Elfische Kōan-Sammmlung

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Sommernachtstraum
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Errungenschaften

Elfische Kōan-Sammmlung

Ungelesener Beitrag von Sommernachtstraum » 04.09.2019 00:40

Hallo liebe Forengemeinschaft,

Vor einigen Wochen ist mir beim abendlichen schmökern in meiner Lieblingsregionalbeschreibung Aus Licht und Traum aufgefallen wie deutlich und auffällig die Parallelen, Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen der eflischen Lebensphilosophie und Weltsicht und den Prinzipien und Philosophien des Dào und Zen sind.

Seit dem kann ich noch viel weniger als vorher verstehen weshalb Elfen bei DSA scheinbar so unbeliebt sind.

Ich überlegte eine Weile lang und kam zu dem Entschluss dass vielen Spieler*innen und Spielleiter*innen vermutlich der richtige Blickwinkel und die richtige Perspektive bezüglich Elfen fehlt.

Als langjähriger Anime-Fan und Verehrer asiatischer Kultur und Philosophie kam mir die Idee dass vielleicht die Erstellung von elfischen Kōans die Lösung des Problems sein könnte.

Ich nahm hierfür meinen eigenen elfischen Lieblingscharakter Layariel Wolkentanz (Euer Held als Lehrmeister) für die Rolle des Sensei und eine gewisse berüchtigte spitzöhrige Bürgerin aus Lowangen als ihre beste Schülerin bei der es sich wiederum um den Charakter einer ehemaligen und hasigen Benutzerin handelt welche von mir selbstverständlich vorher über Discord um Einverständnis gebeten wurde (wie es der Zufall so will haben wir einige Monate lang auf einem amerikanischen Pathfinder-Discord-Server gemeinsam mit drei anderen Spieler*innen eine ziemlich bizarre aber dennoch sehr unterhaltsame Crossover-Kampagne gespielt, aber ich möchte nicht zu sehr vom Thema abschweifen).

Die nun präsentierten elfischen Kōans sind zwar teilweise erheblich von bereits existierenden Kōans des Dào und Zen inspiriert aber dennoch nicht zufällig oder willkürlich geschrieben oder gar grob umgedichtet sondern sorgfältig durchdacht, schließlich sollen sie die Metaphysik, Emotionalität, Tiefsinnigkeit und Philosophie verdeutlichen die hinter der elfischen Weltsicht steckt.

Der Sinn und Zweck dahinter ist selbstverständlich kein geringerer als einen neuen Blickwinkel für Spieler*innen und Spielleiter*innen zu erschaffen der es ihnen ermöglicht eine Elfe mehr als naturverbundene Zen-Meisterin oder weise Indianerin zu sehen anstelle sie einfach nur als spitzöhrige, weltfremde und ewig nervige Spinnerin zu betrachten, denn diese abgedroschene Darstellung wird meiner Meinung nach den einzigartigen und wundervollen DSA-Elfen absolut nicht gerecht.

Bezüglich der Lösung der Kōans sei noch erwähnt dass die Lösung für Elfenfans eigentlich ziemlich leicht sein sollte, wer jedoch trotzdem bei dem ein oder anderen Kōan Schwierigkeiten bei der Lösung haben sollte kann mir gerne jederzeit eine PM schreiben, ich werde derjenigen oder demjenigen dann zuerst einen Tipp geben und wenn sich die Lösung dadurch trotzdem nicht erschließen sollte, werde ich die Lösung selbstverständlich verraten. Was ich jedoch nicht tun werde ist bereits im Vorfeld alle Lösungen niederzuschreiben und in Spoiler einzubetten denn die Versuchung sich die Lösungen alle unverzüglich anzusehen anstelle zuerst die elfische Feinsinnigkeit hinter diesen Kōans in sich aufzunehem um so selbst zu der Lösung zu gelangen ist einfach viel zu groß.

Es folgt nun die inneraventurische elfische Kōan-Sammmlung mit dem Namen Der Waldwolf und das Eichhörnchen die von jedem gerne für eigene Projekte genutzt werden darf:

* * * * *

Eine junge Auelfe kam zu Layariel und bat um Aufnahme. Layariel fragte nach dem Grund. "Ruhig schlafen und klar sehen." antwortete Milena.

* * * * *

Bei einem Spaziergang sagte Milena zu ihrer Mentorin "Alles ist richtig, alles." Daraufhin schlug Layariel sie mit ihrem Wanderstab.

Als Milena später Layariel darauf ansprach sagte diese mit einem verschmitzten Lächeln "War der Stab in deinem Kopf oder auf deinem Kopf?"

* * * * *

Noiona Abendwind kam zu Layariel und fragte sie "Träumt die Welt die fey, oder die fey die Welt?" Layariel trank einen Schluck Früchtetee.

* * * * *

Als Layariel spazieren ging, fragte sie eine ihrer Begleiterinnen, Milena, "Ruhe oder Bewegung?" Milena antworte nicht gleich, woraufhin Layariel sagte "Keine Ruhe, keine Bewegung."

Später fragte eine andere Schülerin Milena, was die Lehrerin damit sagen wollte. Milena sagte "Ich denke sie wollte uns sagen, dass der Geist immer aktiv ist, und doch in sich ruht."

Als Layariel von diesem Gespräch erfuhr, liess sie Milena zu sich rufen und sagte "Du bist eine gute Schülerin, aber eine schlechte Lehrerin." Daraufhin fragte Milena "Was hättest du an meiner Stelle geantwortet?" Layariel erwiderte "Keine Ruhe, keine Bewegung."

* * * * *

Ein gelehrter Herr kam zu Layariel und fragte sie "Darf ich in meiner Welt leben?" Layariel antwortete "Geh weg und komm zurück."

* * * * *

Ein berühmter Gelehrter kam zu Layariel und fragte sie "Gibt es ein Leben davor und danach?" Layariel fragte zurück "Wirst du sterben? Was denkst du?" Der Gelehrte schien unzufrieden mit der Antwort und zog sich zurück.

Später beim Essen traf der Gelehrte Layariels Schülerin Milena und sprach sie an "Deine Lehrerin ist schlecht. Suche dir besser eine neue." Daraufhin fragte Milena "Wirst du sterben?"

Jahre später kam der Gelehrte zurück und trat erneut vor Layariel und sprach "Ich wurde geboren und ich werde sterben, bitte beantworte meine Frage: Gibt es ein Leben davor und danach?" Layariel sagte "Noch nie ist jemand geboren worden oder gestorben."

* * * * *

Ein Gelehrter trat vor Layariel und sprach sie an "Sag mir deine Wahrheit." Layariel sagte "Für einmal will ich sprechen, so hört alle gut zu, aber erzählt es nicht weiter und behaltet es für euch: Da ist nichts."

Später sagte Layariel zu Milena "Was für ein Theater!"

* * * * *

Ein junger Mann besuchte Layariel und fragte sie "Ich suche den Weg. Kannst du mir helfen?" Layariel antwortete "Nein ich kann dir nicht helfen, aber komm doch morgen wieder vorbei."

Ein Tag später kam der Mann wieder und frage "Ich suche den Weg. Kannst du mir helfen?" Layariel antwortete "Nein ich kann dir nicht helfen, aber komm doch morgen wieder vorbei."

Am nächsten Tag trat der junge Mann wieder vor Layariel und wollte seine Frage erneut stellen. Layariel unterbrach ihn aber gleich und sagte "Du kennst die Antwort, warum stellst du die Frage?"

* * * * *

Ein Krämer trat vor Layariel und fragte sie "Darf ich den Weg suchen, ohne Rücksicht auf meine Familie?" Layariel antwortete "Nein." Der Mann fragte weiter "Dann muss ich meine Suche beenden?" Layariel antwortete wieder "Nein."

Später fragte der Krämer Milena nach dem Sinn der Antworten. Milena riet ihm, ein zweites Mal ihre Mentorin aufzusuchen.

Also ging der Krämer erneut zu Layariel und fragte "Darf ich den Weg suchen, ohne Rücksicht auf meine Familie?" Layariel antwortete "Ja." Der Krämer fragte überrascht weiter "Dann muss ich meine Suche nicht beenden?" Layariel "Doch."

* * * * *

Ein Schüler eines angesehenen Lehrmeisters besuchte Layariel und fragte sie "Mein Meister lehrt uns die Meditation und Konzentration. Gibt es darüber hinaus noch etwas anderes?" Layariel erwiderte "Offensichtlich."

* * * * *

Ein berühmter Gelehrter besuchte Layariel und fragte sie "Was ist deine Lehre." Layariel antwortete "Keine Lehre." Der Gelehrte beharrte "Was ist die Essenz, was der Kern deiner Aussagen?" Layariel erwiderte "Die Frucht hat keinen Kern und keine Schale und schmeckt sehr süss."

* * * * *

Ein Schüler wollte Layariel verlassen, und trat vor diese, um sich zu verabschieden. Layariel fragte ihn "Warum gehst du?" Der Schüler antwortete "Ich habe hier alles gelernt und möchte jetzt auf Wanderschaft gehen und die Suche fortsetzen." Daraufhin erwiderte Layariel "Wenn du alles gelernt hast, kannst du mir sicher eine Frage beantworten: Wenn du gehst, verlasse ich dich oder du mich?" Der Schüler stockte.

Layariel sagte später "Hätte er alles gelernt, wäre er geblieben."

* * * * *

Milena fragte Layariel "Was unterscheidet eine Schülerin von einer Mentorin?" Layariel antwortete "Die Schülerin hat die letzte Stufe nicht erreicht, die Mentorin hat sie vergessen."

Später fragte Milena ihre Mentorin "Was ist die letzte Stufe?" Layariel antwortete "Freiheit."

* * * * *

Ein berühmter Gelehrter trat vor Layariel und fragte "Man hört viel von der Lehrmeisterin Layariel Wolkentanz. Wer ist sie?" Layariel zeigte auf Milena.

* * * * *

Ein Söldner fragte Layariel "Ist Geld und Besitz erstrebenswert?" Layariel antwortete "Einigen gehört die ganze Welt, anderen nur ein Teil davon."

* * * * *

Milena bat Layariel "Bring mich bitte zum Fuss des Berges und zeig mir die Spitze" Daraufhin Layariel "Für den einen Schritt brauchst du keine Hilfe. Für den einen Blick gibt es keine Hilfe."

* * * * *

Ein Mann trat vor Layariel und sprach "Ich habe alles gelesen und einige Klarheit erhalten. Und doch fehlt mir etwas. Kannst Du mir sagen was es ist?" Daraufhin Layariel "Ja, das kann ich." Der Mann verbeugte sich und ging.

Später fragte Milena "War er ein guter Schüler?"

* * * * *

Ein Mann kam zu Milena und fragte sie "Was ist der Weg deiner Mentorin?" Milena antwortete "Ich weiss es nicht."

Später fragte Milena Layariel "Was ist Dein Weg?" Sie antwortete "Ich weiss es nicht."

* * * * *

Ein junger feytala kam zu Layariel und bat um Aufnahme. Layariel sah, dass er ein Buch dabei hatte und sagte "Du darfst bleiben, das Buch musst du allerdings verkaufen und den Erlös einem Bedürftigen geben."

Der feytala willigte ein, machte aber vor dem Verkauf eine flüchtige Kopie einiger Teile des Buches. Basierend auf diesen Notizen schrieb er im Geheimen ein neues Buch.

Kurz bevor er die Arbeit beenden konnte, wurde er entdeckt und zu Layariel gebracht. Nachdem ihr der Sachverhalt erklärt wurde sagte Layariel "Es gibt nur eine Erklärung für dein Verhalten. Es freut mich sehr, einen Schüler wie dich bei mir zu haben."

In den nächsten Tagen beendete der Schüler das Buch, verkaufte es und spendete den Erlös einem Bedürftigen.

* * * * *

Ein Mann kam zu Layariel und klagte "Ich bin alleine, was soll ich tun?" Layariel erwiderte "Lehre deine Erkenntnis."

* * * * *

Ein Gelehrter trat vor Layariel und fragte "Was ist deine Lehre?" Layariel sagte "Warum stellst du diese Frage?" Der Gelehrte antwortete "Ich habe viel gelesen und bin viel gereist, habe aber keinen Frieden gefunden." Layariel erwiderte "Mach ein Tag lang das Gegenteil von allem was du bisher getan hast."

* * * * *

Ein berühmter Gelehrter trat vor Layariel und sagte "Der erste Schritt ist die Selbsterkenntnis. Der zweite Schritt ist die Freiheit von Geburt und Tod. Der dritte Schritt ist das Verstehen von Innen und Aussen. Was hältst du von dieser Lehre?" Layariel antwortete "Nichts."

* * * * *

Ein Weißmagier kam zu Layariel und fragte sie "Was ist wichtiger: die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft?" Layariel trat zu dem Weißmagier hin, schlug ihn, setzte sich wieder und fragte "Was war schlimmer: mich kommen zu sehen oder der Schmerz oder die Erinnerung daran?" Der Weißmagier war sprachlos und ging.

Später lächelte Layariel vergnügt und sagte "Aua!"

* * * * *

Ein Mann kam zu Layariel und fragte sie "Wie kann ich reich werden?" Darauf Layariel "Du bist bereits reich."

"Wie meint deine Mentorin das?", fragte der Mann später Milena, "ich besitze doch kaum mehr als die Kleider, die ich trage." Milena sagte "Frag meine Mentorin noch mal."

Also trat der Mann wieder vor Layariel und stellte ihr die Frage erneut "Wie kann ich reich werden?" Layariel sprach zum Mann "Wie es mir scheint, bis du sehr gierig. Aber wenn du möchtest, geben ich Dir gerne alles was Du hier siehst. Darf ich dich nur bitten, mir für die kommende Nacht in deinem Haus ein Platz zum Schlafen zu geben?" Der Mann war sehr überrascht und entschuldigte sich.

* * * * *

Layariel sprach zu ihren Schülern "Stellt euch vor, die ganze Welt wäre in eurem Kopf."

* * * * *

Layariel sprach zu ihren Schülern "An einem Sommertag, wenn die Luft ganz klar ist, seid dankbar."

* * * * *

Layariel sprach zu ihren Schülern "Nehmt die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

* * * * *

Einmal trat Layariel vor ihre Schüler und weinte.

* * * * *

Ein Schüler fragte Layariel "Wer hat die Welt erschaffen?" Layariel antwortete "Ich."

Später sagte Layariel lachend zu Milena "Du natürlich auch."

* * * * *

Als ein Druide Layariel besuchte bemerkte er "Mit der Natur und nicht gegen sie leben ist mein einziger Weg." Layariel schwieg. Der Druide fragte "Was ist dein Weg?" Layariel schwieg.

Später sagte Layariel zu Milena "Wer bereits auf einem Hügel steht, besteigt ungern einen Berg."

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