DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Gefährliche Abenteuer, spannende Kämpfe und fremde Länder warten auf Dich.
Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 06.06.2020 21:52

Tag 25, Abend, Karrenweg in Richtung Westen → Solitudissima Franca (Boronaya)
Die Mulis wittern den heimatlichen Stall und mobilisieren noch ein paar Kraftreserven. An der Brücke hebt dann Don Bertolis die Hand. „Ich muss vorgehen. Damit klar ist, dass ich keine Geisel bin.“ Jucho nickt. Abgelegene Plantagen sind vorsichtig. Das ist der Vorteil bei Aufträgen über die Gilde. Sie müssen nicht befürchten, dass man sie hier draußen verrecken lässt um en paar Silberstücke zu sparen. Es dauert auch nicht lange, dann schieben zwei Gestalten das Tor auf und Don Bertolis winkt ihnen zu, ihm zu folgen. Das zweite Tor ist nur angelehnt, beim Dritten aber werden sie angerufen, warten aber lässt man sie hier auch nicht. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Haupttor noch einmal eine ernsthafte Verteidigungsanlage, und der kurze Tunnel läuft leicht konisch zu, mit Mörderlöchern in der Decke und einem letzten Gittertor am Ende, das aber offensteht. Das fast vollständig unbewaffnete Empfangskommitee wird von Don Bertolis schon erwähnten Töchtern angeführt, und die Älteste leitet nach kurzer Begrüßung routiniert die Versorgung der Mulis und Gäste sowie das Abladen des Wagens in die Wege. Ein paar Sklaven bringen Waschschüsseln mit heißem Wasser und Handtüchern. Nachdem sie nun im Trockenen sind und sich zumindest vom allergröbsten Dreck befreien konnten, wendet sich Don Bertolis an seine Familie. „Wenn ich vorstellen darf, meine Älteste, Wallenia.“ Die Aschblonde Neunzehnjährige macht einen kleinen Knicks. „Meine Jüngste, Julia.“ Diese hat schon mit der Inspektion von Wagen und Gästen begonnen, beeilt sich aber auch, einen Knicks zu machen. „Und mein Neffe, Kevino Zornbrecht.“ Das erwischt den mit einem Rapier bewaffneten jungen Mann gerade in dem Moment, als er mault. „Na toll, noch ein unnützer Esser. Wenigstens sieht sie fickbar aus.“ Don Bertolis eben noch väterlich freundliches Gesicht wird hart. „Kevino, Du entschuldigst Dich sofort bei Deiner Cousine Albedia. Sonst arbeitest Du die nächste Woche wieder auf dem Feld. Ist das klar?“ Kevino schaltet sofort auf spöttisch übertriebene Silberbergsmanieren um und verbeugt sich tief, einen imaginären Hut ziehend. „Vergebt mir meine ungebührlichen Worte. Es ist mir ein Vergnügen, euch kennen zu lernen, Cousine Albedia. Ich hoffe, ihr hattet eine angenehme Anreise.“ Wallenia und Julia verdrehen die Augen, Don Bertolis schüttelt den Kopf, aber Albedia ist zu müde und geschafft, um sich zu streiten, und sie murmelt nur. „Sehe ich etwa so aus?“ Don Bertolis macht weiter mit dem Vorstellen. „Des weiteren Senor Jucho mit seiner tapferen Truppe, ohne die wir es heute wohl nicht mehr geschafft hätten. Die Signoritas Tonarev, Makita, die Senores Bule“, die kleine Julia kichert, Wallenia macht prompt „Psssht!“ Bule nimmt es gelassen. Niemand ausser vielleicht seinen Eltern nennt ihn Giacomo. „Sertudo und besonders zu erwähnen, die Gelehrte Dame Boronaya Sobaranez.“ Er schaut sich um. „Wo ist Tsakalina?“ Wallenia deutet nach links. „Tsaki richtet mit Raka und Moria das Badehaus her. Oma wartet auf dich!“ Don Bertolis lässt sich von seiner Ältesten willig herumkommandieren. Und wendet sich an die Truppe. „Geht schon mal ins Bad, Julia, Liebes, zeigst Du ihnen den Weg? Sind die Gästezimmer hergerichtet?“ Wallenia wird ein wenig rot. „Natürlich, Vater. Cousine Albedia habe ich neben Tsaki einquartiert. Es ist alles vorbereitet.“ Don Bertolis tätschelt ihr den Kopf. „Gut gemacht, Das ist mein Großes Mädchen.“ Er wendet sich an Jucho. „Ich stoße gleich dazu, geht schon einmal vor. Julia zeigt euch den Weg.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 06.06.2020 23:47

Tag 25, Abend, Karrenweg in Richtung Westen → Solitudissima Franca (Boronaya)
Das Betreten der Festung hinterlässt bei Boronaya ein mulmiges Gefühl. Für welchen Krieg haben sie das Ding hier gebaut? Das war sicherer als Sefiras Palast oder sogar der des Großkönigs. Auf jeden Fall packt sie den Stab fester und versucht sich nichts anmerken zu lassen.
Drinnen angekommen atmet auch sie sichtlich auf, ankommen, die Möglichkeit sich ein wenig zu waschen, nicht schlecht.
Der Cousin hinterlässt gleich einen großartigen Eindruck, aber sie nickt jedem freundlich zu als diese und dann auch sie selbst vorgestellt wird. Tatsächlich deutet im Moment nur der Stab darauf hin, dass sie wirklich eine Magierin ist.
"Ein Bad klingt großartig, danke," meint Boronaya und freut sich sichtlich. Bei den Göttern würde das gut tun.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.06.2020 10:35

Tag 25, Abend, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
Da schon die Festung thalusisch anmutet – bei dem hiesigen regenreichen Klima eher eine Frage der Praktikabilität als ein kulturelles Verdachtsmoment – sie haben bislang niemanden mit den typisch thalusischen Gesichtszügen oder auch nur Manieren gesehen – ist es nicht verwunderlich, auch ein thalusisches Bad vorzufinden. Eine Wand ist nur durch Schiebetüren verschlossen, die jetzt zur Hälfte offen stehen und den Blick auf einen Balkon freigeben, von dem man wohl bei besserem Wetter einen schönen Ausblick auf die Felder und den Dschungel hat. Es gibt eine durch eine niedrige Holzwand vom Badebecken getrennte Waschstelle, wo man sich säubern kann, wo auch bereits Handtücher und Waschschüsseln mit warmen Wasser bereit liegen. An jedem Kopfende gibt es eine, wohl von einer Dachzisterne gespeiste, Dusche, und schließlich, sobald man sich gesäubert hat, ein dampfendes, knapp knietiefes Badebecken. Es ist offenbar für gemischte Benutzung gedacht, aber außer Albedia, die zögert, scheint das keinen zu stören. Die Partida kennt sich ohnehin, und Jungs wie Mädchen beginnen ohne weiteres, sich auszuziehen und sich an die Reinigung zu machen. Die kleine Julia, die sie einweist, hat auch kein gesteigertes Interesse an der männlichen Anatomie, sondern verkündet, dass man ihnen Bademäntel zu Verfügung stellen wird, während ihre Sachen gewaschen werden. Ihre Waffen werden sie natürlich selber pflegen. Jucho bedankt sich, und als er seine Tunika über den Kopf zieht und die Kleine seinen Narbenübersäten Oberkörper sieht, wird sie doch neugierig. „Hat dich ein Krokodil gebissen, Senor Jucho?“ „Nein, Signorita Julia, das waren ein paar wilde Affen, Sumpfranzen. Das sind sowas wie Paviane.“ „Paviane sind ganz furchtbar hässlich!“ „Du sagst es.“ Langsam fällt die Anspannung von Boronaya ab. Die Zivilisation hat sie wieder.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 07.06.2020 11:57

Tag 25, Abend, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
Boronaya kann man ihre Erleichterung und Freude förmlich ansehen und sie schenkt der jungen Grandin ein aufmunterndes Lächeln. "Kommt das Wasser ist herrlich und tut so gut nach dem Marsch," versucht sie es freundlich, während sie sich ebenfalls erst einmal reinigt. Falls sie Hilfe benötigt, bietet sie diese Albedia sogar an, irgend etwas scheint die Magierin an der Göre sypathisch zu finden. Oder weniger schlimm als Jucho.
Bei den Göttern war das herrlich und als ihr Fuß das warme Wasser berührt fließt sie förmlich hinein.
"Ihr bekommt mich nur mit Essen oder der Peitsche hier die nächste Stunde wieder heraus.." seufzt sie.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.06.2020 12:45

Tag 44, Früh Abends, La Grande Desplumada (Capitan)
Als sie zum Anwesen zurück reiten, ist Emilia hin und hergerissen. Einerseits ist sie froh, dass Don Amatino sie nicht bedrängt hat. Andererseits hat sie das unbestimmte Gefühl, eine Gelegenheit verpasst zu haben. Das Onkel Jorge das nicht hat, ist nur zu offensichtlich, als sie sich von Safira, Botina und Lucia ins schon bekannte Bad begleiten lässt. Es macht sie nicht wenig verlegen, als die drei entspannt und sichtbar zufrieden, wenn nicht gar befriedigt, ihren Onkel loben. „Er hat sich beim letzten Mal besiegen lassen, nicht wahr, Donna Emilia? Seine wichtigste Lektion heute war: Niemals die Waffe fallen lassen, solange der Gegner seine noch in der Hand hat.“ Safira kichert, und Emilia muss lachen. „Das hätte ich euch auch sagen können!“ Safira lehnt sich ins heisse Wasser zurück. „Aber euer Onkel hat es charmanter rüber gebracht.“ Emilia weiß – oder redet sich zumindest ein – dass es ihr an Onkel Jorges Charisma fehlt, aber die Situation richtig zu beurteilen traut sie sich zu. Sie haben es alle drei getan, aus demselben Grund. Sie reden nicht drüber, aber sie verheimlichen es auch nicht wirklich, und wahrscheinlich will Don Amatino es gar nicht wissen.
Onkel Jorge hingegen lobt später am Tisch nur begeistert die Kampf und Ringerkünste Safiras. Emilia kennt ihn zwar gut genug, um zu sehen, dass er vor Zufriedenheit beinahe platzt, aber es gibt keine Andeutungen oder gar Zweideutigkeiten, er unterhält sich prächtig mit Don Amatino, und Emilia hat das Gefühl, dass sie die einzige am Tisch ist, die sich irgendwie verlegen fühlt. Dann endlich führt Lucia sie auf den Speicherboden.
An dem Esszimmer gibt es nichts auszusetzen, wenn überhaupt, gefällt es ihr sogar besser als das prächtigere, um nicht zu sagen protzigere, an dem sie gerade getafelt haben.

Tag 25, Abend, Solitudissima Franca (Boronaya)
Auch die anderen stimmen ihr seufzend zu. Albedia hat sich ein paar hässliche Blasen gelaufen, was Boronaya glücklicherweise dank Wildniserfahrung und gut eingelaufener Stiefel erspart geblieben ist. Sie ist etwas unsicher, aber als die Jungs auch weiterhin keinerlei rahjaisches Interesse an ihr erkennen lassen, sondern einfach nur die Strapazen des Tages vergessen, entspannt auch sie sich. Jucho, an dem die kleine Julia einen Narren gefressen zu haben scheint, erzählt ihr, zuweilen unterstützt von mit Tonarev und Makita ein paar Räuberpistolen aus seinem schon recht bewegten Leben, und sie lauscht, am Rand sitzend, mit großen Augen. Sertudo und Bule hören nur zu und bewundern die Architektur. Albedia hat daher nur Boronaya als Gesprächpartnerin, und langsam taut sie auf. „Ich nehme es euch übrigens nicht übel. Das mit dem Kürbis. Vielleicht wäre es sogar angenehmer gewesen, wenn der Zauber bis hierher gehalten hätte.“ Sie lächelt verlegen und schaut dann unsicher zu Jucho herüber. „Weswegen ist er denn so böse auf mich?
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 07.06.2020 14:34

Tag 25, Abend, Solitudissima Franca (Boronaya)
"Die werden wieder. Ihr müsst eure Schuhe nur mehr einlaufen," meint Boronaya, nachdem sie sich die Blasen angesehen hat.
"Sehr freundlich," antwortet Boronaya entspannt. "Und ja, das wäre vermutlich angenehmer für euch gewesen, nur auch maximal anstrengend für mich. So einfach ist der Zauber nicht," erklärt sie, beugt sich dann zu ihr hinüber. "Ihr habt ihn und seine Schwester beleidigt- Dreihellerschurke und Narbenfresse. Und zwar auf eine sehr üble weise. Noch dazu habt ihr euch ... ziemlich aufgeführt, vor den Wachen. Und ihr seid in keiner Position, dass sie das lächelnd schlucken müssen," fasst sie leise zusammen.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.06.2020 14:49

Tag 25, Abend, Solitudissima Franca (Boronaya)
Albedia wird ein wenig rot. „Seine Schwester? Das konnte ich doch nicht wissen. Es war doch nur so daher gesagt. Aber er hat mich geschlagen!“ Näher heran an eine Entschuldigung scheint sie sich noch nicht herantasten zu wollen. Sie schaut sich um. „Und jetzt sitze ich hier fest. Nicht einmal meine Leibsklavin durfte ich behalten. Das ist so unfair!“ Sie schmollt.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 07.06.2020 15:03

Tag 25, Abend, Solitudissima Franca (Boronaya)
"Ändert es etwas am INhalt, wenn es nicht seine Schwester gewesen wäre? Es war unhöflich und sie haben nur das getan, wofür sie bezahlt werden." Dass er sie geschlagen hat, lässt sie unkommentiert, das ... war seine Sache.
"Wenn ich es richtig verstanden habe ist die Alternative Steinbruch... Ich versichere euch als Arbeitssklavin hättet ihr nicht einmal genug Zeit von so einem Bad zu träumen. Was habt ihr denn angestellt, dass sie euch nach Santinera geschickt haben?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.06.2020 16:07

Tag 25, Abend, Solitudissima Franca (Boronaya)
„Eigentlich gar nichts! Mama will nur ihren Kopf durchsetzen! Ich bin nur zu so einem Treffen gegangen, wo diskutiert wurde und so. Da waren dann auf einmal überall Bewaffnete, man hat mir sogar Ketten angelegt! Papa hat mich nach ein paar Stunden rausgeholt.“ Sie senkt den Kopf, wird aber sofort wieder nachdrücklich. „Ich hab überhaupt nichts Verbotenes gemacht! Man wird doch wohl noch seine Meinung sagen dürfen!“ Sie bläst ein paar Blasen ins Wasser und schmollt. „Das mit dem Steinbruch soll mich doch nur einschüchtern.“ Die Urkunde sah Boronaya ziemlich offiziell aus.
Nach ungefähr einer Viertelstunde kommt auch Don Bertolis hinzu, säubert sich sorgfältig und gesellt sich dann zu ihnen ins Bad, allerdings in Juchos Nachbarschaft. Albedia, die unwillkürlich die Hand vor die Brüste legt, ihre Distanz lassend. Auch er kann die Entspannung gut gebrauchen und Julia massiert ihm töchterlich die Nackenmuskeln. „Papa. Senor Jucho hat schon mal gegen Paviane gekämpft, gegen ganz viele, nur mit einem Stock! Sie haben ihn ganz doll gebissen!“ Don Bertolis bezweifelt es nicht. Jucho spricht ihn auf die Festung an. „Ihr habt nicht untertrieben, Don Bertolis, als ihr sagtet, eure Großmutter habe in einem langen Krieg gelegen.“ Don Bertolis nickt. „Die Plantage ist dreimal bestürmt worden, aber nie gefallen. Noch heute bringen wir allen das Schiessen mit der Armbrust oder der Arbalone bei, und die meisten können auch den Speer einigermassen führen. Nicht wie ein Krieger, sicherlich, aber es reicht, um zu zweit einen Jaguar zu verscheuchen oder notfalls die Brüstung zu verteidigen.“ Er seufzt. „Soviel Zeit, die wir mit dem Kriegshandwerk verbringen müssen, anstatt die Plantage zu entwickeln. Aber es muss sein.“ Schwäche zeigen ist nie eine gute Idee. Don Bertolis schaut jetzt doch zu Boronaya herüber, allerdings starrt er nicht. „Das, mein kleiner Schatz, ist die Gelehrte Dame Boronaya. Sie ist eine echte Magierin.“ „So wie Argonautia eine wird? Oder Onkel Großer Gelber Fuß?“ Don Bertois lacht. „Eher wie Argonautia.“ Er nickt Boronaya zu. „Großer Gelber Fuß ist der alte Schamane der Schreitenden Mungos.“ Julia überprüft gleich Boronayas Kompetenz. „Kannst Du Leute in Kürbisse verwandeln, Gelehrte Dame?“ Albedia zieht eine Grimasse. „Kann sie, das kannst Du mir glauben.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 07.06.2020 18:10

Tag 25, Abend, Solitudissima Franca (Boronaya)
Boronaya beherrscht sich nicht loszulachen und schüttelt stattdessen den Kopf. "Nein, darf man nicht. Götterlästerung, rütteln an den Grundfesten Deres, glaubt mir ich weiß als Magierin, was man nicht darf," meint sie nur knapp zur Meinung. Wie kommt man denn auf diese Idee? Als nächstes Demokratie? "Und lasst es mit der Strafe nicht darauf ankommen. Die Urkunde war echt," meint sie abschließend.
Bei der Diskussion um ihre Kompetenz muss sie grinsen und schaut kurz zu Albedia. "Aber im Moment nicht mehr und es ist auch kein Jahrmarktszauber," antwortet sie. "Habt ihr denn engen Kontakt zu dem Schamanen, dass ihr ihn Onkel nennt?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 07.06.2020 20:19

Tag 25, Abend, Solitudissima Franca (Boronaya)
Albedia will das nicht wirklich hören, aber sie widerspricht auch nicht, und so ist ihr die Ankunft ihres Onkel doch gar nicht mal so unrecht, da es immerhin einen Themenwechsel bedeutet. Julia ist zwar enttäuscht über die Weigerung, den Kürbistrick vorzuführen, quengelt aber nicht. Sie legt bei Boronayas Frage den Kopf schief und überlegt angestrengt. „Onkel Großer Gelber Fuß ist komisch. Er ist uralt und riecht so wie Socken, die man ungewaschen in die Schublade steckt. Aber er hat erkannt, das Argonautia zaubern kann. Ich mag ihn.“ Sie verschränkt die Arme. „Und er kann in den Ewigen Dschungel gehen. Und alle Wilden tun, was er sagt, wenn er mal was sagt. Etwa so wie bei Großmama.“ Don Bertolis lacht. „Kindesmund tut Wahrheit kund. Der Schamane ist ein sehr kluger Mann, aber er ist es gewohnt, dass die meisten Leute ihn nicht verstehen. Er ist manchmal nicht einfach, wenn er Anweisungen gibt, ohne sie zu begründen. Aber er kann gut mit Kindern.“ Er seufzt. „Ich lebe mit Unterbrechungen seit über vierzig Jahren hier, und ich würde nicht behaupten, dass ich die Anoihas verstehe, obwohl ich ihre Sprache fließend spreche. Zum Schamanen geht man, wenn man gerufen wird. Oder er trifft einen. Aber man besucht ihn nicht.“ Don Bertolis zuckt mit den Schultern. „Ich fürchte, langsam müssen wir.“
Zwei schon etwas ältere Sklavinnen bringen Hausmäntel, die als Ersatz für ihre dreckige, jetzt in der Wäsche befindliche Kleidung durchgehen. Es passt zwar nicht wie angegossen, aber es geht, und Jucho und die anderen nehmen sie gerne entgegen..
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 07.06.2020 21:20

Tag 25, Abend, Solitudissima Franca (Boronaya)
Boronaya lächelt entschuldigend und zuckt mit den Schultern auf Alpedias Reaktion. Aber auch sie nimmt den Themenwechsel gerne an und lehnt sich zurück. "Das klingt in etwa wie meine Meisterin nur ohne den Geruch," gibt sie zu. "Zumindest wenn man sie nicht kennt. Aber er klingt auch wie jemand den man kennenlernen sollte. Er klingt spannend," gibt sie zu.

Mit einem "Danke" nimmt sie sich einen der Mäntel und schließt ihn anständig. "Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich auf das Essen freue," erklärt sie auf dem Weg aus dem Bad.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 08.06.2020 09:51

Tag 25, Abend, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
Sie sind an den Familientisch geladen und lernen nun auch Don Bertolis Mutter kennen, Rahjina Luminoff, eine würdevolle und trotz schlohweißem Haar und Falten immer noch sehr schöne Frau, die es wohl geschafft hat, den Namen Zornbrecht in die Familie zu bringen. Ebenso eine weitere Nichte Don Bertolis, Tsakalina Zornbrecht-Wulfing, etwas älter als Albedia, aber sicher keine fünfundzwanzig. Sie hat ein offenes, freundliches Gesicht und wirkt ein wenig schüchtern und, positiv ausgedrückt, unbedarft. Albedia ist die Verzweiflung über ihre Verbannung ebenso wie ihre Erschöpfung immer noch anzusehen, aber sie bemüht sich erst einmal um ein höfliches Benehmen, auch wenn sie Schwierigkeiten zu haben scheint, sich die ganzen Namen zu merken, obwohl es so viele dann eigentlich nicht sind. Don Bertolis Frau ist vor einigen Jahren verstorben, wie Makita Boronaya zuraunt, und ihren Platz am Tisch nimmt die designierte Erbin Wallenia ein. Zu Bertolis Linken sitzt die Großmutter, dann den Tisch herab auf der einen Seite die Männer, auf der anderen die Frauen, Boronaya und Jucoh weit oben, so dass sie mit dem Familenoberhaupt reden können.
Das Essen ist gut und reichlich, und nach dem langen Marsch schmeckt es gut, auch wenn Senora Ponches wohl doch eine feinere Zunge hat. Die Stimmung am Tisch ist recht locker Kevino hat den Platz ihr gegenüber erlangt und beugt sich schon nach der Hauptspeise vor. Leise, aber nicht flüsternd macht er ihr ein unwiderstehliches Angebot. „Wie wär's denn mit uns beiden, Gelehrte Dame? Ich steh auf Frauen, die schön und intelligent sind! Ich bin ein echter Zornbrecht, sowas wie mich kriegst Du so schnell nicht zwischen die Schenkel.“ Ein echter Zornbrecht scheint er zu sein, er hat auch, obwohl nicht hässlich, diese typische Stiernackigkeit von Al'Anfas neben den Paligans bekanntester Familie. Aber Solitudissima Franca ist sicher nicht gerade der Platz für designierte Erben des Zornbrecht-Imperiums. Tonarev, die neben ihr sitzt, schaut nur von ihrem Napf auf, schüttelt den Kopf, überlässt aber Boronaya die Verteidigung ihrer Tugend.

Tag 44, Abends, Alte Baracken, Portas, Santinera (Crocodileros)
Korian steht auf. „Wenn's morgen einen Wachauftrag für Manana della Suerte gibt, dann holen wir den uns, das ist doch wohl klar, oder?“ Rando runzelt die Stirn. „Bist Du da echt so scharf drauf Jefe? Überleg mal: Die Ernte ist eingebracht. Große Reichtümer gibt’s da nicht, die meisten Plantageros lagern ihr Bargeld nicht auf der Plantage. Sklaven haben sie anscheinend noch nicht viele. Also sind das keine normalen Flußpiraten, sondern das ist was Persönliches. Für die Kupfermine wäre ich dabei, aber bei der Plantage? Wenn die angegriffen wird, sind das wahrscheinlich professionelle Meuchler, die es auf diesen Capitan abgesehen haben.“ Korian runzelt seinerseits die Stirn, überlegt aber. „Ist was dran. Hab ich gar nicht dran gedacht.“ „Du kommst ja auch nicht von einer Plantage.“ Alejandro schaut zu Coraline. „Dass der Capitan Inazuna angeheuert hat, hast Du aber nicht erzählt., oder?“ Coralines Augen werden groß. „Die Krabbe? Nein, weil ich es nicht wusste. Er hat die Krabbe echt als Leibwächterin? Dann rechnet er aber mit Ärger, und wer immer kommen sollte, der sollte einen stabilen Hals haben... wie viele hat sie allein hier schon einen Kopf kürzer gemacht?“ Rando zuckt mit den Achseln. „Angeblich über ein Dutzend. Aber zwei Duelle hab ich selbst gesehen. Die ist blitzschnell.“ Korian nickt, und lacht. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir holen uns den Auftrag.“ Alejandro bekommt von Jelinea einen Knuff, er ist sich aber nicht sicher, ob er ebenfalls seinen Hut in den Ring werfen sollte. Professionelle Meuchler? Er hat gerade erst wieder festgestellt, wie überlegen Korian ihm ist. Manana della Suerte ist gut zu verteidigen, aber Assassinen? Die schleichen sich an und klettern die Wand hoch. Er schaut zu Marico und Sumaida. Der wiegt sein Haupt. „Ist ja nicht gesagt, dass sie tatsächlich kommen. Ist ja schon beinahe eine Woche her, oder? Wir sollten schon unsere Verdienstquelle sichern.“ Sumaida nickt zögernd und Alejandro fügt sich. „Ich habe ein mieses Gefühl dabei, aber von mir aus... Ich fürchte, wir werden uns Konkurrenz machen, Korian.“ Der lacht. „Möge der Bessere gewinnen!“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 08.06.2020 10:43

Tag 25, Abend, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
Boronaya lächelt den Anwesenden freundlich zu, begrüßt die Dame des Hauses entsprechend und auch die weitere Nichte natürlich. Dass sie gegenüber Kevinos zu sitzen kommt, lässt sie schon Böses ahnen und er schafft es sogar ihre niedrig gesteckte Latte an Umgangsformen und Benehmen noch zu unterlaufen. War das gerade der erste Satz den er mit ihr gewechselt hat? Und wieso soll es etwas Besonderes sein, ihn zwischen ihre Schenkel zu lassen? Weil ein Verwandter in AL'Anfa wichtig war? Das wäre vielleicht für einen Antrag wichtig... oder auch nicht. Sie schaut auf, atmet kurz durch.
"Was für ein großzügiges Angebot Signor, aber ich befürchte ich muss ablehnen. Aber danke für die Komplimente," versucht sie es ohne Begründung. Was soll man auch höflich sagen? Geh ins Bordell? Such dir eine Sklavin?
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 08.06.2020 14:04

Tag 25, Abend, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
Die Ablehnung führt bei Kevino zu einem kindlich beleidigten „Na dann eben nicht“, und sein 'Dann entgeht Dir diese einmalige Chance eben – Selbaschuld!'-Gesichtsausdruck in Verbindung zu seinem Stiernacken und kräftigen Kinn erinnert beinahe an einen schmollenden Mopswelpen. Er begutachtet Tonarev, aber die scheidet wohl aus, und betrachtet dann sinnend Makita, die ein paar Plätze weiter sitzt und sich mit Tsakalina unterhält. Sie hat die Unterhaltung anscheinend nicht mitbekommen. Kevinos Lippen bewegen sich stumm, und selbst ohne Lippenlesen kann Boronyas ein 'Na für eine Nacht geht'se' entziffern. Da ihr Tischgegenüber sie nun mit der ihr gebührenden Verachtung wegen lesé majeste straft, kann sich Boronaya in Ruhe umschauen. Jucho und Don Bertolis verhandeln offenbar, Wallenia unterhält sichmit Bule, beziehungsweise scheint sie ein wenig zu dozieren, wofür Bule aber ein dankbares Opfer abzugeben scheint.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 08.06.2020 15:43

Tag 25, Abend, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
Boronaya muss jetzt schon zum zweiten Mal am Abend an sich halten nicht loszulachen. Ein Leckerli für das Hündchen. Wobei die Erinnerung an die Hunde in Selem, die ersten Versuche recht zuverlässig das Lachen unterdrücken und das Bild von ihm, kombiniert mit einer Schlangenhaut...
Kurz schüttelt sie den Kopf, was auch ganz gut zu seinen Worten über Makita passen könnte. Was hatten die Leute immer nur für oberflächliche Einschätzungen. Tonarev war ein Juwel. Gut mit ein paar Kratzern, aber kam es darauf an?
Dass er sie mit Missachtung strafte und es nicht einmal mehr Höflichkeit heuchelte bestätigte ihren Entschluss nur und sie unterhält sich damit die anderen ein wenig zu beobachten und einfach die Gedanken schweifen zu lassen. Wirkt alles ganz nett und entspannt.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 08.06.2020 18:22

Tag 25, spät Abends, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
Es dauert nicht mehr lange, dann hebt Don Bertolis die Tafel auf, es war schließlich ein anstrengender Tag und es ist schon spät. Eine der älteren Sklavinnen von vorhin führt sie zu ihren Gemächern. Zum Schlafen hat man ihnen im zweiten Stock zwei recht geräumige Zimmer zugewiesen und je drei saubere Bettrollen und Decken auf einem Podest ausgelegt. Fenster bieten ihnen einen Ausblick nach Norden, allerdings sind die Laden gegen den Schlagregen geschlossen und der Wind rüttelt daran.
Anschliessend zeigt die Sklavin ihnen auch einen Arbeitsplatz mit Waschtrog, wo sie ihre Waffen und Ausrüstung pflegen können. Ihre Kleider sind bereits sauber, aber natürlich noch feucht. Das ist wirklich willkommen, spart ihnen das doch mindestens eine Stunde Arbeit, und die Partida macht sich gutgelaunt an die Arbeit. Es regnet draussen noch immer, aber ihr Arbeitsplatzs ist durch ein solides Abdach geschützt. Jucho berichtet als erster. „Ich bin mit Don Bertolis einig geworden. Für unsere Mühen und Nayas Zauber legt er noch einen Oreal pro Kopf und einen großen Beutel Tee drauf, für denen uns Senora Ponches sicher auch noch mal ein halbes Goldstück zahlt.“ Er zuckt mit den Schultern. „Ich wollte jetzt nicht zu hart ran gehen, schließlich ist Badehaus, Wäsche und die Einladung an den Herrentisch auch nicht zu verachten.“ Tonarev nickt. „Gut gemacht, also jedenfalls, was mich angeht, passt das prima. Wie sieh'ts bei Dir aus, Naya? Wie lange brauchst Du eigentlich, bist sich Deine Sternenkraft erholt hat? Jetzt, wo Du leichtfertig auf die Rahjasgabe eines echten Zornbrechterben verzichtet hast.“ Sie grinst. Makita lacht. „Ich hab ihn ebenfalls abblitzen lassen. Sind echte Silberberger alle so?“ Nein, die meisten, oder genauer: die wenigen echten Silberberger, die Boronaya getroffen hat, sind deutlich fähiger. Wer herrschen will, muss lernen, sich zu behaupten, der Silberberg ist eine harte Schule. Sie mögen von Luxus umgeben sein, aber sie werden auch hart gefordert, und die Strafe für Versagen... nun, man sieht es ja. Abgeschoben als Hilfskraft auf eine Plantage am Ende des Imperiums. Die meisten Zornbrechts, die was werden wollen, schlagen die Armada als Laufbahn ein.
Bule schaut sich um. „Hat schon was hier. Und wenn ich das richtig verstanden habe, haben die Luminoffs das selber aufgebaut. Schon beeindruckend. Das Zornbrecht-Gold kam erst mit Donna Rahjina, oder?“ Jucho nickt. „Ist schon ein schönes Erbe. Mach doch Wallenia den Hof.“ Bule macht seinem Namen alle Ehre und wird tiefrot. „Ich hab mich doch nur angeregt mit ihr unterhalten! Ich find es halt interessant, wie sie das hier so machen! Ist doch nichts dabei!“ Jucho klopft ihm auf die Schulter. „Ich zieh dich doch nur auf. Nee... um Freier wird die nicht verlegen sein. Andererseits...“ Tonarev nickt. „Ist mächtig weit draußen. Und Pferde haben sie wohl nicht – so eine Festung schluckt auch Geld, und nicht zu knapp.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 08.06.2020 22:28

Tag 25, spät Abends, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
Boronaya ist nicht unglücklich Kevino entkommen zu sein und legt sich schon auf den Rücken, verschränkt die Arme und schaut zur Decke. Eine Waffe zu pflegen hat sie nicht. Etwa sechs Tage wenn ich normal unterwegs bin, die Hälfte, wenn ich mich wirklich ausruhe. Und ich glaube nicht, dass er eine Gabe gewesen wäre. Was glaubt ihr, wie oft er hier draußen die Gelegenheit hat? Eingenommen von sich selbst und wie eine gespannte Balestra, vermutlich. Die kleinste Berührung reicht, dass sie losgeht. Und wenn er es auf dem Silberberg zu etwas gebracht hätte, wäre er nciht hier. Das hier ist leichtes Strafexil. Daher ... weiß ich nicht, ob sie so viele Freier hat. Aber sie ist immer noch eine Grandin..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 09.06.2020 10:50

Tag 25, Abend, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
„Na, Grandin nicht gerade. Aber eine Plantagera.“ Sertudo rückt die Verhältnisse gerade. „Wirst schon mehr brauchen als deine gewaschenen Füße im Bett, damit dir Don Bertolis seinen Segen dazu gibt.“ Makita kichert gnadenlos, vor allem, weil Bule so schön verlegen wird. Tonarev schaut zu Jucho. „Sprich sie noch mal an.“ Bule ist immerhin der legitime Sohn eines Plantageros. Nicht sein Erbe, aber er kann lesen und schreiben und sowas. „Ich weiß nicht.“ Tonarev knufft ihn. „Dann finds raus. Bleib einfach etwas sitzen... wenn Sie an Dir Interesse hat, wird sie schon zufällig vorbei kommen.“ „Meinst Du?“ Tonarev nickt. „Ansprechen wird Sie dich wahrscheinlich nicht, so wie ich sie einschätze. Aber Du hast ja auch einen Mund. Wenn sie auftaucht, sprich sie einfach an.“ Bule nickt tapfer, und damit lässt ihn dann die Partida für seine persönliche Queste zurück.
Einmal in der Waagerechten fallen allen die Augen zu, und Boronaya bekommt nicht mit, ob und wie es bei Bule lief. Acht Stunden lang am Stück durch den oft knöcheltiefen Schlamm stapfen gehörte wirklich nicht zu ihrer Magierausbildung. Wie sich wohl Laila gemacht hätte?

Tag 44, Abends, La Grande Desplumada (Capitan)
Sie sind sich gerade auf der Terrasse bei einem Glas Wein handelseinig geworden, als die Oberaufseherin einen erschöpften Jungen bringt. „Don Amatino. Der Junge ist aus Santinera gelaufen, den ganzen Weg. Er hat wichtige Nachricht für Capitan Morrigan und Donna Emilia!“ Das ändert die Stimmung sofort, denn durch die Dunkelheit über Land läuft ein Strassenjunge aus Santinera sicher nicht zum Spaß. Der Capitan hört sich an, was der Kleine zu berichten hat, bevor er ihm einen Oreal zuschnippt und Don Amatino fragt, ob er dem kleinen Boten für die Nacht Obdach gewährt. Das tut dieser auch ohne zu zögern und schickt ihn zusammen mit der Oberaufseherin noch zusätzlich in die Sklavenküche, wo sichr noch ein Napf voll übrig sei.
Dann besprechen sie die Nachricht. Emilia drängt es, noch in der Nacht aufzubrechen, aber der Capitan hält sie zurück. „Immer ruhig mit den jungen Pferden. Das wir es heute Abend erfahren, bedeutet nicht, dass sie heute unterwegs sind. Und willst Du mit dem Kanu nachts den Hanfla hinunter und den Nebenfluss hoch?“ Emilia wird rot. Don Amatino nickt. „Heuert morgen ein paar Jungs in der Gilde an, um diese Jahreszeit ist das recht erschwinglich. Aber ein bisschen komisch ist es schon. Die Kupfermine läuft doch noch nicht, soweit ich gehört habe. Und sie haben sich nach Donna Emilia und euch erkundigt, nicht nach der Mine.“ Emilia nickt und schaut zum Capitan. Der zuckt mit den Schultern. „Stimmt schon.“ Aber mit seinem Besuch in Al'Anfa wird das nichts zu tun haben. Da würde man ihn unter einem Vorwand in die Metropole locken, nicht in seinem Bau angreifen. Wahrscheinlich. Aber Leute soweit hoch schicken ist teuer. „Schauen wir mal. Aber morgen sollten wir schon früh aufbrechen.“ Er erhebt sich aus seinem Korbsessel. „Wann könnt ihr die Möbel liefern, Don Amatino?“ Emilia schüttelt den Kopf. „Ich bewundere Deine Ruhe.“ „Ist nicht das erste und sicher nicht das letzte Mal, dass mir wer ans Leder will, Emi. Das kommt mit dem Beruf.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 09.06.2020 14:36

Tag 25, Abend, Teeplantage Solitudissima Franca (Boronaya)
"Naja, sie das Zornbrecht im Namen, oder? Aber das stimmt. Ich vergesse manchmal wie respektabel du doch bist," grinst sie Bule zu, aber auch sie ist schon halb eingeschlafen, bevor er nur weg ist. Laila? Laila hätte Jucho und Bule überzeugt sie in der Sänfte zu tragen und ihr dankbar für die Ehre zu sein. Sie löste Probleme anderes als Boronaya. Oder besser ließ sie anders lösen.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 09.06.2020 19:04

Tag 26, Sehr früh Morgens, Teeplantage Solitudissima Franca → Santinera (Boronaya)
Sie werden – offenbar wunschgemäß – noch vor Sonnenaufgang geweckt. Eigentlich genau wie immer, aber nach dem Marsch gestern steckt ihnen das trotz Bad und gutem Essen in den Knochen. Jucho aber ist unerbittlich. „Ist zwar leichter heute, weil wir den Wagen nicht schieben müssen, aber auch unser Gepäck müssen wir selber tragen. Also lasst uns rechtzeitig aufbrechen.“ Es gibt Rebellion. „Was von 'den Moment genießen' ist dir wohl noch nicht untergekommen, oder, Jefe?“ Makita streckt sich. Auch Bule hebt die Hand. „Wallenia hat mir gestern versprochen, die Plantage etwas zu zeigen...“ Tonarev fällt ihrem Bruder ebenfalls in den Rücken. „Soviel Zeit ist doch. Ausgiebig frühstücken... mal die Sonne aufgehen sehen, ohne schon Sumpfluft in der Nase zu haben...“ Jucho knickt ein. „Na von mir aus.“
Beim Frühstück sitzen sie wieder am Herrentisch, aber von der Familie sind nur Wallenia, Tsakalina und die kleine Julia da, der Rest horcht noch an der Matraze, Albedia und Kevino offenbar unentschuldigt. Albedia kommt als erste, weist darauf hin, dass es draußen noch dunkel ist, und fragt, was das soll. Tsakalina wird rot, Wallenia seufzt. „Wir stehen immer um diese Zeit auf. Du bist hier auf einer Plantage, Cousine Albedia. Wir haben ein volles Tagewerk. Tiane weist dich anschließend in Deine Aufgaben ein, mach was sie sagt, bitte ohne Maulen.“ Albedia bleibt der Mund offen stehen. „Hausarbeit? Echt jetzt? Ihr habt doch Sklaven, oder?“ Wallenia seufzt erneut. „Du kannst auch auf dem Feld arbeiten, wenn Dir das lieber ist.“ Albedia fällt vom Glauben ab. „Das ist jetzt nicht wahr, oder?“ Wallenia versucht es mit Geduld. „Du bist nicht mehr auf dem Silberberg, Cousine Albedia. Wir müssen alle mit anpacken. Woher, glaubst Du, hat Papa die Schwielen an den Händen?“ „Ich merks.“ Albedia ist ganz offensichtlich schwer versucht, zu rebellieren, aber da Tsakalina stumm den Kopf schüttelt, lässt sie es lieber und spricht eifrig dem Frühstück zu, obwohl es wohl nicht ganz ihren gehobenen Ansprüchen entspricht.
Kevino kommt mitten drin, und gähnt. „Hab verschlafen. Tut mir leid.“ So sieht er nicht gerade aus, aber Wallenia streitet nicht. „Wenn Cousinchen Albedia putzt, kann sie gleich bei mir anfangen.“ Wallenia schreitet ein, bevor Albedi explodieren kann. „Du hältst Dein Zimmer allein sauber und ordentlich. Du weißt, was Vater gesagt hat.“ Kevino wiederspricht nicht, sondern zieht eine Grimasse und äfft sie leise nach, „Du weißt, was Vater gesagt hat.“ Er ist aber leise genug, dass Wallenia es nicht unbedingt gehört haben muss, und sie hat offenbar keine Lust, es hochkochen zu lassen. Tsakalina versucht die etwas angespannte Stimmungzu übertünchen und spricht Boronaya an. „Du bist also eine richtige Zauberin? Zuhause hatten wir auch einen Leibmagier, der konnte auch zaubern. Kommst Du auch von der Akademie in Al'Anfa?“ Sie klingt vollkommen frei von Ironie. Boronaya hat sogar den vagen Verdacht, dass man ihr erst erklären müsste, was Ironie ist.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 09.06.2020 21:44

Tag 26, Sehr früh Morgens, Teeplantage Solitudissima Franca → Santinera (Boronaya)
Boronaya wirkt dahingegen auf jeden Fall wieder fitter als gestern. Der Kopfschmerz ist weg und ... naja gut der Muskelkater in ihren Schenkeln war nicht viel besser, aber was soll es. Es hilft ja nichts zu jammern. Und außer Spott würde sie hier vermutlich auch nichts zu hören kommen.
"Du muss uns dann nachher aber noch eineigs erzählen BUle, ja?" meint sie lächelnd. "Und ich hätte vielleicht eine Stunde Zeit zu meditieren..." meint Boronaya.
Am Frühstückstisch freut sie sich über das Essen und schüttelt bei den beiden Prinzesschen nur innerlich den Kopf. Da war die Ausbildung als Magierin gnadenlos: Die ersten Jahre bestanden fast nur aus Aufräumen, putzen, assisitieren. Das verursachte bei ihr kein Mitleid. Und das Kevino ein Arsch war, hatte er gerade nur noch einmal unterstrichen.
Aber sie hat auch keine Lust auf einen Streit als nickt sie auf Tsakalinas Frage: "Ja, waschecht. Aber ich habe nicht in der Perle studiert. Ich habe bei Meisterin Sefira in Selem die Kunst der Verwanldung des Lebendigen erlernt und meine Prüfung in der Viertürmigen in Mirham abgelegt," erkllärt sie lächelnd.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 10.06.2020 11:48

Tag 26, Früh Morgens, Teeplantage Solitudissima Franca → Santinera (Boronaya)
„Ah, ich verstehe. Das war sicher sehr schwer.“ So geht es weiter, aber immerhin ist es wohlmeinend freundliche leichte Unterhaltung.
Bule reagiert scheu. „Da gibt’s gar nichts zu erzählen, wir haben nur geredet.“ Tonarev und Makita reagieren darauf vorhersehbar mit gesteigerter Neugier. „Soso. Nur geredet.“ Sie schauen zu Wallenia hoch an den Tisch, die prompt auch rot wird und wegschaut. „Na dann viel Spaß, beim Reden.“
Wallenia fragt nach aufheben der Tafel tatsächlich Bule so beiläufig wie möglich, ob er sie bei ihrem Rundgang begleiten will, der Rest der Partida nutzt die Zeit zum Ausruhen, und Bornaya hat sozusagen freie Zeit.
Gegen die neunte Stunde dann heißt es endgültig aufbrechen. Don Bertolis, mittlerweile ausgeschlafen, nimmt Jucho noch einmal kurz unter vier Augen beiseite, und dann bringt Wallenia ihnen den Versprochenen Beutel Tee, den sich Jucho ins Gepäck lägt.
Dann heißt es aufbrechen. Das Wetter ist ein wenig besser als gestern, aber da Sertudo – Recht behaltend – prophezeit, dass der Mittagsregen bis zum Abend durchhalten wird, ziehen sie sich dann ihre Pelerinen über und marschieren durch, machen nur kurz einen Mittagspause an einem Wegschrein. Dieser ist immerhin für Aves, zeigt ihn allerdings in einer Boronaya nicht geläufigen Form. Sehr viel Geisterglaube und Animismus hier in der Gegend. Aber was erwartet man, wenn die Schamanen der Eingeborenen den Plantageros geläufiger sind als Gildenmagier oder Geweihte? Tonarev nimmt sich bei der Pause prompt Bule vor. „Und, wie wars?“ Bule wird wieder rot. „Was soll schon gewesen sein. Wallenia hat mir die Plantage gezeigt, das war alles.“ „War's interessant?“ Makita grinst. Bule wird noch röter und sieht sich nach Beistand um.“ Jucho zuckt mit den Schultern. „Scheint es gewesen zu sein. Don Bertolis hat mich etwas über Dich ausgequetscht.“ Bevor Bule antworten kann, klopft ihm Tonarev auf die Schulter. „Das ist deutlich besser als wenn er Dich beiseite genommen hätte, und gesagt hätte: 'Lass er die Finger von meiner Tochter, er Dreihellerscherge!'“ Sie müssen alle lachen. Bule ist natrülich neugierig. „Und, was wollte er wissen?“ „Na ja, halt... schon Deine generelle Tauglichkeit. Wo Du weg kommst, und so. Ich würde sagen: Bleib dran.“

Tag 44, Abends, La Grande Desplumada (Capitan)
Abends auf ihrem Zimmer läßt Emilia die Maske fallen. „Bist Du wirklich so ruhig, oder war das nur gespielt.“ Sie zögert. Don Amatino hat sie in einem Zimmer einquartiert. Natürlich, zuhause auf Manana della Suerte schlafen sie auch zusammen in einem Zimmer. Aber eben auf dem Boden, nicht in einem Doppelbett. Der Capitan scheint ihre Beneken zu spüren. „Soll ich auf dem Boden schlafen?“ „Soweit kommt's noch. Außerdem dürftest selbst Du erschöpft sein, nach deinem Sparring.“ Sie grinst. Der Capitan droht ihr mit dem Finger. „Hüte dich, sonst schläfst Du heute auf dem Bauch.“ Emilia lacht und versucht die Unsicherheit abzuschütteln. „Was soll denn Don Amatino dann von uns denken?“ Der Capitan zieht sich seine Stiefel aus und schmunzelt. „Was schon – hast Du ihm nicht selbst erzählt, ich wäre sehr streng mit Dir?“ Emilia lacht. „Ihr Männer seid solche Tratschtanten!“ Sie überlegt. Warum soll sie nicht auch ein wenig Spaß haben? Wer weiß, wie es morgen weiter geht. Sie streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Wenn Du meinst, pervalsche Strenge hilft: nur zu...“ Es ist ja nur Spaß, was ist schon dabei? Sie fädelt ihren Gürtel aus der Hose und reicht ihn ihrem Onkel.
Später, als sie im Bett liegt, trotz aller Drohungen problemlos auf dem Rücken, und ihr Onkel zu schnarchen anfängt, seufzt sie. Es ist albern, aber die Anspannung ist weg und ihr Kopf frei. Es kribbelt hinten ein wenig, aber eigentlich sogar ganz angenehm, wie eine Erinnerung...
Das morgen wird morgen schon klappen. Aber wen sollen sie Anheuern? Eine richtige Wachtruppe können sie nicht wochenlang durchfüttern. Wahrscheinlich ist nichts passiert, und sie machen sich die Sorgen umsonst. Die Truppe von diesem Alejandro wäre wahrscheinlich am besten, die könnten sich auch anderweitig nützlich machen. Dann fällt ihr etwas ein, und sie knufft ihren Onkel in die Nieren, der prompt aufwacht. „Du schnarchst, Onkel Jorge. Dreh dich auf die Seite! Außerdem... hast Du Don Amatino auf den Hund angesprochen?“ Der Capitan grunzt. „Oopps... das habe ich vergessen. Holen wir morgen nach.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 10.06.2020 20:52

Tag 26, Früh Morgens, Teeplantage Solitudissima Franca → Santinera (Boronaya)

Während die anderen ausruhen nutzt sie Die Zeit zur Meditation und hat sich dafür an ein ruhiges Eck zurückgezogen und kommt erst nach knapp einer Stunde wieder ohne dass man ihr viel Unterschied ansieht. Vielleicht ein wenig blasser wirkt sie.

Sie stichelt bei Bule nich allzu sehr, sie freut sich eher. "Das nenne ich ja mal gute Nachrichten. Vom Questador zum Plantagero..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 11.06.2020 09:55

Tag 45, Morgens, La Grande Desplumada → Santinera (Capitan)
Beim üppigen Frühstück erinnert sich der Capitan gerade noch rechtzeitig an den Hund, allerdings kann ihm Don Amatino nicht helfen. Er verspricht ihm aber, beim nächsten Wurf einen Welpen für ihn zu reservieren. Safira und Lucia sitzen mit am Tisch – Botina als Aufseherin ist wohl bereits bei der Arbeit - aber genau wie beim Abendessen am Vortag ist die Stimmung entspannt, es gibt keine zweideutigen Seitenhiebe oder Andeutungen, und irgendwie hat Emilia mit einem deutlich deftigeren Umgangston gerechnet, sich dagegen gewappnet und fragt sich jetzt sogar, ob die beiden sich verstellen oder ob sie ihnen Unrecht getan hat. Währenddessen verspricht Don Amatino, als Bürge für Emilia im Club der Pflanzer zu fungieren. Sie brauchen dann noch einen zweiten, aber da bietet sich der Alte Macalinto an. Dann heißt es jedoch aufbrechen.
Sie kommen noch am späten Vormittag in Santinera an, und während Emilia die Möbel vom Tischler abholen und zum Hafen bringen lässt, begibt sich der Capitan schnurstracks ins Gildenbureau. Der Schreiber will ihm tatsächlich mit leicht süffisanten Grinsen einen 'Dringlichkeitszuschlag' verkaufen, aber als der Capitan sich auf den Tresen abstützt und ihn Nase an Nase fragt, ob er zu scherzen beliebe, wird das nicht mehr erwähnt. Es ist überall dasselbe: Die kleinen Götter hinter den Schreibtischen versuchen, auf der Seite noch etwas Geld zu machen. Die ganze Armada ist verseucht mit ihnen, natürlich nur überall dort, wo man nicht befürchten muss, dass auf einen geschossen wird.
Aber da sie tatsächlich in Eile sind, macht der Capitan keinen Aufstand, sondern nimmt den gestempelten Auftrag selbst entgegen, um ihn ins Gildenhaus zu Signorita Rijka zu tragen.

Tag 26, Nachmittags, Teeplantage Solitudissima Franca → Santinera (Boronaya)
„Ist noch überhaupt nicht gesagt. Wir haben doch nur geredet!“ Bule wehrt ab. Dann geht es weiter. Eine Stunde vor Santinera hört der Regen auf, aber als sie in der Stadt ankommen, merken sie sofort, dass irgendetwas passiert sein muss, und als sie daher zusammen ins Gildenhaus gehen verdichtet sich der Eindruck. Es herrscht ein ausgelassene, aber dabei auch aggressive Stimmung, und Jucho erfährt schon an der Tür von Barrabas, dass es sich um das Leichenbesäufnis für Onid und die meisten aus seiner und Taros Partida handelt. Offenbar wurde die Expedition des Alanfaner Magis Zwistwies im Kr'tnch Tonch Tempel überfallen und nahezu aufgerieben, er selbst ist wohl auch hin. "Die, die sich im Tempel verschanzen konnten, hat ein Rettungstrupp unter Syllas und Retos Führung zusammen mit dem Prospero gestern heraus gehauen. Es war wohl eine richtige Schlacht. Aber Genaues lass dir mal von Duro am Tresen erzählen. Von Onids Trupp hat's nur Cusi überlebt. Onids Leiche haben wir geborgen, Lifta ist verschollen.“ Vorne brandet ein Gesang auf. „Und der Tiger, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht. Wenn Du 'nen Echs bist, kannst Du laufen, und trotzdem, da kriegt er dich!“ Makita schaut sich um. „Was immer wir tun, wir sollten es schnell tun. Hier liegen Prügel in der Luft.“ Tonrev hingegen erkundigt sich direkt bei Barrabas. „Wo ist Cusi? Wie geht’s ihr?“ „Ich glaub schon zuhause. Die kleine Heilerin hat nach ihr geschaut, aber sie ist wohl mit 'nem blauen Auge davon gekommen.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 11.06.2020 18:29

Tag 26, Nachmittags, Teeplantage Solitudissima Franca → Santinera (Boronaya)
"Trotzdem viel Glück," meint Boronaya ehrlich. Das wäre auf jeden Fall mehr als sie jetzt hatte.

In Santinera wirkt sie sichtlich betroffen. Ja der Magier war seltsam gewesen, aber das? Und mehr als eine ganze Partida ausgelöscht. Boron hilf.
Boronaya fühlt sich sichtlich auch nicht wohl und nickt zu Makitas Vorschlag. "Lass uns doch nach Bule sehen, oder?"
Eine Flasche Wein würde sie noch mitnehmen, vielleicht halfen es.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 11.06.2020 19:30

Tag 26, Früher Abend, Gildenhaus, Portas Santinera (Boronaya)
Jucho nickt. „Geht ihr schon mal. Ich hör mich um. Wir müssen ja wissen, was im Sumpf jetzt Sache ist. Will nicht der Fortschreitter morgen wieder rein?“ Er nickt Tonarev zu, seine Schwester ist wohl seiner Meinung nach ohnehin besser geeignet, um mit Cusi zu reden. Sertudo hebt die Hand. „Ich würde gerne nach meiner Kleinen sehen, Die macht sich sicher Sorgen.“ „Bist entschuldigt. Aber hör dich um. Wenn's Onid und Taros Partidas zerlegt hat, dann sind sicher auch Rabotnici drauf gegangen.“ Vorne gröhlen sie. „...da schickten sie den Maru vor, der brüllte nicht zu knapp, doch der Tiger macht nur einmal Schnapp, da ist auch der Kopf vom Maru ab...“ Jucho schaut zu Bule, der ihm die Stange hält. „Dann wollen wir mal.“
Tonarev nickt Makita und Boronaya zu un sie ziehen sich zurück. Am liebsten würde wohl die ganze Gilde sich ein paar Zischler vornehmen, aber die sind gerade nicht da, also wird die Aggressivität sich sicher anders entladen.
Auf dem Nachhauseweg schüttelt Makita den Kopf. „Onid. Das glaub ich nicht. Der Kerl konnte es mit dreien auf einmal aufnehmen. Hatte der Alanfaner Magus nicht sogar noch zwei weitere Zauberer dabei?“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 11.06.2020 20:59

Tag 26, Früher Abend, Gildenhaus, Portas Santinera (Boronaya)
"Ja. Aber wenn da eine ganze Horde kommt... Oder aus dem Hinterhalt." Sie seufzt und schüttelt den Kopf. " Und ihr dürft Magier nicht überschätzen. Weder ich noch Prospero sind hier gute Beispiele. Die meisten sind glücklich wenn sie forschen können und für den Schutz haben sie euch, uns, ihre Wachen. Laila ist auch so, dafür kann sie andere Sachen viel besser als ich. Die meisten Al'Anfaner hier sind die Hellsichtsmagier. Die können euch genau sagen wo das nächste Artefakt liegt und was es kann. Aber mehr? Eher nicht..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 12.06.2020 11:47

Tag 26, Früher Abend, Gildenhaus, Portas Santinera (Boronaya)
Die Stimmung bei den anderen ist ebenfalls gedrückt. Onid und Taro gehörten zu den kampfkräftigsten Partidas der Gilde. Makita versucht sich an Optimismus. „Immerhin hat die Gilde sie erfolgreich rausgehauen.“ Tonarev zuckt mit den Schultern. „Schon. Wahrscheinlich hatte der Al'Anfaner Magus eine Rettungskasse hinterlegt. Fortschreitter hat das nicht. Bevor wir wieder in den Sumpf gehen, sollten wir mehr erfahren.“ Sie halten bei einer Weinstube an und kaufen dort einen Krug einfachen, aber nicht schlechten Roten. „Die Zischler dürfen keinesfalls erfahren, dass der Grund noch geweiht ist.“ „Im Säulenfeld gab es noch nie ernsthaften Ärger. Das ist am weitesten entfernt von den wirklich gefährlichen Gegenden.“ Sertudo wendet ein: „Aber jetzt sind ohnehin nicht mehr so viele Expeditionen unterwegs.“ Ihnen allen steckt noch der Heimweg in den Knochen, aber trotzdem reißt Tonarev sich zusammen. „Schau mal, ob Du mit Prospero reden kannst, Naya. Wenn der da war... und 'Tiger' klingt jetzt nach ihm. Ich bin kein Feigling, aber wenn uns ein Maru und ein Dutzend Zischler angreifen, sind wir geliefert.“

Tag 45, Noch gerade vormittags, Santinera (Capitan)
Dort ist noch einiges los, und bei seinem Eintreten, und Sinorita Rijka spielt ihm kein Theater vor. „Auf den Auftrag warten die Jungs seit Stunden, Capitan.“ Sie grinst, und der Capitan lacht, dann wendet er sich um und lehnt sich mit dem Rücken gegen den Tresen, während sie zum Schwarzen Brett geht, wo schon ein paar Anführer auf sie warten. Der Capitan räuspert sich vernehmlich. „Jungs, mal nicht für ungut. Seid nicht enttäuscht, aber das ist jetzt kein Wochen dauernder Garnisonsdienst. Ich brauch erst mal einen kleinen Trupp, der uns begleitet. Wir erwarten keine Belagerung.“ Ein glatzköpfiger Hüne, der ihn wahrscheinlich trotz aller Würde mit einer Hand hochheben könnte, mustert den Auftrag, den er schon in der Hand hat. „Eine halbe Dublone für zwei Tage, bei Kampf zwei? Auch nichts für ungut, aber nehmt ihr die Bedrohung auch ernst?“ Er mustert ihn und fügt dann ein „Capitan“ an. Der lacht. „Hab schon mehr als einen zu Boron geschickt, der mir nachts was in den Rücken stecken wollte. Wenn ich ein halbes Banner anheure, trauen sie sich nur nicht her.“ Der Hüne wägt ab und schaut dann zu seiner Partida – das sind tatsächlich ein rundes Dutzend ernstzunehmender Männer und Frauen. Er hat jetzt die Wahl, die Partida auseinander zu reißen, oder einen Auftrag anzunehmen, der pro Kopf voraussichtlich nicht ganz einen Oreal einbringt. „Wenn Du ihn nicht willst..:“ „Finger weg, Kleiner. Erst mal ist es meiner.“ Der Capitan mischt sich zunächst nicht ein, auch wenn ihm die andere Partida mehr zusagt. Zugegebenermaßen, weil sie einen recht attraktiven Rotschopf und einen Jungen mit einem Rapier dabei haben, der mit Emilia Sparring machen könnte. Als der Hüne weiter grübelt, hebt er dann doch die Hand. „Ich glaub Senor, das ist unterhalb eurer Liga. Das mit dem nützlich machen, habt ihr gelesen?“ „Nützlich?“ Beide Anführer schauen ihn an und winken dann jeweils ein Mitglied ihrer Partida heran, das die hohe Kunst des Lesens besser beherrscht als sie. Der Capitan nutzt den Moment. „Lasst den Jungspunden auch mal 'nen Bissen. Ich geb euch auch einen aus. Ist mir lieber, als wenn ich einen Trupp hinter mir habe, der sich unterbezahlt vorkommt.“ Der Hühne lacht und reicht dann dem anderen den Auftrag. „Wohlan.“ Der Capitan lässt sich nicht lumpen und wendet sich an den Wirt. „Ein Runde Rum für Senor...“ „Reto“ Der Hüne lehnt sich neben ihn an den Tresen. „Senor Reto rund seine Tapferen.“ Das kommt gut an, und der Capitan ist es zufrieden. Die Truppe von dem Jungspund, und vor allem der selber, kommt ihm deutlich geeigneter vor. Retos Partida ist eine hartgesottene Kampftruppe, für die hat er gar keine Verwendung, und wahrscheinlich werden die rabaukig, wenn's keinen Kampf gibt. Er hält dem anderen die Hand hin. „Ich bin Capitan Jorge Bartholomeus Morrigan, willkommen an Bord, mein Junge.“ Die Rothaarige sieht wirklich schnuckelig aus. Der Junge schlägt im Kriegerhandschlag ein. „Korian. Ebenso. Wir sind abmarschbereit.“ „Um so besser. Dann los!“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 12.06.2020 14:23

Tag 26, Früher Abend, Gildenhaus, Portas Santinera (Boronaya)
Boronaya seufzt. "Ihr glaubt, dass die wirklich zum Säulenfeld kommen? In was für ein Hornissennest hat der Kerl da gestochen?
"Dann geh ich mal zu ihm... Sagt ihr bitte alles Liebe von mir. Ich geh mal zu ihm. Vielleicht hätte er auch gerne jemandem zu reden."
Dann sucht sie nach ihm in seiner Unterkunft.
Fear cuts deeper than swords.

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