Vollplatte in Thorwal (Ansehen)

Hier finden allgemeine DSA-Themen ihren Platz, zu denen es kein explizites Unterforum gibt.
Narktor
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Vollplatte in Thorwal (Ansehen)

Ungelesener Beitrag von Narktor » 17.11.2020 23:26

Meine Gruppe (Bin SL) hat einen Ritter, der sehr gern und sehr viel mit seiner Plattenrüstung rumläuft.
Ist glaube ich sowohl Standesdünkel als auch Sicherheitsfimmel :D
Kann also schonmal passieren, dass er in seiner Platte einen heben gehen will.^^

Da wir grade in Thorwal unterwegs sind, wollte ich mal fragen wie üblich und/oder angesehen Plattenrüstungen generell sind.
Bei Wikingern denke ich ja maximal an Kettenhemden, ansonsten aber eher an dickes Leder, auch damit man auf dem Wasser nicht absäuft ^^
Ich würde ihn gerne mal von NSCs ein bisschen aufziehen lassen, und drum wüsst ich gerne, ob in Thorwal Vollplatte generell etwas "belächelt" wird, weil es für das Leben eines "gestandenen Thorwalers" eben nunmal völlig oder jedenfalls ziemlich unbrauchbar ist :D

Danke schonmal für den Input :)

Alrik Normalpaktierer
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Vollplatte in Thorwal (Ansehen)

Ungelesener Beitrag von Alrik Normalpaktierer » 17.11.2020 23:31

Ja, finde ich schön beschrieben und sehr stimmig.

Generell denke ich, dass genau solche Überlegungen - was macht die Kultur aus, welche Ansichten werden von ihren Angehörigen vertreten, wie interagieren sie auf dieser Grundlage mit den SCs - deine Verantwortung, aber auch deine Freiheit als SL sind. Sprich: Wenn dir eine Idee plausibel vorkommt, brauchst du eigentlich nicht den Segen eines Forums dafür. :cookie:

Darjin
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Vollplatte in Thorwal (Ansehen)

Ungelesener Beitrag von Darjin » 18.11.2020 00:10

Wenn du es ein bisschen differenzierter sehen willst, kannst du ja auch nen Veteranen auftauchen lassen, der den Kampfwert von Rittern und Vollplatte durchaus aus eigener Erfahrung kennt (entweder zusammen gegen die Orks vor Havena oder weil man selbst ein Dörflein besuchen wollte und der einheimische Ritter da etwas gegen hatte - irgendwo im Harbischen, wo der Garlingrötz mit der goldenen Legion herrscht..).

Das die einheimische Dorfjugend sich über den lustig macht, damit muss man wohl rechnen. Und Angst müssen die kleinen ja auch nicht vor ihm haben, wenn sie lachend weglaufen können - was will der Kerl in Vollplatte schon machen?
„Man muß uns, glaube ich, nie so viel Verachtung zeigen, wie wir verdienen.“
Michel de Montaigne (1533-1592)

Usch vüpndhä äß krohszattik vi mahnsche zisch ofenzischdlisch behmühn möhklißt uhnläsorliehsch ßuh chraypen & tahpey ahle Möhklischkaythn mohderna täschnohlogy iehknohrieren!

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Vollplatte in Thorwal (Ansehen)

Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 18.11.2020 00:17

Platte zu passenden Anlässen wird bewundert (wahrscheinlich auch in Thorwal), Platte überall dürfte nicht blos in Thorwal belächelt werden...

Kommentare könnten sein:
- Gold hat wohl nur für die Rüstung gereicht, aber nicht mehr für vorzeigbare Kleidung?
- Weichei! Verträgt noch nicht mal einen kleinen Stoß vor den Bug, wenn er in eine zünftige Prügelei gerät.
- Du scheinst viel wert zu sein! Wo wirste denn gesucht, mein Guter?
- Kannste mal ein bisschen weniger Scheppern, ich muss so schreien, wenn ich mit dir reden will.

und sowas provoziert Spitznamen wie
- Muschel!
- Käfer!
- Ritter Suppentopf!

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Grakhvaloth
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Ungelesener Beitrag von Grakhvaloth » 18.11.2020 01:02

In Thorwal sind zumindest Schuppenpanzer auf jeden Fall bekannt, wenn auch selten und teuer. Das ist also die Ausrüstung von wichtigen Kriegern und Jarlen. So ein Schuppenpanzer bedeckt zwar dem Bild nach nur den Oberkörper, aber er bietet 5/5 und wiegt 12 Stein. Das Konzept sehr schwerer Rüstung ist in Thorwal also nicht per se verlacht oder so, sondern einfach nur ungewöhnlich. Möglicherweise erntet er also zwischen den spöttischen Kommentaren auch etwas Bewunderung für so eine schöne Arbeit? Gerne thorwalsch-handfest, aber trotzdem anerkennend.

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DnD-Flüchtling
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Vollplatte in Thorwal (Ansehen)

Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 18.11.2020 02:04

Alsoooo... jein.
Das Problem an der gängigen Vorstellung von Thorwalern ist, dass man sie sich irgendwie immer als viertelnackte Typen in Bärenfell und Krötenhaut vorstellt, die irgendwie alle für Nieten halten, die mit mehr als RS 3 rumlaufen - wobei das eine nicht wirklich angebrachte Verallgemeinerung ist, da schwere Metallrüstungen ja auch in Thorwal nicht unbekannt sind (was @Grakhvaloth gesagt hat).

Auf der anderen Seite fragt sich natürlich, was bei dem SC mit "Plattenrüstung" gemeint ist - es ist ein Unterschied, ob man sich damit auf den extrem gut schützenden, aber außerhalb von Kämpfen auch extrem unpraktischen vollen Plattenharnisch bezieht, oder aber eine etwas leichtere und praktischere Plattenrüstung meint (Garether Platte oder sowas), bei der man halt nicht an jedem Quadratzentimeter des Körpers mit 3mm Stahl geschützt ist.
Letztlich würde ich hier den gesunden Menschenverstand zu Rate ziehen und Plattenrüstungen ganz grob in diese zwei Kategorien aufteilen: Einmal solche Vollrüstungen, die man sich auch mit Rüstungsgewöhnung III eigentlich ausschließlich in Kampfsituationen anziehen möchte (während eines Turniers, bei einem Zweikampf, hoch zu Ross, vor einer Schlacht...); und dann eben diejenigen, die etwas alltagstauglicher sind und die der Charakter mit RG III dann auch in der Wildnis anhaben kann, wenn er zwar immer möglichst gut geschützt sein möchte, aber seine Ausdauer nicht zuuuuu sehr beanspruchen möchte - und mir dann Gedanken machen, wie man selbst als Außenstehender bewerten würde.
Ich persönlich würde letztere jetzt nicht unbedingt für grenzwertig halten; eine Ritterrüstung allerdings schon. Wenn ich diese Wahrnehmung auf die Thorwaler übertrage, dann werden sie den normalen Krieger mit der leichteren Platte ähnlich bewerten wie den Jarl im Schuppenpanzer; aber den Ritter im Vollharnisch, der auch in der Kneipe beim Bier nur seinen Helm abnimmt und ansonsten so https://forgeofsvan.com/wp-content/uplo ... a-1484.jpg rumläuft, werden sie durchaus für albern halten und ihm das auch kommunizieren.
Narktor hat geschrieben:
17.11.2020 23:26
Bei Wikingern denke ich ja maximal an Kettenhemden, ansonsten aber eher an dickes Leder, auch damit man auf dem Wasser nicht absäuft ^^
Das liegt aber vor allem daran, dass die Wikinger mit dem rumliefen, was sie so hatten - und das war zwischen 800 und 1000 definitiv keine schwere Plattenrüstung, weil die noch gar kein Thema war: Im Grunde waren sie nämlich nicht zwangsläufig schlechter ausgerüstet als die zeitgenössischen Ritter vom Kontinent.
Bei der Seeschlacht von Svold (um 1000) dürften die ungefähr so ausgesehen haben
https://preview.redd.it/nr5uzgofzxm51.j ... 96745a4e75
Im Vergleich dazu die Vertreter des Rittertums ganz links:
https://i.redd.it/ubmaz8hzz8e11.jpg

Das Problem für DSA besteht halt darin, dass sich die Darsteller der Thorwaler auf Anleihen aus dem "Viking Age" beschränkt (wo das Kettenhemd tatsächlich das Ende der Fahnenstange war); aber der technologische Fortschritt im Mittelreich mal locker 300-400 Jahre weiter ist; und die Thorwaler eigentlich mit diesen gleichziehen müssten (aber dadurch auch das Wikingerflair einbüßen würden).
Zuletzt geändert von DnD-Flüchtling am 18.11.2020 02:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 18.11.2020 02:09

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
18.11.2020 00:17
und sowas provoziert Spitznamen wie
- Muschel!
- Käfer!
- Ritter Suppentopf!
:ijw:

Es kommt vermutlich auch drauf an wann und wo er seinen Plattenpanzer trägt. Im Kampf, wo das Ding ja Sinn macht, wird man bewundern dass es was bringt, und wenn's auch noch exotisch-doll aussieht - glänzend und vielleicht schön verziert, das wird man wohl anerkennen.
(Stridbert? strid=Streit/Kampf, berh/bert=glänzend)

Aber in der Kneipe, zum Angeben oder damit ihm keiner die abgelegten Teile aus der Unterkunft klauen kann? Suppi.
Oder Müffel, wenn er das Unterzeug nicht regelmäßig reinigt?

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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 18.11.2020 12:02

chizuranjida hat geschrieben:
18.11.2020 02:09
Aber in der Kneipe, zum Angeben oder damit ihm keiner die abgelegten Teile aus der Unterkunft klauen kann? Suppi.
Oder Müffel, wenn er das Unterzeug nicht regelmäßig reinigt?
Wer mit Plattenpanzer sich in die Taverne an den Tisch setzt, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren!^^

Ich kenn auch so einige Spieler, die müssen immer ihre schwere Rüstung anhaben, es könnte ja zufällig genau dann ein u.a. Dämon auftauchen. :phex:

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pmd
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Ungelesener Beitrag von pmd » 18.11.2020 12:04

Ich würde es so machen, dass man ihn nicht wegen der Plattenrüstung an sich aufzieht, aber er würde wohl möglicherweise etwas Spott und möglicherweise sogar mehr als das erleben, wenn er grundlos schwer gerüstet in ziviler Umgebung ohne Bedrohungssituation rumläuft, wie z.B. Abends in der Kneipe. In etwa so, wie wenn heute ein Soldat in voller Kampfmontur abends in einer Kneipe aufschlägt.

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Ungelesener Beitrag von AngeliAter » 18.11.2020 13:03

Lokwai hat geschrieben:
18.11.2020 12:02
Ich kenn auch so einige Spieler, die müssen immer ihre schwere Rüstung anhaben, es könnte ja zufällig genau dann ein u.a. Dämon auftauchen.
Und je nach Edition ignorierten die bösen Dämonen dann sogar noch den nichtmagischen Rüstungsschutz.
Das Stockholm-Syndrom ist eine anerkannte Methode um neue Freundschaften zu schließen.

Vasall
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Ungelesener Beitrag von Vasall » 18.11.2020 13:04

Ich würde das für Thorwal evtl. auch OT lösen.

Falls Dein Spieler mit seinem Char im Setting bewusst anachronistisch auftreten möchte ist ja alles in Butter, dann ist er halt der Exot der er sein möchte.
Wenn nicht, kann hier das Kopfkino viel helfen.
Ein "Plattenpanzer" in Form der Leichten Platte kann ja z.B. auch sowas wie in dem Link von @DnD-Flüchtling, der Ritter um 1330 sein, oder sogar noch der nicht abgebildete Rüstungsstand zwischen 1250 und 1330.
Der Harnisch passt zur Not ja auch noch nach Weiden und in die Schildlande und kann das Etikett "leicht Platte" tragen.
Ein ähnlich durch Plattenteile aufgewerteter Ketten, oder Schuppenpanzer im Stil thorwalscher Krieger ist dann ja durchaus passend.

Das der Thorwaler Krieger seinen dicken Lentner samt Kettenhemd nicht überall und zu jedem Anlass herum trägt ist aber dann immernoch usus und der Stinkeritter fällt auf, aber das ist wohl auch ein anderes Problem.

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Ungelesener Beitrag von smarrthrinn » 18.11.2020 16:28

Die Siedlungen und Städte in Thorwal liegen großteils am Meer. Die Luft ist daher sehr salzhaltig. Ich würd einfach die Rüstung rosten lassen; schön langsam natürlich, damit er das am Anfang noch wegpolieren kann. Aber der Aufwand wird immer mehr und irgendwann sitzt er dann jeden Tag 1-2 Stunden im Zimmer und bringt seine Rüstung auf Hochglanz.

Dann wie schon weiter oben geschrieben, den ganzen Tag in Platte rumzulaufen hat durchaus olfaktorische Auswirkungen, also vielleicht temporärer Nachteil: Übler Geruch, wenn er das wochenlang macht.

Es könnte auch passieren, dass er aus der Taverne gewiesen wird, weil sich ein derartiges Outfit nicht geziemt. Die Leute wollen saufen und Lieder grölen und nicht der Rüstung eines Ausländers beim Quietschen zuhören. Und bei einer Wirtshausprügelei müsste er sie sowieso erst ausziehen, denn beim waffenlosen Kampf ist eBE = BE und außerdem schickt es sich nicht (Thema Weichei), sich in voller Rüstung zu prügeln.

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X76
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Ungelesener Beitrag von X76 » 19.11.2020 04:44

Narktor hat geschrieben:
17.11.2020 23:26
Da wir grade in Thorwal unterwegs sind, wollte ich mal fragen wie üblich und/oder angesehen Plattenrüstungen generell sind.
In der alten Thorwalspielhilfe (S. 18) wird Deine Frage mit wenigen Worten (fast) beantwortet:

"Ein nostrischer Ritter in voller Ritterrüstung und mit gepanzertem Pferd kann nördlich des Ingval seine Gegner nur dadurch bezwingen, dass sie sich über ihn totlachen"

Wie lächerlich der Held auf einen Thorwaler wirkt, hängt also vom genauen Umfang seiner Wehr ab. Generell ist eine gute (d.h. schwere) Rüstung auch in Thorwal (wie fast überall) eine Frage des Geldes. Wer sich eine solche Rüstung leisten kann, ist nicht irgendwer und getragen werden solche Rüstungen natürlich nur an Land.

"Platte" an für sich ist also erstmal kein Grund ausgelacht zu werden, denn wer sich so viel guten Stahl als Schutz leisten kann, ist kein einfacher Dahergelaufener. Die Thorwaler bevorzugen meist leichte Rüstungen, die die Bewegung nicht zu sehr einschränken. Ein neugieriger Thorwaler könnte durchaus versucht sein, mal zu testen "wie unbeweglich" der Fremde in der Volldose wirklich ist (z.B. indem er ihn auf den Boden befördert und schaut, wie schwer er wieder hochkommt). Generell denke ich das "Spott" sich vor allem gegen die "Schwerfälligkeit" (hohe BE) richtet und nicht so sehr gegen die Rüstungsmachart (z.B. Platte).

Reiche Thorwaler investieren durchaus in solide Rüstungen (z.B. Schuppenpanzer), aber nicht in einem Umfang (viele Zusatzrüstungsteile) der sie zu schwerfälligen "Dosen" macht. Der "schwer gepanzerte Thorwaler" ist nach mittelländischen Maßstab wohl eher "Mittelschwer" gerüstet.

Wenn der Held nur eine leichte Platte o.ä. trägt sollte es keinen Spott geben. Aber mit Plattenzeug und Helm, garether Rüstung o.ä. voll umkleidet wird er schon eher ausgelacht. Vermutlich kommt es aber auch auf seine BE an (wie eingeschränkt ist der Held?), denn diese merkt man natürlich bei vielen alltäglichen Dingen deutlich (auch in Form von Probenerschwernissen).

Die geschaffte Probe auf Körperbeherrschung auf der schlammigen Straße vor der Kneipe kann schon den Unterschied zwischen Lachnummer und ernst zu nehmenden Krieger machen. Von den eingeschränkten Sinnen bei einem Helm ganz zu schweigen... :wink:

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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2020 10:24

Wobei ich mir bei dieser Aussage eine Frage stelle: Wie lacht ein Thorwalerschaschlik auf Lanzenspitze? Bzw. ein Thorwalermund, der auf ein Stahlsandwich beißt?

Es gibt Dinge, bei denen die physikalische Demonstration der Vorteile gesellschaftlich akzeptiert (hier sogar erwartet) wird und jedweden Spott schnell zum Verstummen bringt.
Für alle meine Aussagen bezüglich des Kampfsystems von DSA 4 gelten folgende Axiome:
1. Ein professioneller Kämpfer kann die in seiner Ausbildung gelernten Sonderfertigkeiten sinnvoll einsetzen.
2. Die Stochastik von DSA-Würfelergebnissen entspricht der Stochastik gleichverteilter Würfel.

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Ungelesener Beitrag von smarrthrinn » 19.11.2020 12:30

Jeordam hat geschrieben:
19.11.2020 10:24
Wobei ich mir bei dieser Aussage eine Frage stelle: Wie lacht ein Thorwalerschaschlik auf Lanzenspitze? Bzw. ein Thorwalermund, der auf ein Stahlsandwich beißt?
Hab schon drauf gewartet, ob jemand das bringen wird ...

Gegenfrage: Gehst Du auch durch die Stadt und verpasst jedem, der Dich auslacht, ein drittes Auge?

Auf Aventurien umgelegt: Beim Jähzorn der Thorwaler lacht die Dose solang, bis das Dutzend Streitäxte/Orknasen/Skrajas durch die Rüstung durch ist.

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Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 19.11.2020 12:44

und als Meeresnahes Volk wissen die sicher ganz genau, wie man Krabben knackt...

nichtsdestotrotz: im Kampf wird die Platte geschätzt werden. Im Alltag (beim Essen, seefahren, aufs Klo gehen, durch Sümpfe waten, u.s.w.) eher nicht.

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Ungelesener Beitrag von Vasall » 19.11.2020 12:45

Das alte Zitat passt ja ohnehin nicht,

da ein Nostrischer Ritter in vollem Harnisch in etwa so gerüstet ist wie ein Thorwaler Jarl, oder ein gut situierter Thorwaler Krieger.

Es ist wohl keine Frage nach der Art der Panzerung, sondern eben nach den Situationen in denen sie getragen wird.

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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2020 13:08

smarrthrinn hat geschrieben:
19.11.2020 12:30
Jeordam hat geschrieben:
19.11.2020 10:24
Wobei ich mir bei dieser Aussage eine Frage stelle: Wie lacht ein Thorwalerschaschlik auf Lanzenspitze? Bzw. ein Thorwalermund, der auf ein Stahlsandwich beißt?
Hab schon drauf gewartet, ob jemand das bringen wird ...

Gegenfrage: Gehst Du auch durch die Stadt und verpasst jedem, der Dich auslacht, ein drittes Auge?

Auf Aventurien umgelegt: Beim Jähzorn der Thorwaler lacht die Dose solang, bis das Dutzend Streitäxte/Orknasen/Skrajas durch die Rüstung durch ist.
Natürlich nicht. Aber ich bin auch in einer Gesellschaft grossgeworden, die Ehrenduelle seit über 100 Jahren sanktioniert statt sie einzufordern.

Bitte denk daran, das z. B. der Rondra- oder Praiosglaube da gewisse Reaktionen fördert und auch Swafnir auslachen und wegducken nicht gutheißt. So eine Aktion passiert einmal, danach treffen sich Nostrier und Thorwaler und regeln das rondragefällig - oder mindestens einer von beiden kann gesellschaftlich Goblins von unten sehen.
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Ungelesener Beitrag von smarrthrinn » 19.11.2020 13:21

Jeordam hat geschrieben:
19.11.2020 13:08
und auch Swafnir auslachen und wegducken nicht gutheißt
Wer beleidigt Rondra, wenn er einen Trottel auslacht, der in Vollplatter herumläuft wie ein ängstliches Kleinkind? Ich glaub, Rondra dreht sich da wohl eher beschämt weg ...

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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2020 13:31

smarrthrinn hat geschrieben:
19.11.2020 13:21
Jeordam hat geschrieben:
19.11.2020 13:08
und auch Swafnir auslachen und wegducken nicht gutheißt
Wer beleidigt Rondra, wenn er einen Trottel auslacht, der in Vollplatter herumläuft wie ein ängstliches Kleinkind? Ich glaub, Rondra dreht sich da wohl eher beschämt weg ...
Niemand - wenn er oder sie bereit ist, für diese Aussage mit der Waffe in der Hand zwischen die Schranken zu steigen.
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Ungelesener Beitrag von smarrthrinn » 19.11.2020 14:40

Jeordam hat geschrieben:
19.11.2020 13:31
Niemand - wenn er oder sie bereit ist, für diese Aussage mit der Waffe in der Hand zwischen die Schranken zu steigen.
Zwischen die Schranken zu steigen? Also ein Reiter mit Lanze und voller Plattte gegen einen leicht gerüsteten Thorwaler mit Axt? Das ist wahrhaftig ehrenhaft, bei Swafnir!

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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2020 15:41

Offensichtlich scheint der Thorwaler ja im Vorteil zu sein...

Aber selbstverständlich kann die Diskussion auch zu Fuß geführt werden, Zweihänder und Platte gegen Axt, Schild und Krötenhaut. Auch dafür gibt es Schranken (bzw. den Holmgang).
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DnD-Flüchtling
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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 19.11.2020 15:56

Jeordam hat geschrieben:
19.11.2020 10:24
Wobei ich mir bei dieser Aussage eine Frage stelle: Wie lacht ein Thorwalerschaschlik auf Lanzenspitze? Bzw. ein Thorwalermund, der auf ein Stahlsandwich beißt?

Es gibt Dinge, bei denen die physikalische Demonstration der Vorteile gesellschaftlich akzeptiert (hier sogar erwartet) wird und jedweden Spott schnell zum Verstummen bringt.
Ach, im Grunde ist das blödes Gesülze vom verantwortlichen Autor: Die Thorwaler sind halt steinharte Badasses, die auch halb nackt keine Angst vor einem Krieger in einem spätmittelalterlichen Vollharnisch haben, obwohl der sie in der Realität vermutlich zerlegen würde ohne eine Wunde davonzutragen; und die Nostrier sind halt Operettenritter, die grundsätzlich nicht ernst zu nehmen sind.
Der relevante Kern dieses Abschnitts ist eher der, dass Thorwaler einem Fremden keinen prinzipiellen Respekt entgegenbringen, nur weil er anscheinend in seiner Heimat "von Stand" ist.

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Wolfhard von Dunkelstein
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Ungelesener Beitrag von Wolfhard von Dunkelstein » 19.11.2020 16:20

Hm, ich denke mir bei den ganzen Überlegungen hier gerade vor allem:
Was ist denn das Aventurien- und im speziellen das Thorwalerbild, welches man seinen Spielern bieten möchte. Sind Thorwaler tumbe Wilde, die den nutzen gut gearbeiteter schwer Rüstungen einfach nicht erkennen wollen und sich über alles, am besten noch betrunken, lustig machen müssen? Kann man machen, wenn man ganz tiiiiiiief in die Klischee-Kiste greifen will. Hat sicher auch seinen Reiz und je nach Spielstil der Gruppe kann das passen.
Alternativ könnte ich mir eine vorsichtige Mischung aus Neugier, Respekt aber auch ein wenig (versteckte) Belustigung vorstellen. Neugier, da der Rüstungstyp in Thorwal sicher nicht verbreitet ist, aber gleichzeitig leichter und zumindest nicht WENIGER schützend als die einheimischen super schweren Schuppenpanzer sind. Respekt, da man offensichtlich einen hochstehenden fremden Krieger vor sich hat, der sich diese Art der Rüstung anscheinend verdient hat und sich in ihr bewegen kann, wenn er sich in dem Panzer wohl genug fühlt ein Bier zu trinken, dann wird er vermutlich auch darin Kämpfen können. Und ja, Belustigung sicher auch, denn wer zu den Niederhöllen trinkt sein Bier denn im Schlachtenoutfit!? Die bekäme vermutlich auch in anderen Bereichen der Welt ein Wenig Spott ab.

Ich würde empfehlen ihm einen Eindruck von allem davon zu bieten, am besten von verschiedenen Parteien und Leuten. Kinder sind fasziniert und wollen die Platten mal berühren und rennen um ihn rum, die 15-20-jähringen Heißsporne machen sich darüber lustig und versuchen Streit anzuzetteln nur um dann vom 40-jährigen Veteranen nen Klapps auf den Hinterkopf zu bekommen, der voller Achtung von einer Schlacht gegen Schwarzpelze erzählt, in der 20 schwergerüstete albernische Ritter frontal in eine gut doppelt so große Gruppe Orks galoppiert sind und keine nennenswerten Verluste erlitten haben.
Irgendsowas. Ich zumindest fände es aber gerade wichtig, dass sich nicht nur über ihn lustig gemacht wird. Wem soll denn das am Tisch Spaß bringen. Klar, seltsames verhalten wie Vollplatte in der Kneipe ist seltsam und kann gerne angesprochen werden. Aber ich würde es nicht übertreiben, und gerade wenn er auch etwas Standesdünkel im Charakterspiel wichtig findet, sollte er nicht völlig lächerlich gemacht werden.

(Vor allem nicht von den Versagern aus Thorwal, die von ner kleinen Expedtitionsflottillie der Perücken- und Schnupftuchträger an den Rand der kompletten vernichtung gebracht wurden :devil: )
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 19.11.2020 16:53

DIe Plattenrüstung stellte, als sie entworfen wurde (irdisch: im 15. Jh.) die Krone der Verteidigungstechnologie dar. In DSA kommt sie schlecht weg, als sie irdisch war, sie ist z.B. zu schwer und sperrig (also die Bewegung einschränkend). Das ist einfach ein D&D-Erbe, wo Schutz und Einschränkung korrelierten, anstatt dass bessere Technologie das Verhätlnis von Schutz und Einschränkung/Gewicht verbessert. Zwischen Schuppenpanzern und Plattenrüstungen liegen irdisch Jahrtausende.
Es kommt also darauf an, was man für Plattenrüstungen in Aventurien haben will. Die Autoren, die Thorwaler über Plattenrüstungen lachen ließen (mindestens aber die, die die Werte festgelegt haben), hatten vielleicht die Vorstellung von mittels Kran auf Pferd gehobenen Rittern im Hinterkopf. Umso mehr man dies zugunsten dessen herausstreicht, was irdisch Plattenrüstungen auszeichnete, desto eindrucksvoller sollte eine entsprechende Erscheinung sein.
Verstehen wir es aber mal weniger spekulierend und schauen auf die Nachteile von Plattenrüstungen in Thorwal: Plattenrüstungen sind für Seefahrer nur bedingt tauglich. Insofern dürfte dem Thorwaler ein Lachen entrutschen, wenn der "Südländer" in Vollplatte auf eine Otta oder einen Winddrachen steigen möchte. In Thorwal ist es außerdem kalt und Metall nicht besonders geeignet, um warm zu halten. Auch über den fröstelnden Rittersmann könnte der Spott liebende Nordmann sich freuen.
Das tagtägliche Tragen einer Kriegsrüstung sollte eher nicht empfehlenswert sein. Zwar bot eine Plattenrüstung sicherlich eine größere Bewegungsfreiheit, als man gemeinhin annehmen möchte, aber bequem war sie deswegen noch lange nicht. Es war Funktions- und Repräsentationskleidung für den Krieg, Paraden oder Turniere - eben dort, wo sich Krieger als Krieger zeigen müssen. Thorwaler Kneipen sind eher keine Orte vorzeigbarer Ritterlichkeit.
Regeltechnisch sollte die längere Nutzung zu Erschöpfung führen. Denn das dürfte irdisch am ehesten der Fall gewesen sein.
Orientiert man sich am D&D-Rüstungskanon, wie das DSA üblicherweise tut, dann kann man den SC die ganze Zeit in seiner "Klassen-Montur" herumlaufen lassen. Oder man nimmt es als so lächerlich, wie es irgendwelche Spielhilfen beschreiben. Da möge jeder "sein eigenes DSA" finden.

Jeordam
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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2020 17:19

Wobei eine anständige Platte wesentlich bequemer als ein Ketten- oder gar Schuppenpanzer ist. Stichwort Technologieunterschied.
Das bildet DSA mit der besseren BE für vergleichbaren RS sogar ab.
Für alle meine Aussagen bezüglich des Kampfsystems von DSA 4 gelten folgende Axiome:
1. Ein professioneller Kämpfer kann die in seiner Ausbildung gelernten Sonderfertigkeiten sinnvoll einsetzen.
2. Die Stochastik von DSA-Würfelergebnissen entspricht der Stochastik gleichverteilter Würfel.

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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 19.11.2020 17:28

Herr der Welt hat geschrieben:
19.11.2020 16:53
DIe Plattenrüstung stellte, als sie entworfen wurde (irdisch: im 15. Jh.) die Krone der Verteidigungstechnologie dar. In DSA kommt sie schlecht weg, als sie irdisch war, sie ist z.B. zu schwer und sperrig (also die Bewegung einschränkend).
In DSA 3 hatte sie immerhin RS 11 oder 12 bei BE 10, womit sie zwar viiiiel zu stark behinderte, aber der RS war wenigstens angemessen. Man hat es halt vergeigt, Regeln zu finden, die widerspiegeln, wie sehr eine Gestechsrüstung einen allgemein belastet, ohne allerdings eine allzugroße Belastung zu sein, was die Beweglichkeit angeht.

Das ist einfach ein D&D-Erbe, wo Schutz und Einschränkung korrelierten, anstatt dass bessere Technologie das Verhätlnis von Schutz und Einschränkung/Gewicht verbessert.
Nicht mal das: In DnD gab es vor der dritten Edition (also ca vor 2000) keine Rüstungsbehinderung; die Rüstungen waren ausschließlich über ihre Rüstungsklasse/Armor Class (und das Gewicht, aber das war nur dann relevant, wenn man die eigene Traglast übertraf) definiert - und hier galt: je niedriger, desto besser. Der sogenannte "Prunkharnisch" (das Gegenstück zum 15. Jh-Vollharnisch) war mit AC 1 die beste Rüstung; und wurde auch von der waffenabhängigen Bonusregel (jeder Rüstungstyp bekam nach dieser noch zusätzliche Modifikatoren gegen bestimmte Waffen) noch besser: Hier bekam er AC 1 WIMRE einen weitereb Bonus von -4 gegen Klingen und -3 gegen spitze Waffen (war also effektiv AC -3 gegen Klingen, AC -2 gegen Fechtwaffen und AC 1 gegen Wuchtwaffen), machte einen damit also auch in seiner ganz profanen Ausfertigung gegen die meisten normalen Gegner unverwundbar.
Es lohnte sich also durchaus, eine solche Rüstung anzuziehen, während bei DSA die Gestechsrüstung für Krieger aufgrund des exorbitanten BE-Wertes unattraktiver ist als eine mittelschwere Platte oder ähnliches, die hinreichend schützt, aber einen kaum beim Kämpfen behindert.

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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2020 17:32

Seit wann geht es denn um die Gestechrüstung? Die ist auch im Mittelreich ein reines Sportgerät, für Kampfeinsätze gibt es Garether Platte und Schaller oder ähnliche Kombinationen.
Für alle meine Aussagen bezüglich des Kampfsystems von DSA 4 gelten folgende Axiome:
1. Ein professioneller Kämpfer kann die in seiner Ausbildung gelernten Sonderfertigkeiten sinnvoll einsetzen.
2. Die Stochastik von DSA-Würfelergebnissen entspricht der Stochastik gleichverteilter Würfel.

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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 19.11.2020 18:21

Jeordam hat geschrieben:
19.11.2020 17:32
Seit wann geht es denn um die Gestechrüstung?


Es geht um eine "Plattenrüstung", um welche genau, hat der TE nicht spezifiziert.
@x76 erwähnte noch das Zitat von 1990 mit dem "nostrischen Ritter in voller Ritterrüstung"; und nach DSA 2 entsprach die sogenannte "Ritterrüstung" in der Tat der späteren Gestechrüstung; auch wenn sie damals nur RS 7 hatte.
Die ist auch im Mittelreich ein reines Sportgerät, für Kampfeinsätze gibt es Garether Platte und Schaller oder ähnliche Kombinationen.
Die Gestechrüstung entspricht irdisch am ehesten der Rüstung von 1450-1525 hier https://i.redd.it/ubmaz8hzz8e11.jpg und war nicht nur Sport- sondern auch Kriegsgerät - auch wenn sie am meisten im Kampf zu Pferd glänzte (was allerdings nicht bedeutete, dass sie einem im Zweikampf nichts brachte - sie war so ziemlich der Höhepunkt der europäischen Rüstungsschmiedekunst und war alleine deswegen schon relevant).
Ein Abenteurer, der mit dieser Rüstung zu Fuß Gewölbe erforscht (oder sich außerhalb eines Schlachtfeldes oder Turnierplatzes aufhält), ist auf der anderen Seite schon eine eher abwegige Vorstellung - nur ist die Frage, ob es jetzt um sie geht oder nicht.
(die andere Frage war, ob diese Rüstung in DSA regeltechnisch angemessen abgebildet wurde.)

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Ungelesener Beitrag von Jeordam » 19.11.2020 18:37

Die DSA Gestechrüstung entspricht am ehesten der irdischen Stechrüstung, die mit Froschmaulhelm, Renntartsche und anderen ausschließlich im geregelten Tjost nutzbaren Rüstungsteilen ein klares Sportgerät ist.

Was du da verlinkt hast ist ein gothischer Harnisch bzw. Mailänder Platte. Die Namensähnlichkeit zur Garether Platte ist kein Zufall.
Gut ja, der optionale Froschmaulhelm und die Renntartsche über dem 1450er Helm kommt aus dem Stechzeug - ist aber eben Teil des Zusatzkrempels für den Tjost und nicht für das die Schlacht oder auch nur den Buhurt geeignet.
Sieht man schon allein an dem nach oben offenen Visierschlitz mit auf der Brust verschraubtem Halsschutz (kein Bart). Super gegen Lanzenstösse, mies gegen Pfeile und Selbstmord beim Fechten.
Für alle meine Aussagen bezüglich des Kampfsystems von DSA 4 gelten folgende Axiome:
1. Ein professioneller Kämpfer kann die in seiner Ausbildung gelernten Sonderfertigkeiten sinnvoll einsetzen.
2. Die Stochastik von DSA-Würfelergebnissen entspricht der Stochastik gleichverteilter Würfel.

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