DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Gefährliche Abenteuer, spannende Kämpfe und fremde Länder warten auf Dich.
Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 14.01.2020 09:01

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten (Boronaya)
Prospero küsst sie auf den Mund, während seine Hände sich beschäftigen, dann hebt er sie mühelos hoch und Rahja schenkt ihnen Leidenschaft. Boronaya kann nur grob schätzen, wieviel Zeit vergeht, aber als sie schließlich träumerisch im Gras liegt, kommt sie sich wahrhaft beglückt vor, und es bedarf eines festen Klapses, um wieder ins Hier und jetzt zurück zu kehren. Es war einfach wunderbar. Prospero beugt sich über sie, und sie dreht sich um und lässt sich küssen und dann aufhelfen. Ihr Körper meldet zaghaft, dass ein paar weitere Klapse eigentlich ganz lustig wären, aber vor allem, dass er jetzt Hunger hat, und ihre Augen sich sicher sind, vor kurzem eine Flasche Bosperanjer gesehen zu haben.

Tag 27, spät morgens im Kriegshafen, Al'Anfa (Capitan)
Der Capitan mustert die Gruppe, von denen sich einige erst jetzt wiedersehen. Oder auch feststellen, das Gesichter fehlen, auf die man gehofft hat, als man die ersten bekannten erblickte. Dann klatscht er in die Hände. „Alle mal herhören. Mein Name ist Jorge Bartholomeus Morrigan, euer neuer Herr und Gebieter! Also genauer gesagt, meine Nichte Emilia. Ich weiß, das viel in euren Köpfen vorgeht. Kein Problem. Aber ihr werdet jetzt fünf Minuten lang die Klappe halten und mir zuhören! Verstanden?“ Er erntet ein allgemeines Jawohl. „Wir marschieren jetzt alle zum Flusshafen, dort geht es an Bord eines ochsengetriebenen Seelenverkäufers flussaufwärts. Zeit euch vernünftig zu waschen und miteinander zu schwatzen werdet ihr genug haben. Ihr werdet euch vielleicht, wie Freund Ciro oder die hübsche Kongou, fragen: Nur der? Ohne Wachen renne ich ihm einfach davon!“ Die beiden sehen tatsächlich ertappt drein, auch etwas verwundert, dass er bereits ihre Namen im Gedächtnis hat. „Hier in Al'Anfa wäre das eine schlechte Idee. Denn erstens habe ich eine Wache, und der wollt ihr nicht davon rennen. Zweitens würdet ihr mit eurem Ring um den Hals genau wieder hier landen, und noch dazu ein Brandzeichen bekommen. Muss nicht sein, wollt ihr nicht. Denkt nach, Jungs und Mädels! Aber natürlich könntet ihr später wegrennen. In den Dschungel. Dort frei wie ein Vogel leben. Weiß einer von euch, wie es Leuten ergeht, die auf einer einsamen Insel ausgesetzt werden? Tarito?“ Der große Kerl nickt langsam. „Verrecken. Geht ganz schnell.“ Er fügt ein. „Capitan“ hinzu. Morrigan nickt. „Genau so isses. Und nun, auch wenn das immer nur Menschenschinder sagen: Heute ist euer Glückstag! Arbeitet hart, dann lebt ihr gut. Das wars. In Zweierreihe angetreten und ohne Tritt Marsch!“ Objektiv gibt es keinen Grund, warum diese Rede einschlagen sollte, aber der Capitan spürt, er hat sie. Eine Mannschaft formen kann er, und was sind die Bewohner einer Plantage anderes als eine Mannschaft? „Jawohl, Capitan!“ Tarito sortiert die Bande, wie er sieht. Er hat seinen Vorarbeiter.
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 14.01.2020 14:31

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
"Ein Drache ..." Goldon lacht, "kann ich mir nicht vorstellen. Wer weiß welche Völker dort leben und ob auf ihrem Speiseplan Mensch steht."
Ich muss Boroggio nochmal fragen, was damals seine Schwester von dort berichtete, er hatte es mir erzählt aber es ist eine weile her und so ganz bekomme ich es nicht mehr zusammen
"Was erzählten denn die zurückgekehrten Schatzsucher? Oder hat man ihnen die Zunge entfernt? Meine Neugier ist geweckt ... ach, ihr handelt mit den Eingeborenen selbst, ein schlauer Zug, aber wahrscheinlich zu anfangs sehr mühsam, kann ich mir vorstellen. Ware aus erster Hand von diesen Fremden zu kaufen erfordert Fingerspitzengefühl. Sie handeln wohl weniger mit Münzen, oder? Wie kann ich mir den handeln mit ihnen vorstellen? Was begehren sie? Werkzeuge? Waffen? Wahrscheinlich Stahl ... vermute ich", nimmt er den Geprächsfaden auf um später dann auf Boroggios Wünsche einzugehen. "Ich fände eine Frau für ihn gut, ihm wird es relativ egal sein", er grinst leicht, die Boronis auf dem Silberberg hatten meist einen anderen Geschmack wie die die er außerhalb der Perle traf, "sie soll den Haushalt führen können. Wisst ihr, euer Gnaden ist noch jung, und somit wird ihm die Kirche keine Sonderwünsche erlauben, aber sollte ihr jemandes in petto haben die oder der besonders gut passt, wer weiß. Ich würde dann einfach nochmal Rücksprache halten wollen." Er stößt ein weiteres mal mit ihm an.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 14.01.2020 17:26

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
Don Orpheo reagiert eher amüsiert als verschlossen auf das unverblümte Ausfragen. „Die Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich, aber Glasperlen braucht man gar nicht erst anbieten. Die Basis für das Geschäft ist gegenseitiges Vertrauen. Bleichhäute haben es besonders schwer. “ Er zwinkert, dann wendet er den Kopf. „Kleine, sag Rondrigo Bescheid, er soll Rubena, Salicia, Tembo und Corada herschicken.“ Sie wiederholt die Namen, verneigt sich und verschwindet.
Don Orpheo wendet sich Goldons anderer Frage zu. „Ach, was man so hört. Wilde mit Blasrohren und Speeren, Schamanenflüche, Seeungeheuer, giftige Nebel, natürlich auch das Yak Hai“, er macht das Zeichen gehen den Bösen Einfluss und berührt ein Jaguaramulett aus schwarzer Jade, das um seinen Hals hängt, „und natürlich blutgierige, nackt kämpfende Eingeborenenamazonen – sowas darf nie fehlen. Aber ich schätze, die meisten sind ganz unspektakulär am Fieber und an Kamaluqs Rache gestorben.“
Nach wenigen Minuten kommt die Ausgeschickte wieder, jetzt mit einer Reitgerte bewaffnet, gefolgt von vier Sklaven, die allenfalls siebzehn oder achtzehn Sommer zählen mögen, drei Mädchen und ein Junge. Es sind allesamt Mohas, feingliedrig aber kräftig. Bekleidet sind sie nur mit einem Lendenschurz, den sie zudem beim Eintreten ohne weitere Aufforderung ablegen, bevor sie sich vor der Schiebetür zum Hof auf einer unsichtbaren Linie aufstellen, den Kopf leicht gesenkt, den Blick auf den Boden gerichtet, die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Die Mädchen haben schnell gesteckte Frisuren mit je einer Blüte, die es leicht macht, sie ohne Rückgriff auf anatomische Eigenheiten zu unterschieden. Auf ein Nicken Don Orpheos hin deutet die Reitgerte auf die erste, ohne sie zu berühren. „Rubena. Sie kann Addieren und Subtrahieren. Salicia ist klug. Oder sagen wir: schlau. Aber sie macht keine Dummheiten.“ Und die mit den größten Möpsen ist sie auch. „Tembo ist geschickt mit den Händen und hat eine gute Zunge, er wäre ein guter Koch. Und schließlich Corada. Sie hat ein gutes Gedächtnis und ist schon von Natur aus fleißig.“ Alle vier reagieren nicht auf die Anpreisung. Das ist guter Schliff, die könnte er ohne Probleme auch in bessere Kreise der Hauptstadt verkaufen. „Alle vier können einen kleinen Haushalt führen und verstehen genug Brabaci, um Befehle zu verstehen oder auf dem Markt einfache Besorgungen zu erledigen. Sie sind fügsam und willig.“ Und gesund sehen sie auch aus.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 14.01.2020 21:24

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten (Boronaya)
Sie gneißet die Zeit und muss bei dem Klaps Schmunzeln. "Bei Rahja. Ihr bringt die unanständigsten Seiten in mir zum Vorschein. Wenn ihr das so weitermacht müsst ihr mich bald übers Knie legen..." meint sie scherzhaft und versucht die Flasche auszumachen. "Ihr habt nicht durch Zufall auch noch etwas zu essen beim Bopsaranjer versteckt?"
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 15.01.2020 08:29

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten (Boronaya)
Wie nicht anders zu erwarten, setzt es einen weiteren, etwas festeren Klaps, und ihr Körper entscheidet, dass das mit dem Essen und Trinken noch etwas warten kann. „Gibt etwas verlockenderes, als die Erziehung einer derart schönen jungen Collega zu verbessern?“ Prospero lacht, und kurz danach liegt sie tatsächlich über seinen Knien.“Erzeihungsanstrengungen soll man vor dem Essen erledigen, nicht wahr?“ Es bleibt natürlich nicht beim Disziplinarischen, wenn man das überhaupt so nennen will, und anschließend ist Boronaya auf eine so glückliche Art erschöpft, dass sie sich im Gras drapiert, sich bewundern und vor allem bedienen lässt. Er hat tatsächlich auch etwas zu beißen dabei. Den Bosperanier reicht er ihr in einer fein gedrechselten Holzschale, dazu gibt es aus einem Körbchen Nüsse und Zuckerwerk, das sie im Moment weniger reizt, aber dafür von den sich zwitschernd um sie sammelnden Feen geplündert wird, die ebenfalls mit Bosperanier bedient werden. Boronayas Gaumen lockt derweil eher etwas rezenteres, obwohl sie ein Abendessen bei Sneora Ponches hinter sich hat, und Prospero hat drei in Blätter gewickelte gefüllte Teigtaschen dabei, die innen immerhin noch ein wenig warm sind und jetzt wunderbar solide schmecken. Sie stoßen zusammen die Schalen an, zu siebt ein beinahe an Ballett anmutendes Unterfangen, und Prospero hebt dann sein Trinkgefäß. „Zum Wohle!“ Sie trinken, dann weist er in die Runde. „Und wenn ich jetzt vorstellen darf, auch wenn es vielleicht ein wenig verspätet kommt: die hellhaarige Kaidi, die sanfte Sakura, die zarte Kaba, die dunkle Sugizai und schließlich die flinke Itazurana.“ Er deutet nacheinander auf die das mit einer Geste bestätigenden Feen, wobei die letzte ihr Bosperanjerschale gerade in einem Zug geleert hat, einmal verlegen rülpst und sie nun fordernd mit beiden Händen zum nachfüllen hinhält. Prospero schüttelt lachend den Kopf. „Meine Liebe, wenn ihr euch nicht auf eure Manieren besinnt, werde ich euch ebenfalls übers Knie legen!“ Der Abschreckungseffekt ist erwartungsgemäß genau Null, waren sie doch gerade erst Zeuge solcher Anstrengungen. Der Sinn der fröhlich gezwitscherten Antwort lautet daher auch: „Versuchs doch!

Tag 27, spät morgens im Kriegshafen, Al'Anfa (Capitan)
Er führt den Trupp durch die Gassen, und vielleicht, weil er so ein begnadeter Redner ist, vielleicht, weil die Frauen allesamt auf ihn fliegen, aber vielleicht auch nur, weil sie ansonsten ihre gerade wieder getroffenen Kameraden im Stich lassen würden, jedenfalls folgen sie ihm. Nach hundert Schritt wendet der Capitan den Kopf. „Tarito ein Lied! Kennst Du, Zu Grünen Auen?“ „Jawohl Capitan!“ Singen hilft gegen das Denken und Grübeln. Es sind alles Seeleute, und daher bringen sie ganz gutes Volumen. Der Capitan wartet die erste Strophe ab, denn sucht er mit den Augen Ako. „Ako, zu mir nach vorne! Hopp!“ Sie fliegt. „Im Hafen gibt es Gelegenheit sich zu Waschen. Die Frauen zuerst. Es stehen da zwei Kisten mit neuen Klamotten. Du übernimmst die Verteilung. Ich will keinen Streit.Verstanden?“ „Verstanden Herr.“ Dank ihrer Herkunft schafft sie es, sich im Laufen zu verbeugen. „Gut. Weitermachen.“ Sie teleportiert zurück ins Glied und beginnt mit der Kommunikation.
Die Verladestation im Hafen könnte auch für Vieh genutzt werden, und sie wird es öfters auch. Für sein mageres Dutzend braucht er keinen der großen Pferche, aber der Kleine, den er gemietet hat, hat alles bereit gestellt, wie er es geordert hat. Zwei Wäschezuber mit dem, was hier in Al'Anfa als sauberes Wasser durchgeht. Ein halbes Dutzend Wurzelbürsten, zwei grobe Kämme. In den Kisten frische Tuniken und Hosen sowie einfache Sandalen. Wird nicht alles passen, aber ist besser als das, was sie anhaben. Ein paar einfache Halstücher und ebenso einfache Strohhüte, samt und sonders billige Manufakturware. Das alles ist hier deutlich billiger als in Santinera. Privatsphäre gibt es im Verladepferch nicht, im Gegenteil, aber das lässt sich improvisieren. „Tarito, Mauer bilden! Ihr seht die Mädels noch oft genug, Schirmt sie ab!“ Er nickt. „Jawohl, Capitan!“ Es ist nur eine Kleinigkeit, aber es gibt so kein Gedränge, die Männer tun 'was Nützliches' und die Frauen sind tatsächlich dankbar. Ako macht ihre Sache gut, wie er sieht, und als nach einer guten Stunde ihr Schiff anlegt, das sie bis Apestos Capestosos bringen wird, sieht die Truppe schon deutlich besser aus. Er belegt ein gutes Drittel des Zweiochsers und ist der einzige, der eine Schar Sklaven dabei hat. Ein paar Glücksritter, ansonsten eher wohlhabende Fanas, die ihre Verwandten auf Plantagen besuchen.
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 15.01.2020 10:11

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
Goldon mustert die Sklaven. "Darf ich?" er gibt zu verstehen, dass er sie mal näher betrachten möchte. Er tritt näher und betrachtet alle näher, ohne dabei sie zu berühren oder wie auf dem Viehmarkt üblich die Zähne zu prüfen. Er fragt sich, wer von ihnen auch auf dem zweiten Blick die hübscheste ist, nur große Mopse überzeugen ihn nicht, obwohl es bei vielen Kunden kein besseres Verkaufsargument gab als ein schöner praller Busen. "Was für Preise ruft ihr auf?"

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 15.01.2020 12:18

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
Don Orpheo nickt. „Aber natürlich. Tut euch keinen Zwang an. Salicia kostet 250 Dublonen, Rubena und Corada je 220, Tembo 200.“ Junge, weibliche Sklaven kosten immer mehr, da man mit ihnen mehr Sklaven produzieren kann. Die Preise sind angemessen, eigentlich sogar günstig. Für fertig ausgebildete Haussklaven, was er anscheinend vor sich hat, ruft man in Al'Anfa normalerweise Preise um 300 auf, und das sind dann meistens schon etwas ältere, jenseits der dreißig. Viel wird er hier nicht handeln können – zu dem Preis kaufen ihm Al'Anfaner Sklavenhändler die jungen Leute mit Kusshand ab, und das weiß er sicher auch. Ein Rabatt für die Ehre, der Boronkirche zu Diensten sein, ist da schon drin.
Wer wirklich die Hübscheste ist, lässt sich kaum sagen, wenn man den Brustumfang nicht als Kriterium nimmt. Und auch Salicia ist nach Alanfaner Maßstäben nicht wirklich üppig – reinrassige Mohas neigen nun einmal nicht zu schwerer Buglastigkeit. Sie sind aber alle rank, schlank und gut gebaut, haben dichtes, schönes Haar und dunkel- bis hellbraune Augen. Wenige Schwielen an den Händen, eher Kämpfer als Handwerkerhände, und ausgeprägte Hornhaut an den Füssen. Tembo und Corada haben jeweils eine gut verheilte Speerwunde an der Hüfte beziehungsweise dem Oberschenkel, aber sie scheint komplett verheilt zu sein und sie nicht zu beenträchtigen. Salicia atmet etwas flacher, als er hinter ihr steht, vermeidet aber eine anderweitige Reaktion, so dass er nicht sagen kann, warum. Sie hat sicher die stärkste Ausstrahlung, und ihr angenehmer Körpergeruch ist verlockend. Corada wirkt auf ihn wie die gefügigste. „Lächelt den Kunden einmal freundlich an, Mädchen.“ Don Orpheo schnippst mit den Fingern, und alle drei präsentieren perfekte, helle Zähne. Das Lächeln ist gut aufgesetzt, aber natürlich kommt es nicht von Herzen und wirkt etwas steif.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 15.01.2020 17:20

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten (Boronaya)
Die Frage der Disziplin ist geklärt, wenn auch mehr zu ihrer Zufriedenheit. Und sich schlussendlich einfach fallen lassen zu können ist schön.
Als er ihr dann die Feen vorstellt nickt sie ihnen freundlich zu und stellt auch sich selber noch einmal als "Boronaya" vor und muss dann bei dem Wortgefecht herzlich lachen. Das Essen und alles hier hat ihr gut getan und sie fühlt sich fast wie ein neuer Mensch.
"Ich glaube an der Bedrohlichkeit müssen wir arbeiten," meint sie dann auch schelmisch.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 15.01.2020 18:19

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten (Boronaya)
Prospero lacht, „In der Tat.“ Er gießt allen Damen noch einmal nach, dann ist die Flasche allerdings auch schon leer. Die platinblonde Itazurana hat auch ihre zweite Schale auf Ex geleert, gähnt dann einmal mit vorgehaltener Hand und kippt anschließend einfach seufzend nach hinten. Gleich darauf beginnt sie zu schnarchen, zum Amüsement ihrer Kameradinnen. Diese sprechen dem Bosperanjier vorsichtiger zu, aber auch bei ihnen tut er seine Wirkung. Allerdings werden diese nun lustig anstatt müde. Sugizai bedankt sich höflich für die Einladung, woraufhin sich ihre drei noch wachen Kameradinnen anschließen, und dann fliegen sie in den Nachthimmel und umschwirren die Krone der Zypresse, augenscheinlich Fangen spielend. Prospero sieht ihnen kurz lächelnd hinterher, dann breitet er die eigentlich fürs Picknick als Unterlage genutzte Decke als Zudecke über die schnarchende Itazurana und streckt sich. „Nun...wie weit seid ihr mit unserer entzückenden kleinen Unruhestifterin, Palandrine? Sie schlägt doch ein wenig über die Stränge.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 15.01.2020 21:35

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten (Boronaya)
"Ich muss zugeben, dass meine Zeit etwas... angespannt war. Aber ich habe Unterstützung und werde mit ihr sprechen. Übermorgen. Hoffetnlich endgültig," meint sie und schaut auf ihre Hände. "Die beiden legen es wirklich auf einen Konflikt an..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 16.01.2020 10:08

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten (Boronaya)
"Ich denke, sie sehen das nicht als Konflikt, sondern denken, sie nehmen sich einfach, was ihnen zusteht, weil sie bisher fast immer damit durchgekommen sind. Ein schlechtes Gewissen habe ich bei beiden bisher nicht verspürt." Prospero lacht, aber Boronaya hat auch ein wenig das Gefühl, dass er sie natürlich am Ergebnis messen wird, ob und wie sie es schafft, mit Palandrine fertig zu werden. Aber er sagt nichts dergleichen, sondern genießt nur ihren Anblick. „Ihr ihre Grenzen aufzuzeigen ist eigentlich ein Gefallen für sie.“ Er schaut in den Himmel, wo in gut zehn Schritt Höhe immer noch die Feen Haschmich spielen. „Wollen wir uns noch etwas ausruhen, oder zieht ihr es vor, das Misstrauen eurer Hauswirtin nicht durch eine zu lange Abwesenheit zu befeuern?“ Er zwinkert ihr zu.
Hier in der Blumenwiese, die völlig frei von lästigen Krabbelviechern und Mücken ist, liegt es sich deutlich angenehmer als auf ihrem Strohsack in der stickigen kleinen Kammer, von der Luft gar nicht erst zu reden.

Tag 27, mittags im Flusshafen, Al'Anfa (Capitan)
Als das Schiff ablegt, taucht rechtzeitig auch Inazuna aus dem Schatten auf, und während auf den Gesichtern der meisten ein ungläubiges 'Die da soll die furchterregende Wache sein? Wohl ein Scherz, wie!' zu lesen ist, wissen Ako und Kongou, die selber aus Thalusien stammen, sichtlich ganz genau, wen bzw. was sie da vor sich haben. Umgekehrt ist sich der Capitan nun großteils sicher, wen er da eingekauft hat. Das sind alles einfache Matrosen. Keine Piraten. Aber so ist die Welt. Und Emilia wird wahrscheinlich besser mit ihnen zurecht kommen als mit echten Feldsklaven. Eine Unwägbarkeit bleibt, und er winkt Mariella heran, und als Myra sichtlich mitkommen will, sich aber nicht traut, duldet er es mit einem Kopfnicken. Er mustert die beiden und zwingt sich, die Augen von Myras durchaus sehenswerter und sich durch die etwas eng sitzende Tunika klar abzeichnende Oberweite zu lassen. So locker er das sonst nimmt, jetzt gerade empfindet er es als unangebracht. Er winkt Mariella näher heran. „Gib mir deine Hände. Mariella.“ Die gehorcht zögernd, schon ahnend, was kommt. Sein Verdacht erhärtet sich. „Also. Wenn Du eine einfache Matrosin wärst, dann hättest Du mehr, aber dafür gut verheilte Schwielen. Du wärst Mari und nicht Mariella. Und die Frisur, die Du dir gemacht hast. Hübsch, aber an Deck eines Schiffes eher unpraktisch... Also, wer bist Du?“ Mariella und Myra werden verlegen.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 16.01.2020 14:46

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten (Boronaya)
"Ja, wobei das ihr Handeln nicht entschuldigt... Ihres so wenig wie seines." Sie folgt seinem Blick nach oben. "Ich glaube ich würde gerne zurückkehren, wenn ich erhlich bin. Der Tag morgen wird wieder lang werden. Auch wenn es mich schmerzt euch und den Garten zu verlassen..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 16.01.2020 16:01

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten → Herberge Arangenbäume (Boronaya)
Prospero nickt und erhebt sich. „Erlaubt mir, euch nach Hause zu begleiten.“ Sie ziehen sich an, und machen sich auf den Heimweg. Erst, als sie schon beinahe den Platz der Helden erreicht haben, fällt Boronaya siedend heiss ein, dass sie Prospero eigentlich nach dem Artefakt aus dem Sumpf fragen wollte, über das Ribaldo ihr aufgrund seines Verschwiegenheitsversprechens keine näheren Auskünfte erteilen durfte.
Zuletzt geändert von Jadoran am 16.01.2020 18:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 16.01.2020 16:24

Tag 17, spät abends, Saribalds Zaubergarten → Herberge Arangenblüte (Boronaya)
"Natürlich." Auf dem Weg nach Hause hängt sie sich bei ihm ein. "Seid ihr eigentlich mit dem Artefakt schon weitergekommen, das ihr aus dem Sumpf geholt habt?" fragt sie auf halbem Wege.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 16.01.2020 18:20

Tag 17, sehr spät abends, Platz der Helden, Sandalia, Santinera(Boronaya)
Prospero schmunzelt. „Dem Preis unserer vereinten Anstrengungen von gestern? Nun, weiter... sagen wir mal: Wir haben festgestellt, dass es mit einem einfachen Analys nicht getan ist. Ich mache euch einen Vorschlag, verehrte Collega. Wir tauschen uns übermorgen bei einem guten Wein über die Ergebnisse unserer jeweiligen Anstrengungen aus, wie wäre es?“ Er zwinkert.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 16.01.2020 20:28

Tag 17, sehr spät abends, Platz der Helden, Sandalia, Santinera(Boronaya)
"Das klingt gerecht. Und ich glaube wir könnten es beide schlechter treffen," meint sie ebenfalls schmunzelnd.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.01.2020 09:14

Tag 17, Spät Abends, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
„Dann machen wir das so!“ Prospero lacht und liefert sie vor der Herberge ab. Glücklicherweise ist hinten noch auf, und sie kann in ihre Kammer schlüpfen, bekommt aber Besuch von Tonarev und Makita, noch bevor sie sich fürs Bett fertig machen kann. „Das war aber ein langer Spaziergang. Erzählen!“

Tag 27, nachmittags auf dem Hanfla, nördlich Al'Anfa (Capitan)
Der Capitan hört sich die nach und nach herauskommende Geschichte an. Es passt. Sowas kommt durchaus vor. Von ihren Manieren her, und vor allem, weil sie nicht vorgeben, es würde irgendjemand Lösegeld für sie zahlen. „Cousinen also. Abenteuer. Nun, es muss jeder mit seinen Entscheidungen und deren Folgen leben.“ Und bei Rahja, was für Folgen. „Momentan ist auf der Plantage eher das Zupacken gefordert, selbst ich muss mit Hand anlegen. Aber wenn es gut läuft, kann meine Nichte jemanden, der lesen, schreiben und rechnen kann, durchaus gebrauchen. Ihr werdet genau so spuren müssen, wie alle anderen auch. Ist das klar?“ Er erntet Nicken. „Natürlich, Herr!“
Als sie sich wieder zu ihrer Gruppe verzogen haben, wird Inazuna neben ihm sichtbar, und er nickt ihr freundlich zu. Die sonst so Schweigsame ist offenbar in Redelaune. „Wenn ihr mir die Bemerkung erlaubt, Capitan: ich bin erstaunt, wie einfach es war.“ Morrigan lacht. „Einfach...“ Er fischt ein Fuchsamulett aus seinem Ausschnitt und küsst es, bevor er es wieder versenkt. „Signorita, die Hauptstadt ist ein derartig verkommenes Schlangennest, dass die Leute nur noch um die Ecke denken anstatt geradeaus.“ Inazuna schaut aufs vorbeiziehende Wasser. „Und wenn sie es nicht war?“ „Dann haben wir für jemand anderen die Drecksarbeit erledigt. Aber wie Drecksarbeit es so an sich hat: Sie muss gemacht werden, sonst bleibt der Dreck liegen.“ Der Capitan zieht seine Pfeife hervor. „Ihr erlaubt?“ Inazuna nickt, und er stopft sie gemächlich. „Eure Kunst ist bewundernswert, Signorina. Selbst in meinen besten Jahren hätte ich es niemals mit euch aufnehmen können.“ Inanzuna errötet. „Ihr schmeichelt mir. Ich habe noch viel zu lernen.“ „Im Gegenteil. Ihr seid zu bescheiden. Selbst wenn ihr noch viel zu lernen haben solltet, dann solltet ihr auch erkennen, welches Niveau ihr bereits erreicht habt. Ohne euch hätte ich jetzt ein paar hässliche Narben mehr, und die Anziehungskraft von Narben auf das schöne Geschlecht wird drastisch überschätzt, wie ich feststellen musste.“ Inazuna muss tatsächlich kichern, ein so seltener Ton, dass der Capitan zunächst glaubt, sie wären nicht allein. Sie schweigen sich ein wenig an, den Nachmittag genießend, dann fragt der Capitan. „Was wollt ihr mit eurem Leben eigentlich anstellen, wenn ihr erst einmal die Schwertkunst perfektioniert habt, Signorina?“
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 17.01.2020 12:44

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
Goldon wägt ab und ist in Gedanken als er die Preise hört.
Jemand der von sich selbst behauptet die Preise seien noch zu günstig, was will man da erwarten. Entweder er hat recht oder aber er überspielt etwas. Vielleicht seinen Wunsch die Unerfahrenheit Boroggios auszunutzen um seine Gewinnspanne auszudehnen? Aber du kaufst ja auch nur einen Sklaven und bist kein ausgewiesener Händler ... hm.
"Ein hoher Preis, dafür das man direkt an der Quelle kauft, aber wohl angemessen. Eure Sklaven müssen sehr gut ausgebildet worden sein um solch einen Preis erzielen zu können. Wie kann ich mich von der Qualität überzeugen?" Fragt er als sie ihn künstlich anlächeln. Schöne Zähne hatten sie wirklich, dass Kriterium war schonmal äußerst wichtig, stellt er fest als er wie ein Panther um seine Opfer schleicht.

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 17.01.2020 14:11

Tag 17, Spät Abends, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Lachend lässt sie sich aufs Bett fallen. "Wo soll ich denn anfangen. Prospero ist ... faszinierend und erst das Artefakt, das er da hat..." beginnt sie zu erzählen und lässt die beiden an der Geschichte teilhaben. Es war schön Freundinnnen zu haben, die nicht auf eine Gelegenheit warteten einem den Dolch in den Rücken zu rammen. "Auch wenn das mein moralisches Problem nicht einfacher macht. Was würdet ihr denn machen?"
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Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.01.2020 15:43

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
„Ein hoher Preis? Ihr beliebt zu scherzen, Zaraguza. Ihr könnt natürlich in Tetas Pequenas irgendwas für ein paar Goldstücke kaufen, das euch in der ersten Nacht die Kehle durchbeißt und abhaut. Oder auf der Resterampe in Al'Anfa jemanden, der euch unter den Händen wegstirbt, weil er an der Kerkersieche leidet. Ihr wolltet eine junge Haussklavin, keine alternden Feldarbeiter, das hat seinen Preis. Und von der Qualität überzeugen müsst ihr euch schon mit den Augen. Es dreht sich um Hausarbeit. Ich kann sie euch kaum ein paar Tage zum Probeputzen und -vögeln ausleihen, oder wie stellt ihr euch das vor?“ Don Orpheo schüttelt den Kopf und lacht regelrecht amüsiert.

Tag 17, Abends, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Makita seufzt. „Den Garten mit den Feen möchte auch mal sehen. Einmal die Woche kann er das Artefakt benutzen? Das wäre wirklich was.“ Tonarev nickt, dann, als Boronaya ihr moralisches Problem anspricht, macht sie 'Pffft!' und winkt ab. „Einen Heiratsantrag hat Dir keiner von beiden gemacht, also ist es ganz Deine Sache, wen Du ran lässt. Den Prospero würde ich mir warmhalten, solange es euch Spaß macht. Er ist großzügig, vögelt offenbar gut, und er unterstützt dich, ohne dich besitzen zu wollen. Fortschreitter... der ist ein anständiger Kerl und sicher in dich verliebt, aber was kann der Dir schon bieten? Der wird wahrscheinlich irgendwann angestellter Schriftgelehrter bei einem Granden, ... vielleicht bin ich da zu pragmatisch, aber ein Leben kann der Dir eher nicht bieten. Versprich einfach nichts, was Du nicht halten willst. Dass der Prospero sowohl die Siana wie auch dich beglückt, dürfte er sowieso wissen, wenn er nicht mit einem Brett vorm Kopf rumläuft. Redet einfach nicht drüber.“ Makita grinst und nickt. „Seid... wie nennt man das... diskret!“ Sie kichert und fasst Boronaya spielerisch an ihre Oberweite. „Wir sind alle nur einmal jung. Lass Dir nur nicht leichtfertig ein Kind in den Bauch reden.“
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Lokwai
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 17.01.2020 16:03

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
"Ihr scheint mich wahrhaftig durchschaut zu haben, Don Orfeo", er schmunzelt, "ihr habt recht, aber was wäre ich für ein Mann der bei der ersten Nennung des Preises nicht anfängt zu feilschen, wahrscheinlich war ich nicht subtil genug." Goldon fühlt sich ertappt.
Hausarbeit erledigen und spontan vögeln, keine schlechte Kombination eigentlich? Ich behandel sie auch gut ... wo denkt er hin? Bin doch kein Menschenschinder!
Während er so darüber nachdenkt, wirft er einen Blick auf die schönen Beine und den feinen strammen Hintern als er hinter ihnen steht.
"Sie sind in wirklich guter Verfassung. Beinhaltet die Hausarbeit auch Kenntnis über Tischmanieren, also wie man den Tisch deckt, wie Besteck und so weiter richtig platziert wird? Jeder definiert Hausarbeit ja ein wenig anders", fragt er ihn und sieht zufrieden aus mit dem was er sieht.

Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.01.2020 19:00

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
„In Grenzen. Sie können unter Aufsicht fehlerlos ein Gedeck für fünf Gänge decken und normale Gäste bedienen, Kupfer und Silber putzen, einfache Stopfarbeiten vornehmen. Die Mädchen können einfache Frisuren stecken und flechten. Tembo ist geschickt im Umgang mit Holz, er ist daher eigentlich für einen Tischler aus Santinera vorgemerkt. Kochen reicht nur für den einfachen Haushalt – einen richtigen Koch, mit dem ihr Würdenträger aus der Metropole zufriedenstellen oder gar beeindrucken könnt, kann ich nicht anbieten. Eine solche Ausbildung dauert mehrere Jahre und man fängt am besten im Kindesalter an. Auch echte Leibsklaven sind es natürlich nicht – aber da würden wir über achthundert oder mehr Dublonen reden, das dürftet ihr aber auch wissen. Keine war weniger als zwölf Monde in Ausbildung.“ Er schnippt mit den Fingern. „Ihr dürft euch ein wenig lockern.“ Die vier entspannen sich erleichtert, bevor sie wieder Haltung einnehmen. Don Orpheo wendet sich an Goldon. „Ich bin ein direkter Mensch, Zaraguza. Wenn ihr echte Argumente habt, höre ich sie gerne. Aber Feilschen um des Feilschens willen ödet mich an, dafür ist mir meine Zeit zu schade."
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Chephren
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 17.01.2020 22:11

Tag 17, Abends, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
"Soso, beide warmhalten? Bei allen Göttern, ich weiß nicht, ob ich so diskret bin." Sie grinst zurück. "Und ihr seid unmöglich. Natürlich nehme ich Rahjalieb. Ihr etwa nicht?"
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 18.01.2020 10:44

Tag 17, Abends → Tag 18, frühmorgens, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Makita lacht. „Klar doch. Jedenfalls, wenn's ansteht. Aber jetzt schlaf mal schön.“ Sie verabschieden sich, und Boronaya findet tatsächlich schnell Schlaf, und wacht am nächsten Morgen viel zur früh davon auf, dass Makita und Tonarev an ihre Tür pochen. „Aus den Federn – es sei denn, Du willst keine frischen Blumen fürs Haar sammeln!“ Man kann natürlich welche auf dem Markt kaufen, aber die meisten, so auch Tonarev und Makita, sind der festen Überzeugung, dass man sie im Morgengrauen selber und schweigend pflücken muss, damit sie einem Schönheit für das ganze Jahr geben.
So sind auch fast nur junge Mädchen und Frauen draußen unterwegs, während das Zubereiten des Frühstücks heute dem Mannsvolk und den Älteren obliegt.

Tag 27, nachmittags auf dem Hanfla, nördlich Al'Anfa (Capitan)
Die kleine Thalusierin überlegt das sorgsam, und der Capitan redet ihr nicht dazwischen. Schließlich schaut sie geradeaus, über das Wasser ins Leere. „Ich würde gerne in meiner Heimat eine Schwertschule aufmachen. Um zu zeigen, dass ich trotz meiner geringen Größe und meines Geschlechtes eine würdige Schülerin meines Meisters geworden bin.“ „Müsst ihr das irgendwem außer euch selbst beweisen?“ Natürlich ist es schöner, wenn die Anerkennung von der offenbar bislang kritischen Umgebung kommt, als wenn man nur in Selbsterkenntnis entscheidet, das man seine Ziele erreicht hat. „Ich bin jedenfalls froh, dass ich euch dabei hatte Signorina. Hättet ihr vielleicht Lust, über die Regenzeit bei uns auf Manana della Suerte als Mautaban und Fechtlehrerin für meine Nichte anzuheuern? Emi ist für mich viel zu schnell, der kann ich nichts beibringen.“ Das Angebot ist offenbar eine Überlegung wert. Inanzuna wendet sich ihm zu und verneigt sich. „Ich werde darüber nachdenken.“ Der Capitan nickt. Es ist tatsächlich alles wunderbar glatt gelaufen, zumindest im Ergebnis. Aber man weiß ja nie. Und Don Bonmarche hat das Haupthaus sicher nicht aus reinem Vergnügen wie eine Festung gebaut. Inazuna hat schon bewiesen, was für eine wunderbare Rückversicherung sie ist.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 18.01.2020 23:34

Tag 17, Abends → Tag 18, frühmorgens, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Ahh wieso genau noch mal hatte sie sich darauf eingelassen. Abergläubische Bräuche. Aber auf der anderen Seite... Was sollte es schaden? Also grummelte sie ein wenig, konnte sich dann aber ein feines Grinsen doch nicht verkneifen, bevor sie den anderen nach draußen folgt die Blumen zu suchen.
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Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.01.2020 10:24

Tag 18, frühmorgens, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Wenn über hundert junge Mädchen und Frauen zur gleichen Zeit nach Blumen suchen, dann braucht man Geheimtipps. Es gibt natürlich auch eine 'Blumensprache', nach der man ablesen kann, ob eine junge Dame schon vergeben ist, noch sucht, oder gerade nicht will. Das Ganze bringt längst verschüttete Erinnerungen bei Boronaya an ihre Kindheit hoch, denn auch auf ihrer Plantage war das Erntedankfest das Fest im Jahr. Tonarev und Makita haben offenbar eine Vereinbarung mit Tora und Pikita getroffen, die als schon lange Jahre hier lebende Sklavenmädchen zwar gute Stellen stellen, in der sozialen Hackordnung aber ohne die Rückendeckung der Questadorinnen anderen, größeren den Vortritt lassen müssten. Auf dem Heimweg machen sie natürlich noch kurz einen Abstecher zum kleinen Schrein der heiligen Khabla, wo man dieser eine Blume spendet.
Zuhause ist der Tisch reichhaltig gedeckt , und alle Jungs, die an ihrem Leben hängen, loben eifrig die Schönheit der Damen, und selbst die Wirtin schaut über selbst nach AL'Anfaner Massstäben etwas offenherzigere Dekolletees hinweg, die zu anderen Tagen der Mutigen einen Blick eintrügen. Das Frühstück bietet heute alles was die Küche hergibt, selbst gebratene Rotgnizen, schmackhafte kleine Fische, die zu erlangen Senora Ponches wahrscheinlich einige Konkurrentinnen auf dem Markt mit der Schürze in die Flucht schlagen musste, denn das beliebte Festtagsfrühstück ist immer schnell vergriffen.

Tag 27, nachmittags auf dem Hanfla, nördlich Al'Anfa (Capitan)
Inazuna nimmt sich Zeit, aber den Capitan stört das nicht, er raucht geruhsam seine Pfeife. Es ist gar nicht so einfach. Dieser Dienst bringt sie nicht nur über die Regenzeit, er war zudem endlich auch einer, den sie als würdig empfunden hat. Im Sumpf neben Gelehrten zu stehen, die Sachen aus dem Dreck wühlen, das bringt sie nicht voran. Und mit einer Drei-Mann Partida... zuletzt hatte sie Sorgen, in einer Schenke arbeiten zu müssen, um über die Runden zu kommen, eine furchtbare Schande. „Wie lauten denn die Bedingungen eures Angebotes, Capitan?“ Der nimmt die Pfeife aus dem Mund. „Nun, drei Monde, eben die Regenzeit. Ich kann derzeit nicht viel bieten – die da haben mir ein gehöriges Loch in die Tasche gefressen.“ Er deutet mit dem Kopf zu den Sklaven hin und ertappt sich, wie sein Blick an Kongous Hinterteil hängen bleibt, als die sich gerade bückt. Er kneift die Augen zusammen und schaut dann auf den Fluss. „Kost, Logis, Waffentraining, eine eigene Kammer, drei Dublonen im Mond.“ Inazuna nickt stumm. Das ist nicht schlecht. Sie entscheidet sich. „Ich werde euch ohnehin bis zu eurem Anwesen begleiten, Capitan, wie mein Auftrag es vorsieht, und so nehme ich eure Gastfreundschaft für die Nacht gerne an. Ich würde mich freuen, eure Nichte kennen zu lernen. Um eine Entscheidung zu treffen, muss ich allerdings mit meiner Partida reden.“ „Selbstverständlich, Signorita.“ „Rechnet ihr mit Ärger?“ „Rechnen... eigentlich nicht, aber das Haupthaus ist gebaut wie eine kleine Festung. Das wird seinen Grund haben, auch wenn wir ihn noch nicht kennen.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 19.01.2020 20:42

Tag 18, frühmorgens, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Boronaya belässt es ganz sicher bei vergeben. Ein dritter Mann oder Frau... das wäre gerade nicht auszumalen. Die Spende der Blume und ein kleines Gebet kann sicher auch nicht schaden und insgesamt wirkt die junge Magierin ziemlich gut gelaunt. Und das herrliche Frühstück trägt auch dazu bei. Gerade dass sie das Essen überschwänglich lobt und auch den Damen und Herren Komplimente macht, spricht mehr als deutlich, dass sie heute mit dem richtigen Fuß aufgestanden ist.
"Und jetzt zur Prozession? Kommt ihr alle?"
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 20.01.2020 09:54

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
Goldon bemerkt das er auf einem schmalen Grat wanderte, wie könne er auch am feilschen Gefallen finden, wenn es hier um eine Sklavin geht. Und warum sollte ausgerechnet er die Verhandlung hart führen.
"Ich möchte eure wertvolle Zeit nicht mit Preisverhandlungen beanspruchen. Ich habe alles gehört und gesehen was es braucht, den Rest muss die Kirche erledigen. Ich bedanke mich herzlichst für euer Angebot und werde es mit bestem Gewissen weitergeben."
Dann lässt er sich von der Ambiente des Anwesen noch etwas verwöhnen. "Ihr habt es wirklich schön hier, ... ich werde nun in mein beschauliches Heim zurückkehren." Etwas gequält lächelt er, so als (Möchtegern)Silberberger gewöhnt man sich dann doch nicht so schnell an schlichten, engen Kemenaten.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 20.01.2020 11:28

Tag 18, morgens, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Ribaldo kommt pünktlich und im prozessionstauglichen Ausgehstaat. In Al'Anfa würde seine Gelehrtenrobe zwar etwas abgetragen und altmodisch wirken, hier in Santinera macht sie immer noch etwas her. Er freut sich ausnehmend, Boronaya wieder gesund zu sehen, und zusammen mit den anderen reihen sich zusammen bei der Prozession ein, die offenbar am Haus der Dottora am Schrein von St. Therbun beginnt, dann den Hang hoch führt, über die Brücke nach Magnolia zum Schrein von St. Parinor beim Apotheker, anschliessend die Hügel hinunter und durch das untere Magnolia hindurch zu einem Peraineschrein auf einem der kleinen Plätze, schliesslich aus der Stadt hinaus nach Westen, zu einem üppig geschmückten Peraineschrein, der schon beinahe ein Tempel ist, und hier findet auch ein Gottesdienst statt bei dem die aus der Stadt angereisten beiden Geweihten eine schöne Predigt halten, dabei zu Freude der Gläubigen andeuten, dass die Bitte um Entsendung einer Geweihten und der Errichtung eines Tempel wohlwollend aufgenommen wurde, in Betracht gezogen und in naher Zukunft in den Gremien besprochen werden wird. Es gibt ein paar Seitenhiebe auf den hier in der Gegend verbreiteten, äußerst betrüblichen Geisteraberglauben, aber so glatt und wohlwollend verpackt, dass sich niemand beleidigt fühlen muss, der bei den zahlreichen kleinen Geisterhäusern und winzigen Schreinen Opfergaben anbietet und betet.
Danach trennt sich die Prozession. Die schon ältere Geweihte führt mit einem Novizen und einem Akolythen den größten Teil der Prozession um die Stadt herum zurück, wo sie sich dann auf den Platz der Helden auflöst. Der jüngere Geweihte macht sich mit den anderen drei Novizinnen und den drei Akolythen sowie den ganz Hartgesottenen auf die Große Runde zu den nahen Plantagen, um die ersten Felder zu segnen – etwas, womit beide Geweihte und selbst die Novizen jetzt die nächsten Tage beschäftigt sein werden, legt doch jeder Plantagero äußersten Wert auf den Besuch der Geweihten der Gütigen.
In der Stadt erholt man sich erst einmal über die Mittagszeit. Praios hat mit Efferd zusammen für einen schönen, aber nicht glühend heißen Tag gesorgt, aber vor dem Abend, wo jetzt bereits auf allen Plätzen Tische und Stände aufgebaut werden, ist für die Frauen noch einmal ernsthaftes Aufbrezeln angesagt, und auf der Terasse der Herberge sitzen alle Frauen unter fünfzig zusammen und arbeiten an Frisur und Klamotten, wobei bereits ein wenig vorgeglüht wird. Die Männer – so sie nicht mit nützlichem wie dem Aufbauen von Ständen und Tanzböden beschäftigt sind, sitzen ihrerseits andernorts zusammen. Ribaldo hat Boronaya den Plan für den Abend erzählt: Prospero hat es durch das Angebot, den Platz vor seiner Weinstube mit tanzenden Lichterfeen zu verschönern, bei Guean geschafft, einen Tisch für sie zu reservieren – also Boronaya, Ribaldo, Alpacina Siana, Tsarabella Maushaber und ihn selbst. Julia Sinistrae hat angeblich Migräne und die Einladung abgelehnt. Czeysig gibt sich nicht mit dem gemeinen Pöbel ab, sondern hat vor, den Abend in sehr jugendlich männlicher Begleitung im Roten Lotus zu verbringen.

Tag 29, nachmittags, Manana della Suerte (Capitan)
Am Steg nimmt gerade ein Einochser drei Leichter voller Bananen in Schlepp, als die Conchita anlegt. Man muss es Don Macalinto wirklich lassen, seine Leute sind gut ausgebildet und geführt, das klappt wie am Schnürchen. Das Sagen hat eine dunkelhäutige Mittdreissigerin, mit einem ihr bis auf ein deutlich ausgeprägteres Kinn und kräftige Schneidezähne sehr ähnlicher junger Mann von vielleicht sechzehn Jahren, der als Schreiber fungiert. Sie stellt sich als Farina vor, und mit deutlich Stolz in der Stimme, ihren Sohn, Rondrian Macalinto, was diesem sichtbar peinlich ist. Der Capitan stellt sich vor, was höflich, aber nicht nötig ist, schließlich weiß sie, wer er ist. Dann bringt er gleich ein Anliegen vor. „Kann ich mir einen leeren Leichter ausleihen, um zum Haupthaus zu kommen?“ „Aber natürlich, Capitan.“ Er kann ihren Augen ablesen, dass sie von der Anzahl und Qualität seiner Neuerwerbungen beeindruckt ist. Er geht nicht drauf ein, es ist auch der falsche Ort und Zeitpunkt, um zu schwatzen. Nach Neuigkeiten auf der Plantage zu fragen könnte schnell als Tratschen hinter dem Rücken von Emilia missverstanden werden. So bedankt er sich und gibt dann Tarito ein Zeichen. Farina weist ihn ein. „Auf dem Kanal werden die Leichter mit Mulis getreidelt, aber bis zur ersten Schleuse müsst ihr Rudern.“ „Danke, Senora. Rudern können wir.“ Sie passen mühelos samt Gepäck auf einen Leichter, und mit acht Leuten an den Riemen geht es fix. Tarito rudert selbst mit und überlässt dem Capitan das Steuer, was diesem Spaß macht, auch wenn es nur ein Leichter ist.
Die Schleuse, die sie nach kaum zwanzig Minuten erreichen, ist bereits in Ordnung gebracht, zusätzlich ist ein improvisierter Anleger und ein Regendach sowie ein halboffener Stall für die Mulis errichtet worden. Drei Jungen und eine schon recht alte Sklavin, die sicher der siebzig näher ist als der sechzig, halten Schleusenwache und funktionieren offenbar als Wendestation für die Mulis. Wenn getreidelt wird, bedeutet das, dass der Kanalseitenweg auch bereits komplett freigeschlagen wurde. Nun, Don Macalinto kann Dutzende Arbeitskräfte einsetzen, und er hat Zug in der Kolonne.
Sie können nun die Ruder einziehen und Ako übernimmt das führen des ihnen ausgeliehenen Mulis. Rechts und links erstreckt sich bereits die Plantage, nunmehr mühelos erkennbar, und alle dreihundert Schritt ist ein kleiner Behelfsanleger errichtet, wohl um die Ernte zu verladen. Man arbeitet sich offenbar vom Kanal aus nach innen, und sie kommen an drei oder vier Trupps vorbei, jeweils ein halbes Dutzend Männer mit Haumessern, während Frauen und Kinder mit Körben die Ernte aufsammeln und auf Mulis laden, von denen bei jedem Trupp eines ist. Bei jedem Trupp ist auch ein Aufseher, bewaffnet mit Jagdspieß und Balestra, offenbar vornehmlich zum Schutz des Trupps als um zu verhindern, dass sich jemand verfieselt. Die zweite Schleuse ist unbesetzt, aber hier müssen sie kurz warten, um einem entgegen kommenden Leichter, hoch beladen mit Bananen auszuweichen. Er wird von einem bestenfalls zwölfjährigen, ernst schauenden Mädchen gesteuert, während ein ebenso alter Junger das treidelnde Muli am Zügel führt. Der Capitan ist kein erfahrener Plantagero, aber er vermutet, dass die Arbeit bereits zu über drei Vierteln erledigt ist.

Tag 16, früh nachmittags, Anwesen der Gonralas, Sandalia, Santinera (Goldon)
Salicia atmet bei Goldons Worten zwar leise, aber doch wahrnehmbar auf, und Don Orpheo schüttelt amüsiert, aber doch missbilligend den Kopf. Dann wendet er sich an Goldon. „So soll es sein, Senor Zaraguza. Ich halte euch das Angebot für Rubena, Tembo und Corada auf den Tag nach dem Erntedankfest offen. Ich fürchte, euch Salicia zu verkaufen, würde weder euch noch sie glücklich machen.“ Deren Erleichterung lässt sich jetzt trotz Bemühen um Selbstbeherrschung nicht verhehlen, und Don Orpheo seufzt. „Du musst an Dir arbeiten Salicia.“ Er nickt zur Sklavin mit der Reitgerte. „Ein halbes Dutzend.“ Dann wendet er sich an die Vier. „Danke schön. Ihr könnt euch anziehen.“ Er macht eine scheuchende Bewegung, und alle fünf lösen sich in Luft auf. Don Orpheo schenkt Goldon nach. „Ihr seid einfach zu einschüchternd, mein Freund. Sie hatte eine Mordsangst vor euch, aber wer kann es ihr verübeln? Sklavin hin oder her. Man umschleicht eine Frau nicht wie ein Raubtier. Aber das ist wahrscheinlich eure zweite Natur geworden als Gardist, es erfüllt sicher wunderbar seinen Zweck in der Abschreckung.“ Als Goldon sich dann verabschieden will, erhebt sich Don Orpheo. „Am besten, ihr lasst mir Nachricht zukommen, und dann, so euer Interesse sich in Kaufabsicht niederschlägt, treffen wir uns noch einmal zusammen mit seiner Gnaden.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 20.01.2020 17:07

Tag 18, morgens, Herberge Arangenbäume in Sandalia, Santinera (Boronaya)
Boronaya hat schon an dem Umzug und der Gesellschaft Freude, wenn sie auch ganz sicher keine der "Hartgesottenen" ist. Aber es ist schön so feierlich mit den anderen unterwegs zu sein und den Tag zu feiern.
Am Mittag macht sie sich dann ebenfalls daran sich mit den anderen schön herzurichten und auf den Abend freut sie sich sichtlich. Tanz, angenehme Gesellschaft, gutes Essen und Wein. Dass die beiden alten Magier nciht dabei sind, stimmt sie dann auch nicht traurig. "Was habt ihr vor," fragt sie die anderen Mädels.
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