DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Gefährliche Abenteuer, spannende Kämpfe und fremde Länder warten auf Dich.
Grakhvaloth
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Grakhvaloth » 19.05.2019 12:08

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)

Alricio gibt die üblen Nachrichten weiter. "Also, so wie ich das sehe sind wir leider nicht besonders weit gekommen. Genauer gesagt ist dort der Fluss, von da hinten kommen wir, und da sind wir ungefähr langgekommen." Alricio unterstützt seine Worte mit entsprechenden Gesten. "Das bedeutet, dass wir mehr oder weniger im Kreis gelaufen sind. Schöner Mist." Er schaut sich noch einmal um. Fanden sich irgendwo Spuren von Häusern, Feldern oder wenigstens Wegen? Er kratzt sich im Schritt. Hier oben auf dem Baum die Hose auszuziehen würde nicht gut funktionieren. Er musste hier dringend runter und sich um sein Problem kümmern. Nach einem letzt Blick klettert er wieder runter und macht sich daran, alle Kleintiere von seinem Körper zu entfernen.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.05.2019 12:39

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)
Goldon schimpft wie ein Rohrspatz, weniger auf Alricio, sondern eher auf die allgemeine Lage. Nachdem er den schlimmsten Dampf abgelassen hat, beruhigter sich. “Also gut. Zurück zum Anleger. Und dann versuchen wir es noch mal mit geradeaus. Hast Du was in der Hose, oder was?” Er juckt sich am Hals. Alricos Handfläche fühlt sich mittlerweile taub an, und er hat Schwierigkeiten, den Daumen zu bewegen.
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Grakhvaloth
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Ungelesener Beitrag von Grakhvaloth » 19.05.2019 13:17

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)

"Kannst ja selbst auch nochmal schauen, aber ja, so sieht es wohl leider aus als ob wir zurückmüssten." In mieser Stimmung macht sich Alricio mit Goldon auf den Rückweg. Er massiert seine schmerzende Hand und schaut sich die Bissstelle genauer an. Da er sich mit der hiesigen Fauna aber eh nicht auskennt nutzt ihm das wenig. Irgendein Vieh hatte ihn halt gebissen, und er hoffte, dass es nicht noch schlimmer werden würde.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.05.2019 14:18

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)
Der Biss ist ein wutrot-violetter Punkt, darum herum ist die Haut blass, und darum herum hat sich ein überraschend dunkelviolett und scharf abgezeichneter Ring gebildet. Der Daumen ist komplett taub, und die anderen Finger fühlen sich auch taub an, Bildet er sich das ein, oder ist ihm ein wenig schwindlig? Und er hat einen furchtbaren Durst. Wahrscheinlich vom Klettern.
Als sie den Steg erreichen, besteht kein Zweifel. Ihm ist so schwindlig, dass er kaum stehen kann, und die ganze Hand ist mittlerweile taub und geschwollen. Das verdammte Vieh muss giftig gewesen sein. Er bekommt einen Schweissausbruch und muss sich an einem der Stegpfosten abstützen.
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Grakhvaloth
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Ungelesener Beitrag von Grakhvaloth » 19.05.2019 15:32

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)

"Goldon, ich brauche mal ...ne kurze Pause. Kannst du dir das mal ansehen?" Er zeigt seine Hand vor. Dann greift er mit der gesunden Hand nach seinem Wasserschlauch. Auf das Wasser mussten sie aufpassen, konnte sonst sein, dass das knapp wurde.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.05.2019 16:55

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)
“Ich bin kein Heiler.” Goldon geht neben ihm in die Knie und schaut sich die Hand an. “Wann ist denn das passiert? Auf dem Baum? Das sieht übel aus.” Er beisst die Zähne zusammen, offenbar überfragt, was er tun soll. “Zum Aussaugen ist es zu spät. Halt die Hand hoch, dass das Blut nicht so schnell zirkuliert. Und versuch... versuch bei Bewusstsein zu bleiben.” Er scheint im Kopf Alternativen zurchzugehen, aber keine davon scheint genug Sinn zu machen sie zu äussern. Dann zuckt er mit den Schultern. “Ich versuche uns einen Unterstand zu bauen. Bete zum Schweigsamen.” Wir hätten verdammt noch mal nicht ohne einen Feldscher losziehen sollen! Alricio beginnen die Sinne zu schwinden. Es tut gar nicht weh. Er ist nur so entsetzlich müde udn gleichzeitig durstig.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 19.05.2019 21:47

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas , Santinera (Boronaya)
"3 Dublonen klingt jetzt machbar, wenn ich mir unseren Verdienst anschaue oder das, was die anderen gerade vorgestern bekommen haben. Das reicht ja für ein paar Jahre," meint sie zu dem Geld. "Aber ihr habt natürlich recht, ich kann mir das Geld auch anders verdienen. Und sei es nur damit magisch zu heilen oder Unterricht zu geben. Das heißt also in der Regenzeit sind alle Magier hier verschwunden? Aber kann man manche Sachen nicht sogar besser erkunden, wenn man überall mit dem Boot hinkommt?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.05.2019 23:36

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas , Santinera (Boronaya)
Cusi zuckt mit den Schultern und widerspricht Boronaya nicht. “Will keinen abhalten, muss jeder selbst wissen, ob er das Risiko eingehen will. Die letzten zwei Regenzeiten sind fast alle abgereist.” “Siana bleibt da, aber ich denke, zum Portraitmalen bei den Planatgeros.” Tonarev nickt.
An der Rossa treffen sie kurz vor Fortschreitter und Siana ein, die beide ausgesprochen gute Laune zu haben scheinen und ihnen fröhlich einen guten Morgen wünschen. Cusi und Lifta verabschieden sich in Richtung Gildenhaus, um sich mit ihrer Partida zu treffen.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 20.05.2019 01:04

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas , Santinera (Boronaya)
Boronaya berüßt auch die beiden fröhlich, wobei sie sich schon fragt, ob sie alt wird, wenn die beiden hier vollkommen fit stehen und sie sich fast aus dem Bett quälen musste. Als sie Fortschreitter begrüßt kommt schon wieder das Gefühl von gestern auf. Verflucht, da hätte man es auf den Wein schieben können, aber jetzt...
"Wieder hinein in den Dschungel," meint sie lächelnd, wartet aber mit der Nachfrage nach Prospero auf etwas diskretere Momente.
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Lokwai
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 20.05.2019 10:32

7. Tag, Vormittags am Westufer, verlassene Wilmaan-Plantage. (Goldon und Alricio)
"Bleib wach, Alricio!" Goldon schüttelt den Kopf. "Und du wolltest den Auftrag für den Dschungel annehmen? Wir beide schaffen noch nicht einmal eine verlassene Plantage aufzufinden. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist. Besser ich konzentriere mich auf die Arbeit für die Kirche, auch hier in Santinera. Ich habe hier nichts verloren! Ich kann Menschen beschützen, aber uns noch nicht einmal vor Spinnen oder sonstigem Kleinvieh. Wie erbärmlich!"
Er schlägt mit der Faust auf dem Boden.
"Ich frage mich langsam, ob diese ganzen Geschichten über den Dschungel frei erfunden sind. In der Stadt* gibt es Unmengen Erzählungen von Questadores und Gelehrten die in die Wildnis zogen, irgendwie hatte deren Berichte was von Heldenmut ... paaah ... und wir finden keine 50 Schritt vom Steg zurecht. Was soll das? Und du würdest vor meinen Augen verrecken ohne das ich die leiseste Ahnung habe wie ich dich daran hindern könnte."
Goldon kramt in seinem Gedächtnis nach Hilfsmittel gegen eine Vergiftung. Er hatte Basiskenntnisse, mehr aber auch nicht.
"Wir werden viel frisches Wasser benötigen. Du brauchst das jetzt! Und nicht einschlafen, denk daran!"
So, nun erst einmal durchatmen und nachdenken, der Frust ist raus, jetzt musste es weitergehen.


*Al'Anfa

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 20.05.2019 13:37

8. Tag, sehr früh morgens, auf der Rossa, Flussaufwärts (Boronaya)
Fortschreitter kann es kaum erwarten, Boronaya persönlich zu begrüssen, und beinahe hätte er sie umarmt, besinnt sich allerdings noch knapp auf seine guten Manieren und schüttelt ihr stattdessen mit beiden Armen die Hand. “Guten Morgen Boronaya! Ich freue mich, dass wir wieder zusammen losziehen!” Das wissende oder zumindest verdächtigende Grinsen der Questadorinnen um ihn herum bemerkt er nicht.
Die Rossa füllt sich schnell. Unter anderem ist da auch Prospero, mit Maushaber im Schlepptau und einem halben Dutzend Arbeiter sowie Onids Truppe, die augenscheinlich für diesen Ausflug noch ein paar Grünschnäbel aufgegabelt hat. Sie haben zwei flache Lastkähne an die Rossa gehängt und einiges an Seilzeug dabei. Offenbar geht es auf schwere Beute. Die als Verstärkung von Onids hartgesottenen Veteranen mitgenommenen wirken aufgeregt und etwas unsicher. Bis auf eine, die – wenn überhaupt - eher wie eine Kundschafterin aussieht, sind alle anderen Schützen. Auf die Art hat Prospero jetzt ein drei Arbalettieri dabei, und ein halbes Dutzend weitere mit Balestra.
Prospero überlässt Maushaber das Einteilen der Leute, was sie resolut und selbstständig macht, und er sebst gesellt sich derweil zu Fortschreitter, Siana und Boronaya. “Einen wunderschönen guten Morgen, Alpacina, Ribaldo, und natürlich Boronaya!” Er zwinkert Siana zu, und die zwinkert zurück, und Boronaya fragt sich, ob sich Siana ihm wirklich hingegeben hat. Das Verhältnis wirkt eher freundschaftlich mit einer Prise Unartigkeit als 'Jeder hat bekommen, was er wollte'.
Die anderen Auftraggeber, die mit ihren Trupps an Bord kommen, sind Boronaya unbekannt, es sind keine Magier, und sie halten sich jeder für sich. Prosperos Truppe und, wenn auch möglichst hinter seinem Rücken – er selbst, bekommen von ihnen eine ganze Menge Blicke, in denen Neugier und Neid zu lesen ist, die Questadoren hingegen scheinen davon ziemich frei zu sein, vielleicht können sie besser beurteilen, dass der großen Chance auch große Risiken gegenüberstehen..
Das Schiff wird so voll, dass es schwer wird, für alle Sitzplätze zu finden, was natürlich dazu fürht, dass die Veteranen sich bequeme Liegeplätze reservieren, um bis zum Anleger noch etwas zu dösen, und die ganz am unteren Ende der Hackordnung eben stehen müssen.

29. Tag, vormittags, Plantage Esparanza (Crocodileros)
“Es ist mir ein Rätsel, warum man eine Gemüseplantage mit Forellenzucht Esparanza nennt.” Jelinea richtet sich auf und wischt sich den Schweiss aus der Stirn. Krokodile auf Esparanza, ihre Aufgabe für heute. Beziehungsweise die für Alejandro und Marico. Ihre Aufgabe ist es, Sumaida bei der Kräutersuche am Rand der Plantage zu unterstützen und zu beschützen, während die beiden Jungs für heute das Geld verdienen. Leicht verdientes Geld, denn genau wie auf Arbol Grande üben die Fischteiche eine beinahe magische Anziehungskraft auf die Krokodile des nahen Flusses aus, und da der Bambuszaun am Hügel, der die Plantage vom Fluss trennt, nicht gut in Ordnung gehalten war, hat das Problem schnell eine Dimension erreicht, die eine Beauftragung an die Gilde notwendig machte.
Die drei Sklaven, deren Aufgabe es gewesen wäre, den Zaun in gutem Zustand zu halten, arbeiten bei Marico und Alejandro mit, und ihre Rücken zeigen immer noch sichtbar die Spuren der herschaftlichen Mißbilligung, und die Laune der jungen Oberaufseherin, die die Arbeiten beaufsichtigt, schwankt zwischen Respekt für die Professionalität der Krokodiljäger und dem Ärger über das Ausmaß des Schadens, so dass Jelinea sich recht sicher ist, dass die drei Faulpelze heute nachmittag noch einmal einen Nachschlag bekommen werden.
“Wieso, es ist doch...uh... ein schöner Name.” Sumaida bückt sich. “Das ist übrigens Lindegardsmündchen, das können wir gut gebrauchen.” Jelinea nickt und versucht sich die recht unscheinbare Blume einzuprägen. “Schon. Aber die Plantage ist doch eine ziemliche Klitsche. Das Haupthaus ist doch eine bessere Baracke, und der Plantagero läuft in alten Klamotten und einem ausgefransten Stohhut rum.” Sumaida wird rot. “Aber Alejandro sagt, die Teiche sind richtig geschickt angelegt.” Jelinea, zuckt mit den Achseln, eine harmlose Natter im Auge behaltend,die sich beim nähernden Lärm davon schlängelt. “Das schon. Aber so richtig Zug in der Kolonne ist nicht gerade. Bei meinen Eltern sähre das anders aus.” “Die Oberaufseherin ist ja noch sehr jung.” Jelinea überlegt, ob sie ihre Meinung, dass die Auswahlkriterien für sie wahrscheinlich eher sachfremder Natur waren, äussern soll, aber sie bremst sich, da sie weiss, dass Sumaida ungern über Leute lästert. So drückt sie es neutral aus. “Immerhin ist sie sehr hübsch.” Sumaida nickt. “Ja, das stimmt.” Das war nicht zu übersehen. Sumaida inspiziert ein weiteres Kraut, lässt es aber stehen. “Aber grausam ist sie nicht. Den Striemen nach würde ich bezweifeln, dass die Peitsche Blut gezogen hat. Dabei haben die Faulpelze die Plantage einige Dublonen gekostet.” Jelinea bestreitet das nicht, sieht es aber aus einer anderen Perspektive. “Wenn sie die Bande im Blick behalten hätte, dann wäre es früher aufgefallen. Ist eigentlich genau so ihr Fehler wie der von den dreien.” Sumaida wischt sich den Schweiss aus der Stirn. “Ja. Das stimmt. Wahrscheilich hat sie geglaubt, sie könnte sich auf die drei verlassen.” Jelinea läßt das nicht gelten. “Sie ist Aufseherin. Sie soll die Sklaven im Auge behalten, nicht ihnen vertrauen. Ihr Dienstherr bezahlt sie nicht dafür, im Liegestuhl auf der Terrasse zu liegen und gut auszusehen.” Sie grinst. “Obwohl, bei ihrem Aussehen vielleicht schon.” Sumaida wird prompt rot. “An was Du wieder denkst.”

9. Tag, zunächst früher, dann später Vormittag, Verlassene Plantage -> Hafen von Santinera (Goldon und Alricio)
Es ist die Hölle. Wenn sie die Rossa verpassen, oder der Schiffsführer sie gerisst, dann werden sie hier sterben, ruhmlose Opfer des Dschungels. Schlechtes Wasser und ein Spinnen- oder Schlangenbiss. Am Abend fällt Alricio in eine Art Fiebertraum und lallt nur zuweilen noch etwas, aber auch Goldon fühlt es in seinen Eingeweiden rumoren. Das gute Wasser aus der Feldflasche ist längst alle, und der aufgefangene Regen ist trotz des Abkochversuches offenbar nicht gut genug. Am nächsten Morgen geht es Alricio noch schlechter, und auch Goldon kann nichts mehr bei sich behalten.
Aber die Rossa kommt, und anstatt ihnen einfach den Rest zu geben und sie auszuplündern, nimmt man sie an Bord. Goldon ist noch genug bei Sinnen um vage Gestalten zu erkennen. “Dich hats aber bös erwischt, Kumpel.” Der Mann klingt ein wenig wie sein erster Hauptmann, dröhnend wie ein halbleeres Bierfass. “Lebt der andere auch noch?” Das wird offenbar bestätigt, denn der Mann ordert befehlsgewohnt. “Dann hoch mit ihm. Kennt den wer.” “Nein. Aber. er. wohnt. bei. Ponches.” Die Stimme eines Mädchens? “Hoch mit dir Kumpel, es geht nach Hause. Kneif den Arsch zusammen! Bendo, schau sie dir mal an.” Goldon erinnert sich vage. Sie haben tatsächlich Glück. Das ist Grimrigs Partida.
Ein junger Mann untersucht ihn. “Reisswasserfieber. Der muss zur Dottora.” Dass Alricio untersucht wird, bekommt er nicht richtig mit, aber Goldon hört die Diagnose. “Spinnenbiss. Keine Ahnung welche. Und Reisswaserfieber dazu. Der machts nicht mehr lange.” Es folgt eine Unterhaltung, dann sieht Goldon unscharf, wie sich eine Gestalt mit einem ausladenden Stohhut über Alricio beugt. “Yawarakai, Doku!” “Danke, Gelehrte Dame.” Der Strohhut nickt nur. “Das Gift ist besiegt. Aber die Krankheit, die es hervorgerufen hat, weicht nicht der Magie. Er braucht die Dottora.” “Ganz sicher braucht er das, Gelehrte Dame.” “Kümmert euch drum.” “Jawohl, Gelehrte Dame.”

Die Fahrt verbringt Goldon mit Schlafen oder Dösen, aber im Hafen von Santinera geht es ihm ein wenig besser, und es dauert nicht lang, dann hat ein ausgeschickter Junge Boroggio geholt, und sei es der Schliff der Garde oder die frische Luft und vernünftiges Wasser, in seiner Gegenwart kann sich Goldon wenigstens vernünftig ausdrücken und wieder klar sehen. Alricio schläft, man hat ihn im Schatten eines Marktstandes auf ein paar Kisten gelegt und zugedeckt. “Gnädiger Herr Boron, was ist denn mit Dir passiert, Goldon?”
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Chephren
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 20.05.2019 20:08

8. Tag, sehr früh morgens, auf der Rossa, Flussaufwärts (Boronaya)
"Ich freue mich auch dich zu sehen," meint sie zu Fortschreitter und wird für einen Moment vielleicht sogar ein wenig rot, gut, dass ihre dunkle Hautfarbe das überdeckt.
Bei der Ansammlung der Questadoren lacht sie Prospero zu und grüßt ihn auch herzlich. "Euch natürlich auch einen wunderschönen Morgen. Plant ihr den halben Sumpf abzutransportieren und nebenbei die Echsenpoulation auszulöschen?" fragt sie scherzend. "Ihr müsst uns aber bitte auch noch eine Kleinigkeit stehen lassen."
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Lokwai
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 21.05.2019 10:48

9. Tag, später Vormittag, Hafen von Santinera (Borrogio, Goldon und Alricio)
Es war wie ein Reflex, obwohl Goldon sich elendig fühlt, steht er auf als Borrogio, der junge Boroni, sein Mündel, auftaucht.
"Bruder Borrogio, wir beiden", er deutet auf Alricio, "haben im Dschungel versagt. Er hat einen Spinnenbiss abbekommen und ich war wohl nicht in der Lage das Wasser vernünftig abzukochen. Ich glaube wir sind keine 200 Schritt weit gekommen. Erbärmlich ... einfach nur erbärmlich."
Der Boroni, im klassischen Seidengewand im Ranges eines Priesters gekleidet, legt die Hand auf Goldons Schulter.
"Du bist wieder hier, Boron hat noch keine Zeit für dich," er grinst leicht, "anscheinend hat das Leben euch eine Prüfung auferlegt und ihr habt es geschafft diese Prüfung zu bestehen. Ich werde veranlassen, dass man sich um euch kümmert. Macht ruhig, Goldon!" Seine blauen Augen funkeln ihn aus seiner tief ins Gesicht gezogen Kapuze an.
"Ich werde vor erst nicht von Alricios Seite weichen. Ich bin für das verantwortlich!"
"Ich verstehe dich ..." erwidert der Boroni und zieht leise seines Weges, "wartet bitte hier, ich hole Hilfe."
Goldon schnappt sich eine leere Kiste in der Nähe des aufgebahrten Alricios, stellt diese neben ihm und setzt sich zu ihm, mit dem Rücken an den Tisch und dabei sein Kopf leicht an Alricios Seite gelehnt.
"Horasier gehören nicht gerade zu meinen Freunden, aber bei dir mache ich eine Ausnahme. Erhole dich!" Nebenbei greift er sich den Arm der aus der Decke lugt und fühlt seinen Puls. Zufrieden steckt er dessen Arm wieder in die Decke.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 21.05.2019 20:32

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas, Santinera (Boronaya)
Der ältere Magus lacht. “Oh, habt keine Sorge, es wird schon genug übrig bleiben. Und die Signores und Signoritas hier sind nur meiner Paranoia geschuldet.” Siana lacht. “Paranoia... miau!” Sie quietscht, als sie einen kräftigen Klaps erhält. Prospero droht ihr augenzwinkernd mit dem Finger. Sie hebt die Hände. “War das schon ein Vorgeschmack? Durch die Lederhose habe ich gar nichts gespürt!” Sie wendet sich lachend an Boronaya. “Seht euch vor! Dieser Mann ist gefährlich!” Die Schiffsglocke läutet, und die Rossa arbeitet sich flussaufwärts.
Fortschreitter brennt ganz offensichtlich darauf, Boronaya einzuweihen, was ausser ihrer geschätzten Anwesenheit noch ein Grund für seine gute Laune ist, aber er geduldet sich bis zum Sumpfanleger. Nach dem geschäftigen Chaos des Ausladens sammelt sich die Truppe wieder für das Boronsgebet, vorgesprochen von Prospero. Und dann verschluckt sie alle der Sumpf, diesig und nebelverhangen wie immer.
Eben waren sie noch beinahe hundert, jetzt paddeln sie auf zwei Kanus in Richtung des Säulenfeldes. Fortschreitter, der beinahe geplatzt wäre, kann jetzt endlich auspacken. “Also, gute Nachrichten! Laut meinem geschätzten Kollegen Prospero ist der Baum und die direkte Umgebung in Form eines Trapezes geweihter Boden, der Baum sogar recht stark, wie ein Heiligtum. Er konnte mir zwar nicht sagen, welcher Gottheit, aber ich schätze, als Arbeitshypthese ist Zssah nicht falsch. Die Ausgrabung, von der Signaorita Tonarev uns erzählte, die mit dem kreisförmigen Steg, liegt genau an der Spitze des Trapezes, allerdings schon ausserhalb. Er schätzt, dass der eigentliche, oder sollte ich sagen, ursprüngliche Boden in gut drei Schritt tiefe liegt. Zieht man eine gerade Linie vom Baum zum Gerüst, so befindet sich sieben Schritt vom Gerüst entfernt offenbar noch etwas stärker Geweihtes im Schlamm. Was es ist, weiss er nicht. Es misst ungefähr anderthalb mal sieben Schritt und ist wahrscheinlich geformt wie ein Kusliker S.” Siana nickt. “Und alles, was ich dafür tun musste, war eine Schultermassage und das Versprechen, das wir ihm bei seinen Notizen zu helfen.” Sie hebt die Schultern, beim Paddeln zögernd. “Was allerdings einiges an Arbeit sein wird, Ribaldo, das ist euch klar?” Der nickt, es scheint ihn aber nicht zu schrecken. “Stillschweigen über deren Inhalt haben wir auch gelobt, Alpacina.” “Natürlich.” Tonarev, die bei ihnen mit im Kanu ist, dreht den Kopf. “Und was machen wir mit diesen Angaben? Ausgraben können wir nicht, ausser Boronaya kann einen tollen Zauber.” Das scheint sie zwar für unwahrscheinlich, aber nicht völlig unmöglich zu halten. “Wenn es nur drei Schritt im Schlamm sind, können wir mit Bambusstangen versuchen, seine Form zu einzugrenzen und zu erahnen.” Tonarev nickt. Klingt zwar nach einer ziemlichen Arbeit.

9. Tag, später Vormittag, Hafen von Santinera
Die Dame Akagi – denn um die handelte es sich bei der Strohhutträgerin, verabschiedet sich mit einem Nicken, noch bevor Boroggio eintrifft, und auch von Grimrigs Partida bleiben nur Pak und Bendo zurück. Als Boroggio, den sie respektvoll aber stumm begrüssten, sich verabschiedet hat, kommt der Feldscher auf seine Bemerkung zurück. “Nimm Dir das nicht zu Herzen, jedenfalls nicht auf die falsche Art. Das erste Mal allein im Dschungel ist immer gefährlich. Eine Gruppe bringt halt Sicherheit, egal wie gut man ist, man braucht immer einen Kumpel, der einem den Rücken deckt. Und nur zu zweit bist Du aufgeschmissen sobald einem was passiert.”
Es dauert ein wenig, offenbar braucht Boroggio für die Organisation Zeit, aber dann kommt er mit vier Gehilfen, die ihm wahrscheinlich seine Hauswirtin aus den Werkstätten der Nachbarschaft besorgt hat, und zwei Tragbahren. Bendo fragt Goldon, wahrscheinlich eher zu Borogggios Information. “Ihr könnt doch bezahlen? Also nicht uns, das bischen Kiterika gegen das Fieber ist geschenkt, und der Dame Akagi reicht ein Dankeschön, wenn ihr wieder laufen könnt, aber die Medizin gegen das Reisswasserfieber ist nicht billig, die wird euch die Dottora berechnen.”
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 21.05.2019 23:31

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas, Santinera (Boronaya)
"Dann bin ich ja froh," meint sie ebenso augenzwinkernd zu Prospero.
ALs dann Fortschreitter so enthusiastisch erzählt wirkt sie auch nicht wenig begeistert. "Das sind ja großartige Neuigkeiten. Auch wenn ich nicht wirklich mit einem Zauber helfen kann. Ich kann höchstens jemanden in einen Maulwurf oder so etwas verwandeln, dann kann er graben. Aber in einem Sumpf. Wir müssten vielleicht mit Brettern das nachrutschen des Schlamms verhindern. Dann müsste man graben können..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 22.05.2019 10:25

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas, Santinera (Boronaya)
Der Gelehrte überschlägt es im Kopf. “Eine Grube von acht mal zwei Schritt Breite, sagen wir dreieinhalb Schritt hoch. Mit zölligen Brettern ausgekleidet, sagen wir zwanzig Prozent Überdeckung. Das sind dann, bei zölligen Brettern...” Er schliesst kurz die Augen und bewegt die Lippen. “Ungefähr siebzehn Quader Holz. Dazu gut hundert Pfosten. Streben nicht eingerechent.” Er seufzt. “Das können wir nicht stemmen. Dazu reicht mein Budget nicht einmal annährend.” Tonarev nimmt die Zahlen beeindruckt und unhinterfragt als richtig hin. “Und wenn ihr mit Bambus arbeitet?” Auch der muss natürlich geschnitten werden, und wer kann schon wasserdicht flechten? “Und ein Pumpwerk bräuchten wir auch. Also eher zwei als ein Dutzend Arbeiter.” Siana weist auf den Aspekt der Personalkosten hin. “Und wenn das, was auf dem Boden ist, eine steinerne Statue sein sollte... Ein Raumschritt Granit wiegt laut Kutschreuthers Kompedium der Gewichte knapp drei Tonnen.” Siana macht nur “Ah.” Dann richten sich ihre und Fortschreitters Blicke auf Boronaya. “Habt ihr irgendeine Idee?” Tonarev hebt die Hand. “Ich will euch nicht reinreden... aber sollten wir eine geweihte Statue überhaupt bewegen?”

29. Tag, vormittags, Plantage Esparanza (Crocodileros)
Sie werden noch vor dem Mittagsregen fertig, und im Kontor der Plantage, die wohl gleichzeitig das Arbeitszimmer des Planatgeros ist, zeichnet ihnen dieser höchstpersönlich den Auftrag frei. Er ist zwar nicht gerade begeistert, aber er trägt es mit Fassung und sogar Humor. “Da hätte ich ja beinahe auf Krokodilzucht umgesattelt. Neunundsechzig laufende Schritt, Respekt.” Die Oberaufseherin, deren Oberbekleidung aus einer an den Enden verknoteten, ansonsten mangels Knöpfen offenen Bluse und einem eher etwas knappen Brusttuch besteht, senkt den Kopf. “Das ist auch meine Schuld, Onkel. Ich hätte den Zaun früher kontrollieren sollen anstatt zu glauben, dass die Biester über die Schleuse kommen.” Der schon graumelierte Plantagero, der in einer ausgefransten Hose mit einem einfachen, mehrfach geflickten Leinenhemd, an dem auch ein Knopf fehlt und noch dazu barfuss an seinem Schreibsekretär sitzt, zuckt mit den Schultern. “Kann passieren Argi, es war Dir ja eine Lehre. Ist schade um das Silber, aber die Krokodilhaut und das Fleisch bringen ja auch was.” Er reicht Alejandro den in erstaunlich sauberer Schrift abgezeichneten Auftrag. “Bleibt ihr zum Mittagessen, Jungs? Wir haben schon eingedeckt.” Alejandro neigt den Kopf. “Vielen Dank, Don Rosco, die Einladung nehmen wir gerne an. Können wir uns irgendwo waschen?” Der Don nickt. “Klar doch, hinterm Haus. Argentia zeigt euch den Weg.” Er zögert, und dann – vielleicht weil er Jelineas Blick richtig deutet – erklärt er sich. “Ihr müsst die Unordnung entschuldigen. Die Plantage trägt sich gut, aber wir haben noch eine Hypothek abzuzahlen, und meine Schwester hat das Jahresfieber, das geht alles ins Geld. Da macht es wenig Sinn, im Seidenhemd herumzulaufen. Es muss halt jeder mit anpacken, so gut er kann.” Jelinea wird ein wenig rot, aber Alejandro nimmt die Situation mit Aplomb. “Die Forellenteiche sind wirklich geschickt angelegt, das ist mir gleich aufgefallen, als wir her kamen.” “War immer mein Hobby und mein Traum.” Er wendet sich an seine Nichte. “Und zieh dir zum Essen einen Rock an, Argi, Wenn Tante Rilla sich schon die Mühe macht.” Die wird ebenfalls rot. “Natürlich, Onkel.”
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 22.05.2019 12:10

9. Tag, später Vormittag, Hafen von Santinera (Borrogio, Goldon und Alcirio)
Nur aus den Sehschlitzen seiner fast geschlossenen Augen, erkennt Goldon das sich die Dame Akagi mit einem Nicken verabschiedet. Plötzlich öffnet er die Augen und ruft ihr zu, ohne zu schreien: "Habt vielen Dank, werte Akagi. Ihr habt was gut bei mir!" Die ruckhafte Bewegung seines Kopfes war nicht gut, ein feiner stechender Schmerz macht sie breit und er lehnt sich, nach dem er ihre Reaktion abgewartet hat, wieder an.
Dann bemerkt er den Feldscher und nickt ihm zu: "Danke für deine Worte. Am Ende ist man immer schlauer und sowas wird mir nicht noch einmal passieren."
Als dann Borrogio mit den Gehilfen auftaucht, freut sich Goldon, er wusste das der Boroni ihnen helfen wird.
"Natürlich können wir zahlen", sagt er platt hinaus, "...äergerlich das unserer Versagen sogar noch mehr kostet als das wir gewonnen haben. Tja, ein Tag gewinnt man, ein Tag verliert man." Etwas Optimismus kehrt in dem Gardisten zurück.
"Ich danke euch nochmals für die Hilfe und der Medizin. Das werde ich nicht vergessen!" Seine Hand greift den Arm des Feldschers und er drückt diesen spürbar, so als ob er damit seine Aussage unterstreichen wolle.

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Ungelesener Beitrag von Chephren » 22.05.2019 21:02

8. Tag, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Hafen, Portas, Santinera (Boronaya)
Boronaya überlegt eine Weile, schüttel aber dann den Kopf. "Es gibt schon Möglichkeiten denke ich, auch mit Magie, aber diese leigen außerhalb meines Tätigkeitsfeldes. Elementarbeschwörung zu Beispiel. Aber ich halte es auch nicht für verkehrt so etwas auszugraben. Ist ja nciht so, als ob die Echsen es noch brauchen und vielleicht ist es für die Forschung sehr wichtig. Von welchen Kosten reden wir denn hier und glaubt ihr man könnte sie danach wieder einspielen?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 23.05.2019 08:35

8. Tag, morgens, auf dem Weg ins Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
Der Gelehrte schaut zu Siana. “Auf jeden Fall deutlich über hundert Dublonen. Und was Du sagst, Tonna...” Die schaut etwas defensiv. “Ist immerhin Tsa, oder? Wenn's jetzt einer ihrer komischen Götzen wäre.” Fortschreitter schüttelt den Kopf. “Die Echsengötze Zsssah und die jungendliche Göttin gleich zu setzen, macht es sich zu einfach. Die Theologen sind sich zwar recht sicher, dass es sich im Endeffekt um dieselbe Entität handelt, aber die Prinzipien der Kulte weisen deutliche Unterschiede auf, so dass es leichtfertig wäre...” “Enti-was?” “Es ist nicht unbedingt dieselbe Göttin.” “Nicht unbedingt? Nichts für ungut, Senor Fortschreitter, aber Ich möchte mal gesunde Kinder zur Welt bringen.” Das ist ein Argument, das Siana wohl auch ins Grübeln bringt. Keine Fau im gebärfähigen Alter will es sich mit Tsa verscherzen. Sie bringt diplomatisch ein anderes Argument. “Die Frage stellt sich ja noch nicht, Tonna. Über hundert Dublonen können wir nicht leichtfertig ausgeben. Wenn das Ding unbeweglich ist oder in Al'Anfa die Spektaibilität auf einen Wink der Hohepriesterin sagt: Die Göttin ist erzürnt, aber wenn ihr die Statue dem Tempel spendet... “ Auf Fortschreitters Gesicht macht sich ein Angstgrinsen breit. “Meint ihr, sie würden...” “Vor ein paar Jahren hat die Boronkirche einer Expedition eine Visar-Statue abgenommen. Einen Raben oder sowas. Also faktisch, sie haben ein Handgeld dafür bekommen. Vielleicht hat Tadaeus auch deswegen erst mal die Finger davon gelassen.”
Sie erreichen ihren alten Anlegeplatz, und Sertudo und Jucho sichern erst einmal voraus, geben dann aber recht schnell Signal, dass alles in Ordnung zu sein scheint.

29. Tag, vormittags, Plantage Esparanza (Crocodileros)
'Hinterm Haus' liegt ein Wassertrog auf einer Terrasse, eher krude, aber doch funktional. Gespeist wird es von einer Zisterne, die ihrerseits das Regenwasser des Daches aufnimmt, und eine Dusche ist auch vorhanden, die dann in eine Art Pferdetränke läuft, nur dass es hier sicher keine Pferde gibt.. Weil es schon nach gebratenem Fisch riecht, bleibt keine Zeit zu verschwenden, und man duscht und wäscht sich zusammen. Jelinea stellt dabei fest, dass sie mittlerweile einfach an den Anblick der Jungs und diese den ihren und Sumaidas gewohnt sind, und die Flachserei beschränkt sich auf ein Minimum, was sich auch wieder nicht recht anfühlt. Aber dann kommt Argentia hinzu, und das ändert wieder alles, auch wenn sich alle bemühen, so zu tun, als wäre nichts dabei. “Was habt ihr denn sonst so für Aufträge? Tante Rilla war früher auch Questadorin, bis sie die Gilbe und dann das Jahresfieber bekommen hat.” Argentia richtet die Frage an Alejandro. Der kratzt sich am Kopf, einen Blick riskierend. “Na ja. Meist Heilkräuter sammeln oder Krokodile. Das können wir halt, mein ich. Beziehungsweise, was die Heilkräuter angeht, das kann Sumaida.” Er lächelt diese an, und das nimmt sie zum Vorwand, sich von ihm mit den Haaren helfen zu lassen. Argentia versteht ihren Wink. “Kein Kampf?” “Kämpfen können wir auch... aber das andere wird tatsächlich besser bezahlt und ist weniger gefährlich.” “Hätte ich nicht gedacht.” Argentia schaut erstaunt und scheucht Marico von seinem Platz unter der Dusche weg. Die Berührung führt dazu, dass seine Selbstbeherrschung versagt, was die Frauen mit gnadenlosem Gekicher quittieren. Marico nimmt es mit Humor. “Ihr seid gemein.” Jelinea lacht. “Das reimt sich auf...” “Bitte nicht über Größe reden.” “Die ist ja bekanntlich nicht alles.” Argentias Spott ist gutmütig, aber unüberhörbar. “Immerhin paßt er überall rein.” Marico verpaßt ihr einen Klaps, und sie quietscht. “Aua! Ich hole gleich meine Peitsche!” Aus den Haus erklingt ein Gongschlag und eine resolute Stimme verkündet. “Essen!” Argentia lacht. “Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.” Marico verpaßt ihr einen weiteren Klaps. “Wir werden ja sehen!” Argentia wird etwas ernster. “Eigentlich ist das Ganze meine Schuld. Aber ich hätte schwören können, dass die Biester über die niedrige Schleuse kommen. Alejandro trocknet sich ab und greift sich als erstes seine Hose. “Kann beides der Fall sein.” Jelinea grinst. “Wenn Du Deinen Onkel bittest, legt er dich sicher gerne übers Knie, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun.” Argentia lacht abgeklärt. “Mein Onkel hat mich noch nie geschlagen. Das übernimmt meine Tante, und die nimmt den Brabaker.” “Autsch.” “Genau das. Wo kommt ihr eigentlich her?” Weder Felicella, Ettilia noch Severa sind ihr bekannt, was allerdings auch kein Wunder ist, sind das doch alles nur Plantagensiedlungen, die ausser den Bewohnern allenfalls die Flusskapitäne und Ernteaufkäufer kennen.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 23.05.2019 21:04

8. Tag, morgens, auf dem Weg ins Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
Boronaya nickt nachdenklich. "Risiko ist immer bei einer solchen Sache dabei, wobei ich bezweifle, dass uns jemand zürnt, wenn wir die Statue oder was es ist bergen. Es ist ja nicht so, als ob wir sie schänden oder sie gerade im Moment besonders geehrt wäre. Hat Prospero gesagt, wieso er das weiß und wieso er sie nicht geborgen hat? Und wie sähe es mit Geldgebern aus?"
Insgeheim vermutet sie ja den Grund darin, dass er keine Dämonenillusionen benutzt, sondern Dämonen.

Als sie ankommen folgt sie den beiden anderen nach oben und schaut sich ebenfals etwas um, jetzt deutlich wachsamer als noch im Boot.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 23.05.2019 22:29

8. Tag, morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
Auch Siana schaut sich um. “Ich fürchte, er hat seine Karten nicht auf den Tisch gelegt. Ich schätze Jaspo Czeysic hat etwas damit zu tun, sein Portfolio ist schliesslich die Hellsicht.” Fortschreitter seufzt. “Und Geldgeber wollen meist recht genau wissen, wofür sie Geld ausgeben sollen. Und sie sitzen in Al'Anfa, zumindest die einzigen, an die ich mich wenden könnte. Nein, wir werden erst einmal versuchten, herauszufinden, was dort unten liegt.” Er schaut zu Boronaya. “Kannst Du Dich in etwas verwandeln, was im Schlamm tauchen und fühlen kann?” “Und was sollte das sein, Ribaldo?” Siana schüttelt den Kopf. Fortschreitter ist wohl auf dem falschen Fuss erwischt und sucht in seinem Gedächtnis. “Ein Sumpfdrache vielleicht?” Der Vorschlag trifft bei den Questadoren nicht auf Gegenliebe.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 24.05.2019 07:13

8. Tag, morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
"Hmm Magie kann göttliches Wirken nicht erkennen... Daher die Frage." Als dann die Frage nach der Verwandlung kommt, zuckt sie mit den Schultern. Ich kann eine Person in ein Tier seiner Wahl verwandeln." Sie schaut zu der Malerin, die ja schon Tierkenntnisse bewiesen hat. "Kennt ihr eni Sumpfter, dsa geeginet wäre?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 24.05.2019 08:53

8. Tag, morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
“Müsst nicht ihr euch das Tier vorstellen? Oder reicht es wenn ich mir... aber dann würde sich wohl niemand in einen Kürbis verwandeln lassen, oder?” Siana schaut fragend zu Boronaya. “Aber mir fällt aus dem Stand nichts ein, was sich in drei Schritt tiefem Schlamm orientieren könnte.” Sie scheint auch auf die Aussicht, in so ein Tier verwandelt zu werden, nicht besonders erpicht zu sein. Fortschreitter nickt zögernd. “Stecken wir erst einmal das Gebiet ab. Dann brauchen wir wohl Bambus.” Jucho nickt abgeklärt. “Das geht in Ordnung, Senor Fortschreitter. Aber habt bitte im Hinterkopf, dass wir Söldner, keine Rabotnici sind. Unsere Fähigkeiten und Aufgaben liegen bei der Sicherung und Aufklärung. Und sicher ist es hier, das glaubt mir, trotz der ganzen Ruhe nicht soweit, dass wir auf Wachen verzichten könnten.” Fortschreiter wird ein wenig rot, nickt aber bei dem ruhigen Vortrag. Jucho reicht das, und er teilt seine Leute ein. “Sertudo, Du machst vorsichtig eine Runde. Makita, Du nimmst Position auf dem bewährten Felsen. Wir anderen hauen Bambus.” Das gilt nätürlich auch für Boronaya. “Sobald wir drei Dutzend vier Schritt lange Stangen haben, können wir mit der Vermessung beginnen.” Fortschreitter nickt.

9. Tag, später nachmittag, Hafen -> Haus der Dottora in Sandalia, Santinera
Als Goldon ihr seinen Dank nachruft, verhält die thalusische Magierin kurz und nickt. Als die Tragbahren kommen, begleitet Bendo die Truppe zur Dottora, den Weg kennen die Einheimischen. Leider müssen sie vor dem Haus etwas warten, denn unter einer Laube an einem kleinen Schrein Sankt Therbuns warten noch weitere Kranke auf die Dottora, teilweise begleitet durch Angehörige, oder Angehörige darauf, dass die Dottora sie zu den Kranken begleitet. Als diese mit der zuletzt Behandelten, einer älteren, einfach gekleideten Dame, gestützt durch ein kleines Mädchen, das wohl eine Enkelin oder ein Nachbarskind ist, herauskommt, spricht Boroggio sie an, und weist zwar höflich, aber doch mit dem Selbstbewusstsein eines Geweihten des Raben auf die gefühlte Dringlichkeit hin. Maree läßt den Blick über die Anwesenden gleiten, sagt etwas zu Boroggio, was Goldon nicht verstehen kann, den Geweihten aber leicht erröten läßt, und tritt dann an die Bahren, während Bendo kurz und prägnant Bericht erstattet. Sie hört sich das alles an, nickt und entscheidet dann. “Der Horasier hat es dringend, der Gardist kann noch warten.” Sie wendet sich an die Wartenden. “Ich bitte um Verzeihung.” Bendo verabschiedet sich nun und wünscht ihnen Glück.
Sie ist mit Alricio recht schnell fertig, und gibt den Bahrenträgern eine kleine Tonflasche, einen Tiegel und Anweisungen. Mit. “Er soll das trinken wenn er aufwacht und den Tee die nächsten Tage, bis er aufgebraucht ist. Wenn es Probleme gibt, schickt nach mir, aber er dürfte es dank dem Zauber der Magierin gut und ohne Folgeschäden überstehen.” Dann sind noch zwei andere dran und tatsächlich ein Hausbesuch, der von einem völlig aufgelösten jungen Mann verursacht wird, der sie laut weinend in eine Tischlerei am Hafen bittet. Aber die Ruhe tut Goldon gut, er hat keine Schmerzen, Boroggio ist dabei, und der seicht plätschernde Tratsch der Nachbarinnen im Schatten der Laube ist wie ein Himmelbett nach der Nacht im Dschungel. Irgendein Nachbarskind bringt für alle Tee und eine Kleinigkeit zu Essen, und dann, es wird schon dunkel, kommt, leicht grau im Gesicht, die Dottora wieder. Der Tratsch weiss es schon, in der Tischlerei ist ein Holzstapel umgekippt und hat ein Kind eingeklemmt, es war ein Wunder nötig! Die Dottora winkt die Bahrenträger, und die bringen Goldon ins Haus, und da in einen winzigen Innenhof. Er bekommt nach einer Untersuchung, die einiges an unerwünschten Mitreisenden entfernt eine undefineirbar-bitter schmeckende Medizin. “Das ist ein Extrakt auf Basis von Amuekakave. Ein sehr schwer zu findendes Kraut. In der Tonflasche hier ist noch eine zweite Anwendung, die trinkt ihr morgen früh. Geht mindetsens zwei Tage lang nicht in den Sumpf oder tief in den Dschngel, damit sich euer Körper regenerien kann. Wenig Alkohol, viel Kräutertee.“ Die Medizin beginnt bereits zu wirken, und Goldon fühlt sich deutlich besser, wenn auch noch nicht so gut, dass er auf die Bahre verzichten könnte, wenn es nicht unbedingt sein müsste.
Sie begleitet die Bahre nach draussen, und Boroggio regelt das Finanzielle – eine ganze Dublone, und die Dottora nimmt die nächste Patientin mit hinein. Dann geht es zurück in die Pension, und Goldon kann sich langsam wieder selbständig um sein Leben kümmern. Die Bahrenträger bekommen von Boroggio ein kleines Handgeld und verabschieden sich, und dann gibt es Abendessen. Ein richtig leckeres, warmes, nicht durch Fliegen und sonstige ungebetene Gäste mit beanspruchtes Essen. Und dann wird er in sein sauberes Bett kriechen können.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 24.05.2019 09:42

8. Tag, morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
"Hmm ich sollte es schon kennen, aber genauere Kenntnisse sind da jetzt nicht von Nöten."
Sie folgt den anderen und hilft solange beim schlagen der Bambusstangen. "Ich bin wirklich gespannt was das sein könnte, aber ich weiß auch nicht, ob das nciht besser geht," meint sie zuden Söldern im Bambuswald.
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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 24.05.2019 10:25

9. Tag, spät Abends auf Goldons Zimmer

Es war wirklich nett in seinem Zimmer, auf seinem Bett, die letzten Nächte da draussen war die Niederhölle. Goldon hatte sich schon bettfertig gemacht und starrt noch gen Decke und ist in Gedanken, als es an der Tür klopft. "Herein", kommt es von Goldon und er wundert sich wer um diese Abendstunde zu ihm möchte.
Hereinkommt Borrogio, in einem schlichten Nachthemd und kurzer Hose.
"Verzeiht, Goldon, ich wollte nur einmal schauen, ob wirklich alles in Ordnung ist." Goldon winkt ihn zu sich. Der junge Boroni setzt sich zu ihm an die Bettkante.
Seine ungewöhnlich hellen blauen Augen suchen den Boden ab.
"Ich weiß nicht wie ich es sagen soll. Ich mache mir Sorgen um dich. Ich habe dir den Freiraum gewährt hier selbstständiger zu sein. Ich hocke ja doch viel in meinem Zimmer und gehe in mich und deute Träume. Selbsterklärend das ich dafür keinen Schutz benötigen. Es scheint hier auch wenig Intrigen zu geben, zumindest was ich bisher mitbekommen habe." Goldon muss kurz schlucken, er hatte ja den Auftrag in zu bespitzeln, aber dieser Junge ist ihm irgendwie ans Herz gewachsen, was für ein Dilemma. "Ich kann nicht zulassen, dass du dich so in Gefahr bringst, ich brauche dich, mit dir kann ich reden, frei, da du die Kirche und ihre Priester sehr gut kennst. Ich genießes es wenn du mich besuchst und wir einfach mal plaudern, natürlich darf ich nicht dabei einfach losquasseln, es geziehmt sich ja nicht für einen Boroni, ich ... ich will nur sagen, passe auf dich auf. Du musst niemanden etwas beweisen. Ich weiß, dass du nicht gerade scharf darauf warst mich hierhin begleiten zu müssen, aber wir beide haben nun etwas Ruhe vor der Stadt des Schweigens, komisch das aus meinem Munde zu hören, nicht wahr?" Goldon nickt aber lächelt leicht verlegen.
"Ruh dich aus und genese schnell, Boron ist bei dir. Mein Beschützer."
Goldon möchte sich leicht aufsetzen, aber Borrogio hindert ihn daran. "Bruder, Danke für deine Worte ... ich habe das Gefühl das alles hier scheint eine Prüfung zu sein." Borrogio grinst: "Davon kannst du ausgehen, dass Leben ist immer eine Prüfung und hier betrittst du etwas was dir unbekannt ist, eine neue Situation, die dich aus deiner Routine wirft und nach neuen Wege verlangt, nichts ist hier so festgezurrt wie auf dem Silberberg. Bis vielleicht die Tageszeit an dem neue Aufträge am Brett hängen." Er schnauft leicht lächelnd ob seines Vergleiches. "So ... nun wünsche ich dir eine gesegnete Nacht und lasse dich von Bishdariel leiten. Bis morgen früh. Gute Nacht, Goldon." "Gute Nacht, Bruder." Dann erhebt sich Borrogio und schaut an der Tür noch einmal zu ihm und verlässt dann leise den Raum. Goldon beugt sich zur Kerze hinüber und bläst diese aus.
Seine Gedanken kreisen nun weiter, aber sein Inneres fühlt sich doch irgendwie erleichtert an.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 24.05.2019 14:00

8. Tag, morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
“Um was auszugraben brauchst Du halt einen Haufen Arbeiter und Material. Du hast ja die Expedition von Bombarda gesehen. Vielleicht gehts mit Magie einfacher...” Tonarev zuckt mit den Schultern. Bambusernten geht schnell in die Schultern, das ist eine Arbeit, die Boronaya überhaupt nicht gewöhnt ist. Dafür hat man Sklaven. Tonarev, Jucho und selbst Bule scheint es nichts aus zu machen.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 24.05.2019 14:16

8. Tag, morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
"Geht es. Aber dazu braucht man die Hilfe von Dämonen oder Dschinnen. Beides nichts was ich beherrsche," meint sie etwas zerknirscht, während sie ihr bestes versucht den Bambus zu ernten. Sie muss aber doch öfter Pausen einlegen als die drei anderen und man merkt ihr sehr deutlich an, dass sie diese Art Arbeit nicht gewöhnt ist. "Das ist ja eine Schinderei..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 24.05.2019 18:04

8. Tag, spät morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
“Eigentlich sollten sie dafür Rabotnici anheuern. Aber das Geld haben sie wohl nicht. Na ja, trainiert die Armmuskeln, bringt uns nicht um, und wir können das Silber auch gut gebrauchen.” Tonarev zuckt mit den Schultern und bekommt prompt einen Klaps von ihrem Bruder. “Nicht reden, arbeiten, Schwesterherz.” Boronaya wird nur durch eine augenzwinkernde Geste bedroht. Tonarev ist nicht um eine Antwort verlegen. “Und Hornhaut am Hintern bekommt man auch! Gewaltmensch!” Sie grinst. “Bei Boronaya traust dich nur nicht!” “Das nennt man Selbsterhaltungstrieb, Schwesterherz. Du hast doch gesehen, wie sie den armen Gabir zugerichtet hat.” Tonarev grinst. “Feigling!” “Wenn's dem Überleben dient.” Boronaya hat allerdings eher das Gefühl, dass Jucho sie nicht vor Fortschreitter in Verlegenheit bringen will, als dass er sich nicht trauen würde, sie mit einem Klaps auf Trab zu bringen.

Die Arbeit bleibt mühsam, auch, oder besonders, als sie anfangen, die Stangen zu versenken. An die von Siana kolportierte Stelle, eine Aneinanderreihung lose miteinander verbundener Tümpel, müssen sie mit dem Kanu, während Fortschreitter sie über eine improvisierte Vermessungsbake auf der Linie zwischen Baum und alter Ausgrabung hält. Fünfzehn Rechtsschritt Sumpf sind schliesslich leicht zu verfehlen, aber sie scheinen Glück zu haben, und gleich die mit einem improvisierten Holzhammer versenkte Stange stößt nach etwa neun Fuss auf Stein. Die zweite macht keinerlei Anstalten, auf irgendwas anderes als Schlamm zu stossen und muss wieder hochgezogen werden. So ist es Versuch und Irrtum, und das hat den Nachteil, dass sie die Zeit vergessen, bis der Mittagsregen sie daran erinnert, und sie pitschnass unter dem Regendach ankommen. Es haben erst drei Stangen Stein gefunden – irgendwas ist da, aber was, das läßt sich noch nicht sagen. Es könnte auch ein simpler Felsen sein. Oder das, was sie suchen.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 24.05.2019 21:21

8. Tag, spät morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
Bei dem Wortgefecht muss sie grinsen. "Es hat wirklich Vorteile Magierin zu sein," meint sie zwinkernd, wobei es ihr nciht entgeht, weshalb sich Jucho zurückhält und sie nickt ihm in einem unbeobachteten Moment zu.

Das Erforschen hatte sie sich dann irgendwie... spektakulärer vorgestellt. Und vor allem wenniger nass. "Manchmal wäre die Spielart der Magie, die meine Meisterin so rigoros ablehnt, doch nützlich," meint sie als sie durchnässt unter dem Dach stehen. "Irgendwie fuchst es mich, dass wir das Ding finden und dann nichts tun können..."

Gut ich muss nachher daran denken mir nachher etwas Rinde oder so etwas von dem heiligen Baum zu besorgen, das dürfte bei einer chimärologischen Verschmelzung sehr hilfreich sein...
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 25.05.2019 08:11

8. Tag, spät morgens, Im Säulenfeld, Ruinensumpf (Boronaya)
“Die Wissenschaft ist nichts für Ungeduldige, sagte meine Lehrmeisterin in Ur-Tulamidya immer.” Fortschreiter streift sich das Wasser aus den Haaren. “Wir werden feststellen, ob es eine Statue ist, dann entscheiden, ob wir das Wagnis eingehen wollen, genug Arbeiter und Gerät für einen Hebung zu bezahlen.” Jucho nickt. “Und nehmt es mir nicht übel, Senor Fortschreitter, aber die Statue scheint weder aus Gold noch magisch zu sein.” Das heisst, die Questadoren werden keinen Heller dafür sehen. Fortschreitter wird etwas verlegen, man kann ihm ansehen, das er daran noch gar nicht gedacht hat. Siana lacht beschwichtigend.”Ich fürchte, wenn sie nicht gerade über und über mit Edelsteinen besetzt ist oder so etwas, dann werden wir das auch nicht. Ich bin keine Gelehrte und mutmasse jetzt einmal: Wenn das da unten eine Granitstatue einer riesigen Eidechse ist, allenfalls mit halbseitig geschliffenen Halbedelsteinen für die Augen und geformt nach saurischer Ästehtik, dann wird man uns die in Al'Anfa auch nicht gerade aus den Händen reissen. Nur mal so erwähnt.” Fortschreitter muss sich augenscheinlich immer dazu zwingen, in kaufmännischen Bahnen anstatt in wissenschaftlichem Erkenntnisfortschritt zu denken. “Äh, ja, das steht zu befürchten.” Siana gluckst, sich ihre zu einem Pferdeschwanz gebädigten Haare auskämmend und neu bindend. “Vielleicht hat Tadaeus auch deswegen die Finger davon gelassen. Er dreht ja immerhin ein recht großes Rad von Leuten, die alle gut bezahlt werden wollen. Seine beiden Kollegen wollen ja auch beteiligt sein.”

29. Tag, vormittags, Plantage Esparanza (Crocodileros)
Bei Tische geht es entspannt zu, obwohl Don Rosco sich eine vernünftige Hose und Schuhe angezogen hat und numehr mehr nach Plantagero als seinem eigenen Vorarbeiter ausschaut. Die gestrenge Tante beweist sich als hervorragende Fischköchin, auch wenn man ihr die Spuren, die Gilbe und Jahresfieber eingegraben haben, deutlich ansieht. Aber sie ist tatsächlich streng, und nicht nur besteht sie auf dem von Jelinea schon vermuteten 'Nachschlag' für die drei nachlässigen Sklaven, sie nimmt auch Argentias Selbstbezichtigung auf und kündigt, sich über für Milde plädierende Ansichten ihres Bruders hinweg setzend, disziplinarische Maßnahmen an. Argentia nimmt das recht unbeschwert auf, vor dem Auspeistchen der Sklaven scheint sie mehr Widerwillen zu empfinden als Furcht vor der Züchtigung durch ihre Tante.
Dann wendet sich das Gespräch allerdings erfreulicheren Dingen zu, etwa den Herausforderungend er Forellenzucht, Sumaidas Erfolg bei der Kräutersuche, woran sich gleich die Bitte anshcliesst, sie Tante und Argentia zu erklären, wozu sich Sumaida gerne bereit erklärt, kommt doch die Conchita sicher erst eine gute Stunde nach der Siesta vorbei. Don Rosco spricht über die Probleme, Argentia und den begabteren Sklavenkindern eine vernünftige Bildung zukommen zu lassen. Esparanza liegt zwar nur eine Stunde auf dem Fluss von Santinera entfernt, aber da es eine Solitärplantage ist und mit nur zwei Dutzend Sklaven recht klein dazu, gibt es keine eigene Schule, und es hängt an Don Rosco, den Hauslehrer zu geben. Ein anderer Effekt der abgelegenen Lage ist, dass Argentia zu selten 'unter Leute' kommt, wie ihre Tante sagt, woraufhin diese rot wird und anmerkt, dass ihr Onkel sie ja einmal im Monat mitnimmt, wenn er Fisch nach Santinera liefert. Aber Jelinea und Sumaida verstehen durchaus, was die Tante meint, und es führt dazu, dass Sumaida beinahe trotzig näher an Alejandro rückt. Es schliesst sich als vond er Tante gesteuertes Gesprächsthema an, was Alejandround Marico eigentlich'gelernt' haben, und sie schildern ihr Herkommen aus Felicella. Kurz gefaßt sind sie Questadoren geworden, um nicht entweder Aufseher oder Crocodileros zu werden, wobei man als Crocodilero hier in Santinera tatsächlich deutlich besser verdienen kann als auf einer Plantagensiedlung. Aber sowohl Alejandro wie auch Marico geben sich nicht der Illusion hin, dass so bleibt. Spätestens, wenn die Ruinen im Sumpf an Zugkraft verlieren, wird auch diese Arbeit wieder interessanter und die Konkurrenz damit grösser. Dass die Tante mehr Interesse am Hintergrund der jungen Männer zeigt als an der qualitativ unbestreitbar höherwertigen von Jelinea und Sumaida, vertieft deren Verdacht, und sie werfen sich Blicke zu.
Zuletzt geändert von Jadoran am 25.05.2019 14:20, insgesamt 1-mal geändert.
Dreck vorbeischwimmen lassen

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