DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Gefährliche Abenteuer, spannende Kämpfe und fremde Länder warten auf Dich.
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Lokwai
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 22.08.2019 14:26

12. Tag, sehr früh am Morgen, Herberge Candelila, Sandalia, Santinera. (Goldon)
Goldon grinst breiter als der Capitan die Höhe der Bezahlung untermauert. Er hatte ja recht und für ein paar Stunden körperliche Ertüchtigungen eigentlich ein annehmbarer Preis, aber warum nicht feilschen und jeden daher gesagten Preis sofort akzeptieren, dass wäre unklug und unphexisch.
Er hatte wirklich noch nie die Führung einer Veteranengruppe übernommen, aber er hat tagtäglich gesehen, wie es funktioniert und wie dabei die Truppenführer vorgingen. Er war mal für die neuen Mitglieder seiner Stube zuständig, dass waren aber eher wenige und keine ganzen Gruppen.
"Gut, verstehe. Ich bin gespannt wie es eure Veteranen aufnehmen werden, sich von einem Mitte Zwanzigjährigen kommandieren zu lassen. Eine Herausforderung, aber es reizt mich!"

Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 22.08.2019 15:29

12. Tag, sehr früh am Morgen, Herberge Candelila, Sandalia, Santinera. (Goldon)
Der Capitan hält ihm die Hand hin. „Also dann: Auf gute Zusammenarbeit. Es sind elf Mann: Serjant Curro, Corporal Juan und neun Schluffen. Festungstruppen, alle in der dritten Verpflichtung. Alte Säcke sozusagen, aber unterschätzt sie nicht. Sie mögen nicht mehr so fit sein, dafür haben sie einiges gesehen. Von Ruhm und Ehre braucht ihr ihnen also nichts zu erzählen. Drillt sie, damit sie den Hampelmann machen können, wenn ein Goldbetresster, wie zum Beispiel ich, die Parade abnimmt, aber macht euch nicht selbst zum Hampelmann. Lieben brauchen sie euch nicht – Ausbilder sind nicht dazu da, geliebt zu werden, sondern um ihre Jungs fit zu machen. Auch ein Grund, warum das nicht der Serjant macht. Es geht morgen früh los, heute kündige ich euch an. Für die Dauer der Ausbildung ernenne ich euch zum Serjanten auf Zeit, das liegt in meinem Kompetenzbereich. Montur und Streifen lasse ich euch im Laufe des Tages zukommen. Aber ihr taucht da morgen allein auf und nehmt das selbst in die Hand, setzt euch selber durch. Setzt euch heute hin und arbeitet einen Plan aus. Noch Fragen?“
Es klopft im Flur, und der Verursacher entpuppt sich als in eine saubere weiße Hose und Tunika gekleideter Sklavenjunge mit einem Strohhut, den er in der Hand hält. „Umm.. Hallo?“ Aus der Küche erklingt das etwas genervte „Moment!“ der Wirtin, aber der Capitan winkt den Jungen durch den Flur heran. „Was gibt’s, Kleiner?“ Die Uniform und der Ton bewirken Folgsamkeit. „Umm..Eine Nachricht für Signorina Emilia ya Yusca.“ „Ich bin ihr Onkel, raus damit.“ Der Junge zögert nur kurz. „Umm.. Mein Herr, Don Macalinto, lässt ausrichten, er weile in der Stadt und habe um die elfte Stunde eine halbe Stunde Zeit für die Sigorina. Umm... ist sie wirklich eine horasische Kriegsheldin? Und sehr schön?“ Der Capitan lacht. „Darauf kannst Du wetten, mein Junge, und ich als Capitan de Navia muss es wissen. Die hat uns ganz schön den Arsch aufgerissen im letzten Krieg. Und hübsch ist sie für zwei. Wenn sie nicht meine Nichte wäre...“ Er schnippt dem Jungen ein Kupferstück zu, was dieser wieselflink auffängt und sich dann verneigt. „Danke Capitan.“ Er verschwindet, und der Capitan schüttelt den Kopf. „Organisieren kann die kleine Vecna. Hat sie es also damit geschafft, sein Interesse zu wecken. Und ich dachte schon, ich müsse selber antichambrieren.“ Emilias Kopf erscheint am Fenster. „Was gab es Onkel?“ Der Capitan hebt den Kopf. „Du hast tatsächlich einen Termin beim alten Macalinto. Heute um elf. Mach dich landfein und sei pünktlich.“ Emilia schaut erstaunt, dann dreht sie sich ins Zimmer um. „Was hast Du dem erzählt, Vecna?“
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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 22.08.2019 16:39

12. Tag, sehr früh am Morgen, Herberge Candelila, Sandalia, Santinera. (Goldon)
"Auf gute Zusammenarbeit, Capitan", erwidert Goldon und lässt sich dann wieder in den Stuhl zurückfallen. "Ich werde Übungen aus der Garde übernehmen, solche die die Ausdauer fördern. Nichts ist schlimmer bei einem Kampf, als das man sein eigenes Schwert vor Erschöpfung nicht mehr heben kann." Dann als er fragt, ob Goldon noch fragen hätte, stellt er seine Fragen: "Kennt ihr ihre Ambitionen sobald sie aus dem Dienst entlassen werden? Es kann ein Vorteil sein zu wissen was sie anspornt. Welche Art von Übungen mussten sie in der Vergangenheit bewältigen? Dauerlauf, Seilklettern, schwimmen ... hm?"
Als der Junge ankommt und berichtet, freut er sich für Vecna, dass sie wohl erfolgreich ein Treffen in die Wege geleitet hat.
Bin gespannt was aus ihr wird.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 22.08.2019 19:10

12. Tag, sehr früh am Morgen, Herberge Candelila, Sandalia, Santinera. (Goldon)
Der Capitan gießt sich Kaffee nach. „Keine Ahnung. Corporal Juan macht die Schreibstube. Aufgeweckt, vielleicht etwas zu aufgeweckt. Er ist der Jüngste, sechs Dienstjahre, bisher immer nur Garnisonsdienst, immer Schreibstube. Scheint gut im organisieren zu sein. Flexibel, wie der Phexpriester das nennt, muss aber kein Nachteil sein. Serjant Curro hat zwölf auf dem Buckel, hat eine Heiratsgenehmigung als Serjant, aber mehr weiß ich auch nicht. Vater war Tischler, wird also kein Idiot sein. Seine Leute haben nicht schlecht über ihn geredet, obwohl er nicht da war.“ Soviel zu Schlendrian. „Von den anderen weiß ich nur, dass sie alle auch in ihre zweiten oder dritten Verpflichtung sind. Das hier ist Hinterland, für die Questadoren und Glückritter mag es Grenze sein, aber für die Armada ist das hier sowas wie die Abwrackstation. Mag sich ändern, aber ist derzeit so. Was das Programm angeht: Formaler Drill und allgemeine körperliche Fitness. Schiesstraining mit der Balestra und der Balestrina, Säbelfechten. Der Drill muss einigermaßen sitzen, das ist das, was abgefragt wird. Die Garnison ist eine Versorgungsstation. Ihr werden aus Veteranen jenseits der dreissig keine Gardekämpfer mehr machen. Bringt ihnen wieder bei, in Reih und Glied zu stehen und vernünftig zu grüßen, und was zu treffen, wenn sie schießen. Alarmübung, Drill eben. Ambitionen? Nach der Entlassung nicht auf der Straße landen, jedenfalls die, die ihren kargen Sold nicht versaufen und verhuren. Ich trete heute vor sie, dann bekomme ich einen besseren Eindruck. Fragt mich heute Abend noch mal oder macht euch morgen früh einen eigenen Eindruck." Die Katze ist irgendwie aufs Dach gekommen und schaut nun fast spöttisch, auf jeden Fall aber hoheitsvoll auf sie herab.
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Chephren
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 22.08.2019 21:32

13. Tag spät morgens, Säulenfeld im Ruinensumpf (Boronaya) 
Boronaya muss ebenfalls lachen als Jucho so in Verlegenheit gerät.
"Also verdient hätte ich es ja auch. Der Gerechtigkeit wegen," meint sie mit einem Augenzwinkern, auch zu Ribaldo und Jucho.
"Aber vielleicht sollten wir das doch besser Herrn Fortschreiter überlassen. Ich verspreche auch niemanden bösartig zu verzaubern..."
Man merkt ihr an, dass ihr der Humor gut tut, hat sie sich wahrscheinlich die größten Vorwürfe gemacht.
So freut sie sich unten auch sichtlich, dass es dem Arbeiter wieder gut geht und wiegelt den Dank ab. "Nun ja. So etwas kann ich nicht jeden Tag machen, vielleicht 2 Mal pro Woche. Aber es freut mich, dass es euch wieder gut geht."
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Lokwai
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 23.08.2019 10:26

12. Tag, sehr früh am Morgen, Herberge Candelila, Sandalia, Santinera. (Goldon)
"Damit lässt sich was anfangen. Vielen Dank, Capitan", erwidert Goldon und schüttet auch noch Kaffee nach. "Ach, eine Frage fällt mir noch ein. Soll das Ganze eher unauffällig stattfinden oder nicht?"
Dann lehnt er sich zurück und spricht mit dem Käptn über die aktuellen Gerüchte aus Al'Anfa und das er ihnen viel Erfolg für die Plantage wünscht.
Dann verabschiedet er sich höflich, er geht sogar in die Herberge hinein um sich noch einmal persönlich von Emilia und Vecna zu verabschieden. "Euch allen viel Erfolg, möge Phex mit euch sein."
Von Vecna verabschiedet er sich sogar mit dem Kriegergruß (Unterarm an Unterarm).

Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 23.08.2019 14:02

13. Tag nachmittags bis früh abends, Säulenfeld im Ruinensumpf (Boronaya)
Als der Regen endlich aufhört, geht es zurück an die Arbeit. Jetzt passt natürlich jeder auf, und tatsächlich gilt es noch, ein paar Morfus und eine Schlange im Schlf zu erledigen, aber für Boronaya bleibt der Nachmittag ereignislos. Fortschreitter ärgert sich mit seiner Rechnung herum, es scheint einfach aufgrund der Ungenauigkeiten und Schätzfehler hinten und vorne nicht zusammen zu passen, und als Babuka und Jucho spät nachmittags zum Aufbruch dringen, gibt er erst einmla entnervt auf. „Mit schlechten Daten kommt nur Murks raus. Es ist zum Mäuse melken. Wir müssen uns gleich mehrfach vermessen haben.“ Siana liess sich nach dem Mittagsregen von Tonarev zum Relief und dem Baum begleiten, nun wo Paladrines Anwesenheit sie nicht mehr davon abhält, um noch Pflanzen und Tiere zu malen, findet sich aber rechtzeitig wieder ein.
Dann geht es zurück auf den Anleger, wo auch Prospero schon mit seiner Truppe steht. Der Magus wirkt unverwüstlich und gut gelaunt wie immer, aber Onids Truppe und ihre drei Rabotnici sind sichtlich erschöpft, und Maushaber sieht auch wenig grau im Gesicht aus. Ihre Frachtkanus liegen tief im Wasser, aber eine Gelegenheit zum Gespräch ergibt sich erst, als sie auf der Rossa sind, die kurz nach ihrer Ankunft auftaucht und Babukas und Juchos Drängen im Nachhinein noch einmal als richtig bestätigt.
Die anderen profanen Auftraggeber sind so misstrauisch wie schon in den Esplanaden, aber Dommel und Prospero treffen sich bald auf eine Pfeife, und winken Fortschreitter, Siana und Boronaya freundlich hinzu, wobei Prospero noch einen Flachmann und Dommel einen Beutel mit Zuckerzeug herausholt, an sich nicht gerade die beste Ernährung, aber bei der Erschöpfung jetzt ein willkommenes Aufputschmittel. „Und wie lief es bei euch, werter College?“ Prospero empfängt Fortschreitter mit einem Schulterklopfer und der schnauft. „Ich hab irgendwo Fehler bei der Vermessung gemacht, es ist zum Verzweifeln. Und dann hat ein Krokodil einem Arbeiter beinahe ein Bein abgerissen, wenn wir unsere Feldscherin Tonarev und vor allem Boronaya mit ihrer Heilkunst nicht dabei gehabt hätten, wäre es böse für den armen Mann ausgegangen.“ Propsero nickt ihr zu. „Respekt, werte Collega. Der Balsam Cantus ist unter Stress bei größeren Wunden eine echte Herausforderung. Und mag es für den erfahrenen Magus Routine sein, für den armen Kerl mit der Wunde ist es die letzte und einzige Hoffnung.“ Er wendet sich an Fortschreiter und Siana. „Dann freut ihr euch ja sicher auf etwas Ablenkung für den morgigen Tag, ich habe reichlich Ansichtsmaterial eingepackt, leider nur aus Stein diesmal. Und falls Zeit bleibt, können wir euch euer Gelände noch einmal anschauen, ich habe die Luftansicht sicherheitshalber in meiner Kugel gespeichert, bevor die Erinnerung sie verzerrt. Noch mehr verzerrt.“ Siana lacht. „Das wäre wohl hilfreich. Wir stecken irgendwie fest, Tadaeus. Bei euch scheint es...lebhaft... geworden zu sein.“ Prospero schaut zu seiner Partida. „Ja, ich fürchte, ich habe den gesunden Menschen- oder in diesem Falle Echsenverstand und Selbsterhaltungstrieb unserer geschuppten Freunde grob fahrlässig überschätzt. Wir mussten ein Exempel statuieren. Unschöne Sache. Ich musste, wie man unter uns Beschwörern so schön sagt, die Katze aus dem Sack lassen.“ Er lacht, aber nur Boronaya und Dommel verstehen die Anspielung. „Aber auch Senor Onid und seine Tapferen haben sich Sold und Beuteanteil redlich verdient. Ich fürchte, ein Dorf braucht jetzt einen neuen Häuptling und einen neuen Schamanen.“ Er nickt nachdenklich. „Sie hatten auch einen Maru dabei. Seit langem der erste, den ich zu Gesicht bekommen habe.“ Er wendet sich an Dommel. „Und was macht der Stand euer Erkenntnisse?“ Dommel hat nur auf die Frage gewartet, und – vielleicht auch um das, ihm offensichtlich unheimliche Thema 'Katze' zu verdrängen – verliert er sich schnell in höherem Magiebosperano bezüglich seiner Zerstörungsthesen des Grossen Südtempels. Soviel Boronaya mitkriegt, tendiert er mittlerweile dazu, dass eine Art Explosionsprojektil die Ursache gewesen sein muss, bei dem Limbusmagie zum Einsatz gekommen sein könnte. Jedenfalls nicht ein vom Himmel gefallener Stern. Es hat wohl erst eine Art Implosion und danach eine gewaltige Explosion gegeben. Das ist zumindest seine derzeitige Proto-Hypothese.

35. Tag, früh Morgens, Alte Barracken in Portas, Santinera (Crocodileros)
Der nächste Morgen begrüßt sie mit Dauerregen, und sie sind sich nach kurzer Absprache alle einig, dass das wahrscheinlich den ganzen Tag so bleiben wird. Alejandro ist unerbittlich. „Laß uns trotzdem im Gildenhaus nachsehen.“ Außer Bequemlichkeit gibt es kein Argument dagegen, und so ziehen sie sich ihre Lederpelerinen über und machen sich auf den Weg.

Vor dem Schwarzen Brett ist eine dichte Traube missgelaunter Questadoren, und Alejandro ringt kurz mit seinem Stolz, wartet dann aber doch lieber. Aber viel zu holen gibt es nicht, und als er sieht, wie sich Reto mit einem Kopfschütteln wieder an seinen Tisch setzt, kann er sich schon denken, was er vorfinden wird. Immerhin hängt noch etwas, aber das,was hängt, sind entweder völlig unterbezahlte Erkundungsaufträge, oder eben Krokodile. Rocio de la Manana ist wieder dabei, aber er zögert, den Auftrag anzunehmen, die Oberaufseherin hat er noch in unguter Erinnerung, und er sagt sich, dass nach einem Monat noch nicht wirklich viel zu holen sein wird. Aurianna ist auch dabei, vielleicht hängen diese Auftrag in einem festen Rhythmus? Nun, da waren sie immerhin noch nicht. Und es müsste an einem Tag zu erledigen sein. Er nimmt den Zettel herunter, und erntet prompt Spott. „Für euch gibt’s immer was zu tun, nee?“ „Ideales Wetter zur Krokodiljagd“ oder auch nur ein abschätziges „Crocodileros!“ Er ignoriert es einfach, zwar verärgert, aber nicht gewillt, sich deswegen mit deutlich kräftigeren Leuten zu prügeln. Der Tag wird hart genug werden. Er präsentiert seinen Auftrag der Gruppe. „Aurianna, Bananenplantage der Macalintos. Rocio de la Manana hing auch aus, aber...“ Marico unterstützt ihn. „Nee, muss nicht.“ Auch Sumaida nickt entschlossen, ganz offensichtlich nicht erpicht, noch einmal Lina Wacca zu begegnen. Jelinea fügt sich, und Alejandro lässt den Auftrag von Rijka eintragen. „Dann mal auf, Efferd hat uns lieb.“ Draußen grummelt ein Donner. „Oder auch nicht.“

12. Tag, sehr früh am Morgen, Herberge Candelila, Sandalia, Santinera. (Goldon)
„Unauffällig wäre gut. Macht die Trainingsläufe auf dem Karrenweg, nicht durch den Hafen. Rumsprechen wird es sich ohnehin in Windeseile, eine Kleinstadt ist wie ein Schiff, da weiß auch der letzte Schiffsjunge, wenn der Capitan im Schlaf furzt, aber vermeidet öffentliche Schauspiele. Und wie gesagt, um den Leutnant kümmere ich mich.“ Er schüttelt ihm die Hand. „Dann bis morgen, Goldon, ich lasse euch die Montur in euer Pension bringen.“
Emilia und Vecna begrüßen ihn freundlich, beide wohl etwas aufgeregt wegen dem anstehenden Termin.
DSA_Santinera_Flottenposten_iso.jpg
12. Tag, früh am Morgen, Flottenposten, Portas, Santinera. (Capitan)
Es sind Corporal Juan und fünf Mann, in leidlich gewaschenen Monturen. Leutnant Perra hat es hinbekommen, wie eine Offizierin aus dem Bilderbuch auszusehen, bis auf den beunruhigten und schuldigen Gesichtsausdruck. Er nickt ihr zu. „Geht doch, Chiara. Bauch rein, Brust raus, Augen zu und durch.“ Sie nickt und fällt hinter ihm in den Gleichschritt. Auf dem Hof wartet die Truppe, oder zumindest der Teil, der anwesend ist. Der Capitan nimmt Aufstellung und mustert die sechs Leute. “Mein Name ist Jorge Marius Bartholomeus Morrigan, Capitan de Navia der Imperialen Armada.“ Darüber besteht bei seinen Zuhörern kein Zweifel, auch wenn bei einigen, wie zu erwarten, die Frage 'Was will der denn hier?' im Gesicht steht. „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für euch. Die Schlechte zuerst: Wenn dieser Posten inspiziert wird, werden – von dem Ärger, den die Leutnantin bekommt, einmal abgesehen – die Dienstgrade degradiert, und ihr samt und sonders unehrenhaft entlassen. Bis auf den Gemeinen Pedrino, weil es den nicht gibt. Und unehrenhafte Entlassung bedeutet Peitsche und Brandzeichen.“ Er mustert den Corporal. „Es mögen einige glauben, dass sie, dadurch, dass sie sich vielleicht in einem günstigen Moment irgendwelche Papiere haben abzeichnen lassen, auf der sicheren Seite wären. Aber wie wir alle wissen, fließt Pisse stromabwärts, nicht wahr?“ Die Mannschaft muss schmunzeln, trotz der trüben Aussichten. „Und die Gute Nachricht, wenn die Frage erlaubt ist, Capitan?“ Morrigan mustert den Korporal. „Die gute Nachricht, Corporal Juan, ist, dass ich nicht die Inspektion bin, und ihr somit die Chance bekommt, euren Laden in Ordnung zu bringen. Ich werde keine großen Worte machen. Ich suche auch keine Schuldigen und will keine Anschuldigungen hören. Entweder, ihr zieht mit, oder ihr spürt die Konsequenzen. Und ja, ich bin ein übler Menschenschinder. Glaubt bloss nicht, dass man im Imperium Flottillencapitan werden kann, wenn man kein harter Hund ist. Leutnant Perra wird diesen Posten wieder in Ordnung bringen. Dafür werde ich sorgen. Nicht dafür, dass ihr für Vergangenes bestraft werdet. Aber wehe dem, der glaubt, er könne so weiter machen wie bisher. Also – wo ist Serjant Curro und die anderen vier?“ Der Korporal salutiert. „Noch im Sumpf, sie arbeiten als Rabotnici. Er kommt heute Abend wieder.“ Der Capitan nickt. „Er soll sich umgehend bei mir melden. Nun zu euch, ihr Helden. Niemand erwartet von euch, dass ihr die Horaslegion aufhaltet oder das Imperium rettet. Aber so, wie ihr dasteht, werdet ihr nicht einmal mit einem Kanu voll Flusspiraten fertig.“ Er tritt auf Nasenlängendistanz an einen Gemeinen heran, den er laut hat denken hören. „Ach, es gibt hier wohl keine Flusspiraten, weil die Haustruppen der Salmoranez und Macalintos die sind, die hier wirklich für Ordnung sorgen? Wir werden doch gar nicht gebraucht? Ist es das, was Du denkst, Gemeiner Pablo? He?“ „Nein Capitan. Ich meine, jawohl Capitan.“ „Umfallen! Zwölf göttergefällige Liegestütz!“ Der Mann fällt bei dem Gebrüll vor Schreck fast auf den Rücken. Der Capitan dreht sich halb, so dass er Korporal Juan und Leutnant Perra, die extrem beschämt aussieht, mustern kann. „Auf dem Fluss sorgt die Armada für Sicherheit. Das Imperium besteht, soweit unser starker Arm reicht! Wie soll ein Bewohner Santineras Respekt vor dem Imperium bekommen, wenn er euch traurigen Haufen sieht? Das hat jetzt ein Ende!“ Er mustert die Truppe. „Ich werde euch wieder in Schuss bringen, zu eurem eigenen Besten. Ihr erscheint ab jetzt morgens alle zum Dienst. Pünktlich. Als erstes wird der Posten in Ordnung gebracht. Aufgeräumt. Und..“, er blickt zum Corporal, „Einige Sachen wieder gefunden. Bei verschwundenen Waffen gibt es kein Pardon in der Armada.“ Er lächelt bösartig. „Und das ist der einfache Teil. Den Papierkram werden wir nämlich auch in Ordnung bringen.“ Er mustert die Auswahl der Tapferen, denen der Mangel an Begeisterung förmlich anzusehen ist. „Wegtreten!“ Er schaut zu Leutnant Perra und die trottet brav hinter ihm her in Richtung der Schreibstube.
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Chephren
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 23.08.2019 23:37

13. Tag nachmittags bis früh abends, Säulenfeld im Ruinensumpf (Boronaya)
"Ja, Vermessungen in Sümpfen sind wohl immer niederhöllisch. In Selem benutzen sie ein Gestell mit vier Gewichten daran um darüber einen rechten Winkel zu bestimmen. Ich muss allerdings auch zugeben, dass mich das im Details... eher wenig interessiert hat," meint sie als das Gespräch auf den Messfehler kommt. Beim Balsam hingegen winkt sie ab, wobei ihr das Lob andereseits gut zu tun scheint.
Als er erwähnt, dass er die Katze aus dem Sack lassen musste, wirkt sie weniger schockiert, aber sie teilt wohl auch die Einschätzung ihrer Lehrherrin, dass das der einfache Weg ist und ihre Kunst mehr umfasst. "Leben diese Marus denn bei Ihnen in den Dörfern? Oder wieso nehmen sie diese nicht immer mit?"
Dass die anderen morgen bei Prospero sind nimmt sie interessiert zur Kenntnis, also kein Ausflug in die Sümpfe. Und sie musste sowieso einmal mit Prospero und Dommel sprechen. Die Hypothese des anderen Magiers klingt auch interessant, was auch immer das für ein Waffe gewesen sein mag.
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Djembo
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Ungelesener Beitrag von Djembo » 24.08.2019 00:10

13. Tag nachmittags, Gildenhaus in Portas, Santinera

Mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem leichten Lächeln beobachtet Alrik, wie Barrabas schnell und geschickt sich den Zettel mit dem Autrag krallt. So läuft das hier also, gut zu wissen. Wer zuerst zugreift verdient zuerst, naja, so hatte er es auch erwartet. Während um ihn herum die Partida aufsteht, erhebt auch er sich

"Danke und Phex auch mit euch."

Antwortet er Barrabas und klopft nach guter Sitte dreimal auf den Tisch um den anderen Glück bei ihrem Auftrag zu bringen. Dann schaut er zu Gobta und deutet mit einem nicht unfreundlichen Kopfnicken auf seinen Koffer

"Na dann, gibt wieder Arbeit für dich. Zeig mir ein Haus, in dem ich ein sauberes Bett finde, dann soll's mir für heute genug von deinen Diensten sein."
“I sound my barbaric yawp over the roofs of the world.”

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 24.08.2019 12:17

13. Tag früh abends, Rossa → Hafen, Santinera (Boronaya)
„Über die Dörfer unserer geschuppten Freunde ist allgemein wenig bekannt. Ich habe jetzt ein paar Monate in dieser schönen Stadt verbracht, und habe den Eindruck gewonnen, dass die Meinungen geteilt sind und der Wissenstand recht lückenhaft. Soweit ich weiss, hat die Gilde nie eine punitive Mission gegen ein Achazdorf ausgehängt, was wohl dem Wunsch nach einer Vermeidung einer Eskalation entspricht. Marus sind eine eigene Rasse unter den Echsenmenschen, gemäß uralter Hierarchien sehen sie sich als den Achaz überlegen, was von den archaischen Achaz auch im Allgemeinen akzeptiert wird. Da sie sich zumeist als Kriegerkaste zu verstehen scheinen, haben sie leider nie mein Interesse wecken können. Ich bevorzuge dann doch das heißblütigere.“ Siana kichert. „Das glaube ich euch gerne.“ Dommel bekommt den Seitenbezug trotz aller Offenkundigkeit nicht mit und lässt sich engagiert über das seiner Meinung nach ungerecht niedrige Interesse an Deres wechselwarmen intelligenten Rassen aus.

Die Rossa erreicht Santinera, und Jucho sammelt seine Truppe im Pulk der an Land Strömenden. „Ich löse eben unseren Auftrag ein, treffen wir uns in der Herberge?“ Tonarev nickt. „Du bist ein Schatz, Bruderherz. Ich brauche ein Bad.“ Fortschreitter schafft es noch, Boronaya abzupassen. „Darf ich dich um die Achte abholen, auf einen Wein vielleicht?“ Siana grinst und beugt sich zu ihm an Ohr. „Ihr habt auch noch was Disziplinarisches zu erledigen.“ Fortschreitter wird prompt knallrot und findet auf die Schnelle keine schlagfertige Replik. Siana verabschiedet sich. „Viel Vergnügen noch. Auch mich wartet hoffentlich auch ein Badezuber, und dann muss ich meine Zeichnungen katalogisieren und kolorieren. Morgen wird uns dieser Sklaventreiber sicher keine ruhige Minute lassen.“ Maushaber lächelt müde und Prospero lacht. „Die Konsequenzen leichtfertig eingegangener Verpflichtungen, meine Liebe. Aber ich mache es wieder gut.“ Sie verabschieden sich und streben auseinander. Jucho zum Gildenhaus, Tonarev mit dem Rest der Partida in Richtung Platz der Helden, Fortschreitter und Siana zu ihren jeweiligen Herbergen im besserenTeil von Sandalia. Prospero marschiert mit Onid und den schwer beladenen Rabotnici in Richtung Gildenlagerhaus, Cusi und Lifta schließen sich wie schon an den Vortagen Makita und Tonarev an, der männliche Teil von Onids Truppe teilt sich auf.

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik)
„Ich habe da genau das richtige für euch, Senor.“ Gobta nimmt den Koffer hoch. „Folgt mir!“ Es geht den Hafen entlang, und in diesem Augenblick legt ein kleines Flussboot an und speit beinahe ein ganzes Banner Söldner in den Hafen. Wilde Gesellen, erst einmal ein einschüchternder Anblick, aber es ist schnell klar, dass das einfach nur die Glücksritter sind, die aus dem Sumpf heimkehren. Es sind offenbar immer einzelne Partidas, die Auftraggeber und Arbeiter begleiten. Auch Magier sind dabei, Alrik erkennt auf Anhieb drei, eine davon eine ausgesprochen hübsche junge Utulu. Das Soldvolk ist hart gesotten, und den meisten würde Alrik in Oblarasim lieber aus dem Wege gehen. Sie wirken wie kampferfahrene Veteranen, und allein zwei Leute sind dabei, die gut über zwei Schritt hoch und einen Schritt breit sind, und nur aus Muskeln zu bestehen scheinen. Er nimmt unwillkürlich wahr, wie Gobta einer Truppe ausweicht, obwohl er ansonsten nicht schüchtern zu wirken scheint, und sein Gassenwissen lässt ihn dasselbe tun. Für einen Moment spürt er den abschätzenden Blick einer Frau auf sich, nein, es ist wohl doch ein Mann, der über seine Ausrüstung streift, als habe diese schon den Besitzer gewechselt, ihn anschaut, seine Waffen einschätzt. Gobta steuert ihn etwas an den Rand, und er verliert den Kerl aus den Augen. Offenbar zieht es die meisten Söldner entweder direkt zum Gildenhaus oder in die Richtung, in die ihn Gobta führt. Dann strubbelt dem Jungen eine Frau durchs Haar, die eine hässliche Bissnarbe auf der Wange hat, was sie auf den ersten Blick recht abschreckend wirken lässt. „Na, Gobta, wen führst denn da zum Arangenhaus, damit er uns das ganze Abendessen wegfuttert?“ Gobta lacht beinahe erleichtert, und Alrik versteht, dass er diese Truppe, bestehend aus zwei jungen Söldnern und gleich fünf Frauen, darunter die hübsche junge Utulu-Magierin, als Schild gegen den Typen verwendet, dem er eben ausgewichen ist. „Ein Alchemist, Signorita Tonarev! Wart ihr erfolgreich? Habt ihr gegen Zischler gekämpft?“ Eine andere Frau, unscheinbar, besonders neben ihrer großbusigen Begleiterin, seufzt. „So wie Du das fragst, hältst Du das für aufregend, Kleiner. Das ist es nicht. Echt nicht. Es war die Hölle. Ohne unseren Magus hätten sie uns ausgeweidet.“ Gobta hat die Begeisterungsfähigkeit der Jugend. „Habt ihr auch einen getötet, Signorina Cusi?“ Die schüttelt den Kopf und gibt ihm eine freundliche Kopfnuss. „Ein richtiger Questador gibt nicht damit an, wie viele er schon zu Boron geschickt hat.“ Die mit der Bissnarbe, Tonarev, wendet sich an Alrik. „Ein Alchemist. Da dürftet ihr der einzige in der Gilde sein. Die Zwölfe zum Grusse, wir haben dann wohl denselben Weg.“ Sie macht eine Geste. „Wenn ich vorstellen darf: Ich bin Tonarev, meine Kameraden Sertudo, Bule, Makita und die gelehrte Dame Boronaya.“ Man nickt ihm müde aber nicht unfreundlich zu. „Cusi, nach Sylla wohl die beste Kundschafterin von Santinera und Lifta, aus Onids Partida.“ Die beiden Frauen nicken ihm ebenfalls freundlich zu, wobei Lifta sich an einer Abzweigung von den anderen verabschiedet.

35. Tag, früh Morgens, Plantage Aurianna (Crocodileros)
Die Rossa ist allenfalls halb voll, und für den Sumpf scheint keine einzige Partida dabei zu sein. Das Schiff ist trotzdem recht gut beladen mit Kisten und Fässern, und Jelinea fällt eine schlanke junge Frau auf, die gleich ihr ein Rapier und einen Vollmetallbuckler am Gürtel hat. Sie kommt ihr vage bekannt vor, dann, als sich ihre Blicke wieder kreuzen, fällt der Groschen. „Sento? Sento Steinberger?“ Die blinzelt. „Piatpir? Signorina Jelinea?“ „Lass doch das Signorina! Ich bin ja nicht mehr Repetitoriumsleiterin.“ Sie blickt ganz unwillkürlich suchend zu Sentos Hand, aber die scheint es zu ahnen und hebt sie hoch, ihren Siegelring zeigend. „Ja, ich habs doch noch geschafft.“ Beiden steht die Frage 'Was um der Götter willen machst Du hier?' ins Gesicht geschrieben, aber Jelinea besinnt sich auf ihre Manieren und stellt erst einmal vor. „Wenn ich bekannt machen darf, meine Partida.“ Sie ruft sich das Missverständnis bei von Borstwitz ins Gedächtnis und überwindet ihre Eitelkeit. „Unser Anführer, Alejandro, Sumaida, unsere Heilerin, Marico, unser Kundschafter. Sento Steinberger, eine Mitschülerin aus der Fechtschule.“ Man begrüßt sich höflich, und dann fragt Jelinea. „Was machst Du hier?“ Sento wird etwas rot. „Ich besuche meine Tante Muria, ich soll was übers Geschäft lernen. Mein Vater... Muria ist Faktorin auf einer Plantage seiner besten Lieferanten. Die kennt ihr vielleicht, Macalainto.“ So wie sie es sagt, hofft sie wohl eher, dass das nicht der Fall ist. „Die kennt hier jeder. Das sind die reichsten Rinderzüchter der Gegend.“ Jelinea fürchtet die prompt kommende Gegenfrage. „Und Du?“ Allein schon Sentos Blick bei der Klarstellung, dass sie nicht die Anführerin sei, war peinlich, auch wenn er nur fragend und nicht spöttisch war. „Krokodiljagd, auf Aurianna.“ Sento ist baff. „Du bist jetzt eine Crocodilero?“ Sie wird rot. „Oh, Entschuldigung, das war nicht so gemeint, nur weil...“ Alejandro nimmt es nicht krumm, weil ihm die unsicher wirkende Sento nicht unsympathisch ist. „Nein, Rico und ich sind die Crocodileros. Jeli ist unsere Fechterin. Man muss halt Geld verdienen.“ Sento scheint sich zu schämen. „Es tut mir wirklich leid, ich wollte euch nicht beleidigen. Das ist mir so rausgerutscht, und ich könnte das gar nicht selber, es sollte nicht herablassend klingen!“ „Tut es nicht.“ Er rempelt Marico an, dessen Blick an Sentos sehr markanten weiblichen Formen hängt. Jelinea hat das auch schon mitbekommen, entspannt sich aber etwas. „Aurianna soll aber eine Bananenplantage sein.“ Sento errötet. „Tante Muria hat gemeint, der alte Macalinto würde mir das Reiten schon beibringen.“ Jelinea und Sumaida werden rot, und Alejandro bemüht einen Hustenanfall. Sento zieht eine unsichere Grimasse. „Ich weiß. Ich weiß. Das ist ein Wortspiel. Er hat angeblich über zweihundert Söhne und Töchter. Meine Mutter himmelt ihn geradezu an, und für meinen Vater ist er der Inbegriff des Erfolges.“ Sie wird wieder rot. „Den er ja unzweifelhaft hat, ich wollte nicht seine Leistung anzweifeln. Also geschäftlich, nicht...“ Marico muss grinsen. „Also zweihundert Nachkommen ist auch schon eine Leistung.“ Jelinea rempelt ihn unsanft an. „Klotzkopf!“ Sumaida nickt. „Genau!“ Alejandro hält sich lieber raus. Statt dessen stellt er eine Nachfrage. „Ihr fahrt auch nach Aurianna?“ Sento nickt. „Ja..äh... sag ruhig Du.“ Alejandro nickt und entspannt sich etwas. „Die ganze Fracht ist auch für die Plantage?“ Sento nickt. „Das meiste, ja.“ Sie schaut von einem zum anderen. „Was ist eigentlich aus Janis und Gerholt geworden?“ Jelinea hat mit der Frage gerechnet, und stellt sich ihr. „Gerholt hat sich gleich am dritten Tag als Wachcapitan eines kleinen Werftbesitzers abwerben lassen. Und Janis ist jetzt Fechter in einer befreundeten Partida in Santinera. Gibt halt nicht so viel Bedarf für reine Fechter hier.“ „Kann ich mir vorstellen.“ Sento nickt, frei von Spott und Häme, aber Jelinea fühlt sich trotzdem unter dem Brennglas. Sento schaut auf den vor Regen beinahe kochenden Fluss. „Und bei dem Mistwetter wollt ihr Crocodile jagen?“ Sie blickt zu Sumaida, die ohnehin nicht so wirklich in einen Satz mit 'Krokodiljagd' zu passen scheint. „Geht das überhaupt?“ Alejandro ist die Ruhe selbst. „Muss gehen. In gewisser Weise ist es bei Regen sogar einfacher, weil man sich besser anschleichen kann.
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Chephren
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 25.08.2019 00:24

13. Tag früh abends, Rossa → Hafen, Santinera (Boronaya)
Boronaya hört sich die Erklärungen interessiert an. "Bei uns kann man mit den Achaz eigentlich ganz passabel auskommen. Aber sie haben wohl tatsächlich ein seltsames Verhältnis zu ihren Göttern. Aber diese Marus habe ich noch nie getroffen.
Als sie dann am Kai ankommen verabschiedet sie sich freundlich von Prospero und Dommel. "Ich vermute ihr seid morgen bei euch. Meint ihr, ich könnte euch vielleicht ein paar Minuten eurer Zeit stehlen?" fragt sie Prospero noch, bevor er geht.

Fortschreitter war schlicht schneller als sie und sie lächelt als sie ihm antwortet. "Nichts lieber. Dann bis zur achten Stunde." Sianas Ergänzung lässt sie ebenfalls Grinsen. "Mal sehen," meint sie mit einem Zwinkern zu ihr und verabschiedet sich von den beiden.

Dann geht sie mit den anderen zur herberge. Das Bad klingt wirklich verlockend. So nickt sie dem Alchemisten freundlich zu. "Eine Freude. Ihr schlaft bei uns? Dann lasst uns doch beim Essen plaudern. Ich glaube wir sind erst präsentabel wenn wir ein Bad hatten."
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Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 25.08.2019 10:05

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Boronaya)
Als sie Prospero nach einer Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch in ruhiger Atmosphäre fragt, lacht dieser. „Wie könnte ich für eine so hübsche, junge, und vor allem fähige Collega keine Zeit aufbringen? Sagen wir in der Siesta?“ Wahrscheinlich ist es unbewusst, und sicher unbeabsichtigt, aber schon bei ihrem ersten Treffen hatte Boronaya den Eindruck, dass sie dem Magister durchaus gefiel. Er ist sicher nicht die Art Mann, der einfach zudringlich wird, aber Interesse an ihr hat er ebenso sicher. „Wenn es geschäftlich ist, muss ich euch allerdings warnen – ihr seht ja, wie ich Alpacina und meinen werten Kollegen einspanne. Ich halte es da stets ein wenig mit dem göttlichen Mungo.“ Ist es Zufall, dass seine Assistentin Maushaber Fortschreitter gerade mit der Abstimmung über das morgendliche Dokumentationsvorhaben ablenkt? Siana allerdings bekommt es mit, sie scheint aber völlig unbesorgt, jedenfalls frei von Eifersucht. „Ich sage doch: Ein schlimmer Sklaventreiber.“ Sie zwinkert Boronaya zu, was alles heißen kann. 'Hab Deinen Spaß', 'Halt Dein Ende Fest', 'Nimm Dich in Acht' oder eine Mischung daraus.

35. Tag, früh Morgens, Plantage Aurianna (Crocodileros)
Der Anleger liegt an einem Hügelrücken, auf dem wohl auch das Haupthaus liegt, und der, ähnlich wie auf Esparanza, die eigentliche Plantage vor Hochwasser abschirmt. Das bedeutet im Gegenzug, dass alles den Hang hoch geschleppt werden muss, aber einen Tod muss man wohl sterben.
Auf dem solide gebauten, großteils überdachten Anleger erwartet sie bereits eine kleine Delegation, wohl wegen Sento und der ankommenden Vorräte. Eine kräftig gebaute Mittvierzigerin, ausweislich Landsknechtshut, bestickter Weste und einer Balestrina im Gürtel die Faktorin. Ein wahrscheinlich noch nicht großjähriger Schreiber, teurer gekleidet als die Oberaufseherin, aber brav einen Schritt hinter ihr stehend, vermutlich ein Macalinto-Spross aus einer 'Seitenlinie'. Und dann ein knappes Dutzend gut genährter, kräftiger Sklaven unter einer Vorarbeiterin, letztere erkennbar an einer Machete. Im Schutz eines weiteren Abdaches am Hangwartet zudem ein Muli, eingespannt in einen einfachen, einachsigen Karren und von einem Jungen am Zügel gehalten.
Die Begrüßung fällt derb-deftig aus. „Hola Sento! Mädchen, lass Dich ansehen, Kind!“ „Sei gegrüßt, Tante Muria.“ Sento will wohl noch etwas sagen, wird aber erst einmal gedrückt und dann auf Armesabstand begutachtet. „Groß bist Du geworden, besonders da.“ Sie fasst ihrer Nichte an die Brüste, was diese bleich werden lässt und Jelinea murmelt. „Ganz schlechte Idee.“ „Tante!“ „Ganz das Temperament des Vaters, sonst kriegst aber nicht die Zähne auseinander, wie immer, wie? Na, große Möpse reißen einiges raus!“ „Tante, wirklich, also ich...“ Alejandro ist sich ziemlich sicher, dass, wenn Tante Muria nicht zur Verwandtschaft gehören würde, sie jetzt auf die Spitze eines Rapiers schauen würde. Muria ficht der Zorn ihrer Nichte nicht an, sie legt den Arm um sie und präsentiert sie dem tödlich verlegenen Schreiber. „Na, Ponte, hab ich Dir zuviel versprochen? So sah ich auch mal aus! Wenn ich vorstellen darf, Ponte Macalinto, ein Sohn vom Chef.“ Die beiden peinlich Berührten begrüßen sich betont höflich. Dann widmet sich Muria Sentos Entourage. „Eine ganze Truppe? Wer ist denn der schöne junge Mann?“ Alejandro schaltet sich ein. „Wir sind die angeforderten Crocodileros der Gilde.“ Muria mustert ihn frei von Bosheit, aber doch skeptisch. „Ihr beiden, oder ihr vier?“ Alejandro hat die Ruhe weg. „Wir vier. Sumaida, unsere Heilerin, Jelinea, unsere Fechterin, Rico und ich sind die eigentlichen Crocodileros.“ Muria nickt. „Heilerin? Gelernt?“ Sie mustert Sumaida fragend. Die taucht aus Alejandros schützendem Schatten auf und nickt fest. „Ich hab an der Lindegardisschule in Al'Anfa gelernt.“ Hier kommt endlich mal nicht der befürchtete 'Und warum ziehst Du dann mit denen da rum?'-Blick. „Gute Schule. Könntest Du Dir dann mal unsere Krankenstation ansehen? Ist zwar keine Not am Mann, aber ein geschultes Auge... soll euer Schade nicht sein.“ Das heißt wohl soviel wie Mittagessen. Sumaida schaut zu Alejandro, und der nickt. Sento bringt sich in Erinnerung. „Wenn ich vorstellen darf, Jelinea Piatpir, meine Kameradin von der Fechtschule, Jahrgangsbeste.“ Tante Muria lacht jovial und mit boshafter Vorfreude. „Das trifft sich gut! Ich hab nämlich einen Brief von Deinem Vater erhalten, ich soll mich davon überzeugen, ob die teure Schule ihr Geld wert war.“ Sento wird rot, und Alejandro fühlt mit ihr.
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Djembo
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Djembo » 25.08.2019 10:41

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera

Mit einem zufriedenen Nicken folgt Alrik dem Jungen und betrachtet dabei aufmerksam die Stadt, die sie durchschreiten, versucht, die Atmosphäre aufzunehmen und ein Gefühl für Santinera zu bekommen. Die Stadt scheint erstaunlich... reich zu sein. Oder eher erstaunlich wenig arm. Bisher hat es noch nirgendwo so ausgesehen, als hätte man ohne einen einheimischen Führer "Zoll" bezahlen müssen, keine Banden junger Leute, die darauf hoffen durch Überzahl ein armes Schwein einzuschüchtern, kaum Aussätzige in den dunklen Ecken, so ganz anders als diese Provinzstädtchen oft so sind. Da kommt das Flussboot voller Söldner Alriks Bild von Kleinstädten doch eher nahe. Genau solche Leute hätte er mehr erwartet und alte Gewohnheiten lassen ihn blind seinem Führer folgen. Solange der ihn nicht gezielt auf eine solche Gruppe zu führt, ist es definitiv sinnvoll einem Jungen, der ohne blaue Augen und Flecken herum läuft, nachzulaufen. Geistesabwesend streicht Alriks Rechte über seine Dolchscheide als er den Blick des Mannes auf sich fühlt, eine winzige Geste "ich hab dich bemerkt, ich kann mich wehren", aber nicht genug Provokation um eine Reaktion herauszufordern. Ein schwieriger Grad zwischen Unterwürfigkeit und Herausforderung, beides Dinge, die die Wölfe anlocken, aber das Spiel kennt er zur Genüge. Doch schon wird er von der Frau, die Gobta anspricht, abgelenkt (auch wenn er den Mann erst vollständig aus seiner Aufmerksamkeit lässt, wenn der wirklich ausser Sicht ist)

"Den Zwölfen zum Gruße, Alrik Brauer."

Stellt auch er sich vor, während er den anderen, die ihm vorgestellt werden, zum Gruß zunickt. Die Namen sagen ihm natürlich nichts, merken tut er sie sich aber dennoch.

"Ich hab schon gehört, dass es noch ein-zwei andere Leute gibt, die zumindest einige Dinge brauen können, so alleine bin ich hier doch nicht. Wo kommt ihr gerade her? das war ja schon eine eher gemischte Truppe auf dem Boot."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 25.08.2019 11:11

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik)
„Woher wir kommen?“ Dem Geruch und Anschein nach allesamt aus einem Sumpf. „Erzähls ihm, Kleiner.“ Tonarev versucht Gobta erneut durchs Haar zu strubbeln, aber der weicht lachend aus. „Aus dem Ruinensumpf. Ein paar Stunden flussaufwärts liegt im Westen ein endloser Sumpf, und darin eine versunkene, sagenhafte Stadt der alten Echsen, untergegangen in einem gewaltigen Kataklüs...Katar...zerschmettert vom Zorn der Götter! Jetzt liegen dort, bewacht von blutrünstigen Echsen und Monstren ihre Schätze: blinkendes Gold, wertvolle Edelsteine und wundersame Zauberdinge, dem gehörend, der sie findet.“ Tonarev lacht, und Cusi grinst. „Ungefähr das hat man mir auch erzählt als ich ankam. Es gibt tatsächlich alte Ruinen der Echsen in dem Sumpf, aber der Unvorsichtige oder Hastige findet dort kein Gold, sondern nur den Tod. Wir jedenfalls haben diesmal hauptsächlich Steine und einen Haufen mordlustige Zischler gefunden.“ Sie verzieht den Mundwinkel. „Von denen es allerdings nur ein einziger nach Hause geschafft hat.“ Lifta macht das Zeichen gegen den Bösen Einfluss, und Tonarev, Bule, Sertudo und Makita schauen neugierig. „Fragt nicht.“
Zuletzt geändert von Jadoran am 25.08.2019 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Djembo
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Djembo » 25.08.2019 11:30

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera

Gobtas Erzählung lässt Alrik kurz auflachen

"Hey, genauso klingt's wenn sie daheim vom Fluss reden!" er verstellt leicht die Stimme zu einem brummeligen Erzählton eines alten Mannes "Und ich sach dir, am Oblomon da liegt das Gold einfach am Ufer min Jung! Da kannsde einfach ne Pfanne nehmen, dreimal schwenken und Phexens Namen rufen und schon biste reicher wie der König in Gareth! Die Elfenfrauen bringen dir Wein aus ihren Gärten und tanzen im Mondschein nur für dich und die Orks sind dort deine willigen Diener!"

die genauere Erläuterung von Tonarev lässt ihn dann aber verständnisvoll nicken. Trotzdem kann er es sich nicht verkneifen nachzuhaken

"Wenn man jetzt so rein zufällig eine Partida suchen würde. Eine die das Kleingeld hat um vorher Zutaten einzukaufen und gut ausgerüstet mit Gegengift, Stinktöpfchen und Heiltrank loszuziehen. Und eine, die in diese Ruinen gehen will..."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 25.08.2019 13:20

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik)
Cusi überlässt ihrer Kameradin Lifta das Antworten. „Auf eigene Faust? Ja, das ist erlaubt, und absolute Neulinge tun das manchmal. Aber wie das mit Schätzen so ist: Sie liegen nicht einfach rum.“ Cusi ergänzt. „Es ist ein Sumpf.“ Man riecht es und sieht es. Deutlich. Besonders riechen. Alrik fragt sich ernsthaft, ob seine Stinktöpfchen dort überhaupt auffallen würden. Tonarev fällt ein. „Da kann man nicht graben. Und auch nicht tauchen. Wenn man da in den Boden will, muss man eine Pfahlreihe versenken und abschöpfen. Ein irrer Aufwand. Du musst also verdammt genau wissen, wo es was zu holen gibt. Und dazu brauchst Du einen Magier.“ Sie gibt Boronaya, die gerade nicht aufzupassen scheint, einen Klaps. „Und selbst dann. Da zu graben braucht eine richtige Expedition. Wir Questadoren stellen nur die Bewachung. Die Auftraggeber heuern Rabotnici an und, ganz wichtig, bezahlen uns.“ „Ganz wichtig.“ Lifta nickt grinsend und hält an. „Hier geht’s ab für mich, schönen Abend noch!“ Man verabschiedet sich, dann meldet sich die hübsche kleinere Questadorin, die wahrscheinlich Makita heißt, und bislang ruhiger war. „Wir selber sind vollzählig. Aber es gibt einige Goldesel, die eher knapp bei Kasse sind und sich vielleicht gerne zusammen tun. Ist vielleicht eine bessere Wahl – wie ein Kämpfer oder Wildnisläufer seht ihr nicht gerade aus. Und wir Questadoren arbeiten für den, der uns bezahlt und machen dann, was im Auftrag stand. Meistens Wache halten - selber nach Schätzen suchen ist dann nicht.“ Tonarev legt den Kopf schräg. „Sucht ihr eigentlich Schätze allgemein, oder doch eher was Bestimmtes?“ Sie sind auf einem länglichen Platz angekommen, an dessen Kopfende ein Brunnen von einem in Stein gefassen Bächlein gespeist wird und seinerseits mehrere lange Viehtränken füllt, bevor er dann durch eine Bodenrinne weitergeleitet wird. Die Viehtränken werden offenbar von den Glücksrittern zum Reinigen der Ausrüstung benutzt, der Brunnen selber ist der oberflächlichen Körperwäsche vorbehalten. Die meisten Questadoren ziehen sich dazu bis aufs Hemd oder die Hose aus, aber doch vornehmlich die Männer. Die Stimmung ist gelockert, deutlich kameradschaftlicher als unter permanent misstrauischen Goldsuchern. Aber es sind alles Söldner ein und derselben Gilde. Sie stehen offenbar nicht unmittelbar in Konkurrenz, allenfalls um die Aufträge, die sie an Land ziehen.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Djembo » 25.08.2019 14:50

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera

"Auf eigene Faust da rein? Das müssen ziemliche Neulinge sein."

meint Alrik kopfschüttelnd

"Nein danke, man sagte mir schonmal eine gewisse Abenteuerlust nach, aber ein Vollidiot bin ich auch nicht."

Lifta verabschiedet er mit einem kurzen Winken und schaut dann nachdenklich in die Runde

"Was zahlen die Auftraggeber hier eigentlich für Expeditionen? Nicht nur für die Bewachung von Grabungen, was ist mit anderen Geleitschutzaufträgen oder was würde es kosten, eine Partida auf die Suche nach Dingen zu schicken? Zum Beispiel bestimmte Heilpflanzen. Ich hatte eigentlich vor, mich einer Partida anzuschließen, aber wenn der Preis nicht zu hoch ist... Und wie sieht es hier mit der Kaufkraft aus, wie viele von euch könnten sich eigentlich Mittel leisten, die für euch nützlich sind? Nicht nur Heiltränke, auch Pulver, mit denen man bestimmte Gefahren vorhersehen kann, Tränke mit denen man ohne Probleme 2-3 Tage und Nächte wach bleiben kann, Bannpulver gegen Geister..." ein kurzer Blick zu Boronya "... Zaubertränke, Mittel, die die Stiefel vom Verrotten abhalten, Wundpulver, kaltes Feuer, solche Sachen. Wir reden zwar immer von Goldstücken, aber einiges davon ist nicht wirklich teuer."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 25.08.2019 20:53

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik, Boronaya)
Die Söldnerinnen wechseln ein paar Blicke, dann übernimmt Tonarev die Antwort. „Also, was uns angeht, wir haben pro Tag im Sumpf vier Oreal verdient. Und du hast viele Tage, wo du keinen roten Heller verdienst, wo es keine Aufträge gibt. Es gibt Partidas, die verdienen mehr, aber die Mittel, über die ihr da sprecht... wie sicher wirken die überhaupt? Muss man nicht ein Magier oder eine Hexe sein, um so etwas zu brauen?“ Vertrauenswürdige Herkunft ist bei magischen Mittelchen zweifelsohne das wichtigste Verkaufsargument. Sie schaut zu Cusi, die in einer anderen, höheren Liga zu spielen scheint. Die zuckt mit den Schultern. „Gibt schon Leute, die sich das leisten können. Wobei, bei den Geistern, da vertraue ich lieber auf den Schutz der Götter.“ Sie fasst an ihren durch ein Tuch verdeckten Hals, wo sicherlich ein Talismann hängt. „Und das mit den Stiefeln, da tut es gute Wichse auch, die kostet nur ein paar Heller.“ Sie wiegt den Kopf. „Aber die Heiltränke und Antidots, die könnten interessant sein. Wenn die allerdings nicht funktionieren... Aus Santinera kommt man nur mit dem Schiff weg.“ Sie grinst breit und ohne verdächtigenden Unterton. Klar, da ist wieder das Thema: Vertrauenswürdige Herkunft. Auch für die bestverdienenden Questadoren sind Dublonen richtiges Geld. Bevor er da was verkaufen kann, muss er sich sicher erst mal einen Namen machen. Cusi wendet sich dem Thema Pflanzen zu. „Heilkräuter sammeln macht derzeit nur eine einzige Gruppe zuverlässig. Das ist sehr schwer, aber die haben eine echte Heilerin dabei. Die meisten Gruppen, die sich daran versuchen, bringen nur irgendwelches Grünzeug wieder. Da muss man sich wirklich gut auskennen. Ich meine, Donf, Belmart, Kotauko oder Apohiae Puru kenne ich auch. Aber das Zeug, das wirklich Geld bringt, ist auch schwerer zu finden.” Da sind schon einmal zwei Kräuter oder Beeren dabei, die er nicht kennt. Natürlich wird er hier substituieren müssen, die Dschungel sind nicht die Wälder des Nordens.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 26.08.2019 00:28

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik, Boronaya)
"Ach wer vertraut denn etwas, das er umsonst bekommt," meint sie ebenfalls lächelnd. Wobei man sicher den Eindruck gewinnen kann, dass sie freundlich ist, aber doch eher an ein Geschäft mit dem Mungo denkt als an Rahjaopfer. "Dann bis Morgen Collegus."

Bei dem Austausch mit dem Alchemisten muss sie schmunzeln. "Du darfst nicht überschätzen, was man hier verdient. Ein paar Goldstücke für etwas, das kaputt geht und das man vielleicht nicht braucht. Da musst du ganz schön überzeugend werden. Selbst ich muss sagen, dass sich ein Zaubertrank hier kaum lohnt."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 26.08.2019 08:59

35. Tag, früh Morgens, Plantage Aurianna (Crocodileros)
Der Hügelrücken fällt nach Westen hin sanft ab, was für die Pflanzung ein großer Vorteil ist. Was immer Tante Muria ansonsten an Peinlichkeiten auffahren kann, sie ist offenbar eine sehr kompetente Faktorin, denn die Plantage ist perfekt in Schuss. Die Vorarbeiterin wird beauftragt, Alejandro und Marico zu den Entwässerungsgräben und dem Fischteich zu führen, wo sich wohl der Grund ihres Auftrages herumtreibt, sichert ihnen aber zu, dass keines der Biester länger als zwei Schritt sei, da der Auftrag monatlich ausgehängt würde, und man sich notfalls selber kümmere, wenn kein Questador ihn erfülle. „Aber irgendjemand wird immer gebissen, die Biester sind einfach flink und hinterhältig.“ Alejandro kann das bestätigen, und er erlaubt auch die Gruppentrennung. Wenn sie Trägersklaven für die Beute zur Seite gestellt bekommen, was der Fall ist, dann gibt es keinen Grund, Jelinea oder Sumaida in den Schlamm zu schicken. „Schau Dir in Ruhe die Krankenstation an, Sumi, kann ja nicht schaden. Und wenn Du etwas Zeit mit Deiner Freundin zu Schwatzen möchtest, Jeli, hat keiner was von, wenn Du im Regen neben uns stehst. Hier sind wir ja wohl sicher vor unliebsamen Überraschungen.“ Er schafft es, anzudeuten, dass das beileibe nicht immer der Fall ist, und Jelinea daher ein wertvolles Mitglied der Partida, was auch bei Muria ankommt. „Seid unbesorgt, wir passen hier auf.“ Jelinea dankt ihm stumm, aber von Herzen.
Muria organisiert und teilt ein. „Gut. Paco, begleite meine Nichte und Signorina Piatpir zum Haupthaus, Baribie soll ihr ihr Zimmer zeigen. Palmi, führe die Jungs zu den Gräben, weise sie ein und stell ihnen Jugo und Rano, den alten Faulpelz zur Seite, bleib auch die erste halbe Stunde dabei, klar? Um das Verstauen der Vorräte soll sich Bembo kümmern, die Kiste fürs Haus stellt auf de Terrasse, da kümmere ich mich hinterher mit Baribie drum.“ „Geht klar, Boss.“ Die Vorarbeiterin nickt Alejandro und Marico zu. „Auf geht’s, Jungs.“ Muria wendet sich an Sumaida. „Und wir beiden Hübschen, Kleine, schauen uns die Krankenstation an.“ Die wirft noch einen Blick zu Alejandro, den sie wohl irgendwie lieber dabei hätte, aber dann nickt sie. „In..uh..Ordnung.“ „Sei nicht so schüchtern, ich beisse nicht.“ Muria lacht, und Sumaida wird rot.

12. Tag, später Vormittag, Flottenposten, Portas, Santinera. (Capitan)
„Und, viel Neues drin?“ Chiara wendet ihren Kopf vom Stehpult und verzieht mit einer Mischung aus Schuldbewusstsein und Reue das Gesicht. „Was ich so alles unterschrieben habe im Laufe der Jahre.“ „Willst Du Dich nicht setzen?“ Sie lacht trocken. „Ich stehe lieber.“ „So schlimm?“ Sie muss lachen. „Nein. Nicht deswegen. Ich stehe dabei tatsächlich lieber. Aber nehmt das bitte nicht als Vorwand.“ „Wir werden sehen. Ein begabter Mann, Corporal Juan. Als er gesehen hat, dass Du nicht aufpasst, aber keine Anstalten machst, Dich zu bereichern, hat er sich Deinen Anteil mit unter den Nagel gerissen und versucht, es so aussehen zu lassen, als hätte er Dir zugearbeitet.“ „So ein Sauhund.“ „Du bist selber schuld. Hättest Du Deine Pflicht getan, hätte er gar nicht die Möglichkeit dazu gehabt. Gibt nicht ihm die Schuld für Dein Versagen.“ „Jawohl, Capitan.“ „Wer kauft wohl Rotzenmunition? Ich hab das Geschütz gesehen, die wöchentlichen Übungsschüsse, die Du abgezeichnet hast...“ „Keine Ahnung, Onkel. Die Salmoranez aber nicht. Die bekommen monatlich einen ganzen Leichter voll.“ „Was?“ „Ich sagte...“ „Leutnant Perra. Was ist die pflichtgemäße Munitionierung einer 10-Pfund Rotze?“ „Hundert Schuss für eine Tour.“ „Und wieviel Schuss passen wohl auf einen Standard-Leichter?“ Chiara erinnert sich gerade noch rechtzeitig und gibt die korrekte Antwort. „Dann sag mir jetzt, wieviele Geschütze die Salmoranez im aktiven Dienst haben. Und ich wüsste gerne, gegen wen sie da oben am Fluss Krieg führen. Und weswegen sie daran nicht bankrott gehen.“ Chiara wird rot. „Ich fürchte, das ist nicht so einfach. Sie arbeiten da oben nur mit eigenen Leuten und schicken nur eigene Schiffe hoch. Und sie reden nicht darüber.“ „Und das lässt Du Dir gefallen?“ Sie wird rot. „Ja. Schon. Ich bin nur ein kleiner, in Ungnade gefallener Leutnant, und ich lasse mich lieber einmal im Monat zum Essen einladen, als dass sie mir Steine in den Weg legen. Oder ich neben meinem Kopf aufwache. Ich hab noch nicht einmal ein eigenes Patrouillenboot, und soll ich jetzt anfangen, mich über die reichsten Familien der Stadt zu beschweren? Bei wem? Etwa bei meiner Vorgesetzten, Capitan Tourano-Zornbrecht?“ Sie seufzt unter seinem strengen Blick. „Das schaff ich nicht, Capitan. Ein böser Brief von denen, und ich bekomme den Posten in Tetas Pequenas oder werde Liason bei den Komturschen an der maraskanischen Dschungelfront.“ „Ich sag ja nicht, dass Du mit dem Kopf gegen die Wand laufen sollst, Mädchen. Aber Du musst im Bilde sein. Dann hast Du wenigstens was zu tun.“ „Ich kann das nicht.“ Der Capitan erhebt sich und tritt zu ihr. „Und wenn ihr mir jeden Abend den Hintern versohlt!“ „Eine Verlockende Aussicht, aber nein. Nicht jeden Abend. Reiss Dich zusammen, Mädchen. Kriege kosten Geld, deswegen sitzen in Friedenszeiten alte Schlachtrösser wie ich bei halben Bezügen an Land. Kriege fressen Leute, deswegen bilden die Kadettenanstalten jedes Jahr weit über Bedarf aus, weil jeder weiß, daß die ganzen Fähnriche und Leutnants notwendig sein werden, wenn wir wieder mal mit den Puderquasten in den Clinch gehen. Du musst doch irgendwas wissen, du hast doch nicht nur tolle Möpse, sondern auch einen klugen Kopf auf deinen Schultern und bist seit mehreren Jahren hier.“ Chiara wird rot. „Ich glaube, sie gründen eine weitere Stadt. Am Oberlauf. Vor ein paar Jahren haben sich viele Freigelassene hier in Santinera nieder gelassen. Das ist viel weniger geworden. Aber sie lassen immer noch genau so viele frei, das hätte man sonst gehört. Das hätte Unzufriedenheit gegeben. Und es wird viel mehr Baumaterial verschifft. Die Ziegelei der Macalinto arbeitet Tag und Nacht. Das ist mehr als Santinera braucht, viel mehr. Das meiste geht nach oben.“ Es erklingen Schritte auf der Treppe, und der Capitan nickt. „Anderes Thema. Wer steckt dahinter, dass nur neun Zehntel des haltbaren Proviantes ankommen, die quittiert werden. Steckt sich das Tourano-Zornbrechts Lagermeister ein?“ „Ja, mit deren Wissen.“ Al'Anfa funktioniert nun einmal so. Der Capitan nickt, dann klopft es auch schon.

12. Tag, später Vormittag, Flottenposten, Portas, Santinera. (Capitan)
Chiara zögert, aber da der Capitan keine Anstalten macht, ruft sie „Herein!“ Es ist, wenig überraschend, Corporal Juan. „Eine der drei verlegten Arbaletten hat sich gefunden.“ „Erfreulich. Bleibt an den anderen beiden dran.“ "Und ich habe die Serjantenmontur aus dem Fundus genommen. Wie soll ich sie verbuchen?“ „Im Dienst schuldlos zerstört für Serjant Curro.“ Der Capitan mustert ihn. Corporal Juan wagt sich vor. „Es könnte sein, dass die anderen beiden Arbaletten... im Dienst zerstört wurden.“ Morrigan schüttelt den Kopf. „Inakzeptabel. Zerstörte Waffe ohne ein Gefecht bedeutet Disziplinarverfahren, und Gefechte erfordern Meldung. Da müsst ihr durch. Ihr hattet einen Guten Lauf, Juan, aber bei Waffen hört der Spaß auf. Stellt eure Segel richtig. Über den Gemeinen Pedrino können wir reden, aber Waffen und Munition sind sensibel. Solltet ihr wissen.“ Corporal Juan erinnert sich daran, aber natürlich bringen gerade moderne Torsionswaffen deutlich mehr Gold als das verschieben von Baumwoll- und Leinenmonturen oder das unterschlagen von Dauerproviant. „Ich gehe der Sache nach, Capita...“ Er deutet den Blick richtig. „Frau Leutnant.“ Chiara strafft sich. Juan schaut zum Capitan. „Wohin soll ich die Montur bringen lassen?“ Der Capitan lacht. „Das übernehme ich selber. Ihr habt genug zu tun. Habt ihr doch, oder?“ Corporal Juan ist ganz definitiv kein Idiot. „Jawoll!“ Der Capitan mustert ihn. „Private Frage. Verheiratet?“ Juan wird ein wenig verlegen. „Nein.“ „Wo geht das Geld dann hin? Ihr versauft und verhurt es offensichtlich nicht.“ Er hebt die Hand, als das Gesicht Juans sehr vorsichtig wird. „Wie heute Morgen gesagt: Ich brauche keine Schuldigen. Aber ich muss wissen, ob ihr... laufende Verpflichtungen... habt.“ Juan wird rot und legt die Karten auf den Tisch. „Ich zahle eine thalusische Leibsklavin bei den Gonralas ab.“ „Eine was?“ Der Capitan ist sprachlos. Juan schaut auf den Boden. „Ihr seid ja wahnsinnig, Mann!“ Er atmet durch. „Wieviel steht noch aus?“ „Knapp die Hälfte, vierhundert Dublonen.“ „Vierhundert Dublonen seid ihr selber nicht wert, Kerl!“ Der Capitan ist schwer versucht, sich mit seinen Fäusten Luft zu machen, beherrscht sich aber. Dann atmet er ein paar mal durch. „Lasst mich raten. Ihr habt das Mädchen 'zufällig' bei einer Einladung kennen gelernt, und sie ist euch nicht aus dem Kopf. Dann habt ihr euch ein Herz gefasst und wen... den Patriarchen oder seinen Jungen gefragt?“ „Don Orfeo.“ Juan schaut tödlich verlegen und doch störrisch zu Boden. Es braucht keinen Menschenkenner, um zu sehen, dass er eher mit der Sklavin in einem Kanu fliehen wird, als sich von ihr zu trennen. „Sie war die Leibsklavin von Donna Valeria.“ Der Capitan mustert ihn kopfschüttelnd, während Chiara selber verlegen zu Boden schaut. „Wieviel habt ihr schon bezahlt?“ „Ungefähr Vierhundert. Ich hab es zuhause genau, natürlich.“ „Ihr seid wahnsinnig, Mann. Wie sind die Monatlichen Raten?“ „Fünf Dublonen.“ Da wird er mit seinem Lohn und selbst mit dem Gemeinen Pedrino nie hinkommen. Da ist ein Problem, das man lösen muss. „Ihr könnt doch rechnen, Mann. Habt ihr echt gedacht, ihr könnt das bis zur nächsten Inspektion durchhalten?“ „Ich hab nur auf die Rate für den nächsten Monat... Verzeihung, Capitan.“ Der mustert ihn humorlos. „Verzeihung gewähren die Götter, Juan. Das Problem muss gelöst werden, und, selbst wenn ihr Phex die Mada versprecht, werdet ihr bei einer Flucht nicht entkommen, noch werdet ihr im Dschungel mit eurem Mädchen überleben. Ihr habt die beiden Würmer ja gesehen, die wir abgeliefert haben. Und eurer Haut retten, indem ihr den Leutnant anzeigt, wird auch nicht funktionieren. Also müsst ihr darauf hoffen, das Capitan Morrigan das irgendwie für euch hinbiegt. Ihr könnt euch natürlich auch aufhängen, aber das ist der Weg des Feiglings und macht euer Mädchen nicht glücklich.“ Juan studiert die Bodendielen. „Ich werde sehen, was ich tun kann. Wenn ihr hier und jetzt einen Bluteid ablegt, dass ihr euch den Arsch abarbeiten werdet, um dem Leutnant den Rücken zu decken.“ Auf Juans Gesicht macht sich so etwas wie Hoffnung breit. „Ihr könnt das...?“ Morrigan stellt einen Fuß auf den Stuhl, auf dem er bis eben gesessen hat, stemmt eine Hand in die Hüfte und deutet gebieterisch auf den Corporal. „Ein Capitan der imperialen Armada kann alles! Jetzt an die Arbeit, Soldat!“ Juan steht stramm, grüßt auch den Leutnant und verschwindet. Chiara atmet aus. „Ich hatte keine Ahnung...aber wie willst Du...?“ „Einem einfachen Corporal eine Leibsklavin für achthundert Dublonen auf Raten zu verkaufen ist Bestechung. Nichts anderes. Ich nehme mir den Kerl zur Brust, notfalls mit einem Zug Marineinfanteristen, wenn die Vendetta zu Besuch ist. Zumindest werde ich ihm den Eindruck vermitteln, dass ich bereit bin, das zu tun, was es besser trifft. Und dann werde ich mir dieses Wunderwesen einmal ansehen müssen.“ „Ich hatte wirklich keine Ahnung...“ „Chiara, wenn man Scheisse wegräumt, kommt darunter ältere Scheisse zum Vorschein und beginnt an der frischen Luft zu stinken. Das wird nicht die letzte unangenehme Überraschung sein. Also klemm die Arschbacken zusammen, wir haben ein volles Pensum.“ Er steht auf. „Ich werde mich jetzt um diese Uniform kümmern, und mal bei den Gonralas vorbeischauen. Nicht, dass die sich die Sklavin heimlich still und leise zurück holen und Juan morgens an einem Dachbalken baumelt. Ich glaub nicht, dass das in der Stadt hier so läuft, aber in der Metropole...“

12. Tag, später Nachmittag, Haus der Witwe Miranda, Sandalia, Santinera. (Goldon)
Den besseren Teil des Tages hat er damit verbracht, Laufwege und Übungshindernisse zu erkunden. Fecht- und Schießtraining macht man auch am besten draußen im Busch, wenn es nicht zu sehr auffallen soll. Als Goldon nach Hause kommt, empfängt ihn die Witwe aufgeregt, vor Mitteilungsbedürfnis platzend. „Willkommen zurück, Senor Goldon! Eure Montur ist da, ich habe sie auf euer Maß angepasst! So eine verantwortungsvolle Aufgabe. Und Serjant – das ist ja beinahe Offizier? Mein seliger Mann hat es nur bis zum Corporal geschafft!“ Nun ja, in einer Stadtwache, wo – wie es aussieht – kaum jemand im Dienst stirbt, geht es mit der Beförderung sicher langsamer. Aber immerhin, Serjant ist Serjant. An die Streifen könnte er sich gewöhnen. Wenn sie nur auf der richtigen Uniform wäre. Serjanten dürfen heiraten. Und kriegen ein Ruhegeld.
Auch Hochwürden Boroggio ist anwesend, und weiß offenbar schon Bescheid. „Das ist die richtige Aufgabe für euch, Goldon. Nicht für wechselnde Auftraggeber in den Busch ziehen. Verantwortung für die Menschen!“ Er wirkt etwas anders als sonst. Wahrscheinlich hat der Capitan kräftig aufgedreht und ihm erklärt, das heute sein Glückstag sei. Immerhin hat er nichts von Ruhm und Ehre erzählt. Aber Geweihte zu belügen wäre auch eine schlechte Idee. Immerhin, er ist zum ersten Mal im Leben Serjant.
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Djembo
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Djembo » 26.08.2019 22:51

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik, Boronaya)

"Vier Oreal pro Person oder zusammen? Und das mag jetzt im Licht dessen, was du danach gesagt hast, eine schwierige Aussage sein, aber was ich braue, das wirkt auch."

Und das meint er auch so, zumindest scheint er von sich selbst überzeugt

"Man muss noch nicht einmal Magie in sich tragen, um all das zu brauen. Aber das ist wie... wie das Nähen einer Hose. Wenn einem 4 Finger fehlen ist es schwerer und wird nie so gut. So ist das auch mit Alchemika, wenn man Magie in sich trägt, dann geht es einem viel leichter von der Hand. Das geht in Extremfällen so weit, dass der eine Alchemist streng nach Originalrezept versagt wo ein anderer auch noch aus Eidechsenschwanz, Eisen, Salbei und Wasser einen guten Heiltrank braut."

Falls sich Boronaya ein wenig mit Alchemie auskennt könnte ihr auffallen, dass er schlechte Substitutionen eines nordländischen Heiltrankrezepts aufgezählt hat

"Also brauche ich wohl zu Anfang Kampfpreise, wie? Wo kann ich denn die Gruppe, die Kräuter sammelt, finden? Und du bist die erste Magierin, die ich kennen lerne, die bei dem Wort "Zaubertrank" nicht ein sehnsüchtiges Leuchten in den Augen kriegt."

Das scheint eher eine freundliche Stichelei zu sein, zumindest zwinkert er Boronaya dabei zu.

"Ehrlich gesagt habe ich nie wirklich den Sinn in den Dingern gesehen. Der Effekt ist für jemanden mit so wenig Magie im Blut wie mich vielleicht ansehnlich, aber für einen echten Gildenmagier dürften nur die stärksten Zaubertränke wirklich durchschlagend wirken und die kosten wiederum..."
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Chephren
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 26.08.2019 23:41

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik, Boronaya)
Sie zuckt mit den Schultern.
"Bei aufwändigen Ritualen der Mutanda oder der Invokation, macht das vielleicht Sinn. Aber ich hatte eigentlich nicht vor hier so etwas zu machen. Und für alles andere ist es in meinen Augen dann nützlich, wenn man zu viel Geld hat. Die dame mit der Prospero zusammenarbeitet soll übrigens auch Alchemistin sein. "
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Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 27.08.2019 10:16

12. Tag, Abends, Herberge Candelilla. (Capitan)
Der Capitan legt seinen Mantel ab und hängt ihn über einen einfachen Kleiderbügel an die Hakenleiste, die in ihrer Kammer „Tut mir leid, dass ich heute nicht dabei sein konnte. Wie lief euer Treffen?“ Emilia wird rot. „Besser als ich dachte, glaube ich. Wir haben uns in Grundzügen geeinigt. Ein eindrucksvoller Mann. Ich dachte vorher, es wäre nur ein schmieriger alter Lustmolch, so wie Konteradmiral Rad...“ Sie hustet., „Ähm, bitte entschuldigt.“ Der Capitan winkt ab. „Die Sorte gibt’s in jeder Gesellschaft. Dreck sinkt entweder ganz bis zum Boden oder schwimmt oben.“ Emilia wird noch röter. „Aber so ist er gar nicht. Also, ich verstehe schon, was Frauen an ihm finden.“ „Oho?“ Sie stemmt die Arme in die Hüften. „Nichts 'oho'!“ Sie beruhigt sich. „Und er war besser informiert als ich dachte. Du hattest Recht, Onkel.“ Der Capitan zuckt mit den Schultern. „Kommt vor. Geschenkt. Wer so eine Stadt mit aufbaut und über zwei Dutzend Plantagen sein eigen nennt, kann kein Idiot sein. Was bietet er?“ „Er nimmt die Ernte auf dem Stock, wie sie steht. Als Preis...“ Sie nennt ihn zögernd. Der Capitan brummt. „Das ist überraschend fair. Zu fair, also ist da noch ein Haken. Oder hast Du ihm den Kopf verdreht?“ Sie läuft wieder zornesrot an. „Onkel! Also wirklich! Nein, natürlich nicht!“ Sie schaut zu Boden. „Aber ja, da ist noch was Vom Kupfer wusste er auch bereits. Er will die Mine betreiben, als Pächter, zu einem fixen Betrag. Zehn Dublonen den Monat im ersten Jahr, bis sie läuft, dann fünfzig, auf fünf Jahre, Option auf Verlängerung. Dafür hält er die Kanäle von der Mine bis zum Fluss in Ordnung.“ Der Capitan legt den Kopf schief. „Das hat alles meine prüde und jähzornige Nichte verhandelt?“ Emilia braust auf. „Ich bin nicht prüde!“ Sie schüttelt den Kopf. „Und auch nicht jähzornig. Nur manchmal etwas unbeherrscht. Und ja, ich hab hauptsächlich geschwiegen und Vecna hat geredet. Sie sagte, die Chefin sollte immer das letzte Wort haben. Das wäre beim Verhandeln besser.“ „Recht hat sie. Als Kapitän lässt Du auch erst die Offiziere reden. Wie seid ihr verblieben?“ Emilia schaut zur Seite. „Er schickt einen Vertragsentwurf. Auf eine Inspektion verzichtet er, er hat offenbar schon vor Wochen Leute geschickt gehabt, die sich das angesehen haben.“ „Haben die Salmoranez sicher auch.“ Emilia seufzt. „Und, würdest Du es machen?“ Der Capitan zuckt im den Schultern. „Das ist Deine Entscheidung Mädchen. Aber ja, ich würde es machen. Die alte Salmoranez ist sicher nicht einfacher im Verhandeln, und der alte Macalinto hat bessere Verwendung für die Ernte, eben als Futter für seine Rindviecher. Und Deine Moppsis beeindrucken ihn sicher auch mehr, die Salmoranez hat schließlich selber welche.“ „Du bist unmöglich, Onkel. Ich hab Dir doch schon gesagt...“ „Weiß ich doch Emi, Mädchen. Ehrlich schwer zu kriegen lockt so einen doch nur. Also einen besseren Preis kriegst Du kaum, und viel Zeit hast Du auch nicht. Die Ernte verkommt sonst. Und von der Mine hast Du bis vorgestern gar nichts gewusst, also entgeht Dir auch nicht wirklich was, wenn Du sie für dieses Taschengeld verpachtest.“ Emilia lacht abgeklärt. „Reibs mir rein.“ Sie strafft sich. „Aber Du hast recht.“ Sie setzt sich. „Wie lief es bei Dir?
Der Capitan zieht einen Mundwinkel hoch. „An sich gut. Oder nicht so schlimm wie befürchtet. Gibt ein paar unvorhergesehene Probleme, aber das war...vorhersehbar. Ich hoffe, Goldon schlägt morgen richtig ein, bei dem Raben bin ich mir nicht so ganz sicher, aber einen Besseren kriege ich auf die Schnelle nicht, und als Capitan kann ich nicht selbst den Drillserjanten spielen, das geht nicht.“ „Und der Leutnant? Chiara?“ Der Capitan lacht freundlich. „Das Problem mit dem Mädchen ist, sie ist hier massiv unterfordert. Sie war schon als Fähnrich eine bessere Navigatorin als ich, das hab natürlich nicht ich gesagt. Sie hat sogar das Dampfmaschinen-Patent.“ „Und warum versauert sie dann hier?“ „Weil sie leider auch tolle Möpse hat, mein Kind, und ihre Mitfähnrichin, jetzt sicher längst Capitana de Fregata, Juliana Zornbrecht nicht nur wie die dumme Kuh hat dastehen lassen, die sie ist, sondern sie obendrein noch hat öffentlich abblitzen lassen, von wegen, am anderen Ufer schwimmen und so. So wird man in unserer Marine leider nicht Capitana.“ Emilia seufzt. „In unserer leider auch nicht, Onkel, der Hochadel ist da nicht besser. Einfach nur Zornbrecht?“ „Einfach nur Zornbrecht.“ Emilia seufzt. Ohnehin Schwergewichte, ist die Admiralität beinahe der Erbhof der Zornbrechts. „Autsch. Und wie kommst Du da rein, Onkel? Sie könnte Deine Tochter sein.“ „So alt bin ich nun wieder auch nicht!“ Der Capitan lacht. „Na ja, schon, könnte sie. Ist sie aber nicht. Sie war auf meinem Schiff Fähnrich für den zweiten Anlauf aufs Leutnantsexamen, und ich hab sie hindurch geprügelt.“ Emilia kennt ihren Onkel ein wenig. „Wörtlich?“ „Ja, schon. Sie gehört zu denen, die schnell aufhören sich anzustrengen, wenn es ihnen zu leicht fällt und sie keiner fordert.“ „Sie scheint es Dir nicht übel genommen zu haben.“ Der Capitan grinst. „Liegt an meinem Charme. Nein. Sie hat ja eingesehen, dass es notwendig war, als ich sie hart ran genommen habe.“ Emilia lacht, dann schaut sie misstrauisch. „Du hast ihr doch nicht etwa gestern Abend auch...“ „Oh doch. Und feste.“ „Onkel!“ „Emi, Du bist selbst erst Fähnrich. Das verstehst Du noch nicht. Ich kann doch nicht zusehen, wie sich so ein Prachtmädchen sein Leben versaut. Wer aufgibt hat schon verloren. Als Capitan bin ich für meine Leute verantwortlich, und wenn es Not tut, versohle ich ihr jede Woche den Hintern, bis sie spurt.“ „Und sie lässt das mit sich machen?“ „Sie hat sich in eine Sackgasse manövriert. Und um da raus zu kommen, braucht es Läuterung. Das versteht sie. Ich kann nicht um die Ecke kommen und sagen: Mein armes Kind, ich bring das für dich wieder in Ordnung. So funktioniert Offizier-sein nicht.“ Emilia wird rot. „Natürlich nicht. Aber sie ist doch eine erwachsene Frau. Würdest Du einem Mann auch den Hintern versohlen?“ Der Capitan lacht. „Da würde ich die Fäuste nehmen lassen – der würde mit einem Serjanten Boxtraining machen.“ „Hat man dich schon mal einen Menschenschinder genannt, Onkel?“ Der lacht. „Oh ja. Am laufenden Band. Aber ich bringe meine Jungs und Mädels meist gesund wieder nach Hause.“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 27.08.2019 17:41

12. Tag, später Nachmittag, Haus der Witwe Miranda, Sandalia, Santinera. (Goldon)
Goldon ist erfreut über die Reaktion der Witwe. "Danke Danke", erwidert Goldon als Miranda ihm von ihrer Arbeit an der Uniform erzählt. "Dann werde ich morgen noch besser aussehen ... nochmals herzlichen Dank."
Dann begrüßt er förmlich Boroggio, so wie es sich gehört in der Öffentlichkeit. "Euer Gnaden, ja eine gute Abwechslung ... ich freue mich auf diese Herausforderung. Es ist nicht einfach angerostete Veteranen rumzuscheuchen, aber man wächst mit seinen Aufgaben." Dann nimmt er erst einmal Platz und berichtet wie es dazu kam, ohne auf Details einzugehen oder etwas zu verplappern, was Capitan Morrigan nicht gefallen würde.
Ihm fällt auf das Boroggio etwas anders wirkt als sonst, seine hellen Augen durchbohren ihn aufmerksam, daran hatte er sich ja schon gewöhnt, aber irgendetwas hatte sich verändert.
Er nimmt nochmal die Uniform in die Hand und riecht daran, als ob man die Geschichte herausschnüffeln könnte. "Ich kann noch ein paar Tips gebrauchen, wo ich mit der Truppe Übungen machen kann, ohne direkt die halbe Stadt als Gaffer um uns herum zu haben. Gibt es Orte in denen man in Ruhe seine Arbeit machen kann, ohne dabei mit der Rossa tief in den Dschungel zu schippern?" Er grinst, er weiß das diese Kleinstadt jede Neuigkeit aufnimmt wie ein Schwamm. "Mein Plan ist, am Anfang das Ganze ohne viel Aufsehens durchzuziehen und ich könnte nebenher auch ein wenig an meiner Ausdauer und Widerstandsfähigkeit arbeiten. Wichtig ist, dass ich die Männer und Frauen nicht vor anderen Leute, vor allem andere Söldner, bloßstelle. Danach kann ich immer noch schauen welchen Ehrgeiz sie entwickeln. Offizielle sind ja in dieser Söldnerstadt ja nicht wirklich begehrt und alles was kämpfen kann wird gern herausgefordert und wenn es nur aus Spaß ist, nur möchte ich vermeiden, dass die Flotte in solch Spielchen mitmacht, vor erst zumindest. Ich muss ihre Chancen einschätzen können, sonst fällt ihr Versagen wie ein Schatten auf die Flotte zurück. Das wäre ein schlechter Start!"

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Djembo » 27.08.2019 23:09

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik, Boronaya)

"Naja, gerade für ausgedehnte Einsätze, bei denen jeden Tag etwas Kraft vonnöten ist, wäre sowas eigentlich geeignet. Ein junger Kerl, mit dem ich im letzten Jahr viel zusammen gemacht habe, hat zum Beispiel schrecklich geflucht, als wir eine Woche lang vor Ferkinas davon gelaufen sind und er jeden Tag mal hier einen falschen Felsen erscheinen, dort ein paar Ponys erschrecken, da einen Greifenschrei ertönen lassen musste. Das schien ihm ganz kräftig an die Substanz zu gehen, genau für sowas. Aber natürlich, hier sind die grundlegenden Sachen wichtiger. Ein Heiltrank mag Geld kosten, aber einen haben oder keinen haben bedeutet oft genug den Unterschied zwischen einem Leben als Söldner oder als Krüppel."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 28.08.2019 00:07

13. Tag früh abends, Platz der Helden, Sandalia, Santinera (Alrik, Boronaya)
Die Questadoren säubern sorgfältig ihre Ausrüstung und mischen sich nicht weiter in das Gespräch ein. Nur als Alrik noch einmal die Kräuter anspricht zuckt Cusi mit den Schultern. „Ich glaub, die hausen in den Alten Baracken. Die jagen hauptsächlich Krokodile. Aber Aufträge nehmen die sicher nur von der Gilde an, jedenfalls wenn sie ein wenig Grips haben. Ihr müsstet also einen Aushang reingeben. Hab ich noch nie gemacht, aber Signorita Rijka kann euch da sicher helfen. Die Bezahlung für die Aufträge muss allerdings im Voraus bei der Gilde hinterlegt werden, soviel weiß ich, denn die Gilde zahlt uns aus.“ Sie nimmt ihre Sachen auf und winkt. „Heiltränke wären schon gut. Wenn man sie sich leisten könnte. Nicht jede Partida geniesst den beneidenswerten Luxus, eine echte Maga in ihren Reihen zu wissen.“ Sie knufft Tonarev gegen die Schulter.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 28.08.2019 02:18

13. Tag früh abends, Hafen, Santinera (Alrik, Boronaya)
"Dafür eignen sich Schlaftrünke wesentlich besser und sind auch günstiger," gibt sie zu bedenken. "Ich glaube tatsächlich, dass ihr mit Antidoten und Heiltränken mehr Erfolg haben werdet. Oder wenn ihr ein Mittel erfindet, das alle Insekten abhält."
Auch sie reinigt unterdessen die Ausrüstung. "Sollen wir dann ins Bad?"
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 28.08.2019 10:13

13. Tag früh abends, Platz der Helden → Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Alrik, Boronaya)
Boronayas Frage wird bejaht. “Ich brauche ein Bad und was warmes zu Essen!” Makita nickt Alrik freundlich zu, dann brechen die Damen in Richtung der Pernsion auf, in die es offenbar auch Gobta zieht. Es ist offenbar nur eine Pension, kein Schankbetrieb, von denen es hier am Platz einige kleinere gibt. Die beiden Männer der Partida bleiben noch zurück, sich nunmehr der Körperwäsche zuwendend, und der Bule genannte deutet gen Norden. “Ich warte noch auf Jucho, bis gleich dann.” Tonarev winkt den Jungs zum Abschied zu, und dann muss sich Alrik entscheiden, ob er noch da bleiben will. Die Questadorinnen waren nicht abweisend, aber es scheinen alles vernünftige Mädchen zu sein, die gar nicht auf die Idee kommen, Wildfremden auf der Strasse magische Mittelchen gegen Goldstücke abzukaufen.

Um das Haus herum im Hinterhof riecht es bereits verlockend nach Braten, Senora Ponches hat ihre Zeitplanung im Griff und weiss, wann die Rossa ankommt. Auch mit dem Wunsch nach dem heissen Bad wurde gerechnet, und nachdem der Junge, der das Feuerholz für den Badeoffen kleingehackt hat, ein paar Kupferstücke auffangen durfte, verziehen sich alle Damen, die das wollen, in die Waschküche und beginnen ernsthaft mit der Körperpflege. Tonarev blendet ein wenig zurück. “Irgendwie komischer Kerl eben. Teure Klamotten, aber ich weiss nun nicht, ist der Questador oder Goldesel? Oder wollte er uns nur was verkaufen?”

12. Tag, Abends, Herberge Candelilla. (Capitan)
Es klopft, und auf Morrigans „Herein!“ steckt das kleine Mädchen, das der Wirtin zur Hand geht, den Kopf herein. „Ich bitte um Verzeihung, Senorita, Senor, aber unten steht ein Soldat und bittet darum, mit euch zu reden.“ Der Capitan grunzt. „Das wird Serjant Curro sein. Wahrscheinlich ein guter Mann.“ Emilia schaut ihn fragend an, und er erläutert. „Der ist heute erst angekommen, hat sofort erfahren, was Sache ist, hat sich seine Kluft angezogen und kommt her, um aufzuklären. Ein guter Serjant wartet nicht ab, was auf ihn zukommt.“ Emilia nickt. Der Capitan wendet sich an das Mädchen, das dieser Weisheit mit großen Augen zugehört hat. „Führe ihn bitte hinten auf den Hof und bring uns Bier. Ich mache mich eben wieder ein wenig landfein.“ Die Kleine nickt und verschwindet.
„Bier? Für jemanden, der unerlaubt fehlt?“ Emilia ist am Schwimmen. Der Capitan brummt. „Emi. Festungssoldaten bekommen zwei Heller am Tag plus, meist fleischlose, Verpflegung und eine Koje mit ranzigem Stroh im Schlafsaal. Ein Serjant bekommt gerade mal fünf. Davon kann kein Schwein leben, und das weiß auch jeder. Geschweige denn, was fürs Alter zurück legen. So funktioniert Al'Anfa.“ Er zieht sich seinen Mantel über. „Wir machen später weiter. Wird aber nicht lange dauern.“

35. Tag, früh Morgens, Plantage Aurianna (Crocodileros)
Die Entwässerungsgräben und der Fischteich sind, wie zu erwarten, am Fuß des Abhangs, und somit beinahe zwanzig Minuten Fußweg durch die abgeerntete Plantage, in denen sie alle komplett durchnässt sind. Palmi, die so an die dreißig sein dürfte, ist trotzdem guter Laune, und die verstärkt sich, als sie sieht, wie Marico und Alejandro sich an die Arbeit machen. Ihre beiden zur Arbeit eingeteilten Mitsklaven sind es weniger, wohl weil sie im Regen arbeiten müssen, aber Palmi macht ihnen Beine und erklärt gleichzeitig ihre gute Laune. „Seid froh, dass die Gilde wen geschickt hat.“ Sie wendet sich an Marico, der gerade den ersten Fang es Tages an Jugo reicht. „Die letzten beiden Monate mussten wir das selber machen, und Juanito hat einen üblen Biss in die Hand bekommen. Marico nickt, denn das sind die üblichen Risiken des Crocodileros. Die Plantage ist tatsächlich gut gehalten, und da sie es zuweilen selber erledigen müssen, kann Palmi auch ungefähre Hinweise geben, wo sich die Biester mit Vorliebe verstecken. Sie arbeiten sich vom zentralen Graben in Richtung Fischteich vor, und auch, wenn sie bei dem Mistwetter nicht böse sind, nicht so viel zu tun zu haben, sieht es nicht danach aus, als ob sie mehr denn ein gutes Dutzend bekommen werden, was eine sehr überschaubare Belohnung ergeben wird. Palmi will sich gerade verabschieden, da sagt Marico auf Garethi in einem Tonfall, als ob er Palmi zum Geschlechtsverkehr verleiten wolle, „Nicht hinschauen. Die Augen, die zwanzig Schritt voraus am Teich, beim Schilff, aus dem Wasser schauen, gehören aber zu keinem Krokodil.“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Djembo » 28.08.2019 10:44

13. Tag früh abends, Platz der Helden → Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Alrik, Boronaya)

"Die haben allerdings den Nachteil, dass man damit gut und tief schläft und schwer zu wecken ist, was zumindest bei uns keine gute Idee gewesen wäre. Und ein Mittel gegen Mücken hat den Nachteil, dass Teil der Rezeptur das Blut des Anwenders ist, das mögen die meisten Kunden nicht so gerne. Aber funktionieren tut es gut."

Meint Alrik. Dabei zeigt er seine Hände vor, die tatsächlich von Mückenstichen verschont sind. Er begleitet die Damen noch zu der Pension, wo er sich dann verabschiedet als diese Richtung eines der Räume streben. Alrik lässt sich unterdessen von Gobta die Herbergsleiterin zeigen und tritt an diese heran

"Die Götter zum Gruße. Gobta hier sagt, hier kann man ein sauberes Bett und gutes Essen bekommen."

Dabei deutet er kurz auf den Jungen. Es kann nie schaden, jemandem, der sich in der Stadt auskennt und scheinbar gut vernetzt ist, solche kleinen Gefallen zu tun und klar zu machen, dass die Wirtin wegen ihm ein Geschäft machen kann.
“I sound my barbaric yawp over the roofs of the world.”

Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 28.08.2019 11:17

13. Tag früh abends, Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Alrik, Boronaya)
Die Wirtin ist eine gewaltige Utulu mittleren Alters, die ihn sicher mühelos mit ihrer makellos sauberen Schürze erschlagen könnte. “Die Götter zum Grusse, Senor, ich bin Patada Ponche, Wirtin und Eigentümerin des Hauses. Saubere Betten und gutes Essen in einem traviagefälligem Haus ist genau das, was ich euch anbieten kann, Senor. Eine Kammer mit hölzerner Schliesskiste und sauberem Bett, einmal die Woche gewaschen, kräftigem Frühstück, das euch wohlbehalten ins ehrliche Tagewerk schickt, für nur sieben Oreal die Woche. Im Voraus natürlich. Abendessen nach Vorbestellung extra.” Ein langer Tisch unter der geschützen Veranda bietet sicher einem Dutzend Leute Platz, derzeit sitzen dort nur zwei junge Sklavenmädchen und schnibbeln Gemüse. Die Wirtin nickt Gobta freundlich, aber auch mahnend zu, da der mit dem älteren der schnibbeldnen Mädchen Blicke tauscht.
Dreck vorbeischwimmen lassen

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