(Negative) Beeinflussung des eigenen Charaplays durch die eigene Psyche, emotionale Verfasstheit, sexuelle Prägung. o.ä.

Hier finden allgemeine DSA-Themen ihren Platz, zu denen es kein explizites Unterforum gibt.
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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 29.04.2020 17:38

Den 12en zum Gruße.

Angestoßen durch einerseits die Umfrage hier im Forum, welche RKPs wir darstellen können( = Was für Heldentypen könntet ihr nicht spielen? ), und welche nicht, und aufgrund einer persönlichen, jüngsten Spielerfahrung habe ich folgende Frage an euch:
ihr schon einmal an euch festgestellt, dass Situationen und Parameter wie im Threadtitel (und andere, weitere oder vergleichbare) euch in der Freiheit eures eigenen Rollenspiels eingeschränkt haben?

Ich schon, denn ich stelle gerade fest, dass es mir (männlich) ob meiner sexuellen Einstellung (heterosexuell) nicht gelingt, eine bestimmte Handlung meines Helden konsequent zuende zu denken.

Die Situation ist die folgende:
Wir sind drei SCs.
- Eine Entdeckerin (f)
- Ein Einbrecher (m)
- und mein Dschinngeborener Feuerelementarist aus Drakonia. (m)

Wir werden derweil von zwei weiteren weiblichen NSC begleitet.
Einer davon hat sich mein Magier nun in einem Anfall völligen Devotismus ausgeliefert und ihr nun einen Eid geschworen, ihr bis zu einem gewissen Zeitpunkte jeden nur erdenklichen Wunsch zu erfüllen, wie ein williger und gleichsam willenloser Sk..... Leibdiener, Leibmagier.

Devotismus bedeutet hier, dass der Held auch emotional total von seiner neuen Herrin abhängig ist, also es ihn tatsächlich mit realer Freude, Endorfienen, Extase, Err..... erfüllt und es (daher) auch wirklich sein innigstes Bedürfnia ist, seiner Herrin zu Willen zu sein. Ihr Begehr sei sein Begehr und ihr Wille sein Befehl.

Es würde zu lange dauern, die genau Situation zu erklären.

Wichtig ist: Mein Held weiß und ich weiß, dass das weder seine heimliche Devotismus-Domina Sexfantasie ist und es geht ihm und mir auch nicht darum, so heimlich oder hoffentlich die Liebe o. Ä. Dieser SC zu gewinnen.
Es geht also um nichts romantisches oder sexuelles.

Ich schiebe den Devotismus ja auf sein Dschinnengeblüt. XD

Aber, und jetzt komme ich zum Anlass meines Postes:
Ich habe meinen Magier ohne zu zögern diese Tat vollbringen lassen. Und ich würde ihn auch ohne zu zögern dasselbe in Bezug auf die andere weibliche NSC und unsere weibliche SC tun - obwohl letztere nicht auf Männer steht und daher bei ihr keine Zuneigung o.ä. zu erhoffen wäre, selbst wenn dies doch der Geheime Plan meines Magier wäre, was jedoch nicht der Fall ist.

Aber ich habe beim Nachsinnen festgestellt, dass ich es nicht über mich brächte, meinen Magier diesen Akt des Devotismus auch unserem männlichen SC gegenüber vollziehen zu lassen, obwohl es seinem Wesen entspräche, da keinen Unterschied zu machen, denn er sucht zwar innig nach der großen Liebe (was aber wie gesagt mit diesem Devotismus nichts zu tun hat), aber er ist alles andere als ein Lüstling, sondern eher ein mystisch angehauchter, weltfremder Elementarist eben.

Meine Frage ist nun: Habt ihr auch schon einmal soetwas erlebt - also nicht auf Sexualität oder Devotismus begrenzt, sondern entsprechend des Threadtitels?
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Ungelesener Beitrag von Aryador » 29.04.2020 17:53

Ich halte mich, auch abseits des Tisches, auch auf Theaterbühnen für einen guten Schauspieler, der sich "in der Rolle" in alle möglichen Dinge hinein denken kann, die er in der Realität nicht erleben möchte. Armut, Demütigung, Schmerzen, etc.

Und trotz alledem stelle ich in der Tat fest, dass es mich, ähnlich wie du es ausführst, deutlich Überwindung kostet, mich in homosexuelle Szenen hinein zu denken. Das ist eigentlich ziemlich entlarvend.

Davon abgesehen kann ich, glaube ich, auch nicht sehr gut Charaktere darstellen, die weniger intelligent sind. Auch das halte ich für eine ziemliche Herausforderung, weil ich ein ziemlicher Kopfmensch bin, der zu allem eine Idee hat, und mir schwer vorstellen kann, wie ein DSA-Held mit "Klugheit 8" (oder 9) agieren würde. Es sei denn natürlich, ich würde voll in Klischees verfallen. Das kann man natürlich machen, aber wirklich gutes Spiel ist es eigentlich auch nicht.

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Ungelesener Beitrag von Korwarin » 29.04.2020 18:15

Hallo!

Ich möchte nicht wie ein Spielverderber wirken, wenn ich das frage, aber:
Sind Schwierigkeiten in der Darstellung von Charakteren wirklich diskutabel?

Insbesondere homoerotische und homosexuelle Handlungen haftet im allgemeinen Verständnis und Sprachgebrauch immer noch etwas unnatürliches, fremdes und für Männer auch bedrohliches an (weil, man könnte ja zum Zielobjekt der Begierde für einen homosexuellen Mann werden, die ja darüber hinaus auch als promiskuitiv gelten).

Das hier Hemmungen vorherrschen, solche Dinge gegenüber Menschen auszuspielen, die auf so etwas mit Aggression bis hin zur Ausgrenzung reagieren könnten und dies Reaktion nahezu unberechenbar ist (viele sind tolerant, solange sie aus der Entfernung Werten können), ist imho nicht ungewöhnlich.

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Ungelesener Beitrag von Aryador » 29.04.2020 18:34

Korwarin hat geschrieben:
29.04.2020 18:15
Das hier Hemmungen vorherrschen, solche Dinge gegenüber Menschen auszuspielen, die auf so etwas mit Aggression bis hin zur Ausgrenzung reagieren könnten und dies Reaktion nahezu unberechenbar ist (viele sind tolerant, solange sie aus der Entfernung Werten können), ist imho nicht ungewöhnlich.
Wenn ich den Thread-Starter richtig verstanden habe, ging es ihm darum, dass er selbst Schwierigkeiten hat, das zu spielen. Völlig ungeachtet davon, ob die Mitspieler am Tisch damit ein Problem haben (beziehungsweise bin ich davon ausgegangen, dass die Mitspieler in diesem Fall kein Problem haben).

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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 29.04.2020 18:51

Ich habe darüber nachgedacht, warum mich das selbst so schockiert, denn grundsätzlich hast du Recht, @Korwarin .
Bei mir kommt da glaube ich einiges zusammen, was nicht alles aufeinander bezogen werden kann.

Zum einen denke ich mir: Mensch Seidoss, das ist doch albern. DSA ist ein Fantasyrollen spiel. Wo wenn niocht hier kannst du denn mal die Untiefen deiner Psyche austesten und dich in Rellen hineinbegegen, die du sonst in der Realität nie leben könntest?
Daher zweifel ich schon an der Qualität meines Rollenspiels.

Außerdem ärgere ich mich über meine eigenen Inkonsequenz: Hier im Forum bin ich ja derjenige, der sich immer dafür einsetzt: Ein Herz für Powergamer, ein Herz für Psychopathen und ein Herz für (vermeintliche!) Sexisten, usw, usw.
Und jetzt schaffe ich es selbst nicht, über meinen Schatten zu springen und etwas auszuspielen, was mir unangenehm ist, obwohl es meiner eigenen Philosophie widerspricht, denn ich finde eigentlich, dass man alles, was den Spaß und die Freiheit des RPGs hemmt und sei es ein sexueller Konservatismus, auf GEdei und Verderb ausmerzen muss, weil eine Ethik, die nicht auf reflektierter Rücksichtnahme beruht, sondern einen einschränkt, eine schlechte Ethik ist.

Aber was mich noch viel mehr verstört ist: Ich habe schon Schwarzmagier, und Söldner gespielt, für die der weg des guten Goldes über Leichen ging.
Mein Problem ist, dass mir das KEIN Problem bereitet hat.
Ich finde zwei Dinge befremdlich.

1) Dass meine Sexualität etwas in DSA beeinflusst, was gar nichts mit Sexualität zutun hat...oder zumindest nicht zutun haben sollte.

2) Dass es mir schwieriger fällt, sexuelle Obskuritäten auszutesten oder etwas, das das Feld des Sexuellen zumindest berührt, als meinen Magier drei Menschen abfackeln zu lassen, die er nie kenenn gelernt hat.
Das grusle ich mich vor mir selbst genau so, wie vor unserer Gesellschaft, wenn ich sehe, dass auch FSK16 Serien und filme psychologische FOlter, Horror, Brutalität und Todschlag beinhalten können, aber Sexualität, etwas also schönes und natürliches, erst bei FSK 18 etwas mehr in den Fokus gerät.

Was soll uns das über uns und unsere GEsellscahft sagen: Dass Gewalt, Mord, Psychoterror usw. 'normaler' sind, als Sexualität und Sinnlichkeit?

Aryador hat geschrieben:
29.04.2020 18:34
Korwarin hat geschrieben:
29.04.2020 18:15
Das hier Hemmungen vorherrschen, solche Dinge gegenüber Menschen auszuspielen, die auf so etwas mit Aggression bis hin zur Ausgrenzung reagieren könnten und dies Reaktion nahezu unberechenbar ist (viele sind tolerant, solange sie aus der Entfernung Werten können), ist imho nicht ungewöhnlich.
Wenn ich den Thread-Starter richtig verstanden habe, ging es ihm darum, dass er selbst Schwierigkeiten hat, das zu spielen. Völlig ungeachtet davon, ob die Mitspieler am Tisch damit ein Problem haben (beziehungsweise bin ich davon ausgegangen, dass die Mitspieler in diesem Fall kein Problem haben).
Das trifft es genau: Ich selbst stoße an meine Grenzen mit dem, was ich tu.
Meine SL und meine Mitspieler hatten zwar nen kurzen WTF Moment, weil es mega unerwartet kam, aber da ich mich ja niemandem sexuell aufgedrängt habe und sich im Prinzip auch für die Gruppe nichts ändert, sollte die NSC sowieso schon wunschlos glücklich sein, und mich nicht pausenlos herumscheuchen, stört es auch niemanden.
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Ungelesener Beitrag von Kendor » 29.04.2020 19:09

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
29.04.2020 18:51
as grusle ich mich vor mir selbst genau so, wie vor unserer Gesellschaft, wenn ich sehe, dass auch FSK16 Serien und filme psychologische FOlter, Horror, Brutalität und Todschlag beinhalten können, aber Sexualität, etwas also schönes und natürliches, erst bei FSK 18 etwas mehr in den Fokus gerät.
Du guckst die "falschen" Filme und Serien ;P

Die Deutsche FSK war zumindest bisher was Sexualität angeht eher liberal und hat eher Gewalt höher eingestuft. In Hollywood ist das allerdings anders herum und durch den enormen kulturellen Einfluss wäre es möglich, dass sich das langsam ändert. Meiner Beobachtung entspricht das jetzt allerdings nicht so wirklich.

"But I am a Cheerleader" - "Weil ich ein Mädchen bin" ist z.B. in den USA 17+ und in Deutschland 12+. Der Film ist allerdings auch schon wieder ein bisschen älter und seitdem hat sich im Bereich der Alterbeschränkungen so einiges getan.

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Ungelesener Beitrag von Leta » 29.04.2020 19:24

In den modernen Rollenspielen wird immer von Session 0 und diverse Safetytool gesprochen. Zum Beispiel hier (vom GRT 2019).

Vielleicht wäre das was für euch?

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Madalena
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Ungelesener Beitrag von Madalena » 29.04.2020 20:51

Was die sexuelle Orientierung angeht bin ich flexibel, also ingame.

Outgame kratze ich bestenfalls an der 5 auf der Kinsey-Skala. Ich kann zwar Menschen aller Geschlechter spannend/attraktiv finden, aber über mehr als eine kleine Schwärmerei/Flirterei bringen es bei mir nur Frauen (bislang jedenfalls, also wird es vermutlich auch so bleiben). Aber genug, um mich ingame in eine heterosexuelle Figur hinein zu versetzen. Dass ich mich nicht in echte Männer vergucke hindert ja meine Heldinnen nicht daran, bei einem männlichen Charakter dahinzuschmelzen.

-----

Starke D/s-Neigungen würde ich aber am Spieltisch keinesfalls ausspielen wollen. Und wäre auch, sagen wir mal, sehr skeptisch was das Ausspielen selbigens durch meine Mitspieler angeht. EDIT Sorry beim zweiten Lesen: Da es einen nicht-sexuellen Hintergrund hat, fände ich das vermutlich völlig OK. Wenn es sexuell wäre würde ich sagen: Lasst Eure Charaktere das tun was ihnen Vergnügen bereitet, aber da wo ich es nicht sehe. ;)
Zuletzt geändert von Madalena am 30.04.2020 07:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von Aryador » 29.04.2020 21:02

Ich finde generell, dass man Sexualität nicht ausspielen muss. Kann man machen, aber muss man nicht. Meistens trägt es zum Abenteuer nicht wirklich etwas bei. Romanzen, Liebeleien, Emotionen können zu einem Rollenspiel-Abenteuer etwas beitragen.

Sex ist für ein Abenteuer im Normalfall so relevant, wie detailliert zu beschreiben, in welcher Reihenfolge man sein Abendessen ist, und welche Bewegungen man beim Kauen macht.

Das hat sich gerade im Online-Spiel zum Teil etabliert, aber liegt da eigentlich auch nach meiner Beobachtung vor allem daran, dass halt Cybersex prickelnd und interessant sein kann, und man online die Mitspieler eh nicht sieht, also im Kopfkino viel freier ist. Aber im Grunde sind Cybersex und Pen&Paper-Rollenspiel aus meiner Sicht zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.

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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 29.04.2020 21:23

Ich glaube, ich sollte an dieser Stelle langsam einschreiten und daran erinnern, dasses mir nicht (primär) um eine Diskussion zum Thema Sexualität im RP geht, sondern auch alles mögliche andere behandelt werden darf.
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Ungelesener Beitrag von Aryador » 29.04.2020 21:30

Ich habe vorhin explizit eingeworfen, dass ich zum Beispiel Schwierigkeiten habe, Charaktere mit "Klugheit 8" zu spielen, ohne ins Klischee abzudriften.

Darauf ist noch niemand eingegangen. :)

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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 29.04.2020 21:43

Aryador hat geschrieben:
29.04.2020 21:30
Ich habe vorhin explizit eingeworfen, dass ich zum Beispiel Schwierigkeiten habe, Charaktere mit "Klugheit 8" zu spielen, ohne ins Klischee abzudriften.

Darauf ist noch niemand eingegangen. :)
Ja, das Problem kenne ich umgekehrt.
Ich spiele gerne Magier, weil ich selbst Studiere. Aber ich finde mich immer ganz häufig in der Situation, dass mein Magier mit KL und IN 14 dieses doch rational herleiten (oder schlicht: begreifen) können oder dieses Rätsel im nu lösen können müsste.
Aber ich scheitere dann immer daran, dass mein Magier intelligenter ist, als ich XD
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Ungelesener Beitrag von Madalena » 30.04.2020 07:23

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
29.04.2020 21:23
Ich glaube, ich sollte an dieser Stelle langsam einschreiten und daran erinnern, dasses mir nicht (primär) um eine Diskussion zum Thema Sexualität im RP geht, sondern auch alles mögliche andere behandelt werden darf.
Das Beispiel ist relativ speziell. Vielleicht mangelt es mir auch gerade an Kreativität. ;)

Dumme Charaktere zu spielen tue ich mich allerdings auch schwer. Wobei das so wie ich deine Frage verstehe eher ins Ressort des Ursprungsthreads fällt: Das ist eher ein praktisches Problem, als emotionales.

Was mir noch einfällt, was ich schon mal wo geschrieben hatte und was nicht sooo weit weg von der Frage des sexuellen Orientierung ist: Ich tue mich durch meinen Trans-Hintergrund schwer, Crossgender zu spielen. Früher habe ich regelmäßig Männer gespielt, inzwischen gar nicht mehr. Dabei reizt es mich inzwischen, wo das Thema in meinem echten Leben mehr und mehr Normalität gewinnt, eigentlich sogar mal, wenn man so will in der Rückschau, eine Neuinterpretation des Topos Mann zu spielen :ijw: . Aber jeder tatsächliche Anlauf lief bisher auf den "ach neee, nicht schon wieder"-Unwillen hinaus.

Ansonsten fallen mir viele Dinge sehr schwer, die mir moralisch echt gegen den Strich gehen. In einem gewissen Rahmen kann ich gut damit leben, es ist halt eine Fantasy-Welt in der Ausbeutung, Ungleichheit etc. normal sind - also ist es auch für meine Figuren normal. Bzw. kann sogar ganz erfrischend sein, mal jemanden zu spielen der da ganz anders tickt, und mir dessen Rechtfertigung zurecht zu legen. :) Oder, ggf. sogar rechtfertigt warum er selbst naturgemäß und legitim in der unterdrückten Rolle ist (solange es nicht zu arg ist, denn das schneidet einen dann schnell von den spielerischen Handlungsräumen ab).

Bei Gewalt-Szenen gibt es potenziell zwei, drei Trigger-Themen die mich jetzt nicht zusammen brechen und eine Session verlassen lassen, aber mit denen ich mich nicht sonderlich wohl fühlen würde. Ist vermutlich ziemlich normal.
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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 30.04.2020 08:41

Man betreibt ja kein schlechtes Rollenspiel nur weil man nicht alles spielen kann oder will, wichtig ist doch nur das das, was man spielt, einem passt und auch auf andere so wirkt.

Ich kann total viele Sachen nicht spielen, devot sein könnte ich zum Beispiel nie :D
Auch mit meinen Chars könnte ich mich nie in eine dickbrüstige, eingebildete, unfreundliche Frau verlieben, oder hartherzige, grausame Männer egal wie viel Herausragendes Aussehend auf ihrem Bogen steht, da verlieben sich meine Chars eigentlich nur in Personen die mir vielleicht auch gefallen würden. Uninspiriertes Verlangen wäre vielleicht vorübergehend noch drin.

Was ich auch merke, wenn ich in depressiver Stimmung bin wirkt sich das schon auf die Chars aus, meist haben sie dann ein geringeres Selbstbewusstsein und handeln oder denken entsprechend, das kann man nicht unbedingt verhindern. Lachen kann man ja noch vorspielen.

Aber auch das macht für mich kein schlechtes Rollenspiel, das ist menschlich.

Was ich als schlechtes, beeinflusstes Rollenspiel empfinde ist, wenn es Meinungsverschiedenheiten oder Spannungen zwischen den Spielern gibt und das ins Spiel getragen wird. Und der gerade noch freundliche Umgang der Chars miteinander ohne IT Grund in eine kalte Schulter oder gar Feindseeligkeit kippt.

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Ungelesener Beitrag von Madalena » 30.04.2020 09:08

PvP ist bei mir auch nicht (oder höchstens für seltene, klar begrenzte Rahmen) passend. Ich möchte nicht ständig auf der Hut sein müssen, dass meine Mithelden mich übers Ohr hauen, ich möchte nicht abwägen müssen ob ich einerseits zu hart zu ihnen bin oder andererseits meine Vorteile zu wenig nutze, ich mag nicht in Konkurrenz stehen (obwohl ich andere kompetitive Spiele mag, aber das passt für mich nicht zum Rollenspiel). Da bin ich wohl einfach zu harmoniebedürftig für. Ich habe nicht gerne Konflikte um mich herum, und bin noch weniger gerne beteiligt. Ein bisschen ist manchmal nötig und wichtig - solange im Hintergrund das gemeinsame Ziel steht, mit dem Konflikt am Ende auf einen konstruktiven Nenner zu kommen.

Auch Power Gaming liegt mir darum nicht. Ich verstehe ja den Reiz, auszutesten was geht, aber je mehr ich es tue desto mehr merke ich dann doch nur die Grenzen. Meine Charaktere müssen und sollen nicht allmächtig sein. Außerdem kann immer irgendwer daher kommen, der doch noch was tolleres hat. Und wenn es ein NSC ist. Denn klar, der Meister muss natürlich unweigerlich die Rüstungsspirale mitdrehen - und die vermeintlichen Erfolgserlebnisse fühlen sich für mich hohl an. Da spare ich mir lieber den Zauber, und muss mir nicht mehr den Kopf zerbrechen, wie ich jetzt doch noch den Fjarninger in meine Geschichte einbaue.

Wenn andere das betreiben, okay. Solange sie dann nicht alle Screentime saugen.
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Ungelesener Beitrag von Skalde » 30.04.2020 09:10

Das Einzige, was mir echt Probleme machen würde, wäre wohl ein klassisher Gesellschaftscharakter. So jemand, der sich leichtfüßig auf Feiern bewegt, gelassen flirtet und einfach mit allen gut klar kommt. Das ist alles sowas von nicht ich, dass ich es wohl nicht realistisch darstellen könnte und es deshalb auch noch nie versucht habe. Gesellschaftliche Talente sind auch immer (wenn überhaupt) das absolut letzte, wo ich AP investiere. Wenn ich so einen Charakter mal in einem One-Shot bekommen würde, würde ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, die Sache wohl eher mit Probenwürfen als mit Rollenspiel abhandeln.

Ansonsten: Ich hab tatsächlich auch noch nie eine Frau gespielt. Und dabei glaube ich nicht mal, dass ich die sonderlich anders spielen würde als einen männlichen Charakter. Von daher beeinflusst mein eigenes Geschlecht mich wohl schon, auch wenn ich eigentlich sagen würde, dass ich mich im RL kaum darüber definiere. (Wie ich im Crossgender-Thread schon mal geschrieben habe: Das, was einen Menschen für mich ausmacht, ist in erster Linie der Charakter und nicht das Geschlecht). Vielleicht sollte ich es ja einfach mal probieren.
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 30.04.2020 09:40

Man muss nun nicht gerade Timothée Chalamet in "Call Me by Your Name" erreichen, wenn man z.B. eine andere als die eigene sexuelle Orientierung mimt. Die dargestellte Figur ist immer an die eigenen Vorstellungen dieser Figur gebunden und somit auf den eigenen Horizont der Vorstellungen begrenzt. Und selbstverständlich ist die konkrete Darstellung auch immer vom jeweiligen Gemütszustand abhängig. Darüber kann vielleicht der professionelle Schauspieler einigermaßen hinwegsehen, wird das aber gewiss auch nur tun, insofern die Ausübung seiner Kunst für ihn Arbeit ist, und es mit der Pflege seines Hobbys halten wie jeder andere auch.
Wir spielen, worauf wir Lust haben und nicht, was wir trotz Unlust darstellen könnten. Insofern denken wir unsere SC auch nicht gänzlich von uns getrennt, sondern immer abhängig von unseren Präferenzen. Wir mögen die Frage stellen: "Wie würde mein SC in dieser Situation reagieren?" - und eine Antwort finden, die wir für uns selbst so nicht fänden. Aber gewöhnlich betrifft das eine Situation, der wir uns sowieso niemals ausgesetzt sehen. Solche Situationen herbeizuführen und in ihnen vorgestellt zu agieren, ist ein Sinn von (Fantasy-)Rollenspiel (als außer-alltägliche Erfahrung). Dennoch spiegeln wir uns in der Entscheidung. Jeder am Spieltisch weiß, dass die Idee, wie der SC handelt, von uns herrührt, sodass ein soziales Gefüge entsteht, in dem wir Eindrücke von Mitspielern erhalten und ihnen geben - von uns durch das Denken, Reden, Handeln unserer SC.
Der SC ist aber auch ein Schutzschild, da Rollenspiel immer über die "Als ob"-Spielerei jeder Ernsthaftigkeit entzogen werden kann (es geht um die bloße Möglichkeit). Wir können also auch ganz bequem und gedankenverloren Eindrücke erwecken, die wir ansonsten niemals auf uns kommen lassen würden. Es kann sich ja auch um Genre-Referenzen, Ironie oder andere Formen uneindeutigen Sprechens handeln, die angenommen werden können, um nicht festgelegt zu werden. Wer wirft schon seinem Mitspieler Grausamkeit vor, wenn der seinen Firnelf so handeln lässt, wie dieser eben sozialisiert wurde? Und niemand fragt sich, ob sich in der Charakterwahl der geheime Wunsch ausdrückt, Gewaltphantasien auszuleben, einfach weil die Annahme viel zu vage ist und das "Als ob" zu viele Möglichkeiten offen lässt. Ohne diese Vagheit wäre es kein Spiel und wir würden darin so wenig offen und frei agieren wie wir es in ernsthaften Situationen tun.
Bei manchen Themen ist es aber offenkundig unangenehmer als bei anderen, sie selbst in einem "Als ob"-Spiel abzurufen. Sexualität wird außerhalb intimer Kontexte sowieso selten ernsthaft oder überhaupt besprochen. Aber das gilt auch für Toilettengänge oder andere Formen von - sagen wir - primärer Körperlichkeit, der wir uns schwerlich entziehen können, die wir aber auch nicht ständig vor Augen gehalten bekommen wollen.

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Ungelesener Beitrag von AngeliAter » 30.04.2020 10:11

Man könnte wohl das einfach unter "Menschen sind halt emotional gesteuert" zusammenfassen. Und offenbar ist diese Steuerung unter Umständen stärker wie der Wunsch, diese zu überwinden.
Und offenbar kann man noch so häufig beteuern, wie unlogisch so ein Verhalten doch sei und dennoch nichts dagegen tun können (außer halt darüber zu sprechen/schreiben).
Beste Lösung: herausfinden wo die eigenen Grenzen sind, diese hinnehmen, dann hinnehmen das andere ebenfalls ihre Grenzen haben, und dann einfach damit leben.
Das Stockholm-Syndrom ist eine anerkannte Methode um neue Freundschaften zu schließen.

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Ungelesener Beitrag von ledaeth » 30.04.2020 10:27

Dumme Charaktere machen mir Spaß, die kriegen die herrlichsten One-Liner, wenn sie mal wieder auf dem Schlauch stehen. :D
(Allerdings fällt es mir dann extrem schwer, z. B. im Detektiv-Plot die Flossen stillzuhalten, weil mein Charakter nicht in der Lage wäre, eine bestimmte Querverbindung zu ziehen.)

Unerreichbar sind für mich Gesellschaftscharaktere. Höchstens mal an einem seltenen, extrem guten Tag. Im Normalfall bin ich einfach nicht redegewandt bzw. spontan und offen genug, um jemanden darstellen zu können, der mit Charme und Mundwerk alle um den Finger wickelt.

Bei erotischen Inhalten stoße ich schnell an meine Grenzen, wenn ich mein Gegenüber (also den anderen Spieler / die andere Spielerin) nicht interessant oder attraktiv finde. Da fällt mir einfach die Trennung zwischen Darstellendem und Dargestelltem zu schwer.
Ich bin nun mal im Hier und Jetzt in einer Situation mit dieser Person, auch wenn gleichzeitg vorgeschobene, imaginäre Personen in einer anderen Situation miteinander sind.

Andersrum (auf der positiven Seite sozusagen) habe ich festgestellt, dass ich all meinen Charakteren eine hohe Intuition gebe, weil ich selbst stark auf Intuition setze und mir einfach nicht vorstellen kann, wie man ohne durchs Leben kommen soll.
Es gibt also nicht nur Maximalwerte für meine Charaktere (weil ich es selbst besser nicht hinkriege), sondern auch Minimalwerte (weil ich es selbst als so wichtig erlebe).
Denn wie ein sehr weiser Mann einmal sagte: „Da, wo du hingehst, da bist du dann.“

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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 30.04.2020 12:27

ledaeth hat geschrieben:
30.04.2020 10:27
Dumme Charaktere machen mir Spaß, die kriegen die herrlichsten One-Liner, wenn sie mal wieder auf dem Schlauch stehen. :D
(Allerdings fällt es mir dann extrem schwer, z. B. im Detektiv-Plot die Flossen stillzuhalten, weil mein Charakter nicht in der Lage wäre, eine bestimmte Querverbindung zu ziehen.)
Ging mir genauso! :ijw:

Für mich selbst habe ich also bei selbst erstellten Charakteren 'realistischerweise' immer Mindestwerte entweder an KL oder später INT gewählt, um mich im Spiel nicht des einzigen zu berauben, was ich überhaupt halbwegs gut kann (Denken).

Irgendwann bin ich allerdings mal bei einem SC gestrandet, der all das nicht hatte - weder hohe KL noch hohes CHA, noch irgendwie besonders viel Ansehen innerhalb der Gruppe, sodass er erstens laut Papier kaum Ideen hatte und zweitens sogar dann, wenn er welche gehabt hätte, wohl keiner auf ihn gehört hätte. Aber stark war er für drei. :lol:

Das ergab für mich völlig neue Blickwinkel aufs Spielen an sich, weil es völlig andere Lösungen und Handlungsweisen erforderte, als ich es sonst sp gewohnt war - und hat auch viel Spaß gemacht.

In klassischen Rätselsituationen habe ich dabei entweder intern für mich auf KL gewürfelt, ob mir gerade was "Schlaues" einfällt, oder auch vorher noch den oder die SL gefragt, ob ich etwas Bestimmtes überhaupt wissen könnte.

Viel Spaß hat es auch gemacht, diese "Geistesblitze" dann so zu verpacken, dass sie wirklich und authentisch wie solche herüberkamen.

Fazit: Ich hätte es zwar nie gedacht, aber "nicht schlaue" SCs zu spielen, fiel mir gar nicht so schwer.

Einen super-intelligenten SC zu spielen, habe ich noch nie probiert. Ich fürchte, da würde ich durchaus an meine Grenzen stoßen. :ijw:

Denn wie soll man sowas darstellen, wenn man es selbst nicht kann? - Bei starken SCs, oder geschickten SCs etc. geht das alles, notfalls über Proben. Aber sper-intelligent? Mit unfehlbarem Gedächtnis?

Müsste wohl auch über Proben gehen, aber ich könnte mich da glaube ich nicht gut reinfühlen.

Bliebe die Gefahr, dass der SC zu einer Karikatur bekannter Begabter würde, etwa eines meiner zahlreichen früheren Chefs... und da sei Phex vor... :dunkelheit:
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 30.04.2020 12:29

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
29.04.2020 18:51
Aber was mich noch viel mehr verstört ist: Ich habe schon Schwarzmagier, und Söldner gespielt, für die der weg des guten Goldes über Leichen ging.
Mein Problem ist, dass mir das KEIN Problem bereitet hat.
Ich finde zwei Dinge befremdlich.

1) Dass meine Sexualität etwas in DSA beeinflusst, was gar nichts mit Sexualität zutun hat...oder zumindest nicht zutun haben sollte.

2) Dass es mir schwieriger fällt, sexuelle Obskuritäten auszutesten oder etwas, das das Feld des Sexuellen zumindest berührt, als meinen Magier drei Menschen abfackeln zu lassen, die er nie kenenn gelernt hat.
Das grusle ich mich vor mir selbst genau so, wie vor unserer Gesellschaft, wenn ich sehe, dass auch FSK16 Serien und filme psychologische FOlter, Horror, Brutalität und Todschlag beinhalten können, aber Sexualität, etwas also schönes und natürliches, erst bei FSK 18 etwas mehr in den Fokus gerät.

Was soll uns das über uns und unsere GEsellscahft sagen: Dass Gewalt, Mord, Psychoterror usw. 'normaler' sind, als Sexualität und Sinnlichkeit?
Das Thema hatten wir im Grunde schon mal in einem anderen Thread gestreift (Gewaltdarstellung im Rollenspiel, wobei der Thread nochmal zusammengekürzt wurde), als das Thema sexuelle vs. normale Gewalt aufkam - nämlich in Form der Frage, warum selbst die übelsten Murderhobos und Folterknechte für das Rollenspiel immer noch als weniger problematisch empfunden werden als sexuelle Gewalt im Rollenspiel.

Kleine Anekdote. Als ich mir vor knapp 10 Jahren Spartacus: Blood and Sand angesehen hatte - eine Serie, die wirklich *randvoll* mit Gewalt, Sex und noch mehr Gewalt ist, kam mir zwischendurch kurz der Gedanke, dass die Sexszenen in der Serie im Grunde auch nur noch ein paar Schnitte weniger davon entfernt sind, die ganze Show zu einem Porno zu machen. Und dann fiel mir auch sehr schnell ein, warum das der Fall (abgesehen davon, dass die Macher keinen Porno drehen wollten) war: Du kannst als Schauspieler in einem brutalstmöglichen Film mitspielen, du wirst trotzdem kein Snuff-Darsteller. Aber wenn du dich live und unzensiert beim Verkehr filmen lässt, bist du nun mal ein Pornodarsteller (bevor jemand jetzt mit unglaublich künstlerisch wertvollen Sonderfällen kommt: Lassen wir die mal außen vor) - was selbst dann ein Problem ist, wenn du als Privatperson in keiner monogamen Beziehung bist.

Sexuelle, romantische etc. Darstellung auch in einem "what if"-Spiel auch die Eigenheit, dass sie dann doch deutlich tiefer in das eigene Innenleben eintauchen können, und dort auch Dinge streifen, die man nicht nur als Spieler, sondern auch als Privatperson vielleicht ganz einfach nicht transparent machen möchte. Und damit meine ich jetzt nicht mal zwangsläufig irgendwelche schmutzigen Geheimnisse, sondern einfach das Wahren der persönlichen Intimsphäre.
Ich meine, vergleichen wir mal zwei Spielart von Übergriffigkeit:

1. Im Fall 1 wirst du als Spieler durch die (vom Meister herbeigeführten Umstände) in ein Szenario manövriert, das der persönlichen Beschaffenheit deines Charakters absolut zuwiderläuft. Wie zB dass dein Charakter mit "Angst vor Blut" plötzlich zum passiven Zuschauer von einem brutalstmöglichen Massaker wird und danach erstmal traumatisiert ist; oder dass dein pazifistischer Tsa-Geweihter gezwungen wird, einen NSC zu Tode zu foltern. (hier geht es nur um die Szenarien an sich, nicht um die Plausibilität)
2. Im Fall 1 wirst du als Spieler durch die (vom Meister herbeigeführten Umstände) in ein Szenario manövriert, das die sexuelle Autonomie deines Charakters betrifft. Wie zB dass dein Charakter vergewaltigt wird, oder dass er durch die Situation dazu gezwungen wird, mit einem inkompatiblen Partner Verkehr zu haben (ich gehe hier von dem Fall aus, wo die sexuelle Identität des Charakters mit der des Spielers übereinstimmt und die Identifikation dadurch am größten sein dürfte).

In welchem der beiden Fälle wäre dein Drang, dem SL eine zu zimmern oder ihn zumindest anzufahren "Was zur Hölle stimmt nicht mit dir?!" wohl größer; was wäre für dich eher ein Grund, der Runde den Rücken zu kehren?

Okay, jetzt bin ich doch wieder zum Thema Sexualität gekommen. Was ich aber sagen wollte: Aspekte des Spiels, die das Intimleben und die sexuelle Identität des Spielers tangieren (und diese war es ja, die du im Eingangspost hinter deiner Diskriminierungspraxis bzgl Unterwürfigkeit vermutetest), sind in der Regel immer noch eine andere Hausnummer als alle möglichen anderen Bereiche.

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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 30.04.2020 12:36

Madalena hat geschrieben:
30.04.2020 09:08
PvP ist bei mir auch nicht (oder höchstens für seltene, klar begrenzte Rahmen) passend. Ich möchte nicht ständig auf der Hut sein müssen, dass meine Mithelden mich übers Ohr hauen, ich möchte nicht abwägen müssen ob ich einerseits zu hart zu ihnen bin oder andererseits meine Vorteile zu wenig nutze, ich mag nicht in Konkurrenz stehen (obwohl ich andere kompetitive Spiele mag, aber das passt für mich nicht zum Rollenspiel). Da bin ich wohl einfach zu harmoniebedürftig für. Ich habe nicht gerne Konflikte um mich herum, und bin noch weniger gerne beteiligt. Ein bisschen ist manchmal nötig und wichtig - solange im Hintergrund das gemeinsame Ziel steht, mit dem Konflikt am Ende auf einen konstruktiven Nenner zu kommen.
Ja, das sehe ich auch so. PvP gehört nicht in DSA, und die RÜckseite jedes DSA4.1 Buches bestätigt dich :)

Ich kann auch Konkurrenzgehabe nicht leiden, weshalb ich ich auch nicht in einer Gruppe spielen könnte , in der das (vermeintliche) Balancing (mathematischer Natur) zwischen den Helden zum Gradmesser des SPielspaß erklärt wird.
Madalena hat geschrieben:
30.04.2020 09:08
Auch Power Gaming liegt mir darum nicht. Ich verstehe ja den Reiz, auszutesten was geht, aber je mehr ich es tue desto mehr merke ich dann doch nur die Grenzen. Meine Charaktere müssen und sollen nicht allmächtig sein. Außerdem kann immer irgendwer daher kommen, der doch noch was tolleres hat. Und wenn es ein NSC ist. Denn klar, der Meister muss natürlich unweigerlich die Rüstungsspirale mitdrehen - und die vermeintlichen Erfolgserlebnisse fühlen sich für mich hohl an. Da spare ich mir lieber den Zauber, und muss mir nicht mehr den Kopf zerbrechen, wie ich jetzt doch noch den Fjarninger in meine Geschichte einbaue.

Wenn andere das betreiben, okay. Solange sie dann nicht alle Screentime saugen.
PG wird für mich erst dann zu einem Problem wenn es tatsächliches PG nach der Definition in WdM ist, nämlich Ausdruck von Konkurrenzgehabe und PvP auf verbaler Ebene.

Ich verurteile das (vor)Verurteilen bestimmter Spielstile.
Wenn ich SL bin, geht es mich schlicht nichts an, ob der Spieler unserer Gruppe, der den Kämpfer der Gruppe stellen will (problemlösungsorientierter Spielstil), BGB Fasarer Gladiator (10GP) nimmt, weil es für seinen Fluff wichtig ist, oder ob er sich dadurch ein besseres Kosten/Nutzen Verhältnis erfhofft, als Eisern (7GP) zu nehmen (optimierender Spielstil). Wichtig ist ausschließlich, dass er Spaß und Freude an seiner Rolle hat, so wie er sie sich baut und dass er - wie alle anderen Spieler auch, egal ob sie bei der Generierung mehr auf Fluff oder Effizienz achten! - sich anständig gegenüber seinen Mitspielern verhält.


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DnD-Flüchtling hat geschrieben:
30.04.2020 12:29
Ich meine, vergleichen wir mal zwei Spielart von Übergriffigkeit:

1. Im Fall 1 wirst du als Spieler durch die (vom Meister herbeigeführten Umstände) in ein Szenario manövriert, das der persönlichen Beschaffenheit deines Charakters absolut zuwiderläuft. Wie zB dass dein Charakter mit "Angst vor Blut" plötzlich zum passiven Zuschauer von einem brutalstmöglichen Massaker wird und danach erstmal traumatisiert ist; oder dass dein pazifistischer Tsa-Geweihter gezwungen wird, einen NSC zu Tode zu foltern. (hier geht es nur um die Szenarien an sich, nicht um die Plausibilität)
2. Im Fall 1 wirst du als Spieler durch die (vom Meister herbeigeführten Umstände) in ein Szenario manövriert, das die sexuelle Autonomie deines Charakters betrifft. Wie zB dass dein Charakter vergewaltigt wird, oder dass er durch die Situation dazu gezwungen wird, mit einem inkompatiblen Partner Verkehr zu haben (ich gehe hier von dem Fall aus, wo die sexuelle Identität des Charakters mit der des Spielers übereinstimmt und die Identifikation dadurch am größten sein dürfte).

In welchem der beiden Fälle wäre dein Drang, dem SL eine zu zimmern oder ihn zumindest anzufahren "Was zur Hölle stimmt nicht mit dir?!" wohl größer; was wäre für dich eher ein Grund, der Runde den Rücken zu kehren?
Das ist ja gerade das, was mich so verwirrt. Ich bin eigentlich ein radikaler Vertreter der Perspektive: RL und RP sind zu trennen, sonst köntne ich ja auch keine Schwarzmagier oder ORks (weil Mörder usw.) spielen.
Eigentlich würde ich dir jetzt ganz klar antworten: Passiert beides nur meinem Helden. Ich würde versuchen, darzustellen, wie sich der Held fühlt, aber ich sehe keinen Grund, warum mich das tangieren sollte und weshalb das eine den SC oder gar mich härter treffen sollte, als das andere.
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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 30.04.2020 12:55

Seidoss-Anima von Seelenheil hat geschrieben:
30.04.2020 12:36
Das ist ja gerade das, was mich so verwirrt. Ich bin eigentlich ein radikaler Vertreter der Perspektive: RL und RP sind zu trennen, sonst köntne ich ja auch keine Schwarzmagier oder ORks (weil Mörder usw.) spielen.
Eigentlich würde ich dir jetzt ganz klar antworten: Passiert beides nur meinem Helden. Ich würde versuchen, darzustellen, wie sich der Held fühlt, aber ich sehe keinen Grund, warum mich das tangieren sollte und weshalb das eine den SC oder gar mich härter treffen sollte, als das andere.
Dann bist du aber eher die Ausnahme als die Regel; die meisten Spieler dürften damit schon ein Problem haben. Es gibt auf reddit so eine Subreddit /r/rpghorrorstories, die sich mit, nuja, Rollenspiel-Horrorstories befasst - und ein mit beunruhigender Regelmäßigkeit wiederkehrendes Motiv ist sexuelle Übergriffigkeit im Spiel, wobei dem Verantwortlichen in der Regel wohl einer dabei abgeht, die Mitspieler zu belästigen - ob als Ersatzbefriedigigung oder weil man auf einem persönlichen Powertrip ist, sei mal dahingestellt.

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Ungelesener Beitrag von Sternenfaenger » 30.04.2020 13:06

Ich finde es sehr interessant. Mir fällt für mich auf, dass ich kein Problem damit habe, wenn der Meister beispielsweise beschreibt, was die Waffe meines SCs im Kampf beim Gegner so anrichtet, wo welche fetzen hinfliegen usw. Ich hätte aber ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn mir beschrieben wird, wie meinem SC, der sich nicht wehren kann, wo was abgeschnitten wird.
Ich fände es auch unschön, wenn ein Mitspieler anfängt, detailreich zu beschreiben, wie er einen NPC foltert.

Mein Magier aus Fasar war entgegen meiner Sexualität homosexuell, weil das in meinen Augen für den Charakter passend schien. Hier gilt aber das gleiche wie bei der Gewaltdarstellung: Ich hätte bei keinem egal wie gepolten Charakter Lust genauer drauf einzugehen, was im Schlafzimmer passiert.

Um das mal auf einen allgemeinen Punkt runterzubrechen: Für mich wird es unangenehm, wenn ich merke - oder das Gefühl habe - dass ein Spieler oder Meister gerade nicht Rollenspiel betreibt, sondern gerade ganz massiv eine Phantasie ausleben möchte. Das klingt jetzt erst mal verquer - immerhin ist Rollenspiel in einer Fantasie-Welt ja nichts anderes als seine Phantasie auszuleben. Aber ich merke sehr klar, wenn ich mich währenddessen und danach irgendwie dreckig und benutzt fühlt. Wenn man sich halt in was hineingezogen fühlt, was vom Mitspieler auf einer sehr triebgesteuerten Ebene ausgelebt wird.

Erlebt habe ich das bisher nur als Power-Fantasie. Zu einem Gewissen Grad bringt man immer seine Persönlichkeit und seine Vorlieben mit an den Tisch. Es macht viel Spaß, sich in einen Menschen hineinzuversetzen, der gänzlich anders tickt, aber es gibt auch grenzen, wie weit das Spaß macht.

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Ungelesener Beitrag von ledaeth » 30.04.2020 13:19

Sternenfaenger hat geschrieben:
30.04.2020 13:06
wenn ich merke - oder das Gefühl habe - dass ein Spieler oder Meister gerade nicht Rollenspiel betreibt, sondern [...] eine Phantasie ausleben möchte. [...] wenn ich mich währenddessen und danach irgendwie dreckig und benutzt fühle. Wenn man sich halt in was hineingezogen fühlt
Das.
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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 30.04.2020 21:08

ledaeth hat geschrieben:
30.04.2020 13:19
Sternenfaenger hat geschrieben:
30.04.2020 13:06
wenn ich merke - oder das Gefühl habe - dass ein Spieler oder Meister gerade nicht Rollenspiel betreibt, sondern [...] eine Phantasie ausleben möchte. [...] wenn ich mich währenddessen und danach irgendwie dreckig und benutzt fühle. Wenn man sich halt in was hineingezogen fühlt
Das.
Sobald jemand was durchdrückt (egal was), weil er das "braucht", hört es auf, ein Spiel zu sein.
Was ich mich halt frage ist, ob es ne Art Selbsttherapie oder charackterlicher Fortschritt sein kann, etwas für oder gar gegen sich selbst durchzudrücken.

Also in meinem Fall, dass ich bewusst, sobald jene NSC uns verlässt, mit dem gleichen devoten Eid mit allen neuronalen, hormonstrukturellen, emotionalen und weiteren Konsequenzen, die das für meinen SC hat (wie gesagt - durch Zauberei? - hat sich ja sein ganzes Wesen im Moment seines Anfalls von Devotismus tatsächlch so verändert, als ob die NSC nen Banballadin mit 1000000ZfP+ als Permanenzvariante (bzw. bis zum Ende des ABs) auf ihn gewirkt hätte, also anders formuliert: Er gehorrcht ihr nicht nur, weil er es jetzt muss, sondern weil er aktiv jede nur erdenkliche Form von positif erlebbarer/definierbarer Emotion verspührt, wenn er ihr zu Willen ist), meinen Helden dem männlichen SC unterwerfen lasse, damit ich meine Widerständen dagegen (zumal es ja eben eigentlich nichts sexuelle sein soll und es daher gar keinen Sinn ergibt, warum meine Heterosexualität meinem RP hier im Weg steht) aktiv bekämpfe und ich mich irgendwann nicht mehr so anstelle, und gelassener ins RP gehen und also RP und RL noch besser trennen kann.

Denn ich fühle mich wie gesagt total mies und heuchlerisch, dass ich auf der einen Seite zu der Sorte Spieler gehöre, die sagen.....

... "Ey komm, ist doch nicht real, ist doch nicht schlimm, dass dein SC ausgeraubt, vergewaltigt, getötet, ... wurde" ...

...oder sagen "Warum sollte sich mein Held nicht dafür anheuern, prostituiren oder verkaufen lassen, solange es der effizienteste Weg ist, das Abenteuer zu bestehen?"...

... aber jetzt selbst so irrational und verklemmt bin. (Greade wenn ich an die Diskussionen zu Crossgender oder Sesxualität im Rollenspiel denke, fühle ich mich gerade wie ein Mönch, der versucht einem Ehepaar Sexualberatung zu geben XD )
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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 30.04.2020 23:09

@Seidoss-Anima von Seelenheil

Also - fernab von allen Gedanken, die du dir um dich selber machst - und die ich durchaus nachvollziehen kann - würde ich diese Aktion davon abhängig machen, wie deine Mitspieler dazu stehen.

Dem, dem du dich dann "an den Hals wirfst" (natürlich im übertragenen Sinne), ist es vielleicht aus denselben Gründen unangenehm, einen "devotistischen" getreuen Gefolgsmann zu bekommen. Selbst wenn zwischen den SCs nie was passiert. Weil "devot" halt (mittlerweile?) auch eine eindeutige sexbezogene Bedeutung hat und er sich damit automatisch fragen wird, ob das mitgemeint ist oder warum du gerade ihn ausgewählt hast, oder...

Und dann an deiner Stelle zu sagen: "Hey, was soll's, ich drück das jetzt durch, damit therapiere ich ja erstens mich. und zweitens auch ihn und verschaffe ihm die Gelegenheit zu besserem Rollenspiel" - wäre übergriffig, egoistisch und vermutlich aus genau diesen Gründen dem Spielspaß nicht förderlich.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Ungelesener Beitrag von Madalena » 01.05.2020 08:29

Ich würde auch nicht jede Aktion mit jedem Mitspieler (und jedem SL) gleichermaßen durchziehen wollen. Ich würde sagen, das ist einfach normal und menschlich.

@Seidoss-Anima von Seelenheil Hier klingt etwas durch dass du für dich das Gefühl hast, die (nach deinem Spielstil) wahre Lehre des Rollenspiels im Stich zu lassen. Aber wem fügst du denn damit Schaden zu? Leidet da irgendwer drunter, wenn du es mit einem Mann nicht spielen würdest? Oder geht es dir da rein um ein Prinzip?

Auf der anderen Seite vermeidest du damit potenziell für zwei Personen eine unangenehme Situation. In einem Spiel das Spaß machen soll. Damit ist doch eine Menge gewonnen.
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Ungelesener Beitrag von ledaeth » 01.05.2020 09:51

@Seidoss-Anima von Seelenheil
Ganz grob runtergebrochen:
Dein Selbstbild nimmt Schaden, weil du dein Spiel und deine Prinzipien nicht unter einen Hut kriegst?
Dann hast du zwei Möglichkeiten: am Spiel arbeiten oder an den Prinzipien. ;)
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Ungelesener Beitrag von Sanaroth » 01.05.2020 10:51

Es ist immer schwierig gegen seine eigenen Instinkte zu handeln, selbst wenn es im Rollenspiel ist. Besonders so persönliche Dinge wie Sexualität stehen da ganz oben. Genderbending, und homosexualität sind da ganz schwierig, selbst wenn es eigentlich nicht darum geht.

Wir haben zurzeit 2 Settings wo jeweils ein Spieler einen weiblichen Charakter spielt, und beides hat mich sofort abgestossen. Des Spielens willen und zum Trotz meiner Instinkte habe ich mich darauf komentarlos eingelassen.
Spieler A ist ein guter Freund, mit dem ich schon länger spiele. Dieser betreibt seit einem Jahr oder zwei ab und zu Crossdressing. Den wirklichen Grund dafür, abgesehen von Neugier und Rollenspiel, kenne ich nicht, und auch wenn ich es zu einem gewissen Grad interessant finde, so sträubt sich in mir absolut alles dagegen, ihn als Frau zu behandeln, falls er das je zum Thema bringen würde. Sein Charakter in unserem ersten DND setting ist ein weiblicher Drache, und ich spiele einen Elfen. Hier sind es Charaktere, in die ich mich nicht wirklich einfühlen kann, und in einem Setting mit soweit eher unpersönlicher, mehr zielorientierter Interaktion. Hier habe ich eine sexuelle komponente von Anfang an automatisch abgetan, war aber im ersten Moment dennoch mental komplett überfordert, wie ich mit der Situation umgehen soll, vorallem in Bezug auf die möglichen Beweggründe des Spielers, einen weiblichen Charakter zu spielen. Ich kann mich da emotional schlicht nicht darauf einlassen, selbst wenn ich es versuchte, es geht einfach nicht.
Spieler B kenne ich noch nicht lang und habe keine Ahnung über seine Orientierung, und die oberflächlich anzügliche Interaktion zwischen unseren beiderseits heissblütigen, gewitzten Charaktern (DSK Katzen in diesem Fall), war mir extrem unangenehm. Sobald der Plot gegriffen hat, hat sich das zum Glück etwas gelegt. Es sind zwar Katzen, in die ich mich grundsätzlich schwer einfühlen kann, aber die Interaktionen sind sehr persönlich. Zu einem gewissen Grad kann ich mich darauf einlassen, aber je tiefer es geht, desto distanzierter bin ich.

Sehr ähnlich geht es mir aber auch wenn ich einen Charakter spiele, der meiner eigenen Moral und Logik widerspricht. Ich kann über bewusste Fehler und Schwächen meines Charakters nur schwer Arroganz verkörpern. Ich kann nicht streiten. Ich kann keine Ignoranz eines religiösen Fanatikers auspielen. Mein Gehirn ist sich das absolute Gegenteil gewöhnt, und mein Gewissen stellt sich einfach quer. Ich kann es versuchen, aber es wird absolut kläglich.

Auch wenn all diese dinge Unangenehm sind, finde ich sie als Erfahrung doch sehr interessant, weil ich dabei viel über mich selbst lerne.
Ich habe auch nicht unbedingt das Bedürfnis in der Runde darüber zu sprechen, solange es nicht nötig ist.

In Zustimmung an Madalena, tu nur was du dir zumuten kannst. Und vielleicht solltest du es in der Runde generell mal ansprechen, so du der Ausschlaggeber für potentielles Unbehagen der Anderen bist.
Zuletzt geändert von Sanaroth am 05.05.2020 07:54, insgesamt 1-mal geändert.
Eine gesunde Neugier hat noch keinem geschadet, aber dass Ich noch lebe, ist ein Wunder.

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