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Einen Tulamiden spielen

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Shirwan
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Glanzlicht Einen Tulamiden spielen

Ungelesener Beitrag von Shirwan » 13.05.2019 22:59

Hallo zusammen,
als gebürtiger Perser, wurde ich von meinen Rollenspielkollegen öfters mal gefragt, wie man denn "am besten" einen Tulamiden spielt. Nun ja die Tulamiden sind jetzt nicht identisch mit einem Perser, antwortete ich dann immer. Versöhnlicherweise versuchte ich dann aber irgendwann doch einen Tulamiden mit einem Perser zu vermischen, naja und das Nachfolgende kam raus. Es ist jetzt keine wirklich Spielhilfe, aber soll zumindest ein besseres Gefühl vermitteln.
Vielleicht hilft es euch ja weiter, wenn ja, würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen.
Viel Spaß damit und Gruß Shirwan


Essenskultur
Speisen werden, wenn möglich, in großer Runde zu sich genommen. Meistens isst man abends groß (und warm). Am Tag ist es meistens zu warm zum Essen. Das Abendessen besteht in der Regel aus 3 „Gängen“ (Tulamiden würden diese aber niemals als solche bezeichnen). In der Regel beginnt man mit einer Art Vorspeise. Diese besteht aus Kräutern, roh genießbarem Gemüse der Region (bspw. Zwiebeln und Minze), Schafskäse, Joghurt und Brot. Je nach Region kommen auch einige warme, vegetarische Speisen hinzu (siehe Miseh Ghazemi und Nargezi). Dann kommt die Hauptspeise und danach eine Nachspeise (siehe jeweils unten)

Da spontan große Personengruppen beim Essen zusammen kommen, geht man in diesem Fall dazu über eine Decke auf den Boden auszubreiten und auf dem Boden zu essen (die seltensten Tulamiden haben Tische mit über 12 Plätzen). Menschen die das nicht gewohnt sind, haben durchaus Problem im Schneidersitz zu Essen, Tulamiden bieten aber in diesem Fall einem Gast an, separat am Tisch zu Essen (was in Ordnung aber nicht so richtig höflich ist). Da die Speisen dann häufig auf der Decke verteilt sind, werden mehrere Gerichte der gleichen Art auf der Decke verteilt. Gäste tun zusätzlich gut daran, sich beim Verteilen der Speisen am Tisch zu beteiligen, da der Gastgeber erst einmal dafür verantwortlich ist das Essen aus der Küche zur Decke zu bringen (was schnell erfolgen muss, denn Speisen lauwarm zu essen, ist Tulamiden ein Graus). Das führt dazu, dass es recht schnell zu einem geselligen Treiben kommt und die Speisen hin und hergereicht werden.
Hat der Gastgeber die Speisen zum Essen hergeholt, achtet er darauf, dass alle seine Gäste ausreichend zu essen haben. Hat ein Gast sich bei der Essensverteilung beteiligt, geht diese Aufgabe auch auf ihn über (außer er serviert anderen Familienmitgliedern aus seinem Haushalt, hier sollte man eher vorsichtig servieren). Der Gast hat nun die Aufgabe Bescheidenheit auszudrücken und möglichst wenig Speisen sich servieren zu lassen. Am besten lässt man sich zu diesem Zweck etwas mehr als die Hälfte (bis zwei Drittel) dessen servieren was man eigentlich essen möchte und fängt dann an mit dem Servierer zu „verhandeln“. Durch geschicktes Handeln kommt man dann ungefähr auf die Menge die man eigentlich essen möchte. Es ist zulässig die Hand über seinen Teller zu halten oder das Servierinstrument (bspw. eine Kelle) festzuhalten und zu verhindern, dass weiter serviert wird, in diesem Fall ist es dann üblich diese Handlung mittels einer witzigen Aussage zu würzen. Der Gastgeber darf dann (wenn er möchte) diese Aussage gegenkommentieren, ist sein Witz gelungener, lässt man als Gast diese letzte Menge zu, nicht ohne den Gastgeber scherzhaft „zu verfluchen“. Ausländische Gäste begehen häufig den Fehler sich aus Gewohnheit die volle Menge servieren zu lassen und beginnen erst dann an zu protestieren, was im schlimmsten Fall zum Doppelten der gewünschten Portion führt. Essen stehen zu lassen gilt als nicht höflich, außer man entschuldigt sich vielmals beim Gastgeber und preist seine Kochkunst bzw. Gastfreundschaft. Im besten Fall sollte man sich in dieser Situation auf seine Herkunft beruhen und den Gastgeber darauf hinweisen, dass man nicht auf das Essen verzichtet weil man höflich sein möchte. Das wird dann mehr oder weniger kommentarlos akzeptiert. Es ist üblich, dass hart Arbeitende und junge Menschen mehr Essen. Menschen in besonderen Lebenssituationen (bspw. Schwangeren) werden spezielle Lebensmittel oder Gewürze gereicht, um sie für ihre jeweiligen Aufgaben zu stärken. Hier vermischt sich profundes medizinisches Wissen mit Aberglaube und sehr individuellen Traditionen. Jede Familie kennt da so ihre eigenen Hilfsmittelchen. Steht ein Essen zu lange rum, wird es noch einmal aufgewärmt und dann schnell an diejenigen verteilt, die nach Ansicht des Gastgebers zu wenig gegessen haben. Da kommt man als Gast nicht raus, darf es aber im Zweifel auch (teilweise) stehen lassen, der „Handel“ war ja ursprünglich ein anderer…
Man sollte aber unbedingt noch etwas Platz lassen, denn häufig werden als Nachspeise noch einmal Früchte und vor allem Tee serviert. In der Regel isst man die „verdauungsfördernde“ Honigmelone (ob dies wirklich so ist mag jeder selbst entscheiden). Tee wird immer durch etwas anderes gesüßt. Entweder ist das Zucker in kristalliner Form in der Größe eines kleinen Fingers (gerade wenn man krank ist) oder eine Süßspeise wie Baghlava oder eine Dattel.
Es ist übrigens im strengsten Maße verboten Hauptspeisen mit der Hand zu essen (Brot und Kräuter sind also bspw. erlaubt)! Wer dies macht, entlarvt sich als Mitglied der untersten Schichten oder gar als Barbar. Die Person hat dann zukünftig ungefähr das Ansehen eines Ferkinas (bzw. Orks in mittelreichischen Maßstäben). Im privaten, sprich ohne Gäste, ist das in Ordnung, aber selbst da versucht man das eher zu vermeiden.

Lebensmittel
Lebensmittel werden fast ausschließlich aus der eigenen Region bezogen. Hier gilt aber, dass bestimmte Regionen deutlich bekannter sind für bestimmte Produkte als andere Regionen (bspw. aranische Arangen). Bei Lebensmitteln sind allerdings besonders die Frische und ein intensiver Geschmack wichtig, was auch für die Zubereitung der Speisen gilt (siehe auch Essenskultur). Honig- und Wassermelonen sind durchweg beliebt, da sie frisch und saftig auch den Durst stillen können. Außerdem können sie auch zwischendurch erworben werden (sie werden in Flüssen gekühlt). Honigmelonen sollen zudem die Verdauung fördern und sind deswegen als Nachspeise/Nachtisch beliebt. Weitere omnipräsente Lebensmittel sind Fleisch, Reis, Schwarzer Tee und Milchprodukte jeglicher Art. Alle anderen Arten Tee außer Schwarzer Tee werden schlichtweg nicht als Tee betrachtet. Einem Tulamiden Früchtetee anzubieten, sollte bei diesem auf schieres Unverständnis treffen. Milchprodukte sind ebenfalls sehr beliebt auch als Getränke (Dugh (salziges Joghurtgetränk) ist ein ähnliches Getränk wie Ayran, wird allerdings mit Kräutern durchmischt). Tulamiden essen gerne Fleisch, wenn sie es sich leisten können, ansonsten stellt das Grundnahrungsmittel Reis dar. Zuweilen wird als Fleischersatz Butter oder Schmalz dem Reis beigefügt, manche Tulamiden essen aber auch Butter zusätzlich zum Fleisch, weil es ihnen schmeckt. Ansonsten fügen reichere Menschen ihrem Reis Safran hinzu, wodurch dieser eine Goldgelbe Farbe erhält. Reis wird in Töpfen zubereitet (vorher ist Reis mehrere Stunden separat in Wasser einzulegen) und deswegen in Kuchenform serviert. Pappiger Reis (wie in der realen Welt beim Chinesen), ist den Tulamiden ein Graus und wird als Makel der Kochkunst betrachtet. Safran gilt im Übrigen als Allheilsmittel und (natürlicher) Geschmacksverstärker.

Höflichkeit, der feine Unterschied
Tulamiden leben seit Jahrtausenden in großen Städten und sind es gewohnt häufig miteinander zu agieren. Während am Anfang grundlegende Handlungsanweisungen entwickelt wurden, die das notdürftigste (Über-)Leben sicherstellten, weiteten sich diese Verhaltensregeln immer weiter aus und nehmen nun eine wichtige Stellung innerhalb der tulamidischen Gesellschaft ein. Fehlende Manieren stehen bei den Tulamiden für Unkultiviertheit und Armut. Beherrscht ein Tulamide dagegen die gesellschaftlichen Bräuche in seiner Perfektion wird er unabhängig von seiner tatsächlichen Herkunft im höchsten Maße geschätzt und geachtet und ihm zumindest Gehör geschenkt. Tulamidische Höflichkeit wird von Mittelreichern teilweise als verlogen oder mit völligem Unverständnis wahrgenommen. Die direkte Art des Mittelreichers dagegen ist für einen Tulamiden ein Zeichen, dass Konflikte bei den Mittelreichern schnell in (barbarischer) Gewalt enden.
Tulamidische Höflichkeit zu beschreiben gestaltet sich recht schwierig. Es ist zwar möglich sehr konkrete Anweisungen für bestimmte Situationen zu vermitteln, aber diese können natürlich nicht jede Lebenssituation abdecken. Menschen die sich an diesen starren Verhaltensregeln orientieren und diese auswendig lernen, fallen irgendwann auf, dennoch rechnet man ihnen ihre Bemühungen in diesem Fall hoch an, zeigen sie doch die Bereitschaft sich mit der tulamidischen Kultur auseinanderzusetzen.
Grundlegend sind folgende Punkte zu beachten:
  • Tulamidische Adjektive fangen schon im Komparativ an. Wirklich Steigerungen im höflichen Sinne erreicht man also nur im Elativ oder Superlativ
  • Nur Feinde werden oder (in seltenen Fällen) Personen in Abwesenheit werden beleidigt. Möchte man seinen Unmut über eine Person ausdrücken negiert man positive Aussagen (nicht gut, nicht besonders aufregend, nicht gerade schnell). Jemanden direkt ins Gesicht zu beleidigen gilt in den meisten Fällen demnach als stumpf, barbarisch und geistlos
  • Ältere und vor allem durchs Alter gebrechliche Personen werden mit Respekt behandelt, bei hohen sozialen Unterschieden, darf diese Regel aber aufgeweicht werden
  • Es gilt stets die Mühen und Fähigkeiten des anderen wertzuschätzen
  • Es ist nicht zulässig einer (freundschaftlich) bekannten Person in unmittelbarer Nähe den Rücken zuzuwenden. Ist das nötig, dann entschuldigt man sich im Vorfeld oder fragt im besten Fall vorher nach, ob dies erlaubt ist. Begegnet man sich auf der Straße, dreht man solange der Person das Gesicht zu bis man wieder eine ausreichende Distanz eingenommen hat
  • Möchte man etwas von einer anderen Person, fragt man nicht direkt danach, sondern bittet im ausreichenden Maße darum und bietet dem anderen an, im Bedarfsfall darauf selbst zu verzichten. Grundsätzlich wird aber diesbezüglich Zurückhaltung erwartet
  • Körperliche Nähe ist bei Tulamiden nicht ungewöhnlich, gerade bei Personen gleichen Geschlechts. Das geht weit über die höfliche Distanz eines Mittelreichers hinaus (bzw. heran :) ) Bei verheirateten Personen unterschiedlichen Geschlechts, sollte man sich dagegen in Zurückhaltung üben oder ein sehr gutes Verhältnis zum Ehepartner der Person aufweisen
Weitere konkrete Handlungsanweisungen
  • Männer grüßen häufig, in dem sie ihre rechte Hand auf die Brust, über ihr Herz halten und sich leicht bis tief verbeugen (je nach Respekt für die andere Person). Man sollte sich allerdings nicht unnötigerweise zu tief verbeugen, sonst gilt man als Bückling. Frauen senken höchstens ihren Blick, ansonsten dürfen sie aufrecht grüßen. Bei intensiveren Begrüßungen werden Wangenküsse gegeben (auch geschlechtsübergreifend)
  • Sitzt man auf dem Boden ist es unhöflich (ungefragt) seine Beine auszustrecken (man nimmt somit anderen Personen evtl. die Möglichkeit sich in der Nähe hinzusetzen)
  • Man dankt vor dem Essen seinem Gastgeber für seine Mühen und entschuldigt sich, dass man ihm diese bereitet hat. Nach dem Essen lobt man noch einmal die Kochkunst des Gastgebers
Typische Einleitung einer Kaufszene
Jeder der Texte in eine andere Sprache übersetzt, weiß dass viel vom Charme der Sprache verloren geht. Falls das Nachfolgende vielleicht etwas zu trocken herüber kommt, dann mag dies (auch) der Übersetzung geschuldet sein.

Käufer: Friede mit euch, ehrenwerter Herr! Ich hoffe ihr seid nicht erschöpft von den Mühen des Tages.
Verkäufer: Habt vielen Dankt für eure Sorge.
Käufer: Sagt edler Herr, wie viele Silbertaler sind euch genehm um diesen Pokal von euch zu erwerben?
Verkäufer: Dieser Pokal ist eurer nicht wert. Bitte nehmt ihn als mein bescheidenes Geschenk an euch.
Käufer: Eure Manieren ehren euch.
Verkäufer: Nein, wirklich dieser Pokal sei der eure.
Käufer: Habt Dank für eure Großzügigkeit und Freundlichkeit. Verzeiht mir bitte, aber ihr würdet mir eine Freude machen, wenn ich diesen Pokal von euch erwerben dürfte.
Ab hier beginnt dann das Feilschen.

Götterglaube
In der mittlerweile 15 Jahren alten Spielhilfe im Land der ersten Sonne, wird berichtet, dass die meisten Tulamiden in der Regel nur eine Teilmenge der Zwölfe anbeten, häufig ergänzt durch lokale oder historisch verehrte Gottheiten. In der gleichen Spielhilfe werden auch einige Beispiel genannt (gerade Thalusien), ich würde diese gerne um die urtulamidischen Götter aus den neueren Publikationen ergänzen.
Des Weiteren fand ich es ziemlich seltsam, dass bei den Tulamiden der Sonnengott, der die Quelle ihres Reichtums darstellt als Gott der Dürre angesehen und fast schon verachtet wird, da in der Realität das genau Gegenteil der Fall war (Sonne und Licht wurden hoch verehrt).
Auch das Bild Rondras, Kors und den (anderen) "Echsengottheiten" fand ich zum Rest der Beschreibungen unpassend. Ich habe mir deswegen eine eigene Göttergeschichte und Abwandlungen des Pantheons ausgedacht. Vielleicht mag auch das helfen:

Götterwelt
Allgemeine Lehre

Zurvan al’Mahmoud und Zumu al‘terech schufen gemeinsam die Welt und die ersten Götter. Ihnen wurden zuerst zwei Zwillinge geboren, die das Feuer des Vaters in sich trugen und dann noch viele weitere Götter. Die Zwillinge, Ormazd und Feqz, ehrten das Werk ihrer Eltern und bewahrten und vervollständigten dieses. So geschah es, dass Zurvan bestimmte, dass die beiden gleichermaßen über die Welt herrschen sollten, jeder für jeweils die Hälfte des Tages. Als Zeichen ihrer Macht wachten ihre Augen über die Welt: Sonne und Mond! Doch der jüngste Bruder, später Ahriman genannt, neidete den anderen ihre Macht und ihre Stellung. So groß war seine Wut, dass er seine eigene Mutter tödlich verletzte und dadurch die Welt zerstören wollte. Wenn er nicht herrschen sollte, dann sollte keiner herrschen. Zurvan jedoch verband seine Kraft mit der Zumus und erlitt gleichermaßen die Wunde, dadurch war es ihm zwar nicht mehr möglich in die Welt einzugreifen, doch konnte er so Zumus endgültigen Tod verhindern. Die beiden Zwillinge waren wütend auf ihren Bruder und rüsteten sich und die von ihnen geschaffenen Völker, die Menschen und Zwerge, zum Krieg, doch Ahriman verhöhnte sie. Er erschuf seinerseits Völker, die durch die Macht des Feuers und der Wärme nur stärker wurden, die Echsen und Drachen. Wann immer sich die Götter näherten, da wuchs die Macht der Völker Ahrimans und führte zum Hundertfachen der Menschen und Zwerge! Doch Phex hatte einen Plan, er gab seine gesamte Macht über das Feuer seinem Bruder Angrosh, der das Feuer unter der Erde verbarg. Und so geschah es, dass das Licht des Mondes stark abnahm und keine Hitze mehr in dieser war! Gleichzeitig verlangte er die Dienste des mächtigsten Kriegers: Khor. Khor der strahlende Sohn Ormazds, erfüllt vom Feuer des Vaters wurde von Phex mit der Farbe der Nacht getarnt und ward dunkel wie diese. Und so sind die Farben Khors, rot wie sein tief in ihm brennendes Blut und schwarz wie die Nacht. Doch Phex ging noch weiter, er zeugte ein liebreizendes Mädchen mit einer Sterblichen, benannte sie nach seinem eigenen Auge und gab ihr einen Teil seiner Macht über die Magie: Mahda! Mahda und Khor zeugten wiederrum einen sterblichen Menschen, einen Krieger, der die Kraft seines Vaters und die Magie seiner Mutter besaß und bestimmten ihn zum Anführer aller Menschen: Rashdul. Gemeinsam zerschmetterten sie die Dienerschaft des Dritten Bruders und beraubten ihn seiner Macht. Ormazd und Feqz und alle anderen Götter urteilten hart über ihren verräterischen Bruder und ketteten ihn mit von Angrosh geschmiedeten Fesseln an die klaffende Wunde, die er selbst seinen eigenen Eltern zugefügt hatte und durch die nun Chaos und Dämonen in die Welt gelangten. Ormazd brennender Zorn verbrannte das zerschlagene Reich der Echsen und führte dazu, dass heute nur noch die Wüste Khom da steht, wo sich einst das blühende Land der Echsen befand.

Götter
Zurvan (Los, Kha, teilweise Satinav): Vater der Götter, der seinen beiden Söhnen Ormazd und Feqz die Herrschaft über die Welt verlieh. Gebietet über die Zeit, über die Ormazd (am Tag) und Feqz (in der Nacht) wachen. Kann aufgrund seiner Verwundung nicht mehr aktiv in die Welt eingreifen. Er schenkte seine brennenden Augen (Sonne und Mond) seinen zwei Söhnen und gilt seitdem als blind.
Zumu (Sumu): Göttin auf deren Leib die Menschen (Zwerge etc.) wandeln. Erschafferin allen Lebens. Mutter aller Götter. Kann aufgrund ihrer Verwundung nicht mehr aktiv in die Welt eingreifen.
Feqz (Phex): Herr der Nacht. Der angesehenste Gott. Kampf gegen Echsen, listiger Schattenkämpfer, List, Eigenverantwortung, Freiheit, Humor. Die Lüge ist, entgegen des Klischees, ein Werk Ahrimans und nicht Feqzens. Es ist jedoch erlaubt listig die Wahrheit so zu formulieren, dass der Hörer, das so versteht wie man selbst es möchte. Sein erloschenes Auge ist der Mond.
Ormazd (Praios): Neben Feqz, Herr der Welt. Herrschaft, Ordnung, Eide und Verträge, Wahrheit, Weisheit, Feuer, Licht und Reinheit, Herrscher über den Tag. Sein Auge ist die Sonne. Seine Strafe die Dürre. Viele Tulamiden setzen Ormazd nicht mit Praios gleich, da ihnen Praios zu „mittelländisch“ ist.
Ahriman (Der Namenlose): Der verräterische Bruder, der gegen seine großen Brüder rebellierte, seine Eltern tödlich verwundete und Chaos und Verderben in die Welt brachte. Sein einst göttliches Antlitz, verwandelte sich auf Grund seiner Taten in die Fratze eines drachischen Scheusals und seine Haut in Schuppen. Allein die goldene Farbe ist ihm von seiner einstigen Pracht geblieben. Pyrdacor soll sein erstgeborener Sohn gewesen sein. Er wurde von den Göttern besiegt, an die Wunde seiner Eltern gekettet, die er selbst geschlagen hatte und seiner Macht und seines Namens beraubt. Ahriman bedeutet einfach das (unendlich) Böse und soll der der Ursprung des Wortes Ahrdeha (Drache) sein.
Radscha (Rahja): Lust, Hingabe, Liebe, Fruchtbarkeit, Rausch, Künste, selten auch ästhetischer Kampf und Säbeltänze. Wird vor allem von jungen Frauen, von Säbeltänzern, aber auch von Romantikern (beiden Geschlechts) verehrt. Mutter vieler Gotteskinder und Halbgötter.
Rondra: Ehrenhafter Zweikampf, Duell, Jagd (Kräftemessen), Regenbringerin, Herrin des Sturms und der Winde. Göttin der Amazonen und Kriegerinnen (Betonung auf –innen). Der Aspekt des Regens macht Rondra in einem Land, das vom Wasser abhängig ist, zu einer bedeutenden Gottheit.
Angrosh (Ingerimm): Erschaffer der Zwerge und Riesen. Gebietet über den Felsen und das Handwerk. Da er und seine Völker die Zwerge und Riesen im Kampf gegen die Diener Ahrimans geholfen haben und um die Echsen nicht mit seinem Feuer zu stärken (s.o.), gab ihm Feqz seine Macht übers Feuer.
Efferd: Gott der Meere und des Wassers. In der Regel wird eher sein Sohn mit Atvarya, der mächtige Meister des Flusses Bal Mhanad verehrt.

Götterkinder & Halbgötter
Khor (Kor): Sohn von Ormazd und Rondra. Loyalität, Kameradschaft, Vertragstreue, Disziplin, Schlachtenordnung, gnadenloser Kampf gegen das Chaos und das Böse. Fährt der Sage nach in tapfere Männer ein und zeugt mit deren Frauen kräftige Krieger, die man dann Khorasani (Sonnenaufgang) nennt. Wird als schwarzer Panther verehrt. Benannt nach dem Auge Ormazds (Khor = Sonne).
Mahda: Tochter des Phex mit einer Sterblichen. Bringerin der Magie, die über den Nachthimmel tanzt. Ihre Schleier die niederfallen, sollen im Norden den Menschen von der Macht ihres Vaters künden (Polarlichter), dies wurde aber bisher nur in den seltensten Fällen überprüft… Benannt nach dem Auge ihres Vaters (Mah = Mond, da(d) = Gabe, Geschenk). Einige Poeten behaupten Khor und Mahda würden sich innig lieben und Radscha hätte von Feqz und Ormazd einen Teil des Tages von ihnen erbeten. Ihre Kinder wurden nach dieser Zeit benannt in denen sie zusammen sein dürfen: Pegah (Morgenröte) und Shabdiz (Abenddämmerung). Beide dienen als (geflügelte) Stute und Hengst Radscha.
Mahar Bor auch Aharmorda (Marbo): Tochter Feqzens und Atvaryas. So wie ihre Mutter das Leben ist, so gebietet sie über den Tod ohne den kein Leben sein kann. Erscheint entweder als junges Mädchen, als erwachsene Frau in den besten Jahren oder als Greisin mit einem Stundenglas. Einige behaupten sie hätte den Drachen und Diener Ahrimans Chol’iadrim (Golgari), dessen Sohn wiederrum Kurungur sein soll, niedergerungen und benutze ihn nun als Reittier. Namensherkunft: ahar oder a = Anti, Gegenteil und Mord(an) = Sterben. Nicht zu verwechseln mit Namordad = Untod
Alef Aytan (Levthan): Sohn Radschas mit einem Sterblichen. Männlichkeit, Potenz, fleischliche Lust, manchmal auch Hirtentum. Einige behaupten er hätte sich an seiner (Halb-)Schwester Atvarya vergangen und wurde deswegen von Ormazd bestraft.
Atvarya (Satuaria): Tochter Ormazds und Radschas, Fruchtbarkeit, Leben, Heilung, Saat, Familie. Zusammen mit dem Licht ihres Vaters lässt sie Felder gedeihen. Gerade bei den einfachen Bauern eine der bedeutendsten Gottheiten.
Aveschan (Aves): Reise, Handel, Abenteuer, Gastfreundschaft (auf die auch der Reisende angewiesen ist), Vater vieler tulamidischer Abenteurer, etwas lüstern, Feqzens und Rahjas Sohn

Restlichen Zwölfgötter
Im Allgemeinen erkennt man die restlichen Zwölfgötter als Götter an auch wenn man im Falle von Tsa und Hesinde sich nicht sicher ist, ob es sich auch um gute Götter oder Diener Ahrimans handelt. Unten aufgeführte Götter genießen allerdings nur in Ausnahmefällen Verehrung. Ihre Aspekte werden von anderen Göttern (jeweils aufgeführt) abgedeckt:
  • Travia: Atvarya (Mutter, Familie) und Aveschan (Gastfreundschaft), sehr selten Radscha (frisch verheiratete Frauen oder Liebende die um die Gunst ihres Ehepartners/-partnerin fürchten), Treue und Höflichkeit (Ormazd)
  • Boron: Mahar Bor. Die Aspekte Rethons nehmen Ormazd und Feqz wahr
  • Hesinde: Ormazd und Feqz (Weisheit), bei der Magie Feqz/Mahda, die Kunst wird von Radscha und im Falle handwerklicher Kunst auch von Angrosh beansprucht
  • Firun: Rondra, sehr selten Feqz (wenn die Beute eine Echse oder ein Drachen ist)
  • Tsa: Atvarya, selten Mahar Bor (Unsterblichkeit)
  • Peraine: Atvarya, Fruchtbarkeit auch Radscha und Alef‘Aytan
Ideen für Bräuche, kultische Handlungen und Aberglauben

Die Namenlosen Tage: Während der Namenlosen Tage ist es Brauch, nach Möglichkeit das Haus des ältesten bekannten Verwandten aufzusuchen (immerhin hat dieser am häufigsten der Macht Ahrimans widerstanden) und die Tage gemeinsam zu verbringen. Mittels Licht versucht man die Macht Ahrimans zu schwächen und so ist es Brauch in dieser Zeit alle Räume auszuleuchten. Nach den Namenlosen Tagen ist es Brauch, dass man sich innerhalb von 12 Tagen gegenseitig besucht. Jeder Besuch muss von der anderen Partei erwidert werden und man dankt und lobpreist Ormazd, dass er erneut die Macht seines verräterischen Bruders zerschlagen hat.

Erster Praios: In einigen Dörfern ist es Brauch am ersten Praios leuchtend rote Gewänder zu tragen, laut singend und musizierend durch das Dorf zu ziehen und dabei Fröhlichkeit und Heiterkeit zu verbreiten. In anderen Dörfern findet dagegen zur Mittagszeit in der gleichen Tracht ein Schwerttanz statt. In beiden Fällen bezeichnet man die Rotgewandteten als Hadji Piruz, was so viel wie der „ehrenwerte Meister des Sieges“ bedeutet.
Am späten Abend werden mehrere Lagerfeuer entfacht. Gerade von den jungen (sündigen) Menschen wird erwartet, dass diese über das Feuer springen und die bösen Divs und Shaitans (mindere und gehörnte Dämonen), die sich an sie geheftet haben, in der reinigenden Flamme und Hitze des Feuers zu Grunde gehen. Umso größer das Feuer, umso größer vermutet man ist seine Macht, was bei übermütigen Jugendlichen schon das ein oder andere Mal zu leichten Verbrennungen geführt hat.

Zisdah be dar (zum Dreizehnten aus der Tür): Am dreizehnten Praios (Ormazd) wird das Haus verlassen und der Tag draußen verbracht. An diesem Tag befinden sich die letzten bösen Geister im Haus und man will nicht als Ziel dieser Geister fungieren. Es ist Brauch an diesem Tag den Bal Mhanad oder zumindest einen Fluß aufzusuchen und ihm einige Pflanzen zu opfern, in dem man diese in ihn wirft.

Abschied: Begibt sich ein Familienmitglied auf eine längere Reise ist es üblich unter das Wagenrad, den Huf des Pferdes oder im Zweifelsfall dem Stiefel des Reisenden ein Echsenei zu zerquetschen und somit ein (ungeborenes) Echsenleben zu opfern. Dieser Brauch stammte wohl noch aus den frühen Anfängen der tulamidischen Geschichte und sollte so die Macht der Echsen schwächen. An dem Gerücht, dass von einem Sultan der sich auf Reisen begab, erwartet wurde ein Drachenei zu opfern, darf jedoch getrost gezweifelt werden.

Rückkehr: Kommt ein Reisender nach einer langen Reise zurück nach Hause wird ein Tier geopfert/geschlachtet und mit seinem Blut Schutzzeichen vor der Haustür (auf dem Boden) gezeichnet. Dieser Brauch ist in der Rondra- und Korkirche in abgewandelter Form immer noch bekannt. In einigen vor allem städtisch geprägten Gegenden wird dieser Brauch als primitiv angesehen und nicht mehr praktiziert. Die Opferung hat aber auch recht pragmatische Gründe: Das frische Fleisch kann von dem (evtl. von der Reise geschwächten) Heimkehrer direkt genossen werden. Außerdem stehen Leder oder Fell für neue Kleidung zur Verfügung (die alte Kleidung oder auch Schuhe mögen durch die Reise verschlissen sein)

Basiliskentag (18.Phex): An diesem Tag kleiden sich junge Krieger (meistens Männer) in schwarze Gewänder und schwärzen auch ihre Gesichter und Waffen, um Jagd auf alles Echsische zu machen. Streng tulamidische Khorgläubige ziehen über roten Gewändern Schwarze an und folgen diesem Beispiel.

Weihrauch / Böser Blick: Dem Glauben der Tulamiden nach sollte man nicht zu sehr das Glück, die Gaben oder den Wohlstand einer anderen Person preisen. Das zieht nämlich den Blick böser Geister an. Hat man dies zu häufig getan, oder vermeint man den Neid und den bösen Blick anderer zu verspüren, so muss man das Ziel dieses Neides mit Weihrauch einsegnen. Der spezielle Weihrauch enthält einiger Körner, die mit etwas Phantasie an (geschlitzte, sprich „echsische“) Augen erinnern. Dieser Weihrauch wird entzündet und über dem Kopf des Ziels geschwungen. Währenddessen werden Bannflüche gegen den bösen Blick ausgesprochen und Feqzens Segen (der Verschleierung) erbeten. Dabei bildet der Weihrauch natürlich Rauchschwaden, die min. das Gesicht des Ziels verhüllen. Außerdem verbrennen die „Augen“ (sprich Körner) explosionsartig was von einem knackenden Geräusch begleitet wird. Dies wird, recht martialisch, als Platzen der Augen der Feinde interpretiert.

Sprache

Grundsätzlich bin ich kein Freund davon Fremdworte (wie Zul, Alef etc.) am Rollenspieltisch zu benutzen, da in den meisten Fällen, dies eh keiner versteht. Wenn ich das selbst mache, dann sehr gezielt und dann nach Möglichkeit immer wieder die gleichen Begrifflichkeiten. Alternativ liefere ich die Übersetzung etwas leiser direkt oder im unmittelbaren Anschluss mit. Hiervon gibt es einige Ausnahmen. Einige Begriffe, gerade aus dem Arabischen und Türkischen, sind so verbreitet, dass man sie mittlerweile auch in Deutschland und speziell in DSA kennt (Sahib, Effendi, Salam etc.). Diese kann man bei Bedarf einsetzen.

Aussprache & Akzent
Wer das mag, kann auch versuchen mit Akzent zu sprechen, meines Erachtens führt das aber eher dazu, dass es lächerlich klingt und nicht exotisch (vielleicht mag aber gerade das ja auch ein Ziel sein). Auf Wunsch kann ich da ein paar Beispiele nennen. Wenn man jemanden spielt, der die Sprache noch nicht lange spricht, würde ich eher damit arbeiten, dass er bspw. Sprichwörter 1:1 ins Deutsche (Garethi) übersetzt oder mit der Syntax oder Grammatik Probleme hat.

Ein Wort vorab: Ich ging immer davon aus, das Tulamidiya ein Gemisch aus Arabisch, Türkisch, Persisch und natürlich vielen Eigenentwicklungen ist. Tatsächlich konnte ich bisher höchstens eine Handvoll persischer Begriffe im Tulamidya erkennen. Im Ur-Tulamidya sieht es dagegen deutlich besser aus. Wenn ich hier also Übersetzungen mitgebe, dann können sie der "offiziellen" Tulamidya Übersetzung widersprechen.

Metaphern & Assoziationen
Ich würde statt der Verwendung von Fremdworten und Akzenten empfehlen, eingedeutschte Begrifflichkeiten, exotische Vokabeln, orientalische Formulierungen und Metaphern zu verwenden. Auch hier muss man natürlich aufpassen, dass es nicht allzu lächerlich klingt (wie einige der nachfolgenden Beispiele). In der tulamidischen Literatur sind Metaphern von essentieller Bedeutung, häufig kombiniert mit "Wissenschaften" wie der Astronomie oder Geschichte. Dies darf und soll auch ungewöhnlich sein: Ein Elefantenleibiger ist kein dicker Mensch, sondern ein Hüne mit der Kraft eines Elefanten (allerdings kommt es hier auch auf den Kontext an). Die fleckige Haut (Sommersprossen) einer Rothaarigen könnte von 1000 Küssen einer Pari (Fee/Blütenjungfer) bedeckt worden sein*. Ein Gesicht wie der Mond zu haben, bedeutet, dass dieses eine (edle) Bläße aufweist und eine vollkommene, unerreichte Schönheit repräsentiert, nicht etwa dass man ein Mondgesicht hätte. Insgesamt versucht man, gerade wenn man von Schönheit spricht, immer neue Metaphern zu verwenden (siehe unten).

Vergleiche und Steigerungen
Ein häufig schon bekanntes Mittel in der tulamidischen Sprache sind Vergleiche und Steigerungen.
Im Tulamidischen reicht es häufig nicht aus nur die stärkste oder schönste zu sein, man muss auch gleichzeitig besser als die anderen sein. Das klingt natürlich erst mal unlogisch (ist es auch), aber es reicht einem meistens nicht nur der Einäugige unter den Blinden zu sein, sondern man soll unter ernstzunehmenden Konkurrenten, die schon die Besten darstellen, herausragen. Dadurch entstehen dann Formulierungen wie Schönste der Schönen, Weisester der Weisen etc. Dieses Mittel wird gerne auch im anderen Kontexten verwendet: König der Könige: Der Herrscher über schon machtvolle Herrscher. Blitz der Blitze: Das ist „der“ imposanteste Blitz den die Person je gesehen hatte. Allgemein wird gerne der Genitiv verwendet (Licht der Rechtsgläubigen, Schwert der Schutzbefohlenen, Wahnsinniger der Liebenden)

Steigerungen werden von den Tulamiden gerne auch mit Zahlen vollführt (meistens durch Potenzierung). So opferte der Held 10 Elefanten, 100 Pferde und 1000 Lämmer, bevor er zu seiner gefährlichen Reise aufbrach. In Kombination mit der tulamidischen Zahlenmystik können da glaube ich schöne Formulierungen entstehen.

Farben
Wenn man etwas literarischer von Farben spricht, dann verwendet man auch hier gerne Vergleiche. Anbei ein paar Beispiele und deren Verwendung in Klammern:
  • Ocker: Honig (für Augen)
  • Gelb: Safran (als Färbemittel für edle Kleidung)
  • Rot: Granatapfel, Granatapfelblüte, Rubin, Safran (ungemahlen rot), Blut, Koralle (auch für Rosa) (für Lippen und Wangen)
  • Weiß / hell: Schnee, Silber, Mond (für Haut)), Perlen (für Zähne)
  • Schwarz: Rabe, Ambra (da weißes Ambra unbekannt ist), Moschus (auch für dunkelbraun) (für Haare, Augenbrauen, Wimpern)
Radscha zu Ehren - Worte das Schöne zu beschreiben
Viele Tulamiden haben Freude daran durch die Kunst der Sprache die Schönheit der von ihnen Verehrten zu beschreiben. Ich selbst bin leider kein Poet, kann hier also nur die Worte und Formulierungen der großen Meister übersetzen oder auf bestehende Übersetzungen dieser Künstler zugreifen. Anbei einige Beispiele:

Heiligtum der Schönheit: Ist ein Mensch zu schön, dann glaubt man, dass Wesen außerhalb der Menschenwelt daran Einfluss nahmen
Ihr Leib ist schön wie eine reine Seele, so als nähme sie keinen Anteil am Derischen (Irdischen)

Feen / Pari: Es sollen einst Meteoriten/Sterne vom Himmel gefallen sein und die Form schöner Frauen annehmen können. In der frühen Glaubenswelt waren diese Pari Dämonen, die den Charakter der Menschen verdarben und von fast göttlicher Schönheit waren. Wenn man den Namen der Götter aussprach, da verloren sie ihr Aussehen und man erblickte ihre wahre Gestalt. Zwischenzeitlich setzte man sie mit Hexen gleich. Mittlerweile haben sie einen eher positiven Charakter, ähnlich einer Fee.
  • Sündigen in dem man mit rauher Hand die Feenhafte (Parihafte) berührt
  • Du Pari (Fee) meiner Sehnsüchte belächle nicht meines Herzens bittere Tränen
Weitere:
  • Ihre Haare griffen Fangseilen gleich nach dem Herzen des Helden
  • Ihre Haare, ein Diadem aus Moschus und Ambra, legten sich sanft über ihre silbernglänzenden Kuppeln (gemeint ist hier ihr Gesäß)
  • Ihr lockiges Haar, lag Ring, auf Ring, einem Kettengeflecht gleich auf ihren Granatäpfeln
  • Nie berührte sie der Sonne Antlitz: Umschreibung für edle, unberührte Frauen
  • Schlank und vom hohen Wuchs einer Zypresse: Die Form der Zypresse gilt als Symbol für einen schönen Leib
  • Ein Mann mit einer Taille wie eine Zypresse und der Brust eines Löwen
  • jemandes Namen aus dem Herzen stehlen: Die Erinnerung an eine (einst geliebte) Person auslöschen
  • Deine Augen süß und von der Farbe des Honigs folgen nun eines anderen Mannes Schritt
Gesamtbeispiel
Noch nie berührte sie der Sonne erhabenes Antlitz. Von hohem Wuchs ist sie, zart und zierlich wie eine Zypresse. Über dieser Zypresse lächelt das Licht der Sonne ihrer kirchblütigen Wangen. Ihrer feiner Linien Rabenflug, ziert ihre Augen, die schwarzen Narzissen gleichen. Ihr Mund, sinnlich wie ein Gebet in der Farbe roter Korallen, ist klein, wie ein Herz das sich voller Sehnsucht zusammenzieht. Gekrönt wird sie von einem Diadem aus Moschus und Ambra, das wie Fangseile der Sonne Glanz raubt. Die Flut ihrer Locken legt sich über ihre Granatäpfel und silberglänzenden Kuppeln, nur getrennt von safranfarbener Seide. Ihr Leib ist schön wie eine reine Seele, so als nähme sie keinen Anteil am Derischen und so mag auch nur ein Gemahl aus dem fünften Himmel ihrer würdig sein.

Übertreibungen
Bei den obigen Ausführungen waren ja schon einige Übertreibungen dabei, allerdings kann man da auch noch weiter bis hin ins Legendenhafte gehen:
Tulamiden bemühen gerne irreale Vergleiche. So müssen (starke) Helden nach Ansicht der Tulamiden auch immer groß gewachsen sein. „So stark und groß gewachsen war er, dass sein Haupt über den Wolken ragte / … seine Stirn den Mond berührte.“. „So imposant war seine Erscheinung, dass es einem Elefanten/Drachen das Herz zerfetzte“ (=der Drache bekam Angst). So weinte die Luft unter den mächtigen Angriffen seines Khunchomers und die Wolken regnen Rondras blutige Tränen, wenn ein großer Held verstirbt. Große Männer haben auch großen Appetit und so wird dann berichtet, wie sie sich Zebras braten und verspeisen.

Assoziation zu Tieren
Bezüge zu Schlangen, Hunden, Wölfen und Bären sind im Tulamidischen ungewöhnlich. Ein zäher Hund würde im Tulamidischen eher als Beleidigung wahrgenommen werden, da Hunde als dreckige, fast schon mindere Tiere gelten. Ein Bezug zu einem Bären wird eher als Metapher für Fettleibigkeit verstanden und nicht als Kraftmetapher.
Helden und Heldinnen werden in Epen gerne mit Tieren verglichen:
Stärke und Mut: Löwe (Schir), Panther (Bang), Tiger (Babr bzw. Babur)
  • Gier (nach Blut), Entfesselte Kraft: Krokodil (Temzah), Drache
  • Kraft: Elefanten (Fiel) und Drachen
  • Ungezügeltheit, Wildheit, Unüberlegtheit: meistens durch Attribute wie „brünstig“ (har), ein brünstiger Elefant ist das beliebteste Beispiel
  • Schnelligkeit: Pferde (Asp), Vögel
  • Schönheit: Pfau (Tavuhs) (Pfaue gelten hier eher nicht als eitel)
Weitere Formulierungen
  • Feuerspringer (atischpareh): Metapher für eine freche, leicht sündige Person, allerdings eher freundlich wie "Lebemann/-frau" gemeint. Durch den Sprung über/durch das reinigende Feuer, kann man seine Sünden verbrennen, was wahrscheinlich den Ursprung des Begriffs darstellt
  • Mein Vater kam raus / jemandes Vater herauslocken: Dies bedeutet, dass man jemanden an die Grenze seiner (meist körperlichen) Fähigkeiten gebracht hat
  • Jemand wie einem Schaf den Kopf abschneiden (sehr veraltete Ausdrucksweise): Jemand Wehrlosen oder Unbedachten ermorden
  • Der Bezug zu Planeten und Sternen ist in DSA schwierig, da die Planeten im eigenen Pantheon verankert sind und über das "Verhalten" der Sterne und deren Namen in DSA wenig bekannt ist (zumindest mir). Vielleicht weiß da jemand mehr und kann was beisteuern. Ein Beispiel wäre z.B. ein Name für das Auge der Stute als Methaper für Radschas Gunst/Blick
  • Vergleich zu Helden der Vergangenheit sind auch zulässig und häufig. Bspw.: Weise wie Rohal und kühn wie Dschadir
Beleidigungen & Kraftausdrücke
Auch bei Beleidigungen und Kraftausdrücken ist man eher kreativ. So heißt etwa Halt‘s Maul, Sareh Mahr ("Möge das Gift der Schlange dich treffen", wörtlich Gift der Schlange). Möglich sind auch Beleidigungen wie Bihamokas (Einsamer, Verlorener, wörtlich "ohne alle und jeden"), sprich jemand der nicht in der Geborgenheit einer Familie aufgewachsen ist und somit keine Erziehung genossen hat. Beliebt ist auch bifarhang (kulturslos, Barbar, wörtlich: ohne Herkunft, Wurzel, Kultur) oder biadab (unhöflich, wörtlich ohne Höflichkeit). "Härtere" Kraftausdrücke entsprechen weitesgehend ihren mittelreichischen Äquivalenten. Ist ein Familienbezug vorhanden bspw. ...-sohn, dann wird der Bezug im persischen in der Regel über die Eltern gezogen, also bspw. Pedarzag (Hundevater) (das ist übrigens eher im Persischen so, im Arabischen ist es meines Wissens wie im Deutschen). Wie gesagt gelten Beleidigungen als Zeichen schlechter Erziehung und werden eher von den unteren Gesellschaftsschichten oder für wahre Feinde verwendet.

Changelog:
15.05.2019: Bräuche und kultische Handlungen
17.05.2019: Sprache ergänzt
19.05.2019: Kleinere Anpassungen
Zuletzt geändert von Shirwan am 19.05.2019 15:42, insgesamt 5-mal geändert.

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Einen Tulamiden spielen

Ungelesener Beitrag von Baal Zephon » 14.05.2019 09:35

Vielen Dank für den Beitrag! Ich werde sehen ob ich davon einiges für meine Darstellung von Tulamiden verwenden kann, auf jeden Fall eine wundervolle Inspiration!
Ich finde auch die Göttersicht interessant, wenngleich ich die wohl nicht 100% übernehmen werde, aber vor allem die Stellung von Praios finde ich interessant. Auch die Idee von Maha Bor mit Chol’iadrim einen Diener des Namenlosen besiegt und sich zu willen gezwungen hat, finde ich sehr gut da sie für Götterfürchtige Tulamidische Dämonenbeschwörer einen wichtigen Präzendenzfall schafft dass es durchaus vertretbar ist die Diener des Bösen zu Unterwerfen und für seine (guten) zwecke einzusetzen.
Ein Herz für Dämonen!

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Ungelesener Beitrag von Horasischer Vagant » 14.05.2019 10:06

Auch von meiner Seite ein Danke für die Inspiration!
Für mich war vor allem die Essenskultur interessant!
Bei der Göttersicht bleibe ich bei der offiziellen Satzung!
Hat Euer Held das Zeug zum Lehrmeister? Horasischer Vagant @ Euer Held als Lehrmeister

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Shirwan
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Ungelesener Beitrag von Shirwan » 15.05.2019 19:30

Hallo liebe Community,
ich freue mich sehr über die positive Resonanz eurerseits, vielen Dank dafür. Diese hat mich nun motiviert doch noch ein paar weitere Texte zu verfassen.
Als erstes "Addon" dachte ich mir etwas über die Bräuche zu schreiben. Viele dieser Bräuche finden in der Realität ihren Ursprung im Mittelalter oder sogar aus der Antike und sind damit recht schnell in die DSA Welt zu adaptieren. Die Texte habe ich oben im ersten Beitrag ergänzt.
Falls ich euch dann nicht auf die Nerven gehe, wollte ich noch was über die Sprache schreiben, wobei ich sagen muss, dass ich kein Freund des extensiven Gebrauchs von Fremdworten im Rollenspiel bin (die auch keiner versteht). Meine Lösung sieht da etwas anders aus...

@Baal Zephon und @Horasischer Vagant ,
ich freue mich dass es euch gefallen hat. Das mit den Göttern kann ich total nachvollziehen. Mein Ansatz war auch einfach darüber zu schreiben, ob und wie weit man sich dessen bedient ist natürlich jedem selbst überlassen.
Mich persönlich stört halt die fast feindliche Einstellung gegenüber Praios (die wie gesagt in der Realität genau gegenteilig war, siehe Mithras und Ahura Mazda), der Umgang mit Drachen und Drachenkinder (wie Kor) in einer tulamidischen Glaubenswelt und die fehlende Information, wie mit den Aspekten von Göttern umgegangen wird, die keine Verehrung genießen und teilweise nicht einmal bekannt sind.

Viele Grüße
Shirwan

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Ungelesener Beitrag von hexe » 15.05.2019 21:09

Shirwan hat geschrieben:
15.05.2019 19:30
die fehlende Information, wie mit den Aspekten von Göttern umgegangen wird, die keine Verehrung genießen und teilweise nicht einmal bekannt sind.
Liegt wohl vor allem daran, dass die Hintergründe dazu vergriffen sind. Warum Feqz der Hauptgott ist wird geschichtlich sehr breit erklärt: kurz: nächtlicher Kampf gegen die Echsen. Die Sonne macht Echsen halt schneller. Auf der Erde musste niemand im persischen Raum eine hochmagiebegabte Echsenrasse vertreiben um Land zum Siedeln zu haben. Und 1000 Jahre später kamen die Eroberer aus dem Westen und brauchten diesen Sonnengott wieder mit. Natürlich verehrt man den nicht... Es lohnt auch ein Blick in die Dunkle Zeiten Box. Die Verehrung der Götter ist in Tulamidistan von Zorgan bis Selem eben sehr verschwinden, fast schon von Dorf zu Dorf unterschiedlich. Und dann findet man in einer Stadt Borontempel der beiden Riten, die sich gemeinsam um die über 3000 Jahre Grabanlagen in den Felsen kümmern. Deine Götterwelt könnte in einem Dorf so sein, aber woanders definitiv nicht. Auch weil die Götter in weiten Teilen Tulamidistans sehr unterschiedlich verehrt werden. Daneben gibt es eben 'den Tulamiden' genauso wenig wie 'den Europäer'. Ein Sami und ein Grieche haben nicht so viel gemeinsam...

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Ungelesener Beitrag von Grakhvaloth » 15.05.2019 21:26

Wundervoller Beitrag! Dankeschön.

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Sarafin
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Ungelesener Beitrag von Sarafin » 15.05.2019 21:31

Ich habe noch nicht alles gelesen, aber was ich gesehen habe gefällt mir super klasse! Dankeschön. :)
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~ Hanlon’s Razor

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Einen Tulamiden spielen

Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 15.05.2019 23:40

Interessant. Mich als überzeugten Hobbit spricht natürlich vor allem das Essen an. Bei den Anleihen an persische Mythologie komme ich nicht über Ahriman&Ormuzd hinaus. Auch über persische Feste weiß ich zu wenig, abgesehen von Noruz/Newroz oder wie auch immer man das schreibt. (Aber sowas in der Art haben am ehesten die Ferkinas, weil bei denen Frühling und Schneeschmelze wichtig sind. Das Tulamidenland hat ja einen ganz anderen Jahrenzeitenrhythmus als der Iran.)

Zurück zum Essen:
Darüber ist schon ziemlich viel publiziert worden, und da DSA langsam und unter Einwirkung vieler Autoren gewachsen ist, und die tulamidische Kultur Anleihen aus mehreren verschiedenen irdischen hat, ist es ziemlich vielfälig.

Entweder von Hadmar oder von Bernhard Hennen aus der Frühzeit von DSA kommt wahrscheinlich, dass Tulamiden, Novadis und Al'anfaner allesamt Hund essen. Vermutlich eine Anleihe aus der phönizisch-karthagischen Kultur. Und immer gut geeignet, um Mittelreicher, Thorwaler und deren Spieler zu schockieren. :ijw:

Ja, das was du beschreibst mit dem Essen am Boden im Schneidersitz, ungewohnt und unbequem für Mittelreicher, das eignet sich auch sehr schön für den kulturellen Kontrast. Wir haben dazu, glaube ich, auch zwei aventurische Zitate in LdES, wo der Mittelreicher sich ekelt, dass die Tulamiden mit den Fingern essen, und der Tulamide verächtlich meint, die Mittelreicher müssen eben mit Löffeln essen, weil sie sich nie die Finger waschen. Die Füße waschen sie sich ja auch nicht, sie ziehen ja nichtmal die Schuhe aus wenn sie ins Haus gehen. :) Zumindest für reichere Haushalte sind aber auch niedrige Tische mit Sitzkissen drumherum beschrieben; das Tischtuch auf dem Boden würde ich eher Novadis oder Bauern zuordnen.

Ein häufiges Missverständnis unter Spielern ist, zumindest die Novadis, oder alle Tulamiden, würden Alkohol ablehnen. Das ist nicht so. Kann man natürlich machen, dass der eigene Held überzeugter Antialkoholiker ist. Aber sowohl Novadis als auch zwölfgöttergläubige Tulamiden trinken Wein und Palmwein. Schnaps dagegen ist nicht üblich, obwohl es einen Raki-entsprechenden Anisschnaps gibt, und Bier auch eher nicht. Tee ist aber klar sehr beliebt, das Charaktergetränk der Gegend, und zudem ein wichtiger Exportartikel.
Abweichend von dem, was der Durchschnittsdeutsche sich unter orientalischem Essen vorstellen mag, gibt es auch kein Schweinefleisch-Verbot, sondern im Gegenteil gerne Selemferkel.

Was Reis angeht: Da schlägt wieder das Zusammengewurstel verschiedener Hintergründe zu. Reis wächst am unteren Mhanadi und in Thalusien. In Aranien und Mhanadistan ist es entweder kühler oder trockener, und dort haben sie hauptsächlich Weizen und essen mehr Brot als Grundnahrungsmittel. Safran muss früher mal sehr beliebt gewesen sein, ist aber seit Borbarad kaum mehr zu bekommen und furchtbar teuer (kommt aus dem Amazonengebiet bei Beilunk), und wird von findigen Fälschern durch Färberdistel ersetzt.

Sonstige kulinarische Kuriositäten:
Die Tomate stammt ursprünglich aus Thalusien und soll Silem-Horas' kostbarste Kriegsbeute gewesen sein. :) Würde heute wohl kein Pasta-begeisterter Horasier glauben.
Die aventurische Gewürznelke kommt aus der Gegend von Unau und aus Thalusien ("Shadifnägelchen") und wird demnach wohl ein Charaktergewürz der tulamidischen Küche sein.
Die Merach-Frucht, für die ich keine irdische Entsprechung kenne, ist irgendwie total lecker, aber giftig wenn zusammen mit Alkohol genossen.
Die Menchalblüte (dito) soll als Gewürz irgendwie umwerfend köstlich sein, und ihr Duft lockt Dschinne an.

Es stellt sich natürlich noch die Frage, ob die Familie mit Gästen gemeinsam isst, oder nur der Hausherr, während die Frau(en) von den Männern getrennt essen. Für Novadis ist das - glaube ich - als getrennt gesetzt; für Stadtstaatentulamiden schlage ich es jetzt nicht nach.

Was die Götterwelt angeht: Dazu hat Hexe ja schon das Wesentliche gesagt. Man muss auch da bedenken, dass DSA im Lauf der Zeit gewachsen ist. Als die Tulamiden eingeführt wurden, war zu Echsen, Bosparanern und Frühzeit noch wenig gesagt, und die Vorstellung, dass die Zwölfgötter vielleicht nicht immer so gesetzt und unumstößllich waren, war wohl noch nicht aufgekommen. Dass die einwandernden Bosparaner gar nicht alle Zwölfgötter kannten und zB Phex erst von den Tulamiden übernahmen, die umgekehrt Peraine oder Travia überhaupt nicht kannten, oder die inwzischen vergessenen Stadtgottheiten (wie bei den alten Sumerern), das ist alles im Lauf der Jahre und Editionen erst dazugekommen.
Ebenfalls zu bedenken: Hela-Horas hat einen blutigen und zutiefst rassistischen Vernichtungskrieg gegen die tulamidische Kultur geführt, allerdings ohne die - damals noch ganz neue - Zwölfgötterreligion durchzudrücken, weil sie sich selber als Göttin sah.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass der Namenlose den frühen Tulamiden unbekannt war, bevor sie auf die Bosparaner trafen, oder dass er zumindest in ihrer Götterwelt keine nenneswerte Rolle spielte. Denn weder Novadis noch Ferkinas heute kennen ihn oder beachten ihn groß, und auch für die früh von den Urtulamiden abgespaltenen Trollzacker spielt er mW keine zentrale Rolle. Aber ich weiß nicht, ob in der Dunkle-Zeiten-Box dazu was gesagt ist.

Eine mythisch-religiöse Eigenheit, die ich gerne mag, ist übrigens noch die Legende von Zulhamid&Zulhamin als Stammeltern oder Tierkönigen der Menschen. Sollten die Menschen einen Tierkönig haben wie andere aventurische Tierarten auch, könnte der im Raschtulswall immer noch irgendwo rumlaufen. :)

Mahlzeit!
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Al'Anfa wieder eins drauf kriegen wird."
- Alrik der Ältere

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Ungelesener Beitrag von Heldi » 16.05.2019 01:44

Herausragend! :6F:

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Shirwan
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Ungelesener Beitrag von Shirwan » 17.05.2019 15:24

Hallo @Heldi auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Ich habe nun, wie schon angedroht, etwas über die Sprache geschrieben. Da liegt aber glaube ich noch was vor mir :lol: Ich hoffe es gefällt euch.
Der neue Text ist am Ende des ersten Beitrags.

@chizuranjida Wow, vielen Dank für die Zusammenstellung aus LdeS! Ich versuche bei Zeiten, dir mal darauf zu antworten. Allerdings vorab: Mein Ziel war es etwas mehr als nur das bisher Bekannte zur Kultur der Tulamiden beizusteuern und auch mal ein paar Sachen kritisch zu hinterfragen. Das war in Regionen wie dem Horasreich und Thorwal ja in der Vergangenheit auch möglich. LdeS und Raschtuls Atem sind, würde ich vermuten, ca. 15 Jahre alt und außerhalb von Aranien, ist nach meinem Empfinden nicht gerade viel dort passiert und auch kein neues Material geliefert worden...

Viele Grüße
Shirwan

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