Warum immer so abfällig bzgl anderer Spielstile

Hier finden allgemeine DSA-Themen ihren Platz, zu denen es kein explizites Unterforum gibt.
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Baal Zephon
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Warum immer so abfällig bzgl anderer Spielstile

Ungelesener Beitrag von Baal Zephon » 09.01.2019 08:28

Wenn beim Klettern mit Sicherung gepatzt wird kann man bei Vorbereitung einen Bruchfaktortest fürs Seil machen, eventuell Modifiziert ums SC Gewicht inkl. Ausrüstung... dann hat man einen zusätzlichen Sicherungswurf... ja der kann schief gehen, ja dann wird noch mehr gewürfelt, aber es bleibt spannender mMn.
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Wizkatz
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Warum immer so abfällig bzgl anderer Spielstile

Ungelesener Beitrag von Wizkatz » 09.01.2019 08:33

Ich glaube btw auch nicht, dass bei den allermeisten Expendables-Gruppen eine um -1 vermasselte Kletternprobe bereits heißt, dass der SL sagt "Jo, würfel doch mal bitte 22W6-22 Fallschaden aus." sondern das auch bis zu einem gewissen Grade von dem Grad des Scheiterns abhängig gemacht wird. Nur als Beispiel aus unserer Gruppe, wir haben uns zuletzt darauf geeinigt, dass Proben, die um -7 oder mehr danebenliegen, sehr gravierende Folgen haben können(!), alles darunter - wo es passt - eher ein einfaches Scheitern ist. Am Beispiel der beliebten Kletternwand würde es dann da eben nicht weitergehen, der Charakter kriegt die nächste Kante nicht gegriffen, schürft sich vielleicht den Arm auf, verbraucht Kraft, fällt aber nicht. Keine Textstelle, die mir bekannt ist, sagt klipp und klar, dass jedes Scheitern einer Kletternprobe mit Sturz aus maximal denkbarer Höhe zu verbinden ist. Bei einer Probe -11 habe ich letztens als SL den Gruppenmagier dann (nach einem allerletzten GE-Wurf +10 als one-in-a-million-Zufall um doch noch das zerfetzte Seil mit Händen fassen zu können) auch mal in die Stachelgrube fallen lassen. Fähiger Wundheiler hat ihn dann doch wieder aus'm negativen holen können. :wink:

Kurz gesagt, ich glaube dass Ponyhof und Expendables hier eigentlich gar nicht so weit auseinanderliegen. Viele Situationen erlauben der SL eben eine Menge Optionen, weil die Regeln offen genug sind, dass man keine Würfel drehen muss, solange sich in der Gruppe alle grob einig sind, wie Gefahrensituationen so grob abgewürfelt und ausgespielt werden...

Wo sich denke ich die Geister scheiden ist bei regeltechnisch in DSA sehr klar geregelten Fällen von "Pech" - die eigentlich gar nicht so fähige Stadtwache wirft einen kritischen Treffer mit der Hellebarde, 22 TP, auch noch ein eher wenig gerüstetes Körperteil, 3-4 Wunden sind drin...

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hexe
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Ungelesener Beitrag von hexe » 09.01.2019 08:51

Wir haben uns mal zurecht gelegt: Die SC können jeder Zeit sterben (durch Würfelpech, natürlich, weil irgendein Würfel ist es am Ende immer), aber kein SC stirbt, wenn die gesamte Gruppe es doof findet (z.B. Patzer beim Klettern). Das klappt eigentlich sehr schön.

Und um die Frage im Titel zu beantworten. Natürlich ist mein Stil das absolute true only wahres Rollenspiel™!

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Ungelesener Beitrag von Hesindian Fuxfell » 09.01.2019 08:55

Wizkatz hat geschrieben:
09.01.2019 08:21
...dass bei denen Tod immer und primär die Antwort auf gescheiterte (wichtige) Proben ist und dadurch andere, von dir beschriebene schöne Plotoptionen verloren gehen? Nach meiner Erfahrung sind all diese vielfältigen Konsequenzen insbesondere auch bei Expendables-Gruppen vorhanden, nur dass der Charaktertod sich einreiht in die große Menge der möglichen, negativen Ereignisse, die auf unzureichende Planung, Blödheit aber eben auch Pech folgen können.
Es war nur die Antwort auf Cherries Extrem: "Kein dauernder CharTod -> keine Konsequenzen von Fehlern".
Wizkatz hat geschrieben:
09.01.2019 08:21
ja, wie nennen wir sie jetzt beschreibend, die "Expendables"-Gruppen? :ijw:
Passt ja auch nicht, die machen dauernd übertrieben dumme Sachen und sterben trotzdem nicht... :P
Der dessen Name nicht getanzt werden darf.
wenn Tom Riddle an einer Waldorfschule gewesen wäre

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hexe
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Ungelesener Beitrag von hexe » 09.01.2019 08:57

Hesindian Fuxfell hat geschrieben:
09.01.2019 08:55
die machen dauernd übertrieben dumme Sachen und sterben trotzdem nicht...
Ja, wie einen Smart ohne Tür fahren... nicht angeschnallt!
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Skalde
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Ungelesener Beitrag von Skalde » 09.01.2019 09:48

Wizkatz hat geschrieben:
09.01.2019 08:33
Wo sich denke ich die Geister scheiden ist bei regeltechnisch in DSA sehr klar geregelten Fällen von "Pech" - die eigentlich gar nicht so fähige Stadtwache wirft einen kritischen Treffer mit der Hellebarde, 22 TP, auch noch ein eher wenig gerüstetes Körperteil, 3-4 Wunden sind drin...
Bei uns heißt das: Pech gehabt. Auch der Noob von der Stadtwache hat mal einen guten Tag. Wir hatten mal einen Charaktertod, der so ablief: Der (schnelle, aber schlecht bewaffnete) Gaukler (14 LeP) kämpft gegen einen Bauern mit einer Axt (AT 12), löst sich von ihm und will davonlaufen. Der Bauer bekommt einen Passierschlag. Erschwert um 8 (4 wegen Passierschlag, 4 wegen Dunkelheit), sprich, er hat noch einen AT-Wert von 4. Keine bedohliche Situation. SL würfelt: 1. Beruhigt den Spieler: "Naja, erst mal muss der seinen Treffer bestätigen." Würfelt: 3. "Ok, aber das heißt ja nicht, dass..." Der Schadenswurf ergibt 8x2=16 TP, der Gaukler kippt mit -2 LeP um. Der einzig anwesende Mitheld schleicht sich an, schlägt den Bauern k.o. und versucht sich an einer Reanimation, die mit HK Wunden 2 aber wie erwartet in die Hose geht.

Ich meine, das ist sehr unwahrscheinlich, es war nicht heldenhaft oder irgendwas, und es tat uns allen leid um den fröhlichen Guntar mit seinen Verführungskünsten und seiner Echsenphobie, aber das war dann halt passiert. Er hat sich nicht unbedingt mehr in Gefahr begeben als andere Gruppenmitglieder auch, also nicht unbedingt eigene Blödheit, aber man kann halt trotzdem sterben. Das hat auch der Spieler so gesehen, als dem SL das schlechte Gewissen quasi ins Gesicht geschrieben stand. Mir würde es wie schummeln vorkommen, wenn die Charaktere solche Situationen auch noch überleben, weil der SL sagt: "Ja - er würde dich treffen, aber seine Axt bleibt am Baum hängen und er rammt sich den Stiel selbst ins Auge."

Wie gesagt: Wir sind eine Kamikaze-Gruppe, und ich mag das so. Wenn ihr lieber wollt, das eure Charaktere in so einem Fall am Leben bleiben, ist das doch ok, und das will euch auch keiner verbieten. Ich würde es nicht für mich wollen, aber darum ist es ja nicht falsch. Nicht alles, was für euch angreifend klingt, ist so gemeint. :cookie:

Edit: Zur ganzen Erwachsenen-Spielstil vs. Kinder-Spielstil - Debatte: Das ist ja wohl kompletter Unfug, dass irgendein Spielstil jemanden zum Kleinkind macht. Bzw: Verhalten sich erwachsene Menschen, die sich am Wochenende treffen und so tun, als ob sie Orks oder Zauberer wären, nicht sowieso kindisch (im positiven Sinn)? :lol: "Erwachsen werden heißt, den Ernst wiederzufinden, den man als Kind hatte, beim Spiel."
Zuletzt geändert von Skalde am 09.01.2019 09:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von Wizkatz » 09.01.2019 09:58

In der Gesamtstoryline einer Gruppe kann es tatsächlich auch mal zu sehr schönem Rollenspiel für die Überlebenden führen, habe ich festgestellt. Soll natürlich nicht heißen, dass einer sterben 'muss', nur damit der Rest mit vollem Elan Begräbnisszenen ausspielen kann, aber...

...der Spieler des einzigen Überlebenden eines Kampfes gegen einen Heshtot (und nur weil er geflohen ist) hat danach tatsächlich viel daraus gemacht - in der nahegelegenen Stadt eine fast DINA4-seitige Plakette über die Heldenhaftigkeit seiner Mitstreiter am Marktplatz anbringen lassen, Balladen über ihr Opfer verfasst und an der gesamten Westküste in Gasthäusern aufgeführt und persönlich für sich selbstauferlegt den temporären Nachteil Schlafstörungen mit Alpträumen voller Augen wie glühende Kohlen in der Dunkelheit... :borbi:

Natürlich kann man soetwas auch mit liebgewonnenen NSCs haben - auf der einen Seite - und mit etwas "voraussehbareren" Heldentoden auf der anderen Seite genauso. Aber wie von @Skalde beschrieben den plötzlichen Tod in einer fast eher beiläufigen Situation als Gruppe zu verarbeiten kann auch was Spannendes sein, denke ich.

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Ungelesener Beitrag von Tjorse » 09.01.2019 09:59

Skalde hat geschrieben:
09.01.2019 09:48
Wie gesagt: Wir sind eine Kamikaze-Gruppe, und ich mag das so. Wenn ihr lieber wollt, das eure Charaktere in so einem Fall am Leben bleiben, ist das doch ok, und das will euch auch keiner verbieten. Ich würde es nicht für mich wollen, aber darum ist es ja nicht falsch. Nicht alles, was für euch angreifend klingt, ist so gemeint.
Ihr dürft das ja gerne mögen. Bleibt ja jedem selbst überlassen, wie er/sie Spaß hat und es gibt dutzende verschiedene Spielstile, die ein breites Spektrum von Möglichkeiten abdecken. Ich bezeichne das weder als Kamikaze noch Expendables-Stil noch als sonst einen Stil, der abwertend klingt, es ist nur einfach nicht mein bevorzugter Spielstil.

Bleibt dann eben die Frage, warum man den Spielstil anderer Spieler despektierlich mit Benjamin Blümchen oder Ponyhof in Verbindung bringt, wenn doch dieser andere Spielstil auch völlig okay ist?
Wizkatz hat geschrieben:
09.01.2019 09:58
Aber wie von @Skalde beschrieben den plötzlichen Tod in einer fast eher beiläufigen Situation als Gruppe zu verarbeiten kann auch was Spannendes sein, denke ich.
Das stellt doch auch niemand in abrede, das das "auch was Spannendes" sein kann. Niemand hat behauptet, das der maximale Risiko-Stil generell weniger Spielspaß bringt als ein anderer Stil. Umgekehrt sollte halt auch nicht behauptet werden, das ein niedrigerer Risiko-Level automatisch generell zu weniger Spielspaß führt.... und eben genau das wird durch abwertende Bezeichnungen von Spielstilen gemacht.

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Ungelesener Beitrag von Wizkatz » 09.01.2019 10:24

Tjorse hat geschrieben:
09.01.2019 09:59
Das stellt doch auch niemand in abrede, das das "auch was Spannendes" sein kann. Niemand hat behauptet, das der maximale Risiko-Stil generell weniger Spielspaß bringt als ein anderer Stil. Umgekehrt sollte halt auch nicht behauptet werden, das ein niedrigerer Risiko-Level automatisch generell zu weniger Spielspaß führt.... und eben genau das wird durch abwertende Bezeichnungen von Spielstilen gemacht.
Ich kann nur für mich selber sprechen - ich hatte diesen Teil nur erwähnt, um darzulegen, warum ich für mich(!) den einen Spielstil bevorzuge, wie es hier in diesem Thread viele auf der letzten Seite gemacht haben. :) Wenn das zu sehr nach Missionierungsversuch und Abwertung klang, tut mir das Leid.
Die zweite Hälfte dieses Threads ergab sich, nachdem sich prinzipiell ja alle einig sind, dass es keinen Sinn macht, einen bestimmten Spielstil abzuwerten oder zu verurteilen, daraus, dass dann eben menschlicherweise Leute ihre Argumente vorbringen, warum sie für sich das eine lieber spielen als das andere.

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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 09.01.2019 10:50

Können sie ja gerne - aber dass eine bestimmte Bezeichnung jemand anderen nicht zum Kleinkind ‚macht‘, ändert doch nix daran, dass man eine Bezeichnung wählt, die schon impliziert, dass man selbst es für kleinkindhaft hält.

Getreu dem Motto: ‚Ich werte doch nichts ab, wenn ich es als das beschreibe, was es ist.’ ;)

Alternativ: ‘Jeder soll spielen, was er mag, aber etwas, das ich nicht mag, wird durch eine verkleinernde Bezeichnung nicht abgewertet.‘
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Wizkatz
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Ungelesener Beitrag von Wizkatz » 09.01.2019 10:55

Die Label Ponyhof und Blümchen stammen auch nicht von mir und ich habe sie bisher auch noch nicht verwendet. :) Ich finde diese Diskussion über Spielstile tatsächlich sehr spannend, aber zum Weiterdiskutieren brauchen wir zumindest nicht-abwertende Begriffe für die Unterscheidung der (mindestens) zwei verschiedenen Lager - vielleicht hat da jemand Vorschläge?

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hexe
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Warum immer so abfällig bzgl anderer Spielstile

Ungelesener Beitrag von hexe » 09.01.2019 10:59

Meine Kleinkinder machen sehr schönes Rollenspiel.
Skalde hat geschrieben:
09.01.2019 09:48
Das hat auch der Spieler so gesehen, als dem SL das schlechte Gewissen quasi ins Gesicht geschrieben stand.
Man kann da trotz allem noch sagen. Ok, das ist jetzt echt scheiße gelaufen, wollen wir das so machen oder sind alle zufriedener, wenn man noch irgendwas dreht? Weil der Spieler vielleicht noch X mit dem Charakter ausspielen wollte, oder keine Idee hat, was er stattdessen spielen will oder gerade einfach Lust hat den Gaukler zu spielen, auch nichts gegen SCTod hat, aber die Geschichte so doof findet. Das darf man ja.
Es muss ja nicht die göttliche Intervention sein oder Geschehenes ungeschehen machen -2 LE geht ja noch. Mein Angebot bei Verstimmung wäre gewesen. Vielleicht hat der Bauer ja ganz zufällig, eine Einbeere dabei oder so? Wäre nicht ganz unwahrscheinlich, dass ein Bauer sich mit Pflanzen auskennt und so etwas mit nimmt, wenn er sie findet (gerade wenn er Angst davor haben muss von Helden überfallen zu werden).
Oder die Bauersfamilie kommt dazu, der Mitheld springt auf und erzählt spontan die Geschichte von 'Bösen', die die zwei hier niedergeschlagen haben und alle helfen gemeinsam Bauer und Gaukler wieder auf die Beine zu bekommen?

Also so paar Sachen kann man als SL schon noch aus dem Ärmel schütteln finde ich, wenn man es denn möchte - ohne völlig unglaubwürdig zu werden.
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Wizkatz
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Ungelesener Beitrag von Wizkatz » 09.01.2019 11:01

Die generelle Gruppenentscheidung, Heldentode bei Mehrheitsvotum dagegen dann auch irgendwie zu vermeiden, finde ich tatsächlich an sich auch sehr schön und unkompliziert gelöst. :) Soetwas lässt sich ja auch unabhängig vom sonstigen Spielstil dann kurzfristig in solchen Situationen ansprechen, solange daraus dann keine Zweistundendiskussion erwächst. :ijw:

(Eine auch meiner Meinung nach eher bescheuerte Todesszene war es letztens fast, als mein schwer angekratzter Magier nach dem eigentlichen, semiklimaktischen Kampf von unserem eigentlich kompetenten Feldscher-Krieger verarztet wurde und dann eine knapp versemmelte Probe mit maximalem Schadenswurf den Charakter erst ins negative katapultierte. Nach drei haarsträubenden Versuchen klappte dann endlich die Stabilisierungsprobe...ich hätte Verständnis dafür gehabt, wenn meine Gruppe meinen Charakter da dann nicht an so einer Szene hätte verrecken lassen wollen, gerade weil es unabsichtlich SC-verschuldet war, gewissermaßen.)

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Ungelesener Beitrag von bluedragon7 » 09.01.2019 11:07

Ein zwingendes Mehrheitsvotum fände ich da unpassend, denn letztlich ist es mein Char und damit meine Entscheidung. Wenn ich die nicht selber treffen möchte kann ich sie natürlich auch den Mitspielern, dem Würfel oder dem SL überlassen. Und ich kann meine Meinung auch ändern.
„Jetzt hier in dieser Situation gegen die dritte Wache von links will ich es nicht den Würfeln überlassen“
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 09.01.2019 11:08

Man könnte euphemistisch von "Offen-" und "Verdeckt-Würflern" reden. :lol:
Das Gefühl von Gefahr und Unsicherheit will fast jeder Spieler, aber den Risikoeintritt mag dann doch keiner, selbst wenn er ihn "erträgt". In meiner SR-Runde gab es neulich beinahe einen Aufstand, weil die Opposition wiederholt bei hochkarätogen Kampfaufträgen die Aufklärungsdrohnen der Runner abschoss... Und dabei spielen wir eigentlich mit "Es könnte auch mal wer sterben, wenn wirklich schlecht gewürfelt wird"...
Wahrscheinlich ist der Gruppenkonsens auch sehr fliessend. Wenn man einen miesen Tag hatte, dann will man wahrscheinlich um so weniger gegen diese drei hergelaufenen, wahrscheinlich noch unbenamten Wegelagerer, an denen man sein Mütchen kühlen wollte, verlieren, nur weil der Würfel eine unwucht auf der 20 zu haben scheint. An einem anderen Tag zuckt man vielleicht nicht mal mit der Wimper, wenn die Heldin beim waghalsigen Einbruch überwältigt und in den Käfig gesperrt wird, damit sie sich den Monolog des Antagonisten bis zum Ende anhören muss...
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Ungelesener Beitrag von Wizkatz » 09.01.2019 11:10

bluedragon7 hat geschrieben:
09.01.2019 11:07
Ein zwingendes Mehrheitsvotum fände ich da unpassend, denn letztlich ist es mein Char und damit meine Entscheidung. Wenn ich die nicht selber treffen möchte kann ich sie natürlich auch den Mitspielern, dem Würfel oder dem SL überlassen. Und ich kann meine Meinung auch ändern.
„Jetzt hier in dieser Situation gegen die dritte Wache von links will ich es nicht den Würfeln überlassen“
Deswegen meinte ich ja auch situationsbezogene Entscheidungen und Vota(?), nicht notwendigerweise im voraus irgendwo festgelegte Entscheidungen. Und natürlich würde ich als Spieler auch ein Vetorecht haben, wenn ich meinen Charaktertod angemessen finde in der Lage, und mir nicht von der Gruppe vorschreiben lassen, dass ich jetzt zu Leben habe! :ijw: Das hätte dann so ein gewisses Zombiesklavenfeeling...

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Ungelesener Beitrag von Madalena » 09.01.2019 11:15

Ich glaube, in der grauen Theorie sind sich alle einig, dass verschiedene Spielstile völlig okay sind.

Warum es in der Praxis trotzdem zu Herabwertungen kommt, liegt vermutlich zum einen in fehlender Erfahrung. Wer immer nur mit genau den gleichen Leuten spielt merkt eben regelmäßig, dass bestimmte Dinge partout nicht funktionieren, andere schon. Wenn man Erfahrung mit wechselnden Gruppen hat lernt man, dass Dinge die bei der einen Gruppe Schwierigkeiten machen bei einer anderen wunderbar funktionieren mögen.

Zum anderen ist es vermutlich auch oft weniger eine gewollte Offensive, als eine empfundene Defensive. Man fühlt sich durch irgendwas unter Druck, den eigenen Spielstil zu rechtfertigen (ob nun zu recht oder nur eingebildet), und reagiert dann vielleicht bissiger als man es sonst getan hätte.

Von mir persönlich aus darf jeder gerne so spielen wie er will. Ich gebe auch gerne meinen Senf zu etwas ab, aber kann sehr gut damit leben wenn jemand es halt anders spielt. Ich erinnere mich etwa an einen Thread kürzlich zu einem elfischen Rondrageweihten mit Magie. Sehe ich in meinem Aventurien (oder im offiziellen Aventurien) so gar nicht. Aber das kann jede Gruppe so halten wie sie möchte. Meist füge ich dann noch einen Disclaimer ein, um Missverständnisse zu vermeiden. Manchmal auch nicht, weil ich im Eifer des Gefechtes nicht dran denke oder weil ich den Eindruck habe, dass es auch so richtig verstanden wird.

Letztlich sollte hoffentlich jedem klar sein, dass jeder spielen darf wie er will, und es solange alle Beteiligten Spaß haben kein besser oder schlechter gibt. Von mir aus auch Orks mit Laserkanonen und Helden die nach verpatzter Schneidern-Probe an Blutvergiftung sterben. Letzten Satz bitte nicht so bierernst nehmen. :wink:

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Ungelesener Beitrag von Wizkatz » 09.01.2019 11:16

Jadoran hat geschrieben:
09.01.2019 11:08
Das Gefühl von Gefahr und Unsicherheit will fast jeder Spieler, aber den Risikoeintritt mag dann doch keiner, selbst wenn er ihn "erträgt". In meiner SR-Runde gab es neulich beinahe einen Aufstand, weil die Opposition wiederholt bei hochkarätogen Kampfaufträgen die Aufklärungsdrohnen der Runner abschoss... Und dabei spielen wir eigentlich mit "Es könnte auch mal wer sterben, wenn wirklich schlecht gewürfelt wird"...
Ich glaube, das hängt immer etwas davon ab, wie sehr es einem auch das eigene, geistige Bild der Charakters zerschießt. Da mag ein Tod manchmal einfacher zu akzeptieren sein als ein einschneidendes Ereignis, denke ich. Bei SR sind es gerade die Rigger, die so unglaublich viel Zeit in das ausbaldowern ihrer Ausrüstung investieren können, dass ich da Verständnis habe, wenn die im Affekt ihr Charkonzept als ganzes erstmal ziemlich hinüber empfinden, wenn ihnen da Kernelemente flöten gehen. (Neubauen kann natürlich dann genauso Spaß machen...)

Ich hatte mal einen galanten, charismatischen Halbelfen-Illusionisten, der dann gegen einen Dämon ein Bein verlor. Ist schon ewig her, aber ich muss auch sagen, dass ich den SC dann ohne viel nachzudenken erstmal zu den Akten gelegt habe, weil ich für mich selber einfach kein großes Konzept hatte, wie der jetzt weiterzuspielen sei. Kleiner Jaime-Lannister-Moment, im Nachhinein.
Auf der anderen Seite ist letztens ein Charakter unserer Runde wirklich eigenverschuldet in Gefangenschaft der Gegnerseite geraten und musste dann in einer langen, peinlichen, unangenehmen Aktion voller Verhandlungen zwischen den Fürsten freigekauft werden - und am Schluss wusste niemand, was der unter Befragung eventuell doch verraten hat. Der Charakter war nicht tot, nichtmal in irgendeiner Form permanent versehrt, aber diese Schmach und das Misstrauen der anderen SCs und der eigenen Seite hat den Spieler dann auch etwas davon abgebracht, den jetzt erstmal weiterzuspielen. "Heldenhaft in der Aufklärungsmission noch eine Info beschafft und dann erschossen worden" wäre ihm vielleicht lieber gewesen...

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Ungelesener Beitrag von Skalde » 09.01.2019 12:29

Tjorse hat geschrieben:
09.01.2019 09:59
Bleibt dann eben die Frage, warum man den Spielstil anderer Spieler despektierlich mit Benjamin Blümchen oder Ponyhof in Verbindung bringt, wenn doch dieser andere Spielstil auch völlig okay ist?
Zum gefühlt hundertsten Mal, da es bislang ja offensichtlich in jedem meiner Posts überlesen wurde: Es war nicht abwertend gemeint! :???:

Tut mir leid wenn es so ankam, ich hab nur auf die Schnelle ein Wort gesucht. Wirklich. Wenn ich gewusst hätte, dass das als persönlicher Angriff auf die eigene Person aufgefasst wird, hätte ich das nie geschrieben.
Madalena hat geschrieben:
09.01.2019 11:15
um anderen ist es vermutlich auch oft weniger eine gewollte Offensive, als eine empfundene Defensive. Man fühlt sich durch irgendwas unter Druck, den eigenen Spielstil zu rechtfertigen (ob nun zu recht oder nur eingebildet), und reagiert dann vielleicht bissiger als man es sonst getan hätte.
Ja. Danke. Genau das.
Tjorse hat geschrieben:
09.01.2019 09:59
Ich bezeichne das weder als Kamikaze noch Expendables-Stil noch als sonst einen Stil, der abwertend klingt
Das ist doch nicht abwertend, oder? Es wäre für mich eine humoristische Beschreibung, die bestimmte Aspekte bewusst überzeichnet.
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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 09.01.2019 12:39

Das ganze ist zwar vor allem eine semantische und weniger eine inhaltliche Frage, aber ich fand diesen BB/Ponyhof-Spruch auch extrem unnötig, weil er hier eine Frage des individuellen Geschmacks zu einer persönlichen Herabsetzung gegenüber allen, die diesen Geschmack nun mal nicht teilen gemacht wurde. Dass das dann entsprechend ausufert, war fast schon zu erwarten.
Wizkatz hat geschrieben:
09.01.2019 08:21
Um das Beispiel des Helden aufzugreifen, der im letzten Moment noch einen Gegner "abstauben" wollte, obwohl es nicht maximal nötig war - und ich spiele jetzt hier nur einmal advocatus diabloi - ist es denn gesichert, dass es aus seiner Sicht nicht 1. maximal nötig war oder 2. er es total passend zu seinem Charakter sah als Ehrgeiz oder Ruhmeswunsch nochmal hinterherzustürmen?
Wenn der Kampf quasi schon gelaufen ist, ist es nicht maximal nötig; und auch wenn man einen ruhmsüchtigen Glory Hound spielt, hat man als Spieler den Freiraum zu sagen "okay, ich bin/mein Held ist jetzt einfach zu fertig, um mehr zu machen als nur am Boden zu liegen und seine Wunden notdürftig am ausbluten zu hindern".
Hesindian Fuxfell hat geschrieben:
09.01.2019 08:55
Es war nur die Antwort auf Cherries Extrem: "Kein dauernder CharTod -> keine Konsequenzen von Fehlern".
Wobei Cherrie selber ja nicht mal diesen Spielstil pflegt, wenn bei ihr, wie sie selber ja gesagt hat, nur alle paar Jahre mal ein Charater das zeitliche segnet - das klingt jedenfalls nicht so, als würde sie so spielen wie Skaldes Gruppe.
hexe hat geschrieben:
09.01.2019 10:59
Man kann da trotz allem noch sagen. Ok, das ist jetzt echt scheiße gelaufen, wollen wir das so machen oder sind alle zufriedener, wenn man noch irgendwas dreht? Weil der Spieler vielleicht noch X mit dem Charakter ausspielen wollte, oder keine Idee hat, was er stattdessen spielen will oder gerade einfach Lust hat den Gaukler zu spielen, auch nichts gegen SCTod hat, aber die Geschichte so doof findet. Das darf man ja.
Das sehe ich auch als elementares Problem mit diesem Spielstil; insbesondere dann, wenn man einen deutlich narrativistischen Spielstil folgt und das ganze teilweise mehr auf das gemeinsame Nacherzählen einer Geschichte hinausläuft als auf eine Simulation des realen Lebens.
Ich meine, jetzt mal ernsthaft: Welcher Romanautor lässt zentrale Figuren durch "Freak Accidents" sterben, wenn er sie eigentlich noch bräuchte? Nicht mal GRRM macht das, und der opfert seine Charaktere ja sehr großzügig.

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AngeliAter
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Ungelesener Beitrag von AngeliAter » 09.01.2019 12:52

Ich glaube, wir sollten alle mal auf Cons extremst tödliche Runden anbieten wo Chars innerhalb weniger Minuten versterben. Und später sagen, das wäre eine Abart von "Ponyhof" gewesen, diese wird "Fury in the slaughterhouse" (nicht die Rockband!) genannt.
Sollte wohl einige Leute davon überzeugen das ein Ponyhof nicht zwingend einen Spielstil beschreiben kann.
"Was ohne Beleg behauptet werden kann, kann auch ohne Beleg verworfen werden."
Christopher Hitchens

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Warum immer so abfällig bzgl anderer Spielstile

Ungelesener Beitrag von Tjorse » 09.01.2019 12:55

Jadoran hat geschrieben:
09.01.2019 11:08
Man könnte euphemistisch von "Offen-" und "Verdeckt-Würflern" reden.
Das ist tatsächlich die Unterscheidung, die ich aus meinen Gruppen kenne. Bei besonders dämlichen Aktionen sagt der jeweilige SL dann sogar "okay, aber das würfle ich dann offen!" als letzte Warnung, das es definitiv keinen doppelten Boden und kein Netz gibt... in den allermeisten Fällen, lenkt der Spieler dann doch ein und sieht ein, das die Aktion doch zu filmreif (=selbstmörderisch) wäre.

@Skalde
Dieser Thread wurde vermutlich nicht auf Basis von nur deinen Posts allein geschrieben. Mein Beitrag, der im OP zitiert ist, wurde auch nicht geschrieben, aufgrund von nur deinen Aussagen. Ich habe es schon oft gelesen, das vermeintlich mildere Spielstile unmittelbar als Ponyhof, Blümchen, Softcore oder ähnliches betitelt werden und gestern ist mir dann mal der Kragen geplatzt und ich habe meinen Ärger niedergeschrieben, das ich solche "Argumentationen" als nicht hilfreich sehe.
Und auch wenn du es nicht abwertend gemeinst hast, könnte ich mir vorstellen, das nur wenige Menschen, deren Spielstil als "Benjamin Blümchen P&P" bezeichnet wird, diese Einschätzung teilen... es sei denn, sie sind noch sehr jung, und halten Benjamin für großartige Unterhaltung.
DnD-Flüchtling hat geschrieben:Welcher Romanautor lässt zentrale Figuren durch "Freak Accidents" sterben, wenn er sie eigentlich noch bräuchte?
Ich habe mal einen solchen Roman gelesen, aus dem Magic:TG Universum. Da wechselt der Hauptprotagonist über ein Dutzend mal während des Buches, teilweise durch Tod des vorherigen Hauptchars, dann wieder durch einfache Fokussetzung auf eine andere Person. War ein spannendes Buch trotz allem, aber es war eben kein einzelner Char, den ein Spieler hätte spielen können.
Bei Computerspielen wie z.B: Skyrim gibt es ja nicht umsonst das Flag "Essential", was zuverlässig verhindert, das man Story-relevante Personen umbringen kann. Es gibt Mods, die das ändern können, aber dann kann man halt die Story nicht spielen. Es gibt Spieler, die das mögen... und es gibt Spieler die das nicht mögen. Keines von beidem ist richtiger oder besser als das andere.

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Skalde
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Ungelesener Beitrag von Skalde » 09.01.2019 13:00

Wizkatz hat geschrieben:
09.01.2019 11:16
Da mag ein Tod manchmal einfacher zu akzeptieren sein als ein einschneidendes Ereignis, denke ich.
Jup. Als unser Avesgeweihter sein Bein verloren hat, war der Spieler auch der Meinung, die Amazone hätte ihn eher sterben lassen sollen, als ihn um diesen hohen Preis zu retten. Ein Avespriester, der nicht mehr auf Wanderschaft gehen kann, verliert ja wirklich einen zentralen Aspekt seiner Tätigkeit., es wurde auch überlegt, ob der Charakter nicht eingemottet wird. Aber wir sind zum Khunchomer Tsatempel gepilgert, mussten eine Quest für die Priester erledigen, die uns ziemlich viel abverlangt hat, und er hat sein Bein zurückbekommen. Es spricht ja nichts dagegen, Beharrlichkeit auch mal zu belohnen.
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
09.01.2019 12:39
Ich meine, jetzt mal ernsthaft: Welcher Romanautor lässt zentrale Figuren durch "Freak Accidents" sterben, wenn er sie eigentlich noch bräuchte?
Der Vergleich hinkt. Wie unser Avesgeweihter. Bei einem Roman ist die Handlung schon im Kopf des Autors festgeschrieben, beim Rollenspiel ergibt sie sich erst aus den Handlungen der Spieler, außer man ist wirklich ein Hardcore-Railroader. Und welcher Autor seine Figuren durch Freak-Accidents sterben lässt - nun, Frank Schätzing zum Beispiel, und das mag ich so an seinen Büchern. Das Leben ist voll von solchen Zufällen, man denke nur an die Verkettung unglücklicher Zufälle, die das staufenberg-Attentat scheitern ließ.
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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 09.01.2019 13:20

Skalde hat geschrieben:
09.01.2019 13:00
Der Vergleich hinkt. Bei einem Roman ist die Handlung schon im Kopf des Autors festgeschrieben, beim Rollenspiel ergibt sie sich erst aus den Handlungen der Spieler, außer man ist wirklich ein Hardcore-Railroader.
Jein. Selbst man den Spielern maximale Freiheit innerhalb des Abenteuers lässt, so ist der grundsätzliche Plot vorgegeben; und vor allem: Das Abenteuer an sich. Die Partizipation der Helden an der Phileasson-Fahrt beispielsweise hängt nicht bloß daran, dass sie sich dem Seefahrer anschließen - sondern daran, dass sie überhaupt zu dem Zeitpunkt in Thorwal sind. Und das wiederum ist eine Sache, die der SL quasi herbeizwingen muss, und das deswegen, weil die Gruppe sich das Abenteuer "Folge dem Drachenhals" besorgt hat.

Und dann kommt noch dazu, dass der Meister möglicherweise die Heldenlaufbahn mit bestimmten Abenteuern durchgeplant hat (heutzutage ja möglich, insbesondere, wenn man nicht im Jahr 1040 BF anfängt), also schon im Vorfeld das Heldenleben "gescriptet" hat.

Wenn man ganz konsequent Nicht-Railroading betreiben würde, müsste man es praktisch dem Zufall überlassen, wann und wo die Spieler welches Abenteuer erleben. Dann fährt aber der zukünftige König der Meere halt auch mal ohne die Helden auf Kreuzfahrt, weil die zu dem Zeitpunkt gerade in Fasar weilten und dort rumgammelten.
Das Leben ist voll von solchen Zufällen, man denke nur an die Verkettung unglücklicher Zufälle, die das staufenberg-Attentat scheitern ließ.
Hier zitiere ich mich nochmal selbst...
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
09.01.2019 12:39
Das sehe ich auch als elementares Problem mit diesem Spielstil; insbesondere dann, wenn man einen deutlich narrativistischen Spielstil folgt und das ganze teilweise mehr auf das gemeinsame Nacherzählen einer Geschichte hinausläuft als auf eine Simulation des realen Lebens.

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Ungelesener Beitrag von Skalde » 09.01.2019 13:25

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
09.01.2019 12:39
Das sehe ich auch als elementares Problem mit diesem Spielstil; insbesondere dann, wenn man einen deutlich narrativistischen Spielstil folgt und das ganze teilweise mehr auf das gemeinsame Nacherzählen einer Geschichte hinausläuft als auf eine Simulation des realen Lebens.
Und Narrativismus und "reales Leben" (so real, wie eine Welt mit Drachen etc. halt sein kann) schließen sich gegenseitig aus weil...?
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Ungelesener Beitrag von Tjorse » 09.01.2019 13:33

Skalde hat geschrieben:
09.01.2019 13:25
Und Narrativismus und "reales Leben" (so real, wie eine Welt mit Drachen etc. halt sein kann) schließen sich gegenseitig aus weil...?
Tun sie nicht.. nur gibt es da (wie so oft) mehrere Wege.. die einen bevorzugen den Kunstgriff, das die Charaktere am Leben bleiben, die anderen bevorzugen den Kunstgriff, das in den unmöglichsten Situationen "Ersatz" für einen verstorbenen Char zur Gruppe stoßen kann, der binnen kürzester Zeit auf den gleichen Wissensstand gebracht wird, wie der Vorgänger und erstaunlich schnell als vertrauenswürdiges Gruppenmitglied akzeptiert wird.

Beides sind Kunstgriffe... oder das Abenteuer wird nicht beendet, weil deutlich vor Ende der Kampagne keiner mehr übrig ist, der weiss, um was es eigentlich ging. Welche Art von "Eingriff" man für sich als den besseren definiert, bleibt wieder jeder Gruppe selbst überlassen.

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Ungelesener Beitrag von hexe » 09.01.2019 13:39

bluedragon7 hat geschrieben:
09.01.2019 11:07
Ein zwingendes Mehrheitsvotum fände ich da unpassend, denn letztlich ist es mein Char und damit meine Entscheidung.
Sicher kein Mehrheitsvotum, aber man sollte schon gemeinsam darüber reden. Am Ende liegt es schon am Spieler, um dessen Charakter es eigentlich geht, aber ich als SL möchte durchaus die Meinung der anderen Spieler hören, ihre Argumente oder auch ihre Wünsche, wie 'mein Charakter war voll verliebt in den Gaukler und diese Trauer ausspielen würde mir jetzt total gut passen'.
Auch als SL sollte man etwas sagen dürfen, weil sie sorgt für den Einstieg des neuen Charakters oder für die Situation, warum man doch wieder aufsteht. Bei Tod eines anderen SCs sollte es dann ähnlich laufen, damit es nicht heißt, warum hat der das und der andere nicht?

Schlicht darüber gemeinsam reden. Wie geht's weiter? Da können genauso Ideen aufkommen, die der entsprechende Spieler dann vielleicht noch cooler findet, als das was er sich für seinen Charaktere gedacht hatte. Mag auch passieren.
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 09.01.2019 13:41

Ja das Problem kenn ich. In einem Abenteuer haben sehr viele währenddessen ihre Charaktere gewechselt, nicht weil sie gestorben wären sondern weil die Spieler damit unzufrieden waren. Irgendwann hat man dann festgestellt, dass es so eigentlich keinen Sinn mehr macht, weil den neuen Chars jegliche Motivation fehlt. Das ist für mich auch nicht Sinn der Sache, aber halt immer möglich, wenn man Chars sterben lässt, wenn der Würfel es so will.

Da wir Tode ja durch Pech vermeiden, gab es nur mal die ausdrückliche Bitte nicht während nem Abenteuer nen Char zu wechseln. Da wir meist eher die kürzeren gespielt haben, konnte man ja auch wirklich damit warten, bis das beendet war.
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Ja ich betreibe "Blümchen"-Rollenspiel und ich steh dazu.

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Ungelesener Beitrag von Tjorse » 09.01.2019 13:44

hexe hat geschrieben:
09.01.2019 13:39
Sicher kein Mehrheitsvotum, aber man sollte schon gemeinsam darüber reden. Am Ende liegt es schon am Spieler, um dessen Charakter es eigentlich geht, aber ich als SL möchte durchaus die Meinung der anderen Spieler hören, ihre Argumente oder auch ihre Wünsche, wie 'mein Charakter war voll verliebt in den Gaukler und diese Trauer ausspielen würde mir jetzt total gut passen'.
Auch als SL sollte man etwas sagen dürfen, weil sie sorgt für den Einstieg des neuen Charakters oder für die Situation, warum man doch wieder aufsteht. Bei Tod eines anderen SCs sollte es dann ähnlich laufen, damit es nicht heißt, warum hat der das und der andere nicht?

Schlicht darüber gemeinsam reden. Wie geht's weiter? Da können genauso Ideen aufkommen, die der entsprechende Spieler dann vielleicht noch cooler findet, als das was er sich für seinen Charaktere gedacht hatte. Mag auch passieren.
Ich versuche mir dieses Gespräch vorzustellen, seit ich von diesem "Votum" zuerst gelesen habe.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das ein Spieler sagt "ich würd den Char schon gerne weiterspielen und könnte mir vorstellen das er so ... gerettet werden kann", und dann ein anderer Spieler irgendwie argumentiert, das der Char aber doch tot sein sollte. Also wenn überhaupt, dann sollte es eben die eigene Blödheit sein (Selbst schuld) oder die kalte Grausamkeit der Würfel... aber den sozialen Druck einem Spieler, der an seinem Char hängt zu sagen, das er tot sein müsste, damit man selbst die Trauer gut ausspielen kann... den möcht ich nicht haben.

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Ungelesener Beitrag von hexe » 09.01.2019 13:52

Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Aber ich erwarte von meinen Spielern eine gewisse Kompromiss- und Kommunikationsbereitschaft. Wir wollen gemeinsam spielen und wir wollen gemeinsam Spaß haben. Also redet man auch gemeinsam darüber und dann findet man etwas wie alle gemeinsam weiter spielen können. Man muss sagen dürfen, ich würde gerne die Trauer ausspielen, aber das heißt nicht, dass man nicht genauso damit leben kann sie nicht jetzt ausspielen (oder auf die nächste Gelegenheit wartet). Wenn sich in einer Rollenspielrunde ein sozialer Druck aufbaut, dann läuft etwas falsch.
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