DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Gefährliche Abenteuer, spannende Kämpfe und fremde Länder warten auf Dich.
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Chephren
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 16.07.2020 13:07

Tag 46, später Vormittags, Grande Serpentina (Valeria)
"Viel schlimmere Sachen," meint sie mit einem Augenzwinkern, weicht damit aber auch der Frage aus. "Ja ich würde dann auch wieder weiterarbeiten. Danke für den freundlichen Empfang. Ich richte meiner Tante die Grüße aus. Passt auf euch auf..." Das Geplänkel um die Gurke ignoriert sie schlicht weg. WObei sie das schon verstehen kann. Rahja huldigen ist ja eins, aber diese dauernden Erwartungen sich einen Mann zu suchen oder suchen zu lassen. Als ob man nur dann etwas wert ist.

"Ja, fahren wir wieder zurück." Sie verabschiedet sich dann von Boris. "Wenn ihr eure Gallone habt, würde ich mich noch gerne mit dir über den Aufbau der Reusen unterhalten. Ich komme mit den ersten Zeichnungen gegen Abend." An der Stelle macht sie sich dann daran die Stege abzustecken und einige grobe Maße zu nehmen. Leichte Stege, vielleicht sogar schwimmend, dass man sie vor den Hochwassern abbauen kann. Mal sehen, ob das geht.

Tag 27 Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Sie genießt die Hände schüttelt aber bei seinem Vorschlag lachend den Kopf. "Was willst du denn jagen? Ich bin da wirklich nicht besonders gut? Du?"
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Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 16.07.2020 14:14

Tag 27 Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Ribaldo lacht, und ihr wird klar, dass sie das jagdbare Wild ist. „Ich bin sicher, man vermisst uns nicht gleich. Und die Herberge steht jetzt beinahe leer.“ Er küsst sie erneut. Seine Hände machen das genau richtig. Es ist nur die Frage, ob sie sich darauf einlassen will.

Tag 46, später Vormittags, Grande Serpentina (Valeria)
Boris salutiert beim Abschied. „Ihr wisst ja, wo ihr mich findet, hehe.“ Die Jungs, Boran und Rico, sind fleißig und ganz aufgeweckt, aber sie machen anerzogenerweise nur genau das, was ihnen Valeria aufgibt. Ohne Vorarbeiter, der die Anweisung der Zwischenschritte vornimmt, wird das Bauen der Stege viel zu lange dauern. Aber jetzt, wenn sie nur die Stellen absteckt, ist das noch kein Problem. Die Netze für die Reusen müssen geknüpft werden, aber entweder – hoffentlich – hat Tante Martinetta das schon machen lassen, oder man gibt es den Sklaven auf. Sonst wird das nichts mit Reusen noch in dieser Saison. Der Boden ist ohnehin erstaunlich uneben – mal rammt man den Stab schon nach einem guten Schritt ins feste Erdreich, mal sinkt er gut Zwei Schritt tief in den Schlamm, bevor er festen Boden trifft.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 16.07.2020 14:41

Tag 27 Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Lachend lässt sie ihn gewähren. "Aber nur wenn du mir kurz gibst mich frisch zu machen, ich renne hier schon den ganzen Tag herum. Und ich muss dich warnen. Ich bin eine gefährliche Beute. Ich beisse manchmal und bin auch nciht leicht zu fangen..." meint sie. Weniger das Frschmachen, als die Striemen hat sie dabei im Sinn, aber der einfachste Balsam reicht dafür ja aus.



Tag 46, später Vormittags, Grande Serpentina (Valeria)
Der Untergrund interessiert Valeria dann doch mehr, wobei sie die Initiatvlosigkeit in den Wahnsinn treibt. Wenn man denen aufgibt den Baum hinaufzuklettern, dann muss man sagen, dass sie oben anhalten sollen, sonst klettern sie bis anch Alveran hinauf.
Sie markiert die Stellen und Tiefen genau.
"Wisst ihr, ob hier irgendwas im Untergrund ist? Hat man beim Graben alte Steine oder Ruinen gefunden?" fragt sie die beiden, nickt dem einen zu. "Ja, da reinstecken. Das ist doch jetzt der Zehnte! Du brauchst nicht jedes Mal fragend schauen!"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 16.07.2020 17:43

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
„Boss Marica sagt immer: Tu was ich sage, und nur was ich sage, und fang bloß nicht an zu denken, dafür bist Du nämlich zu dumm.“ Boran sagt das als reine Feststellung, frei von anklagendem Unterton. „Hier ist nichts gefunden worden, hier war alles Dschungel. Keine Ruinen oder sowas.“ Rico ergänzt. „Aber östlich vom Weg sind viele Steine im Boden. Die sind immer mühsam heraus zu holen.“ Die Zeit vergeht, und gemessen an den Umständen kommen sie gut voran. Dann läutet auf der Plantage die Mittagsglocke. Zu spät zu Tisch kommen ist sicher nichts, was hier gerne gesehen wird, weder am Sklaven- noch am Herrentisch.

Tag 27 später Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Ribaldo lächelt und gibt sie zögernd frei. „Aber natürlich – ich suche uns oben ein Plätzchen.“ Sich frisch macht sie am besten am Brunnen im Hof – wenn die Zimmer leer stehen, sind die Waschschüsseln dort sicher nicht gefüllt.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 16.07.2020 22:28

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Was ich doch sehr bezweifle. Wenn man gute Vorarbeiter will, sollten sie doch auch die Plantage kennen. Und die beiden sind nicht auf den Kopf gefallen, loyal genug, dass man sie mir am ersten Tag mitgibt und jung genug um formbar zu sein.
"Dann ist hier die erste Lektion bei mir. Ich bin nicht Boss Marica. Die Götter haben dir einen Kopf gegeben, also nutz ihn, wenn du mit mir unterwegs bist. Oder würdest du mich nicht vor einem Krokodil warnen, wenn ich es dir nicht aufgetragen habe? Siehst du..."
Dann mahnt sie zum Aufbruch, fragt noch ein bisschen auf dem Rückweg: "Und wo werden diese Steine verwandt?" Vielleicht ist da etwas Interessantes bei.

Tag 27 später Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
"Ich glaube, dann bin ich die erste Beute, die zum Jäger kommt. Aber vielleicht jage ich auch dich," meint sie lächelnd und macht sich dann am Brunnen ein wenig frisch, wirkt einen einfachen Balsam währendessen. Auch wenn Ribaldo sicher einiges vermutet, hat sie auf die Diskussion keine Lust.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.07.2020 10:44

Tag 27 später Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Ribaldo hat die Zeit damit verbracht, die Kammern auszuprobieren, und lotst sie in ein Zimmer am Ende es Flures, das unverschlossen war. Wahrscheinlich haben hier die Leibsklaven von Zeysig geschlafen,es ist jedenfalls zwar solide, aber recht einfach eingerichtet, und durch die geschlossenen Fensterläden zum Hof hin kommt nur wenig Licht. Sie haben kaum die Tür hinter sich geschlossen, da nimmt Ribaldo sie wieder in die Arme und küsst sie, und bevor noch ihre Lippen sich wieder lösen, wandern die Träger ihrer Robe über ihre Schultern und das Ganze kommt ins rutschen. Er macht das genau richtig, und es erfordert Selbstbeherrschung, Rahja nicht zu laut zu preisen. Eigentlich ist es extrem leichtsinnig, was sie hier machen, aber es macht einfach zu viel Spaß. Dann fädelt er seinen Gürtel aus der Hose und küsst sie erneut. „Muss ich meine Beute vielleicht ein wenig zähmen?“

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Nach ihrer Ansprache wird es ein wenig besser, wobei die Jungs vorsichtig sind und sozusagen erst einmal den Boden antesten. Aber schon das hilft ungemein, dass sie nicht mehr sagen muss: 'Nimm diesen Stab und stecke in dort rein.' Die Arbeit scheint den Jungs sogar Spaß zu machen. Eine richtige Vermessung ist das zwar noch nicht, aber da es sich jetzt nur um eine einfache Steganlage handelt, reicht das als Orientierung. Um den Steg tatsächlich zu bauen, wird sie ein Dutzend kräftige Leute und ein oder zwei Tage brauchen, wenn es auf beiden Seiten des Flusses sein soll, eher drei bis vier. Wenn die Reusen schon vorhanden sind, dann noch ein Tag, um sie zu anzubringen, eventuell müssen dann einzelne umgelegt werden. Das ist mehr Erfahrung als Wissenschaft.
„Die Steine kommen alle auf einen Haufen beim Sägewerk, und wenn etwas gebaut wird, werden sie für die Fundamente oder für die Mauer genommen. Oft müssen sie aber erst mit dem Stemmmeissel gebrochen werden.“ Große Steine also. Andererseits müssen Steine nicht besonders groß werden, bevor man sie selbst mit vier Mann nicht mehr heben kann.
Im Haupthaus hat Sikula bereits saubere Kleidung für das Mittagessen heraus gelegt und rückt ihr mit Waschschüssel, Lappen und Bürste zu Leibe, sobald sie ihr aus den Arbeitsklamotten geholfen hat. Man zieht sich hier zum Mittagessen offenbar um. Was Valeria jedoch auffällt ist eine durchaus noch erkennbar Rötung auf Sikulas Wange, die nur von einer kräftigen Ohrfeige herrühren kann. Da sie sich nicht beschwert, kann es kein subalterner Sklave gewesen sein, und da sie kein 'Vergehen' beichtet, auch nicht Tante Martinetta oder Kusu. Bleiben also der Haushofmeister oder Tantchens Leibsklavin als naheliegende Verdächtige.

Tag 45, später Nachmittags in Magnolia, Santinera (Capitan)
Am Schluss wird es ein mit kleinen Steinen versehener und mit einer Widmung gravierter silberner Steckkamm für Inazuna, die doppelt verlegen wird, als ihr einfällt, dass das tatsächlich ihr erstes und einziges echtes Schmuckstück ist, das sie besitzt. Für Vecna und Shiri wird es doch ein Medaillon, ebenfalls Silber. Vittoria bedankt sich für das Geschäft und bringt ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass sie sie bald wieder beehren.
Draußen bedankt sich Inazuna noch einmal so förmlich beim Capitan, dass auch dieser verlegen wird. „Nur eine kleine Anerkennung eurer herausragenden Leistungen Signorita.“ Er gibt Vecna einen Klaps. „Und Du warst auch nicht schlecht.“ Die kichert. „Trotz meines vorlauten Mundwerkes?“ „Das werde ich Dir schon noch austreiben.“ Der Capitan grinst, dann wendet er sich an Inazuna. „Wenn ihr mögt, gebe ich euch den Abend frei, Signorita, oder wir gehen zusammen einen trinken.“ Inazuna verneigt sich. „Vielen Dank, Capitan. Wenn ihr es erlaubt, würde ich gerne ein paar Freunde und Bekannte besuchen. Auch zu einem Besuch am Schrein des Nachtrichters drängt es mich.“ „Das machen wir noch gemeinsam, Signorita. Auch ich schulde dem Großen Mungo etwas.“ Auch Vecna kommt mit, und jeder von ihnen versenkt ein paar Münzen im Opferstock des Phex. Dann verabschiedet sich Inazuna mit ihrer typischen Verneigung und verliert sich in den Schatten. Vecna wendet sich an den Capitan. „Und was machen wir mit dem angebrochenen Abend? Leutnant Perra wirkte ganz versessen darauf, euch Bericht zu erstatten und das neue Kriegsschiff zu zeigen. Und die Gerüchte aus erster Hand hören würde sie sicher auch gerne. Andererseits wolltet ihr noch meine Erziehung verbessern, wenn ich mich recht erinnere.“ Der Capitan lacht. „Oh, das habe ich nicht vergessen, wie könnte ich.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 17.07.2020 12:34

Tag 27 später Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Leichtsinnig ist ihr im Moment egal und sie beißt sachte zu. "Du glaubst doch nicht, dass sich eine Wildkatze sonst so einfach einfach einfangen lässt," antwortet sie, sichtlich mit Vorfreude.


Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)

"Gut, das ist schon besser," lobt sie die beiden. "Aber denkt daran, bei wem ihr was tut. Euer Boss wird seine Meinung vermutlich nicht geändert haben. Kann jemand von euch zeichnen?" Die INformation mit den Steinen legt sie ab. Solche Steine sind durchaus nützlich, noch mehr, wenn sie vorher schon behauen waren.
Valeria lässt sich gerne aus den Arbeitklamotten helfen und sich wieder sauber zu fühlen ist auch gut. Allerdings runzelt sie ob der geröteten Wange die Stirn. "Wer war das? Und wieso?" fragt sie und fährt mit dem Finger über die Wange. Das würde man klarstellen müssen. Wenn jemand ihre Sklavin züchtigte dann sie. Vielleicht noch ihre Tante. Sikula kann durchaus ein wenig unterdrückten Zorn hören.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.07.2020 13:54

Tag 27 später Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Wahrscheinlich hat das jemand mitgekommen. So schön es war, sie waren ja nicht gerade leise. Und das mit dem Sitzen, nun... das wird ein wenig kribbeln. Außerdem hat sie Hunger. Und ihre Robe fängt an, langsam etwas zu leiden. Sie sollte sie reinigen lassen – am besten wäre es, jemanden mit Sapefacta, um die Farbe zu schonen. Aber Prospero darum zu bitten wäre schon sehr dreist. Aber die Prinzessin, die das auch kann, kommt eigentlich auch nicht in Frage.
Auch Ribaldo ist erschöpft und glücklich. Er nimmt sie, bevor sie sich anziehen kann, noch einmal in die Arme und küsst sie. „Ich werde mich dann frisch machen und versuchen, Prospero abzulenken. Sehen wir uns morgen früh? Dann kann ich Dir berichten.“

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Zeichnen können die Jungs nicht. Sie haben im Leben noch keinen Stift in den Händen gehalten. Viele Plantageros, gerade unabhängige, bringen ihren Sklaven tatsächlich rudimentär lesen, schreiben und rechnen bei, einfach weil es sich lohnt, ausgebildete Sklaven zu haben, aber das sind natürlich nicht die, die im Kolonnensystem auf kurzfristig maximalen Ertrag setzen und ihren Sklaven nur das Allernötigste beibringen, auch um sie in vollkommener Abhängigkeit zu halten..

Im Haus reagiert Sikula vorsichtig und errötet, als Valeria ihr über die Wange streicht. „Bania, die Leibsklavin der Donna, Donna. Sie war der Meinung, ich hätte mich ihr gegenüber respektlos verhalten, als ich aus der Küche heißes Wasser zum Waschen für euch holte. Ich glaube, sie wollte nur ihre Stellung demonstrieren. Es war nur eine Ohrfeige.“ Sie steckt Valerias Frisur frisch auf, nun, da sämtliche unerwünscht aufgelesenen Naturbestandteile ausgekämmt sind. „Aber etwas hat mich beunruhigt, wenn ich das erwähnen darf, Donna. Bania erwähnte, die Donna habe mich ins Zuchtbuch eingetragen. Ich wäre ja jetzt im richtigen Alter.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 17.07.2020 14:14

Tag 27 später Vormittags, Herberge Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Eigentlich ist ihr das ein wenig egal, ob sie jemand gehört hat. "Tu das." Sie lächelt als er meint, dass er Prospero ablenken will und verabschiedet sich mit einem Kuss, bevor sie zügig die Herberge verlässt, als gehöre sie hierher. Und sie nimmt den Weg in Richtung des Marktes. Tatsächlich wäre eine zweite, einfache Robe durchaus angebracht und vielleicht findet sie jemanden, der ihr bei der Reinigung zur Hand gehen kann. Vielleicht sollte sie den Sapefacta gleich auch noch von Prospero lernen.

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Sie nickt nur. Dieses System mmochte zwar sicherer sein, aber ertragreicher? Mit Sicherheit nicht. Vielleicht sollte sie die Tante fragen, ob sie einen der beiden als Assistenten bekäme. Vorteil, sie bildet sich so selbst Vorarbeiter aus. Die ANtwort allerdings konnte sie sich schon denken.

Trotz der Versicherung kann Sikula sehen, dass beide Aussagen nicht gerade zu Valerias Freude beitragen. "Und hast du?" fragt sie zur Ohrfeige. Das mit dem Zuchtbuch war delikater. Wie sie ihre Tante überzeugen könnte, kann sie sich vorstellen. Aber sie hatte auch recht Sikula war im richtigen Alter.
Sie neigt leicht den Kopf. "Du bist im richtigen Alter, Sikula. Aber du weißt auch, dass du etwas Besonderes bist, gerade was deinen Stammbaum angeht. Was sorgt dich daran?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.07.2020 14:59

Tag 27 Beinahe Mittags, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Echte Magierroben gibt es nicht – dafür gibt es wohl normalerweise einfach keinen Markt. Aber es gibt ein paar vernünftige Tuniken und Wickelröcke aus guter Baumwolle oder ordentlichem Leinen. Allerdings würde auch das schon ihre Barschaft recht ordentlich strapazieren, hat die doch durch den Kauf des Artefaktes einen ziemlichen Dämpfer bekommen. Der Questadorenlohn ist nicht gerade dazu geeignet, sich davon eine Magiergarderobe zuzulegen, und die letzten beiden Tage ist sie auch nicht bezahlt worden.

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Sikula wird noch röter. „Wenn ich respektlos gewesen sein sollte, so lag es keinesfalls in meiner Absicht, Donna.“ Es wäre auch überraschend. Das ist hier kein Haushalt, wo man sich ungestraft gegen die Hackordnung auflehnen darf, und die Leibsklavin ihrer Tante rangiert zweifelsohne über der von Valeria. Wenn die Tante ein Onkel wäre... aber so wäre ein Auflehnen einfach nur dumm und aussichtslos. Wenn sich Valeria recht erinnert, ist Bania schon etwas fülliger, deutlich älter, und nicht annähernd so hübsch wie die gerade siebzehnjährige Sikula.
Die Frage, warum diese etwas dagegen hat, dass sie sich von einem wildfremden Kerl schwängern lassen soll, fällt Sikula schwer zu beantworten. Sie wählt die vorsichtige Formulierung, dass sie gehofft hat, sich mit jemandem in Liebe zu verbinden.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 17.07.2020 18:01

Tag 27 Beinahe Mittags, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Na gut, das war eine Überlegung, aber auf jeden Fall würde sie sich noch etwas zum Anziehen besorgen müssen. Zumindest wenn sie noch eine Weile blieb. Die Alternative, wäre sich etwas schneidern zu lassen. Ihre aktuelle Barschaft war knapp genug, aber ihr Privatvermögen immerhin noch unangetastet. Nun gut, abwarten, morgen war auch noch ein Tag.

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
"Ich rede mit meiner Tante." Dann seufzt sie. Sie konnte das Verstehen, dass sie nicht einfach mit jedem wollte. Wollte sie auch nicht. Aber schlussendlich ging es ihr nicht anders. Sie würde auch an irgendeine Partie verheiratet werden, die eben am besten war. Und bei den Sklaven war das nicht anders, nur weniger verblümt. Nur wie man das einer Sklavin erklären sollte, das war ihr auch neu und tatsächlich fand sie die Sklavin eigentlich nett. "Das wünschen sich viele. Von der Sklavin bis zur Grandin. Aber in manchen Dingen zählen unsere Wünsche nur wenig. Und hier steht es nicht einmla in meiner Macht das wirklich zu entscheiden." Sie schaut zu Sikula. "Was eine Möglichkeit wäre: Vielleicht sind Magier oder Schamanen in Santinera, die dir zusagen. Und wenn du schon..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.07.2020 19:31

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Sikula weiß schon Bescheid. Mit siebzehn ist man als Sklavin auf dem Silberberg keine Jungfrau mehr, jedenfalls nicht, wenn man ein wenig Ausstrahlung hat und ordentlich aussieht. Und selbst wenn nicht... irgendwer findet sich immer, der einen in Rahjas Welt einführt. „Vielen Dank, Donna. Ich kenne in Santinera niemanden, Donna.“ Woher auch? Darum müsste sich Valeria kümmern. Aber die Bereitschaft, für irgendwelche Sklavinnen als Zuchthengst einzuspringen, ist bei Magiern deutlich weniger weit verbreitet, als manch abgerissener Questador, der oft nur gegen Silber in den Genuss von Rahjas Freuden gelangt, vermuten mag. Was aus dem Bauch einer Sklavin kommt, gehört deren Donna. Das Gesetz ist da eindeutig. Sowas will also sorgfältig angebahnt werden.

Bei Tische muss Valeria feststellen, dass sie die Letzte ist, und die Tante schon sitzt. Aber sie kritisiert sie nicht, und auch der Schreiber schaut sie nur aus seinen kalten Fischaugen an. Nach der Suppe, als der Braten aufgetragen wird, beginnt Tante Martinetta dann die Konversation. „Na, hast Du dich schon mit unseren Nachbarn vertraut gemacht? Diese Djaobab ist eine verlogene Tratschtante, wie alle Maraskaner, sieh dich vor, was Du ihr erzählst! Giftig ist sie, weil sie keinen Mann findet.“ Tante Martinetta lacht und nimmt sich ein ordentliches Stück Fleisch vom Teller. „Und wie ging es sonst? Hast Du einen anständigen Platz gefunden, wo wir nicht nur fettigen Aal oder verschlammte Karpfen kriegen? Wir sollten die ganze Bande zum Dämon jagen... ein paar Questadoren anheuern und sie packen schicken.“ Der Schreiber räuspert sich, und sie winkt unwillig ab. „Ich weiß, ich weiß, die Gilde nimmt solche Aufträge nicht an. Aber jetzt in der Regenzeit werden wir wohl ein paar von den Hungerleidern anheuern können. Müssen halt etwas diskret sein, hehe. Kleiner Unfall, oder so.“ Sie lässt sich nachschenken. „Was hat sie denn so erzählt?“ Vom Dach des Hauses dürfte man den Fluss gut im Blick haben.

Tag 27 , Mittags, Platz der Helden, Sandalia, Santinera (Boronaya)

Der Mittagsregen überrascht sie auf dem Weg zur Herberge, aber das gilt auch für Jucho, Bule und Sertudio, die am Brunnen auf dem Platz der Helden gerade ihre Ausrüstung säubern. Bule hat einen blutigen Verband am Bein. Es sieht nach etwas Schlimmeren aus, denn man hat ihm aus Bambus eine Krücke gefertigt, und ganz offensichtlich hat Jucho sein Gepäck getragen.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 17.07.2020 22:17

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
"Ich verspreche nichts, Sikula." Wobei mir meine Mutter den Kopf abreist, wenn ich sie von einem hässlichen Bauern schwängern lasse. Welche Magier gibt es hier? Was wollten sie dafür? Wer war bereit sein eigenes Blut zu verkaufen? Schulden. Danke Mutter, dass du mich zwingst wie du zu denken um nicht wie du zu werden.

Bei Tisch nickt sie den anderen zu. "Nun ich dachte, dass ich mir einmal ansehe, was sie da bauen und habe dabei die Dame kennengelernt. Manieren eines Matrosen, aber nicht zu unfreundlich. Das Ding schwimmt vermutlich beim nächsten Hochwasser davon, aber sie hat es wohl eintragen lassen. Das musste sie mir gleich auf die Nase binden. Und nein den anständigen Platz haben sie. Krebse, Karpfen, Aal - nichts- oder die Questadoren. Ihnen fehlt ein Baumeister, sie haben aber gute Handwerker. Und sie hat mir erzählt dass eine Angelica aus irgendeinerNebenlinie-Karinor mit einer Bande der Borndorne nachts auf die Plantage von Donna Emilia geangen ist und sie angreifen wollte. Sie sind grandios gescheitert und sie wird vermutlich in Santinera verurteilt werden.



Tag 27 , Mittags, Platz der Helden, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Ohne lange zu zögern eilt sie zu ihrer Partida. "Was ist passiert?" ruft sie ihnen zu, macht sich bereit das Bein anzusehen.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 18.07.2020 09:55

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Tante Martinetta schnaubt. „Aal. Kommt mir nicht auf den Tisch. Fettiges, ekliges Zeug. Wahrscheinlich sollten wir wirklich die Forellenteiche bauen, die Uberto mal angedacht hat. Aber erst einmal müssen es die Reusen tun. Also gut, kümmere dich darum. Red mit Ragnulf vom Sägewerk, das ist mein bester Zimmermann und leg mir morgen... nein übermorgen einen Plan vor. Heute reise erst mal nach Santinera und hör dich ein wenig um. Angelica und die Borndorne sagt mir gar nichts, wer soll das sein?“ So bekannt sind die Borndorne und ihre Verbindung zu den Karinors – wenn man das überhaupt so nennen will – auch wieder nicht. Da wissen auch in der Familie nicht alle von, und Tante Martinetta ist immerhin nur eingeheiratet. „Wahrscheinlich nur eine Hochstaplerin. Und selbst wenn nicht, wir können uns nicht um jede missratene Nichte dritten Grades kümmern. Aber finde raus, was da los war. Diese Emilia ist eine boronverdammte Horasierin, hat die Plantage vom alten Bonveccio als Lösegeld gewonnen, weil der alte Sack sich beim Entern ihres Schiffes von ihr mit dem Degen hat übertölpeln lassen. Sitzt da mit ihrem Onkel, einem auf Land gesetzten Geschwadercommodore - der Mann ist allerdings gefährlich, hat gute Verbindungen zur Flotte bis hoch in die Admiralität.“ Sie grinst. „Und soll ein ziemlicher Hengst sein. Wäre vielleicht sogar was für dich. Hast vielleicht sogar von ihm gehört, Capitan Morrigan, der 'Held' von Marriaca.“ Mariaca... das war das einzige Seegefecht im letzten Krieg, der angeblich kein 'richtiger' war, das die Al'Anfaner glorreich gewonnen haben, also so richtig in Unterzahl gegen Überzahl und dann noch angeblich ganz ohne eigene Verluste, mitsamt Gefangennahme der gegnerischen Kommandantin. Ein strategisch bedeutungsloses Scharmützel, aber Balsam für die nach Phyrgaios immer noch verwundete Volksseele.
Das Grinsen wird noch breiter. „Aber halt dich ran, in Santinera wird nicht lange gefackelt. Das Urteil ist wahrscheinlich bereits gesprochen. Du kannst den Wagen nehmen, ich geb Dir einen Jungen mit. Lass dich aber nicht in Raufhändel verstricken – oder wenn, dann nur auf dem Platz der Helden. An allen anderen Stellen sind Duelle verboten.“ Sie schaut zum Schreiber. „Gib ihr eine kleine Kasse zum Trinken und Schmieren mit, ein paar Silber sollten reichen.“

Tag 27 , Mittags, Platz der Helden, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Bule hat sich seinen Humor bewahrt. „Wir waren nicht die einzigen auf Jagd, und der Jaguar fand es gar nicht lustig, das wir uns an sein Wasserschwein angepirscht haben.“ Jucho bemüht sich weniger um gute Laune. „Das Mistvieh ist uns auch noch entwischt. Hat Bule von der Seite angesprungen, und als ich es mit dem Spieß erwischt hab, ist es abgehauen. Hat geblutet wie Sau.“ Bule winkt ab und beisst die Zähne zusammen, als er sich auf den Rand des Brunnens setzt. „Tonna hat es gut verbnden, aber vielleicht kannst Du es Dir mal anschauen.“ Aber wohl besser im Trockenen, Momentan kippt Efferd alle Kübel über ihnen aus.
Im Schutz der Veranda, wo Senora Ponches schon heißes Wasser bringt und Tonarev ihr Verbandszeug wieder ausgepackt hat, um den Verband erneuern, ergibt das Bein ein übles Bild. Da hat ein Jaguar rein gebissen, und wohl versucht, seine Beute weg zu ziehen, bevor Juchos Speer ihn davon abhielt. Das Bein ist übel aufgerissen. Damit liegt er mindestens zwei Wochen flach, wenn das vernünftig heilen soll.

Tag 45, früh Abends, Flottenposten, Portas, Santinera (Capitan)
Chiara freut sich nicht nur, sie zu sehen, sondern hat auch ganz eindeutig noch einmal mit ihnen gerechnet, denn Chirara hat ihre Tagesuniform durch eine bessere, frische Bluse aufgewertet, an der zu seiner Freude die oberen drei Knöpfe offen sind, als sie ihn in ihr Dienstzimmer bittet. Der Capitan nimmt mit besonderer Freude zur Kenntnis, dass es auch keine Enttäuschung mitschwingt, das Vecna dabei ist. Chiara holt ein paar Gläser aus dem Schrank. „Darf ich euch etwas anbieten?“ Der Capitan nimmt das Glas entgegen, und Chiara wendet sich an Vecna. „Wie habt ihr es geschafft, nur zu dritt die ganze Bande zu besiegen? Noch dazu ohne Verluste?“ Vecna lacht unsicher. „Mehr Glück als Verstand. Ich hab durch Zufall ihre Kundschafterin bemerkt, als sie die Wand hoch kletterte, und konnte sie drinnen lautlos ausschalten. Den Rest hat Inazuna im Dunkeln erledigt, als wir die Tür geöffnet haben und die dachten, das wäre ihre Spießgesellin, und alles im Haus würde schlafen. Shiri und ich haben nur mit dem Spieß oben auf der Treppe gewartet, falls wer hoch wollte. Hat aber keiner geschafft.“ „Meinen höchsten Respekt!“ Vecna strahlt, dund er Caitan versetzt ihr einen Klaps. „Aber nun bist Du dran.“ Chiara lacht. „Ihr hattet Recht, Capitan. Die Salmoranez haben mich prompt zum Abendessen eingeladen., Diesmal die Donna persönlich.“ „Sie wollen wohl die Routen Deiner Patrouillenfahrten...abstimmen.“ Der Capitan kann seine Augen nicht von ihrem Ausschnitt lassen. Chiara lacht und nickt. „Sei konziliant im Ton, aber lass dich nicht vom Oberlauf fernhalten. Wenn sie eine Stadt gründen wollen, dann müssen sie Flottenbesuch nicht nur dulden, sondern willkommen heißen.“ Chiara nickt etwas eingeschüchtert. Dass sie bei dem Gespräch gerne den Capitan an ihrer Seite haben würde, ist offensichtlich, aber sie verkneift es sich. Sie ist die Postenkommandantin, sie muss das durchstehen. Sie wechselt das Thema. „Darf ich Euch jetzt die Jabalina vorführen?“ Der Capitan beherrscht sich. „Es ist schon spät. Und der gute Junge ist erst seit wenigen Tagen Capitan seines Bootes. Gib ihm etwas Zeit, es kennen zu lernen, bevor Du ihn einem Capitan de Navia zum Fraß vorwirfst. Außerdem – wenn, dann will ich auch ein Stück mitfahren.“ Er grinst. Chiara nickt, leicht errötend. „Verstanden.“ Chiara schaut zum Capitan, dessen Augen schon wieder dort sind, wo sie sie hinlenken will. „Und was machen wir dann mit dem angebrochenen Abend?“ Sie streicht sich mit dem Finger über den Ausschnitt, und Vecna lacht. „Das habe ich auch schon gefragt. Ich fürchte mir blüht erst einmal...“ Der Capitan lacht und tritt an Chiara heran. „Noch eine ordentliche Abreibung. Und Dir, Chiara, würde das ohnehin nicht schaden.“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 18.07.2020 16:50

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
"Dann bleiben nur die Forellenteiche. Boris meinte wir sollten dazu mit einem Plantagero im Süden sprechen. Ein paar Tage Arbeit sind die Reusen auf jeden Fall." Sie legt ihrer Tante die groben Skizzen vor. "Rechts und links des Flusses. Vielleicht sogar auf Fässern, dann kann man sie vor dem Hochwasser herausnehmen. Wer weiß, vielleicht geben sie ja weiter oben auf." Als sie meint, dass es eine Hochstaplerin ist schüttelt Valeria den Kopf. "Wahrscheinlich nicht. Man sagt manchen Nebenlinien Kontakten zu den Flusspiraten nach. Entfernte, nicht nachvollziehbare Kontakte. Ich soll sie also nicht herausholen? Gut," meint sie.
"Das ist eine Horasierin? Verfluchtes Pack. Und ihr Onkel ist auch Horasier? Hat Kontakte zu unserer Flotte?!" Sie ist sichtlich empört, schnaubt.
"Danke. Dann schaue ich mir das an. Was die Jungen angeht. Meinst du es ist möglich mir vielleicht einen oder beide zuordnen. Ich werde einen Assistenten brauchen und es ist einfacher wenn das ein fester ist. Noch dazu... lernt er vielleicht etwas und du hast in ein paar Jahren einen Sklaven der etwas vom Bauen versteht." Als sie gerade aufstehen will, zögert sie noch einmal. "Kann ich morgen kurz mit dir unter vier Augen sprechen Tante? Beim Frühstück?"

Tag 27 , Mittags, Platz der Helden, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Boronaya lässt sie Tonarev die Wunde noch einmal säubern, schaut sie sich an, schüttelt besorgt den Kopf. "Das sieht nicht gut aus, Bule. Ich dachte du währst zu zäh für einen Jaguar, oder hat dich die Plantagera weich gemacht," scherzt sie ein wenig. Gebrochen scheint nichts zu sein, was man richten müsste. "Leg das Bein da hoch." Sie fasst mit den Händen an den Fuß und an das Knie, konzentriert sich und spricht mantrahaft. "Balsam Salabunde". Und tatsächlich die Wunde beginnt sich zu schliessen, Muskel finden wieder zueinander, Sehnen verbinden sich und es wächst neue Haut, während man dabei zusehen kann.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 18.07.2020 21:34

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Tante Martinetta schaut sie an. „Wahrscheinlich keine Hochstaplerin? Kennst Du die Bande? Denn wenn Du diese Angelica nicht kennst, dann kann es ja nur an dieser Truppe liegen... na, egal. Ob wir sie auslösen oder nicht, entscheiden wir später. Druck aufs Gericht können wir ohnehin nicht ausüben. Schauen wir mal. Erstatte mir beim Frühstück Bericht. Und Capitan Morrigan ist einer von uns. Wo hast Du denn die letzten Monate verbracht? In einem horasischen Kerker? Hehe, kleiner Scherz. Nein, der ist Capitan de Navia.“ Das ist der letzte Rang vor Konteradmiral. Ohne Zornbrecht oder Paligan im Namen geht es in der Armada kaum noch höher. „In Marrica haben wir gewonnen, endlich mal. Sie ist die Horasierin und seine Nichte. Und jetzt fang nicht mit diesem albernen neumodischen Nationalismus an und sag, dass Du nicht weißt, dass auch wir Karinors Verwandte im Horasreich und im Mittelreich haben. Diese kniesigen Tuchhändler in Kuslik etwa, Mopfolinger oder so ähnlich heißen sie doch?“ Ja, das stimmt. Ein Halbbruder väterlicherseits von Mutter hat da eingeheiratet. Eine sehr lukrative Verbindung, für beide Seiten. Seidenhandel. „Boran und Rico? Zwei brauchst Du erst mal nicht, einer muss reichen, such Dir einen aus. Ich sag Kusu dann Bescheid.“ Der Schreiber räuspert sich. „Vielleicht könnte die Signorita sich dann auch in der Angelegenheit Cimeria-Karinor erkundigen?“ Tante Martinettas sonniger Gesichtsausdruck verdunkelt sich kurz, aber sie nickt. „Stimmt. Ist nicht falsch. Besser, als wenn ich das selber mache.“ Sie nickt Soumsaros zu. „Dreht sich um folgendes: Vor ein paar Wochen ist eine Nichte dritten Grades, Leonia Cimeria-Karinor, das sind die Pelzhändler, in die Großtante Bibi eingeheiratet hat, als Questadora hier im Sumpf verschollen. Schade drum, darum geht’s aber nicht.“ Valeria kann ein Gesicht mit dem Namen Leonia verbinden. Ist auf jeden Fall am und zeitweise auf dem Silberberg aufgewachsen. Wollte Entdeckerin werden, und ihr Vater Koran, Boron hab ihn selig, hat das auch finanziert. Valeria hatte nie wirklich was mit ihr zu tun. „Die Sache ist, ihre Leibsklavin Lulu und ihr Gepäck ist noch da. Und diese Lulu ist ein gottverdammter Sturkopf. Ich hab versucht, sie ins Haus zu nehmen, aber das dumme Stück besteht darauf, dass ihre Herrin noch lebt. Ich wollte sie festnehmen und ausliefern lassen, aber sie konnte vor Gericht einen von Leonia gesiegelten Wisch vorweisen, der ihr im Todesfall die Freiheit schenkt, somit konnte ich Leonia schlecht für tot erklären lassen. Sie arbeitet im Roten Lotus und versucht wohl tatsächlich, nach ihrer Herrin forschen zu lassen, mit ihrem selbst verdienten Geld. Irgendwie rührend, aber eine völlige Verschwendung. Sie ist eine echte Leibsklavin, über tausend Dublonen wert, bestes Material, und Leonias Reisekasse ist angeblich auch nicht angetastet.“ Tante Martinetta lässt sich nachschenken. „Hör dich um, wie es aussieht. Ob man sie vielleicht unauffällig...“ Sie macht eine einnehmende Geste. „Aber sei ein wenig vorsichtig. Sie ist mir gegenüber sehr misstrauisch.“ Der Schreiber schafft es, gleichzeitig ausdruckslos und doch sehr beredt zu schauen. Ist das mit dem 'unauffällig' vielleicht schon einmal schief gegangen?

Tag 27 , Mittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)

Eine magische Heilung bekommt man als Questador nicht alle Tage zu sehen, und Bule kann es kaum fassen. Er seufzt tief und entspannt sich. „Es gibt doch nichts schöneres, als wenn der Schmerz nachlässt. Ehrlich und ernsthaft. Vielen, vielen Dank!“ Auch Senora Ponches in den letzten Tagen angeklungenen Vorbehalte gegen ihren der heiteren Göttin gefälligen Lebenswandel sind wie weggewischt. Tonarev spricht ein Machtwort. „Heute füllen wir Naya zum Dank ab! Bis Oberkante Unterkiefer!“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 18.07.2020 23:48

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Sie macht eine Geste, die gleichzeitig andeutet, dass man darüber nicht spricht, aber die Vermutung nicht falsch ist. Als dann ihre Tante meint, man könne keinen Druck auf's Gericht ausüben runzelt sie etwas die Stirn. Wie bitte? Die urteilten hier über Granden, wie über Fanas. Bei Boron, was für ein verkommenes Nest.
"Dann ist die Methode, woe kein Kläger, da kein Richter vielleicht vielversprechender. Und ich bin nicht nationalistisch. DIe Horasier sind nur allesamt ein ehrloses Pack. Schlimmer als Maraskaner und Brabaker zusammen." Dass sie die letzten Monate in einem Kerker verbacht hat. Davor auf einem Schiff, ja danke für die Erinnerung. So richtig konnte sie über den Scherz nicht lachen. Natürlich hatten sie da Verwandte, schlimm genug.
Als ihr die Tante einen zugesteht muss sie innerlich schmunzeln. Zwei Fordern und einen bekommen. Und jeder wahrt sein Gesicht. SIe nickt also ein wenig zögerlich, aber dann doch zustimmend.

"Monate im Sumpf? Wie soll sie das überlebt haben? Das ist doch dumm." Sie schüttelt den Kopf, schaut aber auch ein wenig irritiert. Das war tatsächlich kein Kavaliersdelikt, was ihre Tante da vorhatte. Eine Freie und das war sie mehr oder weniger zu versklaven. Das konnte leicht ein paar tausend Duplonen kosten. "Was ist denn schon passiert? Und ist der Wisch gerichtsbekannt, also nach dem Verfahren in den Akten? Sonst würde ich schauen, dass man diesen... verliert und dann lässt sich doch alles klären."

Tag 27 , Mittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Boronaya wischt sich die Hände an einem Tuch ab und lächelt bescheiden. "Das war doch nichts. Schlimm genug, dass ich nicht dabei war. Ein zwei Tage, dann bist du besser als neu. Leider ohen Narbe für deine Hübsche," meint sie mit einem Zwinkern. "Dann muss ich mir aber etwas anderes anziehen..."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.07.2020 10:08

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Tante Martinetta lacht. „Ich sehe, wir verstehen uns. Also, schau dich um, kläre, was das mit dieser Angelica auf sich hat, und wenn ohne Aufsehen möglich, bring die Sache mit Lulu in Ordnung.“ Der Schreiber räuspert sich nun doch. „Ich sage es nur ungern, Donna, aber bedenkt, wie es Don Agricola ergangen ist.“ Tante Martinetta schnaubt. „Ihr seid ein ewiger Bedenkenträger. Der alte Sack war erstens kein Karinor und zweitens so dumm, für sein Ding offiziell Questadoren von der Gilde als Eskorte anzuheuern, die noch dazu eine Magierin dabei hatten. Selbst schuld. Außerdem ist Lulu Eigentum der Karinors. Die hat eine Karinorsklavin rausgedrückt, die gehört uns.“ Der Schreiber nickt brav. „Ihr sagt es, Donna.“ Der Nachtisch wird aufgetragen, und nach einem abschließenden Kaffee hebt Tante dann die Tafel auf.

Tag 27 , Mittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Jucho lacht. „Die Attraktivität von Narben auf die Damen wird gröblichst überschätzt, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.“ Makita säuselt. „Ach, das würde ich nicht behaupten, Jefe, ich finde Deine sehr sexy.“ Das führt zu Gelächter, dann trägt Senora Ponches das Mittagessen auf.
Nach dem Essen gilt es zu beratschlagen, und Boronaya wird von Tonarev ausgefragt, während man die Ausrüstung pflegt und Bule seine Hose flickt. „Wie lief es mit Deiner Freundin und der Prinzessin? Meinst Du, die helfen dem Fortschreitter und Siana?“

Tag 45, Abends, Alte Baracken, Portas, Santinera (Crocodileros)
Die Jungs lassen Buki und Coraline den Vortritt und waschen sich am Brunnen. Im Badehaus nutzt Coraline die Gelegenheit zum Gespräch. „Hättest Du den Capitan echt ran gelassen?“ „Wieso nicht? Der hat doch was.“ Coraline schäumt sich die Haare ein. „Das schon. Klar. Aber der hat doch schon seinen Harem. War doch deutlich zu sehen. Seine 'Konnetabel', die Haushälterin sicher auch. Und so wie ihn die Leutnantin angeschaut hat...“ Buki lacht und knufft sie. „Zeigt doch nur, dass was an ihm dran ist. Ja, die Leutnantin ist mir auch aufgefallen. Der ist bei seinem Anblick ja beinahe die Bluse geplatzt.“ Coraline kichert und nickt. Buki schäumt sich ebenfalls die Haare ein. „Aber die haben sich nicht gegenseitig angezickt. In so einem Harem ist immer noch Platz.“ Coraline schnaubt belustigt. „Ist das jetzt eine Lebensweisheit? Hilf mir übrigens mal mit den Haaren, dann helfe ich dir auch.“ Buki kommt dem gerne nach. „Beziehungen pflegen kann nie schaden. Außerdem macht es mit dem sicher Spaß.“ Sie benimmt sich daneben, und Coraline quiekt. „Hey, das sind nicht meine Haare!“ Buki lacht. „Nicht so groß wie Sumis, aber ganz ordentlich.“ „Es hat sich noch keiner drüber beschwert. Lässt Du gleich unseren Jefe ran?“ Buki überlegt das. Lust hat sie eigentlich. Aber sie will auch nicht 'verfügbar' wirken. „Ein bisschen zappeln lasse ich ihn. Er soll bloß nicht glauben, dass mein Hintern ihm gehört. Wie steht's mit Dir? Rando ist richtig gut. Der gibt nicht so den Stier, als ob er was beweisen müsste. Janis ist auch ganz gut, etwas gehemmt, ein ganz Lieber. Aber Jeli schaut dann immer ganz giftig, so als ob es ihr kleiner Bruder wäre.“ „Hast Du echt mit allen...“ „Nur mit Alejandro noch nicht. Der will nicht.“ Coraline schüttelt den Kopf. „Rico hat was.“ Buki widerspricht nicht. „So für zwischendurch, ja durchaus.“ Sie kippt Coraline einen Kübel Wasser über das Haupt, um die Haare auszuwaschen und wechselt dann die Position mit ihr und lässt sich die Haare einschäumen.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 19.07.2020 11:17

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria nickt, auch wenn das nicht unbedingt dem entsprich, was ihr durch den Kopf geht. Ganz schön geldgierig die Tante und so etwas kann ganz schön nach hinten losgehen. Mal sehen, was sich machen lässt ohne ein Risiko für mich oder sie. Nur ohne einen Strohmann wird das immer auf uns zurückfallen. Nun, schauen wir einmal.

Nach der aufgehobenen Tafel geht sie noch mit dem Schreiber mit um sich das Geld geben zu lassen. "So, erzählt doch, was schon unternommen wurde bezüglich dieser Sklavin. Liegt der Wisch bei Gericht vor? Und was ist diese Geschichte mit Agricola?"

Tag 27 , Mittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)
"Ich glaube es kommt auf die Geschichte an," meint Boronaya grinsend, wiegt bei der Frage den Kopf. "Das kann ich noch nicht sagen, aber sie treffen sich zur fünften Stunde und besprechen das. So viel konnte ich anbahnen. Danach will Prospero wohl noch die Prinzessin kennenlernen. Hat etwas Besonderes geplant. Und ich würde mich morgen noch einmal mit meiner Mitschülerin treffen. Vielleicht das alte Kriegsbeil begraben, dass unsere Meisterin uns immer wieder geschärft in die Hände gedrückt hat." Miststück. Wirklich. Was soll das bringen sich so bis aufs Blut zu hassen. Konkurrenz verstehe ich, aber wir haben beide vermutlich mit dem Gedanken gespielt, ob nicht ein Unfall...
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.07.2020 13:14

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Der Schreiber entnimmt vier Silberstücke und zwei weitere Oreal in Kupfermünzen aus dem Schließschrank, trägt die Auszahlung ins Kassenbuch ein und lässt Valeria gegenzeichnen, bevor er ihr das Geld aushändigt.
„Don Agricola war ein Plantagero im Westen. Er hat versucht, seine Schreiberin in die Sklaverei zu verkaufen, so ein junges Ding, und sich dazu einen auf ihr Aussehen passenden Steckbrief in der Hauptstadt organisiert. Allerdings ist das Ganze aufgeflogen, weil die Signorita keine Sklaventätowierung an der bezeichneten Stelle hatte, und die angeheuerten Questadoren so tollkühn waren, das nicht nur gegen seine Anweisung zu überprüfen, sondern auch seinen Versuch, sie zu bestechen, abwiesen und ihn zur Anzeige brachten. Er wurde zur Zahlung von dreihundert Dublonen an die Schreiberin, hundert an die Stadtkasse, einer Strafe an die Gilde, sowie Brandmarkung und zwölfjähriger Verbannung aus der Stadt und ihrem Weichbild verurteilt. Zusätzlich hat er natürlich seine Mitgliedschaft im Club der Pflanzer verloren. Er dürfte jetzt in Al'Anfa seine Wunden lecken. Die Plantage wird derzeit von von einem Faktor geführt, er musste sie auf eines seiner Kinder überschreiben, ich weiß allerdings nicht, ob Sohn oder Tochter sie bekommen haben.“ Das kommt völlig emotionslos, frei von Empörung oder Sympathie für irgendeine Seite.
„Was jene Lulu angeht, die Donna versuchte, sie mit Hilfe von Aufseher Nepis und Aufseher Monnig mitzunehmen, aber sie rief die Nachbarn und die Stadtgarde um Hilfe. Die Donna erhob Klage vor Gericht, aber diese wurde bei Vorlage der bedingten Freilassungsurkunde Donna Leonias kostenpflichtig abgewiesen und die Donna zu drei Dublonen Strafe wegen Aufruhr und Störung der öffentlichen Ordnung verurteilt. Nepis hat bei dem Aufruhr einen Schneidezahn verloren und Monnig bekam die Nase gebrochen. Ihr solltet vielleicht im Hinterkof behalten, dass die meisten Bewohner Santineras Freigelassene der Macalinto und Salmoranez sind oder von solchen abstammen. Außerdem scheint jene Lulu im Roten Lotus sehr beliebt zu sein, das ist das teuerste Etablissement in der Stadt. Unter einer Dublone kommt man da nicht wieder raus.“ Er stellt das Kassenbuch wieder weg. „Die Freilassungsurkunde ist vor Gericht beglaubigt worden, ihre Existenz ist also verbrieft. Jene Lulu ist einfach nur dumm, dass sie darauf besteht, dass ihre Herrin noch lebt, nur deswegen ist sie überhaupt noch Sklavin.“ Er schaut nach draußen. „Aber ich halte euch auf. Ihr solltet euch beeilen, junge Donna.“ Das scheint eine Warnung zu sein, vor was genau ist aber nicht offensichtlich. Immerhin scheint er der Meinung zu sein, dass es nicht falsch sein kann, sie ein wenig zu unterstützen, und sei es nur, damit sie nicht ins offene Messer läuft.

Tag 27 , Mittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Ich wurde von wilden Affen gebissen.“ Jucho bringt das grinsend in pathetisch heroischer Pose. Tonarev lacht. „Jetzt fehlt nur noch: 'Du solltest mal den anderen sehen!'“ Man merkt wie groß die Erleichterung über Bules Heilung ist. „Was Besonderes? Etwa diesen Zaubergarten, von dem Du erzählt hast?“ Der dürfte wieder einsatzbereit sein, in der Tat. Das wäre allerdings schade, denn dann wäre er auch eine Woche lang nicht mehr für sie verfügbar.
Tonarev wendet sich dem Geschäftlichen zu. „Dann lohnt es sich ja hoffentlich. Den Auftrag im Sumpf fertig zu machen wäre echt hilfreich. Die nächsten Wochen steht wahrscheinlich fast nur noch Jagd oder Eskorte auf dem Plan, damit leben wir von der Hand in den Mund. Und vielleicht ergibt sich ja sogar was für nach der Regenzeit draus, wenn es etwas Großes ist. Die beiden bleiben ja auf jeden Fall hier, nicht wahr?“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 19.07.2020 14:42

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)
Wie sie vermutet hatte. Teuer und peinlich. Wenn ihr gleich wieder so etwas passierte würde sie den langweiligen Bruder von Santinera kartographieren oder an einen bornländischen Pfeffersack verheiratet werden. Einen jungen, fetten Nordländer. Oder einen Horasier... Danke nein.
Die beiden Geschichten lassen sie die Stirn runzeln. Also bleibt nur sie zu entführen, mit alle Risiken oder ... Das könnte funktionieren, aber Tante Martinette wird vermutlich einen Anfall bekommen. Aber man könnte eine Situation erzeugen, in der wir nur gewinnen können. EIn feines Lächeln stiehlt sich auf Valerias Lippen.
"Danke für die Auskunft. Ich werde mich beeilen. Schirm oder so etwas ist auf dem Wagen?" Viel Zeit bleibt ja auch nicht. Hin und zurück. Erkundigungen einholen. Das war schon knapp genug.

Tag 27 , Mittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Sie lacht mit und wirkt auch froh, dass es ihm wieder gut geht.
"Könnte sein. Ich denke er möchte Eindruck hinterlassen und das dürfte helfen..." Bei der Frage nach dem Auftrag zuckt sie die Schultern. "Ja, das könnte sein. Es klingt so als bleiben die beiden, wobei ich nicht weiß wie lang. Aber ihr werdet euch dann nach der Regenzeit spätestens eine neue Magierin suchen müssen. Mein Auftrag ist eigentlich schon erledigt und ewig kann ich nicht bleiben. Außer ich erbe eine Plantage von einer mir unbekannten Erbtante oder so etwas..."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.07.2020 15:28

Tag 27, früh Nachmittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)
„Erbtante, das wäre schön.“ Makita lacht. Auf Boronayas absehbare Abreise oder zumindest Ausscheiden aus der Partida angesprochen – wenn sie bei Prospero einen oder gar zwei Zaubersprüche lernen will, dann kann sie ja nicht 'nebenbei' durch den Dschungel robben - reagiert die Truppe gefasst, schließlich war das von vorneherein bekannt. „Wir hatten auf jeden Fall eine gute Zeit. Falls Du eine Magierin findest, die bei uns mitmachen will...“ Jucho lacht, dann geht es ans Pflegen und Säubern der Ausrüstung. Anschließend erhebt sich Jucho. „Ich geh noch mal ins Gildenhaus, ob was Neues aushängt. Kommt wer mit?“

Tag 46, früh Nachmittags, Grande Serpentina (Valeria)
Der Schreiber hat wohl etwas anderes gemeint. Als sie zur Cantina der Sklaven kommt, ist die Mittagspause natürlich längst vorbei, von Rico, Boran oder anderen Sklaven nichts zu sehen, und sie muss wohl den Koch, ein dürres Männlen mit kleinen, eng zusammenstehenden Augen fragen, wo wer ist. Der fließt über vor Hilfsbereitschaft. „Seid gegrüßt, Signorita Valeria, wie kann ich euch zu Diensten sein? Ich bin Moriki, der Koch.“ Der Wagen wird gerade von Loris aus dem Schuppen geholt und mit Plane und Decke versehen.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 19.07.2020 15:36

Tag 46, Mittags, Grande Serpentina (Valeria)

Sie holt noch kurz den Säbel und die Balestra, beides hatte sie bei Tisch nicht an und geht dann zu den Unterkünften.
"Seid gegrüßt. Einer der Jungs soll mich begleiten. Boran oder Rico. Wo sind sie?" fragt sie nach. Zu spät, großartig.

Tag 27 , Mittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)

"Naja, man wird ja noch träumen dürfen." Und vielleicht bekomme ich Sefira überredet, dass wir selbst wirklich hier graben. Ein Tsatempel oder das was Prospero da gefundet hat, wofür er ihr wissen braucht. Das dürfte sie nicht kalt lassen.
"Ich begleite dich. Veilleicht finden wir ja eine auf dem Weg. Bule sollte sich trotzdem noch ein paar Stunden schonen."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.07.2020 16:21

Tag 46, früh Nachmittags, Grande Serpentina (Valeria)
„Boran und Rico? Hmmm... Rico und Boran. Die beiden Jungs. Ach die, die zu spät zu Essen kamen. Signorita Kusu hat sie entsprechend bestraft und für den Nachmittag in die Lehmgrube eingeteilt.“ Moriki verneigt sich ehrerbietig. Ah. So läuft das also. Wer mit Signorita Valeria gut hinkommt, bekommt Probleme. Diese Nachricht haben sicher alle Sklaven hier jetzt laut und deutlich gehört. Bis auf Boris vielleicht. Wahrscheinlich sogar: Der dürfte auf diesem Ohr notorisch taub sein. Wenn sich Valeria behaupten will, muss sie zeigen, dass sie 'ihre' Leute schützen kann. Willkommen auf dem Silberberg.

Tag 27, früh Nachmittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia → Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
„Ohne Träume hat man nichts, was man erreichen will. Dann kann man sich gleich im Fluss treiben lassen.“ Jucho nickt. Tonarev winkt ab. „Ich bleib bei Bule. Geht ihr mal. Wenn ihr was Vernünftiges findet...“ Jucho nickt und die Partida zieht los.
Das Gildenhaus ist recht voll, das trifft aber leider nicht für das Schwarze Brett zu, und die Auftraggeber wissen natürlich auch, dass die Regenzeit angefangen hat. Nicht nur gibt es kaum Aufträge, die wenigen, die es gibt, werden auch noch schlechter bezahlt. Crocodileros haben wohl immer noch zu tun, wobei die Regenzeit deren Arbeit sicher nicht ungefährlicher macht. Und Krokodile scheiden aus – Jucho wirft nur einen kurzen Blick auf die drei verfügbaren Aushänge, und auch kampfstärkere Gruppen haben sie hängen lassen. Das ist was für Spezialisten, sonst verdient man nur ein paar Silber und verliert vielleicht noch ein Bein oder einen ganzen Mann.
Erkundungsaufträge über zwei oder mehr Tage für wenige Silber. Das ist bestenfalls Kost und Logis für harte Arbeit im Dschungel. Wenn Boronaya sich nicht täuscht, ist die Questadorenschar auch bereits etwas männlicher geworden. Selbst als normale Schankmaid verdient man besser. Ein Auftrag ist einen zweiten Blick wert, aber allein, dass er noch hängt, lässt Jucho misstrauisch werden. Er braucht etwas mit dem Lesen, da Bule und Tonarev fehlen, und so muss Boronaya einspringen. Eskorte von Vanadia zurück nach Santinera, drei Tage, drei Dublonen. Jucho schaut zur nächsten Paritda, und der kräftige Kerl, der sie anführt, schüttelt den Kopf. „Da lass mal die Finger von, Jucho. Der Älteste von der Plantagera hat angeblich eine Anoiha verjuchheididelt, und als ihre Brüder sich beschwert haben, hat die Plantagera einem eine Kugel in den Hintern geschossen. Das ist ein Kampfauftrag. Die Anoihas wollen jetzt natürlich Blut sehen.“ Jucho schüttelt den Kopf. „Danke für den Tipp, Barrabas.“ Er schaut zu Boronaya. „Muss nicht, oder?“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 19.07.2020 22:32

Tag 46, früh Nachmittags, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria nickt ihm zu und dreht sich dann auf dem Absatz um. Machtspiele. Danke. Sie würde ein sehr eindringliches Gespräch mit ihrer Tante führen müssen. Bald. "Ja die. Sorg für den Wagen, dass er bereitsteht." Dann macht sie sich auf den Weg in Richtung Lehmgrube, nachdem sie sich einen Muli geholt hat. Die Laune hat ihren heutigen Tiefpunkt erreicht.

Tag 27, früh Nachmittags, Herberge Arangenbäume, Sandalia → Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Boronaya geht mit wenig Hoffnung hin und wird nicht enttäuscht. Und der Auftrag. "Einen Krieg mit den Einheimischen führen? Danke. Ich wollte den Klarum Purum nicht bis zur Erschöpfung üben. Das geht mitten durch ihr Gebiet. Das ist Suizid und selbst wenn. Mischt man sich in so etwas ein?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.07.2020 23:44

Tag 27, früh Nachmittags, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Jucho zuckt mit den Schultern und schaut zu Rijka. Die hat die Frage offenbar schon ein oder zweimal beantwortet. „Das ist das Gebiet der Schreitenden Mungos. Kriegerisches Volk, aber sie werden wohl die Plantage nicht angreifen. Wahrscheinlich. Aber den Jungen, der eskortiert werden soll, wahrscheinlich schon. Ist ein sechzehnjähriger Rotzbengel. Wer Recht hat, weiß hier keiner, ist auch nicht unser Ding. Die Gilde hat den Auftrag angenommen, aber nur, weil sie ihn schlecht ablehnen konnte. Die Salmoranez werden wahrscheinlich vermitteln, aber das dauert, und die Mutter will ihren Augenstern in Sicherheit wissen.“ Barrabas lacht. „Zu jung zum kämpfen, aber alt genug um zu pimpern? Aber der soll eine Anoihakriegerin...“ Wirt Miguel zuckt mit den Schultern. „Weiß keiner, was da wirklich passiert ist. Die Plantagera hat einen Boten geschickt, den haben sie passieren lassen. Oder nicht bemerkt. Der Junge ist durch die Nacht geritten. Wir haben ihre Worte, die Anoihas werden eine eigene Sicht auf die Dinge haben. Ihr sollt ihn eskortieren, nicht über ihn zu Gericht sitzen.“ Barrabas schnaubt. „Für dreißig würde ich es machen. Aber nicht für drei.“ Miguel zuckt mit den Schultern. „Vanadia ist eine neue Plantage. Die haben wahrscheinlich einfach nicht mehr locker.“ Barrabas zuckt mit den Schultern. „Dann sollen sie sich nicht mit den Anoihas anlegen.“

Tag 46, früh Nachmittags, Grande Serpentina (Valeria)
Dem Aufseher an der Lehmgrube fehlt ein Schneidzahn, also ist das wahrscheinlich Nepis. Er sitzt bei einer Zigarre auf einem Korbstuhl unter einem Sonnenschirm und behält die gut zwei Dutzend Sklaven im Auge, die unter der Leitung eines Vorarbeiters in der Grube schuften. Als Valeria sich nähert, erhebt er sich aus seinem Stuhl und grüßt sie mit makellosem Respekt und einer Verbeugung. „Seid gegrüßt, Signorita Valeria. Nepis Ungetreu, zu euren Diensten! Was kann ich an diesem schönen Nachmittag für euch tun?“ Salbungsvoll wie ein Traviageweihter. Rico und Boran sind, etwas anderes würde auch keinen Sinn machen, bei den Trägern eingeteilt.

Tag 46, Morgens, Rathaus, Magnolia, Santinera (Capitan)
Der Capitan hat sich sicherheitshalber in seine gute Montur geworfen, für das zusätzliche Gewicht, dass ihm der Rock der Armada gibt. Die Verhandlung beginnt tatsächlich pünktlich, und der Zuschauerraum ist gerammelt voll. Ein Prozess gegen einen Grandenspross, und sei es nur eine unbekannte Nebenlinie, ist in Santinera sicher selten. Die Richterin, eine schon ältere, aber immer noch sehr ansehnliche Senora betritt den Saal durch die Seitentür, und der Gerichtsdiener verkündet „Erheben sie sich! Den Vorsitz führt die Ehrenwerte Jacainda Koshudai!“ Zwei Beisitzer werden offenbar hinzugezogen. „Den Beisitz nehmen ein, der Ehrenwerte Don Emilio Gonralas.“ Wenn ein Panther sich in einen Menschen verwandeln könnte, dann sähe er so aus. Ihre Augen treffen sich kurz und sie nickten sich beinahe unmerklich zu. „Die ehrenwerte Mariessa Kolbenschlag, Advokatin am Hohen Gericht zu Kuslik und Santinera.“ Diese wirkt eher wie eine Schreiberin, und hat einen dicken Folianten unterm Arm. Des weiteren gibt es einen Gerichtsschreiber, und die Stadtwache ist ebenfalls mit gleich vier Gardisten vertreten. Dann wird die Angeklagte in Ketten hereingeführt und die Anklage verlesen. Piraterie, versuchter Raubmord, Erpressung und Betrug. „Euch droht die Todesstrafe, Angelica Feldmann-Karinor. Wie bekennt ihr euch?“ Es kommt ein beleidigt-weinerliches „Nicht schuldig!“, gefolgt von der Forderung, in Al'Anfa vor ein 'ordentliches' Gericht gestellt zu werden. Das macht, wenig überraschend, keinen Eindruck. Die Richterin verweist auf die dem Gericht dank des vom Patriarchen verliehenen Großen Stadtrechtes zustehende Halsgerichtsbarkeit, ruft dann den Kläger auf, Zeugen und Beweise für seine Klage vorzulegen. Es wird schnell klar, wie das Gericht urteilen wird, und die folgende Änderung von Angelicas Taktik, zu bekunden, dass ihre Familie sie auslösen wird, führt im Saal nur zu Kopfschütteln. „Angeklagte. Ihr steht vor Gericht, haltet ihr das hier für eine Farce?“ Angelica versteigt sich auf den auch Ausländern bekannten Passus in der Ius Meridiana, der das Erteilen eines Mordauftrages angeblich straffrei stellt, muss sich aber wie fast jeder aufklären lassen, dass dies nur unter ganz bestimmten Begleitumständen gilt, nämlich vor allem wenn „Der Beklagte sich beruffen kann, es waer nit gar so ernst gemeinet und nur im Scherze daher gesaget“, und außerdem gilt es ganz sicher nicht für mit am Anschlag Teilnehmende. Angelica bekommt das letzte Wort, bittet nun tränenreich um Gnade, was das Gericht zur Kenntnis nimmt. Es berät sich kurz mit zusammen gesteckten Köpfen, dann wird das Urteil verkündet: Tod durch den Strang, Zurschaustellung des geteerten Leichnames in einem Käfig am Hafen zur Abschreckung gegen Piraten für Jahr und Tag. Die Strafe wird, so der Kläger keinen Einspruch erhebt, in lebenslange Strafsklaverei mit entsprechendem Brandzeichen umgewandelt, der Ertrag geht zu einem Viertel an die Stadtkasse, zur drei Viertel an den Kläger. Der Capitan sperrt sich nicht, ganz wie es von ihm erwartet wird, und während Angelica haltlos weinend zusammen bricht, wird die Sitzung aufgehoben.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 20.07.2020 17:05

Tag 27, früh Nachmittags, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Boronaya schüttelt den Kopf. "Einfach schon nicht, weil die Geschichte stinkt. Wieso soll ein Stamm zum Krieg blasen, weil eine von ihren Kriegerinnen, was heißt, dass sie alt genug ist dafür, Rahja huldigt. Das ist doch Blödsinn. Und in so trübem Gewässer wird man nur gebissen..." meint sie zu dem Auftrag.

Tag 46, früh Nachmittags, Grande Serpentina (Valeria)
Sie schnaubt, erinnert sich aber daran, dass wenn dann Kusu oder viel eher ihre Tante hier diejenige ist, die ihren Zorn verdient. Und leider war sie auch in ihrem AUsdruck zu eng gewesen, als dass sie einfach beide mitnehmen kann. Aber zumindest einen und sie würde einen Namenlosen tun, das nicht zu machen. Wobei sie ihr auch nicht verboten hat, ihren alten AUftrag weiter auszuführen.
" Seid gegrüßt Nepis. Ich brauche die beiden Jungs, die ich heute Morgen schon dabei hatte. Einer soll mich in die Stadt begleiten, den anderen brauche ich für die Vprbereitung des Bauprojekts. Ruf sie mir her."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 20.07.2020 17:53

Tag 46, früh Nachmittags, Grande Serpentina (Valeria)
„Aber selbstverständlich, Signorita, sofort!“ Er steckt zwei Finger in den Mund, aber der Pfiff klappt nicht, und sein sorgfältig höfliches Gesicht entgleitet für einen kurzen Moment zu rasender Wut, bevor es wieder geweihtenhaft väterlich zuvorkommend wird. Er nimmt seine Peitsche vom Gürtel und schnalzt damit. „Morica! – schick Boran und Rico hoch, zack-zack.“ Es dauert nur wenige Augenblicke, dann stehen die beiden kleinen Schlammtrolle vor ihr. Nepis verneigt sich erneut. „Sie gehören ganz euch, Signorita.“ Er schenkt den beiden ein herzliches Lächeln.
Als Valeria im Abmarsch begriffen ist, ruft er Morica zu. „Macht hinne und gafft nicht – euer Pensum hat sich nicht verringert. Ihr wollt doch nicht, dass die Donna zürnen muss?“ Mit zwei Trägern weniger, und seien es nur kleine. Da werden die Sklaven aber glücklich sein.

Tag 27, früh Nachmittags, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Jucho nickt zögernd. Aber auf seinem offenen Gesicht kann Boronaya mühelos lesen. 'Wenn der Junge nachts raus ist, warum dann nicht wir auch?' Er schaut zu Rijka. „Haben die Anoihas denn formell den Krieg getrommelt oder so, Signortia?“ Rijka öffnet den Mund, zuckt dann aber mit den Schultern, sich bewusst, das ihre Aussage, egal wie konditioniert, als Entscheidungsgrundlage dienen kann. Am Tisch am Fenster schnippt ein junger Mann mit bronzenem Gildenabzeichen. „Jo! Jucho... nicht wahr?“ Jucho nickt. „Die Sache ist: Die Anoihas handhaben das nicht streng nach Lehrbuch. Krieg wurde nicht getrommelt – sonst wären überall rote Notraketen hoch gegangen, und die Salmoranez und Macalintos würden ihre Haustruppen schicken. Aber das heißt nicht, dass euch nicht ein halbes Dutzend Heissporne angreifen. Wenn Du die Sippe in Frage nicht gut kennst, dann kannst Du auch nicht einschätzen, wie sie reagieren. Hängt da alles am Schamanen oder der Krieghäuptlingin. Wenn die 'nen schlechten Tag hat oder nach Meinung ihrer Tapferen mal beweisen muss, dass sie es noch drauf hat...“ Jucho nickt. „Stimmt. Danke, Paco.“ Dann meint er leise zu Boronaya. „Onkel Großer Gelber Fuß? Das waren doch die Schreitenden Mungos, oder?“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 21.07.2020 00:06

Tag 46, früh Nachmittags, Grande Serpentina (Valeria)
Gut, das war jetzt ein riskantes SPiel, aber zumindest schätzte sie ihre Tante so ein, dass sie Ergebnisse mochte.
"Wer von euch kennt sich besser in Santinera aus? Der kommt mit mir," meint sie auf dem Weg zurück . Dem anderen schreibt sie gerade einen Zettel. "Ich soll meiner Tante einen Plan zeichnen und dazu muss ich wissen, was wir an Material hier haben. Du hast ein gutes Gedächtnis, oder? Also: Wir werden ein paar der Steine brauchen, etwa diese Größe. Sonst muss es anders gehen. Also schau nach, ob so viele da sind. Frag bei Boris ob er alte Fässer hat," so ganz war ihr der schwimmende Steg noch nicht aus dem Sinn. So trägt sie ihm auf dem Weg zum Wagen ein paar vorbereitende Tätigkeiten auf, die ihn sicher den Mittag beschäfitgen werden. Nicht wenig zu merken und auch ein Test, was der Junge im Kopf hat. Sie lässt sich die Anweisungen dann noch einmal wiederholen, bevor sie ihm den Zettel mitgibt, nicht dass jemand denkt er sei ohne Auftrag unterwegs. "Ich erwarte morgen, vor dem Frühstück noch, einen Bericht. Verstanden?"
Dann geht sie in Richtung des Wagens um nach Santinera zu fahren.


Tag 27, früh Nachmittags, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Boronaya nickt. "Aber das macht es noch schwieriger. Wenn Bule sich da Ärger einfängt macht er sich ziemliche Schwierigkeiten, falls es mit seiner Dame klappt. Und wenn wir den Auftrag annehmen, können wir nicht einfach zurück, wenn wir merken, dass er das Mädchen vergewaltigt hat, oder so etwas..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 21.07.2020 10:28

Tag 46, früh Nachmittags, Grande Serpentina (Valeria)
Die Jungs zögern etwas, aber dann teilen sie sich auf. Rico soll offenbar das bessere Gedächtnis haben und Boran ist schon mal als Muliführer in Santinera gewesen. Er behauptet nicht, sich da auszukennen. „Steine, so groß, und leere Fässer, bei Onkel Boris, jawohl Signorita Valeria, wird gemacht!“ Die Begeisterung von heute Morgen ist etwas gedämpft, wer will es ihnen verübeln. „Dürfen wir uns am Brunnen waschen, Signorita?“

Tag 27, früh Nachmittags, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
„Das ist ein Argument.“ Jucho überlegt, dann wendet er sich an Rijka. „Wo ist denn der Bote jetzt, Signorita?“ Die zögert. „Offen gesagt keine Ahnung. Im Gildenbureau werden sie es wissen. Ich denke aber nicht, dass er zurück geritten ist.“ Jucho nickt. Ein glatzköpfiger Hüne, der eine Partida von beinahe einem Dutzend Leuten anführt, erhebt sich. „Du weißt doch was, was wir nicht wissen, mein Junge.“ Jucho zuckt mit den Schultern. „Nicht unbedingt.“ Der Hüne tritt auf ihn zu. Jucho ist beileibe nicht klein, aber da ist beinahe ein Kopf Unterschied, von der Masse gar nicht erst zu reden. „Wenn's was ist, womit drei Leute das regeln können, würde ich euch beteiligen.“ Jucho nickt. „Ich werde mich schlau machen.“ „Tu das.“ Der Riese knufft ihn nicht unfreundlich gegen die Schulter. Jucho schaut zu Boronaya. „Kommst Du mit? Makita und Sertudo, hört euch hier weiter um, klar?“

Tag 46, Morgens, Rathaus, Magnolia, Santinera (Capitan)
Die Verhandlung über den Verkaufspreis für die nun abgeführte Verurteile schließt sich im Keller des Gerichtsgebäudes an, wo Angelica nun splitternackt in einem eisernen Sklavenjoch vorgeführt wird. Als Käufer tritt, welch Überraschung, der dem Capitan schon bekannte Don Emilio Gonralas auf. Wie gut, dass sie sich letztes Mal zumindest mit Respekt behandelt haben. „So sieht man sich wieder, Capitan.“ „Immerhin sind die Umstände erfreulicher.“ Sie schütteln sich die Hand, und der Capitan weist auf die Delinquentin, nunmehr sein Eigentum. „Machen wir es kurz. Sie ist jung, hübsch, gesund, aber bösartig, renitent und dumm. Das 'renitent' bekommt ihr sicher hin.“ Don Emilio lacht. „Was fürs Haus oder fürs Bett, nach entsprechender Ausbildung. Hundert Dublonen.“ Angelica versucht sich bemerkbar zu machen. „Löst mich bei meiner Familie aus, die zahlen euch das Doppelte!“ Don Emilio schüttelt den Kopf. „Du schweigst, bis Du etwas gefragt wirst, Sklavin. Noch ein Wort, und Du wirst es bereuen!“ Der Capitan nickt, schenkt ihr aber immerhin eine Antwort. „Du bist eine verurteile Verbrecherin. Kein Karinor wird dich freikaufen. Und Deine Geliebte konnte dich offenbar entbehren, wenn sie dich auf dieses Alveranskommando geschickt hat.“ Er wendet sich an Don Emilio. „Wir kennen beide die Preise, zu denen ihr sie in die Hauptstadt verkaufen werdet.“ „So hübsch ist sie nun wieder auch nicht, und der fünfundzwanzig näher als der zwanzig. Wer fürs Bett kauft, will sie unter zwanzig. Das wird eher lokale Kundschaft, zumal mit Brandzeichen. Sagen wir Hundertzwanzig.“ Sie feilschen noch etwas, dann einigen sie sich auf hundertsechzig Dublonen, hinterlegt als Wechsel. Das Ganze wird noch beglaubigt, und dann sind sie diese Sorge los.
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