Gewissensbisse bei Profikämpfern

Hier finden allgemeine DSA-Themen ihren Platz, zu denen es kein explizites Unterforum gibt.
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Assaltaro
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Gewissensbisse bei Profikämpfern

Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 08.11.2019 12:04

Hi,

Mir ist letztens bei einem Roman etwas aufgefallen, was ich aus dem PnP leider kaum kenne.

Ein Elitekämpfer, der seinen Kämpfer Orden bereits verlassen hat, reist mit seiner Geliebten über ne Landstraße und wird von Banditen umzingelt. Er warnt sie zuerst sie sollen die Waffen weglegen. Letztendlich kommt es doch zum Kampf, der sehr schnell entschieden. Er fällt dann zwischen den Toten Banditen auf die Knie und weint weil er schon wieder töten musste.

Mich hat die Szene sehr berührt und mich direkt gefragt, warum ich das im PnP kaum erlebe.
Dort haben die ausgebildeten Kämpfer irgendwie nie ein Problem damit zu töten.

Ist ein Kämpfer der nicht kämpfen bzw töten will und es nur aus Notwendigkeit tut einfach uninteressant?
Oder wählt man als eher friedfertiger keine Kämpferklasse?

Ich selbst habe zwar Kämpfer die auch mal lieber den diplomatischen Weg wählen, aber wenn es doch zu einem Kampf kam gab es doch keine Gewissensbisse.
In Zukunft wollte zumindest ich dass mal ändern.
Wie seht ihr das oder würde euch so eine "Heulsuße" eher nerven?

PS: Das Buch wurde von einer Frau geschrieben, also ja evtl wieder ein Geschlechterklischee
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Ungelesener Beitrag von Denderan Marajain » 08.11.2019 12:28

Weil viele Spieler einfach nicht derart tief eintauchen wollen und eine gewisse "Kaltherzigkeit" als Kämpfer nie verkehrt ist

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Rasputin
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Ungelesener Beitrag von Rasputin » 08.11.2019 12:34

Ich glaube der Kämpfer der um das Leben offensichtlich "böser" Menschen weint, ist schon ein sehr spezieller Charakter und schon zu vergleichen mit jemanden, der einen Veganer spielt, der anfängt zu weinen, weil er ein Tier töten musste um zu überleben.
In der Regel sind die Bösen in PnP auch wirklich böse. In der Regel werden sie vom SL so dargestellt, dass nur gutes aus dem tot der Bösewichte resultiert. In 50% der Abenteuer hat man dann auch noch seine Taten durch die Götter selber legitimiert. Warum sollte man um Borbarad weinen? Warum sollte man um den vergewaltiger-sklavenhalter-mörder-Ork weinen? Warum um den Banditen der offensichtlich bereit ist für ein bisschen Gold zu töten? Hat hier im Forum jemand geweint, als Osama bin-Laden getötet wurde? Ist ja auch kostbares Menschenleben.
Zuletzt geändert von Rasputin am 08.11.2019 12:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von AngeliAter » 08.11.2019 12:38

Weil der Profikämpfer aus dem Orden ausgetreten ist und seine Kämpferlaufbahn an den Nagel gehängt hat. Er hat wahrscheinlich bereits genügend Tote gesehen und wollte seinen Beitrag einfach nicht mehr beisteuern.
Unsere Helden sind aber noch im aktiven Dienst und halten das Töten aus bestimmten Gründen noch für richtig.
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Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 08.11.2019 12:40

Das mit dem auf die Knie fallen und Weinen halte ich für eine romantische weibliche Vorstellung, gerade, wenn es eine klare "Verteidigung der Familie gegen wildfremde Angreifer" war. Da gibt es eher keine Reue. *duck*, aber Ich kenne keinen RL Kämpfer (also die Groß- und Urgroßväter, notgedrungenerweise in WWI bzw. II), denen das Töten nichts ausgemacht hätte. Leute umbringen ist etwas, was nur einer verschwindend geringen Minderheit nichts ausmacht, so sie es Auge in Auge tun müssen. Aber das Weinen würde ich nur dann glaubhaft und nicht als heulsusig empfinden, wenn er mit dem Gegner Mitleid hatte. Aber warum sollte er mit abgebrühten Banditen, die ihn und seine Liebe wegen der paar Kröten, die sie dabei hatten (und ggf. des Vergnügens mit der Frau, das sie vorhatten) umbringen wollten, Mitleid haben?

Beim PnP kommt die geringe Tötungshemmung halt daher, dass die Gegner nicht als Menschen, sondern als gesichtslose Spielfiguren wahrgenommen werden, und man ja sowieso nur "so tut als ob". Sobald man das Gefühl hat, das jemand Gewaltausübung "realisisch ausspielt" etwa bei detailliert beschriebener Folter (etwa Verwundeten die Augen ausstechen), wird es den meisten Runden ja akut unangenehm - der von Dir im anderen Thread beschriebener Fjarniger wäre aufgrund seiner Detailschilderung bei uns auch sauer aufgestossen. (Anders wäre es gewesen, wenn er gesagt hätte. "Ich seh einfach rot und geb den Verwundeten den Rest")
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 08.11.2019 12:44

Ah da hatte ich einen Teil vergessen. Er ist ausgetreten, weil der Orden Liebesbeziehung en verboten hat.
Er war schon noch im "Dienst" weil sie gerade Sklaven Jäger verfolgt hatten um aus deren Händen einen Jungen zu befreien.
Aber diese Männer wollte er eigentlich verschonen, vielleicht sogar etwas Geld geben, weil sie Banditen aus Verzweiflung waren.

An einer späteren Stelle tötet er auch deutlich bereitwillig er, weil diese einen ultrbösen Totengott anbeten und die Priester auch recht unheimliche und starke Kräfte haben.

Edit: Aber schon mal interessant dass zumindest in der Nach Erzählung nur ich die Szene gut fand.
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Ungelesener Beitrag von Rasputin » 08.11.2019 12:51

Jadoran hat geschrieben:
08.11.2019 12:40
das Töten nichts ausgemacht hätte. Leute umbringen ist etwas, was nur einer verschwindend geringen Minderheit nichts ausmacht, so sie es Auge in Auge tun müssen. Aber das Weinen würde ich nur dann glaubhaft und nicht als heulsusig empfinden, wenn er mit dem Gegner Mitleid hatte.
Dem kann ich nur zustimmen. Natürlich geht das töten an den wenigsten einfach so vorbei.
Hinzu kommt, dass weinen aber auch nicht die "männlichste" Art ist sein Missfallen aus zu drücken. Ich denke dass hedonistische Exzesse, aufgestaute Wut, Gebete und Alkohol die klassischeren Bewältigungsmethoden für "richtige Männer" sind.
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 08.11.2019 12:54

Interessant, dass Euch in erster Linie stört, dass Er weint.

Erinnert mich an eine Folge des Genderswapped Podcasts, wo ein männlicher Gast meinte er fand es immer sehr belastend, dass er als Mann nicht weinen darf oder groß Gefühle zeigen.
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Ungelesener Beitrag von Eadee » 08.11.2019 12:58

Ich häng mich auch am Kniefall und dem weinen auf.
Nur weil es einen seelisch zerfrisst, dass man (wiederholt) jemanden töten musste gibt es noch keinen Grund deswegen seine Umwelt damit zu belasten. Es ist das Los das man als Kämpfer gewählt hat und auch als ehemaliger Kämpfer hat man noch die Selbstbeherrschung um sich zusammen zu reißen und erstmal die Geliebte in Sicherheit zu bringen bevor man sich emotionalen Ausbrüchen hingibt.

Wenn du ein Rollenspiel mit Fokus auf Gewissensdinge erleben willst würde ich dir raten ml Vampire the Masquerade zu spielen mit einem Charakter der hohen Wert auf Menschlichkeit legt.

Ansonsten, ich persönlich finde es eher befremdlich wenn man mich dazu nötigen will Emotionen auszudrücken die ich lieber alleine verarbeiten will. Wenn ich wen zum reden will kann ich auf den zugehen, notfalls eben mal ein paar Tage zu den Noioniten.
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Ungelesener Beitrag von Nepolemo ya Dolvaran » 08.11.2019 13:02

Also mein hauptsächlich gespielter Charakter hat nicht unbedingt sofort geweint, aber ihn hat es schon entsetzt, wenn er als Großwildjäger mal einen Menschen und kein Tier töten musste - mittlerweile sieht er das aber anders, liegt aber an dem jahrelangen Spiel und innerweltlicher Charakterveränderung seinerseits.

Aber ansonsten würde ich mich der These anschließen, dass das vor allem an der Abstraktion im PnP liegen, sowie den klaren Verteilungen von Gut und Böse.
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Ungelesener Beitrag von Rasputin » 08.11.2019 13:03

Assaltaro hat geschrieben:
08.11.2019 12:54
Interessant, dass Euch in erster Linie stört, dass Er weint.
Es ist nun mal die Realität (sowohl auf der Erde als auch auf Dere), dass weinende Männer schlecht behandelt werden. Natürlich darf man gerne den weinenden Krieger spielen. Meiner Meinung nach, passt dieser aber so gut nach Aventurien wie der vermenschlichte und goldgierige Legolas-Assasinen-Schurken-Elf.
Ich würde einen Kniefall gefolgt von einem Gebet und Bitte um absolution für viel passender halten.

Einem Tsa-Priester würde ich weinen abkaufen aber keinem Krieger der das wahrscheinlich nicht mal zum ersten mal macht.
Was auch mMn realistischer ist, dass sich dieses Gewicht auf den Schultern des Krieger immer mehr anstaut so, dass er wann anders in Tränen ausbricht. Wenn er betrunken ist zum Beispiel, in einer ruhigen Minute oder wenn er allein ist. Aber sofort hier und jetzt halte ich für komisch.
Zuletzt geändert von Rasputin am 08.11.2019 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 08.11.2019 13:07

Lustig im Cross Gender Thread hieß es noch, dass Geschlecht wäre nicht entscheidend bei einem Konzept und jetzt gehen weinende Männer als Kämpfer wieder gar nicht.

Wir sind also doch noch viel zu sehr in den Klischees behaftet. Mir wurde auch einmal vorgeworfen meine Rondra Geweihte hätte in der Szene zu emotional reagiert (von den Männern), die Frauen fanden es gut.

Ich wollte daraus keinen Gender Thread machen, aber irgendwie zeigt es mir solche Dinge eher in einer Frauenrunde zu spielen, was traurig ist.
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Ungelesener Beitrag von Rasputin » 08.11.2019 13:13

Assaltaro hat geschrieben:
08.11.2019 13:07
Lustig im Cross Gender Thread hieß es noch, dass Geschlecht wäre nicht entscheidend bei einem Konzept und jetzt gehen weinende Männer als Kämpfer wieder gar nicht.
Das Geschlecht ist auch nicht entscheidend aber die Erziehung. Würdest du eine Rondra-Geweihte Amazone in dieser Situation weinen lassen? Ich würde das für unrondrianisch und unamazonisch halten.
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Ungelesener Beitrag von Fiieri » 08.11.2019 13:16

Hm weinen an für sich, also der Prozess des Tränenvergießens, ist nicht unbedingt störend. Könnte sogar passend sein, je nach Durchführung

Unpassend für einen Krieger allerdings, dass er direkt nach dem Kampf in die Knie geht und bitterlich weint. Ich meine, der steht vermutlich noch unter Adrenalinsschub und so, und er hat ja gekämpft um die Frau zu schützen in dem Beispiel. Ich persönlich würde die Reue/das Zusammenbrechen örtlich vermutlich eher trennen vom Ort des Zusammenstoßen. Einfach, weil ja theoretisch noch Verstärkung der Räuber da sein könnte und ein Krieger, der bereits Erfahrung hat, diesen Gedankengang bestimmt auch hat.
Erst also im Überlebensmodus drinnen und erst wenn quasi in Sicherheit, dann die Reue-Episode.

Zusammenbrechen unter Tränenkrampf ist halt unpassend oder zumindest widerspricht es der allgemeinen Sicht auf einen "Beschützer"- er widerspricht quasi seiner Rolle als Krieger und Beschützer, wenn er direkt nach dem Kampf und in potentiell noch nicht entschärfter Situation heult.
Und das typische Bild eines Beschützers wäre zumindest für mich auch eher der in Stille Leidende, der mit 100-yards Blick in der Ecke sitzt, eventuell mit Tränen aber nicht auf den Knien oder so.
Würde ich für einen weiblichen Beschützer-Typ vermutlich auch so handhaben :grübeln:

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Ungelesener Beitrag von Eadee » 08.11.2019 13:19

Entweder wird man zu emotionaler selbstregulation/unabhängigkeit erzogen oder man wird es nicht. Bei einem Kämpfer hat es definitiv Vorteile wenn er sich zusammenreißen kann um zu tun was nötig ist und nicht davon abhängig ist dass ihn jemand nach jedem Rückschlag wieder aufbaut bevor er wieder funktioniert, weshalb dort so eine Erziehung hilfreich ist. Auch Jähzorn ist mit Grund ein hoch bepunkteter Nachteil.
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Rhonda Eilwind
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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 08.11.2019 13:20

@Assaltaro

Was mich an der Szene stört:
Assaltaro hat geschrieben:
08.11.2019 12:04
Er fällt dann zwischen den Toten Banditen auf die Knie und weint weil er schon wieder töten musste.
Dem geht es gar nicht um die Banditen, sondern nur um sich.

Er weint, weil er töten musste.

Oder: Drama, Baby, Drama... :rolleyes:

Ich spiele ja auch gern mal Leute mit Selbstzweifeln - aber das wäre glaube ich sogar mir zu memmig.

Nun kenne ich die Vorgeschichte im Romsn nicht - vielleicht hat der Protagonist eine handfeste posttraumatische Belastungsstörung und kann nicht anders.

Aber auch das wäre mir als Grundkonzept als Spieler oder als Mitspieler zu anstrengend.

Etwas anderes wäre es, wenn sich so etwas im Spiel, etwa im Zuge der G7 oä ergibt.

Mehr später vom Rechner aus.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Assaltaro
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 08.11.2019 13:22

Rasputin hat geschrieben:
08.11.2019 13:13
Assaltaro hat geschrieben:
08.11.2019 13:07
Lustig im Cross Gender Thread hieß es noch, dass Geschlecht wäre nicht entscheidend bei einem Konzept und jetzt gehen weinende Männer als Kämpfer wieder gar nicht.
Das Geschlecht ist auch nicht entscheidend aber die Erziehung. Würdest du eine Rondra-Geweihte Amazone in dieser Situation weinen lassen? Ich würde das für unrondrianisch und unamazonisch halten.
Weiter oben fielen noch die Worte richtiger Mann.
Aber bei einer frisch generierten Amazone würde ich es wohl nicht machen. Wenn sie aber schon länger mit Nicht Amazonen zu tun hatte, halte ich so eine Entwicklung für möglich.
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 08.11.2019 13:25

Rhonda Eilwind hat geschrieben:
08.11.2019 13:20
@Assaltaro

Was mich an der Szene stört:
Assaltaro hat geschrieben:
08.11.2019 12:04
Er fällt dann zwischen den Toten Banditen auf die Knie und weint weil er schon wieder töten musste.
Dem geht es gar nicht um die Banditen, sondern nur um sich.

Er weint, weil er töten musste.

Oder: Drama, Baby, Drama... :rolleyes:

Ich spiele ja auch gern mal Leute mit Selbstzweifeln - aber das wäre glaube ich sogar mir zu memmig.

Nun kenne ich die Vorgeschichte im Romsn nicht - vielleicht hat der Protagonist eine handfeste posttraumatische Belastungsstörung und kann nicht anders.

Aber auch das wäre mir als Grundkonzept als Spieler oder als Mitspieler zu anstrengend.

Etwas anderes wäre es, wenn sich so etwas im Spiel, etwa im Zuge der G7 oä ergibt.

Mehr später vom Rechner aus.
Gut diese Szene kommt wirklich erst in Band 3. Von drei sehr dicken Büchern.
In Band 1 ist er noch der sehr steife emotionslose Klotz bis er eben SIE kennen lernt.

Ich wollte da jetzt nur nicht die Handlung von zwei dicken Büchern aufrollen.
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Ungelesener Beitrag von Coarr » 08.11.2019 13:27

Ich sehe es wie die Meisten hier.

Gegner werden nicht betrauert. Verbündete ( auch NSC ) dafür umso mehr, da gibts teilweise richtige Therapie Sitzungen innerhalb der Gruppe.


Eine der schönsten Szenen die ich je ausspielen durfte war ein zwiegespräch mit unserer Magierin Spielerin in dem ersten AB der G7. Ihr Char wurde dafür generiert, meiner hat schon viele Abenteuer bestanden und kennt auch die Mutter der Magierin.

Sie kam am Abend nachdem man die ersten Gegner getötet hat zu mir und meinte mit steinerner Mine: Ich brauche Deinen Rat. Ich habe heute einen Menschen getötet und empfinde nichts dabei. Ich habe aber immer gelernt das es etwas schlechtes ist, so etwas zu tun. Stimmt etwas mit mir nicht?
Das war eine klasse Szene an die ich gerne zurück denke

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Fiieri
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Ungelesener Beitrag von Fiieri » 08.11.2019 13:28

Assaltaro hat geschrieben:
08.11.2019 13:22

Oft macht das Brechen mit Klischees doch Spaß.
Zumindest, wenn nicht speziell die vorgegebene Art des Klischeebrechens bereits ein Klischee geworden ist :lol:

Spaß beiseite, ich kann mir das schon vorstellen bei einer Einzelperson die so reagiert, gerade nach einer sehr traumatischen Phase. Aber dann ist das schon speziell ein Ausreißer und daher nicht verwunderlich, dass das bei anderen nicht so passiert.
Im Gegensatz dazu kann ich mir bei vielen Veteranen vorstellen, dass die erst im Suff mit anderen Veteranen ihren Zusammenbruch haben, wenn also Alkohol und eine sehr lockere, familiäre Atmosphäre dann den selbst aufgebauten Schutz vor dem Wissen um die eigenen Taten bröckeln lässt.

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Ungelesener Beitrag von Hesindian Fuxfell » 08.11.2019 13:34

Also bei uns in der Runde ist das Konzept "gern töten" nicht sehr verbreitet. Es weint zwar nicht gleich wer, wenn man doch jemanden töten musste, besonders bei großen Schurken, die einen (immer wieder) angreifen, wird auch mal darauf hin gearbeitet, aber es wird auch oft versucht, auch über Abschreckung und zur Aufgabe zwingen zu gewinnen. Oder einen Kampf zu verhindern. Allein schon wegen der Option dabei selbst verletzt zu werden kein unsinniger Ansatz.

Trotzdem finde ich die Abfolge wie du sie beschreibst für eine ausgebildete KämpferIn schon für merkwürdig. Betrauern der unnötigen Toten vielleicht - wobei auch die Frage ist, warum er als scheinbar deutlich überlegener Kämpfer die Gegner nicht schwer verletzend hätte ausschalten können. Aber weinen um sie, zu denen er keine emotionale Bindung hatte und die ihn und besonders eine zu schützende Begleitung trotz Warnung angegriffen hatten? Kommt mir unpassend vor.
Und ich würde das auch eher an der Ausbildung und damit der Profession festmachen und nicht am Geschlecht.
Der dessen Name nicht getanzt werden darf.
wenn Tom Riddle an einer Waldorfschule gewesen wäre

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Ungelesener Beitrag von Rosencrantz » 08.11.2019 13:50

Geht es nicht auch darum, wie genau das ganze abläuft?

Wenn er, völlig aufgelöst und inkohärent das Schwert aus der Hand fallen lässt, wie ein Schluck Wasser in der Kurve an den Leichen niedersackt, ein Vader-mäßiges "NOOOOO" loslässt, und es anfängt zu regnen während das Blut von der Klinge auf das Lieblingskuscheltier des Banditen tropft... dann ist es auf jeden Fall zu viel Drama.
Wenn er - der Adrenalinrausch hat sich gelegt - realisiert, was er gerade getan hat und ihm beim Schließen der Augen der Banditen ein Tränchen rausrutscht, wäre es völlig in Ordnung.

Übrigens alles auch ganz unabhängig vom Geschlecht der kämpfenden Person.

Ich bin übrigens immer sehr erstaunt, wie Spieler mit dem Töten von Menschen umgehen. Wenn ich in Spieler-Diskussionen so Dinge höre wie [... dann laufen wir eben rein und machen die alle platt, bevor sie zu ihren Schwertern greifen können.], benutze ich die (nicht pazifistischen) NPCs manchmal, um zu vermitteln: Das sind Menschen, da muss es doch einen anderen Weg geben. Solche Mittel sollten wir nur im äußersten Notfall verwenden.

Ich begrüße Gewissensbissen bei Kämpfern - generell im Rollenspiel. Es ist keine einfache Sache, einen Menschen zu töten, das ist harte emotionale Arbeit (Mindhunter anyone?). Dass Charaktere, die schon Jahre im Geschäft sind und hundert Leute zu Boron geschickt haben mit dem Tod völlig normal umgehen, versteht sich auch von selbst - aber die Emotionslosigkeit und manchmal mangelnde Phantasie von Spielern eben nicht nur einen gesichtslosen Gegner erschlagen zu haben, sondern eine Mutter, einen Bruder, einen Freund von jemandem... das raffe ich manchmal nicht so ganz.

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Gewissensbisse bei Profikämpfern

Ungelesener Beitrag von LntSunber » 08.11.2019 14:18

Moin,

ich musste bei der Beschreibung der Szene unvermittelt an Nanashi aus Sword of the Stranger denken, der sein Schwert mittels Kordel mit der Scheide verbunden hat um es nicht mehr ziehen zu können. Der ist zwar nicht so emotional betroffen, wenn er dann doch tötet. Es vermittelt dennoch einen Gewissenskonflikt bei letaler Gewalt.

Für einen Profikämpfer kann es ein wirklich reizvolles Konzept ergeben, Kämpfe unblutig/ohne tölichen Ausgang zu bestreiten (der Kämpfer mit angezogener Handbremse).
Ich bin übrigens immer sehr erstaunt, wie Spieler mit dem Töten von Menschen umgehen. Wenn ich in Spieler-Diskussionen so Dinge höre wie [... dann laufen wir eben rein und machen die alle platt, bevor sie zu ihren Schwertern greifen können.]
Nicht nur du. Meine Runde hat auch schon mal Räuber, die in KR2 die Waffen fallen ließen und sich ergaben, einfach abgemurkst. Ohne Fragen zustellen. Das schlechte Gewissen kam nur auf, als sich der Verdacht einstellte, die Räuber hätten vll Plotrelevant sein können.

Ein wesentlicher Faktor @Assaltaro ist natürlich auch immer, wie reagiert die Spielwelt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kampf und Tod in aller Regel sehr nüchtern, emotionslos und pragmatisch abgehandelt wird. Entsprechend werden dann auch Profikämpfer dargestellt.

Grakhvaloth
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Ungelesener Beitrag von Grakhvaloth » 08.11.2019 14:31

Dieses Problem kann man anspielen, und es kann auch sicherlich zu interessanten Szenen kommen, zu spannenden Ingame-Diskussionen und denkwürdigen Abenden. Aber es kann auch anstrengend werden, und deshalb beschränken sich viele Runden darauf, die Bösen so richtig böse zu machen. Noch einfacher wird es, wenn es nicht mal mehr Menschen sind, sondern fiese Untote. Die kann man einfach zerhacken, ohne Nachdenken zu müssen.

Wir spielen im Moment ein recht differenziertes Abenteuer mit vielen Graustufen, viel Unsicherheit wer jetzt zu wem gehört. Da wird aber auch nur selten bis zum Tod gekämpft.

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Ungelesener Beitrag von ledaeth » 08.11.2019 14:48

Das unemotionale Abmetzeln der "Bösen" ist ein extrem gut etablierter Tropus für Action-Filme.
Da wird die Tochter des Protagonisten getötet/entführt/geohrfeigt/schief angesehen, und schon ist es okay, dass Papa auf dem Weg zu ihr Dutzende Leute umlegt. Ganz egal, warum die im Weg stehen.
(Die auch alle Familie haben. Nach dieser Logik wäre die Erde in kürzester Zeit komplett von Menschen befreit.)

Ich schätze mal, diesen Tropus ist man so gewöhnt, dass er ohne großes Wimpernzucken auch im Rollenspiel zum Tragen kommt.
Zumal die meisten Abenteuer so gestrickt sind, das es wie im Film einen Endkampf als Höhepunkt gibt. Wenn man psychologisch tiefer spielt, kann es ziemlich schwierig werden, solch ein Abenteuer zu einem befriedigenden Ende zu führen. (Wobei der End-Bösewicht oft wirklich unrettbar böse ist, aber was macht man mit seinen ganzen Schergen?)
Ich erlebe das oft als Balance-Akt zwischen Kunstform und emotional-menschlichem Spiel. Keine Gewissensbisse zu haben, vereinfacht den Ablauf, auf der anderen Seite führt psychologische Tiefe zu schöneren, erinnerungswürdigeren Erlebnissen. (Sofern man auf sowas steht. (Was ich tue.))
Denn wie ein sehr weiser Mann einmal sagte: „Da, wo du hingehst, da bist du dann.“

Aussprachehilfe zu "ledaeth": [​liːdai:θ]

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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 08.11.2019 15:23

Er weinte weil er schon wieder töten musste!
Ich sehe das auch eher nicht geschlechterspezifisch. Ein Profikämpfer MUSS nicht die Angreifer töten, sondern kann auch vorerst versuchen seinen Gegner zu überrumpeln, natürlich würde realistisch der ein oder andere im nachhinein verbluten oder an Entzündungen verrecken, aber diese Szene die beschrieben wurde scheint mir arg konstruiert.
Sich aber daran hochziehen finde auch übertrieben.

Jede Runde (oder auch Autor) hat so seine Vorlieben, die einen mögen den Realo Ansatz (was macht die Aktion aus meinem Charakter), der andere liebt einfach den "Arcade" Modus ("so den Gegner ist hin, der nächste bitte") und wieder andere lieben es wenn es schon fast absurd wird, man könnte es "Kill Bill" Stil nennen.

Da wieder eine Pauschalaussage hineiniterpretieren zu wollen halte ich einfach für falsch.

JEDER Mensch (auch im Spiel) ist anders. Fertig.
(und manchmal hat man als Konsument ja schon irgendwie alles gesehen, von daher werden manche Dinge etwas überkonstruiert um was Einzigartiges zu erschaffen .... "wow, so haben wir das noch nie erlebt"))

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Ungelesener Beitrag von Der Geier » 08.11.2019 15:24

Waren das irgendwelche NSC Räuber, die nur da waren, weil der Meister auf der Begegnungstabelle halt nunmal "1w6 Räuber" ausgewürfelt hat? Anders gefragt: Wozu diente diese Szene im Roman? Wollte der Autor etablieren, daß diese Gegend halt sehr gefährlich ist? Waren die Räuber vom Big Evil(tm) ausgeschickt, um den Protagonisten zu beseitigen, womit der Autor dem Leser sagt: Big Evil(tm) weiß bereits vom Protagonisten? Oder waren diese Räuber ausschließlich dazu da, um darzustellen, daß der Protagonist kein gefühlskalter Killer ist?
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 08.11.2019 15:27

Der Geier hat geschrieben:
08.11.2019 15:24
Oder waren diese Räuber ausschließlich dazu da, um darzustellen, daß der Protagonist kein gefühlskalter Killer ist?
Ich vermute fast letzteres, tue mich aber immer schwer die Frage "Was will mir der Autor damit sagen"
Zwischen Band 2 und 3 lagen IT ein paar Jahre und dieser Kampf war jetzt der erste im dritten, also war er womöglich dafür da um zu zeigen wie die Veränderung des Charakters die in Band 2 schon angedeutet wurde jetzt wirklich aussieht. Aber wie gesagt ich tu mich mit der Frage immer schwer und hab sie in der Schule bei jeder Textanalyse gehasst (gut die Texte waren auch schwerer als Fantasy Romane)
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Ja ich betreibe "Blümchen"-Rollenspiel und ich steh dazu.

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Ungelesener Beitrag von Der Geier » 08.11.2019 15:53

Darf man erfahren, um welchen Roman/welche Romanreihe es da geht?

Kommt nämlich schon ein bißchen auf den übrigen Stil an. Wurde da einfach vor sich hingemetzelt, der Action Willen? Gehts eigentlich nicht um eine Heldenreise, sondern um ein Charakterportrait, das den Weg des Kriegers vom Strahlenden Helden zum PTSD geplagten Wrack zeichnet?

Offensichtlich begreifst du diese Szene als "falsch" oder "merkwürdig", im Kontext der übrigen Szenen. Also muß es ja irgendwie nicht reinpassen oder sich zumindest so anders vom übrigen Stil abheben, daß es dir unglaubwürdig wirkt?

Der Unterschied zum PnP ist zum Teil auch einfach der OT gesellschaftliche Aspekt. Während ein Romanautor mit seinen Figuren machen kann, was er will, ohne daß die sich groß dagegen wehren können, schaut das am Spieltisch ja ein bißchen anders aus. Da können Mitspieler Unmut, Verständnis oder Begeisterung äußern, bei wesentlich kleineren Gelegenheiten, als wenn der Fasarer Gladiator BGB Bergmann, nachdem er kommentarlos zehn Feinde erschlagen und sich deren Beute unter den Nagel gerissen hat, sich erstmal hinsetzt und eine halbe Stunde der wertvollen Spielzeit auf persönliches Drama verwendet. Normalerweise passiert sowas am Spieltisch ja nicht aus dem Blauen heraus, sondern der Spieler kuckt erstmal vorsichtig, wie solcherart Rollenspiel bei den anderen ankommt, bevor er es weiter ausbaut. Ein Romanautor hat diese Chance nicht, wenn da erstmal eine Szene drinsteht, dann gibts keinerlei Rückmeldung (außer er hat Probeleser), bis zur Veröffentlichung des Buches.
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 08.11.2019 15:59

Assaltaro hat geschrieben:
08.11.2019 15:27
"Was will mir der Autor damit sagen"
Der Protagonist ist nun nicht mehr der Gleiche wie in den Bänden zuvor! Weisheit im Alter? Schwere Last seiner früheren Taten tritt hervor? ...
Manche Ereignisse im Leben ändern einen und nicht alles kann man nachvollziehen, genauso wenig wie andere Menschen Dinge ganz anders entscheiden wie man selbst.

Eine Sache hat auch meinem Leben (bewußt) verändert. Seit dem ich Vater geworden, kann ich im TV keine Dramen um Kinder, oder auch herzliche Szene schauen, in der z.B. ein Kind ein verlorengeglaubtes Elternteil wiedertriftt, nicht mehr sehen ohne dabei sentimental (+ feuchte Augen) zu werden. ... jemand der das liest finde sich eventuell darin wieder, andere würden denken :ups: ... so ist das mit dem "was will er mir damit sagen"^^

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