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Paladose
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Ungelesener Beitrag von Paladose » 09.12.2019 23:02

oder auch: "Das ist mein Aventurien, da kann ich anzünden was und wen ich will..."

Hallo zusammen!

In den vergangenen Wochen sind mir immer wieder Streitpunkte aufgefallen und gerade heute, da Ulisses (endlich) einen eigenen Discordchannel erstellt hat stachen mir aussagen in die Augen, deren Gedanken ich euch einfach mal ungefragt vor die Füße werfen mag.

Wir alle mögen Das Schwarze Auge, das steht ausser Frage. Egal welche Edition, welchen Regelumfang, auf welche Spielweise etc. Aventurien, wie auch die anderen Kontinente Deres sind uns ans Herz gewachsen, es gibt Tonnen von Informationsmaterial in das man sich einlesen kann, man kann es aber auch mit einem gewissen "leichten" Grad spielen und gerade die neuen Abenteuer machen eine Gute Arbeit einem notwendige Informationen zu einem Mindestmaß an Spielbarkeit mit dem Hintergrund zu geben.

Und dann stosse ich gerne mal auf Fragen, die einzelne Dinge betreffen wie "Hat NSC XY eigentlich Verwandte? Ich will da ein Abenteuer machen." Oder der allgemein häufig auftretende Ruf nach noch mehr Regeln, anstatt sich selber etwas auszudenken. Oder das beste Beispiel sind aktuelle (und auch vergangene) Rufe nach einer DSA5 - Neuauflage alter Kampagnen.

Ich kann den Eindruck nicht abschütteln, das Spielleiter ein wenig zu vorsichtig darin sind, Dinge für sich zu adaptieren und Aventurien zu seinen Gunsten und seinen Spielgewohnheiten zu biegen und sich alles so zurecht zu legen dass es für die Spielgruppe und das Thema passt.
Ich bin zu Zeiten zu DSA gekommen, als die G7 zum ersten Mal aufgelegt wurde und selbst da hat man sich schon lieber durch kostenlose Fanabenteuer durchgearbeitet und die Spielwelt massiv beeinflusst. Im Grunde tut das jeder wenn er spielt. Das Aventurien an einem Spieltisch ist nicht das Aventurien an einem anderen Spieltisch. An einem Tisch mag es vollkommen egal sein, dass ein Geweihter mit "euer Gnaden" anzureden ist und an anderen Tischen ist es eine mittlere Katastrophe wenn man einen Erzgeweihten falsch tituliert.

Durch einige Kaufabenteuer kann man Abenteuer erleben die einen bleibenden Eindruck in der Spielwelt hinterlassen. Als bestes und neustes Beispiel sei hier die Sternenträgerkampagne oder aber Eiserne Flammen genannt. Und in einem Hintergrund der sozusagen von den Autoren dieser Werke geändert wird sind dies sozusagen offizielle Änderungen. Aber wenn es um die inoffiziellen Dinge geht, Abänderungen vom Kanon oder das Arbeiten mit bisher gegebenen Dingen kommt in meinen Augen immer wieder Sorge auf, ob denn das heimische Spiel "okay" ist im großen und ganzen Hintergrund und die Community wird manchmal fast um Erlaubnis gefragt Dinge für sich zu ändern.

Dann auch immer der Ruf nach Neuauflagen oder "Weiterführung des Metaplots". Spielen wirklich alle nach der lebenden Welt? beziehen wirklich alle Spieler den aventurischen Boten buchstabengetreu ins Spiel ein? Soweit ich sehe eher nicht. Natürlich sind einige dinge Spannend zu sehen wie sie sich entwickeln aber, was hindert denn den ungeduldigen oder neugierigen Spielleiter, aus den gegebenen Dingen etwas selber zu erstellen?

Vieleicht habe ich da einen Knick in der Optik, aber so scheint es mir manchmal. Was sagt ihr dazu?
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Ungelesener Beitrag von Nepolemo ya Dolvaran » 09.12.2019 23:12

Was möchtest Du denn jetzt hören? Bzw was ist die Erwartung an diesen Thread?
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Ungelesener Beitrag von Paladose » 10.12.2019 00:44

Naja.... seh ich das als einziger so? Ich zweifel ein wenig an meiner Sichtweise. Oder seht ihr das ganz anders? Oder habe ich was übersehen?
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Ungelesener Beitrag von Madara Thiralion » 10.12.2019 01:11

Meine bisherigen Kampagnen hielten sich halbwegs an den Hintergrund, ohne allzu große Veränderungen. Gefällt mir besser so. Allerdings muss ich zugeben, dass man nur das wenigste selbst spielt.
Tbh, ich lese einfach gerne von detailverliebt gestalteten Welten - ob das jetzt in Form von einem Roman oder einer Regionalspielhilfe, die quasi pures Worldbuilding ist, geschieht, ist mir tatsächlich ziemlich egal. Insofern: ich will eine Fortführung des Metaplots, weil ich ihn tatsächlich in Teilen interessant finde und gern lese.
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Witchblade
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Ungelesener Beitrag von Witchblade » 10.12.2019 07:09

Also ich bin gegenteiliger Meinung, ich glaube Leute beugen Aventurien ohne Ende in alle Richtungen, ob das jetzt Regeln Werte Regionen oder Religionen Titel Magie oder sonst was sei. Teilweise haben mich einzelne Post im Forum so verstört, dass ich schon nicht mal mehr weiter gelesen hatte.

Wenn ich zum Beispiel von Gruppen lese, die ganze Städte niederbrennen und nichts geschieht. 33fach geflämmte Holzwaffen zum Beispiel oder
das jemand Blind sein will aber trotzdem lesen will wie Illidan aus WoW. Von Flügelartefakten die nicht schön aus sehen sondern einen permanenten modifizierten Ultra animatio - Motoricusverschnitt haben, um die Flugwirkung zu beschreiben. Zu krasse Magomechanik die jedes Aventurien in einzelne Stücke zerbrechen könnten. Wenn der So2 Bettler So3 Jäger einen SO12 Heiligen einer Kirche überhaut nur ins Gesicht stehen. Finde ich das Hintergrund und Logikhalber nicht passend.

Also bin ich nicht deiner Meinung das zu wenig angepasst wird nein.
Allerdings finde ich auch, dass wenn man in eine Gruppe spielt, die eine Kampange startet auch gut und gerne mal "Dramatis Personae" die irgendwie verunglücken oder aus Gruppenschuld ganze Dörfer aussterben oder verlassen sind. Das auch für andere Helden der Gruppe gilt.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 10.12.2019 09:09

Die "Lebendige Welt" ist nur ein Satz Bühnenbilder für das Spiel in der gemeinsamen Vorstellung. Es ist keine "Funktionierende Welt", weder physikalisch, geographisch, demographisch, wirtschaftlich, politisch, technisch/magisch noch gesellschaftlich. Wenn NSC X Verwandte braucht und in der Wiki keine stehen / man mit Kurzrecherche keine findet, dann erfindet man ihm eben in zwei Minuten welche. Kein Problem. Kanonkonformität ist wegen Widersprüchen im Kanon und der oben erwähnten und quer über das Forum diskutierten Dysfunkionalitäten nicht zu erreichen und auch gar nicht wünschenswert.
Man nimmt das Angebot als Vorlage, Ideengeber und gemeinsame Basis und gestaltet daraus sein eigenes Aventurien. Hauptsache, die Gruppe hat Spaß. Wenn eine Gruppe exklusiv für ihre Helden Engelsflügelartefakte haben will - so what. Dann erfinden sie sie eben. (Ohne Anspruch darauf, das andere das gut finden).
Ulisses macht nichts anderes. Sie ändern ihr Aventurien auch so, wie es der Kundschaft wahrscheinlich gefällt. Wenn die Kundschaft vernehmlich genug jammert, dann gibts auf einmal spielbare "Blutelfen" wie aus WoW. Was der Verlag anbietet ist nur ein (komerzielles) Angebot, um seine eigene Phantasie spielen zu lassen. Kein Gesetz oder gar Religion. Von daher ist es einfach irrig zu meinen, man "dürfe nichts ändern." Es steht sogar an vielen Stellen drin: "Wenn's ihnen nicht gefällt, ändern sie s einfach."
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Ungelesener Beitrag von Nightcrawler » 10.12.2019 10:11

Für mich gilt: Wir ändern so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Ich mag den gesetzten Hintergrund, NCS, Orte, Ereignisse. Wenn ein NSC jünger sein muss, oder ein historisches Ereignis zu zeitlich verschieben ist, damit ich es im Spiel mit unterbringen kann, dann mache ich das, und wenn offizielle AB/Kampagnen anders ausgehen oder ablaufen als vorgesehen, ist auch das der Fall, und wenn irgendein NSC überlebt, obwohl er offiziell stirbt, oder stirbt, obwohl er leben soll, weil es sich so im Spiel ergibt, dann ist das so, und es ist gut so.
Ich halte mich gerne an offizielle Setzungen und Beschreibungen und recherchiere sie auch, und halte mich lieber an sie, so es etwas gibt, als an etwas eigenes - aber nur solange, wie es mir in den Kram passt, die Welt und AB zu konzipieren, damit die SC und ihre Spieler damit arbeiten können.
Nur weil etwas irgendwo in den offiziellen Publikationen steht, ist es nicht sankrosankt, aber eine gewisse Hintergrundskompatibilität mit den Eckdaten der Setzungen sollte schon gegeben sein (keine Weltraumcowboys in Aventurien) für mich und meinen Geschmack.
Aber Hintergrundskompatibilität ist ohnehin Geschmackssache, wo sie anfängt und aufhört, und auch das ist im Endeffekt eine gute Sache.
Man kann, darf und soll sich das eigene Aventurien so gestalten, wie es der Gruppe gefällt, denn nur dort muss es gefallen.
DAS *Avatar* ist ein Enduriumschwert. *g*

Unsere 7G ab AoE 1533,42 h (gekürztes SiZ & Siebenstreich) - beendet!

Mallkalai
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Ungelesener Beitrag von Mallkalai » 10.12.2019 11:17

Ich halte mich auch nicht sklavisch an den Hintergrund, aber wenn ich alles über den Haufen werfen wollte, könnte ich auch was anderes als DSA spielen, dessen Stärken nunmal der detaillierte Hintergrund und die fortlaufende Spielwelt sind. Es ist eben cool, dass wenn der Held bei Phileasson mitgefahren ist, das bis heute in Publikationen erwähnt wird und man sich denken kann: Die Skaldenerzählung, die im Almanach auf Seite 1 steht, wurde durch meine Heldentaten inspiriert. Wenn Phileasson nun nach Kapitel zwei stirbt und die Helden übernehmen machen sehr viele Artikel nicht mehr so viel Spaß zu lesen. Auf der anderen Seite ist es ziemlich egal, wenn man innerhalb von Abenteuern Sachen großzügig ändert, die kaum Einfluss auf die Zukunft haben, aber den Spielspaß steigen - ebenso ist es kein Beinbruch wenn man mal Verwandte von berühmten Persönlichkeiten erfindet/vergisst. Wenn man xy dann doch Mal irgendwo erwähnt wird, gibt es zur Not halt einen Retcon. Wenn aber die Zyklopeninseln in der eigenen Kampagne im Meer versinken und man dann am besten noch mit den gleichen Helden dort die nächste offizielle Kampagne spielt, geht halt die Illusion verloren, dass man in einer realen Welt spielt und die eigenen Taten Einfluss haben die Belange dieser Welt haben, die tausende von anderen Spielern ebenso betreffen. Wie wichtig das für die eigene Spielgruppe ist, muss man halt mit dieser besprechen.

Zu den Neuauflagen: Da verstehe ich die Fragestellung nicht so ganz, ich glaube die meisten Leute die Neuauflagen wollen, wollen nur nicht mehrere 100 Euro zahlen, um an die Abenteuer zu kommen? Mir persönlich würden auch Nachdrucke reichen, die adaption auf das jeweilige Regelsystem ist ja jetzt nicht sooo aufwendig.

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Ungelesener Beitrag von Thorgrimma » 10.12.2019 11:44

Das wichtigste ist doch eigentlich, dass dir und deiner Gruppe das Spiel Spaß machen muss. Wenn man sich das zu Herzen nimmt, dann ist die Frage, wie stark Änderungen erlaubt sind, gar nicht so schwer. Nämlich so weit, wie euer Gruppenkonses es zulässt und wie ihr euch die Welt erspielt habt (wenn ihr z.B. kein Railroading mögt, dann kann eben auch jemand anders auf dem Thron sitzen als im offiziellen Aventurien oder Borbarad kann gewonnen haben).

Probleme mit der Änderung des Hintergrundes gibt es doch erst dann, wenn du dein Aventurien auch mit neuen Spieler*innen spielen willst, beispielsweise auf Cons oder Larps. Wenn du dort starke Änderungen einbringen willst, wird es Probleme geben, keine Frage. Bei mir unbekannten Spieler*innen würde ich mich immer erst mal ans offizielle Aventurien halten.

Ebenfalls kann es Probleme geben, wenn du viele Kaufabenteuer spielen willst. Die halten sich von der Hintergrundgeschichte auch erst mal ans offizielle Aventurien. Aber wenn du keine Probleme hast, das abzuändern...

Das offizielle Aventurien ist also dann gut, wenn man als Meister*in wenig Abänderungsarbeit haben will (man muss sich deutlich weniger selbst ausdenken, da das andere für einen übernehmen) und wenn man schnell mit neuen Spieler*innen einen Spielkonsens haben will. Ansonsten kannst du meiner Meinung nach mit deiner Gruppe ändern, was auch immer euch Spaß macht.

Wir persönlich ändern eher wenig. Nur dann, wenn wir uns beispielsweise einen anderen Geschichtsverlauf erspielt haben (z.B. sind manche NSCs bei uns tot, die offiziell noch leben und umgekehrt). Das liegt aber daran, dass uns das offizielle Aventurien auch in seiner Detailliertheit bisher immer noch gefällt. Wäre das nicht mehr der Fall, würden wir schnell viel ändern. :)

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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 10.12.2019 12:23

Ein interessantes Thema, insbesondere weil ich es von beiden Seiten betrachten kann.

Als ich so auf die 20 zuging, hatte ich schon seit einigen Jahren Kontakt mit DSA, war aber aus der "wir spielen was wir wollen und basteln uns absolute Random-Abenteuer zusammen, die mit dem realen Aventurien nichts mehr zu tun haben"-Phase hinausgewachsen; und hatte in dem Rahmen einige fixe Ideen entwickelt.

Eine davon war, dass Kaufabenteuer grundsätzlich über jeden Zweifel erhaben und immer Kanon waren - auch die ganz frühen. Und darüber hinaus selbstgemachten Abenteuern grundsätzlich überlegen.
Eine weitere war die, dass ich mich unbedingt an den Metaplot halten wollte, und das bedeutete folgendes:
1. Die MP-relevanten Abenteuer mussten genau zu dem Zeitpunkt und in der Region stattfinden, der dafür im Hintergrund vorgesehen war. D.h. Die Verschwörung von Gareth fand in der ersten Praioswoche 997 BF statt und nicht zwei Jahre vorher oder nachher (mittlerweile bin ich da flexibler, siehe meine Signatur).
2. Wichtige Ereignisse im Leben relevanter NSCs fanden ausschließlich in Kaufabenteuern statt. D.h. wenn man Luzelin vom blauen Wald rettete oder Yppolita befreite, dann musste Hexennacht oder Die Göttin der Amazonen spielen. Und wenn ein MP-NSC kein solches Abenteuer hatte, dann war ihm auch nichts entsprechendes passiert. Das bedeutete auch: MP-NSCs müssen immer leben oder sterben, wie der Metaplot oder ein Abenteuer es vorsieht; eine "berühmte Persönlichkeit" zu opfern und dann, wenn sie nochmal auftaucht, durch einen Platzhalter zu ersetzen, wäre mir nicht gekommen.
3. Wichtige NSCs blieben ganz allgemein außen vor, was besondere Beziehungen anging. Freundschaften oder Affären waren drin, aber heiraten nicht. Außerdem: keine familiären Bindungen. Ehepartner, Kind und Kegel waren vom Hintergrund vorgegeben; dass man zB das kanonisch nicht existierende jüngste Kind von Waldemar dem Bären spielen könnte, war ausgeschlossen.
Kurzum: Im Grunde schwebte mir ein Spielrahmen vor, den möglichst nicht mit dem "offiziellen" Aventurien kollidierte.

Mittlerweile bin ich da etwas flexibler - letztlich auch deswegen, weil ich mir die Frage gestellt habe "was habe ich eigentlich davon, dass ich mich sklavisch dem Hintergrund unterwerfe?" Natürlich möchte ich nach wie vor den MP respektieren (und sei es nur, dass mein Spiel nicht in Konflikt mit späteren Setzungen gerät), aber das geht auch ohne maximale Einhaltung der existierenden Setzungen um jeden Preis: Der MP wird nicht aus den Angeln gehoben, wenn Nedime zwei Jahre später gerettet wird als das kanonisch der Fall war, ein Spielerheld der jüngste Sohn von Hetman Tronde ist oder eine Tochter von Ardo Stoerrebrandt heiratet, Prinz Arom Sohn des Arombolosch aus den Klauen eines Drachen gerettet werden muss, oder Glorana in Das Zeichen der Kröte stirbt und die spätere Heptarchin dann eine andere Hexe ist (die halt nur zufällig immer dasselbe gemacht hat wie Glorana und sich auch ansonsten identisch verhält), oder ein Held eine Grafschaft erwirbt, die eigentlich einem anderen NSC untersteht.

Mit anderen Worten: Es geht mir letztlich darum, den DSA-Hintergrund so bespielen zu können, wie er ist, aber ich sehe ihn nicht mehr als in Stein gemeißelt an.

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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 10.12.2019 15:26

Paladose hat geschrieben:
09.12.2019 23:02
oder auch: "Das ist mein Aventurien, da kann ich anzünden was und wen ich will..."

Hallo zusammen!

In den vergangenen Wochen sind mir immer wieder Streitpunkte aufgefallen und gerade heute, da Ulisses (endlich) einen eigenen Discordchannel erstellt hat stachen mir aussagen in die Augen, deren Gedanken ich euch einfach mal ungefragt vor die Füße werfen mag.

Wir alle mögen Das Schwarze Auge, das steht ausser Frage. Egal welche Edition, welchen Regelumfang, auf welche Spielweise etc. Aventurien, wie auch die anderen Kontinente Deres sind uns ans Herz gewachsen, es gibt Tonnen von Informationsmaterial in das man sich einlesen kann, man kann es aber auch mit einem gewissen "leichten" Grad spielen und gerade die neuen Abenteuer machen eine Gute Arbeit einem notwendige Informationen zu einem Mindestmaß an Spielbarkeit mit dem Hintergrund zu geben.

Und dann stosse ich gerne mal auf Fragen, die einzelne Dinge betreffen wie "Hat NSC XY eigentlich Verwandte? Ich will da ein Abenteuer machen." Oder der allgemein häufig auftretende Ruf nach noch mehr Regeln, anstatt sich selber etwas auszudenken. Oder das beste Beispiel sind aktuelle (und auch vergangene) Rufe nach einer DSA5 - Neuauflage alter Kampagnen.

Ich kann den Eindruck nicht abschütteln, das Spielleiter ein wenig zu vorsichtig darin sind, Dinge für sich zu adaptieren und Aventurien zu seinen Gunsten und seinen Spielgewohnheiten zu biegen und sich alles so zurecht zu legen dass es für die Spielgruppe und das Thema passt.
[…]Vieleicht habe ich da einen Knick in der Optik, aber so scheint es mir manchmal. Was sagt ihr dazu?
Zunächst einmal:
Nightcrawler hat geschrieben:
10.12.2019 10:11
Für mich gilt: Wir ändern so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Mallkalai hat geschrieben:
10.12.2019 11:17
Ich halte mich auch nicht sklavisch an den Hintergrund, aber wenn ich alles über den Haufen werfen wollte, könnte ich auch was anderes als DSA spielen, dessen Stärken nunmal der detaillierte Hintergrund und die fortlaufende Spielwelt sind. [Denn ein besonders schönes DSA-Erlebnis, gerade im Vergleich zu anderen PnP ist doch,] dass man in einer realen Welt spielt und die eigenen Taten Einfluss haben die Belange dieser Welt haben, die tausende von anderen Spielern ebenso betreffen.
Das ist kann ich auch so unterschreiben.

In meiner Gruppe haben wir aber eine etwas flexiblere Haltung, die stark Spielleiterabhängig ist und immer im Voraus bekannt ist.

Ich zum Beispiel liebe die offizielle Spielwelt Aventuriens so sehr wie die LotR Welt, vllt. mehr, gerade weil sie inzwischen so detailliert und - meistens, leider nicht immer - stimmig ist. Selten zwar, aber ja: Hin und wieder lese ich neben der grünen und blauen Reihe auch den Aventurischen Boten und erarbeite mir den Rest als SL logischerweise aus dem jeweiligen Abenteuern.
Wenn ich mal dazu genötigt bin, eigene Abenteuer zu schreiben, weil ich kein offizielles Material habe, aber keine hunterte Meilen oder Wochen der Reise überspringen will, halte ich mich so sklavisch wie möglich an die Regel- und Regionalbände (ach so, wir spielen idR. 4.1).
Ich habe bspw. mal ein EInstiegsabenteuer in Weiden geschrieben und habe dazu Herz des Reiches, Schild des Reiches und das Rondravademecum rauf und runter gelesen, damit ich a) mein Abenteuer aus den Vorschlägen aus SdR bauen konnte und somit ein Abenteuer geschrieben habe, das auch ein offizielles hätte sein/werden können und b) ich dazu in der Lage war, den regionalen Flair als SL gut wiederzugeben.
"
Deshalb liebe ich die
SpoilerShow
Teaterritterkampagne
so sehr: Die Autor*innen haben scheinbar "Land des Schwarzen Bären" und eine Hand voll Abenteuer aus dem Bornland auswendig gelernt und sich überlegt, wie die dort beschriebene Setzung sich bis ca. 1040BF weiterentwickeln könnte und haben darauf einen mega spannenden Plott von aventurischer Tragweite geschrieben, an dessen Ende die Welt zwar nicht gleich so sehr den Bach runter geht wie nach JdF, sich aber dennoch eine plausible Veränderung im Bornland einstellt oder zumindest anbahnt.

WIr haben aber auch eine SL, die je nach Plausibilität das macht, was DSA schon immer gemacht hat: Sie copy&pastet mit ein paar wenigen Anpassungen Elemente aus anderen Mythen usw. (Man nehme bspw. die Hügelzwerge und schaue sich deren BEschreibung und die Bilder, vor allem derer Behausungen in 'Am großen Fluss' an: Das sind so krasse Hobbits, dass ich an der Stelle der Tollkinerben Patentklage eingereicht hätte). SO gibt es in ihrer Bornlandreihe (Bornland ist ja kulturell ein Mischmasch aus Osteuropa, slawisch, polnisch, russisch, …) Baba Jagas* https://de.wikipedia.org/wiki/Baba_Jaga. D.h. in eine fantasyvariante Osteuropas baut sie eine osteuropäische Sagengestalt ein, die zwar nicht perfekt in das Hexenschema von DSA passt, aber als SL sollte muss man NSCs, die nicht bekämpft werden sollen, ja sowieso nicht sklavisch den Regelwerk der jeweiligen Edition unterwerfen.

* SPrachlich passt dies sehr gut, siehe: "Jaga ist auch eine polnische Abkürzung des weiblichen Vornamens Jadwiga" Gibt es nicht Jadwige als bornischen Namen? seems legit.


Und im Steineichenwald haben SLs sowieso Narrenfreiheit durch UdW sogar bekommen. Da wird sinngemäß gesagt: Niemand hat je den ganzen Wald erforscht und wer weiß, wer oder was dort alles haust....

Auch was die Zeit von Abenteuern betrifft (viele wie die SPielsteinkampagne sind ja eh relativ beliebig datierbar), wird das für uns vor allem dann relevant, wenn es für die Helden relevant ist, bspw. ob der S&S Magier den Ignisphaero schon beherrschen kann, oder wenn der Hesindegeweihte ein super GEschichtskundler ist und sich ggf. damit profiliert, dass er genau weiß, was wann und wo geschehen ist.

Aber grundsätzlich halten wir uns wie bereits zitiert:
Nightcrawler hat geschrieben:
10.12.2019 10:11
Wir ändern so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Wenn ein Krieger zwei linke Hände für Fernkampfwaffen hat, ist dem halt so und es ist kein PG!
Lest WdM!

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Ungelesener Beitrag von Leta » 10.12.2019 21:20

Ich finde es ist jeweils das Aventurien der eigenen Gruppe. Erlaubt ist was der (ganzen) Gruppe gefällt. Dass das eigene Aventurien natürlich kein Maßstab für andere ist, sollte selbstverständlich sein.

In meinem Aventurien ist theoretisch für entsprechend fähige Helden praktisch alles erreichbar. Ist selten das hier wirklich "wichtige" Posten besetzt werden oder wirkliche Veränderungen in der "Landschaft" passieren, aber ausgeschlossen ist es nicht.

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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 10.12.2019 22:21

Leta hat geschrieben:
10.12.2019 21:20
Ich finde es ist jeweils das Aventurien der eigenen Gruppe. Erlaubt ist was der (ganzen) Gruppe gefällt. Dass das eigene Aventurien natürlich kein Maßstab für andere ist, sollte selbstverständlich sein.

In meinem Aventurien ist theoretisch für entsprechend fähige Helden praktisch alles erreichbar. Ist selten das hier wirklich "wichtige" Posten besetzt werden oder wirkliche Veränderungen in der "Landschaft" passieren, aber ausgeschlossen ist es nicht.
Das handhabe ich trotz meiner konservativen Art auch so.
Ich sehe es nicht ein, warum meine Helden nicht Kirchenoberhaupt oder erster Hofmagus werden können sollten.
Wenn ein Krieger zwei linke Hände für Fernkampfwaffen hat, ist dem halt so und es ist kein PG!
Lest WdM!

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Ungelesener Beitrag von Leta » 10.12.2019 22:50

Ich spiele in meiner Gruppe seit über 20 Jahren. Da hat sich natürlich einiges an Änderungen angesammelt. Ein Teil dieser Änderungen drehen wir auch mit der Zeit wieder zurück.

Als Beispiel sei einer der Helden genannt der Thorwaler Hetmann geworden ist. Als wir mit einer anderen Helden Gruppe viele Jahre (IG und OG) später wieder dorthin gekommen sind war es wieder „normal“, weil der alte Held irgendwann auf große Fahrt gegangen ist. Genaues haben wir nicht festgelegt...

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AngeliAter
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Ungelesener Beitrag von AngeliAter » 11.12.2019 07:23

Alleine schon wenn ich als SL eine Gruppe Banditen auftreten lassen habe ich zu sehr großer Wahrscheinlichkeit den Hintergrund verändert.
Einfach, weil in absolut keinen Hintergrundband an genau diesem Ort genau diese Banditen mit genau diesen blöden Spruch gegen genau diese Heldengruppe den Kampf eröffnen wird.
Und wenn man sich dies erst mal klar gemacht hat wird man höchstens die Frage stellen: kann ich mit meinem Aventurien noch halbswegs konform mit den Redationsaventurien interagieren oder werden nun bestimmte Abenteuerbände nun nur noch mit Anpassungen möglich sein?
Von daher, für mich stellt sich diese Frage nicht, jede Gruppe verändert ihr Aventurien, ob nun im kleinen oder großen Stil, aber jede verändert es.
Der einfachste Weg, um auf die Party eines Obervampirs eingeladen zu werden, besteht darin, sich über seinen Akzent lustig zu machen.

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Ungelesener Beitrag von din1031 » 11.12.2019 07:37

Also ich kann auch nur aus meiner Vergangenheit reden. Da ich ein lange Pause dazwischen gemacht habe. Prinzipiell war und ist auch immer noch der Spaß an erster Stelle.

Wir hatten damals noch nie Wert auf die Zeitlinie gelegt und das Abenteuer so gespielt wie es vorgesehen wurde. Na gut ich musst auch sagen das wir eigentlich selten einen NPC getötet haben der wichtig war (naja vielleicht ein- oder zweimal bin mir da nicht mehr sicher). Auch wenn wir sehr Chaotisch und sehr kriminelle gespielt haben. Uns war aber bewusst das wir kriminelle taten begehen und somit auch irgendwann in Gebieten und Städte geächtet waren, dies haben wir auch gemeinsam so entschieden. Das gehört zum kriminellen einfach dazu. Wir haben dies in unsere persönlichen Gruppen Plot / Zeitlinie wenn man es so nennen will einfach dokumentiert, weil man sonst den Überblick verliert.

An was wir uns dagegen mehr gehalten hatten ist das was wir schon verursacht haben. Wenn wir als Kriminelle in einen Gebiet gesucht wurden hat der SL (in dem fall ich und mein Kumpel damals ) das in die Geschichte mit eingewoben, soweit das möglich war. Dann war es halt nicht mehr möglich so einfach über das Haupttor in die Stadt zu kommen, weil die Stadtwache uns vielleicht kennen könnte. Dann hat man sich halt kreativ in die Stadt begeben oder über ein Ablenkung hin gefuchst etc. es hat dann ja auch wiederrum in unserer Runde gepasst. Dann waren haben wir zufällig ein Befreiung erledigt das Geld/Hab und Gut an uns genommen falls vorhanden und die Person vor den Toren abgesetzt usw. Es heißt ja nicht das man in allen Dingen durch und durch böse ist nur weil man eine kriminelle Laufbahn in Aventurins annimmt. Manch mal ist die Bezahlung gut genug über sein Schatten zu springen *lach*. Es kann auch einfach sein man wurde gefangen genommen und als Gegenleistung die Strafe zu minimieren mit der Aufgabe als Schuldenerlass genommen hat usw. Kreativität ist da am wichtigsten. Wenn es nicht möglich war haben wir uns auch mal entschieden für diesen Abenteuer einen neue Truppe zu kreieren damit man es erleben kann oder wir wurden durch einen mächtigen um Hilfe betenden Gott in die Zeit zurück geschoben um zu helfen usw. Wenn man die Regeln und Möglichkeiten sieht findet man immer ein weg in und mit Aventurin zu leben :).

Das einzige woran wir uns eigentlich gehalten hatten war das wir keinen Dinge erzeugt haben die es so eigentlich im Mittelalter nicht gegeben haben konnte, es musste schon einigermaßen realistisch sein, weil das uns schon irgendwie wichtig war. Als ich den 5-Hörnigen Dämon als Abenteuer beschwören wollte haben wir den Plot schon so geschrieben das der wahre Name gefunden werden musste die Rituale vorbereitet werden mussten, Artefakte gesucht werden mussten usw. da hat sich unser Spielleiter richtig belesen was möglich ist und ich habe mir stark mit der Materie beschwören auseinander gesetzt und daraus haben wir uns ein Plot geschrieben. Der uns mehrere Spielabende Spaß bereitet hatte. Und ich meinen ersten Tripple 1 geworfen hatte, ein Moment an den ich mich gern zurück erinnere.

Und als wir unsere Truppe in ein Epischen Ende setzen wollten. Musste es einfach ein Kampf gegen einen Drachen sein. Angesetzt um entweder zu sterben und so reich zu sein das wir uns zu ruhe setzte konnten. Uns das auch egal ob es passte oder nicht ;). (P.S. Wir haben sang und klanglos gegen den Drachen verloren *lach*).

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Bei der neuen Gruppe in der wir 4 Anfänger sind und ich als ein bisschen Erfahrener sind. Da ist es halt so das man einen Rundumschlag machen will weil ist ja durchaus logisch der Spielleiter das zulässt und kreativ mit Erschwernissen versieht weil wir einfach nicht wussten das es dafür auch eine Regel/Spezialtechnik gibt. Nun bei der nächsten Runde haben wir halte beschlossen das wir uns an die Regel halten und ihn nicht mehr verwenden. Es gehört halt auch dazu im Nachhinein etwas mehr in die Welt hinein zu denken. Es ist halt wie bei vielen Dingen ein Findungsprozess. Wir haben uns halt darauf geeinigt nach und nach mehr regeln hinzuzufügen.
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Resümee: Spaß muss an erster Stelle stehen, und man muss die Harmonie der Gruppe nutzen. Es muss einen immer bewusst sein wenn man in einer anderen Gruppe ist das dort vieles anders ist. Da sollte man sich vielleicht ab und zu sagen ob man nicht einen neuen Held spielt der sich dann dort einfindet. Ich sehe jede Gruppe spielt eine parallele Zeitlinie in der die kleinen Einflüsse sich anders auswirken und somit alles möglich ist. Aventurien bietet nun mal alle Möglichkeiten. Jeder muss für sich und die Gruppe einen Einklang finden das ist das wichtige.

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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 11.12.2019 10:52

Spaß sollte immer an erster Stelle stehen, denke ich. Nicht nur, was die Konformität zum offiziellen Aventurien betrifft, sondern auch, wasm Regeln betrifft. (Vgl. die Diskussion hier: Wie sehr sollte man sich als Meister an die Regeln halten? )
Das sagen ja sogar die Regelwerke, ob nun WdH und WdS (4.1) oder Regelwerk (5), in letztererm heißt es so schön: DSA ist keine Religion XD.

Letztlich lassen die offiziellen Publikationen ja auch einen gewissen Spielraum, der bewusst von jeder einzelnen Gruppe interpretiert und gefüllt werden muss und darf.
Ein intensiv distukiertes Thema diesbezüglich ist bspw. die Frage nach der Macht und dem Einfluss der Kirchen, vgl. die Diskussion: Immenser Einfluss der Kirchen Ja/Nein?

ferner auch hier:
Praios-Priesterkaiser 2.0 möglich ? logisch?
Mönch vom Orden des Heiligen Hüters, adliger Praiosgeweihter
Die heilige Inquisition
Profession Inquisitor
MI: JdF und Quanionsqueste Frage zur Kirche

Zum Beispiel ist es immer die Frage der Gruppe, primär natürlich des SLs: Wie fromm sind meine NSCs, primär die Adligen? Auch zum Beispiel, wenn ein SC Praiosgeweihter da ist, lasse ich 9/10 meiner NSCs immer die Wahrheit sagen? usw. usw.
Auch das Verhältnis von "Staatsregeln" (bspw. Einfluss einer Kirche im MR oder Horasreich) zu "Regionalregeln" (In Weiden hat die Rondrakirche einen größeren Stellenwert als die PRaioskirche, obwohl an der iuristischen Seite, oder dass Praios den Adelsstand begründet auch im Weiden das genau so ist, wie in Greifenfurt, wo fast nur der Glaube an Praios und Peraine im Alltag eine ROle spielt, usw. usw.)

Dazu kommt, dass vieles zwar angedeutet, aber (noch) nicht ausdifferenziet ist.
Wenn man sich bspw. die große, detaillierte Aventurienkarte anschaut, sind da viele rote Punkte, die für große Dörfer und (kleine) Städte stehen, die aber in Regionalbänden nicht beschrieben sind und von denen bestenfalls die Hälfte durch Abenteuer und die aventurischen Boten offiziell mit Namen versehen sind: An diesen Stellen muss doch der jeweilige SL/ die jeweilige Gruppe auf der Basis des jeweiligen Regionalbandes einen kleinen Fleck eigenen Aventuriens kreieren und dem Kind (=dem Ort) buchstäblich einen Namen geben.

Ich denke, wichtig ist nur, dass man sich grundsätzlich in einem plausiblen Rahmen hält. Weltraumcowboys sind genauso unplausibel (dieses einen Borbaradabenteuer mit den Ufos wurde ja aus dem Kanon gestrichen) wie ein Dorf in Greifenfurt, in dem der Glaube an Praios verboten ist, oder ein DOrf im Bornland, das demokratisch und ohne Bronnjarenherrschaftorganisiert ist. usw. usw.

Nachtrag: Ich zum Beispiel orientiere mich bzgl. der Götterwelt und Kirchen an Wege der Götter und lehne alle Abänderungen der HA ab.
Daher interpretiere ich die aventurische REalität so, dass Praios (zumindest im MR, im Bornland, im Horasreich und in Nostergast) tatsächlich die Menschen an ihren Platz setzt und dass also Realität/Faktum und nicht bloßer GLaube ist.
Außerdem, in Adaption zweier Bibelzitate, sind meine Aventurier sehr fromm: Alle Obrigkeit kommt von Gott (Röm 13), hier: Von PRaios eingesetzt, aber: Im Zweifelsfall muss man Gott (hier: den Göttern und somit den Geweihten als ihren Vertretern) mehr gehorchen als den Menschen.

Da ich mich mit dieser Interpretation auf ein Regelwerk (WdG) stütze, ist sie legitim, legal und plausibel, ABER es bleibt eine Interpretation und jeder SL wird seine eigenen Interpretation Aventuriens haben, die dieshalb nicht mehr, oder weniger dem offiziellen Aventurien entspricht, denn die Literatur lässt diesen Spielraum.
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Ungelesener Beitrag von knppel » 11.12.2019 11:16

Hintergrund ist super. Am besten geeignet für Althelden die in Al'Anfa sitzen, auf der Veranda den Boten lesen und darüber motzen dass Tobrien schon längst ganz befreit wäre, wenn sie die Sache in die Hand genommen hätten und nicht mit wichtigen Geschäften okkupiert wären

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Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 11.12.2019 11:42

knppel hat geschrieben:
11.12.2019 11:16
Hintergrund ist super. Am besten geeignet für Althelden die in Al'Anfa sitzen, auf der Veranda den Boten lesen und darüber motzen dass Tobrien schon längst ganz befreit wäre, wenn sie die Sache in die Hand genommen hätten und nicht mit wichtigen Geschäften okkupiert wären
Ich vermeine, eine gewisse Zyne oder Spott zu lesen, und erahne vage, dass eine Ablehnung von Literatursklavismus in deinem Beitrag stecken mag, doch darf ich um weitere Ausführunge bitten?
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Ungelesener Beitrag von Paladose » 11.12.2019 13:17

Ich finde die bisherige Diskussion schon sehr erhellend und interessant. Es zeigt mir, dass die Tendenz da ist den Kanon schon größtenteils unangetastet zu lassen um sozusagen Spielbarkeit mit zukünftigen Publikationen vereinbar zu halten oder weil man den Detailreichtum und die gewachsene Welt mag/ respektiert und daher sich mit Änderungen auch schwer tut.

Wenn also ein Spielleiter daher kommt und beispielsweise erzählt Yppolita ist Kaiserin in Gareth wird es wohl Fragen aufwerfen. Wenn aber wer sagt in seinem Aventurien sind die schwarzen Lande niedergerungen und Al' anfa und das Bornland in einem blutigen Seekrieg würde es mehr als Fragezeichen hervorrufen... ist das ungefähr die Reichweite dessen wie ich es erfasse?
Das Ganze natürlich respektive der Ermutigung dass jede Gruppe ihr eigenes Aventurien haben kann und sollte.
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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 11.12.2019 14:09

Wenn in einem Aventurien Yppolita Kaiserin ist, dann steckt dahinter wahrscheinlich eine Geschichte, sei es das Ergebnis eines gespielten Szenarios oder weil das mehr Potential für interessante Szenarios bietet oder weil die Gruppe Yppolita lieber als Rohaja mag. Dass Bornland und Al'Anfa einen blutigen Seekrieg führen, sollte weniger Fragezeichen entstehen lassen: Beide sind Konkurrenten zur See, haben bereits gegeneinander gekämpft ("Klar zum Entern") bzw. böte sich mit Uthuria auch reichlich Konflikt potential. Wer das nicht spielen will, stellt sich so eine Frage wahrscheinlich gar nicht. Beim Thema Schwarze Lande sind die Gemüter sowieso gespalten: Es gibt auch Gruppen, die haben mit deren Entstehen den offiziellen Pfad verlassen, andere haben sie in der extremen Ausprägung von "Borbarads Erben" ignoriert. Und die aktuelle Entwicklung, so viel sei quasi Spoiler-frei gesagt, spielt dem Konzept Schwarze Lande nicht gerade zu.

Es gibt im Prinzip zwei Stellschrauben des Hintergrundes: Zum einen die allgemeine Spielweltbeschreibung (geographische, kulturelle, geschichtliche Gegebenheiten) und den sog. Metaplot (im wesentlich die mehr oder minder erleb- oder gestaltbaren Bestandteile der bespielten Zeit bzw. deren Entwicklungen). Im ersten Punkt sind Angleichungen z.B. mehr Einwohner, größeres Aventurien, hier mal ein nicht beschriebener Tempel in der Stadt, dort ein anderer Baron. Die Maßgaben für die Veränderung sind das Gefühl einer plausible(re)n Spielwelt oder schlichte Notwendigkeit für das bespielte Szenario. Auch das Ergebnis eines solchen Szenarios, dass ein SC der Baron wird etwa, wäre eine solche Maßgabe. Ebenso kann ein veränderter Metaplot die Folge eines gestaltbaren Spiels sein, in dem es z.B. keine notwendig überlebenden NSC, vorgeschriebenen Ergebnisse u.Ä. gibt, was eher ein miterlebendes Spiel charakterisiert. Die Frage der Metaplot-Entwicklung - offiziell oder davon abweichend - hängt meines Erachtens stark davon ab, wie viel Gestaltungsraum die SC haben bzw. wie sehr sie einer fixen Dramaturgie unterworfen sind.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 11.12.2019 14:12

@Paladose: Was die Konformität mit zukünftigen Publikationen angeht: Bei mir nicht. Denn das würde politisches Spiel in Eigenregie komplett unmöglich machen und das Abenteueregebnis darauf festlegen, dass alles so bleibt wie es vorher war. Offizielle NSC's haben Plotarmor, es sei denn, das Abenteuer sieht ihren Tod vor, dann "müssen" sie sterben... das ist nichts für mich.
In meinem FAB ist der Hanfla so groß wie der Amazonas und hat ein entprechendes Hinterland. Al'Anfa (und unausgesprochen die konkurrierenden Reiche natürlich auch) hat deutlich mehr Einwohner, ist also wirklich eine Metropole an der Grenze dessen, was die noch vorindurstrielle Technik und Infrastruktur unterstützen kann. Torsionswaffen sind deutlich billiger und verbreiteter...

Der Kanon besteht wirklich nur aus Bühnenbildern. Sobald man anfängt, plausibles Verhalten von Einwohnern und auch nur der Umwelt zu denken, platzt es überall aus den Nähten.

Ich habe keinerlei Hemmungen, Änderungen vorzunehmen, das einzige was ich normalerweise möglichst unangetastet lasse, sind die Regelmechanismen und die Grobe "Draufsicht". (Das Mittelreich ist das Mittelreich und kein Vasallenstaat der Orks etc.) Aber auch da denke ich gerne ein paar Jahrzehnte in die Zukunft, und da ich die neuen Regionalspielbände nicht habe (weil mir die Rictung nicht paßt) denke ich eben weiter. Wichtig ist halt, dass die Spieler, deren Helden die Welt ja mehr oder weniger vor Augen haben, die Änderungen gegenüber dem Kanon kennen.
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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 11.12.2019 14:23

Herr der Welt hat geschrieben:
11.12.2019 14:09
Wenn in einem Aventurien Yppolita Kaiserin ist, dann steckt dahinter wahrscheinlich eine Geschichte, sei es das Ergebnis eines gespielten Szenarios oder weil das mehr Potential für interessante Szenarios bietet oder weil die Gruppe Yppolita lieber als Rohaja mag. Dass Bornland und Al'Anfa einen blutigen Seekrieg führen, sollte weniger Fragezeichen entstehen lassen
Man kann es aber auch umgekehrt sehen: Yppolita als Kaiserin macht aus welchen Gründen auch immer dasselbe wie Rohaja, und der Kanon bleibt damit letztlich intakt. Quasi das hier: https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/ ... andHistory bzw das https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/ ... ghTimeline
Wenn du dagegen einen großen Konflikt einbaust, der so im "realen" Aventurien nicht stattfindet, dann musst du den im folgenden Spiel berücksichtigen.

Klar ist ein Krieg Al'Anfa vs. Bornland plausibler als eine Kaiserin Yppolita, aber die Auswirkungen von ersterem lassen sich schwerer wegerklären.

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Frostgeneral
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Ungelesener Beitrag von Frostgeneral » 11.12.2019 14:27

Ich nehme Abenteuer (auch offizielle) als Steinbruch und picke mir meine Lieblingssachen heraus.
Das kann man das ganze Ding sein, mal wenig oder eben garnichts und ich leg es nach dem Lesen weg.

Beispiel Jahr des Feuers: Der Ausgang ist gesetzt und eben auch der Einstieg.
Was ist passiert, was soll passieren. Am Ende von meinem JdF ist hoffentlich alles so, wie es sein sollte.
Galotta und Rhazzazor sind tot, Rohaja ist Kaiserin. Den Rest kannst du komplett frei erzählen oder du suchst eben nach den Strängen,
die du geil findest. Buch 2 von JdF zB gibts bei mir nicht. Bürgerkrieg braucht keine Sau, ergibt kein Sinn in der Notlage.
Das Ende von Galotta war auch nicht so wie im Buch sondern mit Wolkenturm-Patch.
Egal, hauptsache er ist tot.

Wenn du nun bei dir den Background von nem Baron Hintertupfingen veränderst, interessiert das niemanden.
Wenn bei dir Paavi abbrennt und 5000 Leute an der Pest sterben, dann ist das eigentlich auch egal.

Du solltest eventuell keine andere Kaiserin krönen ohne Absprache, du solltest nicht Gareth einreißen
(JdF oder G7 oder Haffax mal als Ausnahme), du solltest keine Flutwelle auf Havena schicken (zum 2. Mal).
Es gibt eben "wichtige" NPCs und Orte und welche, die niemanden jucken.
Festum sollte man offiziell lassen, Neersand interessiert hingegen kaum jemanden.
Stirbt Bibernell vHengisfort bei dir, ist das tragisch, stirbt der Baron von Ouvenmas... nobody cares
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Ungelesener Beitrag von Paladose » 11.12.2019 15:13

Naja mal anders gefragt... wen hat denn die Entscheidung, wie etwas im Spiel läuft zu jucken? Wohl doch nur den SL und seine Spieler oder? Und da ist meine Frage: Warum scheint es mir manchmal so als würde eine Änderung am Kanon für manche SLs so unvorstellbar, dass sie Veränderungen, minimal bis hin zur kompletten Umwälzung des Kanons zurückgewiesen werden?
Und warum gibt es Diskussionen darüber ob man diese oder jene Änderung machen darf? Wir treten mit unseren Spieltischen schliesslich nicht in Konkurrenz. Oder?
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Ungelesener Beitrag von Frostgeneral » 11.12.2019 15:38

Hm, also wenn ich Phileasson spiele und Asleif stirbt nach 2 Wochen durch Würfelpech, dann würde ich sowas als Spieler doch gerne mitgestalten können. Wenn Answin von Rabenmund Kaiser wird, dann ist das mega cool, aber ein schwerer Eingriff in die Lore.

Ich erlebe sehr gerne offizielle Lore, weil ich mich dann weiter mit Leuten unterhalten kann,
die eben nicht an meinem Tisch saßen. Auf einer Convention (wie Ratcon oÄ) würde mich nicht interessieren,
wie eine Welt aussieht, in der Gareth vom Namenlosen beherrscht wird, weil er wieder einen Körper hat.
Schön, wenn die Gruppe eine epische Runde hatten, aber mitreden kann ich da nicht.

Ich kann aber sehr wohl mitreden, wenn 10 Leute aus 4 Gruppen Galotta umgeboxt haben und man dann philosophiert wie spannend die Thronsaalszene war. Deshalb bleibe ich gerne nah am orginal
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 11.12.2019 16:03

@Paladose: "Intergruppenkompatibilität" ist durchaus ein Thema. Wenn man in drei Runden spielt, und jede hat deutich unterschiedliche Hausregeln für das Kampf- und Zaubersystem, dann ist das natürlich schwierig. Das "Con-Unterhaltung"-Argument zieht für mich persönlich weniger, weil die von SL A ganz spannend und dramatisch geleitete Thronsaalszene bei SL B total fade und railroadig angekomemn sein kann, obwohl beide sich "streng an das AB" gehalten haben. Das wäre für mich kein Grund, im Horasischen Bürgerkrieg von KM nicht Petarkis die strategsiche Bedeutung zukommen zu lassen, die es ganz offensichtlich hat, wenn man auch nur einen Blick auf die Karte wirft, oder mich zu weigern, Armeen einfach irgendwo in der Landschaft aufploppen zu lassen "weil Drama" und die Autoren noch nicht einmal wissen (wollten), wie man "Logistik" schreibt.
Sich streng an den Kanon zu halten ist ohnehin eine Illusion. Je besser man sich auskennt, desto mehr Unsinnigkeiten, Widersprüche und Lücken erkennt man. Wie gesagt: Es sind nur Bühnenbilder. Ich denke, einige SL's haben einfach nicht die Kraft "Verantwortung" für ihr Aventurien zu übernehmen. Ich hab schon von einigen gehört: "Ja, das ist total blöd, find ich ja auch, aber das steht so im Abenteuer!" anstatt vorher zu sich zu sagen: "Ich ändere das. Ich weiss besser, was meiner Gruppe gefällt. Wenn ich mich irre, ist es halt mein Fehler und ich mache es nächstes Mal besser!"
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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 11.12.2019 16:13

Paladose hat geschrieben:
11.12.2019 15:13
Wohl doch nur den SL und seine Spieler oder? Und da ist meine Frage: Warum scheint es mir manchmal so als würde eine Änderung am Kanon für manche SLs so unvorstellbar, dass sie Veränderungen, minimal bis hin zur kompletten Umwälzung des Kanons zurückgewiesen werden?
Und warum gibt es Diskussionen darüber ob man diese oder jene Änderung machen darf? Wir treten mit unseren Spieltischen schliesslich nicht in Konkurrenz. Oder?
Naja, vergiss nicht, dass, je mehr Änderungen du durchziehst, desto umständlicher wird die Integration von deinem privaten DSA und den Kaufabenteuern. Wenn zB Transysilien vorzeitig fällt und Galotta umgeboxt wird, dann musst du dir einfallen lassen, warum das JdF trotzdem stattfindet.

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Ungelesener Beitrag von AngeliAter » 11.12.2019 16:20

Paladose hat geschrieben:
11.12.2019 15:13
Naja mal anders gefragt... wen hat denn die Entscheidung, wie etwas im Spiel läuft zu jucken? Wohl doch nur den SL und seine Spieler oder?
Ich spiele gerne auf Cons. Damit dies aber problemlos funktioniert sollten die Chars zumindest am offiziellen Hintergrund angelehnt sein.
Extremes Beispiel: wir hatten kürzlich zwei Mitspieler in der Gruppe die bereits alle Erzdämonen umgelegt haben, dazu noch so einiges an magischen Spielzeug besessen hatten. Gut, da wir ein KampfAB spielen wollten wären die sicherlich eine Hilfe gewesen... nein, die wurden vom ersten Gegener einfach so umgemopt und meine Sharisad konnte mit ihren Kampfstab besser kämpfen und mehr Schaden verursachen als diese Erzdämonenbezwinger.
Wir hatten also das Problem das wir sie erst schlecht in die Runde einbauen konnten und dann das nicht einmal ansatzweise das geliefert wurde was angedeutet wurde. Es also für den SL unnötig schwer gemacht wurde.

Wenn man also nur in seiner Runde spielt kann man machen was man will, wenn man jedoch irgendwie im Option offen halten möchte das man auch mal in anderen Runden sein wird, sollte man zumindest für diesen Char sich relativ nah am offiziellen Aventurien halten und sei es einfach indem man den Char 2x besitzt, einmal für die eigene Runde und einmal eine "revidierte öffentliche Fassung".
Der einfachste Weg, um auf die Party eines Obervampirs eingeladen zu werden, besteht darin, sich über seinen Akzent lustig zu machen.

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Ungelesener Beitrag von Herr der Welt » 11.12.2019 16:40

DSA findet zum allergrößten Teil am Spieltisch statt, zum allergeringsten in Foren oder auf Conventions, sodass die Motivation, hier und dort mitreden zu können, sich insgesamt sicher in Grenzen halten dürfte. In Foren unterhält man sich auch viel eher darüber, was man gerade anders gemacht hat oder machen könnte. Und es ist auch interessanter (jedenfalls aus meiner Sicht), sich mit anderen dann über die Auswirkung dieser Änderung zu unterhalten. Da man offizielle Szenarios, bevor man sie verändert, erst einmal lesen muss, ist man über die offizielle Geschichte (jedenfalls als SL) ganz gut im Bilde. Und interessierte Spieler können im Anschluss das Abenteuer lesen. Da Änderungen für gewöhnlich im Sinne der Gruppe und des Spielstils sind, sollte das auch angenommen werden.
Paladose hat geschrieben:
11.12.2019 15:13
Frage: Warum scheint es mir manchmal so als würde eine Änderung am Kanon für manche SLs so unvorstellbar, dass sie Veränderungen, minimal bis hin zur kompletten Umwälzung des Kanons zurückgewiesen werden?
Und warum gibt es Diskussionen darüber ob man diese oder jene Änderung machen darf? Wir treten mit unseren Spieltischen schliesslich nicht in Konkurrenz. Oder?
Stellt sich denn diese Frage wirklich, also z.B. hier im Forum (oder wo)? Wie gesagt, nehme ich eher Fragen wahr, wie etwas sinnvoll geändert werden kann. Was wäre denn ein Beispiel für eine vorgeblich unvorstellbare Kanon-Veränderung (die am besten auch so diskutiert wurde)?
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
11.12.2019 16:13
Naja, vergiss nicht, dass, je mehr Änderungen du durchziehst, desto umständlicher wird die Integration von deinem privaten DSA und den Kaufabenteuern. Wenn zB Transysilien vorzeitig fällt und Galotta umgeboxt wird, dann musst du dir einfallen lassen, warum das JdF trotzdem stattfindet.
Das gilt aber auch nur dann, wenn man beides mit der selben Gruppe, respektive in der selben Spielwelt erlebt. Ich kann eine ergebnisoffene G7 spielen, in der alle späteren Heptarchen umkommen. Und mit einer anderen Gruppe in einem anderen Aventurien dann das JdF. Der Spieltisch kann mehr als nur ein Aventurien kennen. Und der Mehrwert eines Aventuriens, in dem man Reminiszenzen der SC-Handlungen erkennen kann, sollte auch nicht überschätzt werden - schon gar nicht, wenn er z.B. gegen den Wunsch steht, G7 und JdF jeweils ergebnisoffen spielen zu wollen.
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
11.12.2019 14:23
Man kann es aber auch umgekehrt sehen: Yppolita als Kaiserin macht aus welchen Gründen auch immer dasselbe wie Rohaja, und der Kanon bleibt damit letztlich intakt.
Das meine ich mit "oder weil die Gruppe Yppolita lieber als Rohaja mag". Dann hat es ansonsten keine Auswirkungen. Wer Kaiserin ist, spielt für die meisten Abenteuer gar keine Rolle.
Ich würde auch nicht sagen, dass ein Krieg Al'Anfas mit dem Bornland unbedingt plausibler wäre als eine Kaiserin Yppolita. Man muss nur jeweils die passenden Geschichten schreiben, in denen Ereignisse auf das eine oder andere Ergebnis zulaufen. Beides kann auch sehr schlecht herbeigeschrieben werden. Oder das möglicherweise unwahrscheinlichere erscheinende gut.

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