Einen Tulamiden spielen

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DnD-Flüchtling
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Ungelesener Beitrag von DnD-Flüchtling » 15.07.2019 23:33

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 20:27
Ostasien (Phillipinen/Indonesien) hätte ich eher für Maraskan reserviert.
Maraskan gehört letztlich zu den Kulturen, die kaum ein greifbares Gegenstück haben. Sicher, die Bewohner entsprechen äußerlich den Ostasiaten, der Dschungel ist wie Vietnam und die Schwerter sind japanisch angehaucht, aber von der Kultur, der Namensgebung, der Philosophie etc. her kommen mir Maraskaner schon ziemlich unique vor.
Auch auf der arabischen Halbinsel gab es kulturelle Zentren (Mekka/Medina, Aden, Taizz, Muscat, ...
Das ändert trotzdem nichts daran, dass die Beduinen Wüstenbewohner waren :ijw: Und in DSA sieht es nun mal so aus, dass es zum einen kaum genügend Tulamiden (geschweige denn Novadis) gäbe, um auch nur das mittelalterliche Bagdad zu bevölkern; und es überhaupt im novadischen Raum kaum Städte gibt, die eine vergleichbare Hochkultur erfordern würde. Und ähnliches gilt auch für den Maghreb (also die Region, wo die Berber herkommen) ;)

Shirwan hat geschrieben:
15.07.2019 21:39
Klar entspricht das nicht einmal annähernd der offiziellen Satzung, aber für mir erleichtert das Anleihen aus der Realität nach DSA zu adaptieren und bereichert so mein Rollenspiel (und ich würde sagen auch das derjenigen die mit mir spielen). Phex als Hauptgottheit suggeriert bei mir andere, nach meinem Empfinden größtenteils falsche, Assoziationen.
Das wird bei DSA allerdings schwer, da sich nur wenige Götter von ihrem Charakter und ihren Portfolios her mit irdischen Vorbildern decken. Am einfachsten ist es noch beim griechischen Pantheon, aber schon beim nordischen Götterhimmel hat man sich vom irdischen kulturellen Vorbild sehr weit entfernt (das Thema hatten wir ja oben schon).

Dass sie bei den Tulamiden damals Praios als unbeliebten Gott aufs Auge gedrückt haben, war unter dem Gesichtspunkt zwar ein Fail, aber wenn du dessen Rolle umschreibst, dann kriegst du automatisch das Problem, dass der auch einen entsprechenden Kult hätte und dieser wiederum eine prominente Rolle spielen dürfte (wie bspw der Praios-Kult im NR oder der Boron-Kult in Al'Anfa), und dass dann wiederum in der Geschichte Ripple-Effekte aussenden würde.

Den Vergleich hatte ich ja weiter oben schon genannt: Swafnir hat mit Thor von seinen Attributen her wenig gemeinsam - spielt allerdings eine durchaus vergleichbare Rolle für die Gläubigen.
Ich persönlich würde dementsprechend da eher versuchen, Feqz als Entität von seinem Charakter und seiner kulturellen Rolle her an das Korsett der der Verehrungspraxis des irdischen Vorbildes anzupassen als ihn ganz auszutauschen. Das setzt natürlich voraus, dass man Phex vollkommen anders darstellt als es in Aventurien der (mittelreichische) Goldstandard ist.
Drachen und Echsenhafte (siehe Zahak) wurden (wie vielerorts) tatsächlich in Persien mit dem Urbösen verbunden.
Ist Zahak nicht auch eine Anspielung von Ferdowsi auf die Araber? ;)

Interessant ist in der Hinsicht übrigens auch, dass die Tulamiden traditionell Hesinde verehren.

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Shirwan
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Ungelesener Beitrag von Shirwan » 15.07.2019 23:49

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
15.07.2019 23:33
Shirwan hat geschrieben:Drachen und Echsenhafte (siehe Zahak) wurden (wie vielerorts) tatsächlich in Persien mit dem Urbösen verbunden.
Ist Zahak nicht auch eine Anspielung von Ferdowsi auf die Araber? ;)
Ja, bei Ferduzi schon, aber die Sage ist ja deutlich älter. Als DSA Spieler solltest du auch den Bezug zu einem dreiköpfigen Drachen kennen :lol:.
Das ist natürlich eine Metapher. Ferduzi sagt das ja selbst in einem seiner Verse. Ich interpretiere das Verspeisen der Hirne als "Büchersturm" nach der islamischen Eroberung, als viele Schriften und die iranische Sprache zerstört bzw. verboten wurden. Das Hirn, womit die Schlangen/Drachen gefüttert werden, ist hier quasi stellvertretend für das alte Wissen/die alte Kultur zu verstehen. Naja back to topic :)

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chizuranjida
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 17.07.2019 03:34

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51
Ferkina sind außer an Afghanen vielleicht noch an diverse kaukasische Völker (wie Tschetschenen) angelehnt.
Das würde von den Turmhäusern her passen, die einige Stämme haben, ja. Andere Anleihen als das wüsste ich da jetzt auch nicht. Allenfalls noch das Goldwaschen in den Bächen mit dem "Goldenen Vlies" wie in Kolchis/Georgien, also indem man Schaffelle reinlegt, in denen sich der Goldstaub fängt.

Aber wenn man nach jeder möglichen Übereinstimmung sucht, könnte man auch an Massai denken. Mir fällt jedenfalls sonst kein Volk ein, das eine ausgesprochene Gemüsephobie hat und findet, man solle möglichst nur von Fleisch, Milch und Blut leben.

Von daher und wie schonmal gesagt finde ich es gar nicht zielführend, zu sagen "XY ist die Vorlage für diese Kultur", weil da oft Versatzstücke aus den verschiedensten Regionen, literarischen Vorlagen, und frei Erfundenem zusammengewurstelt wurden.
Wo soll man denn irgendwas Tibetisches oder Nepalesisches ansiedeln wenn nicht im Raschtulswall? Hat das Konzil der elementaren Gewalten nicht eine gewisse Ähnlichkeit mit einem tibetischen Kloster? Aber falls es das hat, sollten dann die umliegenden Ferkinastämme (verbunden nicht zuletzt über die Konzilsdruiden) auch ein paar Anklänge daran haben?
Nun, sie haben zB Grunzochsen/Yaks ...
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51
Thalusa könnte vielleicht auch in Richtung Jemen/Oman oder sogar Somalia gehen.
Thalusa-Stadt würde ich das nicht aufdrücken wollen und sehe auch da keinen Bezug, eher würde ich sowas in der unmittelbaren Umgebung von Kannemünde verorten, weil trockener, und stärkerer novadischer Einfluss.
Thalusa-Stadt hat Reisfelder, und Leute im Wickelrock die mit Angelhaken an Papierdrachen Fledermäuse fangen, um sie zu essen. Das geht in Richtung Bengalen, Indochina, Indonesien, nicht Oman.
Es soll aber in Myranor Kulturen geben, die stark aus Südostasien schöpfen. Aber über Myranor weiß ich fast nichts.
Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben:
15.07.2019 10:51
Deine Schöpfungsgeschichte finde ich sehr güldenländisch angehaucht.
Ich weiß nicht recht wie ich es ausdrücken soll, aber ich würde auch eher weiter auf dem aufbauen wollen, was zu aventurischen Tulamiden, ihrer Religion und Geschichte gesagt wurde, anstatt sie möglichst ähnlich zu sassanidischen (?) Persern hinzubiegen.
Es ist halt ein Fantasy-Volk, keine exakte Kopie von irgendwem.
Der Kontrast zu den Güldenländern, deren Religion und Lebenseinstellung ist schon wichtig. Und die hatten ja offenbar mit Shinxir schon einen Gott der Konformität, Gesellschaft über Individuum, etc; dazu Praios als Zentralgott. Da müssen die Tulamiden einfach deutlich anders drauf sein.
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Al'Anfa wieder eins drauf kriegen wird."
- Alrik der Ältere

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Shirwan
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Ungelesener Beitrag von Shirwan » 31.07.2019 21:05

So ich habe mir während meines Flugs das Kapitel zur Höflichkeit vorgenommen und deutlich erweitert.
Meine bisherigen deutschen "Probanden" fanden es sehr interessant und hilfreich (waren alle schon einmal im Iran oder haben zumindest einen persischen Freundeskreis). Ich denke zudem, dass es als Inspiration zum Spielen eines Tulamiden einen wertvollen Beitrag leisten kann. Es ist allerdings vielleicht insgesamt was lang geraten und nicht immer ganz einfach zu verstehen. Gebt mir doch ein Feedback (wenn euch das Thema interessiert) ob es euch gefällt oder Punkte unverständlich sind.

Vielen Dank und Grüße
Shirwan

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Hina
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Ungelesener Beitrag von Hina » 30.08.2019 09:59

Ich finde Deine Ausfuehrungen hier sehr interessant. Fuer meine (leider nie beendete) Aranienkampagne habe ich diese Region etwas ausgestaltet und dabei kulturell und politisch eigenstaendiger gemacht, mehr an Persien und das Osmanische Reich denn die kulturell und etymologisch indischen Elemente angelehnt. Ich mochte mein Mittelreich schon immer etwas praemoderner und demzufolge auch mein Tulamidistan etwas (relativ) hochentwickelter, was ja im Selbstbild der Tulamiden so auch angelegt war, aber doch seltsamerweise nicht der aventurisch beschriebenen Realitaet entsprach. Aranien als kulturelle Grenzregion zwischen Gueldenlaendischem und Tulamidischen Kulturkreis schaetze ich sehr, doch bevorzuge ich eine deutlichere Herausstellung des tulamidischen Elements - immerhin ist das geographisch schon begrenzt genug, und Aranien nimmt gut einen Halbteil davon ein. Mir fehlt im offiziellen Aventurien auch die religioese Polaritaet, die fuer ein Okzident/Orient-Pastiche so essentiell ist und die auf die "Barbaren aus der Wueste" beschraenkt kaum ihr spielerisches Potential entfaltet.

Darum hat in meinem Aventurien Aranien seine Unabhaengigkeit nicht vom Kaiser sondern vom Kalifen erklaert, von dessen Vorgaengern es schon in den Kaiserlosen Zeiten erobert wurde. Die Mehrheit der aranischen Bevoelkerung sind trotzdem Zwoelfgoetteranhaenger, was die inzwischen durch Einheirat ins Matriarchat aranisierte novadistaemmige al'Nabab-Dynastie schliesslich dazu bewog, ihre eigene Schule des Rastullahglaubens zu patronisieren. Diese akzeptiert die Verehrung der Zwoelf als Mittler zwischen den Menschen und dem Allgott, quasi im irdischen Sinne von al'Tabaris Anekdote der Satanischen Verse oder der kanonischen Ausgestaltung des Volksglaubens um Rastullahs Ehefrauen. Daraus bieten sich einige Vorteile fuer Aranien als Abenteuerschauplatz: Zum einen kann die relativ harmonische Darstellung der Sozialstruktur eines archetypisch-guten, maerchenhaften Koenigreiches gewahrt bleiben, zum anderen bieten sich interessante Konflikte jenseits des forcierten SM-Verfuehrung-Elements. Denn man ist beiden, den Novadis und den Mittelreichern, doch ein Ketzer (wenn auch weniger als diese einander), was auch die andauernden Grenzspannungen in Perricum und Gorien besser erklaert. Ausserdem haben gerade die alten Familien des aranischen Matriarchats (wie jene Elburums) sowie die Bevoelkerung abgelegenerer Gegenden viel bessere Gruende, dem Traum einer Wiederbelebung der "reinen" aranischen Kultur und Religion durch den urtulamidischen Mysterienkult "Belkelels" (der dunklen Seite Rahjas), der ja laut LdES die Anziehungskraft von Dimiona und spaeter der Verschwoerung hinter dem Schleier befeuert, nachzuhaengen.

Lange Rede, kurzer Sinn: viele dieser Ideen fuer kulturelle Eigenstaendigkeiten inspirieren mich, doch einmal diese Settingidee wieder auszugraben und zu Papier zu bringen, weil sie die gleiche Zielsetzung haben, das Land der Ersten Sonne auch jenseits der (durchaus manchmal spassigen!) Kara-ben-Yngerymm-Kulturerfahrungsabenteuer fuer nordlaendische Helden zu einem organischen Teil Aventuriens zu machen, der sich gerade auch fuer einheimische und lokal verwurzelte Themengruppen eignet.

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Shirwan
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Ungelesener Beitrag von Shirwan » 31.08.2019 16:13

Hallo @Hina,
ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat. Ich fand deine Ausführungen auch interessant und werde mich, sobald es zeitlich etwas besser bei mir aussieht, auch diesbezüglich melden.
Ich weiß nicht, ob es dir bekannt ist, aber es gibt "bald" (bei Ulisses mit Vorsicht zu genießen, aber angeblich Ende Oktober) die neue Regionalspielhilfe zu Aranien. Da soll der Konflikt mit Hasrabal zumindest thematisiert werden.

Anbei ein Link mit der Produktvorstellung.
Allerdings mit Spoileralarm (Schleiertanz&Schleierfall)
Dornenreich Ankündigung (Spoileralarm)

Viele Grüße
Shirwan

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Ungelesener Beitrag von Shirwan » 02.09.2019 19:41

Hi @Hina,
also eins vorab. In meiner aktuellen Wahrnehmung sind alle Großreiche in Aventurien zu passiv. Gründe gibt es zu Genüge und diese wurden auch ausufernd diskutiert. Für mich liegt der Grund außerhalb Aventuriens ;). Aranien gehört für mich ebenfalls zu diesen passiven / semiaggressiven Reichen dazu. Ich sehe Aranien eher als Land, dass versucht seine Gebiete vor der Abwendung Orons wieder an sich zu reißen und bestenfalls seinen Einfluss an seinen Außenbereichen zu erweitern. Der Konflikt mit Hasrabal ist damit schon gebietstechnisch gegeben, insbesondere wenn man berücksichtigt, wie er an diese Gebiete gekommen ist. Um aber langfristig erfolgreich zu sein und ein "Großaranisches Reich" zu bilden, ist es wichtig, dass sich eine Art nationales Bewusstsein bildet. Dies ist in Europa (wieder nach meinem Empfinden) besonders während der napoleanischen Kriege und in Persien unter der Herrschaft der Safawiden geschehen. Hierfür muss Aranien sich auf seine gemeinsame (ur)tulamidische Wurzel beruhen, sich also auch explizit vom mittelreichischen Einfluss distanzieren, der Aranien ja noch stark "anhaftet". Nun kann man behaupten, dass der Zwölfgötterglauben genau solch ein "untulamidisches" Element darstellt. Insbesondere in Folge der "Zwangsmissionierung" und der Zerschlagung urtulamidischer Kulte durch Hela Horas und teilweise auch durch die Priesterkaiser.
Nun ist es aber so, dass der Glaube an Rastullah auch nicht wirklich urtulamidisch ist oder besser gesagt nicht als urtulamidisch wahrgenommen wird (obwohl er es eigentlich sein sollte, siehe Historica Aventurica), sondern Feqz der Gott der Tulamiden schlechthin ist. Das hat die Safawiden in der realen Welt allerdings auch nicht gestört. Diese haben sich nicht auf den Glauben an Ormazd berufen, sondern auf den Islam, aber und da sind wir wieder bei dir, auf den Schiitismus, als deutlichen Kontrast zum "arabischen" Sunnismus. Wenn du nun sagst, dass in deinem Aventurien sich Aranien vom Kalifat losgesagt hat, wird da natürlich ein Schuh draus.
Wenn ich mich auf dieses Gedankenspiel einlasse, sagt mir deine Idee sehr zu, wobei ich (wenn es mein Ziel ist offiziell zu bleiben) hierfür Gorien unter Hasrabal im Vergleich zu Aranien als geeigneter ansehe. Falls du das angehen solltest (ich weiß wie zeitaufwändig so etwas sein kann), dann würde mich der neuste Stand definitiv interessieren. Ich denke das Osmanische Reich ist als Vorlage für ein solch "konfliktreicheres tulamidisches Land durchaus geeignet. Gerade weil die Osmanen ja an allen Fronten gekämpft haben (auch zur See). Die Perser hatten in dieser Epoche tatsächlich weniger feindliche Berührungspunkte mit den Europäern (Stichwort Bandar Abbas als Konfliktbeispiel).
Wenn du bei Aranien bleibst, solltest du dir auch die Frage stellen, wie aggressiv dieses vorgeht. Grundsätzlich könnte man durchaus auch Expansionsbestrebungen in Richtung Perricum haben. Das Mittelreich und insbesondere Perricum sind stark geschwächt und die Babur Nebachosya zu vereinigen könnte auch als Legitimation herhalten. Wie gesagt muss man dann aber immer auch die verlustigen Gebiete im Hinterkopf behalten (wobei das die Osmanen auch nicht immer gestört hat).

Ich würde mir für die Tulamiden eher einen eigenen religiösen Weg wünschen, der da nicht Rastullah lautet oder diesen allenfalls als einen unter vielen ansieht. Was mir sehr gut gefallen hat, ist der Glaube in Fasar, da muss ich schon fast zugeben, habe ich einigen DSA-Autoren Unrecht getan. Vielleicht wähle ich für meinen nächsten Ansatz tatsächlich eine Götterwelt ohne Praios und mit Feqz an der Spitze, die sich am Fasarer Glauben orientiert und sich auch hinsichtlich der Zusammenstellung und Aufgaben deutlich von der mittelreichischen Sicht unterscheidet.

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Shirwan
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Ungelesener Beitrag von Shirwan » 09.11.2019 11:29

Ich fang mal mit meinem Projekt in meinem Projekt an. :). Dieses Mal geht es um die Hochzeit. Wenn alles drin ist, übertrage ich es in den Hauptartikel.
EinleitungAnzeigen
Einleitung
Die iranischen Traditionen der Hochzeit stammen alle zum größten Teil aus der vorislamischen Zeit und werden bis zur heutigen Zeit noch gepflegt. Sie sind so bedeutsam und etabliert, dass das Gesamtkonstrukt selbst von den islamischen Geistlichen anerkannt wird und man die islamischen Bräuche an diese „heidnische“ Tradition angepasst hat.
Sie sind recht altertümlich und passen damit eigentlich ganz gut auch zu DSA. Ich habe versucht die Traditionen an die DSA Glaubenswelt anzupassen, was an einigen Stellen schwierig war. Denn die zentralen Aspekte des Lichts, der Sonne und des Feuers und die Gleichheit von Mann und Frau, wollten nicht so recht zum DSA Tulamiden passen. Ich hoffe es ist trotzdem gelungen. Aktuell bin ich noch nicht fertig, aber die wichtigsten Aspekte sind schon einmal enthalten. Viel Spaß beim Lesen.
Vor der Hochzeit (noch offen)Anzeigen
Noch offen:
Khaztegari - Die Brautschau
Baleh Boran- Das Ja einholen
Namsadi - Die Verlobung
Hana Bandan - Die Henna Nacht
In der Henna Nacht, die meist einen Tag vor der der eigentlichen Hochzeit stattfindet, treffen sich die Freundinnen der Braut, manchmal auch eine Radscha- oder Tsageweihte im Haus der Braut. Je nach Region wird hier das Henna auf unterschiedliche Weise vorbereitet, damit es eine kräftige meist rötliche Farbe beibehält. Danach wird das Henna zuerst auf der Haut aufgetragen. Hier immer auf den Händen, gelegentlich auch auf den Unterarmen und Füßen, sehr selten auf anderen Körperstellen. Die rote Farbe auf der Haut steht eigentlich für Radscha, weswegen, neben rein kunstfertigen Applikationen, vor allem mit Radscha verbundene Symbole aufgetragen werden. Beliebt sind hierbei auch stylisierte Blumen (da diese auch für Tsa stehen). Manchmal werden auch tsagefällige Motive die für Fruchtbarkeit stehen gezeichnet. Einige Frauen lassen sich auch einige Strähnen oder alle Haare mittels Henna rot färben (bitte als Laie nicht nachmachen :lol:). Rot gefärbte Haare sollen an Feqz gemahnen und Glück bringen. Mittlerweile werden fürs Auftragen Instrumente (wie bspw, sehr feine Pinsel) benutzt, aber in der Vergangenheit kam man (gerade um die Haare ordentlich zu färben) nicht umhin auch seine Finger zu nutzen, weswegen die Freundinnen am Hochzeitstag rot gefärbte Fingerkuppen hatten und man hierdurch die Freundinnen der Braut gut erkennen konnte. In Anlehnung dessen, werden heute die Fingerkuppen der Freundinnen manchmal auch mit kleinen Verzierungen bedeckt. Dabei sitzt man den Tag und manchmal die Nacht zusammen, unterhält sich, lacht und feiert im kleinen Kreis.
Sofrehe Aghd – Der HochzeitstischAnzeigen

Sofrehe Aghd – Der Hochzeitstisch

Der Sofrehe Aghd (Hochzeitstisch) umfasst mehrere symbolische Gegenstände, die die Aspekte verschiedener Gottheiten wiederspiegeln, deren Gunst man für das Brautpaar erlangen möchte. Häufig sind auch viele symbolische Speisen auf dem Sofreh, die das Brautpaar nach der Zeremonie an ihre Gäste verteilt.

Der Mondsilberspiegel, auch Spiegel des Glaubens (Mada, Feqz): Der Mond stellt das Zeichen Feqzens und Madas gleichermaßen dar. Er symbolisiert die Reinheit Madas und das Licht, dass sie den Menschen in der Nacht spendet und gleichzeitig, dass der Herr der Nacht über die Menschen wacht. Die wenigsten heutigen Spiegel sind tatsächlich aus Mondsilber, das speziell und aufwendig präpariert werden muss, um eine solch spiegelnde Oberfläche zu erhalten. Häufig handelt es sich in diesen Fällen, um uralte über Generationen vererbte Kostbarkeiten, denen sogar eine gewisse Magie nachgesagt wird. Viele nehmen mittlerweile stattdessen einfachere Spiegel. Das Brautpaar setzt sich auf zwei für sie bereit gestellten meistens nicht allzu hohen Sitzmöglichkeiten (bspw. Kissen) und blickt gemeinsam in den Spiegel. Dabei betritt in einigen sehr traditionellen Gebieten die Frau mit einem Schleier den Raum und lüftet diesen erst vor dem Spiegel. Der Spiegel ist so aufgestellt, dass das die Braut ausschließlich ihrem Bräutigam sieht und der Bräutigam ausschließlich seine Braut. Bis heute halten sich die Gerüchte, dass diese Tradition darauf fußt, dass unheilige Kreaturen kein Spiegelbild haben oder der Spiegel das wahre Antlitz des Partners offenbart…

Die Kerzen (Angrosch): In der Regel werden von einem handwerklich begabten Familienmitglied zwei Kerzenständer eigens für die Hochzeit hergestellt. Auch wenn Mann und Frau in der tulamidischen Gesellschaft unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen, so ist man sich doch einig, dass das Licht ihrer Seelen gleich hell leuchtet. Symbolisiert wird diese Gleichwertigkeit dadurch, dass beide Kerzen, je eine auf jeder Seite des Paars, genau gleich hoch sind. Die Kerzen werden kurz vor der eigentlichen Zeremonie vom Geweihten mittels eines Feuersegens entzündet.

Brot (Peraine oder Tsa): Es handelt sich um einfaches Brot, wie bspw. Lavash, auf dem mittels Erhitzung kalligraphisch meistens ein Göttername aufgeführt wird. Es soll vor Hunger und Armut schützen.

Geldmünzen (Feqz): Die meist in einem Kelch aufbewahrten Münzen symbolisieren Reichtum und Wohlstand, den man sich fürs Brautpaar wünscht.

Buch (Hesinde): Relativ zentral ist ein Buch aufgestellt. Häufig handelt es sich um ein religiöses Buch, aber auch romantische Texte berühmter Künstler oder uralte historische Texte, die von der Vergangenheit der Sippe kündigen, sind häufig zu sehen. Meistens ist das Buch aufgeschlagen und die aufgeschlagene Seite hat etwas mit dem Brautpaar zu tun oder soll einen weisen Ratschlag vermitteln. Das Buch steht natürlich für Weisheit und Bildung, aber auch Bewahrung alter Weisheiten und Künste.

Das Nähkissen (Travia): Eine eher jüngere Tradition, ist die des Nähkissens. Nichts fürchtet die junge verheiratete Braut mehr, als eine geifernde Schwiegermutter, die sich in alle Angelegenheiten der neuen Familie einmischt und einem jede Freude rauben möchte. Aus diesem Grund wird von der besten Freundin der Braut oder einer geschickten Näherin provisorisch und recht martialisch der Mund der Schwiegermutter zugenäht. Naja, symbolisch, natürlich wird das, erstaunlicherweise immer orangegefärbte, Kissen stellvertretend ordentlich bestickt.

Bilder & Figuren (Maha Bor, Zulhamid & Zulhamin): Um auch die Toten zur ehren von denen man abstammt, werden Figürchen oder, wenn vorhanden, kleinere Portraits der Verstorbenen aufgestellt. Auch Figuren Zulhamids & Zulhamins sind nicht unüblich. Damit bittet man seine Vorfahren über das Brautpaar zu wachen, auf dass sie die Linie der Familie fortsetzen.

Speisen (verschiedene Götter, vor allem Fruchtbarkeitsgöttinnen): Es werden allerlei Speisen, insbesondere regionale Früchte (Äpfel, Granatäpfel, Arangen..) und Süßigkeiten (Baghlava, Noghl, Gebäck..) aufgetischt, auch wenn der Tisch nicht überladen wird. Sie stehen für Fruchtbarkeit, aber auch Süße und sollen den Segen der Götter herbeirufen, da man dies Speisen immer mit seinen Gästen teilt. Sie werden vom trauenden Geweihten mit einem Speisesegen belegt. Falls Getränke vorhanden sind (vor allem in Küstenregionen und an den großen Flüssen), werden auch diese mitels Tranksegen gesegnet.

Radschas Zelt der Leidenschaft (Radscha): Über dem vor dem Sofreje Aghd sitzenden Brautpaar wird ein seidener Schleier gehalten, der Radschas Zelt symbolisiert. Häufig ist dieser mit silbernen Verzierungen geschmückt, die den schützenden Sternenhimmel darstellen sollen. Gelegentlich ist auch das Sternbild der Stute oder der Echse darauf appliziert.
Die eigentliche TrauungAnzeigen
Die eigentliche Trauung
Der Schleier wird von den min. 4 unverheirateten Freundinnen (quasi die Brautjungfern) des Brautpaars, aus deren Mitte nun das Brautpaar entlassen wird, gespannt und gehalten. Während der jeweils nun drei nachfolgenden Fragen, reiben glücklich verheiratete Frauen zwei, je fingerbreite, Zuckerstangen gegeneinander, so das feiner Zucker auf den Schleier rieselt. Hierdurch soll die Süße ihres Eheglücks auch auf das künftige Paar übergehen.
Braut und Bräutigam werden währenddessen je drei Fragen gestellt. In einigen Regionen ist es üblich, dass ein männlicher Geweihter einer männlichen Gottheit dem Mann die Fragen stellt und eine weibliche Geweihte einer weiblichen Gottheit der Frau. Falls gerade kein Geweihter zur Verfügung steht, übernehmen die Sippenältesten oder die eigenen Eltern diese Funktion und die sakrale Trauung wird nachträglich vollzogen
Der zu trauende Geistliche stellt zuerst dem Mann 3 Fragen. Die Fragen variieren je nach Gottheit, bei allen Gottheiten ist aber min. die letzte Frage, die ob der Mann die Frau ehelichen möchte. Der Mann muss hierbei Entschlossenheit ausdrücken und alle Fragen mit einem entschlossenen Ja beantworten. Feqzgeweihte, erlauben sich hierbei gerne auch einen Scherz im Namen ihres schelmischen Gottes und „nutzen die Situation aus“ in dem sie auch eine lustige Frage stellen, die der Mann auch entschlossen mit einem Ja beantworten muss. Da dies allgemein ein freudiges Ereignis ist, haben auch Geweihte anderer Götter diese Sitte aufgegriffen.
Nachdem dem Mann die Fragen gestellt wurden ist die Frau dran. Die Braut muss sich ihrer eigenen Bedeutung bewusst sein und ihre Entscheidung wohl überlegen. Dies drückt sie aus, in dem sie auf die ersten zwei Fragen nicht antwortet. Parallel kommt dann wieder das feqzgefällige ins Spiel und die Gäste versuchen die Braut mit lustigen Antworten zu „decken“. Am beliebtesten ist die Ausrede, dass die Braut nicht da ist, weil sie gerade Blumen pflückt. Das Blumenpflücken drückt die jugendliche Unschuld der Braut aus und knüpft den Bezug zu Tsa. Auch bei der Braut ist die letzte Frage, ob sie ihren Bräutigam ehelichen möchte, was sie nun auch mit einem entschiedenen und wohlüberlegten Ja beantworten muss. Ist auch dies der Fall sprechen der oder die Geweihten den Segen über die beiden. Nochmals final besiegelt wird dies durch eine erneute symbolische Handlung. Dem Brautpaar wird ein Gefäß mit Honig überreicht. Beide tunken ihren Zeigefinger nacheinander in das Gefäß und lassen den Partner kosten. Dies symbolisiert dass sich die beiden zukünftig mit (süßer) Liebe nähren werden. Dass diese Geste auf Bräuche des Mokoscha Glaubens fußt ist mittlerweile nicht mehr bekannt und wird eher Radscha zugeschrieben.
Dass Brautpaar, dass nun von der allumfassenden Liebe zueinander erfüllt ist, gibt dieses Gefühl nun symbolisch auch wieder an die geliebten Gäste weiter. Hierbei verteilen Braut und Bräutigam gemeinsam, sozusagen als erste gemeinsame Handlung wieder Süßigkeiten. Häufig handelt es sich um in Blumen- oder Herzform gepressten Zucker. Eher seltener ist süßes Gebäck wie (honiggetränktes) Baghlava, denn das wird noch am Abend an die Gäste verteilt.
Der AusrufAnzeigen
Der Ausruf
Dann haben die Gäste die Gelegenheit dem Brautpaar ihre Geschenke zu überreichen. Hierfür gibt es eine Art „Schatzmeisterin“, häufig ein oder mehrere Geschwisterteile des Brautpaares, bevorzugt von jeder Seite jeweils ein Geschwisterteil. Die Geschenke werden erst einmal von der Schatzmeisterin gesammelt. Gäste, die in ihren eigenen Augen ein zu geringes Geschenk übergeben haben, übergeben dieses erst nach dem „Ausruf“. Der Ausruf ist für die meisten Mittelreicher bis heute suspekt geblieben, ist aber eine feste Tradition der feqzgläubigen Tulamiden. Es werden nämlich nacheinander von beiden Seiten die Geschenke ausgerufen und den anderen präsentiert. Es hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Auktion, nur dass hier nichts verkauft wird. Tulamiden sehen das nämlich als wertschätzend (in beide Richtungen) an und sind stolz, wenn ihre Großzügigkeit so auch anderen kundgetan wird. Es ist üblich, dass die Geschenke der Eltern des Brautpaars als erstes vorgestellt werden, in fast alle Fällen sind dies auch die prächtigsten und wertvollsten Geschenke. Üblich ist, dass die Eltern bei diesem Ereignis die Lebensgrundlage der beiden finanzieren. Sei es ein Haus, eine Herde oder ein beträchtliches Vermögen (dies wird natürlich der Schatzmeisterin dann gesagt oder auf einem Zettel oder Urkunde aufgeschrieben, symbolisch wird dann als „kleine“ Ergänzung ein kostbares Schmuckstück repräsentativ hinzugelegt). Dann kommen nacheinander die anderen dran, meistens in Reihenfolge des Verwandtschaftsgrades. Den Abschluss stellen die Geschenke der beiden Schatzmeisterinnen dar, die dann von der jeweils anderen vorgestellt werden (manchmal steuern auch hier die Eltern was bei, wenn die Geschwisterchen allzu jung sind und keine kostbaren Geschenke stellen konnten). Tulamiden schöpfen bei den Geschenken in der Regel aus dem Vollen. Aus heutiger Sicht ist dies eine Art Kredit für die anfänglich hohen Ausgaben des Brautpaars, das dieses dann in Raten (nämlich bei der Hochzeit der anderen Gäste oder deren Kindern) dann zurückzahlt.
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Tanzen
Tanzen ist elementarer Bestandteil einer Hochzeitsfeier! Dabei muss jeder möglichst viel und oft tanzen. Um die Gäste zusätzlich dazu zu animieren haben sich zwei Vorgehensweisen etabliert. Nahe weibliche Verwandte fordern quasi jeden, teils mittels verführischer Praktiken, auf zu tanzen und führen diese dann bestenfalls in Gruppen zusammen. Männliche Mitglieder, insbesondere die Väter des Brautpaars dagegen "belohnen" die Tanzwilligkeit mittels Geld. Einige haben dafür dutzende von Münzen an Bänder gebunden und hängen diese den Tänzern beim "vorbeitanzen" den Tänzern an. Auch das Brautpaar, was quasi ständig tanzen muss wird mit solchen Geschenken bedacht. Wenn man beim Ausruf evtl. nach eigener Ansicht zu wenig gegeben hat, kann man das so nachholen. Wenn man das Brautpaar mit Geschenken bedenkt ist es üblich dieses zumindest anzutanzen und mit tänzerischen Bewegungen das Geschenk zu überschreiten. Prinzipiell gilt umso mehr man tanzt, umso eher freut man sich für die beiden. Im Gegensatz dazu kann man seinen Unmut über die Hochzeit, durch wenig bis gar keinen Tanz ausdrücken. Davon ausgenommen sind ältere Personen und grundsätzlich erwartet man von Jüngeren ein größeres "Durchhaltevermögen". Wenn man nicht besonders gut tanzen kann ist es im Übrigen völlig in Ordnung mittels klatschen und lauten rufen, die anderen auf der Tanzfläche anzuheizen ohne selbst zu tanzen. Dann hat man quasi auch "seine Pflicht erfüllt".
Sich beim Tanz eng zu umschlingen ist unüblich. Tulamidischer Tanz besteht aus vielen verführerischen, eher sogar verlockenden Bewegungen, in Richtung seines Tanzpartners und man findet Erfüllung in feinen, leichten Berührungen und wenn es mehr sein soll, in zarten Küssen. So richtig typische Frauen- und Männerbewegungen gibt es im Übrigen nicht. Häufig bilden sich auch mal Kreise, wo gemeinsam getanzt wird. Wenn man solch einen Kreis initiieren will, ist es üblich ein rotes Taschentuch hoch zu halten und in kreisenden Bewegungen auf sich aufmerksam zu machen, dann kommen in der Regel viele bereitwillige Tänzer und bilden einen Kreis. Sehr häufig werden so Kreise um das Brautpaar gebildet. Wenn die Tanzbewegungen des Kreises abebnen gehen einige, ausgewählte Tänzer, die ihre Tanzkünste den anderen präsentieren wollen in die Mitte. Einige senken dabei für diese "Dreistigkeit" anfangs den Kopf und führen dann ihre Hände über ihrem Kopf vor- und zurück, um dann richtig loszulegen. Sehr häufig findet sich dann ein Tanzpartner und dieses Duo nutzt die freie Fläche im vollem Ausmaß für ihre Kunst. Ausgeschränkte Arme, die auf Schulterhöhe gehoben werden, begleiten diese Tänze und mittels kunstfertigen, häufig kreisenden, selten zackigen Bewegungen werden Handgelenke, Arme und Schultern im Rhythmus der Musik eingesetzt. Häufig passt sich die Musik dementsprechend ein. Die Anderen feuern wie gesagt mittels Klatschen und Rufen an. In vielen Fällen haben die Freunde des Bräutigams oder die Freundinnen der Braut gemeinsam ebenfalls einen traditionellen Gruppentanz vorbereitet, den sie häufig in traditioneller Tracht präsentieren, den sie zuvor im Radschatempel oder im Sur-Khaneh geübt haben. Hier ist es üblich, dass die anderen Gäste nicht tanzen und stattdessen mittels Klatschen anfeuern. In vielen Fällen, gerade bei den männlichen Tänzern sind dies auch Schwerttänze. In Aranien greift man auch gerne auf Majunas zurück. In Mhanadistan können einflussreiche Familien auch Schwerttänzer der Radschaklöster für solche Aufführungen begeistern.
Rakhse Tschaghu - Der Tanz des MessersAnzeigen
Rakhse Tschaghu
Der Rakhse Tschaghu (Tanz des Messers) wird von einer ausgewählten Tänzerin oder einem ausgewählten Tänzer ausgeführt, der Rest des Saals ist meistens während dieser Zeit ruhig. Wer diese Person ist, ist sehr unterschiedlich. In den allermeisten Fällen ist es die beste Tänzer*in der Sippe, manchmal auch ein*e Radschageweite*r oder ein sonstiger professioneller Tänzer. Das speziell, vor allem mit seltenen Blumen verzierte Messer wird tänzerisch von einer Ecke zum Brautpaar geführt und dabei im Tanz eingebunden. Üblich sind tippelnde Schritte und dezente, aber geschickte Hüftbewegungen, die zu den nicht ausgeweiteten Armen am besten passen. Das Messer wird meistens mit beiden Händen, je eine Hand auf einer Seite, gehalten und ausreichend präsentiert. Der/die Tänzer*in lässt sich dabei ausreichend Zeit, tippelt auch manchmal zurück oder zieht Kreise. Dann wird noch einmal nekisch das Messer ein, zwei Mal dem Brautpaar vorenthalten, in dem das Messer im letzten Augenblick zurückgezogen wird. Danach nimmt das Brautpaar das Messer entgegen und bedeckt den/die Tänzer*in mit Wangenküssen und Umarmungen. Auch hier wird ein "Tanzgeld" überreicht. Häufig eine kostbare alte Münze. Angeblich werden diese Münzen gesammelt und bilden einen Münzschmuck erfolgreicher Tänzer*innen, die über Generationen weitervererbt werden und um die Hüfte getragen werden.
Das Messer wird dann verwendet um, als Brautpaar gemeinsam, das Gebäck (teilweise vom Sofrehe Aghd) anzuschneiden und den Gästen zu servieren.
Die Hochzeitsfeier (offen)Anzeigen
Essen


Armenspeisung
PahtakhtiAnzeigen
Pahtakhti - Der Tag steht im Zeichen Radschas und Feqzens
An diesem Tag steht das (in der Regel neu bezogene Haus) des Paars ausschließlich der Braut zur Verfügung. Alle Freundinnen der Braut (ausschließlich Frauen) suchen nun das Haus auf und bringen, häufig selbst erstellte, kleine Geschenke. Danach wird den restlichen Tag gefeiert, sich unterhalten und getanzt. Und ja, das ist quasi die tulamidische Version des Junggesellinnenabschieds.
Der Mann dagegen sucht abends, wenn es dunkel ist, im Schutze des Feqz sein eigenes Elternhaus auf. Er verbringt den Abend mit seiner Familie, die schützend über ihn wachte. Häufig gibt ihm der Vater noch Ratschläge für sein zukünftiges Leben und betet zusammen mit seinem Sohn zu Feqz, dass er auch fürderhin seine schützende Hand über seinen Sohn hält und sein Glück anhalten mag. Spät in der Nacht schläft der Sohn im Schlafzimmer seiner Eltern. Dies soll ausdrücken, dass er ein letztes Mal das „Kind“ seiner Eltern ist. Wenn er am nächsten Tag dann das Haus seiner Eltern verlässt, meist begleitet von einem tränenreichen Abschied, gilt er als erwachsener Mann, der nun die Verantwortung für seine eigene Familie trägt.
Madersan DurudAnzeigen
Madersan Durud / Madersan Salam – Der Schwiegermuttergruß*
Nach dem der Mann das Haus seiner eigenen Eltern verlasen hat. Sucht er die Mutter seiner Frau auf. Er lobpreist die Weisheit und Schönheit seiner Frau und dankt der Schwiegermutter dafür, dass sie eine so wunderbare Tochter erzogen hat. Um seinen Dank zu untermalen, ist es auch hier üblich der Schwiegermutter etwas symbolisch Schönes und Blumen zu schenken.
*: Im Persischen und häufig auch in den anderen orientalischen Sprachen wird die Verwandschaftsbeziehung detaillierter ausgedrückt. Madersan, ist frei übersetzt, die "Mutter der Ehefrau". Madershohar wäre dann die "Mutter des Ehemanns".
Zuletzt geändert von Shirwan am 11.11.2019 19:51, insgesamt 1-mal geändert.

Finwie
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Errungenschaften

Einen Tulamiden spielen

Ungelesener Beitrag von Finwie » 09.11.2019 19:58

Schön erstellt.

Ich kann sicher keinen Tulamiden überzeugend darstellen.
Bei der blumigen Sprache bin ich leider überhaupt nicht talentiert.

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