Namenlose Stadt

Von A wie Aves bis Z wie Zholvar: Alles über (mehr oder weniger) anbetungswürdige Kräfte, ihre Diener & Schergen.
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IrMel
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Namenlose Stadt

Ungelesener Beitrag von IrMel » 23.07.2020 15:47

Dem Dreizehnten zum Gruße,

wie kann ich mir eine Stadt vorstellen (mittelreichisch oder tulamidisch), in welcher ein namenloser Kult erfolgreich ist?

Laut dem Wege der Götter ist ja das Bild des Namenlosen "das Böse an sich und man spricht nicht über ihn" (S. 153). So stelle ich mir vor, dass man dem Namenlosen unter einem Deckmantel einer anderen, unbekannten Gottheit huldigt, sodass selbst ihre Anhänger zunächst nicht wissen, wen sie da anbeten. Wenn der namenlose Kult den Adel oder Stadtrat bereits unterwandert hat, was sind dann ihre Pläne? Laut WdG sind ihre Ziele die "Schwächung der alten Ordnung der zwölfgöttlichen Kulte und der Anhängerschaft der Erzdämonen, Heraufbeschwören der Längsten Nacht und des Dreizehnten Zeitalters" (ebd.). Wie man die Längste Nacht und das Dreizehnte Zeitalter heraufbeschwört, weiß ich nicht. Hört sich allerdings nach einem langfristigen Unterfangen an. Was sind aber die kurz- und mittelfristigen Pläne in der Stadt?

Direkt alle anderen 12-göttlichen Tempel zu zerstören, wäre ein wenig auffällig und würde doch sofort den Zorn der Bevölkerung und Kirchen auf sich ziehen und nach der Inquisition rufen. Vielleicht unterstützt man sogar weiterhin die Kirchen, um den Deckmantel nicht weiter zu gefährden und zunächst erst Mal die wenig besuchten Tempel aus der Stadt zu vertreiben.

Wie würden Gottesdienste dort aussehen? Die werden wohl kaum direkt aus den Dreizehn Lobpreisungen öffentlich vorlesen - oder vielleicht doch, nur mit einem anderen Bucheinband und Titel. Kann man menschliche Opferungen als öffentliche Hinrichtungen tarnen?

Verbreitet der Kult Angst und Schrecken oder sind die wirklich darauf aus, eine etablierte Kirche zu werden? Anhänger bekommt man ja nicht dadurch, dass man jeden vergrault.

Ich bin gespannt auf eure Vorstellungen und Ideen. :)

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Herr der Welt
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Namenlose Stadt

Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 23.07.2020 17:32

Es kommt darauf an, wozu man eine solche Stadt braucht. Folgend zwei beispielhafte Optionen: (1) Geht es darum, eine namenlose Herrschaft so zu simulieren, dass sie etabliert existieren kann oder geht es darum, (2) ein dramaturgisches Szenario zu gestalten, in welchem die SC die namenlose Herrschaft aufdecken.

Zu (1): Zunächst ist es wichtig zu betonen, dass der Namenlose grundsätzlich ein Gott wie andere Götter auch ist, kein Erzdämon. Am neutralsten finden sich seine Aspekte in der DZ-Box (OiC 84), da er dort buchstäblich als Gott neben anderen dargestellt wird (und nicht wie im WdG quasi unter dem Rubrum des Antagonisten unter den Göttern geführt wird). Dann bedarf es eines Kultes, der brauchbare Aspekte bedient, etwa: Macht, Herrschaft, Erfolg, Selbstsucht, Lüge, Verrat, Stärke, Geheimnisse, Täuschung, Verführung und Heimlichkeit (nicht jeder Kult bedient alle Aspekte eines Gottes). Einem solchen Kult kann es primär (und auch sekundär bis tertiär) darum gehen, Herrschaft auszuüben, Macht über andere zu haben und dabei - ethisch gesehen - unlautere Mittel als legitim erachten (das gilt für andere Götter ebenso). Eine solche Herrschaft muss funktional und - unter der Voraussetzung, dass NL von allen anderen Kulten und so ziemlich allen Gesellschaft geächtet wird - geheim bleiben, d.h.: Die Herrschaft selbst kann offen erfolgen, wenn der Kultführer etwa identisch mit dem Herrscher ist. Aber man sollte nicht die Kreise mit dem drei flügeligen Kreuz ins Wappen integrieren. Es muss auch darüber hinaus auch nicht darum gehen, die Nächte zu vereinen, den Zwölfgötterkult als solchen zu zerstören, Aventurien zu erobern und unter namenlose Ägide zu stellen oder ein neues Auge des Namenlosen zu erwecken. Konsolidierung und Ausbau von Macht einer lokalen oder regionalen Herrschaft sind zunächst gewöhnliche politische Ziele. Zum Glück sind egalitäre Gesellschaften in Aventurien die absolute Ausnahme, Hierarchien bestimmen den Personenverband der Herrschenden (seien es Fürsten oder Patrizier). Mit anderen Worten: Eine feudale, despotische oder aristokratisch-oligarchische Ordnung kann durchaus konform gehen mit den Idealen eines Namenlosen Kultes. Davon müssen und sollten die meisten Beherrschten nichts wissen.
Kurz gesagt: Ja, eine Stadt oder Baronie unter Namenloser Herrschaft ist denkbar - so denkbar, wie eine böse Praios-Herrschaft auf der anderen Seite. Eine solche Herrschaft kann und sollte möglichst ähnlich der Herrschaft in anderen Städten wirken. Der Kreis der Eingeweihten muss dafür klein bleiben. Alles Herausgestellte verbietet sich, Einfluss ist stets indirekt zu üben. Angst und Schrecken, Lobpreisungsgesänge, Verstümmelungsposieren und Rattenpilz-Wettessen sind östlich von Draydalan nicht drin.

(2) erscheint mir persönlich interessanter (und lässt sich mit (1) auch verknüpfen, sobald SC ein Interesse haben, selbst Herrscher zu werden oder als politische Konkurrenten zu den Namenlosen Potentaten auftreten, ohne um diesen kultischen Umstand zu wissen). Namenlose Geweihte haben das Problem, dass sie in Szenarien als Antagonisten auftreten, die am Ende gestellt und am besten auch enttarnt werden müssen, weil anderweitige Ausgänge oder offene Fragen für Unmut unter den Spielern sorgen können - so zumindest das Kalkül simpler Dramaturgie. Daher mag der Eindruck entstehen, dass (1) gar nicht möglich sei, weil Anhänger des NL stets maximal destruktiv oder offenkundig böse agieren - oder das finale Ritual initiieren, das es aufzuhalten gilt.
Bleibt man beim Setting von (1) und will ein Szenario daraus formen, dann sollten die NL natürlich eine wichtige Rolle spielen, denn ansonsten hat man nur irgendein Abenteuer in einer Stadt, dessen Namenlose Herrscherriege keine Rolle spielt und somit auch nicht thematisiert wird. Die SC müssen irgendwie mit den Kultmitgliedern interagieren, subtile Spuren finden und allmählich aufdecken. Das kann ein geheimer Kultplatz, können geheime Dokumente, Kultgegenstände oder Vermutung Dritter sein (natürlich auch mit Hilfe magischer oder karmaler Ermittlungsmethoden). In allem sollte Subtilität herrschen und bedacht werden, dass ein Kult, der eine lokale oder regionale Herrschaft errungen hat, wahrscheinlich nicht gerade unfähig ist.
Der Konflikt wäre vordergründig politischer Natur und gewönne erst nach und nach an kultischer Qualität (was wiederum politisch nutzbar gemacht werden kann). Denn die wichtigste Regel - neben Herrschaft oder Macht über andere - bleibt die Geheimhaltung.

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Nikodemus von Hohenstein
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Namenlose Stadt

Ungelesener Beitrag von Nikodemus von Hohenstein » 23.07.2020 18:05

In Aventurien sind mWn Umtriebe des Goldenen Namenlosen soweit eingeschränkt, dass lediglich Kulte existieren die in seinem Namen im Verbirgenen Predigen.

Da der einzig Wahre Gott ewige Widersacher in Myranor nicht derart zurückgeschlagen ist lohnt ein Blick in das Buch Myranische Götter, da dort ab S.78 mehrere Versionen seines Kultes vorgestellt werden die je nach Ort sehr wohl funktional sein können.

Der Vielgesichtige beispielsweise, hat einige Ähnlichkeiten zu Rastullah, so das man sicherlich gut in seinem Gläubigen wildern kann ^^
Auch interessant ist die Uminterpretation von Mada im Kult der Ahmadena, sodass hinter ihrem Deckmantel eigentlich der Namenlose verehrt wird.
Aventurisch lässt sich das super kombinieren.

Eine Stadt in der ein neuer Herrscher den Glauben an Rastullah mit einigen Extras versieht ist durchaus denkbar und muss auch nicht in massenabschlachtungen Gipfeln.
Opfer sind auch bei anderen Göttern gängige Praxis und so wird eine Betonung solcher nicht zwingend große Skepsis nach sich ziehen.

Wird eine Informationstrennung etabliert können Anhänger die "schon weiter involviert" sind auch mehr mit dem Hass auf die Ungläubigen konfrontiert- und in das Geheimnis, dass der Goldene Reiter an wenige Opferbereite doch Karma vergibt eingeweiht werden.

Ein großer Vorteil wäre dabei, dass nicht die Tempel von 12 Göttern geschleift werden müssen deren Geweihte einen jederzeit mit Wundern enttarnen können.
Die Unterwanderung und schrittweise Ersetzung alter Tempeldiener genügt schon um den größten Quell des Widerstands zu eliminieren.
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 23.07.2020 18:13

Der einzige Unterschied, der zwingend ist, ist der Monotheismus. Der NL ist eben ein eifersüchtiger Gott, der keine Götter neben sich duldet. Ansonsten kann das Leben in einer Stadt im Alltag eigentlich völlig gleich zu einer ganz normalen 12G-Gemeinde sein. Es ist nicht zwingend, dass die Herrschaft besonders brutal oder grausam ist, noch nicht einmal grassierende Korruption ist nötig. Wie HdW ausgeführt hat, ist der NL kein Feind der Schöpfung oder auch nur der Menschheit, sondern ein Feind der anderen Götter. Für Aventurien ungewöhnlich wäre also eigentlich nur die religiöse Null-Toleranz. Wobei... vorstellbar wäre (analog zum Christentum, das gerne heidnische Feste "überschrieben" hat), dass "unverzichtbare" Götter wie Ingerimm, Peraine, Travia und Rahja als dessen Kinder mitverehrt werden dürfen und Schreine in seinen Tempeln haben - aber natürlich keine eigenen Geweihten, denn das wäre ja Ketzerei!

Nun ist natürlich die Frage, wie offen die Herrschaft ist. Wenn es eine abgelegene Stadt ist, dann kann das ein ganz friedliches Gemeinwesen mit offener Verehrung sein. (Solange man eben brav den "Wahren und Einzigen Gott" anbetett, natürlich)
Im zivilisierten Aventurien jedoch, wo der Kult des NL absolut verboten ist und seine Anbetung ein todeswürdiges Verbrechen, kann man sich das wohl wie Urchristen zur Hochzeit der römischen Christenverfolgung vorstellen.
Man kann natürlich auch "Schwarze Lande ohne Dämonenverehrung" mit Menschenopfern, Geheimpolizei und Gräueltaten nur zum Spaß bringen, aber das ist recht dysfunktional.
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Alrik Normalpaktierer
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Namenlose Stadt

Ungelesener Beitrag von Alrik Normalpaktierer » 24.07.2020 07:44

Wegen Zeitmangel kann ich erst ab 18./19.7. wieder regelmäßig ins Forum schauen, werde aber noch auf Nachrichten antworten.

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Overator
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Ungelesener Beitrag von Overator » 27.07.2020 13:45

IrMel hat geschrieben:
23.07.2020 15:47
Direkt alle anderen 12-göttlichen Tempel zu zerstören, wäre ein wenig auffällig und würde doch sofort den Zorn der Bevölkerung und Kirchen auf sich ziehen und nach der Inquisition rufen. Vielleicht unterstützt man sogar weiterhin die Kirchen, um den Deckmantel nicht weiter zu gefährden und zunächst erst Mal die wenig besuchten Tempel aus der Stadt zu vertreiben.
Diese Aufgabe könnte man dem Pöbel überlassen, wenn man z. B. klarstellt, dass Rondra die Menschen nur als Schlachtvieh nutzt, sich am sinnlosen Sterben ergötzt und Ritter zu Pferde in den Tod treibt um ihre Gewaltgier zu nähren. Praios der Strahlende, der mit seiner Sonne das Land verdorrt, um die Menschen zum Glauben an ihn zu zwingen oder Peraine, wer sie nicht ehrt, wird von ihr mit Seuchen gestraft. Tsa die Umstürzlerin, die alles Gewohnte und Liebgewonnene durch Chaos und Willkür ersetzen will...
Im Grunde ist der NL (vllt. neben Amazeroth) DER Demagoge schlecht hin. Ich stelle mir also vor, dass er seine Jünger im Zweifelsfall die Gläubigen dazu motivieren lässt, ihre eigenen Götter zu verraten oder hassen zu lernen. Alle 12 G können auch negativ beleuchtet werden und der NL umgekehrt positiv. Z. B. giert es den NL nach Macht aber jeder der sich bemüht kann sie auch erlangen.
Wie schon die Vorposter erwähnten, dürfte eine NL Stadt, die sich offen bekennt, in vielen Regionen allerdings genauso lange bestand haben wie ein Eiswürfel in der Hölle. Allerdings wäre gerade Phexcaer für mich denkbar.
SpoilerShow
Hier gab es ja lange Zeit einen (angeblichen) NL-Tempel.
Eine Gewaltherrschaft oä würde ich beim NL vermeiden darzustellen, dafür gibt es die Erzdämonen. Der NL ist kein Feind der Schöpfung, er will sie lediglich kontrollieren/beherrschen... in der Hinsicht gibt es durchaus Parallelen zu Praios... :grübeln: Ist womöglich der Gott der gefesselt wurde Praios... und der NL gibt sich als der Götterfürst aus und täuscht seine Geschwister? :ups: Wir sollten die Praioskirch stürzen :Maske:
"Ich glaub ich hau dir mal ein paar aufs Maul."
- Der Namenlose

Ortak der Graue
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Ungelesener Beitrag von Ortak der Graue » 27.07.2020 21:03

War nicht Ohort damals "aus Versehen" eine Stadt, die dem Kult des Namenlosen unterworfen war? :???:

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Janko
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Ungelesener Beitrag von Janko » 27.07.2020 23:01

IrMel hat geschrieben:
23.07.2020 15:47
Direkt alle anderen 12-göttlichen Tempel zu zerstören, wäre ein wenig auffällig und würde doch sofort den Zorn der Bevölkerung und Kirchen auf sich ziehen [...]
... und diese unangenehmen, alles zerstörenden Helden, die sich stets einmischen müssen. :censored:
Ich finde das wurde hier ganz gut vom Kult des Namenlosen gelöst.
Unterwandern, intrigieren, verunsichern, ..

Leta
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Namenlose Stadt

Ungelesener Beitrag von Leta » 28.07.2020 22:40

Ich sehe beim Namenlosen auch eher die langsame Unterwanderung. Machtergreifung und Schwächung der "Konkurrenz" (Die "" weil es nur der NL als solche sieht die anderen bemerken es gar nicht), auf subtile Weise, sind in meiner Vorstellung die Vorgehensweise des NL.

"Schwächung" stelle ich mir so vor:
Der eine Tempel wird von einem Mystiker geleitet, der wenig Interesse an der Gemeinde hat. Der nächste Tempel wird von einem Geweihte geleitetet der korrupt, unfähig und ein Trinker ist und der dritte Tempel findet einfach keinen Nachfolger für den uralten greisen Tempelvorsteher. Praios und Rondra wurden von ihren "Hauptgeweihten" verlassen weil diese auf irgend eine Queste gezogen sind. Und Tempel Nummer sechs wird von irgend einem farblosen uncharismatischen Bürokraten verwaltet der mehr Interesse am Geburtenregister als am Regebogen hat.
Langsam verfallen die Tempel und nur die wöchentliche Praiostags-Messe des "goldenen Gott der Götter" ist noch ein Ereignis bei der die Götter nahe sind....
Zuletzt geändert von Leta am 29.07.2020 20:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Migosch Hügelschreck
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Ungelesener Beitrag von Migosch Hügelschreck » 29.07.2020 10:08

Ortak der Graue hat geschrieben:
27.07.2020 21:03
War nicht Ohort damals "aus Versehen" eine Stadt, die dem Kult des Namenlosen unterworfen war?
Ja, und man sieht am Beispiel Ohorts mMn schön, wie der Namenlose agiert. Wie er sich spezielle Milieus sucht, ihnen etwas vorspielt, seine Präsenz hinter einem anderen Gott verbirgt und nach und nach immer mächtiger in der Stadt wird. Die Holberker in Ohort sind ihm bzw. Daimon ja schon mehrheitlich treu ergeben.
In Phexcaer hat der Namenlose mit Ektor Gremob und seinem Kult des Güldenen eine weitere seiner aktuellen Hochburgen in Aventurien. Auch dort kann man mMn gut nachverfolgen, wie der Namenlose versucht, Stück für Stück die Macht in einer Stadt zu übernehmen.

Nachtrag: Wurde nicht in einer Publikation die Theorie geäußert, dass Phex mit dem Sternenfall seine Anhänger bewusst in die Gegend um das Orkland/Svelltland locken will, weil er die dortigen Umtriebe des Namenlosen bekämpfen will?

Nachtrag 2: Ektor Gremob ist ja schon verstorben. :rolleyes: Ich bitte um Entschuldigung, das war mir, als ich den Kommentar schrieb nicht klar.

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Ungelesener Beitrag von Ortak der Graue » 30.07.2020 07:38

Ich meine mich auch zu erinnern, dass Ektor nur so einen Pseudo-Kult inkl. Fantasiesprache und Show-Liturgie führte, um abzusahnen und inhaltlich von nichts eine Ahnung hatte. Er fürchtete sogar den Tag, an dem ein wirklicher Anhänger des Namenlosen vorbeikommt. Stand so zumindest in der ersten Orklandbox. Keine Ahnung, ob es sich danach gewandelt hat, aber das war der Start.

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Ungelesener Beitrag von Horasischer Vagant » 30.07.2020 08:56

@Ektor Gemob
SpoilerShow
In Kaiser der Diebe wandelt er sich. Bei einem Orküberfall opfert er dem Namenlosen seine Linke Hand. Stattdessen hat er dann einen goldenen Haken. Im Abenteuer ist davon die Rede, dass er Hohepriester des Namenlosen ist. Ebenso beherrscht er diverse Liturgien des Namenlosen. Er stirbt im Abenteuer.
In Phexcaer steht aber schon eine Nachfolgerin bereit, die es geschickter als Ektor angeht, so denke ich!
Besuche mit Deinem Helden das Shaya´al´Laila in Zorgan (offenes RP)

IrMel
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Ungelesener Beitrag von IrMel » 31.07.2020 17:42

Leta hat geschrieben:
28.07.2020 22:40
"Schwächung" stelle ich mir so vor:
Der eine Tempel wird von einem Mystiker geleitet, der wenig Interesse an der Gemeinde hat. Der nächste Tempel wird von einem Geweihte geleitetet der korrupt, unfähig und ein Trinker ist und der dritte Tempel findet einfach keinen Nachfolger für den uralten greisen Tempelvorsteher. Praios und Rondra wurden von ihren "Hauptgeweihten" verlassen weil diese auf irgend eine Queste gezogen sind. Und Tempel Nummer sechs wird von irgend einem farblosen uncharismatischen Bürokraten verwaltet der mehr Interesse am Geburtenregister als am Regebogen hat.
Langsam verfallen die Tempel und nur die wöchentliche Praiostags-Messe des "goldenen Gott der Götter" ist noch ein Ereignis bei der die Götter nahe sind....
Das ist eine wirklich gute Beschreibung! So stelle ich mir das auch vor. Das werde ich übernehmen. Ich habe gerade noch zwei Probleme:

1. Namenlosen-Geweihte sind keine Deppen. Wie sollten die Helden sie ausfindig machen? Und wenn sie entlarvt werden, dann werden die doch sicher alles daran setzen, ihre Illusion aufrecht zu halten. "Sie haben mich gezwungen, ihr müsst mir glauben! Ich flehe euch an, sie haben mich mit einem Zauber belegt! Sie haben mich bedroht; sie würden meinen Mann und meine Mutter ermorden!" Ich finde es schwierig, den Helden den Kopf der Schlange einfach preis zugeben, wenn der Namenlose der Herr der Heimtücke ist.
2. Wenn dieser Kult eine Tarn-Gottheit hat, wie können die Helden dann erkennen, dass es sich um den Namenlosen handelt und nicht um die Tarn-Gottheit? Ich fände es schöner, wenn die Helden auch wirklich erkennen, dass es sich um den Güldenen handelt.

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Ungelesener Beitrag von Leta » 31.07.2020 18:58

IrMel hat geschrieben:
31.07.2020 17:42
1. Namenlosen-Geweihte sind keine Deppen. Wie sollten die Helden sie ausfindig machen?
Das ist ein bisschen das Dilemma das man zwischen "Dramaturgie" und "Realismus" finden muss. Die Helden sollten etwas erreichen können ohne das der Bösewicht als Volltrottel dasteht.

Eine Idee wäre es das die Untergebenen einfach die "Deppen" sind und der Drahtzieher im Hintergrund bleibt oder die Beweise nicht ausreichend sind um ihm etwas nachzuweisen. Die andere Idee ist eben das die Machtgier sich nicht auf eine Stadt beschränkt. Also oben vorgeschlagene Ideen einfach zu lange Zeit in Anspruch nehmen und so er das ganze beschleunigen will und so eben Fehler macht..

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Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 31.07.2020 19:38

Ein "heimlicher" Namenlosenkult, der die Tempel der anderen Götter in der Hand hält, könnte diese auch predigen lassen, dass zu Anbeginn der Zeit und an ihrem Ende der Erhabene stehen würde, vor dem selbst der Götterfürst (sei es Praios, sei es Boron) das Knie beuge (so wie die Fürstin Darpatiens/Albernias/XYZ das Knie vor der Kaiserin beugt)... in einer Uneindeutigkeit zwischen dem Güldenen und Los... im Laufe der Zeit könnten die 12 so zu Bittstellern oder Dienern des Erhabenen degradiert werden..


Gerade im Tulamidischen könnte der Güldene aber auch ganz offen als Stadtgott verehrt werden - so wie jeder andere Gott oder Erzdämon.

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Na'rat
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Ungelesener Beitrag von Na'rat » 01.08.2020 10:16

IrMel hat geschrieben:
31.07.2020 17:42
1. Namenlosen-Geweihte sind keine Deppen. Wie sollten die Helden sie ausfindig machen?
Die Lehre des Kults an sich ist zerstörerisch. Es können gar keine stabile Verhältnisse herrschen, weil an der Kult ständig nach außen expandieren will und muss (siehe unten) und weil es innerhalb des Kults ist brutalen Kämpfen um Einfluss und Macht kommt.

Der völlige Wegfall von Kontrollmechanismen und die Konzentration von Macht in einer Person, könnte darauf hinweisen.

Gleichzeitig will der Kult aber auch neue Mitglieder rekrutieren, wie bei einem Pyramidenspiel, bei dem nur die ganz oben profitieren.

Die aktive Unterdrückung anderer Kulte weißt auch darauf hin.

Einzelne Geweihte des Namenlosen mögen subtil und schwer zu entdecken sein. Sie sind aber immer Teil eines streng hierarchischen Kults, der in seiner Wirkung nach außen und nach innen ungefähr so subtil wie die KP unter Stalin ist. Man will und muss sich schließlich an die Spitze der neuen Weltordnung setzen, dass glaubt jeder Geweihte des Namenlosen von sich. Man ordnet sich keiner Hierarchie unter, sondern will selbst an die Spitze.

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