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[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Methode zur Überwindung von Heterogenität

Hier finden allgemeine DSA-Themen ihren Platz, zu denen es kein explizites Unterforum gibt.
Antworten

Sollte PnP an Schulen als Methode eingesetzt werden um Heterogenität abzubauen?

Ja (im Unterricht)
1
8%
Ja (als Zusatzangebot nach der Schule in Form einer sog. AG)
10
83%
Nein
1
8%
 
Abstimmungen insgesamt: 12

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Zinkgramix
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[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Methode zur Überwindung von Heterogenität

Ungelesener Beitrag von Zinkgramix » 15.05.2019 15:53

WICHTIG: Es geht mir bei der Frage der Umfrage um den Abbau von Barrieren, welche durch Heterogenität entstehen können!

Hallo liebe Mitabenteurer,

vielleicht errinern sich noch einige von euch an meine letzte Umfrage zum PnP im Kontext des Darstellenden Spiels. Damals hatte ich einen Vortrag an meiner Universität zur Anwendung im Unterricht an Grundschulen gehalten.

Heute wende ich mich erneut an euch, da ich eine Modulprüfung im Sinne eines Vortrags und einer schriftlichen Ausarbeitung zum Thema Heterogenität überweinden - Pen&Paper als eine Methode dieses Semester schreiben werde.

Wer mich dabei unterstützen will eine Statistik in meinen Vortrag einzubauen, kann gerne an der sich hier anschließenden Umfrage beteiligen und / oder Kommentare zu dieser Thematik hinterlassen. Bitte beachtet, dass ich die Umfrageergebnisse lediglich für meinen Seminarvortrag & meine wissenschaftliche Arbeit verwenden möchte und somit eure Antworten veröffentlicht werden. Wenn ihr damit ein Problem habt, so teilt mir das mit, dann kann ich eure Namen zensieren oder eure Antworten nicht verwenden, wenn dies gewünscht ist.Dieser Thread soll erstmal eure Erfahrungen wiederspiegeln, inwieweit ihr bereits Erfahrungen gemacht habt, dass durch Pen&Paper Barrieren überwunden wurden, sei es z.B. jemand der durch das Spiel einen Zuwachs an Sprachkompetenz erlangt hat oder auch Personen ihre soziale Kompetenzen verbessert haben.

Ich möchte hier einfach einmal eine Sammlung an Erfahrungen aufbauen, auf die ich mich beispielhaft im Vortrag beziehen kann um meine theoretischen Recherchen zu untermauern.

Ich werde außerdem nochmals auf meine alte Umfrage mich beziehen, daher falls ihr sie verpasst haben solltet hier nochmal der Link:
[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Form des Darstellendes Spiels
Ansonsten könnt ihr gerne auch einfach mal die bewusst einschränkend gewählte Frage unten beantworten  (Es soll eine Diskussion basierend auf der mangelnden Antwortvielfalt entstehen an deren Ende eben auch eure Antworten miteinfließen können)

Ich bin aktuell in einer groben Planungsphase aber sobald ich konkretere Vorstellungen habe unterrichte ich euch hier natürlich und so wie letztes Mal erhaltet ihr natürlich nach dem Vortrag und der Rückgabe meiner Arbeit alle Inhalte zum Eigenstudium 


Falls ihr auf einer anderen Plattform bereits teilgenommen habt seht bitte von einer Doppelstimme hier ab 

LG Johannes

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Madalena
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[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Methode zur Überwindung von Heterogenität

Ungelesener Beitrag von Madalena » 15.05.2019 18:58

"Heterogenität abbauen" klingt für mich erstmal ganz und gar nicht erstrebenswert, eher im Gegenteil. Ich finde es gut dass Menschen verschieden sind, und darin auch unterstützt werden - und Heterogenität mit den damit verbundenen Barrieren gleichzusetzen erscheint mir eine zumindest unglückliche Sichtweise.

Aber ich habe das Gefühl dass wir da ein unterschiedliches Begriffsverständnis haben. Vielleicht wäre es hilfreich wenn du mit Leben füllst, was du damit überhaupt meinst.

Disclaimer: Du kannst mich gerne nicht-namentlich zitieren.

EDIT Tante Google sagt, dass "Heterogenität" im Kontext von Pädagogik eine spezische Bedeutung hat. So macht die Fragestellung mehr Sinn für mich. Ich würde sie aber trotzdem etwas umformulieren. ;)

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Madalena
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[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Methode zur Überwindung von Heterogenität

Ungelesener Beitrag von Madalena » 15.05.2019 19:32

Die eigentliche Antwort (ebenfalls bitte nicht namentlich zitieren):

Ich finde, es ist allgemein gut wenn Menschen verschiedener Hintergründe zusammenkommen. Nach meiner Erfahrung deckt DSA da eine gewisse Bandbreite ab (Realschüler und Gymnasiasten; Handwerker und Doktoranden etc.), und ich finde die Unterschiede machen sich da nicht sonderlich bemerkbar. Was ich durchaus als Zeichen von Erfolg sehe; etwa wenn sich Menschen die sich sonst sehr schwer tun mit Lernen (z.B. ADHS, Legasthenie) voller Enthusiasmus und erfolgreich in bestimmte Regel- oder Spielweltelemente reinfuchsen.

Eine allzu große Unterschiedlichkeit habe ich allerdings noch nie erlebt. Sehr bildungsferne familiäre Hintergründe kenne ich z.B. nicht aus meinen früheren Rollenspielrunden, und die Spieler*innen kamen halt unterm Strich doch irgendwie meist aus deutschsprachigen Elternhäusern. Und wenn nicht, sind sie trotzdem relativ "mitteleuropäisch" aufgewachsen. Dahingehend habe ich also tatsächlich gar nicht so große Vielfalt erlebt.

Was Geschlecht, sexuelle Orientierung etc. betrifft habe ich es immer eher bunt gemischt erlebt (obwohl die Mehrheit sicher heterosexuelle Cismänner sind). Aber da wäre mir nicht bewusst aufgefallen, dass es eine Rolle am Spieltisch spielt.

Auch im sozialen Umgang habe ich sehr unterschiedliche Spielerpersönlichkeiten erlebt, vom extrovertierten Quassler bis hin zu sehr introvertierten Menschen die im Spiel aufblühen, oder auch Menschen mit Asperger-Syndrom. Aber da will ich jetzt mal keine verallgemeinernde Aussage treffen - das sind wie sonst auch im Leben einfach Füllen von Individualität die aufeinander treffen und ihren Lauf nehmen. :)

Ob das jetzt als ein gezieltes Element im Unterricht sinnvoll ist möchte ich nicht bewerten. Dazu fehlt mir die pädagogische Expertise.

smarrthrinn
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[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Methode zur Überwindung von Heterogenität

Ungelesener Beitrag von smarrthrinn » 15.05.2019 20:12

Ich halte die prinzipielle Vorgehensweise, P&P zum Abbau sozialer Barrieren einzusetzen für eine gute Idee, doch bitte nicht in der Schule. Kinder sind sehr schnell zu begeistern, doch ebenso schnell verfliegt diese Begeisterung wieder. Die Schule und hier vor allem das Lehrpersonal übt doch einen gewissen "Verpflichtungsdruck" auf die Kinder aus. Das Kind wird also durchaus verpflichtet, weiter an der Runde teilzunehmen, obwohl das Interesse nicht mehr vorhanden ist. In einem privaten Umfeld ist diese Idee mMn besser aufgehoben.

Mein Forenname "smarrthrinn" kann gerne erwähnt werden, nimmt der Sache etwas die Anonymität :)

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Watership
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[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Methode zur Überwindung von Heterogenität

Ungelesener Beitrag von Watership » 15.05.2019 20:38

Hi, (Ich möchte nicht namentlich zitiert werden)

ich bin Lehrer an einem Gymnasium in NRW und habe dort vor einiger Zeit eine DSA AG ins Leben gerufen, die wöchentlich stattfindet. Die derzeit 20 Schülerinnen und Schüler spielen in 4 Gruppen und sind 12 bis 18 Jahre alt (7. Klasse bis Abitur)
Es herrscht eine gewisse Fluktuation, der eine schnuppert rein, der andere hat nach einem halben Jahr keine Lust mehr...

Meine Erfahrungen damit:
P&P Rollenspiele sind grundsätzlich eine gute Möglichkeit um spielerisch Sozialkompetenz, aber auch kognitive Denkprozesse (und sei es nur das Kopfrechnen) zu üben und deshalb in der Schule absolut richtig.
Und ja, eine Stärke liegt darin, dass sich jede Schülerin und jeder Schüler nach eigenem Ermessen und eigenen Fähigkeiten einbringen und Teil des gemeinschaftlichen Spielerlebnisses sein kann.
Die Kids werden zudem mit unterschiedlichen Herangehensweisen an Probleme konfrontiert, staunen über die Fähigkeit mancher Spieler sich in das Spiel hineinzudenken und lachen gemeinsam über das rollengerechte Darstellungsspiel der anderen - auch wenn sie selbst vielleicht nur stille Konsumenten sind.
Dramaqueen trifft auf Gelegenheitsspieler, Taktiker trifft auf Spaßvogel, Selbstdarsteller auf Regelfuchs.
Und letztlich gibt es natürlich auch die Schüler, die ganz darin aufgehen ein Abenteuer zu lesen und vorzubereiten, eigene Handouts zu entwerfen, etc.

Das ist meiner Erfahrung nach aber nur ein kleiner Teil, da dafür eine Reihe von Kompetenzen beherrscht werden müssen, nicht zuletzt müssen sie in der Lage sein Verantwortung zu übernehmen. Und es braucht eine ordentliche Portion Mut. Zu Beginn zumindest.

Kann P&P Heterogenität überwinden und sogar methodisch eingesetzt werden?

Im Rahmen einer AG ja, aber nicht als Methode im Unterricht:
Ich habe viele Schülerinnen und Schüler kennengelernt, die einfach keinen Zugang zu P&P finden und das als völlig abgedrehten Quatsch ansehen.
Und das ist völlig in Ordnung so!

Wirklich Bock darauf haben immer nur wenige in einer Klasse, von denen aber bleiben umso mehr dabei, wenn man sie an das Hobby herangeführt hat.

Ich biete also weiterhin meine AG an und freue mich über jeden Neugierigen der freiwillig vorbei kommt, um reinzuschnuppern.

Schülerinnen und Schülern so etwas aber als Methode im Unterricht überzustülpen finde ich ausgesprochen unangemessen.
Vor allen Dingen, da man dann auch in einer Bewertungssituation ist.
Und da hat P&P bzw. DSA nichts zu suchen.

LG

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Rhonda Eilwind
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[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Methode zur Überwindung von Heterogenität

Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.05.2019 23:48

Ich bin keine Lehrerin, würde aber das, was Watership schreibt, direkt unterschreiben.

Für die Leute, die einen Zugang dazu haben, ist PnP eine gute Möglichkeit, soziale Barrieren oder sonstige Unterschiede zu überwinden. Aber eben nur dann, wenn sie einen Zugang dazu haben. Daher finde ich eine AG besser als eine Pflichtaufgabe im Unterricht.

Mir hat PnP als Jugendliche geholfen, Hemmungen zu überwinden und soziale Interaktion zu trainieren (in einem vielfältigen aber durch die bekannten Mitspieler öetztlich sehr überschaubaren Rahmen), und später sogar so etwas wie Führungskompetenz, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie unter bestimmten Umständen haben kann. Ich würde also sagen, dass man sich durch PnP selbst besser kennenlernt und unter Umständen dann auch im Alltag souveräner bewegt.

Was ich für mich persönlich nicht behaupten kann, ist, dass ich dadurch Leute aus unterschiedlichen sozialen Millieus kennengelernt habe - die erste Runde in meiner frühen Jugend bestand aus mir und diversen Geschwistern und Verwandten. Und die weiteren habe ich dann an bzw. über die Uni kennengelernt, wir bewegten uns also zumindest anfangs alle im studentischen Milleu.
Andererseits blieb es nicht auf Dauer für alle dabei, und ich kenne (und kannte auch damals schon) tatsächlich auch deutlich heterogenere Runden.

Falls du für das Gelingen deiner Arbeit unbedingt jemanden brauchst, der sich namentlich zitieren lässt, und sonst keinen findest, kannst du mich meinethalben gern nehmen. Dann schreib mir ne PN.
Ansonsten gern auch anonym.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

Denderajida_von_Tuzak
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[Umfrage] Pen&Paper Rollenspiel als Methode zur Überwindung von Heterogenität

Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak » 16.05.2019 20:50

Was ist für dich P&P? Nur Fantasy und SciFi bzw. ein "Abenteuer-orientiertes Rollenspiel"? Oder kann es auch um Rollenspiel mit auf Papier stilisierten Charakteren gehen, um gezielt bestimmte Inhalte zu transportieren (fachlicher Natur wie z.B. eine simulierte UN-Vollversammlung, den Wiener Kongress oder die französische Nationalversammlung 1789, den Europäischen Rat oder das Europaparlament, die Situation in Israel/Palästina, die verschiedenen Kriegsparteien/Volksgruppen in Syrien, die Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und LGBTQ; oder auch sozialer Natur, z.B. bestimmte Situationen auf dem Pausenhof,...)?

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