Forenaktion: Gebotene Speisen

Hier präsentieren wir euch die Forenaktionen
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Fenia_Winterkalt
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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 04.04.2022 10:18

Gebotene Speisen

Es gibt viele Speisegebote in Aventurien. Vom Rasthullah Gläubigen, der nichts essen darf was Ungläubige berührt haben, dem TSAgeweihten der keine Tiere essen mag oder dem strengen Efferdgläubigen der nichts isst was mit Feuer in Berührung gekommen ist. Dazu unzählige individuelle Speisegebote. Das funktioniert Zuhause oft mehr oder minder gut, aber was wenn man auf Abenteuerfahrt ist? Was essen Vegetarier im Hohen Norden wo es fast nur Fleisch gibt wenn die Vorräte zuneige gehen? Was können Rasthulla Gläubige umringt von Ungläubigen noch essen? Wie hilft sich ein Salzarelen Abstinenter in Nostria?

Wir suchen Gerichte die Tavernen zum Beispiel Efferdgeweihten servieren würden, Anekdoten, Geschichten wie sich eure Chars beholfen haben und welchen Speisegeboten sie folgen und warum. Rezepte wenn ihr mögt, allerdings bitte Aventurisch. Schmeißt Koschammerzungen in eure Eintöpfe (ihr Bonzen!) vergesst Tofu! Schreibt wenn möglich die Region und die Art des Gebotes dazu wenn es nach Art des Beitrags passend ist.

Die Aktion beginnt jetzt und geht bis zum 30.04.2022 23:59 Uhr

Eure Beiträge könnt ihr direkt hier im Thread posten.

Alle Teilnehmer:innen erhalten etwas Wegzehrung für ihren Brotbeutel
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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 04.04.2022 11:55

Lyngwyner Mehlpütt

"Als ich aus Nostria zurück kam und auf dem Weg nach Havena in Lyngwyn landete, da hatte nun wirklich keine Lust mehr wieder was mit Salzarelle zu essen. In dem urigen Gasthaus am Hafen lud man mich zum Praiosessen ein und ich hatte Glück, es gab dort keine Salzarelle heute, Phex sei Dank. Eine traviagefällige Ambiente herrschte vor Ort, der Kamin prasselte, die Mitmenschen lachten und tauschten sich aus, alle waren sie gut gekleidet, zumindest für ihre Verhältnisse und der Duft von aufgekochten, eingemachten Birnen und Vanille lag in der Luft, dazu gesellte sich ein herber Gerucht von frischem durchgebranntenen Speckwürfeln. Was wohl später hier aufgetischt werden sollte?

Es dauerte nicht lange und man fragte mich, ob nicht auch etwas vom Mehlpütt speisen wolle. Ich ließe mich einfach darauf ein, ohne Fragen zu stellen. Die Wirtin grinste und legt kurz ihre Hand auf meine Schulter. Mit Vorfreude verließ sie den Tisch und sagte nur 'mit einem Halbem käme ich wohl vorerst zurecht'.

Sie kam wieder und servierte auf einem Teller ein großes Stück Teig, der aussah wie ein süßes Brot und die Form eines Rundkuchen aufwies, zur Hälfte durchgeschnitten. Also ein halber Kuchen wenn man so will. Der Teig war schmucklos, wenn man das so sagen kann, also keine weiteren Schichten Sahne darin oder mit sonstigen Dinge aufgefüllt, nein, eher im Gegenteil, er war schlicht. Dazu kam eine Schüssel mit heißen Birnen in durchsichtiger Glasur badend, oh die rochen lecker und ein Kanne mit Vanillesoße. Vanille aus dem Horasreich.

Ich habe an vielen Marktständen des Mittelreichs ja schon von Dampfnudeln oder Dampfteig gehört und dies kam dem sehr nahe, aber dann wurde ich skeptisch. Die Wirtin stellte mir einen kleinen Teller daneben, mit durchgebratenen Speckwürfel dazu. Also was sollte das denn? Süß und Speck ... brrr, dachte ich mir. Die Wirtin schnitt zwei Stücke von dem Rundteig ab, goß Vanillesoße darüber, ergänzte dies mit etwas heißen Birnen und streute ein paar Speckwürfel auf die Vanillesoße. Ich schluckte ... grinste sie unsicher an und ich wußte ich hatte nun zu probieren.

Langsam nähert sich der Löffel meinem Mund, es roch sehr gut und doch schienen mich die Speckwürfel anzuglotzen ... nicht lange fackeln, ab in dem Mund und dann geschah es. Der herrliche süße Geschmack der Birnen vermengt mit der Vanillesoße und dem leckeren Teig ein Genuß ... mmmmh lecker sage ich euch ... und das große Plus daran, waren tatsächlich die Speckwürfel, diese waren salzig und kross und gaben dem Geschmacksinn Widerworte, aber gerade dieses salzig-herbe ließ die anderen süßen Geschmäcker geradzu explodieren. Was für ein Genuß ... Mehlpütt ich werde dich nie vergessen.
Ich hatte wohl Glück, denn traditionell gibt es dieses Gericht im Traviamonat, da Birnen wie auch Vanille-Orchidee ihre Blütezeit haben. Ja, Birne gibt es schon früher, aber die im Traviamonat schmecken einfach besser. Die beiden Zutaten werden importiert, während Teig und Speck heimisch ist. Birnen stammen meistens aus dem Osten und die Vanille aus dem Süden. Seit den jüngsten Handelsbeziehungen ist dieses Gericht bekannt, aber wie zur Tradition wurde, ist vergessen oder aber stark verwässert. Die Einen sagen es ging um eine Handelswette, die anderen sagen, ein Geweihter hätte seit dem Silem-Horas-Edikt dieses Gericht als Festigung des Glaubens tituliert, wieder andere behaupten der Teig stelle das Land da, Vanille und Birne ihre Schönheit und der Speck die herben Menschen hier ... lach, ach was weiß ich."
- gehört von einem Stadtritter Namens von Halkenstein


Zutaten für den Teig:
halbes Stein/ 20 Unzen (irdisch = 500 g) Mehl
1,25 Schank (irdisch= 250 ml) Milch
1 Ei
1 Prise Salz
1 Prise Zucker
Knapp 2 Unzen (irdisch = ein Päkchen wiegt ca. 42 g) Hefe

Das Rezept:
Mehl, Salz und Zucker in einem Rührtopf geben und gut durchmengen. Milch erwärmen und Frischhefe in die warme Milch geben, gut durchrühren. Ei in den Rührtopf geben und mit der Milch und dem Mehl zu einer, nicht mehr klebende Masse verrühren. Die Masse auf einem Teller stürzen und zu einer Halbkugel formen. Unter einem Tuch ca. 1 Stunde ruhen lassen.

Den Teig in ein Leinentuch stürzen und dieses unter einem Deckel knoten. Das Tuch dann 1 Stunde in einem Topf mit kochendem Wasser hängen. Vorsicht, das kochende Wasser darf das Tuch nicht berühren. Der Klütje soll nur vom Wasserdampf gegart werden.

Den Mehlpütt (Klütje) in zwei Hälften schneiden und diese jeweils in 1,5 cm dicke Scheiben schneiden.

Heiß servieren mit warmer Vanillesoße, gekochten Birnen oder mit Zuckererbsen. *


*das mit den Speckwürfel hatte mein Onkel so aus seiner Region übernommen. Wir waren alle skeptisch, aber seit dem essen wir es nie wieder ohne!^^

EDIT: Gewichte in aventurische Einheiten geändert.
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mehlpütt.jpg
Zuletzt geändert von Lokwai am 07.04.2022 12:58, insgesamt 2-mal geändert.

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Horasischer Vagant
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Ungelesener Beitrag von Horasischer Vagant » 04.04.2022 15:06

Feuerschlicktomatensuppe

In meiner heutigen Vorlesung möchte ich Euch von meiner Ankunft in Zorgan und von einer gar eigentümlichen Suppe berichten!

Als das Schiff im Handelshafen von Zorgan anlegte stand die Sonne knapp über dem Horizont…ich ging sogleich von Bord…glücklich wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Mir wurde geraten eine Unterkunft in der Karawanserei „Roten Kamel“ zu nehmen, da diese sauber und preiswert sei. Auf dem Weg dorthin kam ich am großen Basar vorbei…exotische Gerüche drangen an meine Nase und ein Stimmengewirr verwirrte meine Ohren. Waren aus allen Ecken des Tulamidenlandes und gar aus Maraskan und noch ferneren Ländern wurden dort feilgeboten. Gegenüber diesem Ortes sah ich ein Gebäude, das nur aus einem Märchen aus 1001 Rausch entsprungen sein konnte – das „Shaya´al´Laila“. Ich beschloss nachdem ich mein Quartier im „Roten Kamel“ bezogen hatte diesem Haus einen Besuch abzustatten.

Und ich kann Euch sagen ich wurde nicht enttäuscht auch, wenn es keine Lokalität für die kleine Geldkatze ist, wenn Ihr versteht was ich meine…von exquisiter Ausstattung bis zu Tänzern und Tänzerinnen…ja sogar einem kleinen Hamam wird dem Gast alles geboten was gut und teuer ist…aber besonders hervorheben möchte ich die vorzüglichen Speisen, die im Shaya´al´Laila serviert werden. Ausgezeichnete Gerichte aus dem Land der ersten Sonne nicht nur wohlschmeckend…nein auch so bereitet um das Auge zu verwöhnen…
Und von einer Vorspeise möchte ich nun berichten:

Die Suppe der geistigen Erweiterung!

Nicht nur, dass diese Suppe vortrefflich schmeckt – nein, es gelingt ihr auch das Bewusstsein zu öffnen und Visionen geben neue Sichtweisen frei…ja, sogar wird ein Blick auf zukünftige Ereignisse gewährt…

Magister Chriano Scoiatelli, gehört bei einem Gastvortrag bei Luminoffs & Morcalinos Kulinarische Köstlichkeiten in Belhanka


Spieltechnische Werte:
Die Suppe führt zu starken nächtlichen Visionen
Die Gabe Prophezeien steigt um 3 Punkte für 12 Stunden
Klugheit steigt um einen Punkt für 12 Stunden
Die nächstfolgende Regeneration ist um 1 LeP und 1/2 W6 AsP verbessert
Zauber mit den Merkmalen Hellsicht und Verständigung und Proben auf Wissenstalente sind für 24 Stunden um 2 Punkte erleichtert
Die nächste Schlafphase umfasst mindestens 10 Stunden
Eine einzelne Anwendung ist nahezu unbedenklich - jedoch führt tägliche Konsumation mit großer Wahrscheinlichkeit zu Ilaris-Sucht. (Ab einer täglichen Anwendung nach der ersten Konsumation muss mit einem W20 über der Anzahl der Konsumationstage gewürfelt werden. Dies baut sich dann je Woche wieder um einen Punkt ab)


Feuerschlicktomatensuppe


Zutaten für 4 Personen


1 Stein Tomaten
3 Daumenkuppen Tomatenmark (Teelöffel)
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Maß Gemüsebrühe
Etwas Olivenöl
Etwas getrockneter Thymian
1 Prise aranischer Pfeffer
Etwas frische Petersilie
10 Skrupel Feuerschlick (Wakame Algen)

Zubereitung:

1. Den Feuerschlick ca.3 Spielrunden in Wasser einlegen.
2. In der Zwischenzeit die Tomaten schälen. Hierzu die Tomate kreuzweise anritzen und mit kochendem Wasser übergießen. Vorher das Tomatengrün entfernen. Die Tomaten nach ca. 2 Spielrunden schälen und würfeln.
3. Anschließend den Knoblauch pressen und die Zwiebeln würfeln. Beides in Olivenöl anbraten und nach etwas mehr als einer halben Spielrunde die Tomatenstücke dazu geben.
4. Die Gemüsebrühe mit den Gewürzen (außer Petersilie) hinzugeben und ca. 4 Spielrunden auf niedriger Temperatur kochen.
5. Den Feuerschlick und das Tomatenmark hinzufügen und die Suppe fein pürieren.
6. Mit den Gewürzen abschmecken und die Suppe mit der frischen Petersilie servieren.
Besuche mit Deinem Helden das Shaya´al´Laila in Zorgan (offenes RP)

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Sanja
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Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von Sanja » 04.04.2022 21:26

(Aus den Aufzeichnungen eines unbekannten Gelehrten der die Regenwälder im tiefen Süden Aventuriens bereist hat.)

Das wichtigste Speise Gebot der Waldmenschen ist die Gaben ihres Katzengottes Kamaluq nicht zu verschwenden. So habe ich dort die wundersamsten Speisen probiert. Eines der wohlschmeckenden Rezepte möchte ich hier mit Euch teilen.

Es beginnt mit etwa 0,7 Stein mageren und gut abgehangenen Fleisches. Ich habe leider nie ergründen können um welches Fleisch es sich handelte. Jedoch erinnerte es stark an das Fleisch vom Rind. Dieses wird in Würfel von etwa 3 Halbfinger Kantenlänge geschnitten
Dann 0,8 Stein der Pflanze die die Waldmenschen Fließend formt wie Blut nennen. ToMaTe, wie es in ihrer Sprache heißt. Fein gehackt und zerkleinert.
Es folgen 3 Zwiebeln deren Mohischen Namen ich mir bis heute nicht merken konnte.
5 Zehen vom wilden Waldknoblauch
2 große feste Früchte die die Moha Man-Go nennen.
70 Skupel Butterschmalz
1 großer Löffel pürierte und eingekochte ToMaTe Paste.
1 Ingrim Wurzel
5 Schoten einer Pflanze die ich vorher nie sah. Dunkelrot und von feurigem Geschmack.
1 kleiner Löffel Pfefferkörner
1 kleiner Löffel Pi-Me-N-Te. Ein Gewürz dem Pfeffer nicht unähnlich.
Ein halber Löffel Zimt
4 Gewürznelken
1 kleiner Löffel Kreuzkümmel
1 kleiner Löffel gemahlenen Koriander
Der vierten Teil einer Muskatnuss
Ein halber Löffel Kardamon sowie ein halber Löffel KurKuMa.
Eine Hand voll Koriandergrün
Etwas gemahlenen Pfeffer und Salz.

Zunächst werden die Gewürze in einer Steinschale fein zermalen. Der Ingrim wird gerieben und die scharfen Schoten entkernt und in feine Stücke geschnitten. Die Zwiebeln und der Knoblauch werden geschält und klein gehackt.
Nun wird ein Topf über dem Feuer erhitzt und das Fleisch im Schmalz kräftig angebraten. Dann kommen Zwiebeln, Knoblauch und die Gewürze hinzu. Der Topf wird etwas höher gehangen um die Hitze zu reduzieren, während das Fleisch ein wenig weiter schmort.
Schließlich kommen die Tomaten und das Tomatenmark hinzu. So köchelt das Ganze eine gute Stunde vor sich hin. Bei bedarf wird noch ein wenig Wasser hinzu gegeben um eine schöne Konsistenz zu erhalten.
In der Zwischenzeit werden die Man-Go geschält und in ein bis zwei Halbfinger große Stücke geschnitten.
Zuletzt wird der schmackhafte Fleischtopf mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt und die ManGo Stücke untergehoben.
Das Koriandergrün wird gehackt und oben auf den Fleischtopf gestreut.

Irdische VersionShow
Afrikanisches Mango Gulasch

Zutaten:


700 g Gulasch vom Rind
800 g Tomate(n), gehackt (aus der Dose)
3 Zwiebel(n)
5 Knoblauchzehe(n)
2 m.-große Mango(s), feste
70 g Butterschmalz
1 EL Tomatenmark
1 Stück(e) Ingwer, 4 cm lang, frisch gerieben
5 Chilischote(n), (rote Thai-Chilies)
1 TL Pfefferkörner, schwarz
1 TL Piment - Körner
½ TL Zimt, gemahlen
4 Gewürznelke(n)
1 TL Kreuzkümmel (ganze Körner)
1 TL Korianderpulver
¼ Muskat, frisch gerieben
½ TL Kardamom, gemahlen
½ TL Kurkuma, gemahlen
1 Bund Koriandergrün
Pfeffer
Salz
evtl. Wasser bei Bedarf


Zubereitung:
Zunächst Pfeffer, Piment, Nelken und Kreuzkümmel im Mörser fein mahlen. Den frischen Ingwer fein reiben. Die Chilischoten entkernen und in feine Stücke schneiden. Anschließend Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und fein hacken.

Das Rindergulasch portionsweise im Butterschmalz braun anbraten. Dann die Zwiebeln, den Knoblauch, die gehackten Chilischoten und alle gemahlenen Gewürze dazugeben und bei geringer Hitze etwas weiterschmoren, dabei nicht anbrennen lassen. Daraufhin die Tomaten und das Tomatenmark zugeben und das Ganze bei geringer Hitze ca. 80-90 Min. zugedeckt köcheln lassen. Bei Bedarf und je nach Geschmack etwas Wasser zufügen.

Zwischenzeitlich die Mangos schälen und das vom Kern gelöste Fruchtfleisch in ca. 1-2 cm große Stücke schneiden.

Das Gulasch vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Mangowürfel unterheben und das Gericht mit gehacktem Koriandergrün bestreuen.

Dazu passt hervorragend Basmatireis oder Fladenbrot.

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Klevi Löwenhaupt
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Ungelesener Beitrag von Klevi Löwenhaupt » 04.04.2022 22:03

Familie

Du betrittst eine kleine Taverne, das Licht ist einladend und alles wirkt sauber.
Ein junger Mann steht hinter dem Tresen, sein Gesicht ist durch Feuermale "entstellt" aber er lächelt freundlich.
"Travia zum Gruße. Kann ich Ihnen etwas bringen?"
Du bist erschöpft von der Reise und nickst einfach nur. Mit einem freundlichen Lächeln stellt man dir einen erfrischenden Tee hin und eine Speisekarte.
Verwirrt schaust du auf als du entdeckst das eines der Gerichte einfach nur "Familie" heißt. Fragst ob dies ein Fehler sei doch der junge Mann schüttelt den Kopf.
"Mitnichten ein Fehler. "Familie" ist ein Gericht aus meiner Kindheit mit den Leuten die ich Familie nannte... Willkommen zuhause!"
Die Tür öffnet sich erneut und einige Leute strömen herein, scherzen und verschiedener können sie nicht sein. Eine junge Dame die edle und teure Kleidung trägt, die scheint als würde sie nicht hier her gehören, eine Dame in grauer Robe die fast schon wie die Mutter wirkt, ein Söldner mit nur einem Auge und viele andere.
Man grüßt sich freundlich und alle bestellen das Gericht "Familie".
Bald darauf war die Taverne belebt und ein gemütlicher Abend entbrennt. Der Wirt stellt dir einen Teller hin mit geröstetem Brot, geschmolzenen Käse und einem Ei drauf.
"Das ist "Familie". Genieße sie."

Familie

Zutaten für eine Person

1 Scheibe Brot
etwas Butter
1 Scheibe Käse
1 Ei

Zubereitung:
Das Brot wird mit etwas Butter in der Pfanne geröstet bis es zart braun angebraten ist.
Eine Scheibe Käse wird auf das warme Brot gelegt und so zum schmelzen gebracht.
Das Ei wird in der restlichen Butter gebraten bis das Eigelb noch flüssig ist aber das Eiweiß fest.

"Dieses Gericht machten wir wenn wir genug Geld hatten um uns mal etwas zu gönnen. Einfach aber es schmeckt."

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Frankie Munster
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Ungelesener Beitrag von Frankie Munster » 04.04.2022 23:18

Auf unserer Reise durch Aventurien haben wir in Thorwal im Traviatempel ein wunderbares und schmackhaftes Rezept entdeckt. Die Geweihten waren so freundlich und haben uns das Rezept aufgeschrieben.


Thorwaler Eintopf nach Traviatempel Art

Zutaten für zwei Hungrige Recken

Für die Hackbällchen:

250 g Rinderhack
1 Ei
1 TL Senf
1 Prise Salz
1 TL Paprikapulver, edelsüß
1 Prise Pfeffer
1 EL Bratöl
1 Scheibe Weißbrot oder 1/2 Brötchen
etwas Schnittlauch

Für die Soße:
1 kleine Zwiebel
1 EL Butter
1 EL Mehl
150 ml Gemüsebrühe
125 ml Sahne
225 g Erbsen und Möhren
1 1/2 Stiele Petersilie
Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Zubereitung

Toastbrot oder Brötchen in Wasser einweichen, ausdrücken und zum Hackfleisch hinzufügen. Hackfleisch, Ei, Senf und Paprikapulver in einer Schüssel zu einer homogenen Masse vermengen. Mit Schnittlauch, Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den Händen ca. 10 kleine Bällchen formen.

Für die Soße Zwiebel pellen und fein würfeln. Butter in einer beschichteten Pfanne zerlassen, Zwiebeln darin glasig schwitzen. Mit Mehl bestäuben und unter Rühren anschwitzen. Mit Gemüsebrühe ablöschen, glatt rühren und aufkochen. 7-8 Minuten köcheln lassen.

Erbsen und Möhren zugeben, die Sahne einrühren. Weitere 10 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen.

Inzwischen die Hackbällchen in einer Pfanne mit heißem Bratöl von allen Seiten anbraten. Petersilie waschen, trocken schütteln und fein schneiden.

Hackbällchen in die Soße geben, 2-3 Minuten mit köcheln lassen
Dazu passen gut Borntoffeln oder Reis.



Lasst es euch schmecken ihr tapferen Recken

Iwan von Tschreklitsch
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Ungelesener Beitrag von Iwan von Tschreklitsch » 05.04.2022 14:26

Heute:
Maestro Infanto Di Casimiro-Berritilis
Hofkoch des Kaiserhauses zu Vinsalt


Antipasti Mille Crudelitati (Vorspeisentafel der 1000 Genüsse)
Filetto Con Diavolini (Bärenfilet an delikaten Nudeln)
Dolci Atroci (Süssigkeiten nach horasischem Geheimrezept)
Papiri di Veritas (Knackfrisches süßes Esspapier)


Diese Ankündigung und Speisenfolge wurde irgendwann im Jahre 1040 in Festum auf einem Schild vor dem Markthotel gesehen.
Die Kellner an diesem Abend waren angewiesen, die Gäste darauf hinzuweisen, dass es sich um Magische Zutaten handele: Für diejenigen, die in Gedanken und Handeln schlecht seien, sei das Essen nichts Besonderes, für diejenigen aber, die gut und rechtschaffen seien, sei dieses Gericht ein höchster Genuss!

Das Rezept sah folgendermaßen aus:
Zur Vorspeise nehme man ToMaTeen (glücklicherweise hatte Infanto welche dabei), schneide sie in kleine Ringe und süße sie mit Zauberpulver
Speziell abgehangenes Fleisch eines Wüstenbären (das Infanto ebenfalls mitgebracht hatte) und weiße und Rote Nudeln werden gebraten bzw. gekocht, in kleinstmöglicher Portion angerichtet, am Tisch einmal kurz mit Schnaps flambiert, dann ein Hauch von Zauberpulver darüber und voila!
Für den Nachtisch nehme man echtes Farina und Wasser und knete das in kleine Formen von Einhörnern, Schwänen oder dergleichen. Zauberpulver nicht vergessen!
Auf das abschließend gereichte und mit Zauberpulver verzierte Papier schreibe man mit Zitronensaft: "Wem dies nicht geschmecket hat, der sollte darüber nachdenken, ob er weiterhin etwas vom Tiere isst. Das ist Tsa nämlich nicht recht und dem Tier schonmal gar nicht."

Nachspiel
Einer der Gäste, ein zumal recht weit gereister, vertraute sich später einem Freund an:
Die ToMaTeen schmeckten ihm wie Maraskanische Chili, das Bärenfilet wie Pappe, die roten Nudeln waren wie Wollfäden und die Nachspeise sei doch recht matt, dass Esspapier hingegen sauer gewesen. Aber irgendwie fühle er sich nicht wie ein schlechter Mensch, wie das denn sein könne...

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Avariel
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Ungelesener Beitrag von Avariel » 05.04.2022 22:03

Der Kochtopf des Efferdgeweihten

„Du wirst nicht glauben, was ich neulich bei der Viergötterwallfahrt erlebt habe. Wir sind noch nicht lange aus Ragath raus, da fällt mir ein Efferdgeweihter auf, der an seinem Wanderstab einen Kochtopf mit sich trägt. Ja, einen Kochtopf! ,Ingerimm und Efferd zum Grußeʼ, sprech ich ihn neugierig an, was er denn damit will. ,Na, kochen natürlichʼ, sagt der ganz ungeniert. Ja, da hab ich ähnlich verdutzt geguckt wie du. Der schien von irgendwo aus den Tulamidenlanden zu kommen. Vielleicht, denk ich mir, kommen die da langsam zur Vernunft. Aber dann hat er mir erklärt, wie das Ding funktioniert. Halt dich fest.“ – aus einem Gespräch zweier Ingerimmgeweihter

Aussehen: Ein bauchiger Topf aus Kupfer mit zwei Henkeln. Diese dienen zugleich als Halterungen für einen gebogenen Griff, mit dem der Topf wie ein Eimer getragen werden kann. Verschlossen wird der Topf mit einem gewölbten, ebenfalls kupfernen Deckel. Ein in den Deckel gravierter, gewellter Ring um dessen Mittelpunkt herum ist die einzige Verzierung des ansonsten schmucklosen, an einer Stelle bereits eingedellten Topfes. Der Topf hat ein Fassungsvermögen von 8 Litern.

Wirkungsweise: Der Topf wurde von einer Khunchomer Artefaktmagierin für einen befreundeten Efferdgeweihten geschaffen. Auf dem Topf liegt ein Caldofrigo, der auf in den Topf gefülltes Wasser wirkt und dieses für acht Minuten um 90 Grad erhitzt. Je nach Ausgangstemperatur des Wassers erreicht es also eine Temperatur von ca. 100 Grad und beginnt zu kochen. Der Zauber an sich wirkt nicht auf den Topf selbst oder auf im Wasser schwimmende Nahrungsmittel. Durch den Kontakt mit dem Wasser werden aber indirekt auch diese erwärmt, ganz so, wie wenn das Wasser auf profanem Wege zum Kochen gebracht worden wäre. Gekochtes Essen verliert die aufgenommene Wärme dementsprechend auch nicht, sobald die Wirkungsdauer endet, sondern kühlt allmählich auf natürliche Weise ab. Damit ist es möglich, ohne Nutzung von Feuer Speisen zu kochen, sofern die nötige Kochzeit die Wirkungsdauer des Zaubers nicht übersteigt. Ausgelöst wird der Zauber, indem der Topf mit dem zugehörigen Deckel verschlossen wird; ein späteres Entfernen des Deckels hat keinen Abbruch des Zaubers zur Folge. Wie viel Wasser sich im Topf befindet, ist unerheblich. Der Zauber wirkt nur auf Wasser, nicht auf andere Flüssigkeiten wie etwa Milch und auch nicht auf Eis, da dieses nach aventurischer Elementarlehre ein anderes Element als Wasser ist. Das Artefakt lädt sich selbst auf und kann einmal pro Woche genutzt werden.

Die Artefaktseele (optional): Der Topf wird von einem Geist beseelt, der es gar nicht gerne sieht, in der Zeit zwischen zwei magischen Anwendungen zu einem stinknormalen Kochtopf degradiert zu werden, in dem Essen auf gewöhnliche Weise zubereitet wird. Beim ersten Einsatz dieser Art belässt es der Topf noch bei beleidigten Beschwerden. Beim zweiten Mal droht er an, künftig die Zauberwirkung zu verweigern, was er beim dritten Mal wahr macht. Ab dem vierten Mal lässt der Geist im Topf kochendes Wasser nach fauligen Eiern stinken, was sich auf den Geschmack der darin gekochten Speisen überträgt. Diese sind fortan nur noch nach einer gelungenen Selbstbeherrschungs-Probe essbar (von genießbar kann keine Rede mehr sein). Bei jedem weiteren profanen Einsatz verschlimmert sich der Gestank, sodass die Probe jeweils um einen weiteren Punkt erschwert wird. Wenn der Topf einen neuen Besitzer findet, steht der Geist diesem wieder loyal zur Verfügung. Der Geist kommuniziert über tulamidische Schriftzeichen, die feuerrot leuchtend auf dem Deckel erscheinen.

Der Topf im Abenteuer: Der Kochtopf kann auf unterschiedliche Weise im Abenteuer eine Rolle spielen:
- Während einer Reise erkrankte der Efferdgeweihte schwer. Den Wirtsleuten der Flussherberge oder Hafenkneipe, die ihn aufopferungsvoll pflegten, schenkte er zum Dank den Topf. Im Laufe der Zeit wurde das Wirtshaus dadurch zum Geheimtipp bei reisenden Efferdgeweihten. Doch nun hat jemand den Topf gestohlen. Können die Helden ihn zurückbringen?
- In einer anderen Variante stirbt der Efferdgeweihte bei einem Schiffsuntergang. Die Helden finden den Topf unter dem angespülten Strandgut. Werden sie erkennen, was sie da gefunden haben, ehe sie den Geist durch "missbräuchliche" Verwendung des Artefakts vergrault haben?

Andras Marwolaeth
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Ungelesener Beitrag von Andras Marwolaeth » 05.04.2022 23:07

Vegetarische Bratkartoffeln

Mein Freund Tsafried isst kein Fleisch. Vor einigen Jahren bereisten wir zusammen die Provinz Weiden und kamen schließlich hungrig zu einem Gasthaus. Tsafried fragte den Wirt nach einem Gericht ohne Fleisch und der schlug dann Bratkartoffeln vor. Klang nicht schlecht, also nahm er das. Nach einiger Zeit kam der Wirt aus der Küche mit einem Teller voller Bratkartoffeln, braungebrannt, mit Zwiebeln und...
"Moment, was ist denn das?" fragte Tsafried den Wirt.
"Speck", kam die Antwort.
"Aber das ist doch dann nicht fleischlos", beschwerte sich Tsafried.
"Öhm..."
Tsafrieds Hund hat's jedenfalls geschmeckt.

beruht auf einer wahren Begebenheit

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Lifthrasil
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Ungelesener Beitrag von Lifthrasil » 06.04.2022 20:32

Zwölferarscherle
Eine weit verbreitete 'Fasten'speise

Eigentlich heißen diese gefüllten Teigtaschen ja Mundbeutel, Tauchlinge oder haben andere regionale Namen. Der Volksmund, der sie mit Freuden in der Fastenzeit verzehrt, nennt sie aber Zwölferarscherle. Weil... nun. Dazu muss man ihren Inhalt kennen, was man als Götterfürchtiger Mensch lieber vermeidet.

Vom Konzept her sind die Mundbeutel ein fleischloses Fastengericht. Man hackt diverses Gemüse ganz klein, brät es an, würzt es gut und bereitet daraus eine Füllung zu. Diese legt man in löffelgroßen Portionen auf dünne Teigplatten und schließt diese. Entweder dadurch, dass man den Rand zudrückt oder dadurch, dass man den Teig rollt. In jedem Fall erhält man mundgerechte, lecker gefüllte Teigtaschen, die man in der Suppe genießen oder anbraten und mit (Kartoffel)Salat verzehren kann. Vorgekocht halten sie sich auch etliche Tage und sind daher als Fastenspeise besonders geeignet.

Natürlich kann es passieren, dass man zum anbraten des Gemüses keine Butter da hat und statt dessen tierisches Fett verwendet, das eh noch da ist und das sonst ranzig werden würde. Schließlich kann es nicht Göttergefällig sein, gutes Essen verkommen zu lassen. Und wenn man das Fett erst aus Speck auslassen muss und diesen dabei mitverarbeitet... Nun, so genau muss man das ja nicht nehmen. Und wenn noch etwas Braten übrig ist, der weg muss, oder wenn ein Huhn zur Unzeit stirbt, na, alles fein gehackt und unters Gemüse gemischt. Im großen und ganzen bleibt es doch ein Gemüsegericht! Praios wird schon nicht zu genau unter das Teigmäntelchen schauen, das diese 'Gemüse'Füllung umschließt, die oft nur noch Spuren von Gemüse enthält.

Daher der Name, der andeutet, dass man mit diesem Gericht die Götter täuschen wolle. Aber das ist nun wirklich ungerecht. Schließlich kann kaum der Gast dafür verantwortlich gemacht werden, wenn der Koch in einer bekanntermaßen fleischlosen Speise doch Fleisch versteckt. Und so erfreuen sich die unschuldigen Zwölferarscherle auf ganz Dere in den Fastenzeiten größter Beliebtheit.

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Frostgeneral
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Ungelesener Beitrag von Frostgeneral » 07.04.2022 11:02

Weiden'sche Nascherei: Abenteurer-Rotwein
Alles was ihr braucht ist einen stattlichen Krieger

Für den optimalen Genuss schleicht man sich im Winter in eine Taverne
Das Feuerholz gibt den Abenteurer eine verräucherte Note
Nachts gegen 23. Stunde gehen die meisten nach einer langen Reise ins Bett
(Optimal, wenn man grade aufgestanden ist und der schnelle Hunger plagt)

Den schlafenden Reisenden einen Knüppel überziehen, den Mund verbinden, wegschleifen
(Hier bitte nicht schon vorher kosten, das Blut muss vollständig sein, sonst dünstet über die Löcher im Hals der Geschmack heraus)
In eurer Burg / Höhle / Kanalisation / Schloss auf dem Hügel könnt ihr sie dann in den Backofen schieben
Legt ein paar Apfelscheiben dazu, 3 Karotten und 4 Zwiebeln
(Keine Sorge, die müsst ihr nicht essen, nur für das Aroma)

2 Stunden bei milder Hitze, am Besten mit Kettenhemd für ein paar optische Details auf der Haut
Danach könnt ihr anbeißen, lasst es euch schmecken
Das Blut hat angenehme Trinktemperatur und reicht für eine Vampirfamilie von 5-6 Mitgliedern
Wohl bekomms

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Horasischer Vagant
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Ungelesener Beitrag von Horasischer Vagant » 07.04.2022 13:47

Tassilo Scarpone @Nicolo Bosvani , ein TSA-Geweihter aus dem Horasreich besucht derzeit das Shaya´al´Laila in Zorgan. Da er sich gerne an die Speisegebote der jungen Göttin, nichts von toten Tieren zu essen, halten möchte – serviert man ihm gerne Gemüseaufläufe. Stellvertretend hier nun ein Auberginenauflauf, der auch bei der Spezialplatte „Araniens Juwelen“ zu finden ist!

Nebenbei habe ich mich entschlossen dieses Gericht heute selbst zu kochen. Bei mir gab es jedoch Hühnerspießchen und Iltok-Knollen dazu.

Auberginenauflauf für den wandernden TSA-Geweihten

Für: 2-3 Personen
Zutaten
• 2 mittelgroße Auberginen
• 0,6 Stein pürierte Tomaten (Passata)
• 2 Kugeln Filata-Käse aus der Milch des Rashduler Drehhorns (Mozzarella)
• 0,1 Stein frisch geriebenen Extrahartwürzkäse aus der Milch des Ongalorindes (Parmesan)
• Olivenöl
• Salz & Pfeffer
• 3 Zweige frischen Oregano oder eine Fingerkuppe getrockneten Oregano
• 1 kleine Zwiebel
• 1 Knoblauchzehe

Zubereitung
1. Backofen gut vorheizen. (210°C Ober-/Unterhitze)
2. Die Auberginen der Länge nach in möglichst dünne Scheiben schneiden, mit Olivenöl bepinseln, leicht salzen, (auf einem Backblech mit Backpapier verteilen und) 2 bis 3 Spielrunden rösten bis sie weich und leicht gebräunt sind. Inzwischen die Tomatensauce vorbereiten: Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in Olivenöl glasig dünsten. Oregano mit dazu geben und kurz mitdünsten, danach mit den pürierten Tomaten aufgießen und alles ein wenig reduzieren lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
3. Den Mozzarella fein würfeln, reiben oder zerrupfen. Jetzt schichtweise Auberginen, Tomatensoße, Mozzarella und Parmesan in eine Auflaufform geben. Mit Tomatensoße und Käse abschließen. Bei 200°C 4 bis 5 Spielrunden goldbraun überbacken
4. Mit Fladenbrot oder Reis servieren.
Besuche mit Deinem Helden das Shaya´al´Laila in Zorgan (offenes RP)

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Farmelon
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Ungelesener Beitrag von Farmelon » 07.04.2022 21:04

Mitten im eisigen Norden, in einer notdürftigen Unterkunft. Bitterkalt und klirrender Frost. So kalt, dass nicht einmal Wolken am Horizont zu entdecken sind. Nur Eis, Eis und noch mehr Eis. Durchbrochen von einigen vereisten Felsenklippen.

"Lieber erfrier ich!" Faucht ein ziemlich durchgefrorener Efferdgeweihter mit blauen Lippen und Fingern.

"Wie Ihr meint Euer Gnaden, wie Ihr meint.......bedauerlicherweise brauchen wir Euch noch. Es wäre sehr zuvorkommend wenn ihr Euren Termin mit Eurem Gott noch ein wenig verschieben könntet." Kommt es, recht schnippisch, von dem kleinen blonden Mann als der Effergeweihte sich weigert ans wärmende notdürftige Feuer zu rücken, geschweige denn etwas von dem mit dessen Hilfe geschmolzenen Wasser oder von der heißen Brühe zu trinken.

Mit einem deftigen Fluch wendet der Blonde sich an den Rondrageweihten mit polierter Rüstung und den tulamidischen Krieger im Spiegelpanzer. "Helft mir mal....." Aber statt, wie von dem Rondrageweihten befürchtet und von dem Tumaidenkrieger schulterzuckend zur Kenntnis genommen, geht es nicht darum dem Efferdgeweihten mit Gewalt ans Feuer zu zerren oder etwas einzuflößen.

Bald darauf, Rüstungen und Schild entledigt, dazu noch ein, zwei Brocken glattes Eis das gut reflektiert, dazu eine größere Metallschale, Lupe und anderen Glitzerkram später fokussiert dies konzentrierte Lichtstrahlen auf die Metallschale. Noch einmal die Position der Dinge angepasst, ein weiterer wenn auch etwas gedämpfter Fluch, das ganze noch ergänzt durch eine Lupe und einem Vergrößerungskristall aus den alchemistischen Dingen die sich in seinem Gepäck finden beginnt bald darauf zumindest etwas Schnee in der Schalte zu schmelzen. So dass der efferdgeweihte nach längerem, guten Zureden zumindest etwas trinkt, ehe sich durch die kraft der Sonne irgendwann auch mehr aufwärmt so dass es auch etwas warmes Wasser für seine Gnaden gibt ohne das es dafür ein offenes oder entzündetes Feuer bedarf.
(dafür dann einen fluchenden Rondrageweihten und Tulamiden, deren wertvolle Rüstungen so missbraucht werden.)


Manchmal muss es nur kompliziert genug sein damit man daran glaubt....... Denkt Mordred sich grimmig dabei, denn keiner bekommt mit wie der kleine blonde Mann auf eben jene Metallschale die im Zentrum von der ganzen Konstruktion steht heimlich einen Manifesto gewirkt hat um diese für die nächsten Stunden zu erwämen, wo die Konstruktion alleine sicher an ihre Grenzen gestoßen wäre. Blöde Geweihte und ihre noch blöderen Speisegebote. Blöde arkanophobe Arschlöcher gleich welcher Couleur. Wie war das? Wir nehmen keinen Magier mit auch wenn er es angeboten hat uns zu begleiten, Magie ist unnatürlich...........Aber wenn er stirbt bekomm ich keine Belohnung und nur Probleme....

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Irike
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Ungelesener Beitrag von Irike » 07.04.2022 21:42

Dörrfleisch – in Zeiten der großen Not auch für die Ohren

Alrik war wütend. Immer blieb die Drecksarbeit an ihm hängen! Der ehrenwerte Herr Adeptus hatte ganz plötzlich noch Wichtiges in der Bibliothek der Akademie nachzulesen, Ritterin Glenna war aus heiterem Himmel eingefallen, dass sie ja noch zur Andacht in den Rondra-Tempel musste und danach eine Zwiesprache mit Ihrer Gnaden Rondratreu zu halten hatte. Und Fendariel Sommerblüte musste… in den Wald, um mal wieder zu sich selbst zu finden. Na toll! Prima! Es gab echt Tage, an denen Alrik seine Gefährten zum Namenlosen wünschte!
Morgen wollten sie abreisen und er (wer sonst!) war mit der Aufgabe betraut worden, die Vorräte für die voraussichtlich zwei Wochen andeuernde Reise durch die Hinterwelt, die Fendariel als Freiheit zu bezeichnen pflegte, zu besorgen. Als das Thema Proviantbeschaffung aufgekommen war, hatten Rashid und Alrik kurz darauf zusehen dürfen, wie Fendariel mit ihrem Elfenbogen in Richtung Stadtmauer hinforttänzelte und Glenna in die andere Richtung zum Tempelplatz stolzierte. Jede von beiden natürlich vorher einen “triftigen” Grund vorbringend, warum sie leider keine Zeit hätten um sich darum zu kümmern. Als Rashid daraufhin, ohne mit der Wimper zu zucken, seinen Bibliothek-Grund vorgeschoben hatte, war Alrik der Kragen geplatzt und er hatte sich lauthals beschwert, dass wenigstens der Magier ihm helfen könnte. Aber der hatte nichts Besseres zu tun gehabt als mit dem unvermeidbaren Stab in der Hand, fröhlich vor sich hin pfeifend, in Richtung Akademie davon zu spazieren. Alrik hatte er noch einen wohlmeinenden Blick über die Schulter zugeworfen und gerufen: “Ach Alrik, das ist doch schnell erledigt. Außerdem kannst du doch am besten handeln von uns allen”.

Wenigstens zum Abendessen würde Alrik nicht alleine sein. Denn Rashid und Glenna hatten versprochen, zum Abendessen wieder in die Herberge zu kommen. Fendariel würde mit Sicherheit wieder in irgendeiner Astgabel übernachten und sich von Tannenzweigen oder sonstwas ernähren. Versteh einer die Elfen!
Wenigstens etwas: wenn Glenna was versprach, dann war darauf Verlass. Ob Rashid allerdings auch zum Abendessen da sein würde, war mehr als fragwürdig. Vielmehr bestand die Gefahr, dass er morgen früh noch immer nicht aufgetaucht war, da er sich entweder über einem staubigen Folianten festgelesen oder darauf eingeschlafen war oder einen “Collega” getroffen und die ganze Nacht mit dem über irgendwelchen Magier-Firlefanz gefaselt hatte. Egal, wenigstens Glenna würde da sein, sofern sie nicht vom Dämonenfürsten persönlich aufgehalten wurde.

Der drahtige Rothaarige stand nun mit dem Maultier alleine auf der Hauptstraße vor dem Markt, missmutig und übellaunig. Zu allem Überfluss war es inzwischen auch noch so spät geworden, dass die meisten Händler ihre Marktstände bereits abgebaut hatten. Und die, die noch da waren, hatten zu dieser Stunde nur noch Schund anzubieten.
Glücklicherweise, dem Listigen sei es gedankt, war Alrik mit den Strömungen von Städten und Siedlungen so vertraut, dass es nicht lange dauerte, bis ihm jemand den Weg zum “Kontor Furdosch” gewiesen hatte. Da stapfte er nun missmutig durch den Straßendreck und wünschte seine Gefährten nach sonstwo. Das störrische Maultier schien seine miese Stimmung zu spüren, denn es stellte sich noch bockiger an als sonst. Wenn Fendariel nicht dabei war, war es ohnehin schon immer eine Mühsal mit dem Vieh, aber jetzt war es noch zickiger. Wütend verpasste er dem Grautier einen Schlag auf die Hinterbacke, was das Biest mit einem stoischen und völlig desinteressierten Blick quittierte, der Alriks Stimmung alles andere als zuträglich war. Zornig trat er einen Kiesel beiseite.
“Kontor Furdosch”. Wenn dieser Furdosch mal kein Zwerg war! Denn mit denen war das Handeln alles andere als spaßig: Diese spröden Kurzgewachsenen, die nur aus Bart, Haaren, Kettenhemden und Äxten zu bestehen schienen, waren für keinerlei phexgefälliger Schacherei zu haben. Sie weigerten sich schlichtweg! Beim Schatten des Mondes, was waren das nur für seltsame Gestalten, fragte sich der junge Mann nicht zum ersten mal in seinem Leben.

Endlich stand er vor der Tür, über der ein hölzernes Schild mit dem Namen des Ladens hing. Besonders einladend sah es nicht gerade aus: Eine einfach zusammen gezimmerte Holzhütte, die als Vorbau vor ein solides Steinhaus gebaut worden war. Was soll’s, dachte sich Alrik, band das sture Maultier an und trat ein. Mehrere lustig klingelnde Glocken ließen ein helles Läuten ertönen, als er den Kontor betrat. Fast klang es so wie das fröhliche Klimpern goldener und silberner Münzen, was Alriks Stimmung ein wenig aufzuhellen vermochte. Nachdem die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war, fand er sich in schummrigem Halbdunkel wieder, was seine Laune um eine weitere Nuance anhob: Eine phexgefällige Umgebung, um sich einer freudigen Feilscherei hinzugeben! Alrik schaute sich mit dem geschulten Auge eines versierten Beobachters um. In diesem Laden gab es alles, so wollte ihm scheinen, was das Herz des Reisenden begehrte. In einem Regal befanden sich Seile verschiedener Dicke, Qualität und Länge. Daneben lagen Kletterhaken verschiedener Güte. In einem Ständer an der Wand steckten zahlreiche gebrauchsfertige Fackeln. Decken gab es, Holzschalen, kleine Kessel aus Kupfer oder anderen Metallen, Feuerstein und Zunder inklusive praktischer Aufbewahrungsdose, sogar ein paar einfache Dolche waren ausgelegt. Öltuch zum Schutz empfindlicher Dinge auf Reisen, Öltuchmäntel zum Schutz der eigenen Person vor Efferds zu zahlreicher Gabe. Kurzum, alles, was auf Reisen von Nutzen sein konnte. Nur Proviant entdeckte Alrik nirgendwo. Er wunderte sich, denn die kleine Frau hatte doch ausdrücklich den Namen des Kontors genannt, als er sich danach erkundigt hatte.

Lange musste er nicht warten, dann kam eine Frau durch einen Vorhang aus Holzperlen, die dabei leise gegeneinader klimperten, in den Verkaufsraum. Sie war riesig, dazu muskelbepackt und hatte ein breites Gesicht. Ihr dicker, ehemals rotblonder Zopf war von etlichen weißgrauen Strähnen durchzogen. Sie mochte gut und gerne vierzig Götterläufe zählen. Hätte Alrik sie auf der Straße getroffen, hätte er sie eher für eine Söldner-Veteranin als für eine Händlerin gehalten. Sie sah fast so aus, wie er sich seine gute Freundin Glenna vorstellte, wenn die in die Jahre gekommen sein würde.
“Aves und Phex zum Gruße! Was kann ich für euch tun?”, fragte die Hünin freundlich mit tiefer Bassstimme. Diese beiden Alverianer aus dem Mund dieser Riesin zu hören klang irgendwie unpassend.
“Nun, werte Dame…” setzte Alrik an, woraufhin die Große in ein herzliches, schallendes Gelächter ausbrach. “Werte Dame braucht ihr mich nicht zu nennen. Ich bin einfach Tjeika.”
“Gut, denn, werte Tjeika,” setzte Alrik erneut an, “mir wurde Euer Kontor zwecks Beschaffung von Reiserationen empfohlen. Doch vermag mein Blick zahlreiche Auswahl an allerhand Reisebedarf in Eurer Auslage zu entdecken, nicht jedoch die Rationen, die ich für mich und meine drei Gefährten zu erstehen gedachte.”
Wieder das herzliche Lachen. “Ja, die liegen auch nicht hier im Laden rum. Aber hier,” sie holte ein Blatt Pergament unter dem Tresen hervor, “findet ihr unsere Auswahl an haltbaren Nahrungsmitteln für die Reise.” Sie legte das Pergament auf den Tresen. Mit einem kurzen Blick erkannte Alrik eine Liste. Links der Name der Speise, daneben ein gemaltes Bild derselben (wirklich sehr gut gezeichnet, musste er anerkennen), daneben die Beschreibung mit Informationen über Anwendung, Haltbarkeit, Lagerung und Angaben zur Ergiebigkeit. Etwa im Sinne von “entspricht einer Zehntel-Tagesration”.

“Es ist ganz einfach,” sagte Tjeika, während Alrik einen bewundernden Blick auf diese wirklich sehr gut ausgearbeitete Liste in fein geschwungener Schrift warf, “Ihr sucht Euch aus, was Ihr wollt und wieviel davon und ich stelle dann die Pakete zusammen und hole meinen Mann um mit Euch derweil über den Preis zu verhandeln. Seht Euch die Liste gerne in Ruhe an.”
Das tat er. Und war mehr und mehr beeindruckt. Die Zusammenstellung enhielt eine große Auswahl an haltbaren Speisen und war in der Tat wie für den Reisenden gemacht. Mit dem Finger glitt er Zeile um Zeile herab und nahm beeindruckt zur Kenntnis, was hier alles geboten wurde: Von Trockenfrüchten, über Reisezwieback, frischen Äpfeln, Wurzelgemüse, Hartkäse, Nüssen, Dörrfleisch, trockenem Zuckergebäck, Trockengewürze für Selbstgejagtes bis hin zu frisch gebackenem Brot für die ersten Tage der Reise war alles im Angebot.
Während Alrik neugierig die gut ausgearbeitete Beschreibung zu jeder Speise betrachtete, hatte Tjeika ein Bastardsschert unter der Theke hervor geholt und damit begonnen, es zu schleifen. Eigentlich eine abweisende, wenn nicht gar bedrohliche Geste der Kauffrau. Aber irgendwie wirkte es so, als würde sie es von ganz alleine tun, ohne darüber nachzudenken, ohne Hintergedanken. Einfach, weil sie das scheinbar immer so machte. Jedenfalls fühlte Alrik sich trotz der doch recht martialischen Handlung keineswegs bedrängt oder gar bedroht. Seine Finger glitten weiterhin Zeile über Zeile über die Liste, bis er an einer Beschreibung hängen blieb, die ihm sonderbar vorkam. Beim “gepökelten Dörrfleisch, Kuh” stand beschrieben: 1 Einheit entspricht ¼ Tagesration. Haltbarkeit: etwa drei Wochen, sommertags weniger. Lagerung: schattig, eingeschlagen. Verträgt Druck. Empfehlung: jeden oder jeden zweiten Tag. Schmackhaft zusammen mit Zwieback, Hartkäse oder Trockenobst. Für den erlauchten tulamidischen Gaumen auch gerne mit Süßgebäck. In Zeiten große Not auch für die Ohren.
Für die Ohren? Den Finger auf der seltsamen Beschreibung blickte er auf und schaute Tjeika in deren offenes Gesicht. “Hier steht, in Zeiten der Not auch für die Ohren. Was, werte Tjeika, ist denn damit gemeint? Zumindest meinesgleichen ist lediglich mit dem Mund dazu in der Lage, Nahrung zu sich zu nehmen.”
Wieder erscholl das herzhafte Lachen der Hünin. “Das, mein guter Freund, ist eine lange Geschichte. Dennoch mache ich sie, um Eure Zeit nicht über Gebühr zu beanspruchen, kurz: Meine alten Gefährten und ich waren in diesem Wald unterwegs. Wir waren damals viel unterwegs, wisst Ihr. Damals, bevor wir uns zusammen hier niedergelassen haben. Hier und dort, immer da, wo es was für tolle Hechte und Haudegen wie uns vier zu tun gab! Im ganzen Kontinent haben wir uns rumgetrieben, bis runter nach Brabak! Na, ist ja jetzt auch egal. Jedenfalls waren wir da in diesem Wald und da war dieses Feen-Dings mit seinem Gesäusel und Gesinge. Der gute Achmud ben Beshkaar erklärte uns später, dass es sowas wie’n Irrlicht oder so war. Hat lang und breit irgendwas vor sich hin erklärt, was irgendwie keiner von uns anderen so richtig verstanden hat. Könnte dran gelegen haben, dass er immer mit so schlauen Worten um sich geworfen hat die doch keine Sau versteht!” Alrik fühlte sich gerade sehr stark an die ein oder andere Situation mit Rashid erinnert. “Jedenfalls hat dieses Feen-Dings versucht, uns entweder gegeneinander aufzuhetzen oder in den tiefen, dunklen Wald zu locken, auf dass wir uns dort verirren und jämmerlich zugrunde gehen. Aber unser Achmud war schon immer ein schlaues Kerlchen und ‘ne Ecke besser in Sachen Selbstbeherrschung als wir anderen, also Salariya Winterträumerin, mein Mann Phexdan und ich. Das lernt man wohl bei denen an der Magierakademie. Der hat jedenfalls was Dörrfleisch aus seiner Tasche geholt, es in den Mund genommen und ‘ne Weile drauf rumgekaut und es sich dann rechts und links in die Ohren gestopft. Nachdem er mir auch was in die Ohren gestopft hatte, glaubt mir, das war gar nicht so einfach und ich war kurz davor, ihn dabei über’s Nimmermeer zu schicken, konnte wir zusammen die anderen beiden retten und alles war gut. Also, kurzum, das Dörrfleisch kann echt nützlicher sein, als man dem spröden, trockenen Zeuch, das für meinen Geschmack auch noch viel zu salzig ist, zutrauen würde.”
Neugier bringt den Magier um.

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Aljoscha
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Ungelesener Beitrag von Aljoscha » 08.04.2022 12:27

Eine beliebte Speise die Rur- und Gror-Priester*innen gerne zubereiten:
maraskasuppe.jpg
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Mikal Isleifson
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Ungelesener Beitrag von Mikal Isleifson » 09.04.2022 14:10

Hochgeschätzter Tsafried, ich danke Euch für die Abschrift des Notizbüchleins aus dem Nachlass des horasischen Hofkochs Raul von Kusebock. Seine Ideen zur Innovation der Küche werden auch hier Anklang finden, da bin ich sicher.

Ich möchte ferner Grüße an Eure Base übermitteln und hoffe, sie erfreut sich bester Gesundheit. Ich komme nun zum eigentlichen Zweck dieser Depesche. Jüngst habe ich bei einem Trödler ein altes Pergament erstanden, welches einem gewissen "Meister Alrik, des von Hirschfelsen Koch" zugeordnet werden kann. Das Pergament selber ist authentisch und ist - laut meinem guten Freund Magister Caldareth ungefähr 1300 Jahre alt. Ich vertraue da voll und gänzlich seiner Expertise. Leider sind Teile des Pergaments nicht mehr gut erhalten, aber von dem, was man ihm entnehmen kann ist folgendes zu erkennen:

krum krapffen - eyn Gericht in Gestalt eynes Hufeysens

Also sollest Du guten Käs reiben thun und mit der gleychen Menge Mehles vermengen und Eier daran schlagen, so dasz sich alles zu eynem Teige kneten undt ausrollen lasse. Würtz es guth und wohl und rolle es zu eyner Wurst. Krümm' es wie eyn Hufeysen und backe es in guthem Schmalz aus bis es golden braun iszt und dem Sonnenfürsten eyn wohlgefallen. Verspeis' es wohl heisz sintemalen es kalt recht hart geräth."

Leider ist der Rest des Textes nicht mehr erhalten. Ich frage mich daher: welche Gewürze und Spezereien mag man wohl genutzt haben? Vor tausenddreihundert Jahren gab es ja z.B. noch keinen regen Handel mit den Gewürzkolonien, so dass Dinge wie Benbukkel wohl eher selten verwendet worden sind. Ich denke, selbst eine Person, welche nicht von Stand ist, sollte aber zumindest Salz und Kreuther aus dem eigenen Garten wie Basiliskum oder Bornländer Kümmel oder wild gepflücktes wie Efferdampfer oder Löwinnenzahn erwerben können. Ein Herr vom Stande wird vielleicht Kurkumer Pfeffer gehabt haben oder andere exquisitere Spezereien verwendet haben. Auch gilt es zu bedenken, welches "Schmalz" verwendet wurde. Für armes Volk wird es wohl Rindertalg oder Schweineschmalz gewesen sein, aber ich kann mir hier auch geklärte Butter vorstellen oder - wenn der Herr besonders PRAiosgläubig oder wohlhabend ist, oder man für einen Tempel kocht, so wäre Praiosblumenöl oder eventuell Gänseschmalz wohl angemessen. Auch über die Krümmung oder die Größe der Krapfen vermag ich nicht viel zu sagen, aber erste Versuche, deren Größe echten Hufeisen nahekommen, zeigten sich vielversprechend. Auch die Wahl des Käses und seiner Menge mag wohl variabel sein.

Aber wie viele Eier, das wusste Meister Alrik wohl nur selber. Und waren es Hühnereier? Gänseeier oder wäre dies der Herrin TRAvia ein Greuel - oder im Falle der Armenspeisung oder des Tempeldienstes sogar sehr gefällig? War der Koch selber PRAiosgläubig oder ist seine Anmerkung den Bräunungsgrad betreffend rein allegorisch zu verstehen? Ist dies Gericht ob seiner Form ein Gericht für Feiertage der heiteren Göttin? Diente es vielleicht der Speisung von Pilgern? Immerhin scheint es sehr stärkend und gehaltvoll zu sein. Ist dies Klosterküche - eventuell aus einem PRAiokloster? Hier wäre ein klärendes Gespräch mit unseren Brüdern und Schwestern in den Zwölfen wohl angebracht. Diese Speise hat auch große Ähnlichkeit mit den Grangorer Halbmonden, welche traditionell in lokalen Tempeln der Hesinde zum Fest der Erleuchtung sowohl von Priestern wie auch von Pilgern gegessen werden, auch wenn sich die Zubereitung etwas unterscheidet. Könnte diese Speise ein Vorläufer der heutigen varietas sein?

Ich hoffe, das Pergament wird Euch ebenso in seinen Bann ziehen und Euch dazu inspirieren, dies zu testen und für die Nachwelt zu erhalten. Viel zu viel wird mündlich überliefert oder ist unklar scribiert. Ich hoffe auf baldige Korrespondenz.

Hochachtungsvoll,

Hesindian Schlangengruß,
Archivar des Hesindetempels zu Gareth
Abteilung für experimentelle Geschichte
Zuletzt geändert von Mikal Isleifson am 09.04.2022 22:58, insgesamt 1-mal geändert.
Contra vis mortis nulla herba hortis

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Denderajida_von_Tuzak
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Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 09.04.2022 22:49

Liebe Base,

da du jetzt auf einem Bornlandsegler als Smutje angeheuert hast und für die Passage durch die Blutige See sicher einen Efferdbruder oder gar einen Gefährten von Wind und Wogen an Bord haben werden, notiere ich dir einige Rezepturen, wie wir sie auch hier im Brabaker Admiral bei geneigter Kundschaft zubereiten.

Alrigo Thureson, Koch im Brabaker Admiral


Kalt gequollener Reis
Stell abends 1 Becher Reis mit 2 Bechern kaltem klarem Wasser und einem Löffelchen Salz in einer zugedeckten Schüssel hin, wenn du den Reis am nächsten Tag servieren willst; das sättigt einen Menschen wohl zum Morgen und Abend. Wenn du willst, kannst du auch einige getrocknete Barbaritzen, Granatapfelkerne, Nelken oder ähnliches daruntermengen, oder den Saft eines kleinen grünen Perainapfels zum Würzen verwenden. Auf hoher See magst du Meerwasser verwenden (und das Salz weglassen), in Küstennähe oder in den verfluchten Gewässern rate ich dir aber davon ab, wenn sich niemand vom Flinken Difar oder schlimmerem heimgesucht werden soll.


Szevi’che di Brabacia – in Limonensaft gebeizter Fisch
Nimm eine fangfrischen Zackenmakrele, in eher firunwärts gelegenen Gewässern auch eine Goldbrasse, einen Kabeljau oder einen anderen kleinen weißfleischigen Fisch, lös das Fleisch von den Gräten und schneid es in mundgerechte Stücke. Salze diese. Hacke eine Schote der grünen Visrafrucht und eine vom roten Maraskaner Pfeffer klein und gib sie zum Fisch, verfahre genauso mit einigen Zweigen Basiliskum, Koriander und Minze (so du welches erhältst, auch mit Petasil, aber das wirst du nur firnwärts von Perricum bekommen). Presse dann den Saft aus zwei Limetten oder einer Limone, oder anderen Perainapfelsorten (mit Arangen wird es sehr süß), gieße ihn über den Fisch, und lass alles wohl eine halbe Stund in einer Schale ruhen. Der Fisch wird so gar sein, als hättest du ihn über einer Flamme gedünstet – aber ganz ohne Feuer. Besonders gut schmeckt’s wenn du nach dem Marinieren noch etwas Brabakbirne oder Tuzakapfel hinzufügst, welche man andernorts auch Avocado und Mango nennet.


Gimbabrac – Algen-Reis-Rolle
Nimm ein etwa ein Spann auf ein Spann messendes Blatt von frischem rotem Tang (oder auch vom Sansaro-Tang, vor allem wenn einer Fieber hat), gib etwa fingerdick vom kalt gequollenen und mit Limonensaft gesäuerten Reis darauf, aber lass am Rand einen drei bis vier Finger breiten Streifen der Alge unbedeckt. Leg dann – mit einem Finger Abstand zum Rand - einen etwa einen Finger breiten Streifen Schlangengurke, Brabakbirne, rohen frischen Fisch (Thunfisch, Feuerkopf oder ähnliches), oder Käse darauf (auf eingelegten Rettich oder Sproßen des Brabaker Rohres wird ein Efferdjünger verzichten, die die zum Einlegen gekocht werden, ebenso auch auf Omelette-Streifen). Dreh dann alles fest von der mit Reis und der Füllung bedeckten Seite her ein, so dass das unbedeckte Algenstück ganz nach außen kommt und die Rolle abschließt. Wirklich fest wird das Gimbabrac, wenn du alles auf einem Tuch oder einer kleinen Bastmatte ausbreitest und mit deren Hilfe rollst.
Die Rolle schneidest du zum Servieren in Scheiben, zu denen du nach Geschmack verschiedene Würzsaucen reichen kannst.
Ein Gimbabrac mag für eine Person ausreichen - wenn du mehrere zubereitest, kannst du aber bei den Füllungen variieren.

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chizuranjida
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 12.04.2022 19:23

Hier etwas für Novadis:

Wohl jeder, der die Khom bereist, wird das eine oder andere Mal über die Tischsitten der Novadis stolpern, die sich aus ihrer Religion ergeben. Das 24ste Gesetz Rastullahs besagt nämlich: Der Gottgefälllige speist nicht von Geschirr, das von einem Ungläubigen berührt wurde. Kann man sich bei den liberalen Anhängern der Unauer Auslegung, wie sie in den Städten am Mhanadi vorherrschend ist, noch meistens damit behelfen, man sei ja gar kein Un-, sondern ein Andersgläubiger, greifen aber die Strenggläubigen in der Wüste zu den seltsamsten Lösungen. Schon in Madrash in der Karawanserei sah ich welche, die ihr Essen auf den großen Blättern der Seerose statt in Schüsseln und Näpfen verlangten. So wird es in vielen Herbergen im Umland der Wüste gemacht, erklärte man mir. Wo keine geeigneten Blätter zur Verfügung stehen, da bietet man den Eingottgläubigen keinen Eintopf an, sondern Gemüse und Fleisch am Spieß, und stapelt dies auf Fladenbrot. In der Oase Hayabeth, wo wohl nur selten Gläubige der wahren Zwölf vorbeikommen, machten sie es andersherum: Dort garantierte uns der Wirt, sein Geschirr sei rein, und ermahnte mich streng, außer meinem eigenen Teller nichts weiter anzurühren. Dieser war mit einer höchst zierlichen Kalligraphie in den Unauer Glyphen versehen: "Oh du Gottgefälliger, der du die Sünde meidest! Iss nicht von diesem Teller, denn Ungläubige haben ihn berührt."
- "Kamele und Kalifen. Meine Reisen durch die Khom in den Jahren 982 bis 988", von Ardo Stoerrebrandt

Geschirr? Bei uns in Andergast kommt der Schinken einfach direkt auf den Tisch. Gute feste Steineiche, bei Rastullahs Lockenpracht.
- Ali al Rachmud, Stifter des Rastullah-Bethauses in Kalleth

Wenn ein Kunde den Preis einer Sklavin drücken will, weil sie nicht an seinen Rastullah glaubt und darum für die Arbeit in der Küche nicht zu gebrauchen sei, argumentiert ihr so: Das 24. Gesetz verbietet dem Eingottgefälligen, von Geschirr zu essen, das von einem Ungläubigen berührt wurde. Es verbietet dem Sohne Novads aber nicht, von Geschirr zu speisen, das von einer Tochter des Unglaubens berührt wurde. Preist nun die Weisheit und Milde der 99 Gesetze, und lobt euren Kunden für seine Einsicht, und wenn Feqz es will, wird er einen guten Preis zahlen.
- Aufzeichnungen Ruban ibn Dhachmanis für seine Söhne

"Ich habe gesündigt und erbitte Vergebung" – wie oft musste ich in den Weiten des Nordlandes, des Lands der Kälte und der Dunkelheit, diesen Satz zum Himmelszelt rufen! Mein Gefährte Kara, der Schwinger der Fäuste, tat alles, um mir das Dasein erträglich zu machen. Stets war er bereit, die Speisen aus den Schüsseln der Ungläubigen zu nehmen und mich mit seiner Hand zu füttern, so dass ich nicht vom unreinen Geschirr äße. Zu meinem Leidwesen ging uns nach Wochen der Reise allerdings die zorganer Mandelöl-Seife aus, und das Essen von Karas Hand, so sehr ich ihn als Sohn der Tapferkeit schätze, wurde mir zunehmend unangenehm. Da lenkte der All-Eine meine Gedanken zurück zu den Waldland-Dschinnen und ihrem anmutigen Kunsthandwerk, das sie uns hatten anschauen lassen. Schon bald gelang es mir, mit Nadel und Faden, die ich immer bei mir führe (wie jeder Verständige, der sein Zelt selbst flicken kann), aus der Rinde der Birke, des weißen Baums des Nordens, Näpfe anzufertigen, die ich jederzeit wegwerfen und ersetzen konnte, wenn ich nicht ganz sicher war, dass niemand sie berührt hatte.
- Halef Omar al-Gossarah, Reiseerzählung "Vindariel 1"

Der Wüstling oder Novadrit praktiziert tatsächlich einen Brauch, den der Volksmund fälschlich den Bronnjaren zuschreibt: Nach dem Gastmahl nehmen sie die Becher und das andere Geschirr und werfen es gegen die Wand. Oder, wenn sie im Zelt gesessen haben, wie es die Art dieser Kameltreiber ist, dann tragen sie alles hinaus und zerschlagen es dort. Darum verwendet der Wüstling auch nur das allerbilligste Geschirr, wenn er Gäste hat. Das gute Unauer Porzellan ist nur für die Familie da.
- Boisupajew von Sjepengurken, "Von den sechs Völkern"


Hier noch ein Link zur vor-vorigen Forenaktion:
chizuranjida @ Forenaktion: Ungewöhnliche NSC an ungewöhnlichen Orten
Wer sich in Tuzak vor der maraskanischen Küche drücken möchte isst bornisch im "Elch und Bären".

Haketau
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Auszeichnungen

Errungenschaften

Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von Haketau » 16.04.2022 20:42

Hesinde heiliges Hefegebäck

Auszug aus des Katechismus Novizinorum Festumis te Circulum Binahi
Folio, Handschrift, Tusche auf Bedonpapier, Festum, ca. 795 BF


Frage: Welche Speisegebote sind an den Hochfesten unserer Herrin Hesinde zu achten?
Antwort: Die wohlgefälligen Speisen sollen ohne Blutvergießen angerichtet werden. Der Geschmack der Speisen soll durch das heilige Salz bestimmt sein.

Frage: Warum darf für die Bereitung der Speisen kein Blut vergossen werden?
Antwort: Hesinde, die die Kulturschaffenden liebt, verabscheut das vergießen von Blut zu kultischen Zwecken. Das vergießen von Blut ist ein Zeichen von niederer Kultur und Dämonenknechtschaft. Kein Blut darf daher auf den Altären unserer Göttin vergossen werden.
Kein lebendes Wesen soll zu angeblichen Ehren der Göttin ein Leid erfahren. Solches ist Unrein und lästerlich. Die Geweihten und Akoluthen stehen an den Hochfesten ganz unter dem Gebot kultischen Reinheit.

Frage: Welche Bedeutung besitzt das heilige Salz?
Antwort: Salz ist das heilige Gewürz. Es ist wohlschmeckend und macht die Speisen bekömmlich.
Doch es ist nicht nur ein Gewürz. Wer um die richtige Anwendung weiß, kann die Speisen haltbar machen. Es repräsentiert daher die Herrschaft des Geistes über die Elemente.

Frage: Welche Speisen gelten noch als rein vor dem Altar der Vielwissenden?
Antwort: Als rein vor dem Altar, sollen außerdem gelten: die Milch zur Nahrung der Tempelschlangen. Auch der wohlschmeckende Honig ist eine reine Speise. Hesinde und Mokoscha ein Wohlgefallen. Durch den Fleiß der Bienen ein Geschenk an die Sterblichen. Dieser Honig soll uns an die innere Pflicht zum Fleiß und treue zur Sippe erinnern.


Frage: Nenne eine Speise die dem Gebot der Kirche entspricht?
Antwort: Die Laugenbrezel! Sie wird zubereitet aus lauteren Zutaten und ist salzig im Geschmack.

Frage: Was kennzeichnet die Laugenbrezel als besondere Speise?
Antwort: Sie ist als besondere Speise ausgezeichnet durch ihre Form, ihre Herstellung und ihre Symbolhaftigkeit für das Wesen unseres Glaubens.

Frage: Was kennzeichnet die Form der Laugenbrezel?
Antwort: Sie besitzt die Form einer In sich verschlungenen Schlange. Dem heiligen Tier unserer Herrin Hesinde. Durch die verschlugen Knoten besitzt sie eine geschlossen Form und doch sind Beginn und Ende der Schlange zu erkennen. Die Brezel vereinigt also beide Grundformen der Schlange sie nimmt eine mittlere Position der beiden Symbole ein. Sie ist zugleich den Schlangenstab und Schlangenring in Form des Orobos.
Eine gute Brezel ist, wie der Glaube, die Vereinigung der Widersprüche. Sie ist gleichzeitig fest und locker, dunkel in der Oberfläche und hell im Inneren.
Vor dem Backen ist die Brezel reichlich mit groben Salz zu bestreuen. In der kristallinen Erscheinung erinnert uns das Gewürz an das allerheiligste Edelsteinopfer auf Altar unserer Göttin.
Bei einer gut gebackenen Brezel entsteht ein Riss in der Kruste. Sie erinnern uns an das Häuten der Schlange. Das heilige Tier durchlebt hierbei Wandlung. So wie die Schlange sich durch das Häuten einen neuen Körper schafft, erhält unsere Seele durch Tod und Wiedergeburt einen neuen Körper bis unsere Seele nach einem letzten erfüllten Leben in Hesindes Hain heimkehren kann. Zurück zu jenem Ort wo Hesinde, die Alleswandelnde, vor Äonen, den Seelen mit dem Stein der Weisheit ihre Form gab.

Frage: Wie drückt sich in der Herstellung der Brezel der Glauben unser Kirche aus?
Antwort: Die Brezel ist Ausdruck der hesindianischen Dialektik. Sie ist einfach in der Nutzung und doch Komplex in der Herstellung. Die Herstellung einer Brezel erfordert die Meisterschaft des Geistes über alle Elemente. Alle fundamentalen Zahlen lassen sich an einer Brezel finden und deuten.

Frage: Wieso ist die Herstellung einer Brezel komplex?
Antwort: Die Herstellung einer Brezel erfordert die Zusammenarbeit vieler Handwerkskünste: Bäuerinnen, Müller, Brunnenmeisterinnen, Laugengänger, Salzsiederinnen, Holzfäller, Kohlenbennerinnen, Händler, Spediteurinnen, Ofenbauer, Werkzeugschmiedinnen, Pfannenmacher, Korbflechterinnen und schließlich Bäcker müssen ihr Wissen und Können einbringen.
Niemals sind alle erforderlichen Zutaten an einem Ort gleichzeitig zu finden. Wo Salz ist wächst kein Getreide. Wo Wasser ist brennt kein Feuer. Es ist unserer Herrin Hesinde wohlgefällig, dass die Menschheit miteinander Handeln treiben um eine allumfassende Sippe bilden.

Frage: Wie zeigt sich die Herrschaft über die Elemente an der Brezel?
Antwort: Zu ihre Herstellung sind alle sechs Elemente sind zu beteiligen.
Für die Zubereitung des Teigs ist reines Mehl aus bestem Weizen zu nutzen. Gewachsen durch die Kraft des Humus. Dazu ist reines Wasser aus klären Quellen zu nutzen. Dann das Salz, gewonnen aus den tiefen Schächten in Fels und Erz. Der Teig muss dann ausreichen Zeit haben um zu ruhen und die nötige Luft aufzunehmen, damit es ein lockeres Gebäck wird. In einem festen Ofen sind die Brezeln mit der Kraft des Feuers fest zu backen. Danach ist sie auszukühlen zu einer bekömmlichen und haltbaren Speise.

Frage: Was sind die fundamentalen Zahlen?
Antwort: Es sind die Zahlen von eins bis sechs. Aus diesen Zahlen lassen sich alle übrigen Zahlen ableiten. Diese sind daher das Fundament der hesindegefälligen Arithmetik.

Frage: wie symbolisiert die Brezel die Eins?
Antwort: Die Brezel wird aus einer Teigrolle in Form einer Schlange geschlungen.

Frage: Was bedeutet die Eins?
Antwort: Die eins ist die erste der Zahlen, der Ursprung der Rechenkunst. Sie soll uns an das unabänderliche Weltgesetz von Kha erinnern, das die Göttin in das Adamamtenherz der Schöpfung eingegraben hat.

Frage: wie symbolisiert die Brezel die Zwei?
Antwort: Die Zwei wird durch die Form repräsentiert. Sie ist geschlossen und hat doch Anfang und Ende.

Frage: Was bedeutet die Zwei?
Antwort: Die Zwei ist die Zahl des Fortschritt und der Wandelbarkeit. Es ist Orobos und Stab. Das ewig Wandelbare. Zugleich Entstehen und Zerstören.

Frage: wie symbolisiert die Brezel die Drei?
Antwort: Beim Formen der Brezel entstehen drei Knoten in denen die Teigschlange sich selber kreuzt.

Frage: Was bedeutet die Drei?
Antwort: Die drei ist die Zahl der Ordnung. Sie wird als Summe aus Eins und Zwei gebildet. Sie ist Mokoschas heilige Zahl. Sie repräsentiert die drei edlen Beziehungen die den Menschen ausmachen. Die Beziehung zu den Göttern, die Beziehung zu seiner Sippe und die Beziehung zu den Mitmenschen.

Frage: wie symbolisiert die Brezel die Vier?
Antwort: Durch ihre topologische Form teilt eine Brezel die Ebene in vier Flächen. Drei Flächen in ihrem inneren und eine äußere Fläche.

Frage: Was bedeutet die Vier?
Antwort: Die vier ist die erste Zahl die durch Multiplikation und als Summe gebildet werden kann. Die vier ist das Symbol der ewigen Zeit. Die vier regelmäßigen Hochfeste gliedern den Jahreszyklus. Es sind die Vier Phasen der Sammlung, Reinigung, Prüfung und Erleuchtung die den Weg zur Erkenntnis vorgeben.

Frage: wie symbolisiert die Brezel die Fünf?
Antwort: Es gibt fünf Bögen die die Knoten der Teigschlange verbinden.

Frage: Was bedeutet die Fünf?
Antwort: Fünf ist die Summe aus Weltgesetz und Zeit zugleich die Summe aus Wandel und Beziehung. Eine Primzahl. Fünf ist die Zahl der schützenden Magie. Die Götterfeste Alveran thront in der fünften Sphäre.

Frage: wie symbolisiert die Brezel die Sechs?
Antwort: Die Herrschaft über alle sechs Elemente ist für ihre Herstellung erforderlich.

Frage: Was bedeutet die Sechs?
Antwort: Sechs ist die vollkommene Zahl. Sie entspricht der Summe ihrer Teiler. Die Zahl Sechs steht für die Herrschaft des Geistes über die Elemente.

(Eine Randglosse von anderer Hand)
Frage: Wie soll man die Laugenbrezel am besten Essen?
Antwort: In der geselligen Runde seiner Sippe. Mit Spundekäse und Apfelschorle. Zum Klang hesindegefälliger Musik. Gepriesen sei Hesinde, die die Menschen liebt.
Naja_haemachates_-_1734-1765_-_Print_-_Iconographia_Zoologica_-_Special_Collections_University_of_Amsterdam_-_UBA01_IZ11800123.tif.jpg
BildnachweisShow
Seba, Albertus: Naja haemachates
Druck zwischen 1734 and 1765, gemeinfrei.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... 800123.tif
Edit: Vergessen Absatz zu Salzkristallen ergänzt.

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Carolan
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Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von Carolan » 20.04.2022 16:12

Droben im Norden hat‘ ich gehört, soll’s eine Gaststätte geben.
„Zum falschen Huhn“ soll sie heißen und Tsageweihten das beste Essen liefern, doch niemand wollt‘ mir sagen, was es damit auf sich hat.
Drum zog ich aus, es mit eigenen Augen zu sehen und zu schmecken und ich kann jedem Tsageweihten sagen, solch ein Essen konntet ihr seid eures Beitritts in den Tempel nicht mehr kosten.
Als man mir erst die Karte reichte, da war ich entsetzt, hatten mir doch schon viele Tsageweihte von diesem Ort erzählt. Entenbrust, Wildschweinleber, Hühnerkeule, Lammfilet standen auf der Karte und noch vieles mehr.
Eines hatten sie alle aber gemeinsam. Auf der Karte stand ausschließlich Fleisch.
Wie konnten so viele Geweihte ihre Göttin verraten, das Geschenk des Lebens so verraten? Ich war erschüttert.
Doch gerade als ich laut aufbrausend die Gaststube verlassen wollte, da kam ein Mann auf mich zu und erklärte mir alles und ich verstand.
Das wunderbare Essen, dass man mir brachte war Gemüse, aber der Geschmack war der von Fleisch. Noch Heute bin ich mir nicht sicher, ob es richtig war es zu essen, aber bereuen tue ich es nicht.
Es gibt verschiedene Gründe dort zu Essen, ob man es tut, um einfach mal zu genießen, oder ob man sich selbst prüfen möchte, doch ich warne euch:
Manch einer der dort speiste kehrte nie wieder zum Tempel zurück, hatte ihn dort der Wille erfüllt mehr Fleisch, echtes Fleisch zu essen.
Nur die, die stark im Glauben sind, bleiben es auch nach einem Mahl beim „Falschen Huhn“.

- Ausschnitt aus der Autobiographie eines namenlosen Tsageweihten

Erklärung:
Die Gaststätte nutzt den Zauber Aromatis Illusionis, um den Geschmack des Essens zu verändern

:frieden:
"Ihr denkt ich wäre keine Gefahr für euch, weil ich blind bin?"
"Dann seid ihr wohl blinder, als ich es jemals sein könnte"

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Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von Djembo » 21.04.2022 18:36

Aus dem Vorwort von "Speise für die Reise - Ein weiteres hilfreiches Buch für den wandernden Avesfreund"


In einem weiteren Kapitel werde ich auf einige Probleme eingehen, die sich aus dem Wunsch ergeben können, eine Reisegruppe zu wirklich jedermanns Zufriedenheit zu versorgen. Die meisten Gruppen essen, was immer man ihnen vorsetzt, wenn es nur lecker und nahrhaft ist, doch in unserer so wunderbaren und schrecklichen Welt gibt es viele, die bei weitem nicht alles zu essen bereit sind. Die Diener des Herren Efferd verspeisen nichts, das über dem Feuer gegart worden ist, teils nicht einmal Nahrung, die überhaupt erhitzt worden ist. Die Elfen vertragen keine stark schmeckenden oder riechenden Speisen. Angroschim darf man nicht nur niemals mit Wirsel behandeln, sondern ihnen auch kein Grün vom Knoblauch vorsetzen, nur die Knollen, ansonsten wird man das Besitzen einer Nase für Stunden bedauern (und man hält sich jeden Elf in weitem Umkreis vom Leibe). Beispiele gibt es viele, ich habe im Kapitel "Für die Gläubigen und Empfindlichen" einige Rezepte gesammelt. Maßgabe wie oft war die Zubereitbarkeit an einer akzeptabel ausgestatteten Lagerstätte sowie eine ausreichende Nahrhaftigkeit, um den Reisenden mit Kraft zu versorgen.

Aus dem Kapitel "Für die Gläubigen und Empfindlichen"

Libum - Bosparanisches Opferbrot
Geeignet für: Jene, die kein Fleisch verspeisen, Käse aber akzeptieren. Besonders harte Elfen
Benötigte Geräte: Eine Schüssel aus Ton, um darin Teig zu kneten und später als Ofen, ein Feuer
Die alten Bosparanier pflegten dieses Brot zuzubereiten, um es später in Opferfeuern zu verbrennen. Es gibt Kraft und hat einen sehr angenehmen Geschmack, hält sich auch bei Hitze lange und kann, wenn man es pur satt hat, wie normales Brot belegt werden. Im Normalfall wird man es, wegen des verwendeten Käses, in Vorbereitung einer Reise zubereiten, wenn man haltbareren Käse nimmt, kann man es aber auch auf der Reise selbst zubereiten. Bedenke jedoch, dass, je haltbarer der Käse ist, desto würziger er oft auch ist.

Zuerst nimm zwei Hand voll Mehl und die doppelte Menge an Käse, wenn es der weiche, weiße, salzige ist. Am besten schmeckt es mit jenem vom Schaf. Nutzt du stärkeren Käse, so brauchst du weniger, harter Reisekäse sollte nur gründlich gerieben und mit Verhältnis 1 zu 1 zum Mehl genutzt werden. Ein wenig Rosmarin dazu, eine Prise nur, und ein wenig Wasser. Statt des Wassers kann man auch ein Ei verwenden, dadurch wird das Brot ein wenig luftiger. Knete einen Teig, es dürfen ruhig Bröckchen vom Käse ganz bleiben.
Teile nun den Teig in kinderfaustgroße Stücke, wickle diese in Lorbeerblätter ein. Wie bei vielen anderen Reiserezepten, nimm nun einige sehr heiße Steine aus deinem Feuer, grabe ein Loch, lege sie hinein, lege ein paar wenige kalte Steine darauf (damit die Brote nicht direkt auf den heißen Steinen liegen und verbrennen), lege die eingewickelten Brote darauf und stülpe die Schüssel über das Ganze. Sind die Steine abgekühlt, ist auch das Brot fertig.




Garum, auch genannt Liquamen - herzhafte Würze
Geeignet für: Jene, die keine Fleisch verspeisen, aber Fisch akzeptieren. Jene, die keine erhitzten Gerichte verzehren.
Benötigte Geräte: Tongefäße und die Sonne des Südens oder eine andere Möglichkeit, die Temperatur der Khom über mehrere Monde beizubehalten.
Fleisch gibt jedem Gericht, in dem es sinnvoll verwendet werden kann, einen herzhaften Geschmack, der sich mit rein pflanzlichen Zutaten kaum imitieren lässt. Die Abneigung gegen den Verzehr von Fleisch ist allerdings erstaunlich weit verbreitet, jedenfalls in den Schichten, die sich so etwas leisten können. Kurioserweise haben diese Leute aber oft wenig gegen den Verzehr von Fisch einzuwenden. Die Diener des Herren Efferd verschmähen erhitzte Nahrung und Fleisch lässt sich meistens nur erhitzt sicher essen, wohl deshalb waren sie es der Legende nach, die sich dieses besondere Gewürz ausdachten. Aber auch die Anhänger des Götterfürsten lehnen in ihren Fastenzeiten Fleisch ab, akzeptieren aber Fisch. Willst du Garum selber herstellen, so stelle zuerst sicher, dass du deine Nachbarn wirklich nicht magst, denn sie werden lange kein Wort mehr mit dir sprechen wollen. Als nächstes wirst du einen heißen Ort brauchen. Üblicherweise wurde Garum in den Ländern des Südens zubereitet und in das ganze bosparanische Reich gehandelt, die Angroschim der Firnhammersippe bereiten es in einer Höhle an einem unterirdischen Lavafluss (oder war es ein Magmafluss? Väterchen Grimmbul hat mich im Laufe von mehr als einer Stunde ausführlich darüber belehrt, er sei hiermit um Verzeihung für meine Unaufmerksamkeit gebeten) und sie bereiten das mit Abstand beste Garum zu. Die Temperatur der Randbereiche der Khom muss über mindestens 3 Monate gehalten werden können.
Nimm sodann ein glasiertes Tongefäß von wenigstens einem Viertel Hohlspann (etwa 2 Maß oder 2 Baroscht oder etwa 1/1000 Kubikjolrik), aber je größer desto besser, und fülle eine Schicht Salz hinein. Dann lege eine Schicht Fisch darauf. Filet, Knochen, Innereien, alles gemeinsam. Dann wieder eine zweifingerdicke Schicht Salz. Dann wieder Fisch und so weiter und so fort bis das Gefäß voll ist. Dann presse alles zusammen, so stark du kannst und dein Gefäß es verträgt. Lege so lange nach, bis das Gefäß voll ist und verschließe es mit einer fünffachen Lage Tuch. Lasse dein Gefäß nun mindestens drei Monde, gerne auch vier oder fünf, in der Wärme stehen. Wenn der Gestank aufgehört hat, und stelle sicher, dass nicht nur deine Nase aufgehört hat, zu funktionieren, kannst du die Flüssigkeit aus dem Gefäß abgießen. Auch wenn es nach Monaten, die beinahe schienen, als sei Tlaluc selbst in der Flüssigkeit gewesen, beinahe unglaublich erscheint, so kann Garum doch allen möglichen Gerichten einen herzhaften und ganz und gar wunderbaren Geschmack verleihen. Die alten Bosparanier nutzten es manchmal selbst für Süßspeisen, aber ich habe noch keine gefunden, zu des es passt.





Kleine Ideen für spitzohrige Begleiter

Dieses Rezept habe ich einst erdacht, als ich einer Elfe etwas schuldig war. Sie war immer etwas bedrückt, dass die Dinge, die ihr schmecken und anderen zu fade waren und dass die Dinge, die uns schmecken, ihr zu würzig waren. Die Lösung waren Rezeptideen, die für sie ansprechend waren und ohne großen Aufwand in zwei Varianten zubereitet werden können.
Das erste Rezept ist ein süßer Karottensalat (OT: Ich selber mag Karottensalat nicht so aber... naja, leckeres Essen mit wenig Geschmack ist nicht ganz einfach Man sollte beim Kochen nicht zu wenig Zucker nehmen, zwei große Priesen auf einen Liter sollten es schon sein)
Geeignet für: Extrem empfindliche Personen, natürlich vor Allem Elfen
Benötigte Geräte: Topf, Holzlöffel
Koche Karottenstücke in viel Wasser mit ein wenig Zucker. Schäle eine kleine Zwiebel und schneide sie sehr, sehr klein. Schneide einige Gartenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Minze, Kerbel, Borretsch, Estragon, Salbei und ähnliche ebenso klein. Mische einen Teil der Zwiebel und Kräuter mit etwas Öl und stelle die Mischung beiseite. Mische den Rest mit, 2 Löffeln voll Öl, 3 Löffeln voll Essig, einem Löffel voll Honig, Salz, Pfeffer, Zucker, Pfeffer und zerdrücktem Knoblauch. Gieße die Karotten ab, mische die Portion für die Elfe mit der ersten Würzmischung, den Rest mit der zweiten.
“I sound my barbaric yawp over the roofs of the world.”

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Thorgrimm_Faenwulfson
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Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von Thorgrimm_Faenwulfson » 21.04.2022 21:05

Aus dem Reisebericht Thorgrimm Faenwulfsons, Adeptus Maior der Akademie der vereinten Künste von Schwert und Zauberstab - Kaiserlich Garethisches Lehrinstitut der angewandten kombattiven Magie, vom Schwert und Stabe zu Gareth (vormals Beilunk), der Herrin Rondra und der Herrin Hesinde zum Wohlgefallen:

So saßen wir nun am Lagerfeuer mit Al`Rik, den wir kurz zuvor in der Wildnis aufgelesen und ihm einen Platz an unserem Lagerfeuer angeboten hatten. Der vornehm gekleidete Reisende kramte in seinem Rucksack und zog ein kleines Päckchen heraus. Er wickelte es aus und darin befand sich eine, dick geschnittene, Scheibe Fleisch. „Vom Ongalo-Bullen“, sagte der Fremde, „das sind die Besten.“ Er kramte weiter und als nächstes zog er ein kleines Säckchen hervor, griff hinein und verteilte das weiße Pulver über sein Fleisch. „Salz vom Cichanebi-Salzsee und etwas Ruhe, so wird es perfekt“, faselte er und legte das Fleisch für etwa eine Stunde zur Seite. In der Zwischenzeit verrieb er einiges Grünzeug in einem Mörser und fachsimpelte mit Olja, unserer Kräuterfrau. Zu guter Letzt füllte er den Mörser mit Öl auf, bis eine Art Paste entstand. Dann packte er die Fleischscheibe und warf sie in die Glut der Lagerfeuerreste. Weiße Asche staubte kurz auf. Nach etwa 3-4 Minuten entwendete er dem Söldner den Dolch, stach ihn in das Fleisch und wendete die Scheibe, ehe der verdutzte Söldner Einspruch erheben konnte. In der Zwischenzeit zog er aus seinem Rucksack einen Holzteller. Weitere 3,4 Minuten später nahm er das Fleisch aus der Glut, klopfte die Asche etwas ab und platzierte es auf dem Teller. Diesmal bat er den Söldner um seine Waffe. „Ihr solltet erst noch etwas warten (10 Min.), bevor ihr es aufschneidet“. Dann schnitt er dünne Streifen und verteilte die Paste darüber, ehe er sich den ersten Streifen genüsslich in den Mund schob und den Teller weiterreichte. Schmatzend sprach er: „Wisst ihr, noch besser wird es, wenn ihr das Fleisch in Drachenfeuer anbratet…“. Es klang fast so, als wüsste der verrückte Abenteurer, von was er sprach…


Zutaten:
Fleisch nach eigenem Geschmack (hervorragend passt die "Paste" zu Rind und Lamm)
1 Bund glatte Petersilie
2 Knoblauchzehen
1 kleine rote Zwiebel
1 Limette
Olivenöl
½ TL Chiliflocken, getrocknet
½ TL schwarzen Pfeffer, ganze Körner
1 TL grobes Meersalz
1 TL Oregano
1 TL Thymian, getrocknet
1 Lorbeerblatt

Einfach alles kleinhacken und/oder Mörsern, dann am besten in ein Schraubglas umfüllen und mit dem Öl aufgießen. Hält sich normalerweise im Kühlschrank 4-6 Wochen...
Das wohl, bei Swafnir!

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MadW
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Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von MadW » 23.04.2022 11:30

Über die Mahlzeiten von Ghulsabdjida der überaus Gefräßigen, geschrieben 799 BF, kurz vor der 3. Großen As'Farer Reisfäule:

[...] Man muss den Pfad der Erkenntnisse nur einen halben Fußbreit betreten haben, um, noch bevor dieser sich in seinen unzähligen Wirrungen und Abzweigungen verliert, zu sehen, dass die Anzahle der Mahlzeiten an einem Tag nur zwei betragen kann: Ist doch die Schöpfung geteilt in Wider- und Gegenpart, lässt sich doch in allem und jedem ein Spiegel seiner selbst finden, so muss dies auch für die Mahlzeit der Wahrheit entsprechen, so denkt jede noch so simple Bruderschwester und freut sich seines Daseins in Rurs grenzenlos schöner Schöpfung. Fragt man dann weiter, wann diese Mahlzeiten zu sich zu nehmen seien, so wähnen sich viele schon angelangt in der Pagode des Wissens auf ihrem Pfad, die hohen Gipfel und giftigen Dschungel bereits weit hinter sich lassend, die ersten Stufen zur Pforte bereits erklimmend antworten sie dann: morgens und abends, im Einklang mit der Schöpfung, ein Mahl wie zu Beginn aller Zeiten als der Weltendiskus seinen Flug aufnahm, ein weiteres gegen Abend, wenn das Ende aller Zeiten bevorsteht und Gror das Geschenk seiner Bruderschwester empfangen wird. Und von Geburt zu Widergeburt leben die Massen an Seelen so ihr leben und wähnen sich Teil der Schönheit auf Rurs Welt.
Unwissend und blind jedoch sind jene, welche sich ihres ersten Sandkorns der Erkenntnis freuen und darob den alabasterweißen Sandstrand der Weisheit verschmähen: Denn würden sie nur einen halben Fußbreit weiter, also einen ganzen Fußbreit insgesamt, weiterziehen auf ihrer Wanderung, so würden sie den großen Betrug des Bruderlosen durchschauen und sich grämen ob ihrer so unbedacht gegessenen Speisen. Denn ganz recht erkennen sie, dass morgens und abends gegessen werden sollte, um sich der Schöpfung und dem einstigen Empfang der Welt zu erinnern. Doch verflucht seien all jene in die tiefsten Weiten des Äthrajin, die dieses hochheilige Gedenken mit einer einzigartigen Mahlzeit glauben hinreichend würdigen zu können! Vier Mahlzeiten muss ein jeder einnehmen, der diesen vollen Fußbreit auf dem Pfad der Erkenntnis gewandelt ist, zwei am Morgen, zwei am Abend.
Und auf dieses Fünkchen Sonne, dass durch das Blätterdach des Waldes der Ideen dringt, bilden sich so manche viel ein und erkennen doch nicht, dass ein einzelner Fuß, möge er aus noch so vielen Hälften bestehen, niemals eine Erkenntnis bringen kann, die nicht der Bruderlose nährt: Erst wer seinen zweiten Fuß vor den ersten gesetzt hat, kann erkennen, dass der Weg zur Erkenntnis lang und schwer ist. Keine Freude bereitet er oft, und doch ist er voller Schönheit. Nicht gelaufen wird er, sondern im Sitzen schreiten wir ihn ab: zu Tisch, auf Bambusmatten gebettet folgen wir seinen verschlungenen Pfaden. Abfallend lacht der Unwissende, winkt ab, schreitet von dannen und widmet sich, in Meditation und Fasten, sich selbst. Doch verlässt der Zweifelnde unseren Weg nun vollends, kehrt ihm den Rücken, ja dreht gar in die falsche Richtung seine Sandalen.
Denn einst schuf Rur alles Sein zum Wohlgefallen seiner Bruderschwester Gror, in einer Schönheit, die wir jämmerlichen Menschen mit unserem kleinen Verstand kaum zu begreifen in der Lage sind. Nur mit unseren Sinnen können wir einen Hauch jener unendlichen Schönheit erhaschen. Diese Sinne aber sind das Sehen, das Hören, das Tasten, das Riechen und das Schmecken. Ohne jeden Zweifel jedoch muss das Schmecken der König unter den Sinnen sein: Denn nur durch diesen Sinn kann die wahre Schönheit der Welt erkannt werden: Die Schönheit des Selbst. Denn sind wir nicht selbst auch wunderschöne Geschöpfe Rurs? Und was könnte es Schöneres geben als die eigene Schönheit zu nähren, währenddessen man die Schönheit der Welt durch die eigenen Sinne erfährt? Kann dies auch nur ein anderer der Sinne leisten? Nein! Drum ist das Schmecken der Schlüssel zu Rurs Schönheit, und ebenso wie diese, sollte auch das Schmecken grenzenlos sein. Wer also den König seiner Sinne durch die Mahlzeit gefangen hält, wird nie die Schönheit grenzenlosen Schmeckens erleben können und […]
Ilarist

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Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von HGH » 25.04.2022 12:56

"Kjell, du bist nun zwölf Winter alt und es ist an der Zeit dass du lernst echten Sauerhering zu machen, so wie es schon meine Mutter und davor ihr Vater und davor der seine es taten. Unsere Familie tut dies schon so lange, dass die ersten unserer Linie noch das Meer nach Rahja hin hatten.

Nachdem der Hering im Fruehjahr gefangen worden war, wurde eine grosse Grube gegraben, und die Fische wurden gemeinsam mit Kiefernborke und Robbenfett in Wildschweinhaut gewickelt und in der Grube vergraben, um dort einen bis zwei Monde zu reifen. Danach öffnete man die Grube und die, die nicht vom Geruch umfielen, assen den reifen Sauerhering und tranken dazu Schapps.

Viel Zeit ist seitdem vergangen, Swafnir leitete uns uebers Meer und wir liessen das alte Land hinter uns. Doch die Rezeptur ist noch immer recht ähnlich. Gut, heute weichen wir sie zwei Tage in Salzlauge und ruehren sie ständig, bevor wir die Heringe köpfen und ihnen die Eingeweide entnehmen. Danach kommen sie in die Reifefässer. Ja, die dort, aus dem dichten Eichenholz! Dort kommen die Fische hinein, in dreimal verduennte Salzlauge, fuenf handvoll Kiefernborke und einer Unze Robbenfett, und die Fässer werden alle drei Tage gedreht! Merk dir das! Drei Tage. Man dreht sie zehn mal, dann öffnet man die Fässer und probiert einen Fisch. Hier. Lauf jetzt nicht gruen an, Kjell! Du gewöhnst dich schon daran!

Wenn der Fisch so reif ist, wie du ihn hier siehst, kommt er in die kleinen Fässchen - 'Warum?' fragst du? Junge, damit sie die Ottas auf ihre Reisen mitnehmen können! Das Aroma der Fische bleibt fuer den Rest des Jahres gut erhalten und stärkt unsere Ottajaskos auf ihren langen Reisen und Kämpfen! Er ist die Grundlage vieler unserer Siege! Man sagt sich sogar, dass die ehemalige Hedfrau Swafnild Hjurasdotter sich vor jedem Kampf einen Sauerhering unter jede Achsel klemmte. Die Hälfte ihrer Feinde liessen bei ihrem Aroma ihre Waffen fallen und seien um Gnade flehend davon gelaufen.

Also, Kjell, fuehre unsere Tradition fort und bereite den Sauerhering so wie ich dir geheissen! Jetzt iss den Fisch auf und spuel ihn mit dem Schnapps runter. Wir muessen dann noch vier dutzend Fässchen abfuellen."

(Neuzeitlich, Sura Torfinsdotter)

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Aryador
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Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von Aryador » 25.04.2022 15:01

Ich stelle hier mal einen Beitrag ein, der nicht so ganz die Ausschreibe-Bedingungen erfüllt, aber der eigentlich zu schön ist, um in meinem Postfach zu... vergammeln. Im wahrsten Sinne des Wortes. :ijw:

Ich hatte es im Smalltalk-Thread zur Forenaktion schon erwähnt (aber da schaut ja vielleicht nicht jeder rein): Der Titel "Gebotene Speisen" hatte bei mir einen Ohrwurm ausgelöst, von dem ich komplett vergessen hatte, dass es ihn gab, und im Übrigen in den ersten Tagen auch verwirrt war, durch was genau er ausgelöst worden war: Das Lied "Vergammelte Speisen" von den Prinzen aus dem Jahr 1992 vom Album "Küssen verboten".

Ich hatte daraufhin aus Blödelei eine erste Strophe aventurisiert getextet. Dann bekam ich eine PN von @chizuranjida, die diese ersten Zeilen leicht abgeändert und daraus ein komplettes Lied gemacht hat. Der Duktus und viele der Worte sind bewusst an das Original angelehnt, sodass man es wiedererkennt beim Mitsummen, aber natürlich trotzdem angemessen aventurisiert.

Wir freuen uns natürlich, wenn auch diese kreative Leistung ein Abzeichen wert wäre, aber vor allem freuen wir uns, wenn möglichst viele Leute damit Spaß haben. Deswegen hier in der offiziellen Uraufführung im Forum, live auf der Forenaktions-Bühne...


8-) :devil:

Vergammeltes Essen
das nichtmal Orks noch fressen
kannst du voll vergessen!

Serviert dir ein Khunchomer
Obst mit üblem Aroma.
Leuchten in Salzerhaven
die Fische des Grafen.
Dann empfiehlt dir die Perainekirch-Abtei:

Vergammeltes Essen
das nichtmal Orks noch fressen
kannst du voll vergessen!

Sitzt du in Unau
und dir ist schon so flau.
Riecht der Eintopf in Thorwal
wie ein Seekrankheits-Vorfall.
Dann empfiehlt dir die Perainekirch-Abtei:

Vergammeltes Essen
das nichtmal Orks noch fressen
kannst du voll vergessen!

Arsen-Zwergenpilze -
ich frag' mich, wer will 'se?
Maraskan'sche Pasteten,
da hilft nur noch Beten.
Von den Goblins gejagte
Ratte, wer mag 'se?
'Ne in Fischöl getauchte
Grützwurst, wer braucht 'se?

Ja, es empfiehlt dir die Perainekirch-Abtei:
Vergammeltes Essen
das nichtmal Orks noch fressen
kannst du voll vergessen!

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Forenaktion: Gebotene Speisen

Ungelesener Beitrag von Strippenzieher » 26.04.2022 12:59

Ich weiß nicht, ob es die Voraussetzungen erfüllt, aber ich steuere noch diesen Beitrag bei:


Nagelsuppe
In nördlichen Gefilden, insbesondere im Bornland sowie bei Festumer Exilanten, mag es vorkommen, dass einem nichtsahnenden Gast vor dem Mahle von seinem phexgefälligen Gastgeber zunächst eine Suppenschale heißes Wasser gereicht wird, in der nichts als ein einzelner Nagel schwimmt.

Der im höflichen Umgang bewanderte Gast (je nach kulturellem Hintergrund ist eine stark erschwerte Etikette-Probe erforderlich) wird ohne zu zögern den Löffel ergreifen, das Wasser genüsslich einschlürfen und den Geschmack der „Suppe“ in überschwänglichen Tönen preisen. Hernach wird die Schale abgeräumt und das eigentliche Essen beginnt.

Diese für Außenstehende absonderlich anmutende Vorspeise ist ein im Norden verbreiteter, augenzwinkernder Gruß an den listenreichen Phex und geht zurück auf die Legende von Jaakon (hier mag eine nach kulturellem Hintergrund ggf. erschwerte Probe auf Sagen/Legenden helfen und gar die Etikette-Probe ersetzen).
Die Legende von Jaakon*Show
Jaakon hatte es im bitterkalten Winter in ein kleines Dorf verschlagen, an dessen Rand in einem steinernen Gehöft eine raffgierige alte Frau lebte, die zwar reich an Gütern, aber arm an Güte war. Beherzt klopfte er an und erbat Einlass. Die Frau öffnete mürrisch und hieß Jaakon in den Stall zu gehen – dort könne er zwischen den Schweinen nächtigen und brauche ja nicht glauben, dass sie ihn auch noch durchfüttern werde! Das sei auch nicht nötig, versicherte Jaakon eilig. Denn er habe von einem großmächtigen Einsiedler in den Drachensteinen die Kunst erlernt, aus einem Nagel die feinste Nagelsuppe diesseits des ehernen Schwerts zu kochen und brauche hierfür nichts, als einen Topf mit heißem Wasser.

Nun wurde die Frau neugierig, was es mit dieser Zauberei auf sich habe, ließ Jaakon an die Feuerstelle treten und gesellte sich argwöhnisch dazu. Jaakon aber füllte einen Kessel mit Wasser, warf einen dürren, verbogenen Nagel hinein und begann zu rühren. Nach einiger Zeit hielt er inne, probierte und meinte, die Suppe sei gewiss bald fertig. Leider habe er mit diesem einen Nagel schon oft kochen müssen, und so sei sein Geschmack mittlerweile etwas fad geworden, aber es werde schon gehen. Wenn man aber mit etwas Salz und einer Zwiebel nachhelfen könnte, so würde es zweifelsohne ein wahrer Festschmaus, wie er nur mit einem frischen Nagel gelinge. Und weil die Alte meinte, etwas Salz und eine Zwiebel könne sie wohl entbehren, wenn sie dafür eine treffliche Nagelsuppe kosten könne, holte sie beides herbei.

Es dauerte nicht lange, da probierte Jaakon erneut und gab sich ganz verzückt. Mit noch ein wenig Wurzelgemüse würde die Suppe sicher zu einer Zierde jeder Bronjarentafel werden, aber so gehe es sicher auch. Die alte Frau war erstaunt und trotz ihres Geizes reizte es sie, einmal in ihrem Leben zu speisen, wie die Bronjaren. Und so holte sie flugs, was sie in der reich gefüllten Kammer an Gemüse finden konnte.

Bald zog ein verführerischer Duft durch die Küche und als Jaakon abermals probierte, rollte er genüsslich die Augen und schnalzte mit der Zunge. Er sei schon viel gereist, aber eine derartige Suppe sei ihm noch nie unter gekommen. Wenn man doch nur noch etwas Fleisch hätte – dann würde die Suppe selbst dem Kaiser des Mittelreiches zu Ehren gereichen. Nun gab es für die alte Frau kein Halten mehr – was ist schon ein bisschen Fleisch, wenn man doch einmal speisen kann wie der Kaiser höchstselbst? So schaffte sie alles herbei, was die Kammer hergab und reichte es dem emsig rührenden Jaakon. Und da man des Kaisers Suppe nicht mit einem trockenen Kanten Brot essen kann, so tischte sie zudem Käse, Wurst, Wein und Likör auf, dass der Tisch sich unter der Last bog.

Es dauerte nicht mehr lange, da setzen beide sich zusammen, frönten der Völlerei und genossen wahrlich die beste aller Nagelsuppen diesseits des ehernen Schwertes...

*nach einem schwedischen Märchen
Zuletzt geändert von Strippenzieher am 27.04.2022 07:39, insgesamt 1-mal geändert.

Nuazo
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Ungelesener Beitrag von Nuazo » 26.04.2022 15:42

Tagebucheintrag des reisenden Zimmerergesellen Borgo Sohn des Berbulax.

"So verschlugen mich meine Reisen auch in die Lande der Markgrafschaft Greifenfurt. Hier hatten die vermalledeiten Schwarzpelze so übel gewüthet, dass kaum ein Mal eine Herberge ein richtig Mahl auf den Tisch brachte. Auch meinen Begleitern vermochte ich die Weisheit eines zweiten Morgenmahles, im Kosch Brotzeit genannt, oder eines nachmittäglichen Zwischenmahles nicht begreiflich zu machen. So erfreut war ich, als wir schließlich am Wegesrand ein Kloster erspähten, welches vier Göttinnen zugleich geweiht. Und zumindest die frommen Brüder und Schwestern wirkten wohlgenährt und so konnte auf einen ordentlich gedeckten Abendtisch gehofft werden, zumal es sich um einen hohen Feiertag der Göttin Peraine handelte. Wie groß war da mein Entsetzen als ich erfuhr, dass zu diesem hohen Feiste keinerlei warme Speis gereicht werden würde. Vielmehr schien man dem lieben Vieh das Futter gestohlen und in große Schüsseln gekippt zu haben. Vier-Göttinensalat schimpfte sich dies. Um den Sitten der Leute Folge zu leisten begann ich auf den grünen Blättern zu kauen und mit Hilfe einer Gabel alle Früchte aus der Schüssel zu fischen. Allein ich kann von Glück reden, dass das ungebührliche Grummeln meines Magens für zwergische Sprache gehalten wurde. Und so machte ich mich in Bälde auf um in den Vorratskammern des Klosters etwas Ersprießlicheres zu ergattern, welches ich gegen ein selbstgefertigtes Schmuckkästlein einzutauschen gedachte."

4-Göttinnen-Salat aus dem Greifenfurtschen:

- ein gutes Bündel junger Buchenblätter (Travia), nicht später als Mitte des Ingerimmmondes gepflückt.
- ein Säcklein im Herdfeuer gerösteter Bucheckern (Travia).
- eine handvoll mit Liebe klein geschnittener Weintrauben (Rahja).
- 2x12 Apfelstücke bzw. im Süden Aranginen (Peraine).
- ein Stengel Lauch (Peraine).
- 2x12 Kirschen (Tsa).

Im Greifenfurtschen gibt es eine Ausprägung des 12-Götterglaubens, welche die besagten vier Göttinen als besonders verbunden interpretiert. Daher wird dieser Salat an den hohen Festtagen eben jener von den Novizen zubereitet und von der klösterlichen Gemeinschaft verspeist.

Die Andergaster Variante substituierte immer Weintrauben durch Eicheln (Rondra). Gelegentlich versetzt mit Salz (Hesinde) und Pfeffer in dem Heimen reicher Patrizier.

Mit getrockneten Kirschen/ Äpfeln/ Aranginen gibts dies auch als 4-Göttinnen-Müsli.
Dann meist ergänzt um Weizenschleim (Peraine).

Die norbadische Variante verzichtet auf Kirschen aber fügt dafür reichlich Honig bei (Mokoscha).

Ich kann leider kein Bildmaterial beigeben aber evtl. findet sich ja eine fromme Person, welche auf der obigen Basis versucht einen solchen Salat zu zaubern (und zu verspeisen). Es gibt jedenfalls irdische Vorbilder:
https://blog.abhofladen.at/buchenblattsalat/

Anbei ferner ein Exzerpt aus dem Merkbüchlein eines eher konservativem Perainegeweihten. Startpunkt ist immer eine Pflanze insofern nicht 100% zum Thema passend. Wollte es aber nicht vorenthalten. Diesmal "Rotbuche".

https://docs.google.com/document/d/1Uj1 ... sp=sharing
Zuletzt geändert von Nuazo am 28.04.2022 23:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von Phex789 » 27.04.2022 19:24

Erdbeer-Sorbet aus dem hohen Norden

Zutaten:
300g Erdbeeren
70g Zucker
Eismaschine (optional)

Erdbeeren waschen

Dann Erdbeeren mit dem Zucker und 80ml Wasser pürieren

Den Mix in die Eismaschine

Wenn man keine Eismaschine hat kann man ihn auch bei gelegentlichem rühren in das Gefrierfach stellen

:wobble:
Hilf den andern dann hilft dir Phex

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Mehlbert
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Ungelesener Beitrag von Mehlbert » 29.04.2022 23:34

"...so gibt es überraschend viele Speisen, die wir den Eigenarten des Druidentums zu verdanken haben.

Unter den Druiden ist die kulinarische Einschränkung zur Selbstkasteiung und spirituellen Säuberung weit verbreitet, wenn auch regional und individuell sehr unterschiedlich.
Die gängigste Denkrichtung hier scheint der Verzicht auf die Segnungen der Zivilisation wie Kochen, Räuchern oder Braten zu sein, so dass der Rohverzehr von Nahrungsmitteln häufig vorzufinden ist. Meist wird das dann noch weiter durch die einzelnen Strömungen und Denkrichtungen eingeschränkt, und es sind Gebote bekannt, die sich auf nur Früchte, nur Gemüse oder nur tierische Produkte beschränken, oder eine Mischung aus einigen davon.

Wir Normalsterbliche profitieren in einiger Hinsicht von diesen radikaleren Ideen. Auf den Tafeln des Adels, aber besonders in Weiden bekommt man manchmal ein Gericht namens Druidensteak kredentzt. Im ursprünglichen Rezept wird frisches, rohes, klein gehacktes Wildbret mit dem Eigelb frischer Wildvogeleier sowie Kräutern und fermentiertem Gemüse gemischt. Doch hat sich auf Anraten der Heiler durchgesetzt, zum Adelsfeste das Fleisch junger, gesunder Kälber und frische Hühnereier zu benutzen.

Auch davon gibt es natürlich lokale Eigenheiten. In Albernia beispielsweise herrscht wenig überraschenderweise eine Strömung unter den Druiden vor, die sich auf rohes Gemüse und rohen Fisch beschränkt. Von dort ist ein Druidensteak bekannt, das mit frischen, festfleischigem Fisch statt Fleisch und Ei hergestellt wird. Zur Freude vieler Efferdgeweihter hat es auch so den Weg in die albernischen Fischlokale gefunden und erweitert dort den Bestand der gesammelt als Efferdhäppchen bekannten mundgerechten Rohfischzubereitungen wie Frühlingslachsröllchen oder Bornländer Gimbarac. Für weniger efferdgefällige Mägen ist auch eine Variation mit Räucherfisch bekannt, und an den Tafeln der Adeligen wird sowohl die lokale wie auch die fleischhaltige Variante weiter mit Kapern verfeinert.

Ebenfalls in Albernia, aber auch in anderen Küstenregionen und besonders im hohen Norden sind die Diener Sumus auch für ihre Fermentierungskenntnisse bekannt. Fermentiertes Gemüse oder Fisch ist natürlich nicht unbekannt unter der Landbevölkerung in diesen Landstrichen, für die Salzwasser sehr leicht verfügbar ist. Aber das Druidentum scheint diese Kunst zur Erfüllung ihrer bisweilen sehr spezifischen Nahrungsgebote zu einer sehr spezialisierten Vollendung gebracht zu haben. Viele Gerüchte ranken sich darum, dass die oft hochgradig kräuterkundigen druidischen Fermentierer ihren Erzeugnissen noch weitere, bewußtseinserweiternde oder heilkundige Zutaten beimischen, aber das konnte in der Breite noch kein Alchimist bestätigen. Nichtsdestotrotz gilt Druidenferment als Spezialität, selbst wenn die tatsächliche Qualität stark schwanken kann.

Obskurerweise erzielt man gerade unter den Angroschim damit Höchstpreise. Nicht weil die Zwerge das Gericht so schätzen - obwohl das individuell natürlich auch sein kann - sondern weil man es als Delikatesse hervorragend Gästen vorsetzen kann, und es aufgrund des starken Eigengeschmacks vortrefflich Dergolasch-Pulver zu verstecken vermag. Wird dem Gast dann kurz nach dem Essen schlecht, kann man die Schuld dann bequem auf die exotische Zutat schieben, das dem Magen des Gastes wohl nicht so recht genehm war."

- Auszug aus einem tulamidischen Reisebericht, frei übersetzt durch den Hohen Lehrmeister Domnall Dalpert

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Ungelesener Beitrag von Mehlbert » 30.04.2022 00:32

"Wie die Rotschopfstriezel zustande gekommen sind? Ist ne lustige Geschichte.

Ich hab mal nach meiner Lehrzeit die Dienerin gegeben für so eine exzentrische Reisegesellschaft. Du weißt schon, Abenteuer erleben und so. Hab nicht nur gekocht, sondern auch das Lager aufgeschlagen und die Zelte gemacht und so. Aber auch gekocht, natürlich.

Und wenn Du glaubst, dass es schwierig ist, für einen Efferdgeweihten, einen Zwergenkrieger, einen tulamidischen Reiseschriftsteller und eine firnelfische Messerstecherin zu kochen, dann hast Du die Herrin Madia noch nicht kennengelernt. Zwischen den Reisen nett, normal, bißchen geheimnisvoll. Aber sobald es auf der Straße gefährlich wurde, war jedes Gericht nicht gut genug. Hat kaum nen Bissen runtergewürgt. War immer richtig hungrig und gereizt während der Zeit, und selbst die anderen Herrschaften haben dann immer einen weiten Bogen um sie gemacht. Ich habe den Herrn al'Adlir mal gefragt, und der sagte "Nein, ignorier das einfach, es ist ein gutes Omen für uns wenn Madia mißmutig in einen Kampf geht.". Gut, ein bißchen seltsam, dass man das bei der Gruppenheilerin für eine gute Stimmunng hält. Aber der Herr al'Adlir war'n feiner Kerl, und der wußte schon was er sagte.

Aber wenn die mal wieder aus irgendeiner seltsamen Gefahr zurück kamen, und einer von ihnen war verletzt, dann hat die Herrin Madia immer nach was Süßem verlangt. Sie hat dabei immer ihre roten Locken aus dem Pferdeschwanz befreit, wild den Kopf geschüttelt und mich dann mit hungrigen grünen Augen angesehen. Ich hab mir dann immer gedacht, "Mädel, dann iss doch mal vorher was.". Aber irgendwann hab ich mir dann bei dem Bild den Rotschopfstriezel ausgedacht und ein paar davon vor der nächsten Abreise gebacken. Ein Hefezopf, aber voll mit Butter und süßer Kirschmarmelade. Konnte man kaum reinbeissen ohne dass die Marmelade einem zu beiden Seiten das Kinn herunterlief.

Der Herrin Madia hat's aber gefallen. Hat reingebissen, die Augen geschlossen, langsam die Marmelade in den Mundwinkeln mit den Fingerspitzen aufgesammelt und die dann genüßlich abgeschleckt. Hat dann mit den Lüllefingern direkt Herr al'Adlirs Wunden versorgt, aber wer bin ich um das anzuprangern. Hat auch im Nachhinhein scheinbar immer sehr gut funktioniert."

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