort die Frage geklärt, was man mit so einem Thorwalerherz (falls man denn eines findet) so anstellen kann - unter den Sachen, die Ordhan so eingesteckt hatte, war auch ein Rezept, das explizit das Herz eines Thorwalers erfordert (ich fragte sofort, ob er auch ein Rezept für Rahja-Geweihten-Eintopf oder Halb-König-Gulasch gefunden hätte, aber Ordhan und Phylinna fanden das gar nicht so witzig, und Ersterer hielt mir dann sogar schnell den Mund zu!).

Die Tante warf mir ebenfalls einen wenig amüsierten Blick zu und verließ den Raum mit den Worten, dass sie jetzt mal ihre "Kontakte zur Stadtgarde spielen lassen würde"; es überraschte mich natürlich nicht so wirklich, dass eine wichtige Kriminelle auch ein paar Leute in der Stadtgarde gekauft hat - das kenne ich aus dem Horasreich. Einmal habe ich sogar selbst jemanden von der Stadtgarde bezahlt! Habe ich dir noch nie erzählt, oder? Mache ich irgendwann mal, versprochen!

An den Halb-König erinnert, erspähte Ordhan aber kurz darauf ebendiesen, der sich außerhalb des Hauses herumdrückte und versuchte, ins Fenster zu spähen, daher ließ Spitzohr mich wieder los, ignorierte meinen empörten Wortschwall, und schlich nach draußen, um ihn dann ins Haus einzuladen. Wir erklärten ihm kurz, was geschehen war, und auf seinen Wunsch hin (und zum Entsetzen der Anderen) zeigte ich dem Fast-König dann auch die Leiche. Ganz ehrlich? Der Junge wird in ein paar Tagen König sein, also muss er auch mit einem solchen Anblick fertig werden können, finde ich. Er war der gleichen Meinung, wurde aber im Nebenraum dann doch recht blass.

Oh, die Tante ist schon zurück. Wir haben gerade noch etwas anderes besprochen, aber das muss ich wohl nachher aufschreiben.
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 26.11.2019 10:16

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Endlich habe ich wieder ein wenig Zeit für mich - die beiden Frauen schlafen schon, also wird sie der Kerzenschein wohl nicht stören.

Also, wo war ich stehen geblieben... ach ja, ich hatte dem Fast-König die Leiche gezeigt. Danach haben wir uns ein wenig darüber unterhalten, was wir jetzt eigentlich unternehmen wollen, und wir waren uns schnell einig, dass wir diesen Metzel-Kult wahrscheinlich am Ehesten in der überschwemmten Unterstadt finden werden - also genau dort, wo Spitzohr mich nicht hinführen wollte! Ordhan wollte unseren Unterstadt-Erkundungs-Eifer auch diesmal noch ein wenig bremsen, indem er lahm darauf hinwies, dass wir ja kein Boot hätten, aber da schaltete sich der Halbkönig ein und wies darauf hin, dass er ein Boot hätte (was von einem König ja auch irgendwie zu erwarten wäre, dass er sich ein Boot besorgen kann?).

Daraufhin verlagerte sich die Diskussion darauf, ob wir den Fast-König mitnehmen sollten auf diese Reise. Spitzohr hatte doch tatsächlich die Idee, dass man den Halb-König Albernias wie ein kleines Kind behandeln und einfach zurücklassen könnte, obwohl er sehr lautstark darauf hinwies, dass er bei der Sache dabeisein wollte. Ich argumentierte dagegen, schließlich ist es doch begrüßenswert, wenn ein Herrscher die Dinge mal selbst in die Hand nehmen will! Schließlich einigten wir uns darauf, erst mal bei dem alten Graustein im Efferd-Tempel vorbeizuschauen und ihn um Rat zu fragen, aber das löste nur den nächsten Streit aus, da die anderen, speziell Spitzohr, der Meinung war, dass man den Alten auf jeden Fall nicht aus dem Bett werfen dürfe, da es hier ja schließlich nur um Leben und Tod einer Hochgeweihten und um die Sicherheit der ganzen Stadt ginge... also, das sagte er natürlich nicht, aber ich habe das Gefühl, dass er die Dringlichkeit der Situation nicht vollständig erfasst hat. Die anderen waren auch keine große Hilfe, wobei Ring immerhin die Rettung der Hochgeweihten auch als dringend ansieht - aber nicht als dringend genug, um nicht noch mal eine gute Nachtruhe vorher zu genießen...

Wie auch immer, während wir noch am Diskutieren waren, kam die Tante mit zwei Gardisten zurück, die auch noch mal die Leiche begutachteten (ist es eigentlich respektlos und vielleicht sogar Boron-ungefällig, wenn so viele Leute eine Leiche begaffen?) und beizutragen wussten, dass sie diesen Mann schon einmal gesehen hätten - zumindest erzählte uns Ordhan dies, da er seiner Tante entgegen ging und sie in den Nebenraum begleitete; die Gardisten wurden von der Tante dabei einen anderen Weg geführt, sodass sie uns nicht zu Gesicht bekamen - sie wollte wohl ihren Ruf wahren, oder so?

Jedenfalls gesellte sich die nette Tante kurz nach Ordhan wieder zu uns, und bemerkte auch sofort den Halb-König, obwohl der sich hinter Turmschild zu verstecken versuchte. Ihre Frage, wer das denn sei, wurde von mir erschöpfend mit "Der ist komplett unwichtig." beantwortet, was sie offensichtlich nicht zufrieden stellte, da sie darauf hinwies, dass sie selbst entscheiden würde, wer in ihrem Haus wichtig ist und wer nicht. Das war ein gutes Argument, also wies ich auch sie darauf hin, dass der Junge auf jeden Fall nicht der König Albernias sei, woraufhin sie wie schon so viele vor ihr nur kurz schwieg und das Thema wechselte. Offensichtlich kann ich sehr überzeugend sein, wenn ich es sein muss - und es war noch nicht einmal gelogen! (Weil der Kleine erst in ein paar Tagen König sein wird, du weißt schon...)

Das neue Thema war dann aber eine sogenannte Sternenkarte, die Ordhan anscheinend in der Fischerhütte eingesteckt hatte. Ich schaute mir das Ding mal an, fand das Ganze aber nicht sehr beeindruckend - anscheinend reicht es für eine "Sternenkarte", einfach nur die Sterne vom Himmel abzumalen und nach Lust und Laune mit ein paar Strichen zu verbinden, die am Himmel nicht zu sehen sind. Das könnte sogar ich!

Die anderen aber waren ganz aufgeregt, als der Nichtkönig beizutragen wusste, dass die auf der "Sternenkarte" markierte Formation ab morgen nacht drei Tage lang am Himmel stehen würde (frag mich nicht, woher er das weiß, anscheinend verbringt er zuhause viel Zeit damit, nachts die Sterne anzuschauen?). Spitzohr äußerte die Befürchtung, dass dies also ein Kultsternbild für ein Kultritual sei, das wir verhindern müssten.
Ich war zuerst beruhigt und meinte, dass wir dann ja noch genug Zeit hätten, um die Geweihte zu finden... aber gerade, als mir der Gedanke kam, dass die Kultisten die Geweihte vielleicht nicht am Stück benötigen, erkundigte sich die neugierige Tante, von welcher Geweihten wir hier reden, also mussten wir auch noch mal ihr die ganze Geschichte erklären - besser gesagt, Phylinna erklärte es. Daraufhin begann dann plötzlich die Tante von einem Kampf gegen einen Seeschlangen-Kult zu erzählen, der sich vor langer Zeit mal hier in Havena breitgemacht hatte. Es klang ein wenig danach, als wäre sie in die Ereignisse verwickelt gewesen? Dabei sah sie gar nicht so alt aus.

Kurz darauf schneite dann auch noch ein Bote herein, der der Tante mitteilte, dass der von ihr beauftragte Alchimist die gefundenen Phiolen untersucht und zwei davon als "Wasserwahn" identifiziert hätte, woraufhin sie etwas bleich wurde, während ich darüber nachgrübelte, wann hier jemand ihr irgendwelche Phiolen überlassen hatte - muss wohl an mir vorbeigegangen sein? Jedenfalls beeindruckend schnell, dieser Alchimist - der bei mir zuhause braucht für einfachste Sachen immer mindestens ein paar Tage.

Wie auch immer, die Tante ließ die Leiche des Thorwalers dann noch "entsorgen" (meine Idee einer Feuerbestattung, wie es bei den Thorwalern üblich ist, wurde von den anderen abgelehnt - selbst Turmschild war keine große Hilfe, da sie während der Diskussion gerade Liegestütze machte).

Ich muss mal kurz für kleine Eidechsen, bin gleich wieder da.
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 26.11.2019 13:23

Elaria Bosvani hat geschrieben: So, Regenbogen erzeugt, kann weitergehen.

Was hatte ich noch nicht erwähnt? Ich glaube, die Sache mit den Neckern war das Einzige.

Also, wir haben vorhin zusammen mit der Tante noch ein wenig über unseren geplanten Ausflug in die Unterstadt gesprochen, und da kam auch die Idee auf, dass wir vielleicht Wasseratem-Elixiere brauchen könnten (solche gibt es?! Warum hat mir Fischkopf noch nie davon erzählt? Die wären ja super-praktisch für Expeditionen in versunkene Städte!). Mir ist dabei eingefallen, dass es hier in Havena doch so laufende Fischwesen gibt, ich glaube Spitzohr hatte mal etwas davon erzählt? Und gleichzeitig fiel mir diese Geschichte ein, dass man unter Wasser atmen kann, wenn man solche Fischwesen küsst, also schlug ich vor, dass wir uns doch einfach solche Necker (ich hatte den Begriff vergessen, aber die Tante nannte ihn mir) schnappen und knutschen könnten, wenn wir tauchen gehen wollen. Aus irgendeinem Grunde fanden die anderen inklusive der Tante den Vorschlag sehr witzig und lachten ausführlich, ohne mich darüber aufzuklären, was daran jetzt so lustig war? Wenigstens die Tante erklärte mir kurz darauf etwas davon, dass man die Necker nicht einfach so knutschen könnte, und dass sie, wenn sie es doch machen würden, die Menschen in ihre Unterwasser-Welten entführen würden - oder so. Jedenfalls war mein Vorschlag, wie so oft, also abgelehnt.

Danach ging es daran, die Übernachtungsmöglichkeiten zu klären, weil die anderen meinen Vorschlag, bereits heute nacht in die Unterstadt aufzubrechen, schlichtweg ablehnten - so nach dem Motto: Lieber ausgeruht am hellichten Tag eine auseinandergeschnipselte Hochgeweihte finden, als übermüdet und mitten in der Nacht eine lebende Hochgeweihte retten. Tja, mein Protest wurde wieder mal ignoriert, und alleine kann ich so eine Sache ja auch nicht durchführen (vor allem nicht ohne Turmschild als Bolzenfänger), also marschierten wir eben in die zwei Zimmer, die Tante uns zur Verfügung stellte; die anderen entschieden, streng nach Geschlechtern zu trennen, und nahmen mir damit die Möglichkeit, in Zukunft behaupten zu können, mit dem "König Albernias eine Nacht verbracht zu haben". Also, ich könnte es natürlich trotzdem behaupten, aber es wäre ja gelogen, und das mache ich nur, wenn es nötig ist.

So, jetzt ist aber wirklich Ende für heute. Morgen werden wir dann in die Unterstadt gehen und schauen, was wir so finden. Ich darf nicht vergessen, meine Stiefel morgen gut zu schnüren, könnte ja sein, dass ich morgen mit Höchstgeschwindigkeit Reißaus nehmen muss.

Gute Nacht und schlaf gut, liebes Reisetagebuch!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 26.11.2019 17:42

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Wir haben schon wieder eine Leiche gefunden! Diesmal allerdings ist es ein Fischknutscher (genauer: Efferd-Geweihter), der bei einer Frau im Hinterzimmer in einer Kiste herumlag. Aber ich verrrate ja schon wieder alles!

Der Morgen hatte eigentlich gut und absolut ohne Verwesungsgestank angefangen, wir sind recht früh zum Efferd-Tempel aufgebrochen und haben uns dort erkundigt, ob der Herr Graustein schon ausgeschlafen genug ist, um sich um einen Seeschlangenanbeter-Mörderkult zu kümmern - also, ganz so drastisch habe ich es nicht ausgedrückt, aber ich befürchtete, dass sie uns wieder wegschicken würden, weil der Alte noch seinen Schönheitsschlaf braucht, deswegen war ich auch nicht allzu dezent (kennst mich ja!). Tatsächlich wurden wir auch direkt zum Graustein geführt, konnten ihm von unseren Erkenntnissen berichten, und er erklärte sich sogar dazu bereit, seine gute Freundin Leta (Spitzohr meinte, dass das eine Schildkröte ist, aber das war wohl ein Scherz, denn wer redet denn schon mit Schildkröten?!) zu fragen, wo genau sich dieser Kult in der Unterstadt herumtreibt - so dass wir dann nicht alles durchsuchen müssen. Schade, denn ich hatte mich schon darauf gefreut, mal im sagenumwobenen Turm der Nahema herumzustöbern! Da ich das auch so sagte, konnte ich wieder dieses gewisse, nervöse Zucken bei Ordhan beobachten. Er macht sich echt zu viel Sorgen, der Gute!

Wie auch immer, da Schildkröten offensichtlich keine Blitzkommunikatoren sind, sollten wir in ein paar Stunden wieder vorbeischauen (wie schon mehrmals angemerkt hatten wir es ja auch gar nicht eilig oder so), daher wollte Spitzohr noch eine weitere Spur verfolgen: Er hatte da einen Brief in der Fischerhütte gefunden, der von jemandem mit einem wichtigen Namen verfasst worden war. Wichtig in dem Sinne, dass die entsprechende Familie ein großes Handelskontor in der Stadt besitzt (Rüdenach heißen sie, habe den Namen gerade in meinen Notizen gefunden!).

Da wir nichts Besseres zu tun hatten, sind wir also dorthin marschiert. Es war einiges los, Arbeiter schleppten Sachen herum oder, naja, arbeiteten irgendetwas. Ordhan wollte sich ein wenig ungesehen umsehen, also bot ich ihm an, die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, während er herumschleicht. Und nein, ich weiß, was du jetzt denkst, ich habe mich nicht mitten in das Kontor gestellt und ausgezogen! Hätte vermutlich auch niemanden so richtig interessiert. Nein, ich habe mich zur Kontorleiterin (oder stellvertretende Leiterin war sie glaube ich) durchgefragt und sie in ein Gespräch verwickelt, in dem ich "offenbarte", dass ich eine große Expedition in die Tulamidenlande plane (auf den Spuren Bastrabuns!), und daher einiges an Material und Leuten verschiffen müsste. Sie war natürlich sofort begeistert, aber als ich sie bat, doch mal alle ihre Leute, die gerade hier im Kontor arbeiten, zusammenzurufen, damit ich sie begutachten kann, wurde sie misstrauisch.
Esindio und Phylinna versuchten mich zu unterstützen, als ich mit meinen Argumenten nicht weiterkam, aber die Frau war wirklich stur. Stattdessen wollte sie wissen, wer die Beiden eigentlich sind, also stellte ich sie als meine "Berater" vor (bezüglich Phylinna behauptete ich, sie sei meine "Beraterin in Liebesdingen").

Wir diskutierten noch ein wenig weiter, aber irgendwann wurde mir dieser leicht penetrante Verwesungsgeruch, der in der Luft lag, zu aufdringlich, und ich fragte die Frau genervt, wo denn dieser Gestank herkommt, ob sie etwa auch eine Leiche irgendwo hier im Keller hätte? Sie wurde plötzlich sehr aufgeregt und stotterte herum, dass das aus dem Hinterzimmer komme, in das sie nicht hineindürfe, sondern nur ihr Sohn mit ein paar Freunden, und nachdem dies nach der Sache mit der Fischerhütte schon das zweite Mal war, dass ich so eine Geschichte hörte, sprang ich sofort auf und stürmte in das erwähnte Hinterzimmer. Auf der anderen Seite öffnete im gleichen Moment Spitzohr die Hintertür, sodass wir uns nur kurz anschauten und mit einem Nicken beschlossen, dem hier sehr starken Geruch nachzugehen.

Wir fanden kurz darauf die Leiche eines Efferd-Geweihten in einer Kiste. Auch er war aufgeschnipselt, also gingen wir davon aus, dass auch ihm das Herz fehlt (und nicht einmal ich würde behaupten, dass Efferd-Geweihte von Natur aus herzlos wären!).

Klimperer und Spitzohr schafften die Kiste daraufhin rasch und so unauffällig wie es eben möglich ist, wenn man eine stinkende Kiste durch die Stadt schleppt, in den Efferd-Tempel.

Phylinna und ich hatten derweil eine andere Idee: Wir hätten uns gerne noch ein wenig mit der Kontorvizeleiterin unterhalten, aber die hatte sich schon verdünnisiert, also nahmen wir die Spur auf. Außerhalb des Kontors konnte uns ein kleines Mädchen sagen, in welche Richtung die Frau gerannt war, und dass sie wüsste, dass in der Richtung eine Fischerhütte sei, die irgendetwas mit dem Kontor zu tun hätte.

Als wir dort ankamen, hielt mich Ring aber zurück (und sie kann sehr gut jemanden zurückhalten, wie ich ja schon anmerkte) und meinte, dass wir lieber auf Verstärkung warten sollten, sie hätte das Mädchen zum Efferd-Tempel geschickt während ich schon am Rennen war.

Und so warten wir hier jetzt also darauf, dass die anderen eintreffen, damit wir dem Fischer ein paar mehr Fragen stellen und hoffentlich auch die Kontorleiterin-Vize näher in Augenschein nehmen können.
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 28.11.2019 15:56

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Wir waren erfolgreich! Und es hat sogar nur eine Frau den Kopf verloren! (Oje, mein Humor ist immer noch ziemlich dunkel... ich brauche eine Pause!)

Aber der Reihe nach. Ring und ich saßen also herum und warteten auf die anderen, als plötzlich Turmschild an uns vorbeisprintete und einfach die Tür der Fischerhütte einrannte! Der dauerüberraschte Fischer hat natürlich ein entsprechend perplexes Gesicht gezogen, und wäre die Lage nicht so ernst gewesen, hätte ich bestimmt erst mal eine Runde vor Lachen in der Ecke gelegen. So aber habe ich dem armen Kerl versichert, dass wir ihm die Tür ersetzen werden, und konnte ihm dann auch noch aus der Nase ziehen, dass die Vizekontorleiterin kurz hier gewesen wäre, aber dann rasch weiter in die Unterstadt gereist wäre (das hat sie ihm gesagt? Steckt der Fischer nun doch mit drin, oder was? Na, egal, nicht unsere Sache, wir wollen nur die Geweihte wiederhaben. Also, nicht dass wir sie je schon mal gehabt hätten - aber du weißt, was ich meine!).

Nach diesem kurzen Ausflug sind wir also wieder Richtung Tempel aufgebrochen (Turmschild hat dem Fischer sogar wieder so gut es ging die aus den Angeln geflogene Tür in den Rahmen gestellt - er schien auch damit aber nicht allzu glücklich zu sein...). Den Fischer haben wir übrigens zu seinem eigenen Schutz mit in den Tempel genommen und bei den Geweihten dort abgeliefert - was wohl mit dem passiert ist?

Egal, zurück im Tempel haben wir auch noch den Graustein gebeten, auf den Halb-König aufzupassen - der deswegen noch nicht mal gemault hat, anscheinend hat er ordentlich Respekt vor dem Alten? Jedenfalls hätten wir dann auch schon aufbrechen können, aber wir wollten uns für diese Aktion noch etwas göttlichen Beistand holen, deswegen marschierten Ring und ich direkt zum Rondra-Tempel der Stadt, wo uns nach kurzer Diskussion ein äußerst gut aussehender, aber noch ziemlich junger und unerfahrener Akoluth zur Seite gestellt wurde (angeblich konnten sie niemanden anders entbehren - pah, ich sah genau diese alte Veteranin im Hintergrund ihr Schwert schleifen!). Nun, wir nahmen, was wir kriegen konnten, und marschierten mit Luthi also wieder zurück zum Efferd-Tempel (wo Spitzohr und Klimperer derweil gebetet hatten - bin mir gerade nicht sicher, was Turmschild zur gleichen Zeit machte, sie scheint mir nicht so die Frau zu sein, die viel betet; vielleicht hat sie sich ein paar kleine Mittelländer gesucht, um Weitwurd zu üben?).

Kurz darauf saßen wir jedenfalls alle im Boot, und ließen uns vom Turmschild durch den Nebel paddeln. Ich hielt mich während der Fahrt an Luthi fest... und ja, ich bekam schon etwas Angst, als ich mir so vorstellte, was jetzt wohl gleich passieren würde - immerhin steuerten wir auf eine Konfrontation mit einem Haufen mordlüsterner Kultisten zu! Irgendwann flüsterte ich Ordhan aufgeregt zu, dass ich nicht in der Lage bin, auf Menschen zu schießen, aber das schien ihn kalt zu lassen - vielleicht hat er es auch (trotz Spitzohren!) nicht gehört?

Da hieß es dann auch schon "Aussteigen und schleichen", also schwang ich mich zitternd aus dem Boot, und natürlich mitten rein in eine Pfütze im matschigen Boden. Zum Glück war es noch ein kleiner Fußmarsch bis zum Ritualplatz, also hatte es wohl niemand gehört, aber mein Stiefel war trotzdem voller Wasser.

Kurze Zeit später konnten wir auch schon mehrstimmiges, monotones Intonieren hören - was Kultisten halt so machen, wenn sie im Begriff sind, einen Menschen zu opfern. Wir fächerten uns im Anschleichen etwas auf - unabgesprochen, aber uns war wohl allen klar, dass wir gegenüber dieser Übermacht den Überraschungseffekt nutzen müssen würden. Ring und Klimperer (interessante Idee übrigens: Wenn die in Zukunft etwas miteinander anfangen, könnte ich sie "Ring-Klimperer" nennen - hat was, oder?) suchten sich im Anschleichen allerdings zielgerichtet den einzigen trockenen Ast der gesamten Insel, um dann gemeinsam und mit Nachdruck draufzutreten und sich nach dem lauten Knacken dann mit großen Augen gegenseitig anzuschauen, während einige Kultistenstimmen mit dem Intonieren aufhörten. Spitzfinger schwenkte daraufhin noch weiter nach links, während Turmschild, die für ihre Größe und Massigkeit erstaunlich gut schleichen konnte, nach rechts schwenkte. Ich versuchte mich dummerweise etwas näher an den beiden Knacksern vorbeizumogeln, übersah dabei aber ein weiteres Wasserloch, sodass ich kurz darauf nicht nur auch noch Wasser im zweiten Stiefel hatte, sondern auch noch selbst einen Haufen Lärm gemacht hatte, woraufhin acht Kultisten jetzt erst recht in unsere Richtung marschierten und kurz darauf aus dem Nebel auftauchten.

Aber keine Angst, im Angesicht des Todes werde ich immer besonders erfinderisch, du kennst mich doch! Und mit "erfinderisch" meine ich natürlich, dass ich anfange, wie wild irgendwelchen Blödsinn zu erzählen, um mich aus der Situation herauszureden.

Zuerst fragte ich die Kultisten freundlich interessiert: "Entschuldigung, ist das hier das geheime Ritual zur Opferung der Rahja-Geweihten?" Die verblüfft-misstrauischen Kultisten bejahten dies, also fing ich an, ihnen zu erzählen, dass ich die Berechnungen der Sternenkarte überprüft hätte, und ein paar Fehler gefunden hätte, die dazu führen würden, dass die richtige Konstellation erst in ein paar Wochen am Himmel stände - sie würden also, wenn sie die Geweihte heute schon aufschlitzen, eine gute Rahja-Geweihte vollkommen verschwenden!
Anscheinend war ich überzeugend genug, sodass die Kultisten wirklich erst einmal verunsichert herumstanden, während Ring leise ein paar Worte zu ihrer Göttin sprach und dann selbstsicher lächelnd an den Kultisten vorbeimarschierte, die sie vollkommen ignorierten (eine Rahja-Geweihte hatten sie schließlich schon?). Gleichzeitig fing Klimperer mal wieder an, naja, zu klimpern; sein übliches "Wir haben uns ja alle lieb"-Lied schien auch auf die Kultisten den erwünschten Effekt zu haben, wurden sie doch deutlich ruhiger und hörten sich interessiert an, was ich ihnen erzählte.

Luthi stand übrigens die ganze Zeit in meiner Nähe und sah so aus, als würde er sich ein wenig fehl am Platze fühlen. Aber hey, hätte ja auch sein können, dass meine große Klappe den gewünschten Effekt verfehlen würde, und dann wäre es gut gewesen, jemanden zu haben, den ich den Metzel-Kultisten hätte entgegenschieben können! Im schlimmsten Fall hätte er mir zumindest genug Vorsprung verschaffte, denke ich.

Kurz darauf hörte ich dann von weiter hinten einen Wut- und einen Schmerzenschrei (nicht von der gleichen Person, aber beide weiblich), und wenig später schleppte Turmschild dann so ein lebloses Thorwaler-Ungetüm an - wohl die, die sie die ganze Zeit gesucht hatte (die meinte ich oben mit kopflos - obwohl es nicht ganz stimmt, Turmschild wollte offenbar nicht nur den Kopf mitnehmen - die Sache war für sie wohl sehr persönlich?). Da damit das Ritual zuende war, lud ich die verwirrten Kultisten höflich, aber bestimmt dazu ein, uns doch zur Stadtgarde zu folgen - dabei deutete ich auch auf Luthi, der in der Nähe bereitstand, und dies, zusammen mit dem Klimper-Lied, schien sie zu überzeugen, jedenfalls ließen sie sich einfach mitführen. Ring führte aus dem Hintergrund auch noch mit festem Griff ein paar weitere Kultisten heran, die ursprünglich bei der Ritualleiterin geblieben waren.

Auf dem Weg schloss sich uns auch Spitzfinger wieder an, der die Rahja-Hochgeweihte über der Schulter trug (wenn ich mich nicht täusche, lag seine Hand dabei auf ihrem Hintern, oder?). Seiner Schilderung zufolge hatte er sich an den Opferpfahl herangeschlichen, ihre Ketten gelöst und sie davon getragen, ohne dass die Kultisten auch nur irgendetwas bemerkt hätten.

Zumg Glück hatten die Kultisten auch ein paar Boote dabei, sodass wir alle gemeinsam wieder zurückfahren konnten. Die Kultisten lieferten wir bei der Stadtgarde ab, die Geweihte im Rahja-Tempel, Luthi in seinem Rondra-Tempel (er wurde so süß rot, als Ring und ich uns bei ihm überschwänglich bedankten - wahrscheinlich eher wegen Ring, aber hey, sah trotzdem süß aus!).

Natürlich holten wir uns dann auch noch die versprochene Belohnung bei der Tante des Halb-Königs ab (nicht bei der Tante vom Spitzfinger, die will ja sogar noch Geld dafür haben, dass wir es uns erdreistet haben, ihre Stadt zu retten!), und erzählten natürlich auch dem alten Graustein (nachdem er sein Mittagsschläfchen beendet hatte) von den Ereignissen.

Turmschild ist bereits Richtung Heimat aufgebrochen, sie wollte wohl die Leiche nicht quer durch die Stadt tragen? Wir haben ihr eine gute Reise gewünscht, und sie hat mir versichert, auf dem Weg kein Haus anzuzünden.

Die Kontor-Vize-Leiterin war übrigens nicht unter den Kultisten, und auch ob ihr Sohn dabei war, haben wir nicht herausgefunden. Egal, soll sich jemand anders drum kümmern - Spitzfinger-Tante zum Beispiel, wenn sie doch angeblich von allem weiß, was in "ihrer" Stadt so vor sich geht!

Ich habe es jedenfalls eilig, aus dieser seltsamen Stadt herauszukommen. Weißt du, diese Tulamidenlande-Expedition, die ich mir da im Kontor ausgedacht hatte? Ich glaube, das mache ich wirklich. Natürlich nicht in dem Umfang - dazu habe ich im Moment schlicht nicht das Gold. Aber mal dorthin reisen wollte ich schon immer mal, und Gerüchten zufolge sind die Leute dort auch alle viel kleiner als hier, sodass ich dort vielleicht nicht immer die Kleinste bin! Ganz davon abgesehen soll es da viel alte Kultur (lies: viele alte Schätze, die darauf warten, gefunden zu werden) geben!

So, das soll es aber mal gewesen sein für heute, ich gehe jetzt baden, hier in diesem gehobenen Hotel, in das ich mich eingemietet habe, während Ordhan mal wieder zu seiner Tante aufgebrochen ist, um "etwas zu klären". Klimperer spielt im Nebenzimmer sein Instrument, und draußen marschiert gerade Phylinna lachend mit einem Rahja-Geweihten über den Platz, während über den nebelverhangenen Häusern ein Regenbogen scheint.

Hach, TSA, das Leben kann so schön sein!
OOC: Ach wie gut dass niemand weiß, was passierte, als Ordhan versuchte, sich im Hinterzimmerbereich des Kontors zu verstecken, während Elaria mit der Leiterin diskutierte:
Ordhan versucht sich zu verbergen.png
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 09.12.2019 21:00

Überleitung zum nächsten Abenteuer - nicht mehr Teil von "Nebelschwaden", aber ich wollte keinen neuen thread dafür eröffnen.
Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Wir sind wieder unterwegs, auf einem Schiff Richtung Grangor! So ein kauziger Kapitän hat sich von mir bequatschen lassen, uns mitzunehmen. Ja, es ist auf einem Frachtschiff etwas unbequemer, aber dafür war es günstig! Und da mir langsam das Gold ausgeht... ach, ich hoffe, ich kann in Methumis ein paar Dinge an die Universität loschlagen.

Jedenfalls sollte ich rasch noch erzählen, wer mich jetzt überhaupt begleitet, denn das hat sich vor der Abfahrt noch etwas verändert! Klimperer wollte anscheinend nicht weiter in den Süden, oder vielleicht hat ihm der Dreier mit Fischflosse und der Käsefrau einfach nicht gut gefallen? Jedenfalls kam Spitzohr von dem vereinbarten Treffen auf dem Hurenschiff alleine zurück, und meinte, dass Esindio ihm aufgetragen hätte, uns "Lebewohl" zu sagen.

Derweil entspannten Phylinna und ich uns im Rahjatempel - dieses warme Bad dort ist einfach herrlich! Genau das, was man braucht, wenn man gerade einen Herzrausschnippelkult an die Stadtgarde übergeben hat. Zudem ist es mir gelungen, Phylinna davon zu überzeugen, dass sie sich auch unbedingt mal die Tulamidenlande anschauen muss! Ich weiß gar nicht mehr so richtig, was ich ihr erzählt habe - alte Kultur und so wahrscheinlich, und außerdem beten die auch zu Rahja, soweit ich weiß. Jedenfalls war sie nach unserem Gespräch sofort Feuer und Flamme und wollte lieber heute als morgen aufbrechen!

So schnell ging es dann natürlich nicht, weil ich erst einen Kapitän finden musste, der meine Gruppe günstig in den Süden schippert. Glücklicherweise konnte die Neue... oh, vielleicht sollte ich erst mal erzählen, wie ich sie kennengelernt habe? Wäre wohl sinnvoll.

Also, abends marschierten Phylinna und ich Arm in Arm in die Pension (ich glaube, ich hatte ein paar Wein getrunken, und war nicht mehr so trittsicher? Jedenfalls habe ich mich an ihr dranhängend absolut sicher und beschützt gefühlt; angenehm! Und unerwartet, bei einer Rahja-Geweihten, da rechnet man ja eher mit anderen Gefühlen?), und da saß schon Fischohr mit zwei weiteren Gestalten, so ein seltsamer Kerl mit Magierhut, und eine schwergerüstete Tulamidin, die er für unsere Expedition angeworben hätte. Ach, habe ich schon erwähnt, dass Fischflosse jetzt Efferd-Akoluth werden will? Er meint, dass er sich Efferd nahe fühlt, und ihm daher dienen will. Ich hingegen glaube eher, dass er Mittel und Wege finden will, den permanenten Fischgeruch loszuwerden!

Oh, jetzt schauen die anderen irritiert, weil ich so laut gelacht habe.

Jedenfalls hat Ordhan daraufhin versucht, mir die beiden vorzustellen, aber ich war vom Wein so gut gelaunt, dass ich ihn sofort unterbrochen habe und den offensichtlichen Magier - den Ordhan mit "Ruadh" vorstellte - gleich mal fragte, ob er hier in der Stadt nicht verboten ist?
Die anderen schauten etwas verdattert, aber der Magier erklärte mir daraufhin sehr freundlich und höflich, dass er selbst nicht verboten wäre, sondern dass er nur in der Stadt keine Magie ausüben dürfe. Unter dem Einfluss des Weins sah ich den Unterschied nicht so richtig, und als Fischohr mir dann noch einreden wollte, dass ich so einen "gelehrten Herr" (also den Magier) respektvoll behandeln müsste, erklärte ich ihm kurzangebunden, dass jeder, der sich von mir bezahlen lassen will, mit meinen Manieren zurechtkommen muss. Ich gebe doch nicht jemandem mein harterarbeitetes Gold und krieche dann auch noch im Staub vor ihm! Dem Magier schien das einzuleuchten, er hat sich jedenfalls nicht beschwert. Hach, TSA, manchmal ist es so schön, ein wenig rebellisch sein zu können!

Wie auch immer, ich fragte ihn dann, was er denn so zaubern könnte, und er erzählte etwas davon, dass er Sachen bewegen könnte. Ich war natürlich erst einmal überhaupt nicht beeindruckt - Sachen bewegen kann ich auch! - aber als er mir dann erklärte, dass er das auf die Entfernung könne, leuchtete mir der Nutzen schon eher ein. Wie oft hatte ich mir gewünscht, doch mal an etwas drankommen zu können, was irgendwo an oder unter der Decke hängt! Klar, ich bin dann jeweils hingeklettert, aber mit so einem Magier wäre so eine Sache ja wesentlich einfacher! Außerdem hat er auch noch etwas von anderen Tricks erzählt, die er so auf Lager hat, aber die habe ich schon wieder vergessen. Ich weiß auch gar nicht mehr, ob er denn jetzt Feuer oder zumindest Licht machen kann? Wie auch immer, ich knallte ihm überschwänglich einen Dukaten auf den Tisch, erklärte ihm, dass er angeheuert ist, und wendete mich der Tulamidin zu.

Die Frau war sehr freundlich zu mir, grüßte mit Phex, stellte sich als Riftah mit ein paar anderen Namen hintendran vor, und antwortete auf meine Vermutung, dass sie eine schwerbewaffnete Phex-Geweihte wäre, nur lachend, dass sie eine einfache Händlerin ist, die selbst für ihren Schutz sorgt.

Moment, das ist mir vorher gar nicht aufgefallen (Wein und so) - Phex-Geweihte sagen gar nicht unbedingt, dass sie Geweihte sind, oder? A-Ha! Ich habe sie durchschaut! Dann werde ich sie ab jetzt "Schatten" nennen (weil "Geheime Phexgeweihte in Tarnung einer Händlerin aus den Tulamidenlanden" einfach viel zu kompliziert zu schreiben ist - und ich liebe doch meine Spitznamen! Ich wüsste ja zu gerne mal, welchen Spitznamen die anderen mir so verpassen, wenn sie über mich reden? Plappermäulchen vielleicht? Immerhin habe ich immer eine ziemlich große Klappe! Und bin stolz drauf!).

Auf jeden Fall überzeugte sie mich rasch, dass sie als Ortskundige (sie stammt aus Rashdul - sagte sie zumindest... hmm) mit vielen Verbindungen uns sehr nützlich sein könnte, und so knallte ich ihr ebenfalls einen Dukaten auf den Tisch und verkündete, dass sie angeheurt sei.
Bevor ich mich dann wieder an Ring lehnen konnte, meinte Schatten dann aber noch, dass sie mir ebenfalls ein Angebot machen könnte - was mich erst mal total verwirrte: Sie war doch jetzt meine Angestellte, da konnte sie doch nicht gleichzeitig mich anheuern? Soetwas geht doch nicht, das wäre ja so, als wenn der Bauer gleichzeitig der König wäre - wenn du mir folgen kannst?

Sie stellte aber rasch klar, dass sie nur eine Einladung überbringen würde, vom Sultan/Scheich/König/Herrscher von Rashdul - oder so ähnlich, ich habe es nicht ganz mitbekommen. Der würde jedenfalls einige Leute suchen, die eine schwierige Aufgabe übernehmen können.
Dass er diese Leute in Havena, also am anderen Ende des Kontinents sucht, macht mich ein wenig misstrauisch - aber hey, die versprochene Belohnung ist gut, und außerdem wollten wir sowieso nach Rashdul, da können wir uns ja zumindest anhören, was er zu sagen hat!

Schatten erklärte dann auch noch, dass sie gehört hätte, dass wir schwierige Aufträge übernehmen und lösen würden, weswegen sie ausgerechnet uns dieses Angebot gemacht hätte! Ich war natürlich sowas von stolz, als sie das gesagt hat, aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke, kommen mir doch Zweifel; es hörte sich schließlich so an, als würde sie auf die Sache mit den Kultisten anspielen, aber die war doch erst gerade gestern? Sicherlich haben die in Rashdul noch nicht davon gehört, geschweige denn Zeit gehabt, eine Botin hier hin zu schicken? Und selbst wenn sie schon in der Stadt war - warum noch mal genau sucht sie ausgerechnet in Havena nach Leuten, die schwierige Probleme lösen können? Vielleicht sucht sie ja nach Nicht-Tulamiden, Außenseitern, die eine andere Kultur haben, und wohl einen anderen Blick auf die Dinge werfen werden. Aber trotzdem ist Havena doch immer noch ein ganzes Stück weit weg?
Zudem, wie hat sie von der Kultisten-Sache erfahren? Sie muss hier in der Stadt auch schon Kontakte haben; passt dazu, dass sie eine verkappte Geweihte ist!

Wie auch immer, wenn die Sache faul riecht, können wir ja immer noch Reißaus nehmen - auf Elaria-Art, natürlich: Freundlich nicken, begeistert den Auftrag übernehmen, und dann im passenden Augenblick sich mit Höchstgeschwindigkeit aus der Gefahrenzone entfernen.

Ach, fast vergessen: Während dem Gespräch mit dem Magier kamen Fischflosse und ich auch kurz darauf zu sprechen, dass er ja für mich arbeitet. Ich fragte ihn, wieviel ich ihm eigentlich bezahle (Ring wieder fassungslos: "Du weißt nicht, wieviel du ihm zahlst?!"), woraufhin er antwortete, dass er bisher davon ausgegangen ist, für eine Gewinnbeteiligung zu arbeiten, dass ich ihm aber auch gerne ein paar Silber zusätzlich geben könnte.
Da mir das Konzept der Gewinnbeteiligung deutlich besser in den Kram passt, lehnte ich höflich ab, und bot dem Magier daraufhin auch gleich an, dass er ja auf dieser Basis für mich arbeiten könnte. Er argumentierte jedoch, dass er als hochausgebildeter Spezialist durchaus eine Anzahlung wert ist, was mir natürlich einleuchtete.

Ich muss für den Magier noch einen passenden Spitznamen finden, fällt mir da auf. Er kommt aus Havena, kann man da etwas machen? "Halb-Magier", in Anlehnung an den Halb-König, und als Hinweis darauf, dass er als Magier in einer Stadt wohnt, in der er nicht zaubern darf? Was ja ungefähr ähnlich sinnvoll ist wie ein Rahja-Geweihter, der in einer Boron-Gruft lebt?
Ja, ich denke, das könnte funktionieren. "Halb-Magier". Wobei das ja länger ist als einfach nur "Magier"? Mal sehen, vielleicht fällt mir ja noch etwas Besseres ein.

Ja, und jetzt sind wir also auf diesem Handelsschiff, und die anderen sitzen gerade etwas verdrießlich auf der Ladung herum. Klar, es ist etwas unbequem, aber dafür reicht mein Gold dann hoffentlich auch noch bis Rashdul!

Nächste Station ist aber erst einmal Grangor - diese Stadt muss man einfach mal gesehen haben!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 29.12.2019 12:55

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Ich liege hier jetzt gerade ganz entspannt in einem schön preiswerten Bett in der Herberge Sicherer Hafen, und ich weiß jetzt schon, dass das Glucksen des Wassers in den Kanälen mich eher früher als später in den Schlaf wiegen wird. Vorher muss ich dir aber noch unbedingt vom heutigen, wunderschönen Tag in Grangor erzählen!

Schon die Ankunft gestern abend war sooo erleichternd! Endlich wieder zivilisierte Menschen! Gut, die Grangorier sind jetzt schon etwas seltsam, aber immerhin ist die Stadt nicht voller grölender Grobiane mit Schlagstöcken! Heute morgen bin ich dann sofort in den schönen Tsa-Tempel in Grangor geflitzt und habe dort ein paar entspannende Stunden verbracht, ein wenig am Fassadenbild gearbeitet und super-interessante Gespräche mit ein paar Anwesenden geführt, darunter auch ein Weiser aus Maraskan, der mir einige faszinierende Dinge über seine Heimat erzählt hat! Vielleicht sollte ich dort auch mal vorbeischauen? Zumindest in dem Teil, der nicht komplett mit Dämonenanbetern verseucht ist?

Auf Einladung von Phylinna habe ich danach auch noch im Rahja-Tempel in Grangor vorbeigeschaut. Das Gebäude an sich war schon hübsch, aber irgendwie hat mir die Stimmung im Havener Tempel dann doch besser gefallen?

Der Halbmagier ist den Tag übrigens in die Akademie der Erscheinungen gelatscht, glaube ich zumindest, jedenfalls hat er etwas von "magischen Forschungen" gemurmelt, und da bleibt ja nur die Akademie, oder? Wobei es mich mal interessieren würde, wie er in Havena geforscht hat, wenn er dort doch eigentlich verboten war?

Wie auch immer, Schatten hat sich die Stadt auf eigene Faust angeschaut - ich wette, dass sie den Phex-Tempel in Grangor aufgesucht hat!

Was Fischzunge heute getrieben hat, fragst du? Na was wohl, er ist zum Efferd-Tempel in Grangor gegangen! Ich weiß nicht, ich fühle mich in dem fensterlosen Gebäude immer ein wenig so, als würde ich gleich ertrinken! Nichts für mich - aber vielleicht fühlt Spitzohr sich dort ja heimisch?

Oh, was ich dir auch noch unbedingt erzählen muss: Zusammen mit ein paar Jugendlichen vom Tsa-Tempel habe ich mir vorhin einen Spaß daraus gemacht, die Wachen der Zweililienbrücke und vom Vesselbek-Damm zu foppen! Einer von denen (also, von den Wachen!) nahm mir sogar ab, dass ich eine Geweihte wäre, und hat mich ohne Zoll über die Brücke gehen lassen!

Morgen fahren wir dann aber schon weiter, ab nach Methumis! Die Zeit im Tempel heute hat die Sehnsucht nach meiner Heimatstadt noch verstärkt... und von Methumis ist es dann gar nicht mehr weit bis nach Silas! Wirst schon sehen, liebes Reisetagebuch!

Gute Nacht jetzt aber, ich bin müde!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 29.12.2019 19:17

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Ich bin wieder (einigermaßen) wohlhabend! Die Universität hat mir meine Reiseberichte abgekauft (in Kopie natürlich, die Originale - also dich! - gebe ich doch nicht aus der Hand!), und sie wollten sogar das Feenhemd haben! Aber ich bin mir nicht so sicher, ob ich das wirklich hergeben will, daher habe ich es vorerst behalten.

Ja, wir sind jetzt in Methumis. Wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir sofort weitergefahren, aber ein paar der anderen wollten nach der unbequemen Reise hierher erst mal ein paar Stunden ausspannen. Aber morgen geht es weiter, per Kutsche! Und dann zeige ich ihnen meine Heimatstadt!

Das klingt jetzt zwar wie eine Drohung, aber ich bin einfach nur aufgeregt - endlich werde ich mich mal wieder im Eidechsengarten entspannen können!

Derweil hat sich Fischauge in die St. Gullaran-Halle verzogen, wohl um seine täglichen "Wie ich ein besserer Fischmensch werde"-Übungen durchzuführen. Halbmagier ist gleich an der Herzog-Eolan-Universität geblieben, aber Ring hat mir versichert, dass wir heute kurz vor Dämmerung uns zusammen die Bunte Mauern von Methumis anschauen - das wird bestimmt spektakulär schön!

Schatten ist auch wieder irgendwo in der Stadt verschwunden, bestimmt um ein paar Leute zu bestehlen oder so.
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 30.12.2019 14:50

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Wir sind in Silas angekommen, endlich! Es war zwar schon später Nachmittag, aber ich habe die anderen gleich zuerst zum Eidechsentempel der Tsa geschleift und ihnen den Eidechsengarten gezeigt! Morgen werde ich dort noch viel mehr Zeit verbringen, aber für heute musste ein kurzer Besuch reichen, da wir uns ja noch eine Unterkunft suchen mussten.

Oh, aber ich muss den anderen auch noch die berühmten Silberschmiede zeigen! Und den Tempel der Wahren Schlange! Und den hübschen kleinen Simia-Schrein! Und meine zwergischen Bekannten! Es gibt so viel zu sehen und zu zeigen, ich könnte einen ganzen Mond hier verbringen!

----

Wir sind schon wieder auf der Rückreise, und das nach nur einem Tag! Fischlippe hat sich beschwert, dass es keinen Efferd-Tempel gibt, Schatten quengelte dass die Sache mit ihrem königlichen Sultan so leicht dringend wäre, und Ring war mit dem fehlenden Rahja-Tempel auch nicht einverstanden. Wenigstens Halbmagier war zufrieden, der hätte wohl noch ein paar Wochen im Hesinde-Tempel verbringen können.

Verstehen sie denn nicht? Das ist meine Heimat! Ich liebe hier jede einzelne Straßenecke! Sogar die, wo es ein wenig streng riecht!

Nun, immerhin konnte ich diesen einen Tag im Eidechsengarten verbringen. Ich fühle mich tatsächlich jetzt schon viel, viel besser. Ausgeglichener. Zufriedener. Im Einklang mit der Schöpfung. Bereit für neue Abenteuer?
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 14.01.2020 14:04

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Wir sind in Drôl! Ich könnte quietschen vor Freude! Erinnerst du dich noch, als wir hier vor der großen Expedition in den Dschungel ein paar Tage verbracht haben? Das war eine so schöne Zeit! Und... erinnerst du dich noch an Cankuna?

Ja, ich weiß, dass viele Teilnehmer der Expedition nicht mehr zurückgekommen sind, ist jetzt keine so schöne Erinnerung, aber TSA wird sich bestimmt gut um sie kümmern!

Außerdem geht es diesmal ja gar nicht in den Dschungel, sondern nur über den Knüppeldamm von Drôl nach Port Corrad nach Port Corrad.

Aber das ist morgen. Heute gehen wir die Pyramide mit den Hängende Gärten von Drôl anschauen! Herumtreiber sind da zwar nicht gerne gesehen, aber ein wenig Silber in den Händen der Wachen sollte uns Herzen und Türen öffnen.

Und weißt du was? Ich kaufe Ring einfach ein wenig hübsche Seidenspitze! An ihr sieht das bestimmt viel besser aus als an mir, und sie wird es sich bestimmt auch nicht sofort beim nächsten Ausflug in die Wildnis ruinieren. Außerdem war ich das letzte Mal hier in Drôl die Beschenkte, also kann ich ja jetzt die Schenkerin sein! Kann ich ja gleich nachher machen, nachdem ich sie in den Tempel gebracht habe.

Fischohr ist übrigens schon im großen Tempel am Hafen verschwunden, den muss ich nachher dort noch herauszerren, um ihm die Gärten zu zeigen.

Schatten ist auch schon verschwunden, sie wollte "mal auf den Markt". Aha, naja. Gab es hier nicht auch einen großen Phextempel? Egal, ich muss jetzt Phylinna den hübschen kleinen Tempel zeigen!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 14.01.2020 14:25

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Wir sind gerade in Port Corrad angekommen! Ich habe uns auch schon ein Schiff klargemacht, denn in diesem dreckigen Nest will ich nicht länger bleiben. Leider werden wir dann doch wohl ein paar Tage im Hotel Goldene Bucht verbringen müssen, der Kapitän meinte, dass er eine "wichtige Ladung" erwartet.

Nun, wenigstens gibt es hier einen Efferd-Tempel, in dem Ordhan sich ausfischen kann - für den Rest der Gruppe sieht es aber düster aus.
Werden wir wohl den Aufenthalt hier einfach als Verlängerung der Reise über den Knüppeldamm sehen, und uns weiter gegenseitig Geschichten erzählen, oder kleine Tricks beibringen.

Schatten zum Beispiel hat so ein hübsches Set Spielkarten mit dabei, und hat uns damit ein paar faszinierende Tricks gezeigt! Ich hätte mich nur nicht dazu überreden lassen sollen, mit Silber darauf zu wetten, dass sie die Karte, die ich aus dem Stapel ziehe, nicht raten könnte - ich glaube, ich hatte gar keine Chance, zu gewinnen!

Im Gegenzug habe ich die Gruppe mit ein paar interessanten Anekdoten aus meiner Dschungelexpedition unterhalten, zum Beispiel über diese riesigen Schwärme von Ameisen, die durch den Dschungel ziehen einfach alles fressen, inklusive großer Tiere und Menschen! Letzteres weiß ich ja leider aus direkter Anschauung... arme Lara. Ring war von der Sache anscheinend nicht so begeistert, und hat dann ihrerseits lieber aus ihrer Heimat erzählt.
Wobei mir auffällt, dass ich sie noch gar nicht gefragt habe, ob sie zuhause ohne Oberbekleidung herumläuft, wie es auf den Zyklopeninseln so üblich ist? Oder habe ich sie gefragt, aber die Antwort vergessen? Nun, wie auch immer, sogar Ordhan hat auf der Reise ein paar Geschichten zum Besten gegeben, wenn er nicht gerade wegen seiner Meditationen entfischt war.

Halbmagier scheint eher so der schweigsame Typ zu sein, aber andererseits vielleicht auch nicht so schlecht, ich habe mir ja mal sagen lassen, dass Magier mit ihren Worten zaubern, und das bedeutet, je weniger ein Magier sagt, desto weniger kann er zaubern, richtig?

Hoffentlich fährt das Schiff bald, diese Stadt ist so langweilig!
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Ungelesener Beitrag von StipenTreublatt » 14.01.2020 15:41

Elaria Bosvani hat geschrieben: Liebes Reisetagebuch,

Khunchom! Die Perle am Mhanadi! Muss ich noch mehr sagen? Eigentlich nicht! Aber ich mache es trotzdem!

Diese Stadt ist so aufregend und faszinierend anders, als alles, was ich je gesehen habe! Ich weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen.

VIelleicht sollte ich dir zuerst mal sagen, dass dies schon der zweite Tag in der Stadt ist? Ich wollte gestern noch etwas schreiben, aber wir waren den ganzen Tag in der Stadt unterwegs, und ich bin einfach nur eingeschlafen!

Ich war im Tempel des Lebens, habe mir die Heilende Quellen der Tsa angeschaut, und durfte sogar einen Blick auf das Eidechsenauge werfen! Sooo schön, sage ich dir!

Danach hat Phylinna mich mitgenommen in den Tempel der Geschenkten Freude, wo ich zu meinem Erstaunen sogar einen Aves-Schrein entdeckte! Die Rahjagärten drumherum waren auch total hübsch. Zudem waren die Geweihten dort mal ausnahmsweise nicht überderisch schön, sodass ich mich nicht ganz so arg fehl am Platze gefühlt habe. Also, wenn man Tulamiden attraktiv findet, waren sie bestimmt schön, nur eben für mich nicht. Wobei ich Tulamiden ja schon interessant finde, nur eben Tulamiden-Frauen nicht...

Egal, weiter. Ich habe Fischnase sogar in den Tempel der Neun Flüsse begleitet, der so ganz anders aussah als die Tempel, die ich bisher besucht habe, viel protziger, eher fast schon so in Richtung Praios-Geprahle.

Halbmagier wollte sich derweil die Drachenei-Akademie anschauen, während Schatten den Tempel der Mondschleier aufsuchte. Weil sie ja Händlerin ist, jaja. Tempel der Mondschleicher, sage ich dazu nur.

Ach, da fällt mir ein, dass ich vorhin mal wieder eine total peinliche Szene hatte! Wir sind da an so einem Gebäude vorbeigekommen, das laut Beschriftung der Palast der Sinnesfreuden sein sollte, und ich wollte einfach mal reinschauen, weil sich das so interessant angehört hat, aber Schatten hat mich zurückgehalten und erklärt, dass das erstens viel zu teuer ist, und zweitens dort wahrscheinlich nicht das geboten wird, was ich mir gerade so vorstelle.

So sitze ich jetzt also im Hotel Erhabener Mhanadi und schreibe rasch alles auf, gleich wollen wir nämlich noch mal über den Quad'El'Basar schlendern! Ich hoffe, dass ich nicht zu viel kaufe, hier gibt es doch so viele interessante neue Dinge!
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