DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Gefährliche Abenteuer, spannende Kämpfe und fremde Länder warten auf Dich.
Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 20.01.2020 21:50

Tag 18 - Erntedankfest, nachmittags, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Gueans Weinstube ist einfach nicht die Preislage von Juchos Partida – überhaupt wird man da Questadoren wohl eher nicht finden. „Das Gildenhaus meiden wir heute mal besser da sitzen jetzt nur die ganzen Fußkranken und trinken solange, bis eine Prügelei ausbricht. Wir werden mal Sertudos Braut anschauen, ihre Eltern haben ihn und uns eingeladen. Das ist ein kleines Stück hoch, an einem kleinen Platz mit einem Brunnen in der Mitte. Wenn Dir bei den ganzen Gelehrten langweilig wird, kannst Du ja gerne mal vorbeischauen. Und vom konkreten Plan her... Tanzen.“ Tonarev und Maikta nicken sich zu. „Nochmal tanzen, Essen, trinken...“ Makita grinst. „Und wenn Jucho sich gut schlägt, vielleicht auch was anderes.“ Cusi hebt beide Daumen. „Klingt nach einem Plan. Ich werde mit Liffi ein wenig um die Häuser ziehen. Onid kümmert sich im Gildenhaus um Ersatz für Rodel und Sliff, da will ich lieber nicht bei sein. Aber wenn Prospero was zaubert, dann schauen wir auch mal bei Guean vorbei!“ Tonarev nickt. „Stimmt... hmm... denke, das machen wir dann auch, aber später.“

Tag 29, nachmittags, Manana della Suerte (Capitan)
Auch Emilia war nicht faul, und Vecna enttäuscht ihn ebenfalls nicht, wie er zufrieden feststellt. Auf der Plantage hat sich sichtbar was getan, wenn auch nur um das Haupthaus herum, aber dadurch ist der erste Eindruck auf seine neue Mannschaft, also die Sklaven, wie er sich still berichtigt, gar nicht so schlecht. Das Aufsehen ist jedoch groß, auch bei den Macalintosklaven auf dem Hof und bei Afzelia. Der Capitan grüßt sie durch Verbeugung und ziehen des Hutes, dann wendet er sich Emilia zu, die mit Vecna aus dem Hause kommt, eilig Kleider und Frisur ordnend, die wohl einer Blitzwäsche und Frisur unterzogen wurden. Er dreht den Kopf zu seinem Anhang. „Tarito, im Schatten in Zweierreihe antreten lassen, Du und Ako nach vorne!“ „Aye, Capitan, ich meine, Jawohl, Herr!“ Er wird etwas verlegen, aber dem Capitan reicht der Respekt. „Tut's beides.“ Nun wendet er sich Emilia zu und nimmt die sich Nähernde in die Arme, sie vom Boden hebend. Die wird ein wenig rot, aber sie hat sich an das südländische Temperament mittlerweile gewohnt. „Willkommen zurück, Onkel!“ Vecna freut sich sichtlich, hält sich aber zurück, bis er ihr die Hand reicht. Emilia mustert die Schar ein wenig unsicher. Da werden die Macalintos ein wenig zusammenrücken müssen. „Wen bringst Du mir da, Onkel?“ Der schnippt. „Tarito! Ako!“ Die beiden treten neben ihn. Er geht auf ein Knie herab und beugt das Haupt, Ako macht eine thalusische neunzig Grad Verbeugung. „Tarito, Donna Emila. Zu euren Diensten!“ „Ako, Donna Emilia. Zu euren Diensten!“ Das sind ganz eindeutig die vom Onkel Jorge ausgesuchten Vorarbeiter. Der Capitan deutet auf Vecna. „Vecna, unsere Konnetabel, ihr berichtet an sie. Verstanden?“ „Jawohl!“ Er nickt und wendet sich an den Rest. „Der Reihe nach vorstellen!“ Es läuft wie besprochen. Jeder und jede tritt nacheinander einen Schritt vor, nennt ihren Vornamen und verbeugt sich mit einer Ergebenheitsbezeugung. Als das erledigt ist, wendet sich Emilia nach kurzem Zögern, ermutigt durch ein Kopfnicken ihres Onkels an Vecna. „Zeig ihnen ihr Quartier, Vecna, dann sag Shiri Bescheid, dass wir ab jetzt ein Dutzend Mäuler mehr haben. Teil sie erst einmal ein, wie es Dir sinnvoll erscheint.“ Vecna nickt. „Jawohl, Donna Emilia.“ Sie deutet auf Tarito und Ako. „Tarita, Ako. Ihr beide folgt mir. Der Rest, erst mal setzen. Du, Kongou, wenn Du gähnst, ist Dir offenbar langweilig. Du gehst in die Küche und meldest Dich bei der Haushälterin, Shiri. In der Halle rechts. Verstanden?“ Kongou nickt möglichst dienstfertig. Eine neue Jefe muss sich Respekt verschaffen, das weiß jeder, und man möchte nicht ohne Not das Anschaungsobjekt dazu geben. „Jawohl, Jefe.“ Der Capitan grinst, und er würde Vecna am liebsten einen 'Gut-gemacht'-Klaps geben, aber er beherrscht sich so gerade eben noch.
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 21.01.2020 17:00

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
Goldon sieht den Sklaven hinterher, und irgendwie tut es auch Goldon leid, dass Salicia nun ein halbes Dutzend Hiebe ertragen muss, nur weil sie auf ihn reagierte. Die Strafen, die er als Gardist in der Vergangenheit erhielt, waren auch nicht ohne und häufig waren es auch Nichtigkeiten, nun so ist das halt.
"Sie hatte eine Mordsangst vor mir? Warum? ... aber es ehrt mich", er grinst kühl, "mir ist das garnicht so bewußt, ich habe sie nicht absichtlich eingeschüchtert. Mir waren eher ihre Körperhaltung wichtig, der Geruch und wie heißt es so schön, der Namenlose steckt im Detail."
Goldon fühlt sich von Don Orpheo respektiert, denn er steht zum Abschluss des gespräches auf, diese Geste ist längst nicht allen Granden oder hohen Tieren zu eigen. "So wird es geschehen, Don Orpheo. Ich habe zu danken für euer Angebot und eure Gastfreundschaft, Travia mit euch."
Soll ich ihn jetzt ansprechen, ob er Arbeit für mich hat? Das stärkt aber nicht gerade deine Position? Oder ... hmm ... Er bleibt einen Moment stehen, entscheidet sich dann aber doch weiterzugehen.

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Ungelesener Beitrag von Chephren » 21.01.2020 21:53

Tag 18 - Erntedankfest, nachmittags, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)

"Das klingt doch alles nach einem Plan. Der glückliche Jucho..." meint sie fröhlich lachend. "Ich wünsche euch auf jeden Fall einen großartigen Abend. Und ich hoffe, dass meiner genau so großartig wird."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 22.01.2020 09:09

Tag 29, nachmittags, Manana della Suerte (Capitan)
In der Halle, nunmehr allein mit Emilia stellt er schließlich Inazuna vor. „Mein Schutzengel auf dieser Reise in das große Schlangennest, das wir die Schwarze Perle zu nennen belieben. Inazuna hat mir zweimal das Leben gerettet und ein weiteres Mal dafür gesorgt, dass ein drittes Mal hoffentlich nicht so bald notwendig wird.“ Inazuna wird ein wenig rot bei diesem voller Überzeugung vorgebrachten Lob, und Emilia erwidert ihre Verneigung. Vecna hat ihr einiges über Inazuna erzählt, aber ihre Augen melden nur 'Kleines Mädchen'. Allerdings mit einem Nachtwind und einem Dolch. Und Wurfdornen. Das ist die Questadorin Santineras mit den meisten gewonnenen Duellen. „Meinen tiefempfundenen Dank, Signorita Inazuna.“ Der Capitan verschränkt gut gelaunt die Arme. „Und sie hat sich bereit erklärt, heute Abend ein Sparring mit Dir zu machen, nachdem ich mich beklagt habe, Du wärest viel zu schnell für mich.“ Inazuna wird richtig rot. „Ich habe es nicht versprochen, Capitan! Nur gesagt, dass ich darüber nachdenken werde. Mit dem Nachtwind gegen Rapier und Dolch...“ „Ist ein Drei-Sekunden-Kampf. So oder so. Das ist mir klar. Aber ich habe euch beide kämpfen sehen und traue mir nicht zu, vorherzusagen, wie es ausgeht.“ Emilia seufzt. „Du versuchst uns zu provozieren, Onkel.“ Der Capitan lacht aus voller Brust, dann legt er den Kopf schief und zwinkert. „Und? Gelingt es mir.“ Inazuna und Emilia messen sich höflich, aber doch abschätzend mit den Augen. Als Inazuna unmerklich nickt, lächelt Emilia. „Warten wir bis nach dem Abendessen.“ Man soll Jungs nicht immer gleich geben, was sie wollen.

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
Don Orpheo begleitet ihn zum Tor. „Ihr habt mich ein wenig überrascht, muss ich gestehen. Die meisten unserer Kunden reden mit den Sklaven, aber das ist wohl die Prägung des Schweigsamen. Wisst ihr, wenn wir die Sklaven ins Haus bekommen, machen wir ihnen ein Versprechen: Ihr bekommt hier eine zweite Chance, ein neues Leben. Und dafür müsst ihr euer altes, dass mit eurer Niederlage im Kampf gegen eure Feinde endete, hinter euch lassen. Unser Drill ist hart, manchmal sogar grausam. Damit sie, die im Dschungel aufgewachsen sind, sich hier zurechtfinden und einfügen. Aber auch deswegen, damit sie sich freuen, wenn sie gekauft werden, ihr neues Leben beginnen. Wir nehmen unser Versprechen ernst. Ich kann Salicia nicht glauben lassen, sie könne sich ihren Herrn aussuchen. Nur deswegen bekommt sie das halbe Dutzend mit der Reitgerte. Aber ich verkaufe niemanden an einen Herrn, wo ich schon absehen kann, dass es nicht klappen wird, und dass sie ein Leben in Angst und Furcht führen muss. Dafür ist der Markt einfach zu gut, und wir nicht die Resterampe auf dem Sklavenmarkt in der Metropole. Anoihasippen sind untereinander sehr kommunikativ. Anoihas überhaupt die Schweigsamkeit beizubringen, die in unserer Gesellschaft von einem Untergebenen erwartet wird, ist nicht einfach, und Salicia ist sehr lebenslustig. Es würde nicht passen.“ Er verabschiedet in amTor. "Travia auch mit euch."

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Ribaldo holt sie pünktlich wie vereinbart ab, aber der Platz vor Gueans Weinstube ist schon gut gefüllt. Prospero hat den reservierten Tisch offenbar so frühzeitig belegt, dass die Sonderbehandlung für den Magier dem Publikum nicht aufgefallen ist, vor allem, weil er sein Versprechen wahr gemacht hat: Um die Bäume, die die östliche Brüstung des am Hang gelegenen Platzes säumen, tanzen mehrere Dutzend kleine Lichterfeen, golden leuchtend wie große Glühwürmchen, aber jede zieht auch einen kleinen Funkenschweif hinter sich her. Die Feen weichen zwar Fangversuchen aus, aber es ist – gerade wenn man den Vorabend in Saribalds Zaubergarten verbracht hat - zumindest einem Magier recht eindeutig, dass es sich um körperlose Illusionen handelt. Das Publikum erfreut es, aber es gewöhnt sich auch schnell daran, und läßt sich dadurch nicht vom Tanzen, essen und trinken abhalten, nur frisch Hinzukommende und ein paar Kinder bestaunen das Schauspiel länger mit offen stehendem Mund.
Am Tisch sitzt Siana, schon recht fidel, während Prospero gerade Maushaber zum Tanz aufgefordert hat und mit der ein wenig Verlegenen aber auch Strahlenden über den Platz wirbelt. Die Stimmung ist ausgelassen, und gleichzeitig mit ihnen tauchen auch Palandrine und Diederich auf, gekleidet in Seide und gerade die junge Magierin zieht neidische Blicke der Frauen und sehnsüchtige der Männer auf sich, was sie beides gut gelaunt spöttisch genießt. Palandrines Bluse und Rock sind nach der allerletzten Hauptstadtmode, nicht die allerfeinste Seide natürlich, aber mit Abstand das teuerste, was irgendeine Frau hier auf dem Platz am Leib hat. Ihr Haar glänzt seidig, ihre Augen funkeln, und wenn sie lacht, dann blitzen ihre weissen Zähne auf. Sie hat beste Laune, und als sie Boronaya erblickt grüßt sie sie beinahe theatralisch freundlich, zwinkert dem prompt verlegen werdenden Ribaldo suggestiv zu, mustert dann selbstbewusst das Jagdrevier. Hier ist sie in ihrem Element, das sieht man ganz deutlich. Diederich ist deutlich weniger provokant, er grüßt sie beide mit einem freundlichen Kopfnicken und einer angedeuteten Verbeugung, so als wären sie alte Freunde, überlässt die Schau aber seiner Begleitung. Die strebt, nachdem sie mit beinahe kindlich wirkender Freude die Lichterfeen bewundert hat, zu Sianas Tisch, den sie zu Recht als den von Prospero ansieht.
Zuletzt geändert von Jadoran am 22.01.2020 14:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 22.01.2020 10:43

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
"Ich verstehe", entgegnet Goldon Don Orpheo als er ihn über die Sklaven aufklärt, "ein neues Leben beginnen. Ich nehme an sie verstehen, dass wen man unterliegt der Gewinner über das Schicksal entscheidet. Ein neues Leben ist ein Geschenk, obwohl viele von ihnen sich lieber den Tod wünschen als so zu leben. Aber ihre Entscheidung wurde vorher gefällt und sie hatten eine Wahl, jetzt müssen sie damit leben."
Er schmnunzelt ein wenig: "Die Boronis sind besonders gut darin mit wenig und unmissverständlichen Worten ihre Bedürfnisse zu kommunizieren, dass sollte die Sklaven verstehen. Ein Mindestmaß an Offenheit und Aufnahmefähigkeit erwarten wir einfach. Ihr habt ein Gespür für die Bedürfnisse eure Kundschaft und ihr wisst wer geeignet ist und wer nicht."
Am Tor angekommen verabschiedet er sich förmlich und verneigt sich sogar vor Don Orpheo. "Der Ewige mit euch, Don Orpheo. Auf ein baldiges Wiedersehen."

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 22.01.2020 16:25

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Boronaya unterdessen genießt die Atmosphäre am Tisch. Unterhält sich mit Siana und Ribaldo, genießt den guten Wein und die ausgelassene Stimmung. Selbst die beiden Kontrahenten stören sie im Moment nicht. So hier aufzutreten bedeutet für Palandrine nun einmal auch, dass sie den Neid aller auf sich ziehen wird. Und wenn einen die Einheimischen nicht leiden können, macht es alles nicht einfacher. Sie nickt den beiden höflich zu, auch wenn ihre Miene weniger freundlich als noch vor ein paar Momenten ist, als sie auf ihren Tisch zukommen.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 23.01.2020 12:57

Tag 29, Abends, Manana della Suerte (Capitan)
Man merkt dem Essen schon an, dass ursprünglich für deutlich weniger Leute geplant war. Vom Capitan kommt keine Kritik – schließlich war er es, der unangekündigt mit dem ganzen Dutzend aufgeschlagen ist, aber Shiri ist trotzdem verlegen und entschuldigt sich mehrmals.
Sie essen getrennt, zuerst wurde den Sklaven in den Baracken aufgetragen, danach sitzen sie zu fünft in der Küche am immer noch einzigen Tisch. Als Shiri sich erneut entschuldigt, diesmal, dass es heute keinen Nachschlag gibt, schreitet Vecna ein. „Lass gut sein Shiri – noch ein Wort, und er versohlt Dir tatsächlich den Hintern.“ Der Capitan grinst und nimmt die Anregung prompt auf und lacht. „Die Drohung steht!“ Shiri wird rot und nickt, unsicher zu Emilia und Inazuna blickend, die aber beide nur milde lächeln. Sie wechselt das Thema, da sie des Capitans Blicke unterhalb ihres Kinns spürt und sich nicht sicher ist, ob sie das bewusst provoziert hat, so wie Vecna, die die Schnürung ihrer Tunika unzweifelhaft gelockert hat, oder ob ihr der Capitan sowieso auf den Bug schauen würde. „Dürfen wir nachher beim Sparring zusehen, Donna Emilia?“ Die schaut zu Inazuna, die aber nur gleichmütig nickt.

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Palandrine umgeht die Problematik, nach einem freien Platz am Tisch zu fragen, erst einmal dadurch, dass sie Diederich auf die Tanzfläche entführt, aber als Prospero mit Maushaber zurückkommt, passt sie den Moment geschickt ab, ihn selbstbewusst zum Tanz zu bitten. Prospero geleitet Maushaber erst einmal zu ihrem Platz, verbeugt sich dann höflich und lacht schelmisch. „Ich fühle mich geschmeichelt, werte Collega, aber den nächsten Tanz habe ich bereits versprochen – Alpacina.“ Die steht schon, einen für Frauen klar erkennbaren 'Wage es nicht, mir in die Quere zu kommen, sonst kratze ich Dir Schlampe die Augen aus!'-Blick auf dem freundlichen Gesicht. Palandrine antwortet mit einem Knicks. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“ Sie wendet sich an Ribaldo, der davon völlig überrumpelt wird. „Dann tanzt ihr mit mir, Ribaldo – oder wollt ihr mch wie bestellt und nicht abgeholt stehen lassen.“ „Ich, äh... also..ich... eigentlich.“ „Kommt!“ Sie fasst ihn am Handgelenk und zieht den Überraschten auf die Tanzfläche. Diederich findet das offenbar unheimlich amüsant, fordert aber seinerseits ein hübsches junges Mädchen am dicht besetzten Nebentisch auf, das ihm auch prompt keinen Korb gibt. Maushaber gießt Boronaya nach und schmunzelt. „Schüchtern ist sie offenbar nicht.“ Maushaber kommt Boronaya wie eine alte Frau vor, aber eigentlich ist sie maximal Anfang dreißig, nur eben... nun: unscheinbar.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 23.01.2020 23:59

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
"Nein, mit Sicherheit nicht. Aber sie muss auch aufpassen, dass sie sich nicht die finger verbrennt," meint Boronaya und prostet Maushaber zu. "Schön habt ihr getanzt, das steht euch zusammen mit dem Rock hervorragend."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 24.01.2020 10:04

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Die Assistentin lacht, geht aber nicht weiter darauf ein, vielleicht auch, weil ihr gesunder Menschenverstand ihr nahe legt, sich aus den Händeln zwischen jungen Magierinnen heraus zu halten. Dann taucht auch schon ein junger Mann neben Boronaya auf und macht eine ungelenke Verbeugung. „Dürfte ich um den nnn...nächsten Tanz bitten, Signo... gelehrte Dame?“ Der notwendige Mut kommt wahrscheinlich zumindest teilweise in von Form von 'Du traust dich ja eh nicht!' 'Tu ich doch!' 'Nicht!' von seinen Altersgenossen beiderlei Geschlechts, die es sich mangels Tisch entlang der steinernen Brüstung bequem gemacht haben. Der Junge ist wahrscheinlich ein Jahr jünger als sie, aber gewaschen, noch nicht angetrunken und nicht fußkrank. Eigentlich auch ganz süß, in seiner Mutprobe.

Tag 29, Abends, Manana della Suerte (Capitan)
Mangels Möblierung bietet sich die Eingangshalle immer noch als idealer Sparringsplatz an, will man Publikum vermeiden, was hier der Fall ist. Sie treten beide mit hölzernen Übungswaffen an, ist ein Sparring mit scharfen Waffen beim Nachtwind doch einfach nur selbstmörderisch, und Emilia hat ihren Kürass, Inazuna ihren kurzen Iyranlederpanzer angelegt. Zuschauen dürfen neben dem Capitan nur Vecna und Shiri, die rechts und links von ihm Platzauf der Treppe nehmen. Und sie wären nicht im Süden, wenn nicht gewettet würde. Der Capitan ist zwar nicht optimistisch, aber familiäre Loyalität lässt ihn auf Emilia setzen, Vecna und Shiri halten es mit Inazuna. Die Spannung ist hoch, und nachdem der Capitan 'En Guarde!' gerufen hat, wird es erst einmal ein hochkonzentrierter Anstarr-Wettbewerb, denn jede versucht, den Moment abzupassen, wo die andere ihre Deckung aufgibt und zum Angriff übergeht, um genau diesen Sekundenbruchteil auszunutzen. Dann, praktisch gleichzeitig, so dass der Capitan nicht sagen kann, wer sich als erster bewegt hat, legen sie los. Der erste Ansturm hat keine klare Siegerin, aber sie setzen beide zweimal nach, und in der dritten Kombination schließlich trifft Inanzunas Holzschwert recht hart auf Emilias Dolchhand. Mit scharfen Waffen wäre die jetzt abgetrennt, und der Kampf ist vorbei, obwohl Emilia den für Inanzuna typischen abschließenden Genickschlag mit ihrer Hauptwaffe noch einmal abwehren kann. „Aus!“ Der Capitan erhebt sich von der Treppe und applaudiert. Inanzuna steckt mit einer geübten und elegant wirkenden Bewegung ihr Holzschwert ein und verbeugt sich vor Emilia, die sich verlegen das schmerzende Handgelenk reibt. Verlieren ist für sie mittlerweile ungewohnt, aber sie erträgt es mit Würde. „Das war eine Erfahrung, Signorita Inazuna. Meine Gratulation.“ Sie lächelt, und auch Inazuna lächelt. „Ihr wart schneller und besser als alle, gegen die ich seit meiner Ankunft in Al'Anfa gefochten habe.“ Das kann Emilia nur zurück geben.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 25.01.2020 09:34

Tag 29, Spät Abends, Manana della Suerte (Capitan)
„Puh.“ Vecna lässt sich auf ihre Schlafmatte sinken, und Shiri stimmt ihr aus ganzem Herzen zu, macht sogar den Anfang. „Auf einen Schlag statt für sechs für Achtzehn, heute sogar neunzehn kochen. Hoffentlich kriege ich das hin. Ich hab heute echt gefürchtet, einen mordsmässigen Anpfiff für den verlängerten Fraß zu bekommen.“ Vecna seufzt, bemüht aber ihren Optimismus. „Wird schon. War doch überraschend, dafür war das völlig in Ordnung. Setz dich aber durch. Diese Kongou ist ein wenig aufsässig, fürchte ich. Und Mariella ist das Parieren nicht gewohnt. Ich hab das Gefühl, die kommt aus einem größeren Haushalt und weiß einiges besser. Selbst wenn es so ist, lass dich nicht unterbuttern.“ Shiri stöhnt. „Das kann ich gar nicht. Leute rumscheuchen.“ „Sonst wirst Du rumgescheucht.“ Shiri seufzt erneut. Sie verkneift sich ein 'Du hast's gut', weil das einfach nicht stimmt. Rumo ist schwierig genug mit seiner stets latenten Beleidigtheit, dauernd ist der Kerl wegen irgendwas eingeschnappt. Aber Tarito war ganz eindeutig Bootsmann. Er ist groß, stark und zumindest die mitgebrachten Männer scheinen alle daran gewöhnt zu sein, zu tun, was er sagt. Ob der sich Vecna, die er mit einer Hand hochheben könnte, unterordnet? Und werden Ako und Hestia miteinander auskommen, oder wird es Zickenkrieg geben? Hestia ist wahrscheinlich, ja sicher, diejenige, die am meisten von der Gärtnerei und dem Anbau versteht. Ako wird der Capitan aber nicht ohne Grund zur Vorarbeiterin ernannt haben. An ihren Brüsten liegt es jedenfalls nicht, da haben andere größere, hübschere. Die dreiste Kongou etwa. „Meinst Du, Du schaffst das?“ Vecna nickt. Nicht so sehr, weil sie davon überzeugt ist, sondern weil sie die feste Absicht hat, es zu schaffen.
Es klopft. „Bist noch wach, junger Hüpfer?“ Vecna grinst, um eine Sorge erleichtert, die sie durchaus bei dem bei jedem Paar Möpse schwach werdenden Capitan hatte. „Noch bin ich es, alter Mann. Kommt rein.“ Shiri deckt sich eilig zu, obwohl sie eigentlich ohnehin eine ordentliche Schlaftunika anhat, zögert dann und lässt die Decke doch wieder möglichst unauffällig sinken. Vecna hingegen richtet sich auf, schnell ihren schon für die Nacht gebundenen Pferdeschwanz lösend und ihr Haar ausschüttelnd.
Der Capitan bleibt in der Tür stehen. „Hast noch Lust, mit mir ein paar Sachen durchzusprechen? Habt euch übrigens gut geschlagen, ihr beiden. Nicht nur heute, sondern auch als ich weg war. Danke.“ Shiri wird rot, Vecna aber steht auf. „Ich hatte euch doch versprochen, mein Bestes zu geben. Wollt ihr einen kleinen Rapport?“ Der Capitan lacht. „In der Tat. Aber für den 'Alten Mann' nimm Deinen Gürtel mit.“ Vecna grinst und macht eine Schau daraus, das erwähnte Utensil aus ihrer Hose zu ziehen. Wenn sie ihm gefehlt hat, dann hat er sich die ganze Zeit lang beherrscht. Ein gutes Zeichen.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 25.01.2020 22:47

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Boronaya mustert ihn betont kritisch, muss dann aber auch lächeln und lässt sich von ihm aufhelfen. "Boronaya," stellt sie sich ihm vor und lässt sich auf die Tanzfläche führen. Einen schönen Abend verbringen, Tanzen, alles andere vergessen hatte sie sich eigentlich vorgenommen.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 26.01.2020 10:18

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Der Junge schlägt sich wacker, geleitet sie aber nach dem Tanz gerne zurück an den Tisch, und auch Fortschreitter flüchtet sich vor Palandrine, die ihm eine Kusshand hinterher wirft. Maushaber gießt – wahrscheinlich unwillentlich – Öl ins Feuer. „Die zieht euch nur auf, nhmt sie bloß nicht ernst.“ Ribaldo nickt und gießt sich, sobald er sitzt, aus dem Weinkrug nach. Prospero und Alpacina beiben offenbar für einen weiteren Tanz zusammen. Palandrine taucht hinter ihm auf, legt ihm die Hände auf seine Schultern und lächelt hinreißend. „Habt ihr was dagegen, wenn ich mich kurz auf der Bank verschnaufe?“

Tag 29, Spät Abends, Manana della Suerte (Capitan)
Die Luft oben ist angenehm kühl, Vecna tritt an die Brüstung, genießt einen Moment den Ausblick, bevor sie sich umdreht und den Capitan mustert. „Nun... wollt ihr erst einmal einen Bericht erhalten, oder...“ Sie grinst. „Oder mir direkt den Alten Mann heimzahlen?“ Der legt die Hände auf ihre Hüften und zieht sie heran, und als sie keine Anstalten macht, sich zu zieren, küsst er sie. „Führ mich nicht in Versuchung.“ Sie grinst und küsst zurück. „Nicht?“ Seine Hände finden unter den Saum ihrer Tunika und schieben sie hoch. Vecna hebt die Arme, und kurz darauf fällt auch ihr Höschen. „Ein kleiner Bericht schadet nicht. Vielleicht gibt er mir ja einen Vorwand zur besonderer Strenge.“ Sie kichert und genießt seine wandernden Hände. „Also gut. Wir haben die Gemüsebeete fertig umgegraben, den Zaun repariert und eingesät.“ Sie atmet kurz durch, als seine Finger spielerisch einen Erregungsschub verursachen. „Dann die Dächer kontrolliert, am linken Schuppen ein paar Schäden ausgebessert, dabei ist Donna Emilia heruntergefallen und hat sich für drei Tage den Fuß verstaucht.“ Der Capitan zögert kurz, aber Emilia humpelte nicht, also ging es wohl glimpflich aus. Trotzdem versetzt er Vecna einen Klaps.“Du bis dazu da, auf Emi aufzupassen.“ „Ich war ja mit oben. Aber ich akzeptiere Strafverschärfung.“ Der Capitan lacht und versetzt ihr einen weiteren Klaps, dann zieht es seine Hände aber wieder nach oben. Vecna genießt das einen Augenblick, dann fährt sie fort. „Wir haben alle Dachrinnen gesäubert, und ich habe Georgino dazu gebracht, unseren Teil der Ernte mit einzubringen, ganz ohne mich auszuziehen. Hat Afzelia nicht wirklich gepasst, aber ich habs durchbekommen.“ Der Capitan ist beeindruckt. „Das ist...gut!“ Er küsst sie. „Das sind mildernde Umstände.“ Vecna erwidert den Kuss. „Abgelehnt. Nehmt mich ordentlich ran.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 26.01.2020 11:13

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Boronaya verabschiedet sich sichtlich gut gelaunt von dem jungen Mann und fächelt sich ein wenig Luft zu, als sie sich wieder setzt.
Als dann ihre spezielle Freundin mal wieder an den Tisch kommt und Ribaldo anspricht bleibt sie bei einem Lächeln, aber das erreicht die Augen nicht. Sie hat immerhin Ribaldo angesprochen, dann soll er auch entscheiden oder eigentlich Prospero, dessen Tisch dies ist.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 26.01.2020 12:10

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Ribaldo hebt abwehrend die Hand. „Ich möchte eigentlich jetzt...“ „Danke, ihr seid ein Schatz!“ Palandrine pflanzt sich selbstbewusst neben ihn, auf die Boronaya abgewandte Seite. Sie winkt heftig mit dem Arm nach mehr Wein und Essen, und sie zählt zu den Menschen, die sofort bemerkt werden. Eine der Bedienungen nickt und macht sich auf den Weg. Palandrine rückt näher an Ribaldo heran, der sich unwillkürlichh etwas weglehnt, aber es wohl nicht schafft, unhöflich zu werden. Paladrine kichert. „Nicht so schüchtern! Ihr tanzt eigentlich ganz gut – hat wer euch was anderes erzählt?“ Gegen die ist Laila Balsam für die Seele. Wenn man Laila sagte, dass sie nicht willkommen ist, dann ging sie. Beleidigt zwar, aber sie ging. Palandrine scheint ihr durchaus reichlich vorhandenes Charisma als Freifahrtschein für alles zu verstehen.
Die Bedienung kommt und bringt einen weiteren Krug Wein und eine Schale mit Nüssen, Früchten, frischem Brot und kleinen Fleischspiessen, und Palandrine schnippt ihr ein großzügiges Trinkgeld zu.

Tag 30, früh morgens, Manana della Suerte (Capitan)
Rumo hat ein blaues Auge, und Vecna fragt sich, wie sie mit dieser Herausforderung gleich beim ersten Morgenappell umgehen soll. Jungs! Beim Appell baut sie sich vor ihm auf, schaut dann, notgedrungen hoch, zum ebenso geradeaus schauenden Tarito neben ihm. „Bist Du gegen eine Tür gelaufen, Rumo, oder gab es eine Schlägerei?“ Rumo atmet ein, blickt aber weiter gerade aus. „Tür, Boss.“ Vecna mag es gar nicht, wenn man sie beim Reden nicht anschaut, weiß aber, dass Männer da anders ticken, und Rumo wohl eher deeskalieren will anstatt widerborstig zu erscheinen. Tarito hat keine Schramme, aber sie ist sich trotzdem sicher, dass gestern Abend unbedingt noch schnell die neue Hackordnung geklärt werden musste. „Bist Du auch gegen eine Tür gelaufen, Tarito?“ Der schaut auch geradeaus. „Jawohl Boss. Hat aber keine Beule gegeben.“ Muss das sein? Entweder, die Kerle schauen an ihr vorbei, oder auf ihre Möpse. „Ich bevorzuge es, wenn mein Vorarbeiter mich anschaut, wenn er mir ins Gesicht lügt, Tarito.“ „T'schuldigung, Boss.“ Vecna seufzt. „Hier oben. Gesicht. Da, wo die Nase ist.“ Sie deutet mit ihren Zeigefingern auf ihre Nase, und die Stimmung in der Gruppe entspannt sich durch Gelächter. Tarito entschuldigt sich erneut. Vecna mustert beide, die Arme in die Hüften gestemmt. „Und, findet ihr beide jetzt die Tür, ohne euch zu stoßen?“ Beide nicken. „Jawohl, Boss.“ Geht doch. Sie würde gerne zum Capitan schauen, wie der über ihre Führungsmethode denkt, aber das geht gerade nicht, ohne die eigene Autorität zu untergraben. „Also dann: An die Arbeit. Die Schutzzäune und Entwässerungsgräben in der Plantage sind zwei Jahre nicht gepflegt worden.“ Sie schaut zu den Frauen. Das wird schwieriger. Wenn sie nicht alles täuscht, gibt es da ein noch nicht ausgekungeltes Problem zwischen Hestia, Ako und Mariella. Und vielleicht sogar mit ihr. Aber das wird nicht mit den Fäusten geklärt. „Mariella und Myra – ihr helft heute Shiri. Ako, Du teilst zwei ein, die Hestia in den Beeten helfen, Du und die letzte gehen bei mir und Tarito mit.“ Eigentlich müssten sie verstärkt jagen gehen, aber das ist aussichtslos. Die Affen haben mittlerweile spitz gekriegt, dass die Gegend hier sich schlagartig vom Bananenparadies zur Problemzone gewandelt hat, und das Gleiche gilt für die wilden Selemferkel.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 27.01.2020 13:18

Tag 16, nachmittags, Haus der Witwe Miranda, Sandalia, Santinera (Goldon)
Boroggio hat ihm Einlass gewährt, als Goldon an seiner Zimmertür klopfte. Wie immer wechselt der Geruch des Hauses als er über die Zimmerschwelle tritt, hier roch es nach Räucherstäbchen und kaltem Rauch, im Haus eher nach gekochtem.
Der Boroni schlägt ein schweres Buch zu und widmet sich ihm ohne dabei was zu sagen.
Goldon lässt sich auf einen Stuhl nieder: "Don Orpheo ist ein netter Mann, nicht ganz so von oben herab. Er hat mir ein paar Sklaven vorgeführt die zur Auswahl stehen würden, er würde das Angebot bis einem Tag nach des Erntedankfestes festhalten. Ganze 220 Dublonen müssten wir auf den Tisch legen, der Eine kann gut kochen, die andere sich ganz gut Sachen merken. Alles haben mindestens eine zwölfmonatige Ausbildung hinter sich und scheinen alle aus dem hiesigen Dschungel zu stammen, es sind Anoihas, die im Kampf überwältigt wurden und nun den Gewinner dienen müssen, ein neues Leben anfangen, so sagte der Don. Sein Angebot ist fair."
Er lässt ein wenig Zeit verstreichen bevor er weiter Informationen teilt. "Momentan gibt es wohl ein Mangel an Sklaven und ich fragte ihn woran es denn liegen könnte. Er sagte, dass flussaufwärts immer weniger Sklavenjäger, wie auch Schatzsucher und Glücksritter erfolgreich seien. Er behauptete sogar, dass es so gut wie niemanden gibt der von dort zurückkommen würde. War nicht auch deine Schwester Roana dort? Was hatte sie über die Gegend dort erzählt? ... interessant war auch, dass Don Orpheo wohl unter den jeweiligen Stämmen Handelspartner hat. Er muss also auf langfristige Beziehungen aus sein. Über die Zischler haben wir nicht gesprochen, ich wollte aber auch nicht mit der Tür ins Haus fallen, wäre zu auffällig gewesen. Er hat einen guten Riecher." Dann lehnt er sich zurück und stopft sich eine Pfeife und broselt dort etwas von dem feinen Stoff mithinein, aber nur eine kleine Prise.

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 27.01.2020 15:53

Tag 16, spät nachmittags, Haus der Witwe Miranda, Sandalia, Santinera (Goldon)
Der junge Geweihte überlegt eine Weile, nachdem Goldon geendet hat. Dann schiebt er einen ohnehin leeren, tönernen Teebecher etwas weiter weg von sich. „Das ist eine schwierige Frage, Goldon. Über einiges durfte sie nicht reden, und über einiges kann ich nicht reden. Wir nennen es in Al'Anfa den Oberlauf, aber es ist ein weites Land. Endlose Dschungel, die den Herrschaftsansprüchen der Menschen Hohn sprechen. Die Expedition, die meine Schwester begleitete, besiegte in einer Ruinenstadt einen Zauberpriester, der seine Seele dem gierigen Feilscher überantwortet hatte. Aber auch sie berichtete schon, dass um Santinera herum und nördlich davon keine Sklavenjäger geduldet werden, weil die Macalinto, die Salmoranez und auch die restlichen Plantageros Wert darauf legen, im Frieden mit den Anoihas zu leben. In den Akten, in die mir seine Exzellenz Einblick gewährte, stand die Vermutung, dass es am Oberlauf mehrere Stammeskönigreiche von Mohas und Achaz gibt. Der Wohlstand der Salmoranez beruht auf Gewürzen, die sich allgemein der Kultivierung entziehen – wie etwa Wasserrauschbeeren. Sie haben daher kein Interesse, dass ein Sklavenjäger den Hass auf die Bleichhäute anstachelt. Die meisten Plantageros haben ihre Pflanzungen tief in den Dschungel hinein getrieben. Sie wären die ersten Leidtragenden von einem Krieg mit den Eingeborenen. Also halten sie das Gelichter fern. Für die großen Häuser ist das kein Problem – der Blaue Hanfla ist nur ein Nebenarm, oberhalb Santineras wegen einiger Stromschnellen nur mit kleinen Zweiochsern schiffbar. Es ist viel einfacher, sich von Schwächeren, weniger gut organisierten Eingeborenen entlang des Grünen Hanflas seine Beute zu holen.“ Als Arbeitskräfte für Feld und Minen bevorzugt die Metropole ohnehin Mischlinge mit Utulu- oder thorwalschem Einschlag. Und, wie man so schön sagt: Man kackt nicht dahin, wo man isst...
„Solange ich keine Zusage über weitere Mittel habe, macht es wenig Sinn, sich eine Sklavin zuzulegen, sie müsste nur mit mir den Raum hier teilen und ich hätte kaum für sie zu tun. Antwort erhalte ich in frühestens einer Woche, sofern sie meine Sorgen nicht gar als Hirngespinst abtun. Wir müssen Don Orpheo wohl ein wenig vertrösten.“ Er lächelt matt. „Sieh zu, daß Du den Kontakt hältst. Die Verbindungen der Gonralas zu den Geschuppten bedürfen eines wachsamen Auges!“ Er zögert ein wenig. „Waren die Sklavinnen hübsch?“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 27.01.2020 21:35

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
"Nein, ganz im Gegengteil, Collega. Willst du nicht noch ein wenig tanzen Ribaldo?" Der Blick den sie Palandrine dabei zuwirft ist einserseits freundlich, macht aber unterschwellig auch klar, dass Boronaya sie in etwa so gut leiden kann wie Fußpilz.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 27.01.2020 22:20

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Ribaldo lässt sich nur zu gerne auffordern, und steht geradezu hastig auf. „Mit dem Größten Vergnügen!“ Leider kann Ribaldo immer noch nicht tanzen, obwohl es jetzt etwas besser klappt als beim ersten Mal. Entweder hat er geübt, oder sie kennen sich nun einfach besser. Palandrine bleibt zunächst sitzen, dann macht sie dem Jungen schöne Augen, der Boronaya aufgefordert hatte. Es ist regelrecht kindisch.
Als dieser Tanz aus ist, machen die Musikanten eine kurze Pause, und alle kehren zum Tisch zurück. Prospero nimmt Palandrine zur Kenntnis, begrüßt sie aber mit tadelloser Höflichkeit. „Seid gegrüßt, junge Collega. Ich hoffe doch, ihr seid nur um des Amüsements wegen hier und nicht geschäftlich, oder gar etwa, um eine Schelmerei zu begehen?“ Palandrine ist der Zucker in Person. „Wo denkt ihr hin. Verehrter Magister, wobei: Ertappt! Eigentlich wollte ich dem guten Ribaldo ein für beide Seiten vorteilhaftes Angebot unterbreiten, aber das hat auch bis morgen Zeit.“ Sie strahlt ihn an, als wäre ihre Jungfräulichkeit im Angebot und lacht, als er verlegen den Arm um Boronaya legt, die er sicherheitshalber zwischen sich und sie platziert hat. Er sagt nichts, aber das ist gar nicht einmal dumm: Sie ist viel wortgewandter als er, und er stände nur da wie ein Depp, wenn er versuchen würde, eine Spitze zu bringen. Prospero lacht fröhlich. „Dann lasst uns den Abend genießen!“ „Ich liebe diese Feen – kann man sie anlocken?“ Palandrine bringt sich zu Prospero in Stellung. „Auf dem Grad leider nicht, verehrte Collega, um das zu erreichen, bedarf es deutlich mehr Vorbereitung und am besten einer geeigneten Konjunktion. Sie haben leider keinen eigenen Willen.“ Palandrines Gesicht nach ist ein eigener Wille bei anderen Leuten bestenfalls lästig, aber ihre Neugier ist geweckt - wie an ihr zu bewundern, hat sie ja zumindest den Favilludo Cantus erlernt. „Könnt ihr sie denn anlocken?“ „Wie gesagt, es sind keine 'ihr', in der Form sind sie nur astrale Projektionen.“ Prospero konzentriert sich kurz, und eine der Feen flattert heran und setzt sich zutraulich auf Boronayas Schulter. Beziehungsweise sieht es so aus – sie spürt keinerlei Berührung oder Wärme vom Licht. Palandrine ist nicht beleidigt, dass die Fee nicht zu ihr kam, sondern klatscht begeistert in die Hände. „Wunderbar! Prächtig! Das muss ich auch lernen! Könnt ihr mir das beibringen?“ Prospero lacht amüsiert. „Ich fürchte, das braucht seine Zeit. Der Auris Cantus ist komplex wie eine Chrysantheme, ich habe Jahre gebraucht, bis ich brauchbare Ergebnisse vorweisen konnte. Und Zeit ist in meinem Alter ein knappes Gut, Teuerste.“ Andere Leute hätten das 'Nein' wohl kapiert, aber Palandrine strahlt, als habe ihr eine Meisterthesis versprochen. „Ich werde darauf zurück kommen! Nun, wo die Musik gerade nicht spielt, warum erzählt nicht wer einen Schwank aus seinem Leben? Wie wäre es mit Dir, Boronaya? Schülerin von Sefira! Das ist doch sicher total aufregend! Nimmt die nur Mädchen oder auch Jungs?“

Tag 30, vormittags, Manana della Suerte (Capitan)
Die Arbeitslast ist erdrückend. Mit acht Mann Gräben säubern und den Schutzzaun instand setzen ist eine Aufgabe für Wochen, und die Trupps der Macalinto haben, wenig erstaunlich, herunter fallenes Blattwerk und Geäst einfach liegen lassen, standen sie doch unter Zeitdruck. Alle Zwei Staudenreihen gibt es einen Entwässerungsgraben... oder gab es... an manchen Stellen sind es schon kleine Teiche, an anderen sind sie praktisch verschwunden. Mit dem Zaun sieht es nicht viel besser aus. Selbst die Abschnitte, die auf den ersten Blick intakt aussehen, haben oft am Boden Durchbruchstellen, und an manchen Stellen liegen umgestürzte Stämme im Zaun. Allein von der Länge her braucht man mehrere Stunden, um ihn auch nur abzugehen, und Vecna weiß, dass sie erst ein einziges Mal mit Shiri und Emilia die 'große Runde' gemacht hat. Nun, eins nach dem anderen. Sie wählt einen der kürzeren Abschnitte, noch recht nahe am Haupthaus, und dort einen einzelnen Graben, der noch recht ordentlich aussieht, und einen Zaunabschnitt, der nur repariert und nicht praktisch neu errichtet werden muss.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 29.01.2020 09:03

Tag 30, vormittags, Manana della Suerte (Capitan)
Nach der Einteilung am Schutzzaun paddelt Vecna mit Akko zurück. Sie hätte auch jemand anderes zum Paddeln nehmen können, aber am Zaun reicht Tarito als Vorarbeiter, und sie erhofft sich von Akko unter vier Augen auch einen genaueren Eindruck von ihr. Gegen die zehnte Stunde muss Inazuna zum Anleger gebracht werden, und danach muss sie sich wieder am Zaun zeigen – sie kann ja nicht die Sklaven gleich am ersten Tag fast den ganzen Tag lang unbeaufsichtigt lassen. Sie sucht irgendeinen Ansatz für das Gespräch mit der kleineren und sehr stillen Thalusierin. „Der Capitan erzählte, Du kommst von einem Bauernhof. Habt ihr da auch Yam-Wurzeln und Bananen angebaut?“ Ako schüttelt den Kopf. „Nein, Boss. Bei uns wächst das nicht. Wir haben Reis und Hirse angepflanzt.“ „Reis wächst hier auch viel. Aber das geht übel in den Rücken für die Sklaven, Bananen sind da angenehmer. Und weniger Probleme mit Krokodilen.“ „Ja, das ist wahr, Boss.“ So geht es zunächst etwas steif in und her, aber langsam finden sie einen Rapport. Akko wurde bereits mit sechs nach einer Missernte von ihren Eltern in die Sklaverei verkauft, landete nach einer wohl ausgesprochen 'unerfreulichen' Zeit bei einem lokalen Potentaten als Schiffsmädchen erst auf einem Flussschiff, dann auf einem Kauffahrer, wo sie sich hochdiente zur Leichtmatrosin, bis die Kapitänin Passagiere von einem anderen Schiff übernahm, die sie wohl nicht hätte übernehmen sollen. Jedenfalls jagte sie eine alanfanische Schivonella und brachte sie als Piraten auf. Im Gegenzug zu ihrer Lebensgeschichte stellt Ako ein paar vorsichtige Fragen bezüglich, platt ausgedrückt, der Paarungsgewohnheiten des Capitans, aber Vecna kann sie beruhigen. Der Capitan ist zwar spitz wie Nachbars Lumpi, aber er ist sich seiner Schwäche nicht nur bewusst, er hat sie auch im Griff.
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 29.01.2020 13:12

Tag 16, spät nachmittags, Haus der Witwe Miranda, Sandalia, Santinera (Goldon)
"Es bleibt natürlich spannend, am Oberlauf soll eine neue Stadt entstehen. Das wäre aber wohl ziemlich nahe an den Stammesgebieten der Mohas wie auch Achaz. Glaubst du daran, dass sie genau unterscheiden können zwischen den guten Gonaralas, Macalintos und Salmorales Leuten und auf der anderen Seite den bösen Sklavenjäger, Schatzsucher und diversen anderen Eindringlingen? Ich verstehe warum die hiesigen hier keinen Kampf mit den Bewohnern des Dschungels provozieren wollen. Ihre Stärke hängt davon ab. Was passiert wenn der Grüne Hanfla abgefrühstückt ist? Was passiert wenn unter den Opfern jemand Prominentes ist? Was passiert sollte sich die Perle in ihrer Autorität untergaben fühlen? Was passiert sollten die Mohas mit Stahlwaffen beliefert werden oder den Achaz, der strategische Vorteil würde schwinden ... hmm", Goldon hätte nicht gedacht, dass dieser Ort doch eine gewisse interessante Brisanz aufweist, und sich gegen seine voreilig Einstellung hier in einem langweiligem Loch gelandet zu sein stellt.
"Ja, ich werde Don Orpheo wohl vertrösten müssen. Ich bleibe an ihm dran. Mich intressiert auch was dort tief im Dschungel vor sich geht", dann grinst er leicht, "oh, die Sklavinnen waren alle recht hübsch, gertenschlank und doch durchtrainiert, sehnig und sportlich, man erkennt ihre Kriegervergangenheit. Sie sind jetzt keine Lustsklaveninnen und fallen nicht wegen besonderer Schönheit oder Aura auf. Aber es wird auch kein Auge beleidigt."

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 29.01.2020 21:12

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Boronaya genießt den Tanz auch wenn Ribaldo kein geborener Tänzer ist und das geflirte von Palandrine ihr nur ein Kopfschütteln entlocken kann.
Das war ja schlimmer als unter den jüngsten Eleven.

Am Tisch aufgefordert zu erzählen, schüttelt sie nur sachte den Kopf. "Begabung ist das was zählt. Begabung in der Verwandlung des Lebenden. Und ich weiß nun wirklich nicht, ob der Schwerpunkt meiner Meisterin ein einfaches Tischthema ist." Ich könnte sie zur Demonstration in eine Schmeißfliege verwandeln.
"Was allerdings bei uns in Selem ganz interessant ist, ist die tatsache, dass wir dort mit den Echsen zusammenleben, ohne im Sumpf ermordet zu werden. Was zu sehr spannenden Gesprächen führen kann. Hast du dich schon einmal mit einem Achaz unterhalten?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 29.01.2020 22:35

Tag 16, spät nachmittags, Haus der Witwe Miranda, Sandalia, Santinera (Goldon)
Boroggio nickt etwas verlegen. „Ich verstehe.“ Er schaut zur Seite. „Vielleicht sollte ich sie mir einmal ansehen, was meinst Du?“ Er zieht den leeren Becher wieder heran und dreht ihn in den Fingern. „Das Land ist riesig, die Dschungel wahrhaft endlos. Bis es am Grünen Hanfla eng wird... wobei, ich kenne mich da auch nicht so aus. Aber ich glaube nicht, dass es die Eingeborenen sind, die schwer bewaffnete Sklavenjäger verschwinden lassen. Das übersteigt dann doch deren Möglichkeiten, und gerade Sklavenjäger kennen sich mit der Kampfesweise der Mohas zumeist gut aus. Vermute ich jedenfalls, oder? Du als Soldat....“ Die Gründlichkeit, mit der sie verschwinden – anscheinend hat es noch nie auch nur ein einziger Überlebender geschafft, vom Untergang seiner Jagdexpedition zu berichten – spricht für ein sehr methodisches Vorgehen. Sklavenjäger fahren oft zu zweit, haben Hornissen, in neuerer Zeit gar Revolverhornissen an Bord, und viele auch eine Magierin, die sich mit den Fähigkeiten der Eingeborenenschamanen auskennt. Wiederholt so kampfstarke Leute sang und klanglos einzukassieren ist schon eine Herausforderung. Und man tritt dabei natürlich wichtigen Leuten auf die Füße, denn die meisten professionellen Sklavenjäger haben Finanziers oder zumindest feste Abnehmer im Rücken, die es nicht erfreut, wenn eine Investition von ein paar zehntausend Dublonen einfach im Dschungel verschwindet. Aber offenbar geht das so seit einigen Jahren, und die ernsthafteren Spieler in dem Feld haben sich ebenso offenbar entschlossen, lieber woanders zu spielen, wo es nicht so einen Limbusstrudel gibt, der Schiffe einsaugt und nicht wieder ausspuckt.

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
„Achaz lassen sich in Mirham schlecht vermeiden.“ Palandrine schenkt sich nach und prostet dann dem Tisch zu. „Aber mein Fall sind sie nicht. Diese schwer deutbare Mimik, und sich sag nur, die fressen die Schwächsten aus ihrem Gelege auf, nein, igittigitt. Ganz abgesehen davon, dass sie keine Lust empfinden können, gar nicht rahjagefällig.“ Sie trinkt, zwinkert dann mit einem sonnigen Lächeln irgendwem an einem anderen Tisch zu und stellt den Becher ab. „Begegnet bin ich hier auch noch keinem, aber nach allem was ich gehört habe: Zum Glück.“ Sie beugt sich vor, was dem Mannsvolk einen guten Einblick bietet, der unwillkürlich auch wahrgenommen wird, bei Ribaldo verlegen errötend, bei Prospero eher belustigt. „Es soll hier auch Marus geben. Habt ihr schon welche gesehen, Magister?“ Prospero hebt amüsiert die Augenbrauen. „Es gibt hier so einige. Bisher bin ich nur wenigen begegnet, aber sie waren leider nie zu Gesprächen aufgelegt.“ „Und was habt ihr dann gemacht? Die sind doch groß und stark!“ Prospero zuckt mit einer Achsel und lächelt nur. „Ich hatte jedes Mal das Glück, mit einer hoch kompetenten Begleitung unterwegs zu sein.“
Die Musik beginnt wieder zu spielen, und prompt erscheint eine junge Frau am Tisch und hält Prospero die Hand hin wie eine Prinzessin, die eine Gunst gewährt. „Ich möchte tanzen, Magister! Wollt ihr mit mir tanzen?“ Sie wirkt wie eine der jungen Frauen von hier, in einer reich besticken, weissen Leinenbluse und einem Baumwollrock nicht unähnlich Boronayas oder der anderen jungen Frauen. Und doch irgendwie nicht. Aber ihr dunkles, beinahe tiefschwarzes, langes Haar glänzt seidig und ihre Bewegung sind grazil und spielerisch, auf eine mühelose Weise elegant. Sie hat Ausstrahlung. Prospero erhebt sich und deutet eine Verneigung an. „Mit dem allergrößten Vergnügen, Hoheit.“ Er entschuldigt sich und bietet der jungen Frau seinen Arm.
Palandrine schaut den beiden hinterher, beinahe beleidigt. „Wer is'n die? Hoheit? Hey, das ist meins!“ Aber sie ist zu langsam. Eine Katze hat den Fleischspiess von ihrem Teller geangelt und ist damit verschwunden. Maushaber lacht amüsiert. „Die Fleischspiesse waren vielleicht ein Fehler, glehrte Dame?“ Um ihren Tisch herum lungern ganz rein zufällig nicht weniger als drei Katzen, eine davon mit dem erbeuteten Fleischspiess, den sie genüsslich abknabbert. Palandrine fischt eine Frucht aus dem Korb und tut so, als ob sie damit nach der Diebin werfen wollte, unterlässt es aber und lacht. „Wahrscheinlich. Na ja, guten Appetit, Tiger, möge die Bessere gewinnen!“ Sie trinkt ihren Becher leer. „Dann will ich auch noch mal die Röcke fliegen lassen!“ Sie lacht, als Ribaldo sich unwillkürlich klein macht und näher an Boronaya heran rückt. „Ich komme wieder!“ Sie schaut sich nach einem geeigneten Opfer um, das würdig ist, sie zu bespaßen.

Tag 30, vormittags, Manana della Suerte (Capitan)
Inazuna hat ihre Sachen gepackt und wartet auf den Capitan in der Halle. Der kommt schon nach wenigen Augenblicken. „Und, konnte ich euch mein Angebot schmackhaft machen, Signorita?“ Inazuna ringt mit sich. Der Capitan hat was, auch wenn er sie irgendwie an Gabir erinnert. Und das Angebot ist wunderbar. Emilia ist eine herausfordernde Sparringspartnerin, und darüber hinaus ihr auch sympathisch. Und die Verlockung, für die Regenzeit endlich finanzielle Sicherheit zu haben ist groß. Sie verneigt sich. „Durchaus, Capitan. Aber ich muss erst mit meiner Partida reden.“ Also den beiden, die von ihr übrig sind. „Darf ich euch morgen Nachricht zukommen lassen?“ Der Capitan nickt. „Gewiss doch. Ich werde morgen oder übermorgen Santinera besuchen, ihr könnt in der Herberge Candelilla für mich Nachricht hinterlegen, wenn ich nicht dort sein sollte.“ Inazuna verneigt sich erneut. „So soll es geschehen.“
Vecna kommt pünktlich, zusammen mit Ako, und während letztere zum Gemüsegarten geht, um da nach dem Rechten zu sehen, paddelt Vecna mit ihnen zusammen zum Anleger. Die Conchita kommt ebenfalls pünktlich, und sie verabschieden sich. Als sie alleine auf dem Steg zurück bleiben kratzt sich Vecna am Kopf. „Meint ihr wirklich, wir brauchen sie?“ Der Capitan nickt. „Hab's im Urin.“ Er lacht und gibt Vecna einen Klaps. „Aber nun zurück an die Arbeit, junger Hüpfer. Wie macht sich die Truppe?“
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 30.01.2020 10:38

Tag 16, spät nachmittags, Haus der Witwe Miranda, Sandalia, Santinera (Goldon)
Goldon lauscht angenehm berieselt Boroggios Worten und zieht ein weiteres mal von seiner Pfeife. "Hm ... ich weiß nicht genau ... ich soll den Don ja nochmal besuchen und ihm mitteilen, dass wir den Kauf nicht sofort abschließen werden können, da wir auf eine Antwort der Administration warten müssen ... und dann tauchst du dort auf und willst die Mädchen nochmal sehen ... es könnte sein, dass es den Don verstimmt ... es sei denn er ... hat nichts dagegen neue Gesichter der Stadt kennenzulernen." Vor seinem geistigen Auge sieht er wie der junge Boroni den Mädels schöne Augen macht und sie ungeniert begrabscht. Er schüttelt leicht den Kopf, schließe nicht von dir auf andere! "Es könnte geschickter sein, nach Erhalt der Bewilligung ihn aufzusuchen und sich persönlich vorzustellen. Es würde mich wundern wenn Don Orpheo nicht zumindest adäquaten Ersatz hat, sollte unsere Vorauswahl zwischenzeitlich verkauft worden sein." Ein weiterer Zug an der Pfeife und der Rauschwall schwängert kurze Zeit danach die Luft. "Das Thema der Verschwundenen ist heikel. Niemand kam bisher zurück? Ich kann mir das nur schwer vorstellen, da ist System dahinter. Bestimmt gibt es Spione oder Informanten die solche Jäger melden, so dass der tiefe Dschungel in Alarmbereitschaft geht. Es müssten ja auch die ganzen Ortskundigen, Kundschafter, Schlepper, Paddler, die man normalerweise vor Ort hinzukauft, auch verschwunden sein. Wirklich merkwürdig ... die ganzen Investitionen ins Leere laufen zulassen ohne nachzuschauen, auch wenn das schon geschehen ist. Habt ihr Kontakte in die Universalakademie? Es wäre interessant herauszufinden welche Magier, die die al'anfanischen Sklavenjäger häufig begleiten, auch verschwunden sind und ob noch weiterhin nach ihnen gesucht wird? Einen Magier an den Dschungeleingeborenen zu verlieren ist bitter für jeden Auftraggeber, der wird von der Gilde gelöchert, da bin ich mir sicher. Hmm ... umso mehr man darüber nachdenkt, desto düsterer verklärt sich das Bild."
Vor seinem geistigen Augen tauchen menschliche Vermittler auf, die mit Achaz verhandeln, Stahlwaffen überbringen und gewisse Dienstleistungen und Schutz einfordern. Dann, aus diversen Blickwinkel, wie aus dem Hinterhalt eine Sklavenjägerbande aufgemischt und ausgelöscht wird.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 30.01.2020 12:03

Tag 16, früher Abend, Haus der Witwe Miranda, Sandalia, Santinera (Goldon)
Boroggio schaut aus dem Fenster in das beginnende Dunkel. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Salmoranez mit den Geschuppten zusammen arbeiten. Don Emile verabscheut sie, und ich glaube nicht, dass er mir etwas vorgespielt hat. Und ich glaube auch nicht, dass sich in Santinera jemand findet, der bei einem flussaufwärts fahrenden Sklavenjäger anheuert. Dafür ist deren Schicksal doch wohl zu bekannt, nicht wahr. Das wäre ja schön dumm. Aber wahrscheinlich kann man in den einschlägigen Kreisen in der Metropole da mehr drüber erfahren. Zur Magierakademie habe ich leider überhaupt keine Verbindungen.“ Boroggio ist ohnehin nicht besonders mit Verbindungen gesegnet. Aber ansonsten wäre ihm wohl auch eher in Al'Anfa ein Unfall passiert, anstatt dass man ihn hier seinen 'Hirngespinsten' über die Identität von Boron und V'sssar nachgehen lässt. Wie man wohl zuhause auf seinen Brief bezüglich des echsischen Welteroberungsplans reagiert? Und wie werden wohl seine eigenen Vorgesetzten darauf reagieren, dass er noch keinen eigenen Bericht geschickt hat? Bezüglich letzterem wahrscheinlich angefressen. Boroggios Gedanken sind offenbar zu den Sklavinnen zurückgekehrt. „Wenn sie über ein Jahr ausgebildet werden, dann kann er kaum so schnell neue bekommen, oder? Und dieser Don Orpheo macht mich neugierig. Ich denke, ich sollte selber einmal mit ihm reden. Ja. Genau. Mir selber einen Eindruck verschaffen. Ja. Ich kann Dir ja nicht die ganze Arbeit aufhalsen.“ Draußen klopft die Hauswirtin mit dem Löffel gegen die Pfanne, das Abendessen ist bereit.

Tag 30, vormittags, Manana della Suerte (Capitan)
Vecna sucht lachend Abstand. „Aua! Mit Tarito und den Jungs komme ich klar. Mit den Mädels muss sich erst noch einschleifen.“ Sie wird ernster. „Eure Vorahnung – hat das mit dem Haus zu tun, oder habt ihr euch in der Metropole Ärger angelacht?“ Der Capitan schüttelt den Kopf. „Ersteres. Habs ja schon mal gesagt. Das Haus ist zu wehrhaft gebaut. Ich bin ein altes Schlachtross, ich kann Ärger riechen. Scheint aber bisher nichts vorgefallen zu sein. Die Macalinto würden es ja wissen, wenn hier mal ein großer Aufstand passiert wäre.“ Vecna nickt nachdenklich. „Gräber hat es hier auch nicht.“ Der Capitan schüttelt den Kopf. „Stimmt. Wo Du es sagst. Kann eigentlich nicht sein. Ich kenne keine Mine, wo es keine Toten gibt. Und die ganzen Kanäle. Irgendwer stirbt immer am Fieber, wird von einer Schlange gebissen oder bekommt von einem netten Mitmenschen im Suff ein Messer zwischen die Rippen gesteckt. Ich sollte die Borongeweihte fragen, die wird es wissen. Sie werden kaum jeden nach Santinera geschleppt haben.“ Vecna nickt. Dann steigen sie wieder in ihr Kanu und paddeln – man gewöhnt sich dran, aber es ist doch ein ganzes Stück, und so machen sie an der ersten Schleuse eine kurze Rast, um sich die Beine zu vertreten, beziehungsweise kurz auszutreten. Es geht schneller, das kleine Kanu zu zweit nach oben zu tragen, anstatt die Schleuse zu bedienen, und als sie es wieder zu Wasser lassen, erfreut der Capitan Vecna durch ein Kompliment. „Heute morgen, das war übrigens gut.“ Vecna lacht. „Danke.“ Mit den Mädels wird das allerdings schwieriger. Ako war nur Leichtmatrosin, das heißt, Kongou, Lita und Lora konnten sie früher wahrscheinlich herumkommandieren. Jedenfalls ist das das, was sie aufgeschnappt hat. Und Mariella ist ohnehin ein eigenes Thema. Sie spricht es an. „Die Mariella ist keine einfache Matrosin, nicht wahr?“ „Doch. schon, aber Du hast Recht. Sie und Myra stammen aus gutem Haus. Aranierinnen. Sind Cousinen.“ „Ist das nicht da, wo die Frauen das Sagen haben? Klingt faszinierend.“ Sie kassiert den provozierten Klaps. „Das würde Dir so passen.“ „Man kann ja träumen.“ Sie lacht und reibt sich ihr Hinterteil, sich halb drehend, was ihm prompt gefällt. „Aber mit der werde ich schon fertig.“ Myra und Kongou sind beide ziemlich hübsch. Es schadet nicht, sein Interesse wach zu halten, und Lust hat sie auch gerade. Sie wirft dem Capitan einen aufreizenden Blick zu, und mehr ist nicht nötig.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 31.01.2020 18:53

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
"Nun man kann ja auch mit ihnen sprechen und nicht selten etwas lernen..." Man muss ja nicht mit ihnen schlafen auch wenn das in ihrem Kopf wohl gleichbedeutend mit reden ist.

Als sie dann wieder tanzt, schüttelt Boronaya den Kopf. "Aber jetzt auch von mir: Wer ist diese Hoheit?" fragt sie nach und richtet den Katzen einen Fleischspieß auf einem Tellerchen.
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Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 31.01.2020 20:33

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
„Wer? Sie?“ Maushaber ignoriert den ebenfalls neugierigen Blick Alpacinas und schaut kurz zu den Tanzenden. „Ich schätze, eine junge Frau aus der Gegend. Habe sie noch nie vorher gesehen.“ Die Lüge ist absolut offenkundig.
Boronayas Fleischopfer wird auf phexische Art gewürdigt: Eine der Katzen schnappt sich den Spieß und bringt sich damit blitzschnell in Sicherheit, bleibt aber in Blickweite. Ein paar glaubt Boronaya wieder zu erkennen, aber die wirklich große fehlt bisher.

Tag 30, spät vormittags, Manana della Suerte (Capitan)
Wieder beim Haupthaus schaut sie nach Hestia und hört von dieser, dass Ako zu Fuss direkt zum Zaun ist. Das passt – Hestia hat hier alles im Griff, und sie und Kongou reichen für die Arbeit vor Ort. Am Graben, wo Tarito selbst mit anpackt, ist schon ein gutes Stück geschafft, beim Zaun sieht es leider etwas anders aus. Ciro und Lora haben nach Süden gearbeitet und haben, obwohl Ako Cato erst eine gute Stunde später unterstützen konnte, deutlich weniger geschafft als diese. Vecna sieht sich zu Tadel veranlasst. „Haltet euch mehr ran. Sonst muss ich euch Beine machen.“ Ciro bringt gute Gründe, warum es so lange gedauert hat, aber Vecna lässt sich nicht beeindrucken. „Sag mir nicht, dass Du mit dem Haumesser nicht umgehen kannst, Ciro. Aber vielleicht hilfst Du lieber an den Gräben?“ Der erkennt die Windrichtung und stellt die Segel richtig, bevor Vecna unleidlich wird. „Nee, ist klar Boss. Waren halt ein paar schwierige Stellen.“ „Schon gut, aber glaub mir – es arbeitet sich auf einer Plantage deutlich angenehmer, wenn man einen intakten Schutzzaun im Rücken weiß und das Unterholz gelichtet ist. Bis zur Mittagspause seid ihr beiden so weit, wie Ako und Cato. Klaro?“ „Klar, Boss.“ Sie schaut auch zu Lora, die aber stumm bleibt und brav nickt.
An Taritos Leistung hat sie nichts auszusetzen, der hat seine Jungs im Griff und kann anpacken. Dieser Graben ist zwar ohnehin noch recht gut in Schuss, aber trotzdem ist die Arbeit mühselig. Sie geht in beide Richtungen den Zaun noch etwas weiter ab, um nach verdächtigen Spuren zu suchen, die Macalinto hatten ja sicher nicht ohne Grund bei jedem Trupp einen Bewaffneten. Grund zur Sorge findet sie nicht, allerdings scheucht sie ein paar Affen auf, die ein paar übersehene Bananenstauden gefunden haben, und es gelingt ihr, zwei zu erledigen. Sie ist froh, allein unterwegs zu sein, auch wenn Shiri sicher sehen wird, dass sie acht Pfeile gebraucht hat. Zwei weitere sind als Fehlschüsse irgendwohin in die Landschaft geflogen. Das Paddeln sitzt ihr wohl in den Armen, aber die Affen sind jung und werden gut schmecken. Sie nimmt sie aus und hängt sie an eine schnell gehauene Bambusstange. Beim Arbeitstrupp kommt das besser an als Lob, denn auch wenn die besten Stücke wohl auf dem Herrentisch landen werden, bedeutet es zumindest eine wahrnehmbare Fleischeinlage beim Abendessen.
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Chephren
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 01.02.2020 22:11

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Boronaya ist klug genug da nicht weiter nachzubohren. "Wie seid ihr eigentlich hier gelandet? Kennt ihr Prospero schon länger?" fragt sie stattdessen nach, während sie den Blick ein wenig über die potentiellen Tänzer gleiten lässt.
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Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 02.02.2020 02:00

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Maushaber lächelt. „Wie lange? Es dürften jetzt ungefähr elf Jahre sein. Die Zeit verfliegt.“ Alpacina überlegt kurz, dann lacht sie und holt aus ihrer Tasche einen Zeichenblock. Prosperos Tanzpartnerin fällt deutlich weniger auf als Palandrine in ihrem teuren und offenherzigen Seidenkostüm, sie wirkt wie hier zu Hause. Vor allem wirkt sie durch ihre Ausstrahlung, eher auf den zweiten Blick, wenn man so will, auch wenn das nicht wirklich die richtige Formulierung ist. Und sie zieht zwar Blicke auf sich, aber es bleibt auch keiner mit offenem Mund stehen.
Aber bevor Boronaya sich allzuviele Gedanken machen kann, wird sie auch schon wieder von einem jungen Mann aufgefordert, der angesichts der Tatsache, dass sein Vorgänger nicht in einen Kürbis verwandelt wurde, auch seinen Mut gefunden hat, sie aufzufordern. „Wenn ich um den nächsten Tanz bitten darf Sig... ich meine natürlich, Gelehrte Dame?“ Er lächelt unbeholfen und verneigt sich. Er scheint wohl einfach mit ihr tanzen zu wollen, diesmal ist es wohl keine Mutprobe.

Tag 30, spät vormittags, Manana della Suerte (Capitan)
Die Affen kommen auch in der Küche gut an, obwohl sie zusätzliche Arbeit bedeuten. Aber es gibt etwas anderes, was ihr sofort auffällt, als ihr Myra die Affen abnimmt und an Shiri weitergibt, während Mariella ihr sagt, wie sie sie zerlegen soll und das Myra danach weiter die Kartoffelnschälen soll, während sie selber sich um die Suppe kümmert. Vecna zögert, einmal, weil es eigentlich reibungslos läuft, aber vor allem, weil sie damit Shiris Autorität untergräbt. Aber es muss sein, sonst ist in wenigen Tagen Shiri die Hilfsköchin. „Mari, ich habe es deutlich gesagt. Shiri gibt hier die Anweisungen.“ „Vecci, ich...“ Sie würgt Shiris schüchternen Protest mit einer Handbewegung ab und fixiert Marielle. „Ich sehe schon, dass Du aus einem großen Haushalt kommst. Du weißt, wie das alles laufen muss, Mari. Aber Shiri weiß das auch, und sie ist die Haushälterin, nicht Du. Nichts für ungut, aber die Einteilung übernimmt Shiri. In jeder Küche gibt’s nur eine die bestimmt. Ich hab das jetzt zum zweiten Mal gesagt, beim dritten Mal werde ich dem mit dem Riemen Nachdruck verleihen.“ Sie mustert die Gesichter. Shiri ist unglücklich, Myra hält sich lobenswerterweise raus, Mariella versucht sich zu verteidigen, sie habe doch gar nicht... Vecna hebt erneut die Hand. „Glaube ich dir alles, Mariella. Du hast wohl länger Sklaven gehabt und warst selber keine. Tut mir leid, dass Du derzeit eine bist. Shiri ist die Haushälterin. Sie teilt ein. Du würdest das vielleicht nicht schlechter machen, besser aber auch nicht, und es ist nicht Deine Aufgabe. Und jetzt, zurück an die Arbeit.“ Sie erntet folgsames Nicken. Es gibt ein kurzes Zögern, als Mariella unwillkürlich wieder einteilen will, und Shiri unwillkürlich wieder drauf wartet, dass man ihr sagt, was sie tun soll, obwohl sie das selber weiß, dann reißt sie sich am Riemen und verteilt selbst die Aufgaben. Vecna atmet durch und verzieht sich mit einem Kopfnicken, seltsam unzufrieden mit sich. Eigentlich ist das ein Kampf, den Shiri selber führen müßte. Man muss sich nun mal behaupten. Und Mariella mit ihrer guten Erziehung wäre vielleicht sogar besser geeignet. Aber Shiri kann das auch, und Shiri ist ihre Cousine, nicht Mariella.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 02.02.2020 19:00

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Sie schmunzelt. "Dann müsst ihr ihn wahrscheinlich besser kennen als er selbst." Dem jungen Mann nickt sie lächelnd zu. "Natürlich Signor. Auf einen Tanz lasse ich mich gerne entführen. Und macht auch genau das als sie sich auf die Tanzfläche führen lässt.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 02.02.2020 20:10

Tag 18 - Erntedankfest, abends, Platz vor Gueans Weinstube, Santinera (Boronaya)
Der junge Mann tanzt annehmbar. Besser als Ribaldo, bei weitem nicht so gut wie Prospero, aber mit Ribaldo machte es trotzdem mehr Spaß als diesem Jungspund, weil dieser sie schon sehr 'vorsichtig' festhält. Als sie zurück kommen, hat Ribaldo auch prompt seine Füße erholt, und auch Siana wurde von einem älteren Herrn aufgefordert. Einmal wirbelt Prospero mit seiner Partnerin an ihnen beiden vorbei, und ihr irgendwie faszinierender Duft von Moschus und Sandelholz steigt ihr in die Nase, bewirkt bei ihr rahjagefällige Gedanken, und offensichtlich nicht nur bei ihr. Ribaldos eigentlich auf ihrer Hüfte liegende Hand rutscht etwas tiefer, und auch das eine oder andere Paar scheint sich näher zu kommen. Palandrine schleppt sogar einen jungen Mann direkt von der Tanzfläche ins Dunkel ab, offensichtlich allerbester Laune und ganz im hier und jetzt.
Als der Tanz vorbei ist, und Ribaldo sie beinahe träumerisch zum Tisch zurück führt, taucht prompt Diederich auf, macht eine perfekte Verbeugung, lächelt so einnehmend wie selbstbewusst, und bittet sie, Fortschreitter kollegial voller herablassender Freundlichkeit begrüssend, um den nächsten Tanz. Man muss es ihm lassen – das hat er wirklich gut raus. Andere werden unhöflich, er kann mit perfekten Manieren gemein sein.

Tag 30, früh nachmittags, Manana della Suerte (Capitan)
Bei der Siesta, die sie zusammen im Schatten auf der Dachgalerie verbringen, spricht Shiri sie dann auch auf den Vorfall an. „War das denn wirklich so wichtig?“ Vecna nickt. „Ja, das ist es. Im Haus gibt es nur eine Haushälterin, und wenn Du dich Mariella unterordnest, dann bist Du auf einmal die Küchenhilfe und sie die Haushälterin.“ Shiri wird rot. „Das steht doch gar nicht zur....“ „Doch, tut es. Glaub mir. Du musst dich mehr behaupten.“ Shiri wird noch röter. „Ich kann das nicht so wie Du.“ „Dann lerne es. Du kannst die Küche und den Haushalt wunderbar führen, das weiß ich doch. Auch für so viele Leute. Du brauchst keine, die dir das vorkaut.“ Shiri schaut zur Seite, nickt aber. „Ja, schon.“ Sie zögert. „Du hast ja Recht.“ Vecna verpasst ihr, da sie gerade passend steht, einen Klaps. „Natürlich hab ich das.“ Shiri quietscht. „Fang Du nicht auch noch an wie der Capitan.“ „Wann hat der Dir den zuletzt einen Klaps verpasst?“ Shiri muss zugeben, dass das länger her ist. Eigentlich fände sie es ganz lustig, wenn er es täte, aber andererseits ist sie auch froh, dass er sich nicht einfach Freiheiten herausnimmt, wie er es bei Vecna tut. Immerhin hat das mit dem Essen heute deutlich besser geklappt als gestern Abend. Sie dreht sich um und lehnt sich gegen die Brüstung. „Wie läuft es bei Dir?“ Vecna zieht eine Grimasse. „Geht so. Es ist extrem viel zu tun. Die Plantage ist ja riesig. Also zumindest groß. Und es kommt der Moment, wo ich das erste Mal hinlangen muss, denn jetzt bin ich ja doch irgendwie Oberaufseherin geworden. Was eine gute Sache ist.“ „Ist wer aufsässig?“ Vecna schüttelt den Kopf. „Nicht wirklich. Also Rumo, klar, aber das kenne ich ja schon. Der mault, macht aber trotzdem seine Arbeit, solange man ihn alleine vor sich hin fummeln lässt. Mariella und Kongou könnten ein Problem sein, und Ako kann ich einfach noch nicht einschätzen.“ „Mariella ist nett.“ Vecna seufzt. „Darum dreht es sich doch nicht.“ Sie stützt sich mit den Ellbogen auf die Brüstung und schaut auf die Landschaft hinaus. „Mariella hat eine gute Erziehung, eine deutlich bessere als wir, und kann einteilen. Die kann richtig lesen und schreiben und so. Ich will sie echt nicht schikanieren, aber ich hab auch nicht vor zuzusehen, wie sie uns in vier Wochen vor die Nase gesetzt wird.“ Shiri kichert. „Schmeißt Du dich deswegen so an den Capitan ran?“ Vecna macht Pfft! „Ach was, ranschmeissen. Mir macht das Spaß. Und nur weil ich mich bereitwillig bücke, würde das alte Schlachtross mich nicht auf einer Position belassen, die ich nicht ausfülle, da kannst Du drauf wetten.“ Shiri wird rot. „Wir müssen unseren Job gut machen, Shiri. Das ist kein Selbstläufer.“ Shiri seufzt. „Wem sagst Du das? Für eine ganze Plantage kochen bin ich echt nicht gewohnt.“ Sie revanchiert sich mit einem festen Klaps. Aber wir werden das schon schaffen.“
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