Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Hier finden allgemeine DSA-Themen ihren Platz, zu denen es kein explizites Unterforum gibt.
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Satinavian
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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von Satinavian » 29.03.2021 12:05

bluedragon7 hat geschrieben:
29.03.2021 11:45
Aber mit ganz vielen Spielern, von denen die wenigsten das was beschrieben wurde
z.B.Show
Geteilte Körperhläften die auseinander rutschen, der ungläubige Blick des Kopfes. Das klagendes Jammern der getroffenen. Das um Gnade betteln der schwerstverletzten. Heraushängende Därme, das verzeweifelte zurück- hineinschieben dieser unter immensen Schmerzen, Scheiße, Blut Angst. Das sind Kämpfe.
in der Form bei DSA dauerhaft mögen
Wer also schon lange spielt wurde in diesem Stil geprägt und häufig werden dann eher andere Spiele genutzt wenn man es mal etwas düsterer haben will als DSA.
Ich denke, hier liegt ein Mißverständnis vor. Ich habe Grumbak jetzt weniger so verstanden, dass gore bei seiner Runde häufiger im Spiel vorkommt, sondern dass er eher ein wenig Anstoß an unnötiger Gewalt in Form eines Überfalls mit Metazweck "Testen der Enduriumwaffen" nimmt und deshalb eine besonders abschreckende Beschreibung gewählt hat, um den Schrecken, der eigentlich hinter so einer Handlung steht, zu verdeutlichen.

Persönlich denke ich auch nicht, dass "grimm and gritty" wirklich wesentlich mit Würfeldreherei oder nicht zu tun hat. Das ist einfach eher ein anderes Spiel mit anderen Themen, anderen Genrekonventionen usw. Nichts davon hat ursächlich mit der Würfelmethode zu tun. Es gibt genug rein narrative Systeme, die sich mit Gangkriegen oder Noir-Plots beschäftigen oder im Fantasybereich ein Setting und Charaktere nutzen, die eher an Warhammer erinnerern.
Wie "düster" es ist, bestimt man hauptsächlich über die Wahl möglicher Charaktere (Macht und Motivation), Handlungen, Risiken und Beschreibungen. Natürlich können heufige Heldentode dabei helfen, die Stimmung, dass das Leben der SC wenig wert ist, zu steigern, aber auch das kann man anders als durch offenes Würfeln besser erreichen. Indem man z.B. einfach häufiger tödliche Bedrohungen benutzt. Oder Wunden sich entzünden lässt.

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Grumbrak
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Ungelesener Beitrag von Grumbrak » 29.03.2021 12:15

bluedragon7 hat geschrieben:
29.03.2021 11:45
Der Kontext wie er sich für mich liest mit deinen eher fatalistischen Beschreibungen liesst sich halt eher wie grimm&gritty, was unter (den mir bekannten!) DSA Spielern eher weniger verbreitet wirkt.
Das mag stimmen, aber der Kontext (ob nun realistisch blutig - oder märchenhaft sauber gestorben wird) hat aber wenig oder nichts damit zu tun, dass das spielen nach Regeln verunglimpft wurde.
Teilweise ließt sich es so, dass ich, weil wir offen würfeln würde gegen meine Spieler spielen. Das ist einfach nicht wahr.
Wir erleben eine Geschichte. Deren Ausgang offen ist. Beinfrlusst wird der Ausgang durch: IDeen und Rollespiel der Spieler und die Würfelergebnisse kommenimmer da zum tragen, wo der Ausgang nicht vollkommenklar ist (die Formulierung findet man im Regelwerk). Niemand muss beim über eine kleine Pfütze springen eine Probe würfeln und niemand wird daran sterben. Auch bei einer dreifach 20 nicht...

Aber sie können bei Kämpfen sterben. (Unabhängig davon ob es nun realistische Kämpfe sind, mit Lanzen, die beim durchstoßen des Feindes nun Därme mitreißen oder nicht).
Sie können auch beim klettern sterben, wobei ich sagen muss, durch die Sammelproben einen vorteil sehe (Der einzige Vorteil den ich an den unnütz langen würfelorgienerkennen kann), dass einzelne Ausreißer, deutlich reduziert werden (und die dreifach 20 ist schon extrem selten 1:8.000).

Mein Argument und das muss ich nochmal anbringen, weilich denke es wurde nciiht verstanden: Ich würfel nicht, wenn der Ausgang vorher feststeht.
Wenn die Helden 5 Wegelagerer zerhacken, die ohnehin weder mit Glück noch ohne sterben sollen, dann kann ich würfelgeräusche immitieren oder schau nicht hin (wenn die Spieler das Gefühl brauchen) - aber ich empfehle das ganz sein zu lassen, und eine Zweikampf simulator zu nutzen... Da kommt dann raus: vorher habt ihr zzu 92% gewonnen, mit den neuen Schwertern gewinnt ihr zu 99%. Alles gut.
Ich bevorzuge den erzählerishen Spielstil mit einer Welt in der zumidnest ich als Meister alle Motivationen erklären kann. Eine Welt in der es einne Grund gibt, warum Hesindiane nicht die Klügste in der Gruppe ist und warum Alrik als Glückskeks gilt, obwohl er tief traurig ist.
Eine Welt in der ein Dämon aus einem Ingamgegrund erscheint und nicht, weil die Spieler neue Waffen ausprobieren wollen...

Das war mein Argument. Und ja: Ich liebe diese Welt und möchte keine Diebe erscheinen lassen, die nur zum zerhacken vorbeischauen. Schon seit DSA 3 wurden die Orks als "Denkende Wesen" mit eigener MEinung, Kultur und Hintergrund präsentiert. Weg vom 10 AP Schwertmonster, die man tötet, um auf LEv. 2 zu kommen.

Meine Forderungen sind daher: Mehr Liebe für NSC's! Mehr tiefe und weniger sinnlose Kämpfe. Dafür aber spannende und gefährliche Kämpfe. Kämpfen werden nur die die es können oder müssen (wie der Goblin vor der Ritualhöhle). Ist ein wenig wie Alchemy... man trinkt auch keinen Heiltrank, den der Krieger Ulfbertg mit Alchemiewert 1 erstellt hat (KL und FF jeweils als Dump Stat)...

Ob ein Held stirbt und ob man das nun drei KR hinauszögert liegt beim Meister und ich glaube wir sind uns einig, dass kein Spieler insistiert, wenn man die Regeln zu sienemn Gunsten auslegt.

Den Daumen freilich gab es fürs umformulieren. *nickt*
Satinavian hat geschrieben:
29.03.2021 12:05
Ich habe Grumbak jetzt weniger so verstanden, dass gore bei seiner Runde häufiger im Spiel vorkommt, sondern dass er eher ein wenig Anstoß an unnötiger Gewalt in Form eines Überfalls mit Metazweck "Testen der Enduriumwaffen" nimmt und deshalb eine besonders abschreckende Beschreibung gewählt hat, um den Schrecken, der eigentlich hinter so einer Handlung steht, zu verdeutlichen.
Jap. Danke. Manchmal fehlen dem Ork in mir die Worte, ich gehe immer davon aus, verstanden zu werden. Die Beschreibung diente nur zur Veranschaulichung, warum man nicht aus Spaß kämpft.
Metazweck kämpfe (schönes Wort) würfelt man, wenn man es denn überhaupt braucht (mir als Naturwissenschaftler bringt es nichts, würfeln sind immer % Werte) außerhalb des Spiels. Aber nicht im Spiel.
Danke @Satinavian

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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 29.03.2021 12:37

Grumbrak hat geschrieben:
29.03.2021 12:15
Teilweise ließt sich es so, dass ich, weil wir offen würfeln würde gegen meine Spieler spielen. Das ist einfach nicht wahr.
Ich denke - und das wurde inzwischen mindestens einmal von @Skyvaheri so bestätigt, das war schlicht ein Missverständnis, basierend auf einer etwas unglücklichen Formulierung.

Des Weiteren hat er geschrieben, dass seine Spieler es so empfinden würden, wenn er so handeln würde.

Was ja durchaus verständlich ist - wenn er es bisher grundsätzlich anders gehalten hat, haben die Spieler eine gewisse Vorstellung von der Mechanik der Spielwelt - und die ist eben "nachsichtiger". Wenn das plötzlich ohne Warnung umschlüge - fänden sie es vermutlich unfair.

Edit: Und ich fände das sogar nachvollziehbar, unabhängig davon, welche Spielstil ich selbst bevorzuge.

Ich denke, es würde in derartigen Diskussionen schon viel helfen, wenn man zumindest beim Schreiben nicht die eigene Runde als "Standard" setzt, sondern grundsätzlich voransetzt: "Bei uns wäre/ist es so, dass..."
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Skyvaheri
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Ungelesener Beitrag von Skyvaheri » 29.03.2021 13:32

Rhonda Eilwind hat geschrieben:
29.03.2021 12:37
Was ja durchaus verständlich ist - wenn er es bisher grundsätzlich anders gehalten hat, haben die Spieler eine gewisse Vorstellung von der Mechanik der Spielwelt - und die ist eben "nachsichtiger". Wenn das plötzlich ohne Warnung umschlüge - fänden sie es vermutlich unfair.
Tatsächlich haben wir in unserer Runde die Vorlieben jedes Spielers nach Laws abgefragt, sowie eine Grundsatzdiskussion gehabt, ob es lieber eher sandboxing oder railroding sein soll. Daher waren die Wünsche für mich als SL eindeutig definiert - sogar pro Spieler. Und ich hatte mir sehr viel Mühe gegeben, die Wünsche der Spieler abwechselnd zu bedienen und jedem regelmäßig schöne Szenen zu schaffen... und gleichzeitig alles irgendwie sinnvoll einzubeziehen was die Spieler von sich aus eingebracht haben.
Aber wir waren uns einig darin, dass wenn irgend möglich die SCs, die als "die Gezeichneten" aufgebaut wurden auch bis zum Finale durchkommen sollen. Dumme, völlig unnötige Kletter-Stunts gehören da halt nicht dazu. Die Spieler ihre neuen Spielzeuge ausprobieren lassen sehr wohl - denn sie hätten ja nicht kämpfen müssen... ich wusste aber, dass sie kämpfen wollen. Also warum sollte ich sie darauf wochenlang warten lassen, anstatt ihnen eine Gelegenheit zu schaffen - mit einem anschließenden kleinen Beigeschmack, dass ihre Superwaffen gegen Dämonen gedacht sind und nicht gegen Strauchdiebe... ;) Es hat übrigens sehr gut funktioniert... Das hätte es nicht, wenn ich an dieser Stelle die acht 1er offen gewürfelt hätte... ;)

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Alriel
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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von Alriel » 29.03.2021 13:52

pmd hat geschrieben:
29.03.2021 11:03
Im Verlauf der Diskussion scheint sich für mich immer mehr herauszukristallisieren, dass Würfeldrehen vor allem eine Sache derjenigen ist, die ihre Abenteuer auch per Railroading oder Illusionismus (ohne das abwertend zu meinen), leiten.
Das ist, zumindest für mich, genauso eine Suggestion wie du sie anderen Vorwirfst. Und mit einer der Punkte die für mich unter "militanz" fallen, ähnlich wie deine Äußerungen über "wenn verdeckt gewürfelt wird muss man ja am anderen Zweifeln", die für mich eine ziemliche Beleidigung darstellen.

Bei mir können die Spieler jederzeit frei entscheiden was sie tun wollen, wir hatten hier das Beispiel von einer Gruppe die nach einer verlorenen Schlacht durch ein Tsa-Wunder wiederbelebt wurde oder den Ritter in Vollplatte der unbedingt klettern wollte. Das Wunder würde es bei mir nicht geben, dafür aber das Klettern. Das Wunder wäre für mich "erzählerisches" Würfeldrehen so drastisch... nö wäre einfach nicht meines. Würde ich auch als Spieler nicht wollen. Das Klettern hingegen, aus SL Sicht denkbar dämlich, aber hey, wenn es dem Spieler Spaß macht, liegt an den anderen SCs, ggf. an einer Meisterperson ihm das auszureden.
Aber ein Krieger, der sich bewusst ist, er ist verletzt, aber einen Treffer, das schaffe ich noch, und dann würfle ich für den NSC 1/1 und beim Schaden 6/6 oder sowas, na gut dann sind es eben 5/5 Schaden und die Gruppe hat noch ein paar Runden ihn zu retten. Oder der kletternde Ritter fällt nicht 200m tief sondern fängt sich noch gerade eben, schwer verletzt und die Gruppe hat die Chance ihn zu retten.
Ob ich als SL ein fettes Wunder (oder einen Felsvorsprung) einstreue um einen SC zu retten, was in den wenigsten Fällen abenteuergerecht passen dürfte, oder ich kurz aus einer 20 eine 19, aus einer 1 eine 2 mache, als SL kann ich machen was ich will (in gewissen abgesprochenen Grenzen).

Ich wette auch ohne Würfeldrehen kann man railroading betreiben, ebenso wie man mit Würfeldrehen frei spielen kann.

Es ist nur eine Frage der Vorliebe, ich drehe lieber am Würfel als durch simple Stochastik (die ich schon seit dem Abi hasse) einen SC sterben zu lassen in einer Situation wo es schlicht nicht zu erwarten ist.

Das macht meine SCs nicht unsterblich und meine Plots auch nicht zu einer Eisenbahn. Ich würde auch die G7 sterben lassen, aber eben nicht nur weil im falschen Augenblick die Würfel blöde fallen. Wenn die Spieler etwas machen was mir nicht in den Plot passt, dann baue ich den Plot um, geht das nicht dann bastle ich mir einen neuen Plot. Gewinnt dadurch der Schurke? Auch gut. Stirbt dadurch ein SC, na und, passiert.

(Jetzt hätte ich Bock auf G7 mit meiner "Kindergruppe", ich sehe schon das neue Aventurien unter :borbi: Herrschaft :lol: )

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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 29.03.2021 13:57

Alriel hat geschrieben:
29.03.2021 13:52
pmd hat geschrieben:
29.03.2021 11:03
Im Verlauf der Diskussion scheint sich für mich immer mehr herauszukristallisieren, dass Würfeldrehen vor allem eine Sache derjenigen ist, die ihre Abenteuer auch per Railroading oder Illusionismus (ohne das abwertend zu meinen), leiten.
Das ist, zumindest für mich, genauso eine Suggestion
Da stimme ich Alriel zu. Wir drehen Würfel als SL, aber spielen derzeit nur selbstgeschriebene Abenteuer, um railroading zu minimieren und ergebnissoffen spielen zu können.
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Ungelesener Beitrag von pmd » 29.03.2021 14:30

Alriel hat geschrieben:
29.03.2021 13:52
Das ist, zumindest für mich, genauso eine Suggestion wie du sie anderen Vorwirfst. Und mit einer der Punkte die für mich unter "militanz" fallen, ähnlich wie deine Äußerungen über "wenn verdeckt gewürfelt wird muss man ja am anderen Zweifeln", die für mich eine ziemliche Beleidigung darstellen.
Es tut mir leid, wenn du die Aussage als beleidigend empfindest. Sie war nicht so gemeint. Mit der geklammerten Anmerkung hatte ich versucht explizit deutlich zu machen, dass ich Railroading oder Illusionismus nicht als geringerwertigen Spielstil ansehe oder etwas in dieser Richtung suggerieren möchte. Vermutlich ist der Begriff Railroading all zu sehr vorbelastet, so dass er diese negative Suggestivkraft trotz expliziter gegenteiliger Klarstellung entfaltet.

Die in Anführungszeichen gesetzte Aussage habe ich nie getroffen. Das Wort Zweifel bezog sich in meiner Aussage auf die "Echtheit" des verkündeten Würfelergebnisses, nicht auf die charakterliche Integrität der verdeckt würfelnden Person.
Alriel hat geschrieben:
29.03.2021 13:52
Ich wette auch ohne Würfeldrehen kann man railroading betreiben, ebenso wie man mit Würfeldrehen frei spielen kann.
Natürlich. Ich sehe auch nicht, wo meine Aussage dem widersprechen würde.

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Grumbrak
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Ungelesener Beitrag von Grumbrak » 29.03.2021 14:43

Alriel hat geschrieben:
29.03.2021 13:52
Ich wette auch ohne Würfeldrehen kann man railroading betreiben, ebenso wie man mit Würfeldrehen frei spielen kann.
Das stimmt zweifelsohne, auch wenn sich mir ebenbso der Verdacht aufdrückt, dass würfeldrehen manchmal mit dem Grund: Plot erhalten einhergeht.
Alriel hat geschrieben:
29.03.2021 13:52
Es ist nur eine Frage der Vorliebe, ich drehe lieber am Würfel als durch simple Stochastik (die ich schon seit dem Abi hasse) [...]
Hier hast du einen alten Ork, der zahlen zweifelsfrei liebt, zum lächeln gebracht... wohlwolendes Lächeln.
Alriel hat geschrieben:
29.03.2021 13:52
[...] inen SC sterben zu lassen in einer Situation wo es schlicht nicht zu erwarten ist.
Das wiederum ist nicht logisch. Wenn ein Ausgang nicht zu erwarten ist, lasse ich nicht würfeln. Andererseits gibt es durchaus auch Möbel eines schwedischen Herstellers mit vier Buchstaben, die beim "Beklettern" durchaus tötlich sind. Wenn auch nicht für Erwachsene und nicht wegen der Sturzhöhe, sondern weil sie umkippen. Ziemlich blöde Sache. Seitdem müssen alle SChränke (und besonders die mit Schubladen) an der Wand verschraubt werden....
Fazit: Ja auch der Junior kann eine dreifach 20 würfeln und bei Kletterhöhen von weniger als 1,20m einen tötlichen Unfall erleiden.

Die einzige Frage ist: Möchte ich, dass mein Charakter wegen einer Probe stirbt? Möchte ich, dass mein Charakter wie ein Sims stirbt, weil er essen zubereitet?

Hier kann es keine richtige oder falsche Antwort geben. Nur ein: Sowas würden wir zulassen, oder nicht. Ich fände es unheroisch bei einer Klettern oder Kochenprobe das zeitliche zu segnen.
Andererseits Schaut man sich das reale Leben an, dann ist Hausarbeit ziemlich gefährlich. Leiterstürze, Stromschläg, Elektrische Werkzeuge... All das führt sehr oft zu schwersten Verletzungen. Ebenso wie Wasserski oder Ski fahren oder Fussball spielen (mehr noch als Kampfsport).
Dennoch ist es wirklich heroischer beim Kampf mit einem Dämon zu sterben? Tot ist tot.
Darum (und das ist scheinbar irgendwie untergegangen), finde ich Sammelproben besser als Einzelproben. Dann kann die dreifach 20 zu schwersten Verletzungen führen (sogar zum zurücksetzen aller angesammelter Punkte) aber nicht zum Tod.
Das würde ich sowieso bevorzugen. Wenn jemand eine 200m teife Schlucht hinunter fällt, stürzt er ja nicht immer 200m tief und prallt dann auf.
Wenn das der Fall ist, muss man es besser beschreiben. Oft rutscht man einfach irgend einen Hang ziemlich ungllücklich runter, hat Schürf, Quetsch und Schnittwunden und vielleicht kommt noch eine Lawine hinterher. Aber nicht jede Steilwand hat einen Überhang, wo man sinnlos in die Tiefe stüzt... Nicht jede? Nein aber immer öfter!

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Ungelesener Beitrag von Desiderius Findeisen » 29.03.2021 15:02

Grumbrak hat geschrieben:
29.03.2021 14:43
Alriel hat geschrieben:
29.03.2021 13:52
[...] inen SC sterben zu lassen in einer Situation wo es schlicht nicht zu erwarten ist.
Das wiederum ist nicht logisch. Wenn ein Ausgang nicht zu erwarten ist, lasse ich nicht würfeln.
In dieser Endgültigkeit würde ich das nicht sehen. Oft lasse ich würfeln, ob und wie gut etwas gelingt, habe dann aber trotzdem ein Problem wenn eine Dreifach-20 eigentlich logischerweise den Tod bedeuten würden (Klettern ist da halt der Klassiker).
Also lasse ich schon würfeln, nehme mir aber (in Absprache mit den Spielern natürlich) das Recht, solche Extremfälle zu ignorieren oder erheblich zu entschärfen.

Wenn man aber einen Wurf macht, der bei misslingen automatisch den Tod bringt, dann bin ich ganz bei dir: In dem Fall hätte man dann besser nicht gewürfelt.
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Ungelesener Beitrag von Grumbrak » 29.03.2021 16:01

Desiderius Findeisen hat geschrieben:
29.03.2021 15:02
ft lasse ich würfeln, ob und wie gut etwas gelingt, habe dann aber trotzdem ein Problem wenn eine Dreifach-20 eigentlich logischerweise den Tod bedeuten würden (Klettern ist da halt der Klassiker).
Wenn man das konsequent durchzieht und annimmt pro Spieleabend werden 10-100 Proben gewürfelt, so besteht eine ~0,13-1,25 % (reine mathematiker können das besser) Chance einen dreifach 20 zu würfeln.
Wäre es dann nciht besser anzunehmen, eine dreifach 20 wäre eine große Katastrophe, mit schlimmen, bleibenden Verletzungen (Handeln hat immer Konsequenzen) aber nicht tödlich?
Das ist doch besser, als der Heldentod (Spiritusflasche) beim Feuermachen?

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Ungelesener Beitrag von Sumaro » 29.03.2021 16:25

Öhm, das Probensystem eignet sich nicht Haushalts-Simulationen, das sollte man vielleicht berücksichtigen. Statistisch gesehen würde kein Aventurier aus dem Kindesalter herauskommen, weil sich die Person "tot-patzt". Das hat nichts mit heroisch oder unheroisch zu tun. Die 3-fach 20 simuliert eben nicht den "Huch, beim Geschenk auspacken ausgeweidet"-Vorfall, der sicherlich keine Chance von 1:8000 hat. Zumindest wäre mir nicht bekannt, dass beim Geschenke auspacken irdisch jedes Jahr hunderttausende Menschen sterben.

Von daher sind Alltags-Unfälle echt keine gute Referenz, um zu verdeutlichen wie "random" das Leben ist. Das ist es zwar, aber es ist eben nicht DSA-Würfel-Random.
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Ungelesener Beitrag von pmd » 29.03.2021 16:43

Da das nun wiederholt aufkam, möchte ich darauf hinweisen, dass (zumindest nach DSA 4.1) eine Dreifach-20 explizit keinen sofort tödlichen Ausgang hat.

WdS S.16
... der negative Fall [Dreifach 20] für den helden ohne weiteres eine lebensbedrohliche (nicht jedoch automatisch tödliche) Situation schaffen kann.
Selbst das "Lebensbedrohliche" ist ein "kann" und nicht zwingend.

Wenn man also aus diesem Grund Würfel dreht, wäre die eigentlich näher liegende Lösung, die Dreifach 20, wie vom Regelwerk vorgesehen, nicht als automatisch tödlich zu betrachten.

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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 29.03.2021 22:04

Ich meine auch, es hätte in einem der alten DSAs (2 oder 3?) die Regel gegeben, dass eine Dreifach-20 durch eine gute Probe zumindest so abgemildert werden konnte, dass dauerhafte Folgen ausblieben. Ich weiß aber nicht mehr, ob das eine optionale, oder eine Hausregel war.

Auf jeden Fall gab es die Regel, dass, wenn eine Probe so krass misslungen war, das dauerhafte Aufschläge auf dieses Talent zur Folge hatte, die nur durch jeweils gute Proben (1 und 2 jeweils?) um einen Punkt gemildert werden konnten. Von "direkt tot" war da auch nie die Rede, auch wenn das beim Klettern natürlich je nach Situation naheliegt.

Ich erinnere mich daran deswegen so gut, weil einer unserer SCs, ein nivesicher Fährtensucher (ausgerechnet) beim Orientieren drastisch patzte - und beim zweiten Wurf direkt nochmal danebenlag.

(Da waren es dann 19 20 20). Folge war eine krasse Desorientierung (inklusive vorbüergehender Schwindelgefühle etc.). die sich nie wieder ganz legte - und zwar deswegen, weil der arme Kerl bzw. seine etwas genervte Spielerin ab diesem Tag keine einzige gute Probe in Orientierung mehr gewürfelt hat. Die misslangen grundsätzlich auch ohne (!) Aufschläge.

Da es aber ja problemlos möglich ist, auch ohne jeden Orientierungssinn sein Leben zu fristen (wie zB einer meiner Brüder oder auch mein Mann mir immer wieder eindrucksvoll vor Augen führen), blieb es halt dabei, und wir lernten eben, uns in dieser Hinsicht nicht mehr auf den SC zu verlassen...
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Ungelesener Beitrag von Dreifach20 » 29.03.2021 23:43

Grumbrak hat geschrieben:
29.03.2021 08:52
Dreifach20 hat geschrieben:
25.03.2021 00:50
Wir drehen doch alle Würfel.
Nein! Das ist unser Gruppenkonsenz. Offenes würfeln. Man stibrt dann halt gegen einen Oger, wenn man Pech hat.
Vielleicht war es nicht so klar erkennbar wie ich es gemeint hatte, aber ich wollte etwas umständlich ausdrücken, das wir doch alle die Würfel rollen lassen.
Also der rein mechanische Vorgang des Würfelns. Mehr hab ich in diesem Satz nicht sagen wollen.
...kurz vor'm Wahnsinn wird's nochmal lustig...

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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 30.03.2021 00:59

Und selbst wenn nicht: Ist nach dem Regelwerk nicht das verdeckte Würfeln normal, und radikal bzw. konsequent offenes Würfeln des SL der Gruppenkonsens?
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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 30.03.2021 01:24

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
30.03.2021 00:59
Und selbst wenn nicht: Ist nach dem Regelwerk nicht das verdeckte Würfeln normal, und radikal bzw. konsequent offenes Würfeln des SL der Gruppenkonsens?
Nein. Oder jedenfalls war es das früher nicht.

In den ersten drei Versionen von DSA wurde es einem mW weitgehend freigestellt, ob man offen oder verdeckt gewürfelt hat- Einzig für Proben, wo es hilfreich war, dass die Spieler ihr eigenes Ergebnis nicht wussten, wurde empfohlen, lieber verdeckt zu würfeln. Beispiel: Sinnenschärfe, Gefahreninstinkt, in einigen Fällen Geschichtswissen etc.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 30.03.2021 01:26

Also ist der Meisterschirm schon immer optionales Beiwerk für den SL?
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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 30.03.2021 01:31

Ja, meiner Erinnerung nach schon ein wenig.

Ich gucke aber morgen gern nochmal nach. Ich will da auch nichts Falsches behaupten. :)
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 30.03.2021 07:50

Bzgl 5. Edition wird hinten beim Gruppen Vertrag eben die Frage gestellt, ob SL verdeckt oder offen würfeln soll.
Davor wird im Regelwerk nie darauf eingegangen.
75% Method Actor, 71% Storyteller, ..., 17% Power Gamer

Ja ich betreibe "Blümchen"-Rollenspiel und ich steh dazu.

Bin ich froh DSA5 zu spielen. Nicht mehr alle Kämpfer waren in der Fasarer Arena!

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Aus Liebe zu Aventurien ertrage ich die Regeln.
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Grumbrak
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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von Grumbrak » 30.03.2021 07:50

Dreifach20 hat geschrieben:
29.03.2021 23:43
Vielleicht war es nicht so klar erkennbar wie ich es gemeint hatte, aber ich wollte etwas umständlich ausdrücken, das wir doch alle die Würfel rollen lassen.
Also der rein mechanische Vorgang des Würfelns. Mehr hab ich in diesem Satz nicht sagen wollen.
Das war tatsächlich nicht klar, weil ich die Formulierung "Würfel drehen" des Beitrags als bewusstes "Ergebins ändern zugunsten des Plots" verstanden habe. Also aus einer 1 eines Feindes wird ein "nur getroffen". In einer anderen Situation: Der böse Magier scheitert mit 17/18/19... wird ein: Guter Transversalis... euer Ziel verschwindet.

Beides würde bei mir nicht passieren... dann kann es durchaus sein, dass der MAgier sich wegteleportieren will... und dabie scheitert.
Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
30.03.2021 01:26
Also ist der Meisterschirm schon immer optionales Beiwerk für den SL?
Hinter dem Meisterschirm liegt das Abenteuer... Damit die Spieler nicht aus Versehen was lesen, was sie noch nicht wissen....
Anderes Beiwerk war DSA3 noch die viel zu kleine Maske des Meisters, damit die Spieler die Emotionen des Meisters nicht sehen sollen... so ein Quark!

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Irike
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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von Irike » 30.03.2021 08:06

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
27.03.2021 00:17
Vasall hat geschrieben:
26.03.2021 15:22
Da wird auch nicht unbedingt die SL gefragt sondern einfach die passende Probe abgelegt und dann entweder ausgespielt oder
Meine Erfahrung ist, dass auch das aber mit dem SL angesprochen werden sollte.

Ich hatte mal einen SL, der das genau so von uns verlangt hat.

Und umgekehrt hatte ich einen anderen SL, den es mega nervt, wenn wir ungefragt Proben werfen.
Dazu gibt es in einer unserer Gruppen ein berühmtes Zitat, das immer mal wieder aufkommt: "Würfle nie eine Probe, wenn der SL es nicht verlangt." Nicht ganz so ernst gemeint.

Hintergrund ist der, dass es schon zig mal vorkam, dass Spieler X oder Y meinte, och, ich würfle jetzt einfach mal auf Höhenangst (oder ähnliches) und mit einer 20 ordentlich verkackt hat. Stellte dann jedes mal den SL vor eine ungeplante Herausforderung, die zum Teil des Spielgeschehen ganz schön beeinflusst hat... Aber die Kreativität fördert es dennoch. :dunkelheit:

De facto stimme ich zu: Das sollte mit dem SL abgesprochen werden, wie das gehandhabt wird.
Neugier bringt den Magier um.

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Herr der Welt
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 30.03.2021 09:32

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
30.03.2021 01:26
Also ist der Meisterschirm schon immer optionales Beiwerk für den SL?
Zusätzlich zu dem, was Grumbrak sagte, dass nämlich der Sichtschutz (aus meiner Sicht sogar vorrangig) den SL-Aufzeichnungen (nicht selten mit verräterischen Abbildungen) gilt, kann man zum verdeckten Würfeln durchaus das (DSA4-)Regelwerk bemühen. Dort wird es niemals vorgeschrieben und nur dann empfohlen, wenn das Probenergebnis - aus Gründen der Spannung oder um die Trennung von Spieler- und SC-Wissen zu forcieren - ungewiss sein soll, etwa wenn sich SC verstecken, etwas wahrnehmen können oder ein Elixier brauen. D.h., dass verdecktes Würfeln in den meisten Fällen sogar für SC-Proben empfohlen wird. Und diese Empfehlungen sind immer recht frei modalisiert (durch "können", seltener "sollten"). Auch im DSA5-GRW (S. 384) wird verdecktes Würfeln vor genau dem selben Kontext - dieses Mal auf der Meta-Ebene explizit - angesprochen: "Einige Gruppen bevorzugen verdeckte Proben auf Sinnesschärfe und Menschenkenntnis, damit die Spieler nicht sofort durch Sicht auf die Würfelergebnisse einer Probe wissen, ob es einen Hinterhalt gibt oder die Meisterperson lügt."
Es geht also an keiner Stelle um verdeckte Proben im Kampf. Ausnahme ist "Wege des Meisters", S. 57. Dort wird jedwedes verdeckte Proben als eine Option beschrieben - übrigens genau zu dem hier diskutierten Zweck, nämlich um zufällige SC-Tode zu vermeiden. Und ebenfalls nicht zufällig folgt es einem Kasten, der SchiPs zum gleichen Zweck vorschlägt.

Unabhängig vom DSA-Regelwerk handelt es sich um unterschiedliche Spannungskonzepte.
Das Glücksspiel, das eine ernsthafte Probe - deren Ergebnis also nicht nachträglich so ausgelegt wird, dass der Würfelwurf im Grunde egal ist - bedeutet, trägt Spannung in sich, weil der Ausgang offen ist und man keinen Einfluss mehr ausüben kann - zum Zeitpunkt des Wurfes, nicht weil man zuvor keine Modifikatoren o.Ä. ansammeln konnte. Jede Reduktion dieser Bedeutung mindert gleichsam und zwangsweise das Spannungsmoment der Probe. Das gilt selbst für die fernste Ahnung, ein Spieler oder der SL könnten ein klares Probenergebnis (am deutlichsten sind wohl binäre Abfragen, wie: auf die 16+ gelingt es, darunter nicht) irgendwie zerreden oder nachträglich manipulieren. Wo also bekannter oder vermuteter Maßen an Würfeln gedreht oder Ergebnisse (aus welchen Gründen auch immer) angepasst werden, kann durch Würfelproben weniger Spannung generiert werden.
Das Gegenmodell zu dieser punktuellen Spannung als Überraschung, die aus der Offenheit für mindestens zwei (möglichst) verschiedene Ergebnisse, die grob auf Gelingen oder Scheitern hinauszulaufen haben, resultieren, stellt der dramaturgische bzw. der Erzählbogen dar, der das Geschehen als Geschichte oder Plot überspannt. Der ist nur bedingt belastungsfähig gegenüber einer gewissen Zahl abweichender Ereignisse, wie sie aus Proben im o.g. Sinne resultieren (müssten). Folglich sind Probenergebnisse, die zu stark abweichen, entsprechend anzupassen, wenn sie die Erzählung ansonsten buchstäblich entspannen. Gute Erzählungen sind aus nachvollziehbaren Gründen durchkomponierte Werke. Selbst offene Dramen haben einen klaren Fluchtpunkt und festgeschriebene Ereignisse, die der Plot durchläuft, währenddessen die Figuren eine bestimmte Entwicklung erfahren.
Meist finden sich Gruppen zwischen diesen beiden Polen ein, weil Rollenspiel i.d.R. weder als reines Würfelspiel noch als miterlebbares Literaturerlebnis praktiziert wird bzw. nicht aus diesen Medien seine ganze und vielleicht nicht einmal seine eigentliche Spannung erzeugt. Die Eigenmedialität von P&P zeichnet sich gerade durch Interaktion aus: nicht nur der SC miteinander und mit NSC, sondern auch Interaktionen zwischen Proben und Erzählung, Spieler und Proben, Spieler und Erzählung, Erzählung und Spielwelt etc. Je nach Gewichtung der Bedeutung einzelner P&P-Elemente und der Interpunktion in der Interaktion derselben miteinander ist Würfeldrehen wünschenswert oder nicht. Faktisch reduziert es Spannung durch
SchiPs fügen sich als ein weiteres Element, durch das Spieler mit Proben und somit mit der Erzählung interagieren können. Sie heben den Zufallsfaktor nicht auf, sofern sie nicht automatische Erfolge erzeugen, sondern bspw. nur Probenwiederholungen oder einen Bonus auf das Ergebnis bringen. Und selbst wenn sie automatische Erfolge generieren, ist dies durch ihre Zahl (als Spielressource) begrenzt.
Das angesprochene Verhindern von SC-Toden durch Würfelwürfe, also letztlich durch Zufall (und sei er noch so groß), stellt keinen Sonderfall dar. Einerseits scheint Spannung ausschließlich reduziert zu werden, insofern Lebensgefahr (von Figuren, mit denen man mitfiebert) ein produktiver Spannungsquell ist. Andererseits strafft diese Gewissheit der Figurenkonstanz wiederum den übergeordneten Spanungsbogen einer fortlaufenden Erzählung, innerhalb derer die Identifikation mit der Spielfigur vertieft wird. Oder anders (und plakativ) gesagt: Wenn der SC, den ich seit fünf Jahren verkörpere, durch welche Umstände auch immer seinen geliebten Schal verliert, den er - ich weiß es noch genau - von der Fee des Grünwaldes erhielt, als wir sie und mit ihr das Nachbardorf vor drei Jahren gerettet haben, dann mag das nähergehen als der Tod des vierten SC, weil ich - aus welchen Gründen auch immer - in Kämpfen erstaunlich häufig Patzer würfle.

Ich selbst drehe nicht an Würfelergebnissen (=begrenzte SL-Ergebnis-Interaktion), auch nicht in der aktuellen G7, die wir wahrscheinlich noch viele Jahre spielen werden und mit möglichst konstanten SC bespielen wollen, ohne dass ein SC-Tod auszuschließen ist. Für diese Kampagne bevorzuge ich daher ein jeweils moderates Maß an Interaktivität. G7 ohne gewisse Plot-Grundpfeiler funktioniert nicht (=Begrenzung der Spieler-Erzählung-Interaktion). Die größten Helden des Zeitalters sollen aber gleichsam einen merklichen Einfluss haben, zu mehr wird es kein anderer DSA-SC jemals bringen (=hohe Spieler-Spielwelt-Interaktion). Wir nutzen SchiPs (und mit Fortdauer der Kampagne werden es mehr, was sowohl spielerisch sinnvoll, als auch die Immersion fördernd ist), die u.a. auch tödliche Folgen negieren können (=Steigerung der Spieler-Ergebnis-Interaktion). Daneben gibt es noch andere thematisch strukturierte Punktepools (z.B. Gefahreninstinkt, Scharfsinn o.Ä.), die jeweils die Spieler-Interaktion (i.d.R. mit der Spielwelt oder der Erzählung) steigern. Alles in allem meine ich, dass wir ein gerütteltes Maß gefunden haben, in dem sich Spannung aus Ungewissheit und der weit gespannte Bogen der Erzählung und insbesondere der Figurenentwicklung darin die Waage halten bzw. sich ergänzen (ungewiss ist ja weit mehr als das schiere gesicherte Überleben).

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Rhonda Eilwind
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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 30.03.2021 09:36

Grumbrak hat geschrieben: Anderes Beiwerk war DSA3 noch die viel zu kleine Maske des Meisters, damit die Spieler die Emotionen des Meisters nicht sehen sollen... so ein Quark!
Das war mW nur DSA 1 und auch nur die erste Auflage. :ijw:

Wir hatten die nie.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von hexe » 30.03.2021 10:32

Oder man steckt seinen Lieblings NSC in ein Kettenhemd damit die blöden SC diesen nicht umbringen können! So it is written! :lol:

Fanden trotzdem viele doof und haben es sein lassen...

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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 30.03.2021 10:52

hexe hat geschrieben:
30.03.2021 10:32
Oder man steckt seinen Lieblings NSC in ein Kettenhemd damit die blöden SC diesen nicht umbringen können! So it is written! :lol:

Fanden trotzdem viele doof und haben es sein lassen...
Ja, das ist, ich wiederhole mich, das, was wir uns, finde ich, immer hinter die Ohren schreiben sollten, auch bzgl. der Art wie wie hier im Thread miteinander reden: Es gibt nicht die eine richtige oder falsche Spielweise, sei es Spielstil, GP Menge, Balancing oder eben Würfeldrehen oder nicht drehen - das ist nicht die Frage 😁😂...

Sondern jede Gruppe wird (hoffentlich) die Regelung finden, die für sie Spannung, Spaß und Immersion am meisten befördert :)
"Ich verachte niemanden. Mein Hass trifft jene, die verachten" - Bertolt Brecht.

"Richtet nicht, damit auch ihr nicht gerichtet werdet" - Jesus Christus.

Wir brauchen mehr (N)SCs wie Lata Hirschkind! >3

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Vasall
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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von Vasall » 30.03.2021 11:08

Herr der Welt hat geschrieben:
30.03.2021 09:32
kann man zum verdeckten Würfeln durchaus das (DSA4-)Regelwerk bemühen.
Ja, da steht in Basisregelwerk und WDS im Talentkapitel für jede Talentgruppe eine Empfehlung ob und wann die jeweilige Probe verdeckt gewürfelt werden sollte.

Wir wechseln da auch nach Bedarf. Wenn wir offen würfeln, wird auch nie am Würfelwurf gedreht. Das bedeutet auch mal, dass ein Spieler der sonst gerne verdeckt würfelt und gerade "den Thrill sucht" durchaus auch mal die Würfel in den Mittelpunkt des Geschehens bringt und sowas ansagt wie: "So jetzt Würfel auf den Tisch!".

Ansonsten halten wir uns ziemlich an die allgemeinen Regelhinweise und die Empfehlungen für Spieler und Meister im Basisregelwerk, was ja auch so eine Art Gruppenvertrag bildet. Hier mal die konkretesten Stellen mit Bezug zum Proben und Würfeln:
DSA4-Basisregelwerk hat geschrieben: Was ist Rollenspiel?

Vermeiden Sie aber als Meister, einen Helden durch einen Patzer in eine unvermeidlich tödliche Situation zu bringen, nur weil er gerade etwas Würfelpech hatte. Für eine gefährliche oder unangenehme Situation sollte es hingegen reichen.
[...]

Tipps für Spieler

In Aventurien gibt es keine Spielwerte. Ihre Charaktere können nicht anhand von Zahlen vergleichen, wer der bessere Heiler ist, weil sie keinen ‘Talentwert’ kennen, genauso wenig wie ‘Generierungspunkte’ oder ‘Initiativmodifikatoren’. Auch bei der Steigerung des Helden sollten Sie stets im Auge behalten, dass er nicht überschlagen kann, dass eine Charisma-Steigerung ihm in elf seiner aktiven Talente Vorteile bringt – steigern Sie anhand der Erlebnisse des Helden.
[...]

Der Meister hat immer Recht. Er ist der Schiedsrichter, und er darf (notfalls) auch Regeln brechen, wenn das dem Spiel und
der Spannung dient. Sollten Sie sich irgendwann ungerecht behandelt fühlen oder glauben, dass der Meister sich nicht an die Regeln hält, dann merken Sie sich die Situation und sprechen Sie es nach dem Spiel oder in einer Spielpause an – aber keinesfalls mitten im Spiel.
[...]

Halten Sie sich an die Regeln. Versuchen Sie nicht, durch Schummeln mit den Würfeln, absichtlich falsches Rechnen
oder ähnliche Tricks ‘besser’ zu sein. Es gibt kein ‘Besser’ beim Rollenspiel, und nichts, was Sie am Spieltisch gewinnen, lässt Sie im echten Leben reich und berühmt werden – sehr wahrscheinlich jedoch gibt es Ärger mit den Mitspielern, wenn Sie auffliegen.
[...]

Tipps für Spielleiter

Lassen Sie keinen Helden nur aus Würfelpech sterben. Nur weil ein Spieler wirklich schlecht gewürfelt hat, muss er nicht auf einer Treppe ausrutschen und sich das Genick brechen. Und auch der Zufallstreffer eines Goblinsäbels sollte einen Helden nichtsofort zu Boron schicken.
Aber gestorben werden darf und soll in Aventurien durchaus. Wenn der Held offenen Auges eine tödliche Gefahr eingeht oder trotz eindringlicher Warnungen nicht von selbstmörderischen Vorhaben ablässt, dann sollten Sie ihn auch die Folgen tragen lassen. Wenn die Helden es ‘auf die harte Tour’ machen, zeigen Sie, dass auch die Welt, in der sie sich bewegen, hart und grausam sein kann. Auch Schurken können Hinterhalte legen, Wuchtschläge ansagen oder Gifte verwenden – aber lassen Sie sich von den Helden erst gar nicht in einen solchen Rüstungswettlauf zwingen.
[...]

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Rhonda Eilwind
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Würfeldrehen um Spannung zu erhalten etc.

Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 30.03.2021 11:14

OT: Ich habe gerade mal das Wiki bemüht, weil ich selbst nichts Passendes hier gefunden habe:

Demnach war die "Maske des Meisters" in einer Erweiterungsbox zur allerersten DSA-Box enthalten, nicht in der ersten Auflage der Box selbst.

https://de.wiki-aventurica.de/wiki/Maske_des_Meisters

Ich nehme an, wir hatten die erste Box, aber nicht die Erweiterung.

So oder so: Der Meisterschirm war schon in der allerersten Box, diente aber tatsächlich auch nach meiner Erinnerung ausdrücklich dazu, sonstige Unterlagen, Spielpläne etc. zu verbergen, nicht die Würfel.

Ich meine: Es gab vor DSA1 kein anderes DSA und wir hatten auch sonst in unserem zarten Alter keine Ahnung von Rollenspielen. Es war alles ganz neu für uns. Wir haben also zu Beginn weitgehend "nach Anleitung" gespielt, die allerdings auch damals schon ziemlich viel "machen Sie es, wie Sie es für richtig halten" enthielt.

Hätte diese Anleitung ein Gebot enthalten, immer verdeckt zu würfeln, das wir nachher "aufgehoben" hätten, würde ich mich (glaube ich) ganz sicher daran erinnern.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Ungelesener Beitrag von Twoflower » 30.03.2021 11:18

Skyvaheri hat geschrieben:
28.03.2021 07:52
Nachdem ich als SL einmal öffentlich im Kampf gewürfelt habe... und dadurch einen Helden (Held/Spieler haben nicht wirklich was falsch gemacht) faktisch mit 1 Schlag getötet habe (+25 --> -50) haben wir diesen Helden mittels enormen Resourcen-Einsatz (2 E-Heil-Tränke, mind. 1 Zaubertrank, sofortiger Balsam inkl. verbotene Pforten... UND einer Alveraniars-Begegnung) widerbelebt - und hinterher quasi als Gruppen-Vertrag verabredet, dass wir so was nicht mehr wollen. ALLE. Spieler und SL. Allerdings wer derjenige mit dem Kletterwunsch damals noch nicht in der Gruppe. Vielleicht hatte ihm diese Erfahrung gefeht im Nachhinein betrachtet.
Aus ehrlicher Neugier: Ich kann als jemand, der zwar nicht die G7 gemeistert hat, aber gerade mittendrin in der Leitung einer anderen ziemlich langfristigen, epischen Kampagne (Königsmacher) ist, sehr gut nachvollziehen, dass du den Charakter gerettet hast, aber : wäre es denn wirklich für euch so schlimm gewesen, wenn der Held durch diesen total unwahrscheinlichen krassen Glücksschlag eines vermutlich ziemlich mächtigen Gegners gestorben wäre?

Wäre ich Spieler gewesen, hätte ich für mich womöglich aus der Situation geschlussfolgert, dass mein Held auch in den gefährlichsten Situationen gegen extrem starke und extrem gut gelungene Angriffe nicht sterben wird. Oder zumindest, solange ich nicht durch eigenes "Verschulden" in die Situation geraten bin. Und das würde für mich persönlich doch sehr stark die Dramatik, die Spannung und letztlich auch das Gefühl des Erfolges beim Bewältigen/Überleben des Abenteuers mindern.
Gerade an so einer epischen Kampagne wie G7 hätte ich persönlich dann, glaube ich, weniger Freude.

Klar möchte man die mühsam vorbereiteten und lange bespielten Charaktere allgemein in einer großen Kampagne und speziell bei G7 die Überlegungen zu den Zeichen nicht in die Tonne kloppen, aber ich glaube, dass die gemeinsam erzählte Geschichte doch gerade von so einem tragischen Charaktertod enorm profitieren kann. Wenn der langjährige, eigentlich auch vom Schicksal erwählte Gefährte durch den mächtigen Schlag eines Dämons (oder einen brutalen Zweihänderhieb oder einen Ignifaxius, ich weiß ja gar nicht, was es genau war bei euch ;) ) zerrissen worden ist, dann wird das den anderen Charakteren doch über den ganzen Rest der Kampagne und den Spielern darüber hinaus im Gedächtnis bleiben, ihnen eine noch viel stärkere persönliche Motivation und persönlichen Bezug zum Geschehen geben und den (hoffentlich am Ende erreichten Erfolg) noch viel wertvoller machen.

Ich weiß aber auch, dass sich das sehr leicht sagt. Gegenüber dem Spieler, dessen Charakter man mit einem Schlag tötet, wird es sich vermutlich im ersten Moment immer mies anfühlen, und ein sehr hoher Anteil der Spieler wird in so einer Situation auch erst einmal nicht begeistert sein. So wie ich mich als Spieler kenne, hätte ich, wenn mein lange gespielter und liebgewonnener Charakter durch einen Schlag oder Zauber draufgeht, zunächst keinen großen Sinn für die Dramatik und Epik, sondern wäre aus der Emotion heraus wahrscheinlich erstmal einigermaßen angefressen gegenüber dem SL :wink:
Und ich musste es bisher auch in unserer Großkampagne als SL noch nicht übers Herz bringen, wirklich einen Charakter übers Nirgendmeer zu schicken.

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Ungelesener Beitrag von Kendor » 30.03.2021 11:30

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
30.03.2021 01:26
Also ist der Meisterschirm schon immer optionales Beiwerk für den SL?
Wenn ich am Tisch leite, dann liegt der Schirm entweder vor mir flach auf dem Tisch oder steht an der Seite, wenn dort Platz ist. Er dient mir lediglich als Nachschlagewerk zur schnellen Übersicht über häufig vorkommende Modifikatoren usw.

Der Schirm zwischen mir und den anderen Leuten am Tisch aufzubauen ist mir bei normaler Tischgröße viel zu unkommunikativ. Da ich neben DSA auch gerne und viel Star Wars spiele, bei dem "narrative" Würfel verwendet werden, deren Ergebnis gemeinsam von allen interpretiert werden soll, wäre alles andere auch extreme unpraktisch, weil ich mich zum Würfeln über den Schirm herüber lehnen müsste.

Zumindest war das alles vor Corona so, im Moment spielen wir eh nur über verschiedene Plattformen online. Da gibt es zwar die Möglichkeit hinter dem Schirm "verdeckt" zu würfel, aber so wie wir spielen, ist das volkommen unnötig.

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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 30.03.2021 11:43

Vasall hat geschrieben:
30.03.2021 11:08
Lassen Sie keinen Helden nur aus Würfelpech sterben. Nur weil ein Spieler wirklich schlecht gewürfelt hat, muss er nicht auf einer Treppe ausrutschen und sich das Genick brechen. Und auch der Zufallstreffer eines Goblinsäbels sollte einen Helden nichtsofort zu Boron schicken.
Und das ist letztlich auch die einzige Situation, in der unsere SLs die Würfel drehen.
Wenn wir jetzt von einer Überzahl Orks angegriffen werden und der Rondrageweihte halt, wie es seine Rolle fordert, einen Zweikampf mit dem Anführer beginnt und dieser aber ein Veteranenork ist und dann nach spannenden Würfeln der Ork den Kampf gewinnt, dann ist das halt ein spannender Heldentod.

Aber wenn der PA 18 Schildkrieger lauter 19en wirft und der AT 9 Goblin lauter einsen, dann ist das halt entweder eine EInmischung des dämonischen Widersacher Phexens, oder ein Bruch mit der Immersion und da darf der SL dann halt mal zugunsten der Immersion und des Spielers seines Goblins Würfel drehen.
"Ich verachte niemanden. Mein Hass trifft jene, die verachten" - Bertolt Brecht.

"Richtet nicht, damit auch ihr nicht gerichtet werdet" - Jesus Christus.

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BgG FasarGladiator ist absolut in Ordnung.

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