DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Gefährliche Abenteuer, spannende Kämpfe und fremde Länder warten auf Dich.
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Lokwai
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 06.02.2019 10:42

4. Tag, früh Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)

Nach Onids Erklärung zuckt Goldon mit der Schulter: "Klingt nach einer sozialen Ader die diese Salmoranez besitzen. Und klingt nach einem Plan ... wieviele Sklavenfamilien gibt es bei denen? Beim Schnitt von zehn Jahren Dienst, gibt es also einen weiteren Haustruppler und ein Handwerkskind. Nach mehreren Generation ist also die Haustruppe überfüllt mit gezähmten Wilden, die bestimmt auch Interessenskonflikte haben und die Gesellen werden wohl bald merken, dass sie irgendwann gehen müssen, denn junge günstige Arbeitskräfte wachsen nach. Der Ältere mit Anspruch wird sich dann eine neue Arbeit suchen, wo landet er dann und hat dieser nicht die Möglichkeit den Wilden Wissen zu vermitteln, dass könnte gefährlich werden. Genau, wie ein zu großer Anteil von Exsklaven in den Haustruppen zu einem Problem werden können ... interessantes Konzept, würde ich gerne mal mehr von erfahren." Gibt Goldon seine Meinung zum Besten. Die Sklaven haben es anscheinend gut bei ihnen, aber wehe die Stimmung kippt eines Tages.

Goldon prägt sich die Handzeichen Cusis ein und versteht auch ihren Sinn, nur Heimlichkeit war nicht gerade seine Stärke, wahrscheinlich musste er daran wohl zukünftig arbeiten.
Als sie dann das Tabakfeld passieren, fällt ihm es ihm auch auf: "Setzen die Salmoranez nur weibliche Aufseher ein? Wenn ja, warum?"
Als dann von diesem weglaufenden Jungen berichtet wird und Cusi ihren kleinen Auftrag erhält, schnallt Goldon ganz in Ruhe seinen Schild vom Rücken ab und lässt es nun locker am Arm baumeln.
Er gesellt sich zu Lifta als die Cusis Rucksack annimmt. Er hatte ja den Befehl erhalten Lifta zu schützen, zumindest solange das Primärziel noch nicht in der Truppe war. Das Kribbeln das nun in der Luft liegt hatte er vermisst.
"Onid, was schätzt ihr wird hier gespielt?" fragt er ihn leise, er hatte noch nicht verstanden, was hier gerade geschieht.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 06.02.2019 11:58

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen
Onid schüttelt den Kopf. „Tja – was ähnliches dachte ich mir auch. Aber weißt Du was? Es ist nicht passiert. Sie machen das seit über zwanzig Jahren, und angeblich haben sie mindestens eine zweite Stadt weit am Oberlauf gegründet, Port Schlingerhafen. Sylla hat das mal erzählt, die war mit der Expedition der Paligan da. Soll noch nicht so schön wie Santinera, aber deutlich größer sein. Sie sagt, sie hätte da zwei Bannern beim Exerzieren zu Blasmusik zugesehen, mit Stechschritt und allem.“ Rodel knurrt. „Sylla erzählt viel, wenn sie einen sitzen hat. Von einem Magus, der sich in einen Fliegenschwarm verwandeln konnte etwa. Pah!“ Onid zuckt die Schultern, wohl unwillig, sich auf eine Diskussion in dem Ton einzulassen. Cusi grinst. „Sylla hat Rodel aus ihrer Partida geschmissen, musst Du wissen.“ „Gegangen bin ich, Du dumme Fotze!“ „Schnauze!“ Onids Stimme nimmt einen stahlharten Klang an, und beide stecken zurück.“ Onid verlangsamt nicht einmal, wendet auch nicht den Kopf. „Wenn ihr euch streiten wollt, macht das vor dem Gildenhaus. Und Rodel...“ Der schaut finster, kuscht aber. „Schon gut Jefe, hab verstanden.“ „Dann ist's ja gut. Die Tabakfelder gehören schon zu La Granda Desplumada.“
Sie erreichen die Wegkehre, die durch ein kleines Wäldchen führt, und Cusi wirft behende ihren Rucksack ab und sprintet los. Lifta liest ihn vom Boden auf und Onid kommandiert. „Ein Lied! Zwei.. Drei... Kommt Zur Flotte, so haben sie gesagt! Da gibt es Ruhm und Ehre, Rum und Weiber, das haben sie gesagt, Gib Deinem Leben einen Sinn, so haben sie gesagt..“ Die anderen fallen in das bekannte Söldnerlied ein. Nach fünf Minuten erreichen sie einen Abzweig, wo ein Knüppeldamm nach Süden abgeht, während der deutlich breitere Karrenweg weiter nach Westen führt. Hier, neben einem hölzernen Peraineschrein wartet Cusi, etwas außer Atem, aber einen etwa zehnjährigen Jungen über der Schulter. Als die Gruppe sie erreicht, setzt sie ihn ab und gibt ihm einen Schubs in Richtung Onid, der ihn mühelos aber nicht grob mit einer Hand am Hosenbund hoch hebt bis auf Gesichtshöhe. „Hallo Mein Junge. Du bist doch ein kluges Kerlchen, nicht wahr?“ Der Junge nickt. „Ich sollte Signorina Martinetta nur sagen, dass Bewaffnete kommen.“ „Ah, die Oberaufseherin? Sliff, wenn Du Dir nicht die Nägel sauber machen willst, steck das Messer weg.“ Sliff zuckt mit den Schultern, läßt sein Jagdmesser wieder in die Scheide gleiten und lächelt den Jungen an. Onid, der wohl entweder das Geräusch gehört oder Cusis Gesichtsausdruck richtig gedeutet hat, stupst den Jungen mit dem Zeigefinger seiner Linken gutmütig gegen die Nase, was ihn zum Schaukeln bringt. „Si Senor.“ „Hübsch, die Signorina?“ „Sehr hübsch, Senor.“ „Etwa hübscher als ich?“ Der Junge muss lachen, denn hübsch ist das letzte Attribut, das einem bei Onid einfällt. „Also. Du kannst doch bis hundert zählen? Du rennst erst wieder los, wenn Du bei hundert bist. Du kannst doch so langsam zählen, dass Du erst ankommst, wenn wir schon da sind, oder?“ Der Junge nickt. „Ich hab beim Rennen einen Schuh im Graben verloren, werde ich sagen.“ „Kluger Junge.“ Onid setzt ihn ab. „Wieso wisst ihr nicht, dass wir kommen?“ „Senor Mojigatto muss euch bestellt haben. Der hat gekündigt und reist heute ab.“ Onid nickt, dann deutet er auf Goldon. „Siehst Du den freundlichen schwarzen Mann da, mein Junge? Dem erzählst Du jetzt alles wichtige über Senor Mojigatto und den Don, was wir wissen müssen, damit wir auf La Granda Desplumada keine Dummheiten machen.“ Der Junge nickt eingeschüchtert. Onid mustert Goldon. „Lass Dir alles über den Streit zwischen dem Faktor und dem Don erzählen, den es offenbar gegeben hat, so dass der für die Abreise eine Eskorte braucht. Und dann komm nach. Krümm dem Jungen kein Haar, verstanden?“ Das letzte gilt der Blickrichtung nach eher Sliff, der nur ein harmloses Lächeln auf seinem glatten Gesicht hat. „Abmarsch! Gut gemacht, Cusi.“

4. Tag, Morgens, An Bord der Conchita, flussabwärts (Boronaya)
Jucho nickt. „Verstehe. Hast Du andere Waffen als Deinen Stab? Ne Knarre? Wie fühlt sich das eigentlich an, wenn Du ein Panther bist? Bist Du dann noch richtig Du oder irgendwie Tier oder so? Kannst Du dann Menschen noch verstehen? Haben Panther eigentlich eine eigene Sprache?“

4. Tag, Morgens, Im Gildenhaus, Portas, Santinera (La Tucanita)
Ein Silberstück und ein ausgefülltes Formular später ist Bari stolzes Gildenmitglied der Gilde der Questadoren und Crocodileros Santineras, mit einer ledernen Gildenmarke um den Hals. Mit der Partidasuche läßt es sich jedoch nicht gut an. Die beiden Partidas, die im Gildenhaus herumhängen, hoffen offenbar auf eine Nachbestückung des Schwarzen Brettes. Da hängen zwar noch Aufträge, aber entweder scheinen sie Bari massiv unterbezahlt – ein Erkundungsauftrag einer verlassenen Plantage etwa, die einen ganzen Tag weit am Oberlauf zu liegen scheint, für wenige Silber – oder zu schwierig, wie ein Kräutersammelauftrag für einen Apotheker, auf dem Bari nicht einmal die Hälfte der Pflanzennamen erkennt. Ein paar Anfragen für Alligator-Extermination, die wohl auch für das Gros als unterbezahlt durchgeht, denn wenn man Krokodile mit der Arbalone jagen muss anstatt es richtig gelernt zu haben, dann kommt man damit auf keinen grünen Zweig. Und die zwei oder drei Aufträge für Eskorte oder gar Ruineneskorte, die noch da hängen und in Baris Augen eigentlich ganz verlockend aussehen, scheinen einen Pferdefuss zu haben, der den anderen Söldnern wohl offensichtlich ist.
Die größere Gruppe lässt Bari lieber in Ruhe, deren schlechte Laune ist offensichtlich, und mit sieben Leuten haben sie garantiert schon Schützen und Kundschafter. Die anderen sind nur vier, zwei Männer und zwei Frauen. Genau wie die andere Gruzppe tragen sie eiserne Gildenmarken und die Anführeirn schüttelt den Kopf, als Bari sie anspricht. „Tut mir leid, Mädchen, wir sind komplett. Versuchs Abends, da sind mehr da.“ „Inazuna sucht wen, glaub ich.“ „Aber keine Lederne.“ Die Anführerin zuckt mit den Schultern. Der junge Mann macht eine Geste. „Kannst sie ja trotzdem ansprechen. Ist so eine kleine Thalusierin mit einem Nachtwind.“

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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 06.02.2019 15:38

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)

Goldon konnte sich kaum vorstellen, dass die Salmoranez flussauwärts weitere Städtchen gegründet hatten, vor allem mit größerer Fläche.
Er nickt nur und hört zu. An den Umgangston, den man hier pflegte, musste er sich erst gewöhnen.
Als das Söldnerlied angestimmt wird, muss sich Goldon zurückhalten, er kannte das Lied nicht. Er bewegt seine Lippen auch nicht, borongefällige Angewohnheit.
Nachdem der kleine Junge etwas von diesen Mojigatto erzählte, setzt sich bei Goldon ein Puzzle zusammen.
Und er nickt verstehend als Onid ihn bittet den Jungen zu verhören.
Warum lässt Onid mich hier zurück? Seine Heilerin war ihm doch so wichtig und nun soll ich mir die Geschichten des Jungen hier anhören. Vielleicht ist auch garnichts dran ...
Er hält den Jungen am Arm fest während Onids Gruppe weitermaschiert. Als diese außer Hörweite sind, kniet sich Goldon, auf ein Knie, neben den Jungen:
"Also jetzt sage mir erst einmal, warum denn alle Aufseher bei euch Frauen sind? Und du hast den Capitan auch nicht angelogen was die Schönheit von Marinetta angeht, oder?"
Goldon versucht erst einmal freundlich auf den Jungen zu wirken, so dass dieser nicht zu sehr eingeschüchtert ist.
"Dann erzähl mir mal was vorgefallen ist, warum Mojigatto uns angheuert hat um sich vor deinem Herrn zu schützen. Das ist nämlich starker Tobak und umso mehr wir wissen, desto weniger Blut könnte fließen. Und das mit dem Blut ist nie so eine schöne Sache. Du möchtest doch bestimmt als anständiger Mann vor Boron treten, also ich meine sobald du schläfst, denn Boron wacht über unsere Träume. Boron ist gnädig zu den Ehrlichen. Also ...?"
Dabei sieht er dem Kleinen tief in die Augen.

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Ungelesener Beitrag von Chephren » 06.02.2019 21:44

4. Tag, Morgens, An Bord der Conchita, flussabwärts (Boronaya)
Sie schüttelt den Kopf. "Nein. Das ist nichts, was ich je gebraucht hätte. Ich glaube ich würde mich damit wahrscheinlich eher selbst verletzen, als jemand anderen... " Dann schaut sie auf das Wasser hinaus.
"Das ist schwer zu beschreiben. Ich bleibe ich selbst. Aber ich bin doch anders, mehr, wilder... Wenn man nicht aufpasst kann man sich in dem Tier verlieren und findet sich dann am Hals eines Tieres wieder und nicht heimlich unter dem Fenster, das man sich anschauen wollte. Man hat ganz andere Sinne. Aber natürlich verstehe ich uns Menschen noch, wobei die Verständigung schwieriger ist. Und dabei ist ein Panther uns ja noch nah. Ich weiß gar nicht wie es wäre ein Vogel zu sein. Zu fliegen. Oder ein Hai unter den Wellen..."
Sie schaut zu ihm hinüber. "Allerdings hatte ich nie Zeit mich mit anderen Panthern zu einem Plausch zusammenzusetzen. Das müsste ich noch mal nachholen.. Was hältst du von der ganzen Sache? Die kommt mir horasisch vor..."
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Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 06.02.2019 22:47

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)
Es ist gar nicht so einfach, den Jungen zu beruhigen, wahrscheinlich liegt es es am Training in der Garde, die alles andere als beruhigend wirken soll, und die Erwähnung von Boron ist wahrscheinlich auch nicht hilfreich gewesen. Onid kann offenbar besser mit Kindern, und das mit dem Blutvergiessen sorgt für Schlucken und aufgerissene Augen. „Ich... ich...ich...“

4. Tag, Morgens, An Bord der Conchita, flussabwärts (Boronaya)
Wie großartig muss es wohl sein, zaubern zu können? Juchos jugendliches Gesicht ist frei von Neid, aber der Gedanke ist sozusagen 'hörbar'. Natürlich. Es ist großartig. Es hat durchaus seine Momente, aber man gewöhnt sich irgendwie daran, und hat meist eher die Probleme im Blick, die sich daraus ergeben, als dass man es genießen kann. Natürlich wäre es furchtbar, auf einmal nicht mehr zaubern zu können. Sich dem 'Panther sein' hingegeben, ist aber gerade das, was man nicht tun soll, wenn man wieder seine Hände benutzen will. Insofern hat man nicht soviel davon.
Juchos Stimme reißt sie aus den Gedanken. „Am wahrscheinlichsten liegt die Verwalterin bekifft oder besoffen in der Hängematte und hat vergessen, dass sie keine junge Göttin ist. Als Verwalter kann einem das leicht zu Kopfe steigen auf einer Plantage. Zieh dich aus! Und so.“ Jucho wird tatsächlich rot. „Aber es könnte natürlich auch sein, dass sich da wer eingenistet hat, oder es einen Aufstand gab. Oberaufseher werden manchmal ehrgeizig, besonders wenn der Verwalter schwach ist. Senor Denodado hat uns als Versicherung mitgenommen, und wir sollten uns bereit halten, wenn er uns braucht. Aber in Gondola dürften sie wissen, ob da Fremde hingekommen sind. Gibt ja keinen Landweg. Wahrscheinlich endet es damit, dass er ihr den Hintern versohlt, und das war es dann. Halt nur eben, wahrscheinlich.“

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Chephren
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 07.02.2019 00:00

4. Tag, Morgens, An Bord der Conchita, flussabwärts (Boronaya)
"Dann hoffen wir doch einfach, dass es beim Hintern versohlen bleibt," meint sie mit einem Schmunzeln. "Das scheint hier ja übrigens eine wirklich verbreitete Strafe zu sein."
Fear cuts deeper than swords.

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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 07.02.2019 09:58

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)

"Komm schon, beruhige dich ... erzähl mir was hier vorgefallen ist. Du bist ein tapferer Junge, dass sehe ich sofort ... und niemand von uns verpfeift dich!" Goldon bemerkt das er den Jungen etwas verunsichert hatte, wahrscheinlich hatte er zuvor mit zu harten Bandagen gesprochen.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.02.2019 10:17

4. Tag, Morgens, An Bord der Conchita, flussabwärts (Boronaya)
Jucho zuckt mit den Schultern. „Sie ist seine Cousine, sagte er. Da kann sie Glück haben, dass er's damit bewenden lässt, grad bei einer jungen Frau, und vor allem in der Familie. Wenn da jemand anders drin steckt oder sie's übertrieben hat, kann's auch ganz anders ausgehen. Unterschlagung ist ein schweres Verbrechen.“ Wenn so etwas vor Gericht landet, wird der schuldig Gesprochene oft in die Sklaverei verkauft, denn der festgestellte Schaden samt Strafaufschlag übersteigt fast immer die finanziellen Möglichkeiten des Delinquenten.
Das Männlein taucht wieder auf, er hat offenbar mit dem Kapitän gesprochen. „Dem Capitan ist aus Gondola nichts Beunruhigendes bekannt. Flusspiraten sind es also ziemlich wahrscheinlich nicht. Er ist sich nicht ganz sicher, aber er glaubt sich zu erinnern, dass vor zwei Monaten ein junger Stutzer aus der Metropole in Gondola von Bord ging. Wen der besuchen wollte, weiß er nicht, er hat nicht mit ihm geredet, oder erinnert sich nicht daran.“ Er brummt. „Mein Bruder hat Leonia vor einem halben Jahr zu uns geschickt, weil sie 'etwas Ablenkung' bräuchte und lernen sollte,was Verantwortung bedeutete. Ich hoffe, sie hat keine Dummheiten gemacht.“ Er schaut zum Bug. „Ich kenne Senor Garacho, den Postenkommandanten von Gondola schon sehr lange. Der wird mehr wissen.“

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)
Langsam fängt sich der Junge, und das es etwas, dauert ist eher seiner schnappatmenden Aufregung geschuldet als dass man ihm alles aus der Nase ziehen müsste. „Senor Mojigatto und Don Amatino haben sich gestritten, weil Senor Mojigatto nicht zufrieden ist, dass Don Amatino alle Posten auf der Plantage immer nur an hübsche junge Frauen gibt. Er hat deswegen seinen Dienst aufgesagt. Ihm gehört ein eigenes Haus auf der Plantage mit vielen schönen Dingen drin, er hat sogar eine Standuhr, die jede Stunde schlägt! Aber ich glaube, es dreht sich um Sakura. Die gehört nämlich Senor Mojigatto, seit sie sechs ist, aber jetzt ist sie sechzehn und der Don, also der will, Du weisst schon, mit ihr. Der will sie sicher nicht gehen lassen.“

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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 07.02.2019 10:42

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)

"Es geht also mal wieder um Frauen", kommentiert Goldon die Aussage des Jungen, na gut, hör zu. Zähle solange wie es Onid dir befohlen hat und dann läuftst du in Richtung deiner Senoritta. Gut gemacht, Junge." Er streichelt ihm kurz über den Kopf, dann steht er auf und läuft selbst los um Onids Truppe einzuholen.
Während er läuft denkt er über diesen Don Amatino nach.
Keine schlechte Idee sich nur mit hübschen Frauen zu umgeben, das würde mir auch gefallen, aber bestimmt kein gutes Konzept um eine Plantage zu betreiben. Und wenn Don Amatino nicht von Rahja oder Levthan gesegnet ist, dann wird die Loyalität seiner Anführerinnen auch nicht groß sein, ganz im Gegenteil, das wird dann zu einem Namenloskreis. Wie wohl die Sklaven diese Anführerinnen sehen ... Verachtung ... naja, Sklavenaufseher haben nie einen guten Ruf, nur diese stammen wohl zu meist aus den eigenen Reihen ... interessant.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.02.2019 11:21

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)
Onid und seine Truppe haben ein recht ordentliches Tempo vorgelegt, damit könnten sie auch mühelos in der Garde mithalten, trotzdem braucht Goldon nicht lange, um sie einzuholen. Onid winkt ihn zu sich nach vorne. „Und? Was sagt der Kleine?“
Sie marschieren durch eine kleine Senke mit abgeernteten Reisfeldern, die bereits neu bepflanzt werden durch eine lange Reihe von Sklaven mit flachen Strohhüten unter Aufsicht einer – oh Wunder Rahjas – recht ansehnlichen jungen Aufseherin, die eine enge Lederhose, rot-weiss gefärbte Schafstiefel, einen ausladenden Strohhut und ein elaboriert geknüftes Brusttuch tragt. Als sie die Söldnertruppe erblickt, zögert sie kurz, dann ruft sie dem Vorarbeiter unter den Sklaven etwas zu und läuft sehr unelegant durch den Dreck in Richtung der schon sichtbaren Plantage. Was allerdings nicht gut geht, da man durch schlammige Reisfelder gerade in Schaftstiefeln nicht gut rennen kann. Dementsprechend kommt schon nach wenigen Schritt Sumus Griff zum tragen. Sie rappelt sich auf, zieht sich, auf einem Bein hüpfend, die Stiefel aus und rennt dann barfuss, die wertvollen aber hinderlichen Stiefel unter den Arm geklemmt weiter. Bis dahin aber haben Onid und die Seinen schon beinahe den unbewachten Torbogen erreicht., der den Eingang zur Plantage darstellt. „Immer mit der Ruhe, Jungs. Gar nicht beachten.“ „Die rennt wie eine Sklavin.“ Sliff lacht keckernd. Lifta grinst. „Einen Oreal, dass es sie gleich nochmal hinhaut.“ „Das halte ich.“ Rodel lässt den Blick schweifen, aber da meldet sich Cusi schon, die zwei Schritt vorneweg geht. „Jetzt haben sie uns auf der Terrasse vom Haupthaus bemerkt. Kein Ausguck. Keine Wache am Tor.“ „Soll uns recht sein. Immer schön Marschtritt, Jungs. Wir überfallen sie nicht, wir sind angefordert worden. Bloß keine unnötigen Missverständnisse.“

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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 07.02.2019 11:52

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)

Als Goldon Onid erreicht hat, klärt er ihn auf: "Also dieser Mojigatto eckt mit Don Amatino an, da er sich wohl über seinen Führungsstil beschwert hatte. Als Beispiel nannte der kleine Junge, die hübschen Sklavenaufseherinnen", was ungefähr zum gleichen Zeitpunkt passiert, wie die Aufseherin kurz Bekanntschaft mit dem Boden macht, er lacht kurz auf, "wer kann es ihm verdenken. Na, aber der Anstoß zu deutlich heftigeren Streit liegt an einer Sklavin, die Mojigatto schon seit seinem sechsten Lebensjahr besitzt, die nun sechzehn ist, un der Don hat für sich beschlossen sie wohl besteigen zu wollen, da spielt Mojigatto nicht mit."
Dann tritt er näher an Onids Ohr und flüstert: "Ihr Name lautet Sakura."
Goldon blickt zur Terasse des Haupthauses, dann fällt ihm noch eine Frage ein.
"Wiesen wir ob die Plantagen dem Don Amatino gehören oder vertritt er nur jemanden?"
Die Boronkirche unterhält auch diverse Plantagen, vor allem jene die Rauschkräuter oder Lotus ziehen, dass wäre ein wichtiges Detail um seine Verhältnisse zu klären.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.02.2019 12:30

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)
„Gut gemacht. Na, dann klärt sich das Bild ja langsam.“ Onid nickt. Die Aufseherin versucht, den Entwässerungsgraben am Rand des Feldes im Sprung zu nehmen, rutscht aber an der Kante ab und landet erschrocken quietschend rücklings im Wasser. Rodel schnippt fluchend einen Oreal zu Lifta, die kichert und ihn sich in den Ausschnitt versenkt. Die Aufseherin stemmt sich raus, sucht Hut und Stiefel zusammen und krabbelt wie ein Käfer an den Rand. „Don Amatino ist bekannt. Keine Ahnung, ob ihm die Plantage wirklich gehört, aber den gibt’s schon lange. Senor Mojigatto auch – hier hab ich, als ich noch Leder trug, schon mal in der Regenzeit Krokodile gejagt.“ Der Weg gabelt sich auf, und nach rechts geht es zu einem recht ansehnlichen Holzhaus mit umlaufender Terrasse, vor dem ein kleiner, mit einer Plane bespannter Leiterwagen mit zwei Maultieren steht, der von Sklaven mit Kisten, Möbeln und Taschen beladen wird. Ein schon grauhaariger Utulu in guter Leinenkleidung überwacht das ganze und winkt ihnen zu. Die Sklaven zögern kurz, aber eine beleibte Utulu, ebenfalls schon etwas älter und wie eine Haushälterin gekleidet, bringt sie schnell wieder auf Trab.
Auf der Terrasse des Haupthauses erscheint ein stattlicher Mann, der sich gerade sein Hemd zuknöpft, assistiert von einer Sklavin, die seine Stiefel hält und einer weiteren, die ein Wehrgehänge hält, als ob es sie beißen könnte. Von den Baracken zum Haupthaus kommt eine recht kräftig gebaute Aufseherin, der zwei Männer mit je zwei Hunden an der Leine folgen und der gerade von einer jungen Aufseherin ein Wehrgehänge mit einem Säbel gebracht wird, während sie gleichzeitig versucht, eine Balestrina zu holstern. Onid sieht sich dieses Trauzerspiel an. „Wenn's Ärger gibt, macht schnell die Hunde fertig. Bringt keine der Tusen um, wenn's nicht absolut nötig ist, verstanden?“ „Sind wir hier in der Tsaschule, oder was?“ „Schnauze, Sliff. Goldon, Du bleibst bei Lifta, sollte der die Hunde loslassen. Rodel, falls ich den Befehl gebe, schießt Du dem Trottel da ins Bein. Aber nur ins Bein, Capiche? Und keiner fängt was an, wenn ich nicht Los! sage, Verstanden? Die Waffen bleiben erst mal unten.“ Er erntet ausreichendes Kopfnicken und Gehorsamsgemurmel.
Sie erreichen das Haus des Verwalters, und der Utulu tritt ihnen entgegen. „Kor und Kamaluq zum Grusse – ich sehe, die Gilde schickt ihre Besten, Meister Onid!“ Onid schlägt in die dargebotene Hand ein. „Zum Grusse, Don Mojigatto. Ich und meine Truppe stehen euch zu Diensten. Was können wir für euch tun?“

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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 07.02.2019 16:17

4. Tag, Morgens, auf dem Karrenweg Richtung Westen (Goldon)

Nun war es an der Zeit, stilvoll den Schild, mit dem stilisierten Raben, vor sich zu halten. Mittlerweile hatte er auch den Helm aufgesetzt und positioniert sich, mit leicht nach oben gerecktem Kinn, neben Lifta. Seine Rüstung war immer noch im tadelosen Zustand. Er würde sie erst beschmutzen sobald sie tiefer in den Dschungel mussten.
Ohne großartig den Kopf zu bewegen, spricht er sie leise an: "Phex ist mir dir. Hatte diese Plantage schonmal ernsthafte Angriffe erlitten? Oder liegt sie eher ausserhalb jedweder Gefahr?"
Er verfolgt amüsiert, ohne sich es anmerken zu lassen, die Szenerie vor sich.
Der Herr der Weiber, dieser Don. Bishdariel hat bestimmt seine Freude an seinen Träumen. Ich bin mir ziemlich sicher seine Träumerei erahnen zu können.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.02.2019 18:01

4. Tag, spät Morgens, Plantage La Granda Desplumada (Goldon)
Lifta schüttelt den Kopf, zu der sich nähernden Gruppe schauend. „Keine Ahnung, ich war hier noch nie. Macht schon was her, der Don, nicht wahr? Für so schöne Stiefel wie von der Kleinen eben würde ich's mir vielleicht sogar gefallen lassen. Vielleicht sogar ohne die Stiefel.“ „Schnepfe.“ Cusis Kommentar klingt allerdings eher belustigt als bissig, und Lifta gibt lachend zurück. „Ist ja nicht jede unten zugewachsen.“ Cusi schüttelt nur amüsiert den Kopf.
Der Don ist jetzt auf fünfzehn Schritt heran. „Pedro! Was soll das denn? Du holst Söldner aus der Stadt? Auf meine Plantage? Bist Du jetzt übergeschnappt? Guten Morgen die Herren übrigens, und natürlich die Damen.“ Er nickt den Männern zu und strahlt Lifta und Cusi an.
„Guten Morgen, Don Amatino.“ Onid neigt höflich das Haupt, ohne aber die Umgebung aus dem Blick zu lassen. Der Don mustert ihn. „Bronze. Meine Güte, bei Rondras Bollen – Pedro. Fürchtest Du, von einem ganzen Stamm Eingeborenen überfallen zu werden?“ Er wendet sich an die beiden Sklavinnen, die ihn zusammen mit den Aufsehern begleitet haben. „Bis die Gilde der Questadoren jemandem das Abzeichen in Bronze umhängt, muss er sich wirklich bewährt haben. Davon gibt’s nicht viele.“ Mojigatto neigt das Haupt. „Lediglich eine kleine Vorsichtsmaßnahme, Don Amatino. Ich nehme nämlich Sakura mit.“ Das Gesicht des Dons verdunkelt sich. „Was? Wie?“ Er schüttelt den Kopf. „Nein mein Lieber, so läuft das nicht. Die fasst Du nie wieder an, das habe ich Dir deutlich genug gesagt.“ Mojigattos Stimme ist ruhig und kalt. „Spielt euch nicht als ihr Beschützer auf. Sie gehört mir, und ich kann mir ihr machen, was ich will.“ Der Don wendet sich an Onid. „Hört zu, Senor. Ich zahle euch aus, ich leg sogar noch was drauf, ihr verschwindet, und das Mädchen bleibt hier, in Ordnung?“ Onid tippt auf seine Gildenmarke. „Nichts für ungut, Don Amatino, aber ihr wisst, so läuft das nicht. Lasst es gut sein, und macht uns keine Schwierigkeiten. Wenn ihr Klage vor dem Rat erheben wollt, könnt ihr das gerne tun, aber wenn Don Mojigatto die Besitzurkunde vorweisen kann...“ Mojigatto lächelt kalt und nickt. Onid blickt zur Seite und sagt dann seelenruhig. „Mädchen, wenn Du das Ding noch einmal auf mich richtest, dann schiebe ich es Dir bis zum Griff in den Hintern.“ Die junge Aufseherin, die immer noch nervös an ihrer Balestrina herumfingert, wird rot und richtet sie wieder auf den Boden. „Ach gib das her Lucia, Du triffst damit eh nur Deinen eigenen Fuß.“ Don Amatino lässt sie sich reichen, entspannt sie geübt, und reicht sie dann der Oberaufseherin. Vom Haus kommt die Schlammsprinterin, immer noch ohne Stiefel, und mit Dreckspritzern auf Haut und Kleidung. Sie nickt dem Don atemlos zu. Der wendet sich an Onid. „Ein Mann von Ehre, das respektiere ich.“ Die Sklavin,die ihm auf der Terasse das Wehrgehänge reichte, schiebt sich verlegen näher, und als er ihre Nähe spürt, beugt sich der Don zu ihr herunter. „Was denn, Kleines?“ Sie flüstert ihm etwas ins Ohr, und er grinst auf einmal breit wie ein Affe, der erkannt hat, in welches Schloss der Schlüssel passt, den er gerade gefunden hat. „Was genau ist euer Auftrag, Senor Onid?“ Mojigatto verschränkt die Arme. „Das wagt ihr nicht!“ Onid brummt. „Gehe ich recht in der Annahme, dass diese Sakura zufälligerweise gerade nicht aufzufinden ist?“ Don Amatino und Don Mojigatto funkeln sich gegenseitig an. Sliff murmelt. „Und das alles wegen ein paar Titten.“ Onid tut so, als hätte er das nicht gehört. „Das klingt doch nach einem Problem, dass man besser im Schatten bei einem Glas Wein bespricht als mit der Hand an der Waffe. Weswegen setzen sich die verehrten Senores nicht auf diese schöne Terrasse neben uns und sprechen darüber. Unter vier Augen?“ Er wendet sich an seinen Auftraggeber. „Seid gewiss, Senor Mojigatto, wir werden euch, eure Begleiterin und euer Gepäck sicher nach Santinera geleiten. Genau wie es der Auftrag der Gilde sagt.“
Diese präzise Formulierung bringt Mojigatto dazu, nach kurzem Nachdenken zu nicken, und er und Don Amatino verzeihen sich in den Schatten der Terrasse. Das Gefolge des Don's geht etwas auf Abstand, und die Atmosphäre entspannt sich ein klein wenig. Onid behält die Szenerie im Auge. „Meinungen, Jungs?“ Rodel spuckt aus. „Halten wir ein oder zwei seiner Flittchen eine Klinge an den Hals, dann rückt er die Kleine raus, wirst schon sehen.“ Sliff nickt. „Was er sagt.“ Onid nickt. „Gamo?“ Der schlacksige Schütze zuckt mit den Schultern. „Reden wir nicht lange rum, Boss.“ „Liffi?“ „Der Weissbart ist ein Arsch. Außerdem willst Du keine Plantage angreifen.“ „Cusi?“ „Ich denke, sie haben sie im Haus versteckt, wo das Rotstiefelchen herkam. Aber ich seh's wie Liffi. Wenn er sie nicht rausrückt, sollten wir keinen Kampf anfangen. Soll Mojigatto ihn doch verklagen. Wenn Du einen bekannten Plantagero angreifst, kriegst Du in Santinera keinen Auftrag mehr...außerdem ist er tatsächlich süß.“ Onid schmunzelt. „Wenn Du das sagt. Goldon?“

17. Tag, morgens, irgendwo im Dschungel am Westufer
Sie finden das Kanu, und es ist zu ihrer grossen Erleichterung niemand als Wache zurück geblieben. Sie erleichtern ihre gefallenen Feinde um ihre Waffen und Rüstungen, dann nimmt ihnen Alejandor die Gildenmarken ab. Sliff und Rodel haben noch recht einfache goldene Ringe, und der schlacksige Dritte einen goldenen Ohrring, und auch diese nehmen sie an sich. Dann streut Sumaida mit einem kurzen Gebet je drei Handvoll Erde über die ins Unterholz gezerrten Leichen, um Borons Wille Genüge zu tun. Anschliessend machen sie sich auf den Rückweg, hat doch keiner mehr die Nerven, um jetzt noch Kräuter zu suchen oder zu jagen.

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 07.02.2019 22:03

4. Tag, Morgens, An Bord der Conchita, flussabwärts (Boronaya)
Boronaya verzieht kurz den Mund, als der Stutzer erwähnt wird. "Finde nur ich das verdächtig? Eine gelangweilte junge Frau aus der Stadt, die ins nirgendwo geschickt wird, dann taucht ein schicker 'Stutzer' auf und dann kommen keine Nachrichten mehr... Ich wette auf feqzische Absichten. Aber die in Goldon werden mehr wissen."
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Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 08.02.2019 11:12

4. Tag, Morgens, An Bord der Conchita, flussabwärts (Boronaya)
Boronaya erntet keinen Widerspruch. Der kleine Posten Gondola kommt in Sicht, nichts weiter als ein Anleger mit einem Lagerhaus und einem kleinen Verwaltungsgebäude, das als Relais zwischen den Plantagen am Rio Serpentillo und dem Verkehr auf dem Blauen Hanfla dient. Es wird gerade eine kleine Schute mit Shatakwurzeln entladen, und Sklaven tragen sie sackweise ins Lagerhaus.
Die Conchita legt mit einem letzten Platschen der Schaufelräder an den Steg an, und ein paar Sklaven befestigen die ihnen zugeworfenen Leinen, während die Laufplanke ausgelegt wird. Senor Denodado verabschiedet sich vom Capitan, dann geht es an Land.
Auf dem Anleger erwartet sie eine junge Frau in Leinenbluse und bestickter Wildlederweste, die ein wenig besorgt schaut, als Senor Donodado mit seiner Bedeckung an Land kommt. „Boron zum Grusse, Don Denondado, was...“ „Alriggio!“ Ein stämmiger Mittfünfziger kommt aus dem Verwaltungsgebäude und breitet die Arme aus. „Was führt dich denn hierher?“ Dann registriert er die Söldner. „Gibt's etwa Ärger?“ Denodado schüttelt ihm die Hand und nickt der jungen Frau zu. „Und mit Dir, Severus. Sei gegrüsst, Tsabina, hübsch bist Du geworden. Ärger? Sag Du es mir, Severus, ich hab seit beinahe sieben Wochen nichts mehr von Leonia, nein von ganz Sietepepinos gehört, meine Briefe wurden nicht beantwortet. Da dachte ich, ich schaue mal nach.“ Der Postencommandante schaut zu der jungen Frau. „Tsabina?“ Er schaut zu Denodado. „Keine Nachrichten? Besprechen wir das drinnen bei einem Rum, Alriggio.“ Denodado wendet sich an Jucho. „Bitte wartet auf der Terrasse.“ Jucho nickt und führt seinen Trupp zur Seite, damit sie der Arbeit nicht im Wege stehen..
Die Conchita entlädt ein paar Säcke und einfache Kisten – wohl Versandgut für die Plantagen hier am Nebenfluss, und die junge Frau quittiert den Empfang, immer wieder zu den Söldnern schauend.
Makita knufft ihren Anführer. „Die ist wohl scharf auf dich.“ Jucho schaut verlegen zur Seite. „Die doch nicht.“
Dann legt die Conchita auch schon wieder ab, und die Sklaven wendet sich wieder dem Einlagern der Shatakwurzeln zu, die gewiss schon in Bälde in irgendeinem Al'Anfaner Holznapf landen werden.
Die Terrasse bietet um diese Tageszeit noch angenehmen Schatten , und ein Sklave taucht mit einer tönernen Teekanne und ebensolchen Bechern auf. Aus den nur mit Lamellen verschlossenen Fenstern dringt die klar artikulierte Stimme des Postencommandanten. „Also erzähl erst mal. Keine Nachrichten? Unsinn! Trebo – hol uns die Rumflasche!“
dsa_santinera_Gondola.jpg
Zuletzt geändert von Jadoran am 08.02.2019 11:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 08.02.2019 11:15

4. Tag, spät Morgens, Plantage La Granda Desplumada (Goldon)

"Ich stimme euch zu, erst einmal mehr Details zu erfahren. Don Mojigatto kann zwar mit seiner Sklavin machen was er will, aber er hat immer noch auf sein Umfeld zu achten und darf die öffentliche Ordnung nicht stören. Wir sollten die Dokumente verlangen und nachhacken wo sich Sakura befinden könnte und wer sie wo zuletzt gesehen hat und ob was äuffälliges vorgefallen ist. Ich ..." abrupt hört Goldon auf zu sprechen und packt sich ans rechte Auge. "Verdammte Fliege!" Er winkt ab und reibt sich das Auge, es tränt und er wird damit beschäftigt sein es rein zu waschen. Er greift zu seiner Trinkflasche und reicht es Lifta. "Wärst du so nett?"
Warum gerade jetzt?
Dieser Mojigatto sieht so aus als ob er gerne macht mit ihr was er will. Und Senor Amatino kann seine Macht ausleben ... schwierig.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 08.02.2019 12:12

4. Tag, spät Morgens, Plantage La Granda Desplumada (Goldon)
Lifts assistiert ihm bereitwillig. „Ganz schön dicker Brummer.“ Nach einer Weile lässt das Brennen nach. Wie ärgerlich doch Kleinigkeiten sein können. „Verstehe.“ Onids Stimme klingt etwas gedehnt, vielleicht, weil er sich nicht ganz sicher ist, wofür oder wogegen Goldon nun genau ist. „Rigo?“ Der brummt, dann zuckt er mit den Schultern, die Umgebung im Blick behaltend. „Tun wir unseren Job, Nicht mehr.“ Lifta verstärkt das. „Und der ist Eskorte, nicht Sklavenjagd.“ Rigo wiegt den Kopf . „ Soweit würde ich nicht gehen. Aber ist nicht unser Ding zu entscheiden, wem die Kleine nun gehört. Plantagero sticht gefeuerten Verwalter, würde ich ansonsten sagen.“ Onid brummt. „Hmm.“ Er blickt zur Terrasse, wo die angestrebte Aussprache ganz augenscheinlich nicht voran kommt. „Hmmmm.“ Cusi rempelt Lifta an und tuschelt. „Schau dir mal die Schulterblätter der Haushälterin an. Die Narben.“ Lifta tut es und murmelt dann „Ich sagte doch, der Kerl ist ein Arsch.“ Onid scheint auch nicht die schlechtesten Ohren zu haben. „Ob er ein Arsch ist, ist egal. Er ist unser Auftraggeber. Und ja, ich sehe auch, dass die Haserl vom Don keine Striemen haben. Das geht uns aber nichts an.“ Er schaut zur Sonne hoch. „Scheiss drauf, ich hab keine Lust, hier den ganzen Tag herum zu stehen. Wartet hier.“ Er stiefelt zur Terrasse, wo die beiden Herren gerade lauter werden. „Meine Herren – wir müssen Abends wieder in Santinera sein. Don Mojigatto – ihr habt uns als Eskorte bestellt. Wir schützen euch. Wir werden aber nicht Don Amatinos Plantage auf den Kopf stellen, um eure Sklavin zu suchen. Wir kriegen das zwar hin, Don Amatino, nichts für ungut, die paar Köter und eure Mädels würden uns keine fünf Minuten aufhalten, aber es wäre den Ärger nicht wert. Also: Rückt ihr die Kleine nun raus?“ Don Amatino verschränkt die Arme. Onid brummt. „Ihr müsst wissen, was ihr tut.“ Er wendet sich an Mojigatto „Dann lasst uns aufbrechen. Wenn ihr wollt, bestätigen wir euch, dass Don Amatino die Auslieferung der Sklavin verweigert.“ „Ich habe keine Ahnung, wo sich die Kleine befindet.“ Onid schüttelt den Kopf. „Ich bin kein Advokat. Hebt euch das für andere auf.“ Mojigatto funkelt seinen ehemaligen Arbeitgeber böse an. „Das werdet ihr noch bereuen!“ Der steht nur mit verschränkten Armen in bester 'Ich habe gesprochen'-Pose da. Mojigatto wendet sich Onid zu. „Nun gut. Brechen wir auf.“

Es fehlen nur noch wenige Gepäckstücke, dann ist der Wagen beladen, und Mojigatto und die Haushälterin steigen auf den Bock, während ein kleiner Junge die Maultiere am Zügel nimmt. Onid schüttelt Don Amatino die Hand, dann winkt er seinen Leuten. „Abmarsch.“
Als sie durchs Tor sind, winkt Mojigatto, immer noch spürbar erregt, Onid an den Bock. „Wenn ihr euch rein schleicht und sie raus holt, dann zahle ich euch das Doppelte.“ Onid schaut über die Schulter und brummt. „Schlaft drüber, Don Mojigatto.“ „Ich würds wohl machen.“ Sliff grinst. Onid schüttelt den Kopf und knurrt. „Das wird kein Gildenauftrag.“ „Ich wär dabei.“ Rodel grinst. „Wenn ich mal ran darf.“ Mojigatto lächelt fein. „Das lässt sich einrichten, Senor...“ „Rodel.“ Onid verzieht das Gesicht. „Macht das in eurer Freizeit. Und glaubt nicht, dass ich euch raushaue, wenn sie euch erwischen.“ Sliff grinst. „Werden sie nicht. Kümmerst Du Dich um die Hunde, Cusi?“ Die schnaubt nur. „Lasst mich da raus. Ich breche doch auf keine Plantage ein.“ Sliff grient. „Entlaufene Sklaven verstecken ist ein Verbrechen. Wär alles legal.“ Cusi ignoriert ihn einfach. Rodel schaut zu Goldon. „Nen Dritten können wir noch brauchen. Interesse? Gutes Gold für Guten Kampf.“

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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 08.02.2019 13:15

4. Tag, spät Morgens, Plantage La Granda Desplumada (Goldon)

Während sein Auge, nach Liftas Behandlung, ihn nicht mehr quält und der Plantador und sein Verwalter damit beschäftigt sind, die Abreise zu organisieren, stellt sich Goldon neben einer der Sklavenaufseherin (natürlich außerhalb der Hörweite beider Herren).
"Beantworte mir bitte eine Frage, schöne Frau. Bleibt Sakura freiwillig hier oder nicht?"

Später während die Ladung gesichert wird und Rodel seine Mithilfe erfragt, antwortet Goldon:
"Ich kann kämpfen, aber sollten wir dort in einen Kampf geraten, dann haben wir unser Ziel verfehlt. Sucht euch lieber jemand mit leisen Sohlen für eure Privatmission, ich bin nicht der Richtige für euch. Ich bin mir sicher ihr werdet Spaß haben!" Ein Grinsen kann er dabei nicht unterdrücken, während er leicht sein Beck vor- und zurückschiebt.
Nur zu, Jungs. Ich werde euch nicht vermissen!

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Ungelesener Beitrag von Chephren » 08.02.2019 16:02

4. Tag, Morgens, Gondola (Boronaya)
Bornaya hält sich erst einmal im Hintergrund, schaut aber deutlich misstrauischer als die anderen Söldner. Im Schatten lehnt sie sich an die Wand und betrachtet die Szenerie, den Tee lehnt sie dankend ab, bevor sie zu Jucho geht.
"Und was hältst du davon? Manchmal müssen Nachrichten ja eine Plantage auch gar nicht erreichen. Ich glaube diese Senhorita himmelt dich weniger an, als dass sie nervös ist. Ich glaube sie hat etwas zu verbergen..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 08.02.2019 18:01

4. Tag, Morgens, Gondola, (Boronaya)
Jucho wirft einen Blick zur jungen Frau, gerade als sie wieder verstohlen rüberguckt, was dazu führt, das beide hastig weggucken. „Meinst Du? Aber weswegen sollte die die Post einer Gemüseplantage unterschlagen? Das fällt doch auf. Was hätte sie davon?“
Von drinnen erklingt die Stimme des Postenverwalters. „Seit sieben Wochen sagst Du? Das kann nicht sein. Ich hab doch die kleine Ilenia gesehen, wie sie der Tsabina einen Brief übergeben hat – an wen als euch soll der denn gewesen sein? Wart mal eben... Tsaaaabiiiiina!“ Die junge Frau setzt sich eilig in Bewegung, ihre Mappe vor die Brust haltend.
Drinnen wird sie von ihrem Onkel mit der Behauptung konfrontiert, und verneint. „Da musst Du Dich irren, Onkel, die Ilena hat mir keinen Brief gegeben. Wann soll denn das gewesen sein?“ Severus ist dem Ton nach nicht begeistert. „Vor vier Wochen, morgens, ich erinnere mich genau. Ich saß am Schreibtisch und hab euch durchs Fenster gesehen, wie ihr vor dem Lagerhaus standet. Hast Du den Brief etwa nicht weiter gegeben?
Es geht ein wenig hin und her, dann erklingt Senor Denodados ruhige Stimme. „Tsabina. Ich habe eine Magierin dabei, die kannst Du nicht belügen. Die kann Dir in den Kopf schauen. Also sag die Wahrheit.“
Es kommt stückweise heraus. Der Verlobte von Leonia, ein sehr netter Mann, er heisst Fedorino, Fedorino Ulffhardt, er hat sie gebeten, dass sie Briefe eine Weile aufhält, damit sie nicht verpetzt werden, weil Leonias Famile in Al'Anfa dagegen ist und besonders seine eigene, die Ulffhardts, er hat ihr seinen Siegelring gezeigt, wo sie doch heiraten wollen. Die Stimme wird immer stockender, dann explodiert Severus. „Du hast Briefe unterschlagen. Post unterschlagen? Du hast meinen guten Ruf in den Dreck gezogen! Und für was? Wegen des Lächelns eines Gecken? Du bist entlassen! Pack Deine Sachen und verschwinde. Hinaus! Aus meinen Augen!“ „Aber Onkel, bitte!“ „Wage es nie wieder, mich so zu nennen!“ Der Postencommandante schießt offenbar aus seinem Stuhl hoch, man hört ihn poltern. „Hinaus! Elende Betrügerin! Schlange, die ich an meinem Busen genährt habe!“ Die Stimme von Senor Denodado ist viel ruhiger. „Du hast den Brief noch?“ Die Antwort ist nicht zu hören, aber offenbar bestätigend. Die Söldner schauen ziemlich bedröppelt und nippen an ihrem Tee, die Sklaven halten einen Sicherheitsabstand vom Verwaltungsgebäude ein. „...meinen guten Ruf in den Dreck gezogen! Da gibt man sein Bestes! Ich sollte sie...“
Es dauert keine zehn Minuten, dann kommt Senor Denodado aus der Tür, gefolgt von einem. „Du kannst meine Skiff nehmen, Alriggio. Ich bin am Boden zerstört! Mein Vertrauen missbraucht!“ „Erst mal schauen, wie schlimm es ist, Severus. Nun beruhige Dich erst einmal, ich werde Dir berichten.“ „Ich will mich nicht beruhigen! Unverzeihlich! Unverzeihlich ist das!“
Ihr Auftraggeber nickt ihnen zu, und winkt dann einem der Sklaven zu, der aufgrund einer Weste über dem Hemd und einem besseren Hut nach Vorarbeiter aussieht. „Pacino, macht die Skiff fertig, Du hast den Herrn gehört?“ Er erntet eine Verbeugung. Denondado wendet sich an Jucho. „Ihr habt das meiste gehört? Entweder ist ein Verehrer Leonia gefolgt, oder sie ist einem Schwindler aufgesessen. Ich fürchte letzteres, denn wenn ein echter Ulffhardt Leonia gegen den Willen seiner Familie heiraten wollte, dann hätten diese sicher mittlerweile in Santinera nach ihm geforscht. Brechen wir auf.“

4. Tag, spät Morgens, Karrenweg von La Granda Desplumada nach Santinera (Goldon)
Die Auskunft der jungen Aufseherin beschränkte sich auf ein „Lieber würde sie sterben!“ Weitere Auskünfte unterband die neben ihr stehende Oberaufseherin aber mit einem gezischten. „Halt bloss die Klappe, sonst tut sie das nachher noch.“ Auch die Oberaufseherin, wenn auch nicht mehr achtzehn oder gertenschlank, war durchaus ansehnlich. Sie brachte aber die notwendigen Muskeln für ihren Posten mit.

Auf dem Karrenweg schaut Sliff zu Rigo, der aber nur den Kopf schüttelt. Lifta ist da deutlicher. „Kein Wunder, dass Du bei Carlosco Hausverbot hast.“ Rodel giftet sie an. „Red doch keinen Blödsinn!“ Onid dreht nicht den Kopf. „Schnauze! Alle beide!“ Cusi rempelt ihn an, und er gibt sich einen Ruck. „Wir gehen morgen wieder in den Sumpf. Rodel, Sliff, überlegt euch, ob es euch das wert ist.“ „Ist legal Boss.“ Sliff bekommt Unterstützung von ihrem Auftraggeber. „Eine Dublone pro Kopf. Ich werde euch die Besitzurkunde in Santinera vorweisen, Senor Onid. Es hat alles seine Richtigkeit.“ Senor Mojigatto hat sich längst wieder beruhigt. Onid wendet den Kopf. „Das bezweifele ich nicht, Senor Mojigatto. Aber wir haben für Morgen bereits einen Auftrag in den Ruinen, und das bringt uns, mit Verlaub, deutlich mehr.“ Mojigatto nickt höflich. „Natürlich.“ Er schaut zu Sliff und Rodel, und die geben ihm ein Daumen hoch Zeichen.

17. Tag, beinahe Mittag, Gidenhaus in Portas, Santinera
Sie werden kaum beachtet, als sie ins Gildenhaus gehen – ihre Beute haben sie vorsichtshalber in den Alten Baracken verstaut. Aber das ändert sich, als Alejandro zwei eiserne und eine lederne Gildenmarke vor Rijka auf den Tresen legt. “Diese drei Männer haben heute morgen versucht, uns beim Kräuter sammeln zu überfallen. Sie wollten mich und Marico töten und Sumaida schänden.” Wie es ausging, ist offensichtlich, aber Rijka fragt, während es still wird und Miguel herüber kommt, trotzdem. “Was ist passiert?” Alejandos Stimme ist beinahe unnatürlich ruhig. “Wir haben gekämpft und gesiegt.” Ein Söldner mit einer Bronzemarke erhebt sich ungläubig. “Ihr beiden und die Kleine habt allein drei Männer besiegt?” “Als Crocodilero braucht man Glück.” Es gibt etwas nervöses Gelächter. Miguel tuschelt mit seiner Tochter, die in ihrer Liste nachgeschaut hat, dann liest er laut vor. “Sliff. Rodel. Gamo. Die sind alle aus Deiner Partida, Onid. Was hast Du dazu zu sagen?” Ein gewaltiger Hüne mit einer bronzenen Marke erhebt sich und mustert erst einmal seine Kumpanen. “Ich bin ihr Capo, nicht ihr Vater. Die drei wollten jagen gehen, da wir heute Ruhetag hatten.” Er schaut wieder zu seinen Leuten. Dann blickt er ungläubig zu Alejandro. “Und ihr drei wollt mit ihnen fertig geworden sein? Mit Sliff und Rodel? Allein? Kann eure Kleine überhaupt schiessen?”
Ein anderer Söldner erhebt sich – es ist Taro, Onid an Statur ebenbürtig. “Die Kleine flickt normalerweise Leute zusammen. Und das ganz fabelhaft. Und wenn der Junge sagt, dass die drei sie überfallen wollten, dann glaube ich es ihm. Oder denkt einer, die Kleine macht bei einem Mord mit? Oder die beiden Crocodileros würden sich ohne Not mit einem bigotten Halbsabschneider wie Sliff anlegen? Ich glaube ihnen.” Seine Aussage erzeilt Wirkung, und an einem anderen Tisch erhebt sich Sylla. “Ich hab Rodel vor drei Monden aus meiner Partida geschmissen, und jeder hier weiss, warum. Du hast ihn aufgenommen, Onid.” Der verteidigt sich, nunmehr in der Defensive. “Er war ein tüchtiger Fechter, und er schwor mir bei seiner Madre, es wär nichts dran am Gerede.” Er schaut zu den dreien am Tresen. “Aber es stimmt schon, er hat gestern geprahlt, er würde sich den Hintern der Kleinen vornehmen. Hab aber nicht gedacht, dass er sowas vorhat, nur dass er mal wieder zuviel gesoffen hat.” Die 'Kleine' funkelt ihn an, aber findet keine Antwort. Miguel knurrt. “Typen wie ihr verderben den Ruf der Gilde.” Es entsteht Gemurmel. Onid hebt die Hände. “Jungs, Mädels. Wir sind alle keine Tsajünger, aber ihr kennt mich. Ihr wißt, das ich eine saubere Klinge führe. Wir haben auch oft schon zusammen im Sumpf gestanden. Taro! Sylla!” Die beiden bestätigen dass eher widerwilig, aber sie bestätigen es. “Aber Du stehst auch für Deine Leute.” Miguel kommt hinter dem Tresen hervor und verschränkt seine Arme. “Wer hier glaubt, er könne sich aufführen wie in Tetas Pequenas oder in Charypso, der soll sich dahin verziehen.” Er schaut zu Alejandro. “Was sie dabei hatten, gehört euch. Ihre Kisten gehen an die Gilde. Onid – Du schaust Dir zukünftig besser an, wen Du seine Beine unter Deinen Tisch stellen läßt. Ist das klar?” Der breitet die Arme aus. “Wenn ich gewußt hätte, was für Hundsfötter sie waren, dann hätte ich sie eigenhändig erwürgt.” Miguel winkt einer der Schankmaiden, und die zapft drei Bier für die Crocodileros. “Habt ihr sie begraben?” Alejandro zuckt mit den Schultern. “Dschungelbegräbnis halt, meine ich. Wir hatten keine Schaufel.” “Tut's für die Hundsfötter.” Miguel schiebt die Marken der Toten Rijka zu. “Was habt ihr erbeutet?” Alejandro zählt die magere Ausbeute auf. Miguel nickt. “Was dagegen, wenn ich euch den Kram abkaufe? Ich mache euch einen vernünftigen Preis – und was wollt ihr damit? Wenn ihr die selber in Sandalia an die Händler verkauft, kriegt ihr nicht mehr, eher weniger.” Alejandro schaut zu seinen beiden Getreuen, aber die überlassen das ihm. “Die Balestra, die Arbalette und die Messer können wir gut gebrauchen. Der Rest... von mir aus gerne.”

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Ungelesener Beitrag von Chephren » 08.02.2019 23:05

4. Tag, Morgens, Gondola, (Boronaya)
Während des Stretigespräches schaut sie Jucho mit einem Blick an der wohl so etwas wie 'Hab ich doch gesagt' ausdrückt.

"Gut geblöfft," lobt Boronoaya mit einem arnerkennenden Nicken. "Konntet ihr dem Brief etwas Wichtiges entnehmen?" fragt sie noch, bevor sie das Boot besteigen.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 09.02.2019 11:55

4. Tag, auf Mittag zu, Gondola (Boronaya)
Jucho zuckt ein wenig hilflos mit den Schultern und grinst. Unter Leitung des Vorarbeiters machen vier Sklaven ein schlankes Ruderboot klar, das hier wohl 'die Skiff' genannt wird, das aber für acht Ruderer und einen Steuermann ausgelegt ist. „Sertudo, Du gehst in den Bug, Boronaya, Du bleibst im Heck bei Senor Denodado. Wir anderen rudern mit.“ Der Vorarbeiter nickt ihm zu, und Senor Denodado scheint auch nichts dagegen einzuwenden zu haben, ist Sertudo doch der designierte Kundschafter mit annahmeweise den besten Augen.
Denodado seufzt auf Boronayas Frage hin. „Es scheint so auszusehen, als sei jemand, der sich Fedorino Ulffhardt nennt, und den meine Nichte schon in der Metropole kennen gelernt hat, ihr hierher gefolgt. Er hat es, Ilenias Brief nach, geschafft, Leonia von der Erfüllung ihrer Pflichten abzuhalten und sich in die Geschäftsführung der Plantage eingemischt, insbesondere scheint er zu versuchen, die Ernte an Abnehmer zu verkaufen, die 'mehr zahlen'. Er hat ihr den Zugriff auf die Bücher verweigert und beschäftigt sie mit Auswertungen, deren Sinn ihr verborgen bleibt. Außerdem, so habe ich den Eindruck zwischen den Zeilen, hat er sie mit seinem erheblichen Charisma dazu bewegt, ihm ihre Liebesgunst zu schenken, was ihr sehr peinlich ist. Amato scheint er ebenfalls kalt gestellt zu haben, mit überflüssigen Rodungsarbeiten. Der Brief ist vier Wochen alt, laut Tsabina kam danach kein weiterer, aber er selber hat mehrere Briefe an einen Fantario Sturmfels“, er seufzt bei der Namensnennung, „zur Abholung in einer Herberge in Al'Afa geschrieben, angeblich ein 'treuer Freund', der ihm bei seinen 'Heiratsplänen' beisteht. Von jenem kamen auch mindestens zwei Antworten. Ich mag mich täuschen, aber wahrscheinlich ist es ein windiger, kleiner Betrüger und Heiratsschwindler, der, nachdem ihm die Familie meines Bruders den Einfluss auf Leonia zunächst entzogen, ihr hierher gefolgt ist, um sie auszunehmen. Von Begleitern wusste Tsabina nichts.“ Er bietet Boronaya die Hand zum einsteigen. „Wenn es so ist, knüpfe ich ihn auf.“ Das kommt ruhig, beinahe buchhalterisch.

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Ungelesener Beitrag von Chephren » 09.02.2019 14:35

4. Tag, auf Mittag zu, Gondola (Boronaya)
Sie schüttelt nur den Kopf als er die Geschichte erzählt und nimmt die angebotene Hand mit einem dankbaren Nicken an.
"Das muss ja ein unglaublicher Mann sein, der allen auf der Plantage den Kopf verdreht. Auf der anderen Seite kann ich sie irgendwie auch verstehen. Allein auf einer Plantage fern ab von allem was man kennt und dann kommt da jemand und verspricht einem alles was man sich wünscht... " Sie schaut auf den Fluss hinaus. "Da gibt es Schlimmeres..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 09.02.2019 16:46

4. Tag, auf Mittag zu, Gondola (Boronaya)
Das Boot legt unter der Steuerung des Vorarbeiters ab, und nimmt schnell Fahrt auf. Senor Denodado wendet sich an Jucho, der sich mit dne anderen kräftig in die Riemen legt. „Wenn wir an der Plantage ankommen, lasst zwei Steg zurück und haltet euch mit dem Rest der Gruppe bei mir. Ich möchte den Kerl lebend.“ Juche nickt. „Bule, Makita.“ „Wenn er Probleme macht, knufft ihn ein wenig. Er sollte aber noch reden können.“ Das Boot schießt dahin, dann meldet Sertudo. „Uns kommt eine Schute entgegen, voll beladen mit Melonen.“ Denodado steht auf. „Die gehört zu Sietepepinos. Haltet sie auf!“ Der Steuermann gehorcht, und das Ruderboot hält auf den sich schnell nähernden Gemüsekahn zu, dessen vier Sklaven Besatzung erst neugierig, beid er Kursänderung dann besorgt schauen. Sertudo nimmt Bules Balstra uns Spannt sie durch, und Senor Denodado schiebt sich zum Bug durch. Jucho nickt Boronaya zu. „Hinterher.“ Denodado hebt die Hand. „Anhalten!“ Entweder erkennen ihn die Sklaven nicht, sind zu langsam von Begriff oder glauben gar, sie könnten dem pfeilschnellen Ruderboot entkommen, jedenfalls machen sie keine Anstalten, ihren Kurs zu ändern, und schon wenige Augenblicke später sind sie auf wenige Schritt heran. „Gelehrte Dame – Bringt sie bitte zum Stehen, möglichst ohne sie zu töten oder die Ware zu beschädigen.“ Er wendet sich an Sertudo. „Wenn es not tut, schießt dem Steuermann ins Bein.“ Der nickt und nimmt die Waffe hoch.

17. Tag, sehr kurz vor Mittag, Gildenhaus in Portas, Santinera
Die Abwicklung nimmt eine weitere Stunde in Anspruch, und dann ist es Mittag. Sie kaufen sich ein paar Fische und einen Krug Wein auf dem Markt und kehren dann zurück in die Alten Baracken, denn unausgesprochen brauchen sie einfach eine Pause. Dort treffen sie auch Janis und Jelinea, die niedergeschlagen am Tisch unter dem Sonnensegel sitzen, und aufschauen, als sie auf den Hof trotten. “Wie seht ihr denn aus?” Es ist schnell erzählt. Jelinea seufzt. “Und ich dachte, wir beide hätten einen Scheisstag gehabt.” Sie schüttelt den Kopf. “Aber wenigstens habt ihr gesiegt!” Sumaida setzt sich an den Tisch. “Ich habe ihm ins Gesicht geschossen.” Jelinea setzt sich neben sie und legt den Arm um sie. “Der Kerl hatte es nicht anders verdient. Die wollten euch umbringen.” Sie nickt. “Ich weiss.” Sie schaut zu Alejandro und Marico. “Wenn ihr nicht gewesen wärt...” Alejdandro lächelt matt, aber überzeugt. “Wir sind eine Partida. Wir halten zusammen.” Er gibt sich einen Ruck. “Und jetzt braten wir uns den Fisch und machen frisches Fladenbrot. Und dazu trinken wir Wein.” Sumaida nickt. “Wie war es bei euch?” Janis zuckt mit den Schultern. “Frustrierend. Der Don wollte Sparringspartner für sein Töchterlein. Und die dumme Tuse bestand auf scharfer Klinge zum Üben. Und ging natürlich voll rein, als ob es ernst wäre. Als Jeli ihr dann beim Sparring die Waffe aus der Hand geschlagen hat und sie dabei einen Schmiss gekriegt hat, gab's ein Riesendrama. Sie hat geheult, Papa hat uns ausbezahlt und fast vom Hof gejagt. Vier Oreal. Und jede Menge Flüche.” Alejandro zuckt mit den Achseln. “Dons und Donnas... gibt so'ne und solche.” Jelinea blickt zu Sumaida, aber Alejandro redet ganz offensichtlich nicht über ihre Eltern, also hat sie 'dicht' gehalten. Sie sitzt immer noch auf der Bank und starrt auf die Tischplatte. Marico schnauft. “Wie ruhig Du im Gildenhaus geblieben bist. Das war echt beeindruckend.” Alejandro wehrt ab, “Das sah nur so aus. Ich hatte total die Hosen voll, vor allem, als Onid erst mal so tat, als hätten wir denen nachgestellt und nicht umgekehrt.” Er tätschelt Sumaidas Schulter. “Komm schon, lass uns waschen und dann was bruzzeln. Ich habe Hunger.” Sie schaut auf, klatscht sich mit den Händen gegen die Wangen und nickt. “Jawohl!”

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 10.02.2019 11:54

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Rio Serpentillo stromaufwärts (Boronaya)
Als Boronaya mit ausgestrecktem Arm laut 'Paralys!' ruft, fahren nicht nur die eigenen Rudersklaven zusammen, auch die Sklaven auf dem anderen Boot erstarren, und bei ihrem Steuermann ist das sogar wörtlich zu nehmen. Ihr eigener Steuermann bringt das Boot längsseits und flink, wenn auch nicht besonders elegant, schwingen sich Jucho und Bule hinüber. Den Sklaven auf dem anderen Boot geht das viel zu schnell, und sie fangen an zu jammern und werfen sich zu Boden. Einer, der nicht schnell genug ist, sein Ruder los zu lassen, bekommt einen festen Knuff, und damit ist jeder Widerstand, so er überhaupt beabsichtigt war, gebrochen. Jucho versucht den Steuermann ebenfalls zum Hinknien zu bewegen, sieht aber nach einem Knuff ein, dass da wohl nichts zu machen ist. Er zieht ihm nun einfach das Steuerruder aus den erstarrten Fingern, schubst den zur Statue Gewordenen ins Boot auf die Melonen und bringt selbst ungelenk das Boot zum Wenden und in Richtung Ufer, wo es noch in fünf Schritt Abstand vom Schilf auf einer Sandbank mit einem sanften Knirschen aufsetzt, während das Ruderboot Längsseits bleibt und von den Rudersklaven mit zwei Rudern festgesteckt wird.
Denodado krabbelt an Bord. „Was beim Gehörnten fällt euch ein! Ich bin Don Denodado, euer Herr und Meister, wie könnt ihr es wagen, euch meinen Befehlen zu widersetzen?“ Es setzt großes Lamentieren ein, aber nach ein paar Augenblicken winkt Denodado ab und entscheidet sich offenbar, ihren Beteuerungen, 'nur die Bewaffneten wahrgenommen zu haben' erst einmal gelten zu lassen. Er besieht sich den steif gewordenen Steuermann und schiebt ihn mit dem Fuss an. „Janko!“ Er wendet sich zu Boronaya und zuckt mit den Schultern, dann schaut er zu den anderen Ausstellungsstücken, „Wo ist das Frachtmanifest, und wo ist dieser Fedorino?“ Das Frachtmanifest wird vorgewiesen, und Denodado wird böse. Er holt einen Stift heraus und schreibt darauf herum. „Von wegen, auszuhändigen an die Loeblich & Deflorentia Handelscompagnie. Das würde euch so passen.“ Die Sklaven halten die Monstranz des reinen Befehlsempfängertums hoch. Denodado ist nicht amüsiert. „Ihr wisst allesamt genau, dass wir seit Jahren unser Gemüse nur an Don Mabusi und Donna Candida liefern – und die Melonen gehen an Candida.“ Er schreibt eine Notiz und reicht dann Frachtmanifest und Notiz an Jucho. „Schicke einen Mann mit, einen der Lesen kann, der die Schute nach Gondola begleitet. Gebt Severus dort die Notiz und das Manifest. Er darf keine unser Ware an andere als unsere Kunden Mabusi oder Candida aushändigen. Das hier müsste die erste Ladung sein.“ Er schaut zum aus Gondola mitgekommenen Bootsführer. Der nickt. „Si, Don Denodado. Das ist die erste Lieferung“ Denodado wendet sich an Boronaya. „Phex sei Dank. Könnt ihr euren Zauber bitte lösen? Ich muss mit diesem Sohn eines Nilpferds reden.“ Er wendet sich an die Sklaven. „Und ihr – was wisst ihr über diesen Fedorino?“
Es kommt sehr zögerlich, aber wenig überraschend sind die Sklaven natürlich gut informiert. Fedorino, der offenbar doch nicht Don Fedorino sondern 'der Schurke Fedorino, der ihnen gleich verdächtig vorkam' ist, ist vor drei Tagen in dunkler Nacht verschwunden, mitsamt dem Schmuck von Donna Leonia und allen Silbermünzen aus der Kasse, beinahe eine ganze Dublone. Die Donna hat sich seitdem in ihrem Zimmer eingeschlossen und kommt nicht mehr heraus und weint die ganze Zeit.

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Ungelesener Beitrag von Chephren » 10.02.2019 16:50

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Rio Serpentillo stromaufwärts (Boronaya)
Boronaya ist mit sich selbst recht zufrieden und wartet auf dem kleinen Boot ab, bis sich die Sache etwas beruhigt hat. Als sie aufgefordert wird, den Zauber zu beenden schüttelt sie nur entschuldigend den Kopf. "Der Zauber lässt sich vor seinem Ende nicht aufheben. Je nach der geistigen Stärke des anderen müsste er in ein paar Minuten vorbei sein Signor."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 10.02.2019 17:31

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Rio Serpentillo stromaufwärts (Boronaya)
„Ungücklich, aber wohl nicht zu ändern.“ Denodado hinterfragt nicht Boronayas Expertise. „Legt den Dummkopf auf den Rücken.“
Die Bedingung 'einen der Lesen kann' bedeutet, dass Bule die Schute nach Gondola begleiten darf, worauf er nicht besonders scharf ist, sich aber fügt. „Lass Dir nichts bieten, Kumpel.“ Jucho klopft ihm auf die Schulter. Denodado nimmt noch einmal seine Sklaven ins Gebet. „Ihr seid pünktlich wieder auf Sietepepinos, Kein Getrödel, und erst recht macht ihr Senor Bule keine Probleme, sonst wehe euch. Ihr helft abladen, lasst euch den Lieferschein quittieren und kommt dann sofort zurück. Habt ihr verstanden?“ Das haben sie, wie sie wortreich beteuern.
Mit etwas Geruckel, Geschaukel und dem Stemmen mit den Ruderblättern ist die Schute schnell wieder klar gemacht und verschwindet bald aus dem Blick flussabwärts. Das Ruderboot hingegen strebt flussaufwärts, und es dauert nicht mehr all zu lange, dann kommt der Anleger der gesuchten Planatage ins Blickfeld, und Sertudo meldet auch, er sähe die Turmspitze des Herrenhauses zwischen den Bäumen oberhalb des Hanges.
Am Steg sitzen drei Kinder und angeln, springen aber auf und rennen den Hang hinauf, als sie das mit gleichmäßigen Ruderschlägen schnell heran eilende Boot erblicken. Sertudo grinst humorlos. „Lasst mich raten: Keiner hätte was ahnen können.“ Jucho dreht den Kopf. „Trotz allem: Vorsicht.“ „Klar doch, Jefe.“

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Rio Serpentillo stromaufwärts (Boronaya)
Auf der Plantage gab es offenbar keine zehn Minuten zur Vorwarnung, und wenn Boronya dem sich bietenden Bild, welches das kleine Empfangskommitee auf den Stufen ins Haupthaus abgibt, betiteln sollte, dann würde sie zwischen 'Das schlechte Gewissen' und 'Vor Angst Benässt' schwanken. Da stehen in der Mitte eine schlanke, junge Donna mit rotgeweinten Augen, die aussieht, als habe sie in ihren Klamotten geschlafen und versucht, sich nach einigen Tagen Abstinenz innerhalb von fünf Minuten zu waschen und zu frisieren. Neben ihr steht eine recht hübsche, aber eher kleine Sklavin, halb Moha, halb Thalusierin, sauber und ordentlich gekleidet, drei lederbezogene Kladden vor die Brust haltend, als ob die einen Schutz bieten würden, die mit fest auf den Boden gerichteten Augen dort ein Loch sucht, das zum Versinken geeignet wäre. Dann ein kräftiger Kerl, wahrscheinlich eine Kreuzung aus Thorwaler und Moha, der sich an seinem vor die Brust gehaltenen Hut festhält und schließlich drum herum das Hausgesinde, das – Boronaya kennt diese Haltung genau – seiner Anwesenheitspflicht nach kommt, aber stumm zum Ausdruck zu bringen versucht, dass sie überhaupt gar nichts mit irgendwas, oder noch wichtiger, irgendwem, zu tun hatten oder haben und immer nur brav getan haben, was ihnen befohlen wurde, für belastende Hinweise aber gerne zur Verfügung stehen.
Ansonsten wird auf der Plantage zumindest so getan, als ob eifrig gearbeitet würde, und kein Feldsklave ist so dumm, durch Gaffen eventuell in das unter Garantie anstehende furchtbare Strafgewitter herein gezogen zu werden.

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Ungelesener Beitrag von Chephren » 10.02.2019 17:41

4. Tag, auf Mittag zu, auf dem Rio Serpentillo stromaufwärts (Boronaya)
Fast hat Boronaya so etwas wie Mitleid, gut eigentlich hat sie wirklich Mitleid, aber hier wäre wirklich der falsche Augenblick so etwas zu zeigen.
So baut sie sich hinter dem Don auf und bemüht sich streng zu schauen, auch wenn ihr so eine Situation nur zu bekannt ist.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 10.02.2019 17:56

4. Tag, auf Mittag zu, Plantage Sietepepinos (Boronaya)
Denodado mustert das sich ihm bietende Bild. „Werde ich nicht begrüßt?“ Die Sklaven und der Oberaufseher sinken prompt auf die Knie, als hätten sich ihre Beinmuskeln in Porridge verwandelt, und die Donna wird beinahe mitgerissen. Denodado nickt. „Ich weiß bereits Bescheid. Ich will also keine Ausflüchte, keine Anschuldigungen hören. Ilenia, Du legst mir im Esszimmer die Bücher aus.“ „Jawohl, Herr.“ Sie knickst und verschwindet im Haus. „Leonia, Amato, ihr führt mich über die Plantage.“ Der Mann macht den Mund auf, aber Denodado hebt die Hand. „Dich zu melden hattest Du genug Zeit, Amato. Du redest, wenn ich Dich was frage.“ „Jawohl Herr.“ Denodao nickt seiner Nichte zu, die zusammen zuckt und sich wie mechanisch in Bewegung setzt. Denondao wendet sich an Jucho. „Lasst zwei hier zurück, nur für den Fall, dass jemandem die Nerven durchgehen... Gelehrte Dame, wenn ihr, Senor Jucho eine eine der Damen mich begleiten möchten?“ Jucho nickt Makita zu. „Wenn einer abhauen will...“ „Schon klar.“ Sie und Sertudo ziehen sich in den Schatten zurück, ihre Waffen weiter auf den Boden richtend.
Denodado blickt zum Gesinde. „Ihr geht wieder an die Arbeit. Ich will kein angebranntes Mittagessen. Wir sind sieben Leute mehr zum Mittagessen. Senor Jucho und die Gelehrte Dame Boronaya speisen mit uns im kleinen Esszimmer.“ Jucho wird prompt rot, 'Herrenbehandlung' ist er ganz eindeutig nicht gewohnt.
Die Köchin knickst tief. „Jawohl, Don Denodado, Seid versichert, wir alle...“ Er hebt nur die Hand, und sie klappt ihren Mund zu. Denodado wendet sich an seine Nichte. „Zuerst die Vorratshäuser.“ „Jawohl, Onkel Alriggio.“ Sie schluckt und schnieft zugleich. Er klopft ihr auf den Rücken. „Los geht’s.“ Er wendet sich an Jucho, Tonarev und Boronya. „Wenn euch was auffällt, fragt oder sagt es ruhig.“ Jucho nickt und läßt seinen Blick kreisen.

17. Tag, Mittag, Alte Baracken in Portas, Santinera
Während der Mittagsregen niederprasselt geniessen sie zu Fünft das Mittagsmahl, und als abgewaschen ist, und sie zusammen sitzen, schneidet Alejandro vorsichtig ein Thema an, das bislang noch undiskutiert ist, aber doch über ihnen schwebt. “Wie wollt ihr das eigentlich halten... nur zu zweit? Anfängeraufträge sind meist Kräuter suchen und Krokodiljagd... schon einfachste Eskorte reissen sich gerade an ruhigen Tagen die Veteranen unter den Nagel.” Jelinea dreht ihren Becher in der Hand. ”Und Du willst sagen: Und weder von Krokodilen noch von Kräutern habt ihr eine Ahnung, nicht wahr?” Alejandro wird ein wenig rot. “Nicht so direkt... aber, mein ich.” "Du hast ja recht.” Janis trinkt einen Schluck. “Hilft ja nichts, so zu tun, als wäre es nicht so. Für Eskorte sind wir zu zweit zu wenige, und sowieso braucht es dafür auch mindestens einen Schützen. Und im Busch brauchts einen Kundschafter. Und einen Heiler.” Es bleibt unausgesprochen, dass die beiden durchaus Alejandro, Marico und Sumaida brauchen könnten, dass das aber nicht wirklich umgekehrt auch gilt. Jelinea übt sich in Optimismus. “Vielleicht kommen nach dem Erntedankfest neue Anfänger in die Stadt.” Janis schaut etwas zweifelnd, aber da er offensichtlich der Juniorpartner ist, formuliert er vorsichtig. “Wir müssen aber in der Zwischenzeit von was leben, Jeli.” Die schaut ihn an. “Willst Du etwa den Schwanz einziehen, so wie Gerhold?” Sie schaut zu Alejandro. “Wir waren eigentich zu dritt. Gerhold hatte als Waffe den großen Sklaventod, war aber ein Schisser.” Janis protestiert. “Jeli!” “Ist doch wahr. Wollte angeblich ein berühmter Questador werden, aber kaum bietet ihm in Apestos Capestosos so ein Werftbesitzer an, seine Wachmannschaft zu befehligen und verspricht ihm dafür feste Anstellung und ein großbusiges Sklavenmädchen, zack, weg war er.” Sie fixiert die männlichen Mitglieder der Runde. “Klar, damit kann man euch kriegen, nicht wahr?” Janis protestiert. “Jetzt sei nicht unfair. Ich bin doch bei Dir geblieben.” Jelinea grummelt, aber als sie Sumaidas tadelnden Blick wahrnimmt, entschuldigt sie sich. “Tut mir leid, war nicht so gemeint. Läuft halt alles nicht so wie geplant.” Sie trinkt einen Schluck.

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