Mengbillarer 12G (10G?) Glaube - Umsetzung

Von A wie Aves bis Z wie Zholvar: Alles über (mehr oder weniger) anbetungswürdige Kräfte, ihre Diener & Schergen.
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Mille-el
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Mengbillarer 12G (10G?) Glaube - Umsetzung

Ungelesener Beitrag von Mille-el » 09.11.2019 12:13

Hi ich sitze gerade an einem Krieger aus Mengbilla (Rabenschnabel Akademie - also quasi das Südaventurische pendant zum Golgariten ;) ) und bin jetzt auf das Thema Glauben gekommen.

In Mengbilla ist ja der Phex- und Praiosglaube verboten. Nun wird dieser Krieger sicherlich irgendwann irgendwo unterwegs sein, wo er auf Geweihte von Praios/Phex treffen könnte bzw mit dem Glauben an diese allgemein in Kontakt kommen.
Wie würdet ihr die Reaktion da am ehesten darstellen?
Grundsätzlich ist er weder weltfremd noch ein Dummkopf, das heißt von diesen 2 zusätzlichen Göttern hat er vermutlich schon gehört, und auch, dass Ausländer gerade diesen Praios teils sehr wichtig nehmen...

Zudem geht es mir darum, wiedie Mengbillaner sich ihr Pantheon dann eigtl ausmalen. Ist die Sonne der Wächter von Göttervater Boron, der die Horden der Dunkelheit bei Tage in Schach hält? Und grüßt man dort mit: "Die 10 zum Gruße?"
Einige kleine Ideen, wie ich diesen etwas seltsamen Glauben am Spieltisch rüberbringen könnte wären cool :)

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Skalde
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Mengbillarer 12G (10G?) Glaube - Umsetzung

Ungelesener Beitrag von Skalde » 09.11.2019 13:00

Als Begrüßung scheint mir "Boron zum Gruße" oder "Die Götter zum Gruße" am wahrscheinlichsten. Vermutlich hat man auch in Mengbilla gehört, dass gerade die Anhänger von diesem Praios empfindlich reagieren, wenn man ihrem Gott nicht den nötigen Respekt zollt. Da Tsa nicht als eigenständige Göttin angesehen wird, würde der Gruß auch höchstens "Die 9 zum Gruße" lauten. :wink:

Da Boron als Herr von Tag und Nacht, Leben und Tod gilt, könnte ein Mengbiller die Sonne tatsächlich als Auge Borons oder sein Licht gegen die Finsternis sehen. Tsa gilt im Mengbiller Glauben (der die Götter gerne zu dualistischen Paaren anordnet) als lebensspendender Aspekt Borons, also könnte sie vielleicht auch für die Sonne stehen.
Dieser Dualismus wäre für den Krieger wohl sehr bestimmend: Wer kämpft, sollte sich sowohl von Rondra (Stärke und Mut) als auch von Hesinde (List und Schläue) leiten lassen. Peraine herrscht über das Werden, Firun über das Vergehen. Travia steht für die Treue, Rahja für die Leidenschaft. Ingerimm kontrolliert das Feuer, Efferd das Wasser. Und Boron, der Herr des Todes, herrscht über sie alle.

Auch die Verehrung alttulamidischer Götter ist wohl nicht ungewöhnlich, also könnte der Krieger in gewissen Situationen auch mal ein Gebet an Ras'Ragh oder Mhar'Hiba richten.
"Bringt das Schiff in Position! Stellt es senkrecht!"

Avesgeweihter mit Kriegskunst 0, neuzeitlich

FrumolvomBrandefels
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Mengbillarer 12G (10G?) Glaube - Umsetzung

Ungelesener Beitrag von FrumolvomBrandefels » 09.11.2019 13:53

Einige kleine Ideen, wie ich diesen etwas seltsamen Glauben am Spieltisch rüberbringen könnte wären cool
Den seltsamen Glauben haben die Anderen ;) Boron zum Gruße ist doch die gängige Variante.

Der Umgang mit Anhängern von Praiso und Phex? Da gibt es unterschiedliche Varianten. Auch wenns ein Krieger ist, wird er wohl nicht ganz so dämlich sein. Er wird durchaus Wissen, dass in anderen - nicht so entwickelten Gegenden - die Praioten gewisse Aufgaben der Boronkirche übernommen haben. Um Missverständnisse zu vermeiden kann der Held die Geweihten auch darauf hinweisen, mit deren Art wenig Erfahrung zu haben.

Falls es schlechte Erfahrungen gibt kann man die Gruppe durchaus darauf hinweisen, dass sowas in Mengbilla nicht geschehen würde. Vorallem sind beide Geschäftsverderber.

Ansonsten gibt es in Patrizier und Diebesbanden ca. 40 Seiten zu Mengbilla. Die sind sehr hilfreich bei der Erstellung des Hintergrunds. So könntest Du dir z.B. auch eine Gilde aussuchen, aus der deine Familie kommt.

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chizuranjida
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Mengbillarer 12G (10G?) Glaube - Umsetzung

Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 09.11.2019 22:48

Mille-el hat geschrieben:
09.11.2019 12:13
In Mengbilla ist ja der Phex- und Praiosglaube verboten.
Ist der Glaube an diese Götter verboten, oder sind "nur" ihre Kirchen als Organisationen verboten, und die öffentliche Kult-Ausübung, also Tempel, Prozessionen und sowas?

Vielleicht muss man sich als Nicht-Geweihter da nicht so einen Kopf drum machen? Weniger wichtige Alveraniare? Im Alltag ist das vielleicht einfach kein Thema?
So wie ja auch Swafnir vermutlich eher kein Thema ist in Mengbilla, ohne dass man deswegen direkt seine Existenz bestreiten oder gegen seinen Kult vorgehen würde.
Swafnir, wasn das? Achso, irgendein Halbgott aus dem Norden? Ja, nu.
Phex, wasn'n das? ...
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Al'Anfa wieder eins drauf kriegen wird."
- Alrik der Ältere

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Madalena
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Ungelesener Beitrag von Madalena » 09.11.2019 23:03

Da sich die Mengbillaner lange Zeit dem ähnlichen (ebenfalls nemekathäisch geprägten), und doch so anderen, Al'Anfaner Boronritus untergeordnet haben, werden sie wohl ihre Erfahrungen damit haben, sich mit Andersgläubigen zu arrangieren. Und da sie dennoch ihre eigene Variante beibehalten haben, werden sie Erfahrung damit haben ihren eigenen Glauben trotzdem für besser zu halten.

Die offizielle Bezeichnung ist übrigens Enneade (quasi: Neungötterglauben). Ich kann dazu ebenfalls nur die Ausführungen aus P&DG empfehlen, ich fand die sehr schön gemacht.
chizuranjida hat geschrieben:
09.11.2019 22:48
Ist der Glaube an diese Götter verboten, oder sind "nur" ihre Kirchen als Organisationen verboten, und die öffentliche Kult-Ausübung, also Tempel, Prozessionen und sowas?
Da z.B. die Symbolik der Praioskirche (und damit u.a. auch mittelreichische Dukaten) strafbar ist, glaube ich nicht, dass private Religionsausübung erlaubt ist. Das Verbot der Phexkirche stammt noch von den Priesterkaisern, wurde aber nie aufgehoben. Wird vermutlich ähnlich restriktiv gehandhabt (kann aber verborgene Praktizierung nicht verhindern).

knppel
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Ungelesener Beitrag von knppel » 10.11.2019 06:21

Vornemlich geht es bei diesen Verboten darum, dass Anhängern der beiden Götter in Mengbilla die Religionsausübung, Tempelbau und öffentliches Predigen untersagt sind.
Da beide Verbote historisch begründet sind, eignen sie sich eher für Aus-Dem-Hut-ziehen, wenn man sie zum Darstellen einer stimmigen Hintergrundwelt braucht.

Es gibt auch keine Dualistische Darstellung wie im Svelltland, vielmehr sind die Verbote bereits zur Entstehungszeit rein politisch begründet gewesen-
Die Priesterkaiser haben die aufspenstigen Phexianer ortlich unterdrückt, und danach wurden die tyrannischen Praioten verboten, und die Mühe diese Gesetze wieder aufzuheben, hat sich niemals jemand gemacht.

Dh., der typische Mengbillaner ist so theologisch gebildet wie Alrik Normalleibeigener, und nicht fanatischer Praiosgegner (außer natürlich ,er ist ein pedantischer Hüter seiner heimatlichen Gesetze, Von denen es in Mengbilla, mangels Praioskirche, nicht allzu viele gibt.), und wird in der Fremde sich eventuell erstaunt geben, wenn er die prächtigen offenen Sonnentempel sieht, aber sich eher wenig Gedanken machen- andere Länder, andere Sitten und Gesetze eben.

Die eigenen Hauptgötter sind naheliegenderweise Boron und/oder Kor, und "Boron zum Gruße" ist der handelsübliche Gruß des Götterfürchtigen in Südaventurien (Al'Anfa hat Praios zwar nie verboten, aber Boron offiziell zum Haupt- und Herrschergott ernannt, insofern ist das in der ganzen Region verbreitet, nicht nur von Mengbilla aus).

Und wie bei allen politisch motivierten Gesetzen gilt natürlich auch:
Wenn die Obrigkeit es gerade braucht, kann man es herauskramen und interpretieren, wie man es grade braucht.
Du willst in Mengbilla nicht von der falschen Person mit Einfluss als heimlicher Phex-Jünger denunziert werden, glaube mir

Andwari
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Ungelesener Beitrag von Andwari » 10.11.2019 15:35

Mengbilla ist ein ziemlich hartes Pflaster, verglichen mit vielen Teilen des Mittelreichs - und um deutlich andere Wertmaßstäbe zu erleben muss man da nur ins benachbarte Stadtviertel.
Der gebildete Mengbillaner (Krieger sind Elite) hat also gelernt, sich umzuschauen, wer denn vor Ort mächtig ist und wird nicht überrascht sein, wenn das anderswo Klerus der Praioskirche ist. Mit Mächtigen legt man sich nur an, wenn das ein noch Mächtigerer gut oder ein ähnlich Mächtiger sehr gut bezahlt.

In Mengbilla gibt es keine organisierte Kriminalität außer der Regierung - d.h. die Phex-Kirche ist da vmtl. doch nicht allzu stark organisiert. Wenn Phex&Praios fehlen, gibt das interessante Betätigungsfelder für andere Götter (Verträge -> Kor für ales Blutige, auch weil sonst keiner bleibt - oder Ingerimm für alles andere, wo althergebrachte "Zunft"-Regeln ja nicht ganz gegen den mengbillanischen Trend laufen?

Mille-el
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Ungelesener Beitrag von Mille-el » 10.11.2019 16:42

Danke für die Tipps, das hat mir sehr geholfen. Gerade der Tipp mit P&D, da hatte ich noch nicht geschaut.

Ansonsten teile ich die Meinung vieler hier, dass ein halbwegs gebildeter Krieger sich in der Fremde hüten wird, einen theologischen Diskurs mit einem Praiosgläubigen anzufangen. Gerade wenn man es gewohnt ist, dass im zweifelsfall der Stärkere Recht hat...
Das milde Erstaunen über diese seltsamen Tempel passt gut :)

Übernimmt die Boronkirche dort dann eigtl auch so Betätigungsfelder wie Kinderbetreuung/Schwangerschaftsberatung etc, die sonst Tsa-Geweihte übernehmen? Das wäre sehr interessant, wenn ich mal Richtung Weihe gehen sollte, und mich dann auch in diese Richtung orientieren könnte ^^

knppel
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Ungelesener Beitrag von knppel » 10.11.2019 21:53

Gerade in Mengbilla und Al'Anfa haben Boronis, schon allein aufgrund der numerischen Überzahl gegenüber den anderen Kulten, ein breitgefächerteres Aufgabengebiet. In kleineren Ortschaften kann man auch davon ausgehen, das der örtliche Priester eben Boroni ist, und nicht so häufig Praios oder Rondra folgt, wie im Mittelreich.
Ist also nicht dezidiert aufgabe der Kirche, aber der Geburtssegen wird vermutlich für 9 von 10 Südaventuriern, die einen erhalten, tatsächlich vom Boronpriester sein.

Und auch theologisch kann man einiges draus machen, Boron will seine Seelen schließlich vom ersten Tag an gut behütet und so fort.

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Madalena
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Ungelesener Beitrag von Madalena » 10.11.2019 22:02

Ich glaube, im Al'Anfaner Ritus irgendwo mal was gelesen zu haben dass Geburtssegen tatsächlich üblich sind. In dem Fall als Reinigung der Seele von den Erinnerungen an das "vorher".
Zuletzt geändert von Madalena am 10.11.2019 22:24, insgesamt 1-mal geändert.

knppel
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Ungelesener Beitrag von knppel » 10.11.2019 22:22

Regeltechnisch drin ist es auf jeden Fall- Geburtssegen fällt unter die 12 Segnungen, die jeder kann.
Und demographish gesehen ist es in dieser Gegend, und besonders in Mengbilla und Al'Anfa, nunmal so, dass man vermutlich zwei Dutzend Boronpriester findet, bevor man in Tsa, Peraine oder Travia läuft.

Denderajida_von_Tuzak
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Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 11.11.2019 14:46

Hätte das ganze so gesehen, dass die Richtergottheit Boron ist (als letzter Richter, dem ja auch die Seelenwaage Rethon zugeordnet ist). Und als Händlergottheit wird im Süden Efferd ziemlich stark sein. Praios und Phex wird man zwar kennen, Praios aber in erster Linie als unbarmherzig brennende Sonne und als Herrschaftsgott des alten und neuen Reiches (wobei man mit dem lieblichen Feld ja in Krieg steht) und Phex als Schutzgottheit des befeindeten Chorhop. Sprich, eine Verehrung von denen fällt tendenziell unter anbandelung mit dem Feind.

Warum irgendwelche Kultverbote aus der Priesterkaiserzeit relevant sein sollen (die dann auch die Boronverehrung umfassen müssten) erschließt sich mir nicht so ganz...

knppel
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Ungelesener Beitrag von knppel » 12.11.2019 00:28

Die Kultverbote sind noch relevant, weil die entsprechenden Gesetze noch in Kraft sind (so einfach ist das). Die Boronkirche ist deswegen nicht verboten, weil in Mengbilla explizit die Boronis maßgeblich am Sturz der Priesterkaisergoverneure beteiligt waren, und sich daher anschließend die Rechtslage günstig auslegen konnten (Might makes right).

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