Von eigenen Gnaden, Praios

Von A wie Aves bis Z wie Zholvar: Alles über (mehr oder weniger) anbetungswürdige Kräfte, ihre Diener & Schergen.
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Weynard
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Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Weynard » 18.04.2017 12:13

Moin! Ich hab mal wieder ein Problem :rolleyes:

Es geht um die Kampagne Von eigenen Gnaden, speziell das Abenteuer Blut für Kor und supersonderspeziell um die Albuiniten.
Im kFkA hatte man mir schon sehr weitergeholfen.
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Kurzer Abriss kFkA:

Praiossekte, ca. 40 Personen, also für eine einzelne Heldengruppe nicht killbar.
Darunter sind auch Geweihte, die weiter Karma erhalten und Liturgien wirken können.
Die Sekte hält ihren Anführer Albuin für den Sohn Praios', dem alles Gold auf Deren zusteht. Wer nicht völlig reinen Glaubens ist, gehört verbrannt. Albuin selbst ist Hochgeweihter, beherrscht den Zerschmetternden Bannstrahl ebenso wie das Arcanum Interdictum. Offensichtlich hat er dafür auch einen Strahl des ewigen Lichtes rumliegen, denn die QQ ist zu Zeiten der Kampagne ja nicht zwangsweise vorbei (bei uns endet sie sogar erst 1038-1039, weil wir sie noch im Anschluss an die Wildermark spielen werden).

Scheinbar sind die Albuiniten ein Fehler der Autoren, da sie eigentlich exkommuniziert oder von der Inquisition hätten beseitigt werden müssen. Man könnte jetzt sagen, dass die Kirche gerade (eigentlich) mit der QQ beschäftigt ist und die Inquisition mit ihren begrenzten Mitteln sich vorerst nicht mit der Wildermark beschäftigt, aber das macht die Sache ja nicht einfacher.

Problematisch ist die Sekte für mich deshalb, weil Helden, wenn ihnen ihr Gold abgenommen wird, durchaus auf die Idee kommen könnten, diese Gurkentruppe plattzumachen. Das bedeutet Frevlermale für alle, was insbesondere dann blöd ist, wenn einige der Helden eine Spätweihe anstreben.

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Gruppensituation:

Wir befinden uns inzwischen etwa 110 Stunden in der Kampagne.

Ich habe Blut für Kor absichtlich nicht ausgelassen, weil einer der Helden eine Korweihe anstrebt und sich eines BLH-Minderpaktes entledigen will. Den Minderpakt wird er bei der Selbstopfer-Prüfung brechen und die Weihe wird Raskorda persönlich im zusammenbrechenden Hornturm vornehmen.

Mit von der Partie sind noch ein tulamidischer Phex-Novize, eine Elementarmagierin aus Festum, ein Balihoer Krieger und ein Jäger aus Enqui. Alles in allem eine kampfstarke Truppe.

Gleichzeitig ist dieses Abenteuer mit der BLH-Statue auch die letzte Hürde der Helden, bevor die Kaiserin ihre Belohnungen verteilt. Die anderen Abenteuer (bis auf die Rückkehr des Finstermanns) und viele Szenarien haben sie schon absolviert.

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Vergangenheit:

Die Helden sind gestern mitten in der Pampa auf diese Komiker gestoßen und mit allerlei eigentümlichem Gedankengut konfrontiert worden.

Der erste Kontakt mit den Albuiniten lief in etwa so reibungslos, wie man es vermuten könnte: Die Helden haben sich (zu Recht) mit Händen und Füßen gegen den ganzen Unfug gewehrt, waren aber im Verlauf des Gesprächs durch herbeigerufene Verstärkung immer weiter in Unterzahl und mussten schließlich einlenken.

Die Magierin (unser Harmoniebärchen) ließ sich schon sehr früh freiwillig zur Gewissensprüfung abführen, die sie mit Auszeichnung und Sternchen bestand. Sie ist ironischerweise im Moment Albuins Lieblingsheldin und würde auch die Erlaubnis bekommen, die Gefangenen unter Aufsicht zu befragen.

Der Phexie führte aus dem ihm zugedachten Spätweihe-Plot ein praiosgeweihtes Schwert mit sich, dass die Albuiniten erstmal einkassiert haben. Er hat sich zwar als (frisch eingesetzter) Vogt von Zweimühlen vorgestellt, kann das aber nicht beweisen. Der anwesende Geweihte hatte andere Probleme (s.u.) und konnte die Aussage nicht bestätigen.

Der Kor-Novize hat den Geweihten am Ortseingang mit vorgehaltener Waffe bedroht und wurde dafür mit einem BLENDSTRAHL sowie einem HEILIGEN BEFEHL bedacht. Inzwischen standen die vier verbliebenen Helden neun Praioten gegenüber. Der Korjünger hat dann doch die Waffen gestreckt. Anschließend wurde er weggesperrt und hatte Gelegenheit, mit den anderen Gefangenen zu reden bzw. rudimentäre Informationen vom geknebelten Blutfaust zu beschaffen. Da die Helden ihn mangels Dukaten nicht mehr auslösen konnten, haben die Albuiniten es mit 5 Schlägen der Geißel bewenden lassen.

Momentan ist es Nachmittag, es ist Winter, es ist kalt und es liegt dick Schnee. Blutfaust soll morgen Mittag verbrannt werden. Die Gruppe hat im örtlichen Gasthaus von einem sympathetischen Wirt massiv Rabatt bekommen.

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Ausblick:

Die Helden werden ziemlich sicher versuchen, nachts in den Kerzenzieherhof einzubrechen, um die Bannstrahlerin und Blutfaust zu befreien (den Satyr vielleicht). Dabei müssen sie leider feststellen, dass sie vor Ort zwar ihr Geld und Blutfausts Schwert finden, ihre eigene praiosgeweihte Waffe aber nicht zu finden ist.

Diese hat Albuin mit zum Berkelshof genommen, um sie in Ruhe zu analysieren. Wenn die Helden dort einbrechen (und das werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit tun), können sie die Albuiniten belauschen. Dabei erleben sie mit, wie Albuin seinen Geweihten zusammenstaucht, weil er den Kor-Anhänger leichtfertig mit Liturgien geschlagen hat. Außerdem erfahren sie, wo das gesuchte Schwert liegt (in Albuins unverschlossener Kammer) sowie einige interessante Details, die ihnen zu der Waffe bisher noch nicht bekannt waren.

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Frage:

Wie bekomme ich die Helden aus dem Abenteuer ohne Frevlermale heraus?

A) Die Helden werden auf ihrer Diebestour nicht erwischt. Ich habe schon gesetzt, dass die Praioten in ihrer Verstrahltheit außer der Asservatenkammer und dem Gefängnis keine Türen oder Fenster verschließen. (Unwahrscheinlich)

B) Die Helden treffen schlicht keine Geweihten. Die Geweihten sind nämlich bei Albuin im Berkelshof zur Besprechung und der Phexie holt sich sein Schwert alleine zurück. Als Schleich-Genie müsste er das eigentlich schaffen. (Doof, weil dann der Rets der Gruppe Däumchen dreht)

C) Die Gruppe verhält sich wie die Lichtis, die sie sind. Sie befragen Blutfaust im Karzer, lassen die Verbrennung zu und bekommen das Schwert später von Albuin ausgehändigt. (Wird nicht passieren, sie halten Blutfaust noch für unschuldig)

D) Die Inquisition kommt passend zur Verbrennung ins Dorf und klärt die Sache. (Doof wegen Railroading)

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BenjaminK
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von BenjaminK » 18.04.2017 12:23

E) Lass sie Sekte exkommunizieren und die Geweihten noch mit Rest-Energie Mirakeln, aber sie regenerieren nichts mehr, weswegen auch der leichtfertige Einsatz von Liturgien gegen den Kor-Anhänger gerügt wird.

Der Sektenführer verstößt gleich mehrfach gegen den Kodex, dem der Geweihte folgen müsste, um noch geweiht zu bleiben. Klar, das fällt nicht sofort ab, weil einer mal etwas schwächelt, aber letztendlich steht er außerhalb der praiosgewollten Ordnung und stellt damit dann auch zusammen mit der Exkommunikation keinen echten Geweihten mehr dar und die Frevlermale fallen weg.

F) Verteil großzügig Frevlermale und gib ihnen im Anschluss die Möglichkeit, Buße zu tun. Vielleicht bereuen sie ja wirklich, weil sie nicht wussten, dass das "echte" geweihte waren. Nunja, die teilnahme an der QQ wird als Buße akzeptiert, die Frevlermale verschwinden.
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Sumaro » 18.04.2017 12:59

G) Die Praioten sind gar keine verstrahlten Idioten, sondern die Anhänger eines Mannes, der auf der Suche nach dem ewigen Licht und er Ordnung im Reich ist, die er in einer kleinen Enklave sogar herstellen konnte und der sich vielleicht von der strauchelnden Kirche, aber nicht seinem Gott losgesagt hat (daher auch Karma bekommen). Zudem haben sie gerade einen gefährlichen Paktierer gefangen, der schon großes Leid in die Mark gebracht hat und sind dabei die Ursache allen Übels für die Kriegsgräuel der Mark zu finden, die Blutkerbe, die sie auslöschen wollen, um das Land vom dämonischen Einfluss zu befreien.
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Andwari
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Andwari » 18.04.2017 13:54

@Weynard
Du hast die Praiotentruppe eher kuscheliger dargestellt als im Abenteuer vorgesehen.

Wie viel erkennen denn die Helden davon, dass das keine im Rahmen ordnungswahrender Machterhaltung im Krisengebiet agierende "ziemlich normale" Praioten&Gefolge sind, sondern total durchgeknallte Typen, gegen die selbst die eigenmächtigste Bannstrahler-Party noch O.K. ist?

Und ist das in der Wildermark in der aktuellen Heldensituation wichtig? Warum stehen die Helden so unter Zeitdruck, dass sie sich nicht erst mal schmollend zurückziehen, ggf. abklären, wie es um Verbündete usw. des Praiotenherrschers aussieht - und ggf. nach einem Bescheid aus der Stadt des Lichts, dass man den auch nicht mag ... ihm halt ganz normal Fehde anträgt und ihn dann bei nächster Gelegenheit im Schlaf absticht oder unblutiger: Sack übern Kopf, verschnüren, fertig o.ä.?

Ja, der nutzt vllt. göttliche Kraft - aber wenn schon wie in Sumaros Beitrag nicht feststellbar ist, welchem Lichtling denn nun Praios' Gunst gehört, darf man sich auch selbst entscheiden. Wenn der Hampelmann wirklich Praios' Liebling ist, geht dessen Kirche halt den Bach runter und man will es dann "dieser" Kirche nicht mehr recht machen.

Frevlermal bedingt einen göttlichen Minimalkonsens unter den Zwölfgöttern - sonst läuft bald jeder mit irgendeinem Frevlermal rum. Die Praioskirche weiß von keinem am Erntefestmassaker oder Hesinde/Tsa-Verfolgungen beteiligten Praios-Geweihten, der jemals irgendwelche Probleme gehabt hätte.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Weynard » 18.04.2017 14:27

Danke für die Vorschläge! Ich schwanke immer noch etwas zwischen den Varianten, aber das hat mir auf jeden Fall schon weitergeholfen!

Ich tendiere stark zur Variante G von Sumaro. Womöglich hat die Analyse des Schwerts irgendwelche Fragen aufgeworfen, die mit der Queste womöglich gar nichts zu tun haben (oder doch? Hmm!), die aber von den Geweihten rege diskutiert werden. So könnten die Gruppen sogar etwas zueinander finden (einige der Helden haben früher schon am Göttlichen Funken teilgenommen) und vielleicht findet sich ja so eine Lösung für Blutfaust... :ijw:
Andwari hat geschrieben:@Weynard
Du hast die Praiotentruppe eher kuscheliger dargestellt als im Abenteuer vorgesehen.
Das stimmt. Hätte ich die Albuiniten konsequent ausgespielt, wären jetzt alle Helden Gefangene mit Aussicht auf Verbrennung. Nur die Magierin, die weder Einfluss- noch Fremd- oder Dämonenzauber kennt und sich allen Geboten anstandslos gefügt hat, würde noch frei herumlaufen.
Andwari hat geschrieben:Wie viel erkennen denn die Helden davon, dass das keine im Rahmen ordnungswahrender Machterhaltung im Krisengebiet agierende "ziemlich normale" Praioten&Gefolge sind, sondern total durchgeknallte Typen, gegen die selbst die eigenmächtigste Bannstrahler-Party noch O.K. ist?
Ziemlich viel. Die hatten schon mit Praioten zu tun und kennen sich mit den Geboten recht gut aus. Sie haben dem Geweihten am Dorfeingang sogar vor seinen Jungs vorgeworfen, dass er Praios' Gebote nicht kennt :censored:. Das war auch der Hauptauslöser für die Liturgien. Ihnen ist schon bewusst, dass die Albuiniten von der Kirche nicht anerkannt sind. Man wohnt ja schon länger in der Mark. Allerdings sind darunter ja wohl doch noch echte Geweihte.
Andwari hat geschrieben:Und ist das in der Wildermark in der aktuellen Heldensituation wichtig? Warum stehen die Helden so unter Zeitdruck, dass sie sich nicht erst mal schmollend zurückziehen, ggf. abklären, wie es um Verbündete usw. des Praiotenherrschers aussieht - und ggf. nach einem Bescheid aus der Stadt des Lichts, dass man den auch nicht mag ... ihm halt ganz normal Fehde anträgt und ihn dann bei nächster Gelegenheit im Schlaf absticht oder unblutiger: Sack übern Kopf, verschnüren, fertig o.ä.
Das ist relativ einfach zu beantworten. Erstens wollen sie unbedingt aufklären, was mit Blutfaust los ist und zweitens wollen sie auch die Bannstrahlerin retten. Beides geht nur noch bis morgen Mittag. Das Ganze liegt ziemlich genau zwischen Burg Rabenmund, Berler und Wutzenwald im Wald. Mit den Rabenmunds können sie zwar ganz gut, aber es fehlt einfach die Zeit.
Andwari hat geschrieben:Ja, der nutzt vllt. göttliche Kraft - aber wenn schon wie in Sumaros Beitrag nicht feststellbar ist, welchem Lichtling denn nun Praios' Gunst gehört, darf man sich auch selbst entscheiden. Wenn der Hampelmann wirklich Praios' Liebling ist, geht dessen Kirche halt den Bach runter und man will es dann "dieser" Kirche nicht mehr recht machen.

Frevlermal bedingt einen göttlichen Minimalkonsens unter den Zwölfgöttern - sonst läuft bald jeder mit irgendeinem Frevlermal rum. Die Praioskirche weiß von keinem am Erntefestmassaker oder Hesinde/Tsa-Verfolgungen beteiligten Praios-Geweihten, der jemals irgendwelche Probleme gehabt hätte.
Geweihte sind ja Geweihte- und ich weiß nicht, ob das Frevlermal im Kleingedruckten noch so einen Schnörkel enthält, der sowas wie "ist aber nicht so wichtig, das waren eh Verrückte" bedeutet.

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Na'rat
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 18.04.2017 19:18

Weynard hat geschrieben: Wie bekomme ich die Helden aus dem Abenteuer ohne Frevlermale heraus?
Da die Dinger keine praktischen Auswirkungen haben, warum dann nicht wie mit Gummibären damit um sich werfen?
Auch sollte man sich die Frage stellen, ob man derlei ,Sanktionen' in einem Setting wie von Eigenen Gnaden haben will, in dem ja jede moralisches Instanz abhanden gekommen ist.

Wenn du allerdings eh Alveranier, mMn einer der größten Kritikpunkte im zwar arg dämonischen aber sonst recht beschaulichen Setting, mit ins Spiel bringst und man Geweihte Gegenstände einfach so erkennt.
Warum also nicht etwas tiefer in die Rumpelkiste greifen und auch Praios aktiv werden lassen.
Seine Kirche ist ja, wieder einmal, handlungsunfähig, also scharrt einer seiner Geweihten gleichgesinnte um sich und, da man in Meilersgrund eher später als früher Ärger mit den Spießbürgern bekommt, versucht klarere Verhältnisse zu schaffen.
Die erzkonservative Auslegung des Praiosglauben hat ja spätestens mit dem Wunder von Beilunk mächtig Aufwind oder sollte ihn zumindest haben.

Je nachdem wie tief die SC's in die theologischen Merkwürdigkeiten der Fanatiker eingestiegen sind kann man hier noch einiges retten.
Also G.
Nur die Merkwürdigkeiten sollte man runterdrehen.

Teferi
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Teferi » 19.04.2017 02:28

> Mal des Frevlers für Priestermord
So ist das halt. Dagegen können die Helden auch wenig tun,
obwohl ein Mord an Albuin von Bregelsaum imho nicht angewiesen sein kann:

> Albuin "der Ketzer" von Bregelsaum
> Adeligenmord
ist keine gute Idee. Selbst in Fehde und bei Blutfeindschaften sind Adelshäuser untereinander eher geneigt, Geiseln zu nehmen und sie gegen Lösegeld freikaufen zu lassen. Und zwar aus ganz praktischen Belangen: Denn: Egal was für ein Arschloch Albuin "der Ketzer" von Bregelsaum ist; seine Mutter und sicher einige seiner Verwandten lieben ihn (vielleicht), und selbst falls nicht ist es ein Verletzen ihrer Familienehre und ein Angriff auf ihre Authorität, ein Famiienmitglied umzubringen.

> Geweihtenmord / der ist ein Ketzer!
Naja, Albuins Mutter war schon eine _wichtige_ Praiosgeweihte (erstens),
(zweitens) Inneraventurisch sind Götter eine Realität
(drittens) sind Albuin und seine Leute (radikale) Ordnungsstifter in Praios Sinne
(viertens) hat nicht jeder dahergelaufene Strauchdieb das Recht, über die Geweihtenschaft irgendwo und ihre (eventuellen) moralischen oder dogmatischen Verfehlungen zu Urteilen.

Dass Albuin und seine Leute tatsächlich nur goldgierige, abgedrehte drogensüchtige sind,
... das ist eine Outgame Sicht auf die Dinge, welche sich inneraventurisch für Spielerhelden und den durchschnitts Wildermärker so nicht ergeben sollte. Tatsächlich (wie oben schon geschildert wurde), stellt sich Albuin nicht sehr stark ausserhalb des für Bannstrahler gewöhnlichen Verhaltensspektrums dar.

Diese Fakten (Geweihtenstatus, Adelstitel) sollten den Spielern (und Helden) klargemacht werden.

Albuins Gefolgsleute sind sicher tötbar,
für Albuin (und ihm folgende Geweihte) ist es aber politisch insgesamt angewiesen, ihn Gefangenzunehmen. Geweihte und Albuin sind dann der Praioskirche (oder: Albuin seiner Familie gegen Lösegeld) zu verkaufen.

So (nämlich: Aushändigen an die Bannstrahler in Auraleth und/oder Albuin für Lösegeld an die Familie verkaufen) können die Helden sich Einfluss und Gutes Ansehen bei der Praioskirche innerhalb der Mark UND beim darpatischen Adel (speziell: den Bregelsaums) sichern.

.

Noch eine kleine Anmerkung:

Magiebann / Schädel des Heiligen Sankt Gilborn
In den Mysteria zu Schild des Reiches kann man lesen, dass Albuin und seine Leute sogar MÄCHTIG stark aufgestellt sind; einige seiner Jünger haben nämlich dasjenige Magiebannende Artefakt aus Auraleth "befreit" (*hust* geklaut *hust*), welches eigentlich in Auraleth die Magiebannende Zone permanent aufrecht erhält: Den Schädel des Hlg.Skt. Gilborn (falls ich mich im Namen nicht täusche).

Für Helden ist es also - auf zauberische Art und weise - fast unmöglich, Albuin beizukommen (weil der nämlich seine Magiebannende Zone mit sich herumträgt, permanent)

Weynard
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Weynard » 19.04.2017 11:06

Na'rat hat geschrieben:Da die Dinger keine praktischen Auswirkungen haben, warum dann nicht wie mit Gummibären damit um sich werfen?
Weil die Helden womöglich später in der QQ einer Seelenprüfung unterzogen werden, um hierzu oder dazu Zugang zu erhalten. Wobei... das ist natürlich durchaus ein interessanter Spielansatz, wenn auf einmal festgestellt wird, dass da was nicht stimmt :)
Na'rat hat geschrieben:Auch sollte man sich die Frage stellen, ob man derlei ,Sanktionen' in einem Setting wie von Eigenen Gnaden haben will, in dem ja jede moralisches Instanz abhanden gekommen ist.
Gute Frage- für meine Gruppe würde ich sagen, ja. Die haben nämlich den Anspruch an sich, göttergefällig und reichstreu zu herrschen (soweit das eben möglich ist). In dieser Haltung auf die Probe gestellt zu werden ist ja der große Reiz daran, VeG mit Lichtis zu spielen.
Na'rat hat geschrieben:Wenn du allerdings eh Alveranier, mMn einer der größten Kritikpunkte im zwar arg dämonischen aber sonst recht beschaulichen Setting, mit ins Spiel bringst
Der Auftritt der Alveraniarin ist durch die Autoren vorgegeben. Sie wegzulassen, wäre zwar möglich, ich fand ihre Präsenz aber sehr stimmig, um dem Kornovizen eine "kuhle" Weihe zu ermöglichen. Außerdem hat man bei der Vernichtung eines Unheiligtums ohnehin die Gestade des Low-Power-Spiels komfortabel hinter sich gelassen.
Na'rat hat geschrieben:Also G.
Nachdem ich jetzt einmal eine Nacht darüber gebrütet habe, bin ich mir nicht mehr sicher, ob das die ideale Lösung ist. Sich als "Sohn Praios'" zu bezeichnen ist schon ne ziemliche Hausnummer.

@Teferi: Die Sache mit der Gefangennahme ist ein Punkt, den ich bis jetzt noch nicht bedacht habe. Das könnte zwar schwierig werden (Die Praioten müssten gewaltfrei daran gehindert werden, ihre Kumpane zu alarmieren), ließe sich aber gut mit dem Verbot der Angriffe auf Geweihte kombinieren. Ich denke, so werde ich es machen. Danke! :ijw:

Andwari
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Andwari » 19.04.2017 12:16

Die aventurisch "sauberere" Lösung wäre, sich vom Wahrer der Ordnung (O. Mediterrana) bzw. dessen Boss einen Freifahrtschein (=Tötungsauftrag mit geregelter Entfernung eines vllt. doch stattfindenden Praios-Frevlermals durch die Praioskirche) zu holen. Nicht von irgendeinem anderen Praiosgeweihten, nicht von irgendwelchen Bannstrahlern, sondern von der Instanz, der Albuin die Gefolgschaft verweigert, sie öffentlich schmäht, Unordnung und vielfältige Rechtsbrüche erzeugt usw. Eigentlich ist das genau der Job eines Inquisitors - incl. ggf. vorheriger öffentlich verlesener Erklärung im Einflussgebiet, dass jeder in die Niederhöllen fährt, der dem Irrgläubigen weiter hilft + wenn er sich nicht unterwirft, gibt es halt einen "Albingenserkreuzzug" mit ein paar Buchstabenverdrehungen.

Das wird im Abenteuer dadurch nahezu unmöglich gemacht, dass
- die Helden vorher kaum was von dem Treiben erfahren
- sie dummdoof auf die Gegner treffen
- sie dabei irgendwelchen sonderbaren Ereignissen nachgehen und sich einbilden, einen offensichtlich dämonisch verseuchten Typen spontan vor dem gerechten Scheiterhaufen bewahren zu müssen, heute noch.

Für "reichstreue" Helden wäre halt der Verfahrensweg einzuhalten =
A) Man kann das bei der richtigen Stelle anzeigen, dann werden da laaaangsame Räder in Gang gesetzt, die aber auch so Themen wie "der ist doch adelig" vollständig lösen. Letzteres dauert halt ein paar Monate länger. Oder:
B) Man kann den sich als Herrscher gebärdenden Albuin ganz regulär befehden und im Verlauf der Fehde erschlagen. Das akzeptiert vmlt. die komplette Adelshierarchie als "klar, hätt ich auch so gemacht" und Argumente dagegen dürften der Praioskirche kaum über die Lippen kommen. Der Typ errichtet ja keinen Tempel, in dem fragwürdige Philosophien gelehrt werden - sondern eine weltliche Machtbasis, er treibt Steuern ein, verlangt Dienstbarkeit usw. = er stellt sich auf eine weltliche Herrscherstufe.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Teferi » 19.04.2017 12:37

zu
B):
40 Mitglieder der Familie Bregelsaum würfeln auf eine der folgenden Schlechten Eigenschaften:
Arroganz, Stolz, Familienehre, ggf Verpflichtungen ggü der Familie, Jähzorn oder Rachsucht; (die Liste lässt sich sicherlich weiterführen)
manche der Bregelsaumer vielleicht sogar auf mehrere der aufgeführten schlechten eigenschaften.

Jeder Mord an Albuin "dem Ketzer" von Bregelsaum resultiert eigentlich - ungeachtet jeder Vorarbeit oder Legitimation - automatisch im Nachteil: "Feind: Familie Bregelsaum" für die Helden.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Gorbalad » 19.04.2017 13:46

Es kann aber gerade bei so einer großen Familie auch Teile geben, die Albuin schon vorher nicht mochten, ihn ebenso für einen Ketzer o.Ä. halten, bzw. dadurch an einen besseren Platz in der Erbfolge kommen...

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Teferi » 19.04.2017 14:51

Gorbalad hat geschrieben:Es kann aber gerade bei so einer großen Familie auch Teile geben, die Albuin schon vorher nicht mochten, ihn ebenso für einen Ketzer o.Ä. halten, bzw. dadurch an einen besseren Platz in der Erbfolge kommen...
Auf jeden Fall richtig!
Die Frage lautet:

Inwiefern wird dasjenige,welches ein Adelshaus intern an Zwist und Zerwürfnissen hat nach außen getragen,

versus

Inwiefern wird ein (traviatreu organisiertes) Haus wie die Bregelsaums nach außen hin eher eine geschlossene Front und einen Schutz (der eigenen Privilegien und der Familie!) repräsentieren? Vergiss nicht: Sobald ein Adelsgeschlecht es "erlaubt", dass eines seiner Mitglieder ermordet wird, sobald ist dieses Adelsgeschlecht im Respekt welches es kommandieren kann geschmälert.

Egal was für ein Arschloch ein Familienmitglied ist - einen Mord an einem Familienmitglied ungesühnt zu lassen ist ein Ding der Unmöglichkeit, aus tausend Gründen. Und egal wie sehr ein Familienmitglied intern vielleicht auch sogar verachtet wird - Blut ist immer dicker als Wasser, und einem (niederigergestellten) Aussenstehenden zu gestatten sich an einem Familienmitglied zu vergehen muss zwangsläufig eine (Blut)Fehde nach sich ziehen.

Immerhin: Das Haus Bregelsaum hat nichtmal mit Azzo von Bregelsaum gebrochen (Bannerherr, Galbenburg), obwohl dieser gemeinsam mit ein paar Vettern de facto in Offene (teils: gewaltsame) Rebellion gegen die eigene Familie gegangen ist.

Dazu, nochmal, wie oben beschrieben:

Albuin "des Ketzers" von Bregelsaum Tätigkeit ist nicht abseits jeder Ordnung, und ist nicht außerhalb desjenigen Rahmens, den man von radikalen Praioten erwarten kann. Unsere Realweltlichen Maßstäbe (dass er ein wahnsinniger goldgieriger drogensüchtiger verblendeter Spinner ist) spielen inneraventurisch keine Rolle.

Andwari
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Andwari » 19.04.2017 15:33

Albuin ist seit vielen Jahren Geweihter - d.h. läuft irgendwo neben dem normalen Postengeschachere. Ob er Kinder hat, ist afaik unklar (die wären ggf. voll in dynastischen Überlegungen zu berücksichtigen). Die Bregelsaums sind zwar ein traditionsreiches Geschlecht - aber nicht 1. Liga. In den letzten Jahrzehnten hatten sie es schwer und sind eigentlich auf kaiserliches Wohlwollen angewiesen, wenn sie in Zukunft mehr als ein paar Rittergüter und magere Baronien haben wollen. Insbesondere das Thema "Warunk" steht gerade ganz oben auf der Liste - niemand zwingt die Kaiserin, sich ohne entsprechendes Wohlverhalten daran zu erinnern, dass es einen Markgrafen aus dem Haus Bregelsaum geben soll - ging vor Reto auch anders. Wenn man das wieder zur Markgrafschaft macht, und an einen Bregelsaum gibt, braucht der vmtl. erst mal ordentliche Wiederaufbauhilfen.

1.Sämtliche Vorteile, die sich die Familie mal von seiner Kirchenkarriere erhofft hat, sind sowieso für die Tonne. Er war mal so gut und einflussreich (Illuminatus) und ist jetzt ein Typ, der
a) nie gegen Lichtbote und Kaiserin erfolgreich sein wird
b) trotzdem sein eigenes Gottesreich von 10*10 Rechtmeilen propagiert und damit "stört"

2. Wenn die Praioskirche nicht völlig einflusslos ist (->Na'rat), ist er gerade für seine Familie eine Belastung - Familienzusammenhalt schön und gut, aber hier werden massiv Grenzen überschritten, von denen jeder Raubritter oder albernische Freiheitskämpfer/Terrorist noch weit entfernt ist.

Mit der Nichtanerkenntnis des Lichtboten - der ja immerhin den Job schon eine Weile macht und eben so ein gräßliches Schisma beendet hat, erzwingt er eine harte Positionierung der Kirche.

Der andere Teil ist aber wichtiger:
Er behauptet, er sei "Sohn des Lichts", "Richter über Mensch, Tier und alle Dinge Deres", fordert öffentlich die "Unterwerfung aller Reiche und Kirchen".
=> Das geht alles gegen die Kaiserin, in ihrer Rolle als von Praios gesandte Verkünderin seines göttlichen Willens. Völlig egal, wie sein Charakter aussieht und was er einwirft: Rohaja müsste gegen solches Tun wenigstens ein klares Statement der Praioskirche verlangen = dass Albuin von dieser als absolut untragbar gesehen wird. Wenn sie schon selbst nicht tätig wird: Zum Vogelfreien und Reichsverräter erklären, wird ja grad noch drin sein.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 19.04.2017 15:55

Nimmt man ein konsequentes Aventurien an, so wäre ein Albuin von Bregelsaum, der sich über den Boten des Lichts stellt und die Unterwerfung aller weltlichen Gewalt unter die Praioskirche fordert, alsbald aus der Kirche verstoßen, exkommuniziert und von den weltlichen Herren geächtet. Das kann man bestenfalls durch indirekte Angaben annehmen: "Der Ketzer" ist nur ein Beiname und dass die Inquisition seiner nicht habhaft werden konnte, verdeutlicht noch kein Urteil, sondern nur eine Untersuchung.
Die Antwort für diesen Thread hängt also sehr davon ab, wie konsequent man diese Geschichte in sein Aventurien integrieren will. Das Gegenbild wäre das, was - leider - mit der ganzen Wildermark-Geschichte suggeriert wird; dass nämlich die Krone auch nach Jahren nicht den Vorhof Gareths aufräumen kann. Solche freilaufenden Skurrilitäten, denen kein Einhalt geboten wird - oben genannte Maßnahmen erfordern erst einmal nur Beschlüsse, noch nicht einen einzigen Soldaten -, wären symptomatisch für die - in dem Fall: eben nicht - herbeigeschriebene Handlungsfähigkeit bestimmter Parteien.
Will man die Praioskriche und auch die entsprechenden weltlichen Verantwortlichen in seinem Aventurien nicht der Lächerlichkeit preisgeben, so ist Albuin in Acht und Bann zu schlagen, nur ein Räuber unter vielen. Und dass ein solcher nicht mehr den Namen Bregelsaum trägt, dafür sollte folgerichtig die Familie Bregelsaum der schärfste Fürsprecher sein. Lies: Verbannung auch aus der Familie, die man nicht mit wahnsinnigen Ketzern in Verruf bringen will.
Ein familieninterner Zwist ist ein anderes Konfliktfeld, das kann man sehr gut in der Familie klären, die sich daher äußere Eingriffe verbittet. Im Falle Albuins wäre höchstens denkbar, dass sich gerade die Bregelsaums dafür einsetzen, dass ihm Gerechtigkeit widerfährt. Allerdings ist er als Kleriker ebenso Gegenstand der Praioskirche, mit der man sich am besten hochgradig einig zeigen sollte.

Auch die Setzung, dass Albuin überhaupt noch Karma empfängt, trägt eher der Tatsache Rechnung, dass die Autoren chaotische Zustände herbeischreiben wollten, unter allen Umständen. In seiner Beschreibung heißt es, er sei Segen und Schrecken zugleich, "wenn seinen rauschhaften Hexenjagden neben vielen Unschuldigen auch einige echte Mordbrenner, Schwarzkünstler oder Satuarientöchter zum Opfer fallen." Gerade das Verhältnis von einigen zu vielen legt eine Willkürlichkeit offen, die mit einem praitoschen Gesetz nichts mehr zu tun hat.
Albuin ist die denkbar schlechteste Figur, um einen ambivalenten Blick auf Praios und seine Kirche zu werfen, sondern ein mustergültiger Fanatiker der übelsten Sorte, selbst nur ein fehlgeleiteter Mordbrenner. Wenn er wenigstens halbwegs ein Thomas-Münzer-Verschnitt wäre, wie man es den Bekennern um Lechmin von Hartsteen abkaufen konnte - und selbst die wurden entweder zu Häretikern erklärt oder haben sich von der Strömung abgewandt.

Andwari
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Andwari » 19.04.2017 16:10

Zum Zeitrahmen
Albuins gescheiterte Befragung durch die Inquisition (d.h. seit dem ist er flüchtig) muss je nach Datum des jeweiligen VeG mindestens 3 Jahre her sein, evtl. doppelt so lange.
Klar, da waren ein paar echt chaotische Monate dazwischen - aber Wehrheim ist schon bald zurückerobert und der Albuin versteckt sich ja nicht, sondern belästigt auch Händler und andere Reisende mit Lobby.

Weynard
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Weynard » 19.04.2017 16:54

Ich sehe es auch so, dass die Bregelsaums sich hier eher ins Knie schießen würden. Sie verfügen nicht mehr über den Einfluss aus der Vor-Borbarad-Ära und klammern sich an ihre verbliebenen Baronien. Jetzt in die Offensive zu gehen und einen radikalen Staatsfeind zu decken, ist denkbar ungünstig für das Haus. Insbesondere, weil mehrere ihrer Baronien in der Wildermark liegen und sie deshalb auf den Rückhalt der Kaiserlichen angewiesen sind. Haus Bregelsaum ist für mich daher aktuell kein Faktor, sondern höchstens ein späterer Spielansatz für MwB.

@Herr der Welt: Die Handlungsunfähigkeit der Kaiserin so nah an Gareth ist ja laut Abenteuer hauptsächlich darin begründet, dass die Reichstruppen massiv an der örtlichen Korruption beteiligt sind, die unzureichenden Bemühungen des Reiches (zuwenig Personal) also auch noch aktiv bremsen. Ist für Rohaja nicht schön, halte ich aber auch nicht für haarsträubend.

Mein jetziger Plan wäre folgender:

Befragen die Helden Blutfaust und lassen ihn verbrennen, ist alles supi. Wenn die Helden einbrechen, können sie auch die Gefangenen und ihren Besitz retten. Greifen sie dabei Geweihte an, verletzen oder töten diese, erhalten die Täter Frevlermale (Spielansatz QQ). Anschließend durchlaufen die Helden Blut für Kor (ggf. mit Hilfe aus Auraleth). Danach wollen sie vermutlich die Albuiniten auslöschen, wofür sie dann ja ausreichend Zeit haben. Dabei können sie Albuin töten (Spielansatz MwB) oder abliefern (und der Phexie bekommt in Gareth exklusive Archiv-Infos zu seinem Schwert).

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Amat von Lowangen » 14.06.2017 16:50

Bei uns sind die Helden zuvor einem Inquisitor mit vier Bannstrahlern begegnet. Diese haben um Hilfe gebeten, Albuin festzusetzen, was die Helden auch getan haben.
Dies ermöglichte einen differenzierten Blick auf die Praioskirche und selbst die Bannstrahler, mit denen man ja sonst als Held selten gemeinsame Sache machen kann. Die Gelegenheit mal darzustellen, wie die Praioskirche vor der eigenen Tür kehrt, tut der Spielwelt gut.

Weynard
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Weynard » 15.06.2017 08:45

Mjah, eigentlich bin ich kein Freund davon, die rettende Kavallerie ganz zufällig parat zu haben. Es lief dann auch besser als erwartet.

Der Phexie schaffte es dank unverschämten Würfelglücks, sich in den Kerzenzieherhof zu schleichen und mit einem Sack voll 400 Dukaten lautlos wieder zu türmen. Der fast perfekte Coup; nur hatte er vergessen, die Tür zur Schatzkammer wieder zu schließen, was ein schlaftrunkener Sonnendiener dann bemerkte.

Am Berkelshof entschied man sich dafür, erstmal zu beobachten, zu schleichen und zu lauschen. So bekam der Phexie alles mit, was die Albuiniten zu seinem Schwert wussten, Albuin hat seinen Geweihten gemaßregelt und dann wäre es eigentlich ein Leichtes gewesen, sich besagtes Schwert unter den Nagel zu reißen. Aber, ich glaube, DIE Story ist im Best-of-Thread besser aufgehoben. ;)

Schlussendlich wird es darauf hinauslaufen, dass die Gruppe (die das Abenteuer inzwischen überstanden hat) sich grünes Licht in der Stadt des Lichtes holt, um den Rest der Bande auszuräuchern.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Teferi » 15.06.2017 09:36

Hat es denn bei dir dann schon ein ordentliches Inquisitionsgericht gegeben um die Häresie Albuins festzustellen und ihn zu verurteilen - oder wird "die Stadt des Lichts" quasi "einfach so auf hörensagen" ohne ordentliche Ermittlungen feststellen: "Ja, der is Häretiker. Busted ihn weg ihr Helden."?

Weynard
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Weynard » 15.06.2017 09:57

Ja, doch, durchaus. Du musst dir das in etwa so vorstellen:

Der Bote des Lichts wird alleine mit einem gelben Ausrufezeichen über dem Kopf vor dem gusseisernen Tor der Stadt des Lichts stehen, die als Kulisse im Hintergrund sichtbar ist. Natürlich können die Helden versuchen, sich mittels Räuberleiter über die Mauer zu glitchen, aber den Bug haben wir inzwischen entfernt und jeder, der es versucht, vergeht sofort in heiligem Sonnenlicht.

Natürlich weiß er bereits Bescheid und wird die Helden in einem Monolog auffordern, die Frevler zu vernichten. Dazu können sie eine Gruppe von maximal 40 Raidmitgliedern Personen mitnehmen. Der Bote des Lichts bietet als Belohnung 100 Dukaten für jeden, ein Sonnenszepter des heiligen Feuers +5 und 30 AP.

Nee, mal ernsthaft- der Besuch in Gareth wird für die Helden nicht so einfach, wie sie sich das vielleicht vorstellen.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 15.06.2017 10:05

Zumal das so einfach ja auch nicht ist, die Wildermark sei ja so weit weg von Gareth, dass man sich über die Jahre weder für die Vorgänge dort interessiert noch etwas dagegen unternimmt. Politisch ist die Mark also gänzlich irrelevant.

Dann gibt es noch die Praioskirche selbst, welche, zumindest offiziell, das klar ketzerische Verhalten des Bannstrahls sehenden Auges abnickt. Dazu kommt, dass die Praioskirche seit Jahren und Jahrzehnten handlungsunfähig ist, es nicht mal hinbekommt ihre ureigenste Sinnsuche zu organisieren oder auch mal drei Kaiser gleichzeitig krönt. Ketzerei an sich stellt im offiziellen Aventurien auch kein Problem dar.

Die Sache ist also ein wenig komplexer.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Andwari » 15.06.2017 10:08

@Teferi
Ein kircheninternes Verfahren samt Todesurteil geht auch in Abwesenheit des Beschuldigten - wenn die Praioskirche jahrelang ignoriert hat, dass einer ihrer ehemaligen Spitzenleute völlig hohl dreht, wirft das wieder mal das schlechte Licht auf die Institution.

In einem "funktionierenden" Aventurien müssten sich die Helden das eben nicht komplett neu anleiern, sondern nur das vorhandene Urteil bzw. Beschluss, den zur Aburteilung herzubringen, durchsetzen. Ein Typ, der sich über mehrere Jahre seinen Obrigkeiten (Kirche, Reich) entzieht, die ihn eigentlich aburteilen wollen, ist ein prinzipielles Problem für deren Autorität.

Was sollte man vom zuständigen Reichsseneschall halten, der nach 3-6 Jahren immer noch keine Reichsacht verhängt hat? Was von einem Lichtboten, der sich so ans Bein pinkeln lässt? Schweigen ist keine praiotische Tugend.

Du hattest weiter oben mehrfach "ermorden" geschrieben - sowohl im Fall einer Fehde als auch beim Einfangen/gezielten Töten eines vor dem Gericht fliehenden Verbrechers, ist weit und breit kein "Mord".

Weynard
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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Weynard » 15.06.2017 11:00

Andwari hatte weiter oben schon den "Bescheid aus der Stadt des Lichts" erwähnt.

Ich würde es einfach so halten, dass die Kirche durchaus weiß, wer da in der Wildermark sein Unwesen treibt. Man ist nur durch diverse andere Dinge (Todesstern über Gareth und so) noch nicht dazu gekommen, sich dieses "nachrangigen Problems" anzunehmen. Wir spielen VeG ja schon 1030, da ist der Weltenbrand noch nicht lange her und Gareth erholt sich gerade erst von Galottas Angriff.

Rohaja hat den Baron von Zweimühlen frisch erhoben, also wird man ihn als Emporkömmling zwar von oben herab behandeln (QQ ist noch nicht durch), seinen Vorschlag, diese Ketzer auszuräuchern, aber wohlwollend zur Kenntnis nehmen.

Ob sich Hilberian persönlich Zeit nimmt, weiß ich noch nicht (kommt wohl auf ihr Auftreten an), aber eine Audienz bei einem Hochgeweihten halte ich schon für realistisch. Womöglich bekommt die Gruppe sogar einen Inquisitor zur Seite gestellt, der auf dem Rückweg noch gleich ein paar Bannstrahler aus Auraleth mitnimmt. Die haben wegen ihrer gefangenen Ordensschwester mit den Albuiniten ohnehin noch ein Hühnchen zu rupfen.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Andwari » 15.06.2017 14:06

Oder: Dem Reichsseneschall (der heißt Jast Gorsam und macht den Job zwischen 998 BF und 1035 BF) sind leider die Formulare ausgegangen, weil er die alle für Albernia brauchte.

= drei Wochen nach der Schlacht in den Wolken funktioniert hier anscheinend alles formal korrekt, schon fünf Tage nach einer hochverräterischen Tat (Abspaltungserklärung) eine Reichsacht zu verhängen und sofort entsprechend zu agieren.

Ein sehr gemütlich-langwieriger Prozess könnte mehrere Gerichtstermine lang dauern - aber das sind dann selbst bei nur selten tagenden Gerichten nur 2-3 Jahre, bis der völlig durchs Raster gefallen ist - und auch da wäre der Beschuldigte schon deutlich schneller mit gerichtlichen Zwangsmitteln (d.h. Acht) konfrontiert.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Hesindian Fuxfell » 15.06.2017 14:11

Andwari hat geschrieben:drei Wochen nach der Schlacht in den Wolken funktioniert hier anscheinend alles formal korrekt, schon fünf Tage nach einer hochverräterischen Tat (Abspaltungserklärung) eine Reichsacht zu verhängen und sofort entsprechend zu agieren.
Das ist ein schlechtes Beispiel, da dieses Manöver von langer Hand geplant und vorbereitet war. Jast und seine Leute haben quasi in den Startlöchern gesessen.

Ich würde es nicht als Präzedenzfall heranziehen, dass die Reichsverwaltung trotz SidW toll funktioniert.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Andwari » 15.06.2017 14:59

Plotonium hilft ;-)

Natürlich war das eine geplante Intrige und ja, die Albernier sind beidbeinig mit Schwung in die Kacke getreten.
ABER: Jast Gorsam war offensichtlich so nahe an einem "ordentlichen Verfahren", dass keiner das Verfahren jemals beanstandet hat, nicht mal nach seinem Tod. Er kann also nicht allzuviele Bestimmungen übertreten haben, die Adelige in ähnlichen Fällen vor willkürlichen Akten ihrer Kaiser/Provinzherren schützen sollen, sonst hätten nämlich all diese Adeligen Grund, wenigstens hinterher festzustellen, dass das eine absolute Ausnahmesituation war. Davon findet sich aber nix.

Heißt: Gorsams Vorgehen gegen die Reichsverräterin Inver ni Bennain wird selbst dann noch als ordnungsgemäß angesehen, als der Drops schon lange gelutscht ist und auch klar ist, dass er mit Isora sehr auf die falsche Person gesetzt hatte.

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Re: Von eigenen Gnaden, Praios

Ungelesener Beitrag von Hesindian Fuxfell » 15.06.2017 15:04

Das Problem an der Stelle ist, dass Invher vor (so weit wie möglich) versammeltem Reichsadel "beidbeinig mit Schwung in die Kacke getreten" ist. Es gab also jede Menge Zeugen von Stand. Sie hat vor versammelter Mannschaft dem Reich (und Jast) den Lehenseid verweigert. Alles andere kommt dann zwangsläufig automatisch und benötigt eigentlich nur noch wenig Formalien.

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