DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

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Fjolnir Draugertöter Torbrandson
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Fjolnir Draugertöter Torbrandson » 17.12.2018 19:28

3. Tag, gegen Mittag, im Hafen, Portas, Santinera (Isna-Inti und Pala Strang)

Isna schaut Pala freudig an. Freudige BLick waren selten geworden bei ihr, so beginnen ihre Sätze sehr freudig und werden gegen Ende wieder trauriger und ernster. "Oh das ist gut dass du kennst Magierfrau und sehr nett dass du sie mir vorstellst. Wenn du sie kennst, ist sie bestimmt auch nett und du kannst ihr sagen, dass ich mich kenne sehr gut aus in Dschungel. Denn Isna-Inti ist Kundschafter und Kriegerin der Kauwaanso. Unsere Schamanene haben noch andere Farben und bei manchen Festen haben wir auch Farben. Aber das sind die Kriegsfarben. Isna-Inti trägt sie, weil böse Echses haben Dorf von Kauwaanso überfallen und Isna-Inti sucht ihre Kauwaanso.
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Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 17.12.2018 20:32

Tag 11, spät vormittag, Alte Baracken in Portas, Santinera
Es wird still, und Sumaida beschäftigt sich mit Hausarbeit, dann pflückt sie ein paar Blumen hinter dem Gebäude aus dem Unkraut für einen Strauß und stellt ihn bei Buki aufs Zimmer. Harana ist nicht da, und sie vermutet sie auf dem Klo, aber Buki wacht auf, als sie die improvisierte Vase hinstellt. “Blumen für die Kranke... Du kommst wirklich aus der Stadt, Kleine.” Sie lächelt müde aber glücklich. Sumaida legt ihr die Hand auf die Stirn. “Geht's?” “Geht schon. Morgen bin ich wieder auf den Beinen.” Sumaida schüttelt den Kopf. “Morgen bleibst Du noch im Bett.” “Und ihr verdient wegen uns wieder keinen müden Heller.” “Ach, das geht schon. Und gestern haben wir immerhin ganz ordentlich verdient.” Buki lächelt. “Ja, ich schätze, bei den Listen des Apothekers traut sich kaum einer ran – und die Bronzenen, so wie Ranica – haben lukrativeres zu tun. Aber ist das nicht elend langweilig? Tschopimoos ist nur deswegen nicht langweilig, weil man dafür auf die Bäume klettern muss.” Sumaida wird rot. “Ach, langweilig ist es nicht, Ich suche gerne Kräuter. Ausserdem sind wir Eingeborenen begegnet.” “Echt? Habt ihr gekämpft?” Sumaida schüttelt den Kopf. “Nicht so richtig. Eine wollte unbedingt einen Zweikampf mit Alejandro, aber er hat sie im Ringkampf besiegt. Und dann war es eigentlich ganz lustig. Die Jungs haben ihnen gezeigt, wie man Krokodile jagt.” “Wie, das konnten sie nicht?” “Ohne Stahlwaffen ist das wohl elend schwer, und ausnehmen kann man sie auch nicht so einfach, erst recht nicht ohne Stahlmesser.” “Du wirst ja eine richtige Crocodilero.” Sumaida wird wieder rot. “Ach was.” Buki riichtet sich ein wenig auf. “Und die Eingeborene – war die hübsch? So oben ohne und von Kopf bis Fuss bemalt?” Sumaida wird noch röter, und Buki hat Blut geleckt. “Sag bloss...” Sumaida erzählt, und was sie verschweigt, zieht ihr Buki dennoch aus der Nase. “Solche Schwerenöter! Hätte ich ihnen gar nicht zugetraut! Und Du hast verzichtet? Schwerer Fehler, Kleine! Da waren doch sicher hübsche Jungs dabei.” Sumaida wird noch röter. “Ich wollte aber nicht.” “Du willst nur mit Alejandro, nicht wahr?” Sumaida schaut zur Seite. Buki tätschelt ihr Knie. “Ist doch nicht falsch, und Du könntest Dir schlechtere aussuchen. Alejandro läßt Dich wenigstens nicht hängen, wenn's mal eng wird. Wie ist er denn so...zwischen uns beiden.. und zwischen den Beinen?” Buki stupft sie mit dem Zeigefinger auf die Stirn. “Du wirst offenbar gesünder, wenn Du schon wieder daran denken kannst.” Buki lacht. “Ich hoffe es. Wo ist eigentlich Hara?” “Ich dachte, sie wäre austreten...” “Korian geht's immer noch nicht wirklich besser?” Sumaida zögert. “Er knabbert noch am schwersten dran. Aber übermorgen dürfte er wieder auf den Beinen sein. Er hat dich halt den ganzen Weg vom Hafen getragen.” Buki seufzt und läßt sich zurücksinken. “Der Junge ist Gold wert. Ohne den wären wir nur ein Haufen Verlierer.” Sie grinst. “Und er vögelt wie ein junger Gott.” Sumaida durchschaut das als Provokation. “Ich weiss, wir haben Dich gehört.” Buki grinst noch breiter. “Rahja lehrt, dass man seine Freude teilen soll!”
Auf der Stiege erklingen Schritte, dann kommt auch Harana ins Zimmer und gähnt. “Ah. Da bist Du. Soll ich uns noch einen Donftee machen?” Sie blikt zur Vase. “Schöne Blumen, das ist lieb von Dir!” Sumaida lächelt. “Wenn Du Dich frischer fühlst, kannst Du mir etwas bei der Hausarbeit helfen?” Harana zögert. “Ich wollte mich gerade wieder hinlegen, aber etwas Bewegung kann sicher nicht schaden.”

Alejandro und Marico kommen knapp vor dem Mittagsregen zurück, und als Beute bringen sie einen kleinen Alligator und einen noch recht jungen Affen mit. Harana hat sich wieder hingelegt, und Sumaida sitzt einsam am Tisch über ihren Unterlagen und Kräutern. Sie freut sich sichtlich und erhebt sich sofort. “Wie lief es?” Alejandro bringt die Beute zur Küche, während Marico das gesammelte Feuerholz hinters Haus bringt. “Geht so. Hier nahe an der Stadt jagen so einige, und man muss den Feldern fern bleiben. Und die Affen sind natürlich längst auf den Trichter gekommen, man muss also wirklich gut anschleichen.” “Gab's Ärger?” Alejandro zuckt gleichmütig mit den Schultern. “Nur ein paar Verwünschungen von Leuten, die meinten, der ganze Norden gehöre ihnen.” Er grinst. “Und bei euch?” “Harana und Rando geht's schon besser, die dürften Morgen wieder auf den Beinen sein. Buki und Korian geht's etwas besser. Morgen kann ich also wieder mit euch los.” Sie lächelt und Alejandro reckt die Daumen nach oben.

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Romin Aranthal
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Romin Aranthal » 17.12.2018 22:07

3. Tag, gegen Mittag, im Hafen, Portas, Santinera (Isna-Inti und Pala Strang)

Pala ist zunächst ganz angesteckt von dem freudigen Blick Isnas "Das wird sie bestimmt freuen, dann wird sie dich sicher gebrauchen können. Oh, kannst du mir Schamanen-Farben aufmalen" Doch dann verdüstert sich auch Palas Gesichtsausdruck, "Das ist ja wirklich schrecklich, weißt du, warum die Echsen dein Kauwanso angegriffen haben?"
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Lokwai
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 18.12.2018 09:58

3. Tag, nachmittags, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon-Strang)

"Piriones, nett euch kennen zu lernen. Dann sind wir uns wohl ähnlich, ihr steht im Dienste einer Akademie und ich im Dienste unseres Herrn und seinem heiligsten Platz auf Dere. Ihr kämpft mit Worten und Zeilen und ich mit der Waffe. Wir beiden sind aber nicht als das zu erkennen. Welchen Grund habt ihr es zu verheimlichen?" fragt er ihn neugierig. Ihm wäre bestimmt ein Siegel einer Akademie, eine Ordenstracht, ein Symbol der Akademie oder ähnliches aufgefallen.
"Als Schreiber braucht ihr gute Augen? Ich verstehe, im Kerzenschein oder Dämmerlicht lässt sich sonst nicht gut arbeiten." Seine Aussage ist nicht als Provokation ausgelegt, auch wenn in seiner Stimme ein Hauch von Arroganz mitschwingt.
Als er das Mädchen am Tresen erwähnt, schaut er nochmal hinüber zu ihr und beobachtet sie wie sie wohl gerade die Einträge beendet und das Buch zuschlägt.
"Ja, hübsch ist sie ... ähm, ja ich bin noch solo." Er lacht kurz auf. "Ich habe noch keine Partida. Wie heißt denn diese Magierin mit der ihr unterwegs seit?" Dabei betont er grinsend das Wort unterwegs.
"Und warum sucht sie überhaupt eine Partida. Geht es nur um den Forschergeist?"
Boroggio würde sich freuen, sollte ich schonmal seine Tempelruine erkunden können
Am liebsten würde er mit den Augen rollen, denn der Boroni hatte ihm damit tagelang in den Ohren gelegen. Er würde seine Geheimnisse ergründen wollen. Boron sei schonmal dort gewesen ... tze, in einem Echsentempel?

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 18.12.2018 12:09

3. Tag, nachmittags, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon-Strang)
Der Schreiber lacht. „Grund? Gesprochen wie ein wahrer Gardist. Was brauche ich Gründe - ich halte es da mit Hesinde, mein Freund.“ Er prostet ihm zu, als ob das eine Antwort wäre. „Nun, ohne erfahrene Bedeckung in die Grüne Hölle zu gehen bringt einem dann dem gnädigen Herrn Boron doch vor der Zeit nahe, nicht wahr? Da braucht es neben guten Kämpfern vor allem auch gute Kundschafter und Heiler.“ Er stellt den geleerten Humpen ab – das Bier hier kann man wahrscheinlich den ganzen Tag lang trinken, ohne davon recht betrunken zu werden. „Dann wünsche ich euch viel Glück bei der Gründung einer Gruppe. Ich werde mich mal umhören, wer hier was taugt.“ Er nickt ihm noch einmal freundlich zu und erhebt sich dann.
Am Tresen hebt Rijka den Kopf, als er sich nähert. „Senorita Rijka, wenn wir Bedeckung für ein paar Tage in den Ruinen anheuern wollen – wen könntet ihr der Gelehrten Dame und mir empfehlen?“ Rijka wird ein wenig rot unter seinem Blick und nimmt eine andere, ledergebundene Kladde hinzu. „Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, werter Herr. Bevor die Gilde jedoch Aufträge annimmt, ist ein, nehmt es mir bitte nicht übel, gewisser Leumund vonnöten. Bei Stadtfremden muss entweder ein anderer, akkreditierter Auftraggeber oder ein Stadtrat, gutsagen. Aber das dürfte für euch und die euch begleitetende Magierin sicher kein Problem darstellen.“ Sie lächelt ihn an.
„Sämtliche Aufträge müssen im Voraus bezahlt werden, sie werden natürlich erst an die Questadoren ausgezahlt, wenn ihr den Auftrag als erledigt gegengezeichnet habt. „Piriones nickt und beugt sich ein wenig vor, richtet sich allerdings wieder auf, als er sieht, wie sie unwillkürlich ein wenig zurückweicht, und macht das mit einem Lächeln gut, das ihn gewiss schon aus manch einem Schlamassel gerettet hat. „Das ist nur verständlich, Senorita Rijka. Es ist auch eher so, dass ich die Gelehrte Dame begleite und nicht umgekehrt. Sind denn alle Magier in der Stadt in akkreditiert, wie ihr so schön sagtet?“ Rijka nickt. „So ist es – es zieht ja früher oder später doch alle in die Ruinen.“ Piriones lacht. „So auch uns, Senorita.“ Er lächelt sie wieder an, und wieder errötet sie ein wenig. „Wen würdet ihr denn da vor allem empfehlen? Vernünftig finanziert sind wir.“ Der Wirt taucht auf und brummt. „Da gibt’s einige, wobei die besten über längere Zeiten gebucht sind und sich Ihre Auftraggeber aussuchen. In die Ruinen wird immer nur eine Übernachtung akzeptiert, die Luft und das Wasser sind dort zu schlecht, so dass danach mindestens ein Ruhetag einzulegen ist.“ Piriones lacht. „Das klingt ja schon fast mittelreichisch zünftig, mein Bester.“ Miguel spuckt zielsicher in den Kübel mit Waschwasser. „Erfahrung, mein Freund. Erfahrung. Ihr könnt gerne versuchen, Dumme zu finden, die ihre Knochen leichtfertig riskieren. Aber ob euch damit gedient ist...“ Piriones hebt die Hände. „So war das nicht gemeint, Väterchen.“ „Ich geb Dir gleich Väterchen, mein Junge.“ Piriones sieht ein, dass Miguel für seine charmante Ader nicht besonders empfänglich ist, auch wenn – oder vielleicht weil - das bei Rijka anders zu sein scheint. Aber auch Miguel ist zu sehr Geschäftsmann um seine Vorlieben dem Geschäft im Wege stehen zu lassen. „Die gelehrte Dame möge sich eine Empfehlung besorgen, dürfte kein Problem sein, und wenn doch, reicht auch ein Gespräch mit einem Stadtrat oder der Hafenkommandantin, daran ist es noch nie gescheitert. Wenn dann auch das Gold tatsächlich da ist, nimmt die Gilde gerne eure Aufträge an und berät euch. Beinahe kostenlos!“ Er grinst und Piriones muss herzlich lachen. „Ihr seid ein Mann nach meinem Geschmack, werter Herr!“ Miguel taut etwas auf. „Dann auf gute Geschäfte.“ Piriones reicht ihm die Hand und er schlägt ein. Dann verabschiedet er sich noch einmal bei Rijka, nickt Goldon zu und scheint dann zu schwanken, ob er die Gruppe am Tisch ansprechen soll, oder doch gehen soll.

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 18.12.2018 13:03

3. Tag, nachmittags, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon-Strang)

Goldon verdreht die Augen, also Piriones so langsam von oben herab redet:
"Euer Freund? Das ging ja schnell", lacht er, "für einen Schreiber, der auf Hesindes Wegen schreitet, seit ihr gut über Expeditionen in den Dschungel informiert. Bravo!" Unterstützt er seine Überheblichkeit. Was bei ihm funktioniert, wird auch bei Piriones funktionieren.
"Vor Borons Zeit? Na, diese gibt es nicht, dann hatte es Boron so entschieden!"
Dann lässt er ihn mit einem freundlichen Grinsen ziehen.
"Ich danke euch. Die Grüne Hölle wird schon dafür sorgen, dass man Nachschub braucht! Aber hört euch ruhig um, ich werde mich kenntlich zeigen!"

Das er Rijka, wohl mit seinem Äußerem, beeindrucken kann, schmeckt ihm nicht. Er hört zwar hin und bekommt mit, dass es Anforderungen wie Leumund und Ruf gibt, aber dann verschließt er sich.
Was für ein Gockel und er kommt damit durch! Ich weiß nicht was mir lieber ist, ein Haufen grober Söldner oder so ein geleckter Gelehrter des Besserwissens
Goldon erwidert das Nicken Piriones mit einem Lächeln und verfolgt wie er das Gildenhaus verlassen wird.

Dann bestellt er sein drittes Bier: "Ich hätte gern noch eins, um zu zeigen, dass ich es auch selber bezahlen kann!" Er lacht und prostet dem Wirt und seiner Tochter mit dem leeren Humpen zu.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 18.12.2018 13:51

3. Tag, nachmittags, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon-Strang)
„Kommt sofort.“ Miguel zapft, und die andere Bedienung stellt es ihm auf den Tisch. „Wohl bekomm's!“
Piriones entscheidet sich tatsächlich für den Versuch, mit den anderen Söldnern ins Gespräch zu kommen, und hier trifft er offenbar den rechten Ton. Das beinhaltet zwar auch, dass er eine Runde ausgeben muss, aber die Bierpreise hier sind sehr erschwinglich, das einzige, was das Bier einigermaßen erträglich macht. Die Söldner stellen sich wohl vor, dann scheint er sie über die Ruinen zu befragen, denn es fallen Worte wie „Esplanade“, „Arena“, „kleiner Nordtempel“ und ähnliche Bezeichnungen. Es dauert nicht lange, dann holt Piriones einen Knobelbecher mit Würfeln hervor und scheint seine Fragerei in ein phexgefälliges Glücksspiel zu kleiden. Es wird gelacht und getrunken, und Piriones verbreitet gute Laune. Hinter dem Tresen knurrt Miguel. „So ein Windhund. Das Du mir nicht mit dem ausgehst, ist das klar?“ Das 'Oder sonst!' steht nonverbal klar im Raum. Rijka errötet und beteuert töchterlichen Gehorsam.

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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 18.12.2018 14:50

3. Tag, nachmittags, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon-Strang)

Goldon hängt seinen Gedanken nach, sein Bierkrug leert sich langsam, es ist mittlerweile mehr Zeit vergangen. Da macht sich Langeweile breit, er war nicht so der Typ der sich verstellt um an Informationen ranzukommen. Piriones ging es wesentlich einfacher von der Hand.
Vielleicht sollte ich wieder zurück in die Dachkammer und mir eine rauchen.
Er holt seine Meerschaumpfeife hervor und stopft diese mit dem normalen Mohacca, einem der mit Rum versetzt wurde.
Dann fängt er an zu paffen.
Ahhh, besser ... Etwas Trübsaal bläst er mit ein paar Rauchwolken davon und fängt wieder an in geordnete Bahnen zu denken.
Sein Bierkrug leert er und macht sich zu einem günstigen Moment in Richtung Miguel auf, als dieser nicht mehr neben seiner Tochter steht.
"Wie ihr wisst bin ich neu hier und ich würde gerne mehr über die Ruine erfahren. Also die, hinter der ein Tempel vermutet wird. Mein Herr wünscht mehr Informationen darüber und ich würde gerne abliefern. Könnt ihr mir weiterhelfen oder mir einen Fachmann nennen, der diesen Tempel schon untersucht hatte. Gibt es noch Mitglieder der Besatzung hier, die die Ruine damals schon untersuchten? ... kann euch die Kirche ansonsten irgendwie behilflich zeigen?"

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 18.12.2018 18:06

3. Tag, nachmittags, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon-Strang)
Miguel schaut kurz rüber zu dem mittlerweile recht fidelen Tisch, wo man offenbar gerade so ein Mittelding zwischen „Boltan mit Ausziehen“ und „Mit Narben Angeben“ veranstaltet, spült dann weiter an seinen Humpen. „Ruine? Was immer das mal war, es war weitaus größer als Santinera. Seit gut zwei Jahren versuchen Glücksritter und Magier dort ihr Heil, seit eine Paligan da eine Goldschale besetzt mit Edelsteinen von beinahe sieben Stein Gewicht gefunden hat. Einfach so beim Jagen. Da ist schon einiges zu holen. Aber ein einzelner Tempel ist das nicht, eher eine Tempelstadt. Die Achaz des Umlandes sind auch entsprechend feindlich geworden, obwohl sie zunächst wohl selber nichts davon wussten, verfluchte doppelzüngige Zischler.“ Er schaut wieder hinüber zum Tisch, wo nachgeordert wird und beginnt zu zapfen. „Wer damals dabei war? Durban, der betreibt eine Kampfschule in Sandalia, und Ihre Gnaden, die Dottora. Aber die haben schon lange keine Lust mehr, darüber zu reden, und soweit ich weiß, haben die damals auch gar nicht groß drin geforscht. Sind beides keine Leute, denen man dumm kommen sollte. Ein Saurologe aus Selem“, er macht das Zeichen gegen den Bösen Einfluss, „ist da wochenlang drin rumgekrochen anschließend, hat einiges fortgeschleppt und den ganzen Trubel ausgelöst. Das waren Zeiten. Die Leute sind da gestorben wie die Fliegen, bis wir die Gilde auf die Beine gestellt und für Ordnung gesorgt haben.“ Er stellt Neesama die Humpen aufs Tablett. „Jetzt am besten auskennen dürften sich die Bronzenen und die Magier aus der Metropole, vielleicht noch Die Dame Akagi.“ Wieder das Zeichen gegen den Bösen Einfluss.
Neesama bringt dem Tisch das heiß ersehnte Bier, bleibt auch ein paar Augenblicke um ein paar Scherze auszutauschen. Miguel knurrt vor sich hin. „Der Kerl hat wohl wirklich die Phexstatue in der Metropole geküsst.“

Tag 12, morgens, Alte Baracken in Portas, Santinera
Harana und Rando sind, wie von Sumaida vorher gesagt, im Prinzip wieder hergestellt, aber Buki und Korian sollten Sumaidas entschieden vorgebrachter Meinung nach noch nicht wirklich aufstehen, auch wenn es zum Frühstücken unten reicht.
“Das Herumliegen macht mich wahnsinnig.” Korian brummt. “Und das alles, weil das Wasser nicht richtig abgekocht war.” Harana wird rot und schaut zu Boden, aber offensichtlich gilt die Bemerkung nicht ihr, und niemand schaut anklagend in ihre Richtung. Stattdessen seufzt Buki und schiebt ihre leere Schale von sich. “Wenn ich ehrlich bin, hab ich nichts dagegen, noch einen Tag auszuruhen.” Sie schaut zu Sumaida. “Ich machs wieder gut.” Die lächelt. “Werd erst einmal gesund.”
Als Korian und Buki sich wieder hingelegt haben, nimmt sich Sumaida Rando und Harana vor. “Laßt sie noch nicht richtig aufstehen! Sonst verschleppen sie es noch, dann liegen sie noch zwei Wochen darnieder.” Sumaida wiederholt ihre Anweisungen. Harana grinst. “Keine Sorge Sumi, notfalls fesseln wir sie ans Bett. Wollte ich bei Buki immer schon mal.” Sumaida wird ein wenig rot, lacht aber. “Aber strengt euch selbst auch nicht zu sehr an. Ihr seid noch schwach und könntet einen Rückfall bekommen. Nur leichte Arbeit.” Alejandro nickt und schaut zu Harana. “Aber ruhig leichte Arbeit.” Harana zieht eine Schnute. Rando lacht. “Keine Sorge. Feuer wird angelegt sein und Wasser geholt, wenn ihr wieder da seid. Ein bischen will man ja auch was tun. Nun schert euch fort, bevor das Schwarze Brett leer ist.” Alejandro muss ebenfalls lachen, und sie verabschieden sich.

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Fjolnir Draugertöter Torbrandson
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Ungelesener Beitrag von Fjolnir Draugertöter Torbrandson » 18.12.2018 20:37

3. Tag, gegen Mittag, im Hafen, Portas, Santinera (Isna-Inti und Pala Strang)

"Oh das ist gut, wenn du denkst Magierfrau freut sich darüber, dass Isna-Inti ihr hilft in Dschungel. Ich finde schwer es bei den Bleichgesichtern sich zu einem Trupp zusammenzuschließen. Man muss mitmachen bei Parti-da erklärt Isna, dann blickt sie Pala erstaunt an "Bist du denn Schamanin bei den Bleichgesichtern? Oder warum willst du die Farben der Schamanen tragen?" um dann ernst die letzte Frage Palas zu beantworten "Böse Echslinge versuchen in Tabu-Land zukommen, dass Kauwaanso beschützen
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Ungelesener Beitrag von Romin Aranthal » 18.12.2018 23:01

3. Tag, gegen Mittag, im Hafen, Portas, Santinera (Isna-Inti und Pala Strang)

"Von Partidas habe ich auch keine Ahnung, aber die Magierin wird bestimmt davon erzählt bekommen haben und kann das dann erklären." antwortet Pala bevor sie mit den Schultern zuckt. "Schamane hört sich so mystisch an, außerdem erzählte mein Vater immer, dass eine meiner Urur-Großmütter eine Schamanin war, worauf er wohl ziemlich stolz. Aber mehr konnte er mir dazu auch nicht erzählen. Meine Familie lebte nämlich lange auf einer Plantage und deswegen kennen wir kaum noch die alten Bräuche." Palas Gesicht wird auch wieder ernster als Isna ihr wieder über das Schicksal ihres KAuwaanso berichtet. "Ein Tabuland?! Ich erinner mich das mein Vater immer sagte, sein Tabakbeutel sei für mich Tabu aber ansonsten. Was heißt denn das genau und warum musstet ihr es beschützen. Außerdem verstehe ich nicht den Zusammenhang vom Schutz des Tabulandes und dem Kaufen deines Kauwaansos mit den glitzernden kleinen Scheiben - was übrigens Geld genannt wird."
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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 19.12.2018 10:42

3. Tag, nachmittags, Gildenhaus in Portas, Santinera (Goldon-Strang)

Auch Goldon ist über die fidele Art drübern am Tisch verwundert. Dann lauscht er gebannt dem Wirt zu.
"Größer als Santinera? Aha ... war mir garnicht bewußt ...
Von dieser Paligan hat Boroggio berichtet, auf ihrem Schiff ist seine Schwester mitgefahren.
"Verstehe, also der Saurolge ist nicht mehr hier, aber dieser Durban, die Dotorra, die Dame Akagi, Magier aus der Hauptstadt, wie auch die Bronzenen. Das sind gute Anhaltspunkte. Ich danke euch."
Dann wirft er auch nochmal einen Blick hinüber, dort wo Piriones und die Söldner sitzen.
"Das mag sein, dass er die Phexstatue geküsst hat, aber die Frage lautet, werden die Söldner auch ihn küssen, nachdem Piriones sein Handel beendet hat? Wir kennen doch Phexens Attitüde", dabei zieht er einen Mundwinkel hoch.
Goldon hinterlässt Miguel wesentlich mehr Münzen als das eine Bier kostete als Dank für die Information.
Dann verabschiedet er sich von ihm, seiner Tochter und Neesama: "Bis bald, einen schönen Tag."
Er geht zu seinem Platz hinüber schultert seinen Rucksack und legt den Sklaventod an und verlässt, mit einem Nicken zu Piriones hin als er sich dem Tisch nähert, das Gildenhaus.
Also dieser Durban wohnt oder arbeitet also in Sandalia, dass passt doch. Da werde ich später mal vorbeischauen
Goldon hört den Lärm der vom Hafen her an sein Ohr dringt.
Mal was essen und schauen was es dort so gibt? Dann tragen ihn seine Füße gen Hafen.
Zuletzt geändert von Lokwai am 20.12.2018 10:29, insgesamt 1-mal geändert.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 19.12.2018 18:45

Tag 12, morgens, Gildenhaus in Portas, Santinera
Leider ist genau das der Fall, jedenfalls hängen keine Aufträge aus, die sich Alejandro zutraut oder besonders verlockend findet. Er deutet auf einen Zettel. “Wasserratten? Das macht man mit Fallen. Wenn eine Plantage das nicht selber hinbekommt... und 1 Kreuzer pro Schwanz.” Er schaut zu Rijka. “Auf Dolorosa herrscht wohl Personalmangel. Aber wir hängen die Aufträge nur aus, ob sowas wer annimmt... Hab ich der Verwalterin gestern auch gesagt. Ich glaube nicht, dass sich das für euch rechnet. Ist zudem beinahe eine Stunde mit der Conchita flussabwärts und drei zurück.” Alejandro schüttelt den Kopf und blickt zu seinen Getreuen. Marico bestätigt das. “Neee. Dann lieber einfach nur Jagen gehen. Dann haben wir wenigstens was vernünftiges zu Essen.” Sumaida nickt. Alejandro entziffert ein anderes Blatt. “Auf Rocio de la Manana haben sie offenbar den Ersäufer ausgeschrieben. Für drei Goldstücke. Den schaffen wir aber nicht. Selbst mit einer Arbalone muss man sich für so ein schlaues Biest wahrscheinlich tagelang auf die Lauer legen.” Er erntet keinen Widerspruch.

Die Tür öffnet sich, und Saki, die jüngste Tochter des Apothekers kommt herein. Die drei winken ihr zu, und auch Rijka begrüßt sie höflich. “Guten morgen Saki. Was bringst Du?” Saki erwidert erst einmal die Grüsse, wobei sie etwas errötet, als sie Aljeandro anschaut, und sich gleich Rijka zuwendet. “Nur eine kleine Liste diesmal, hauptsächlich Uferpflanzen.” Sie wendet sich an Sumaida. “Papa würde sich sicher freuen, wenn ihr das macht. Die anderen schleppen meist besseres Kaninchenfutter an, viele erkennen nicht mal Donf.” Rijka prüft die Liste aufs Formale, aber anstatt sie hinzuhängen, reicht sie sie gleich an Alejandro weiter. “Wäre das was für euch?” Der schaut nur kurz drauf und gibt sie dann an die dafür unendlich viel besser qualifizierte Sumaida. Die nickt. “Ja, das..uh.. dürfte nicht so schwer sein. Eine hübsche Tunika übrigens, Saki. Sie gefällt mir, gerade die Borte.” Alejandro nickt. “Mir auch.” Saki strahlt. “Habe ich mir selber umgearbeitet. Wollt ihr nicht mal unser Badehaus benutzen? Mama würde euch sicher einen Sonderpreis machen!” Rijkas Gesichtsausdruck nach hält sie das für optimistisch, aber die Frage stellt sich ohnehin nicht. “Wenn wir etwas besser verdienen gerne, mein ich. Aber momentan...” “Dann viel Glück! Und bis heute Nachmittag!” Sie verabschiedet sich. Rijka trägt den Auftrag in die Kladde ein. “Das Badehaus der Paulsons ist wirklich schön – viel besser als der kleine Trog in den alten Baracken. Kostet nur einen Oreal pro Kopf. Nach Geschlechtern getrenntes Baden natürlich.” Die drei Questadoren werden prompt etwas rot. “Natürlich.”

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Ungelesener Beitrag von Lokwai » 20.12.2018 10:47

3. Tag, nachmittags, Portas, irgendwo am Hafen, Santinera

Sich in das Getümmel am Hafen zu schmeißen tut gut. Goldon vermisst die überfüllten Straßen von Al'Anfa und zumindest hier im Hafen kam etwas Flair von der Hauptstadt rüber ... naja fast. Goldon redet sich bei seinem Gang durch die Straßen von Santinera die Stadt schön. Es war gut, dass er nur einen kleinen Teil seines Geldes bei sich trägt, denn auch in dieser kleinen Stadt gibt Taschendiebe*.
Er vermisst den salzhaltigen Geruch des Meeres und der erhabene Anblick auf diesen vom der Stadt des Schweigens aus.
Etwas erstaunt darüber wieviel unterschiedliche Gesichter es sogar hier gibt, einfache Leute mit wettergegerbtem Gesicht, dunkel- und bronzehäutigen Ureinwohner wie auch Händlerpersönlichkeiten, viele Menschen mit nordischen Teints, davon sehr wenig Blonde dafür recht viele Braun- wie auch Schwarzhaarige. Hier war jeder bewaffnet und wenn es nur ein Messer war.
Goldon bleibt an einer Garküche stehen, die nicht so vor Exotik strotzt wie manch andere Stände.
"Dem Ewigen zum Gruße, ich hätte gern etwas Reis, mit Huhn und der Dattelsoße ... was macht das?" sagt er zu einer älteren Frau die zwischen den Dunstwolken ihrer ganzen bruzelden Pfannen und Töpfen hindurchlugt.

EDIT: *Elend zu Taschendieben umgewandelt
Zuletzt geändert von Lokwai am 20.12.2018 14:53, insgesamt 1-mal geändert.

Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 20.12.2018 12:56

3. Tag, nachmittags, Eine Garküche am Rande von Portas, Sandalia, Santinera (Goldon-Strang)
Die Alte nennt ihm einen angemessenen Preis, und die dafür gereichte Kost in der hölzernen Schale ist durchaus schmackhaft. Goldons Blick gleitet über die Gasse, und die nun wieder aktiv gewordenen Bewohner. Sauberer ist es als in der Metropole. In Sandalia wohnen großteils einfache Handwerker, aber die Häuser und Straßen sind sauber wie in den besseren Vierteln der Fanas in der Metropole, und auch offenkundiges Elend sucht das Auge vergeblich. Nun, das ist gar nicht so erstaunlich. Hier herrschen geordnete Verhältnisse, die Stadt ist klein, so dass sich eine echte Unterschicht kaum bilden kann. Die wenigen Haltlosen und Unglückseligen, die es überall gibt, hausen wahrscheinlich auf der anderen Flussseite im Fischerdorf. Die Bevölkerung hier besteht großteils aus freigelassenen Sklaven, die etwas aus sich machen wollen, und anders als die Metropole mit ihrem Seehafen, der täglich alles mögliche anspült, hat man hier einen sehr genauen Blick auf das Kommen und Gehen von Fremden. Die drei herrschenden Familien scheinen sich einig genug zu sein, um eine friedliche Entwicklung zu gewährleisten und störende Einflüsse von außen in den Griff zu bekommen. Hier ist alles geregelt – selbst die herumstromernden Kinder am Hafen machten keinen unterernährten oder völlig ungewaschenen Eindruck. Bettler hat er noch keinen einzigen gesehen. Hier ist alles geregelt. Und wer sich nicht einfügt, wird sicherlich gemaßregelt. Frieden, das weiß er als Gardist, geschieht nicht durch Zufall. Es gibt – der Gilde nach zu urteilen – sicherlich an die hundert freie Söldner hier, aber keine Condottieras. Auch keine konkurrierende Gilde. Und die Tagelöhner scheinen auch organisiert zu sein. Auch in einer Hand. Ebenfalls ohne Konkurrenz.
Dann fühlt er sich auf einmal im Blick einer Borongeweihten. Also der Borongweihten. Madre Speranza, und ihr Blick spricht Bände. Natürlich weiß sie, wer er ist, denn natürlich galt Boroggios erster Besuch dem Tempel und ebenso natürlich begleitete Goldon ihn und wurde der Geweihten vorgestellt. Es ist fürwahr ein Segen, dass Borongeweihte nicht viel reden, denn Madre Speranzas Stimme klingt wie das Kreischen von Kreide auf einer Schiefertafel. Und sie hat Ansichten. Wahrscheinlich hätte auch Travia sie erwählt. Schulmeisterin hätte sie sicher ebenfalls werden können. Auch wenn sie kein einziges Wort sagt, hört Goldon deutlich die Botschaft. Was fläzt ihr, der als Gardist der Stadt des Schweigens, dem einfachen Volk Vorbild und Mahnung sein solltet, euch hier rum wie ein gemeiner Söldling? Habt ihr kein anständiges Tagewerk? Könnt ihr euch nicht anständig anziehen? Wo ist eure Tracht?
Die Umstehenden und die Alte hinter dem Tresen grüßen die Geweihte ehrerbietig durch das Neigen ihrer Köpfe, und sie nimmt das huldvoll nickend entgegen.

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Lokwai
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Lokwai » 20.12.2018 17:17

3. Tag, nachmittags, Eine Garküche am Rande von Portas, Sandalia, Santinera (Goldon-Strang)

Eine ziemlich ordentliche Stadt? Fällt ihm auf, unter anderem sind die Gassen nahezu sauber, man wird wenig angepöbelt, Gossenkinder sind auch kaum zu sehen. Wer schafft es diese Ordnung so aufrecht zu halten, ohne Interessenskonflikte?
Seine Mahlzeit schmeckt ihm, hätte er jetzt nicht gedacht, während er gerade seinen Blick durch die Gegend streifen lässt und seinen Gedanken nachhängt, taucht die Boroni Speranza auf.
Ihr Blick spricht tausend Bände, wie aus Gewohnheit strafft er sich und er legt seine Lässigkeit ab. Er spürt ihren Blick auf seine Kleidung. Gut, er war nun nicht in der Tracht des Gardist der Stadt des Schweigens gekleidet, aber zumindest trägt er schwarz, Hose wie auch Hemd. Aber er wusste, dass er für ihr Verständnis einer borongefälligen Tracht viel zu legere herumläuft.
"Boron zum Gruße, euer Gnaden." Er begrüßt sie mit strammer Stimme und hat zuvor seine Holzschüssel abgelegt. Er hofft, sie würde auch ihm nur zunicken und weitergehen. Mal schauen.

Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 20.12.2018 21:04

3. Tag, nachmittags, Eine Garküche am Rande von Portas, Sandalia, Santinera (Goldon-Strang)
Die Geweihte nickt, den Gruß erwidernd, betrachtet ihn noch einen kurzen Augenblick strafend, dann schüttelt sie den Kopf und geht weiter, gefolgt von einem jungen Akolythen, der sie gerade im Laufschritt einholt, einen Korb und einen Sonnenschirm unter dem Arm, den er jetzt aufspannt. Der Kleine sieht aus wie ein junger Hund, der auf verdiente Schelte wartet, aber die Geweihte nickt ihm nur ernst und deutlich weniger tadelnd zu, als eben Goldon, vielleicht weil sie der Meinung ist, das der Akolyth noch lernt, und Goldon es als Teil der bewaffneten Elite 'besser wissen sollte'. Aber ihr gestrenger Blick auf ihn scheint niemandem besonders aufgefallen zu sein – vielleicht schaut sie immer streng. Noch ein paar Augenblicke, dann ist sie in eine Seitengasse eingebogen.

Tag 12, gegen Mittag, irgendwo im Dschungel am Westufer
Die Liste ist tatsächlich schnell abgearbeitet, noch vor dem Mittagsregen, und so suchen sie in einer schnell errichten Blätterhütte Unterschlupf, bis das Gröbste vorbei ist. “Was werden wir dafür bekommen?” “Wenn alles glatt geht, etwas über zwei Goldstücke. Könnte schlechter sein.”Marico nickt. “Die Unterkunft ist ja schön billig, und glücklicherweise können wir Feuerholz selber sammeln und jagen. Sonst wäre das Essen ganz schön teuer. In der Regenzeit werden wir großteils vom Ersparten leben müssen.” Er wendet sich an Sumaida, die zwischen ihnen hockt. “Wie steht es eigentlich mit Deiner Bewaffnung?” Sie hält sich an ihrem Stab fest. “Ich..uh...” Alejandro brummt. “Komm ja nicht auf die Idee, in den Nahkampf zu gehen. Das machen wir beide. Du bist unsere Heilerin. Du kannst gerne üben, aber Du bleibst im Zweifelsfall hinten, ist das klar? Sonst werde ich ernsthaft böse.” Sumaida nickt. “Aber üben muss ich. Wenn wir kämpfen müssen, darf ich euch nicht zur Last fallen!” Alejandro schüttelt den Kopf. “Zum einen: Wir sind keine Krieger. Auch wir beide nicht. Marico nicht, und ich auch nicht. Wir können uns wehren, und wir können einigermassen jagen. Wir werden nie eine Kampfgruppe wie die, die sich in den Ruinen mit den Achaz Scharmützel liefern. Das ist mir mittlerweile klar.” Marico sieht ihn an. Alejandro zuckt mit den Schultern. “Wie lange hielten wir wohl gegen auch nur zwei Achaz durch, die wirklich kämpfen können? Lass uns an unseren Schwächen arbeiten, mein ich, aber sie nicht zu unseren Stärken erklären. Wir können gut jagen, besonders Krokodile, und sind einigermassen ordentlich im Dschungel. Sumi, Du bist jetzt schon eine überdurchschnittliche Heilerin.” Die schaut zu Boden “Ich muss noch so viel lernen.” “Wir auch. Ich brauche mehr Übung im Klettern, im Schleichen, und es wäre schön, wenn ich Tamaka bemerken würde, bevor sie hinter mir steht.” Sumaida kichert. Marico nickt. “Ja, das war echt peinlich. Die sind echt so viel besser als wir. Wenigstens hast Du sie im Ringkampf besiegt.” Alejandro schaut in den Regen. “Hätte ich keine Rüstung angehabt, hätte sie mich besiegt.” Sumaida klingt entschlossen. “Aber Du hattest eine Rüstung an. Du hast gewonnen und den Streit beendet.” Marico nickt. “Da hat sie recht.” Er grinst breit. “Davon kann ich noch meinen Enkeln erzählen!” Alejandro wird rot. “Mach nicht mehr draus als es war, Rico. Da war auch viel Glück bei.” “Glück muss man erst mal haben.” Das Rauschen hört auf, und sie kriechen aus ihrem improvisierten Wetterschutz.

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Fjolnir Draugertöter Torbrandson » 20.12.2018 22:28

3. Tag, gegen Mittag, im Hafen, Portas, Santinera (Isna-Inti und Pala Strang)

"Mys..tisch. Plantage. Ge..l.d wiederholt Isna. Bei den ersten beiden kann sich Pala sicher sein dass Isna die Wörter nicht verstanden hat. "Du kennst die alten Tayas nicht? Ihr Bleichgesichter erzählt euren Kindern nicht die alten Tayas und lehrt sie nicht die alten Bräuche, wie man mit den Geistern umgeht um sie nicht zu ärgern. Isna ist sichtlich entsetzt. EIn Tabu ist was sehr ernstes. Ein Tabu zu brechen, bringt großes Unglück über den Rücken der Schildkröte oder einem Teil davon. Manchmal darf man die Geister in einem Tabuland nicht stören oder es hausen böse Satuul da.Es ist wichtige Aufgabe von kamaluq Die Schamanen wissen was dort ist. Die Krieger, Kundschafter und Leute die das Tabu schützen oft nicht.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Romin Aranthal » 21.12.2018 10:59

3. Tag, gegen Mittag, im Hafen, Portas, Santinera (Isna-Inti und Pala Strang)

Pala fängt an zu kichern als Isna-Inti versucht die für sie neuen Wörter auszusprechen, bevor sie wieder ernster wird, "ja, Plantagen, man baut Manjok, Bananen, Tee, Kaffe oder Baumwolle für seinen Herren an. Der Herr ist Besitzer von Sklaven. Er gibt dir eine Hütte und zu essen, wenn du klug bist lehrt er dich vielleicht Lesen und Schreiben. Wenn du krank bist und nicht zu alt, wird er nach einem Heilari schicken. Das ist wohl das Schicksal deines Kauwaansos. Außer du wirst sehr schnell sehr reich. Ich fürchte wenn du mit deinem Kauwaanso leben möchtest, musst du dich dem zukünftigen Herren deines KAuwaansos verkaufen." Bleichgesicht?!?! Wenn ich keine Heimat habe, warum solltest du dann eine haben. Beherrsch dich Pala, was kann schon das kleine Dummerchen dafür, dass du weder wirklich weiß noch wirklich schwarz bist. "Aber du schaffst es bestimmt reich zu werden und dein Kauwaansoo frei zu kaufen. Hier in den Dschungeln soll es ja etliche Edelsteine geben. Und die sind viel mehr Wert als deine glänzenden Scheiben."
"Und nein ich kenne die Tayas nicht, lebte meine Familie doch lange unter einem Herren auf einer Plantage, vermutlich hältst du mich deshalb auch für ein Bleichgesicht. Dann weißt du also nicht weshalb das Land der KAuwaanso ein Tabuland war? Schade, das hat mich wirklich neugierig gemacht." Pala schaut etwas gelangweilt über den Markt, "Ich schätze ich muss jetzt los, wir können uns morgen nach der Siesta wieder hier treffen. Dann gehen wir deine Magierin suchen."
Sex, Drugs `N Dsa

Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 21.12.2018 19:08

Tag 12, früher Nachmittag, Santinera
Zurück in Santinera machen sie sich erst einmal in den Alten Baracken frisch und schauen nach den Kranken. Tatsächlich ist das Feuer sowohl in der Küche wie auch im Badehaus angelegt und der Kessel mit frischem Wasser gefüllt. Korian und Buki schlafen, auch Harana döst in ihrem Bett, nur Rando sitzt untem im Hof und pflegt seine Waffen. Er freut sich sichtlich, als sie wieder auftauchen, und noch mehr, als er die von Alejandro auf dem Rückweg geschossenen beiden Affen an der Tragestange erkennt.
Während Sumaida nach Buki und Korian schaut, hilft er Alejandro und Marico in der Küche, dann, nach einer eiligen Wäsche, ziehen Alejandro und Sumaida los, um das um den Beifang bereinigte Ergebnis ihrer Kräutersuche beim Apotheker abzugeben. Dieser hat jedoch gerade Kundschaft da, so dass sie auf der Terasse warten müssen, während ein älterer Senor mit Paulson spricht. Golga wirft einen ersten Blick über die Ausbeute, aber obwohl sie wohl alle Kräuter kennt und sie für gut erachtet, ist die Kompetenzaufteilung in der Familie wohl so geregelt, dass diese Entscheidung ihrem Mann überlassen bleibt, auch wenn sie ansonsten die Exekutivgewalt inne zu haben scheint. Der kleine Palmonello sitzt am Ende der Terasse mit einer Schreibtafel, offenbar über Übungsaufgaben, und Saki macht zusammen mit der Utulusklavin das Badehaus betriebsbereit, nimmt sich allerdings die Zeit, ihnen zuzwinken. Sie winken zurück, und Golga bietet ihnen prompt an, während der Wartezeit das Badehaus zu besichtigen. Als sich Sumaida nicht abgeneigt zeigt, willigt auch Alejandro gerne ein, zumal die Beschwerden des Besuchers offensichtlich auch beinhalten, mit dem Apotheker die Taten und Untaten seiner Nachbarschaft und Familie en Detail durchzugehen, was gewisse Längen zu haben verspricht. Auch Saki, der Golga die Aufgabe überträgt, hat gerne eine Abwechslung vom schrubben.
“Wir öffnen in einer halben Stunde, erst für die Frauen, abends dann für die Männer, jeden Tag im Wechsel.” Sie streicht sich, nach Sumaidas Meiung eigentlich unnötigerweise, eine Strähne aus dem Gesicht und lächelt. Das Badehaus ist recht einfach, allerdings wohl schon zweimal erweitert, und deutlich geräumiger und schöner als der steinerne Trog in den Alten Baracken. Es gibt einen kleinen Vorraum mit Regalen und Bänken, wo man sich umziehen kann, einen Waschraum, wo man sich mit frischem Wasser aus dem Bach säubern kann, und dann den Hauptraum mit dem geheizten Becken. Der Boden ist mit glatten Natursteinen belegt, ebenso das Becken., die Wände zieren zwei recht gelungene Panoramen der Stadt. Sumaida seufzt. “Das erinnert mich an das Badehaus in unserer Akademie, da waren Bilder der Heilkräuter des Dschungels an den Wänden. Aber diese Bilder sind...uh... auch hübsch.” Sie schaut zu Alejandro, der sich den grossen Badeofen ansieht. “Ich bin schon froh, dass die Alten Baracken überhaupt ein Badehaus haben. Aber das hier ist wirklich schön, meine ich. Wenn's uns mal besser geht... wobei, anschliessend noch zusammen zu sitzen und etwas trinken, ohne sich groß umziehen zu müssen hat auch was. Aber ihr habt wohl hauptsächlich Nachbarn hier, nicht wahr?” Saki nickt. “Ja, Questadoren kommen eher wenige, und da auch eher die Frauen.” Sumaida muss kichern und Alejandro hebt die Hände. “Bitte keine Vorurteile. Wir waschen uns auch.” Er erntet nur Gekicher, das erst endet, als Sumaida der Träger ihrer Tunika über die Schulter rutscht und sie ihn schnell wieder justiert.
Als sie wieder auf die Terrasse kommen, verabschiedet sich der ältere Senor gerade endgültig, ein Korb mit einer Tonflasche und zwei Salbentiegel darin unterm Arm, und Paulson hat nunmehr Zeit für sie und nimmt erfreut zur Kenntnis, dass tatsächlich wieder einmal nur das Gewünschte geliefert wurde. “Es ist wirklich eine Freude, mit euch zusammen zu arbeiten!” “Die Freude ist ganz auf unserer Seite, Senor Paulson.” Golga unterzeichnet den Auftrag. Es ist leider wirklich nicht so viel diesmal, und scheucht dann Saki wieder an die Arbeit.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 22.12.2018 18:42

12. Tag früher Abend, Alte Baracken in Portas, Santinera
Die Auszahlung in der Gilde erfolgt ohne Probleme, und beim Abendessen können alle am Tisch sitzen. Korian nimmt sogar seine Übungen mit der Hellebarde wieder auf, um in Form zu kommen. Alejandro schaut ihm dabei aus der Küche zu, dann wendet er sich an Sumaida. “Wenn ich ihn da so sehe – ich wollte ihn eigentlich bitten, etwas mit dem Stab oder Speer mit uns zu üben, mein ich. Nach dem Kampf mit Amina ist mir aufgegangen, wie schlecht ich mit dem Jagdspiess umgehen kann.” Marico brummt. “Du bist auch unser Schütze. Seit bei deinem der Stiel gebrochen ist, hast Du ihn nicht erneuert.” Sumaida flüstert beinahe. “Ich bin mit meinem Stab auch sehr schlecht.” Alejandro grinst. “Und was mache ich, wenn sie von hinten kommen? Mich hinter Dir verstecken?” Marico grinst zurück. “Dafür bin ich da. Aber etwas Training könnte uns wohl tatsächlich nicht schaden.” Alejandro nickt. “Dann frage ich ihn mal, in Ordnung?” Sumaida nickt, dann werden sowohl sie wie auch Alejandro sich bewußt, dass er ihr gerade in den Ausschnitt schaut und werden beide rot. Sie lächelt jedoch. “Ich muss mir langsam eine neue Tunika kaufen. Die ist wirklich ausgeleiert.” Sie knufft Marico mit dem Ellbogen, der auch schaute. Der Kessel beginnt überzukochen und Alejandro kümmert sich eilig um seine Pflichten.

Nach dem Essen ist Korian nur zu gerne bereit, etwas Sparring mit ihnen zu betreiben, während die anderen auf den Bänken sitzend das Schauspiel geniessen und sich einen Krug Sangria teilen. “Als erstes zieht ihr Helm und Rüstung an. Erstens werden ihr ohnehin meist welche tragen, und zweitens tut es dann gleich nicht so weh.” Er wirbelt seinen Bambusstab herum, der ihm zur Übung als Ersatz für seine Hellebarde dient. Alejandro brummt. “Ich habe ein ganz mieses Gefühl bei der Sache.”

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 23.12.2018 17:29

12. Tag früher Abend, Alte Baracken in Portas, Santinera
Nach ein paar Minuten wagt Korian eine Einschätzung, während Alejandro, sich das Knie reibend, wieder aufsteht. “Du hast das nie gelernt, nicht wahr? Also nie von jemandem, der selber gegen Menschen gekämpft hat?” Alejandro grinst hilflos. “Von einem Crocodilero.” Korian brummt. “Marico, jetzt Du.” Dem ergeht es nicht viel besser, auch wenn Korian sich ein wenig mehr anstrengen muss. Er knurrt. “Jungs. So sterbt ihr beim ersten Kampf. Ernsthaft. Das müssen wir üben.” Er schaut zu Sumaida, ganz offensichtlich gehemmt, ihr so grob mitzuspielen, wie Alejandro und Marico. Sie traut sich aber mit ihrem Stab in Kampfstellung, und er blickt zu Alejandro. Der nickt ihm zu. Sie müssen es lernen, und niemandem ist damit gedient, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Trotzdem stößt er sie nicht einfach grob mit einem festen Stoß vor die Brust um wie Alejandro, oder säbelt ihr die Beine unter dem Hintern weg wie Marico, stattdessen verpaßt er ihr nach mehrmaligem Antäuschen einen ordentlichen Hieb aufs Hinterteil, der sie erschreckt quieken und ihren Stab fallen läßt. Er seufzt, während sie sich eilig nach ihrem Stab bückt – nur um beim wieder Aufrichten gleich den nächsten Hieb auf des Rückens Ende zu bekommen. “Wenn Du schon Deine Waffe fallen läßt, Sumi, dann behalte wenigstens Deinen Gegner im Auge!” Buki protestiert. “Sei doch nicht so grob! Menno!” Sumaida reibt sich mit einer Hand ihr Hinterteil, schüttelt aber den Kopf. “Er.. uh... hat recht.” Korian nickt. “Leider schon. Das muss sein. Was meinst Du, wieviel Knüffe ich eingesteckt habe, bevor ich es gelernt habe? Aber wir fangen erst mal mit der Basis an. Marico und Alejandro, gegen Tiere schlagt ihr euch wohl ganz wacker. Kein Zweifel.” Er schaut noch einmal zu Sumaida, die sich immer noch ihr Hinterteil reibt. “Tut mir leid. Ich wollte nicht so fest zuschlagen.” Er schaut kurz zu Alejandro, der aber nicht den Beschützer der Blessierten spielt, und Sumaida schüttelt nur erneut den Kopf. “Ich muss es lernen.” Korian blickt etwas erleichtert und läßt seinen Stab wieder kreisen. “Also, dann mal zum Einmaleins. Ob Stab, Speer oder Hellebarde. Alles, was eine Stange hat... Die Waffe ist dazu da, den Gegner auf Abstand zu halten.”

Nach einer Stunde haben Alejandro und Marico einige blaue Flecken, trotz ihrer Rüstungen. Sumaida setzt sich eher vorsichig auf die Bank, während Buki ihr einen Sangria eingiesst. “Ich wette, das hat ihm Spass gemacht.” Sie lächelt schwach. “Besser auf den Po als auf die Finger.” Buki grinst. Auch wieder wahr. Alejandro schüttelt seine Hände aus. “Puh. Mein erstes Training. Danke.” Korian winkt ab. “Nicht dafür.” Er greift sich einen Becher und läßt sich von Harana eingießen. “Ihr habt euch gut geschlagen. Und ihr seid wenigstens nicht zimperlich.” Sumaida lächelt schwach und Alejandro prostet ihm zu. Marico, der die Einsicht, bei weitem nicht so gut mit dem Speer zu sein, wie er gedacht hat, etwas schlechter verkraftet hat als Alejandro, der sich gar nicht erst dieser Illusion hingegeben hat, schält sich aus seiner Krötenhaut. “Du bist echt verdammt gut. Wo hast Du diese ganzen hinterhältigen Tricks her?” “Mein Vater ist Lanista. Ich hab mit fünf mein ersten Übungsschwert in der Hand gehabt.” “Soviel zu einer behüteten Kindheit.” Alejandro hilft Sumaida aus ihrer Rüstung, und grinst. Korian zögert, dann zuckt er mit den Achseln. “Andere haben es auch schwer. Immerhin hab ich eine solide Ausbildung bekommen.”

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 24.12.2018 13:45

Tag 13, früh morgens, Alte Baracken in Portas, Santinera
Zum Frühstück sind nunmehr alle tatendurstig und einsatzbereit. “Eine leichte Eskorte wäre gut, kedenfalls nicht gleich wieder in den Sumpf.” Harana streckt die Arme. Buki pflichtet ihr bei. “Wo wir abends zuhause sind.” Korian schüttelt den Kopf. “Von mir aus gerne. Aber mal sehen, was aushängt.”
Sie haben Glück. Im Sumpf wird wohl eine grössere Truppe benötigt, und daher bleiben einige Eskortaufträge hängen. Korian nimmt sich einen, wo eine auf ihre Plantage zurückkehrende vielköpfige Verwalterfamilie, die in Al'Anfa wohl Schauermärchen von Flusspiraten gehört hat und sich daher von ein paar Söldnern begleiten lassen will, wenn sie auf der Plantage ankommt und nach dem rechten sieht.
Alejandro entscheidet sich nach Rücksprache mit seinen beiden Getreuen für eine einfache aber angemessenen bezahlte Krokodil-Exterminantion auf einer fußläufig zu erreichenden, kleinen Plantage. Nur der Name ist ungewöhnlich und daher fragt Alejandro nach. “Fantasia?” Rijka schaut zu ihrem Vater, der die Plantage offenbar kennt. Miguel wischt sich seine feuchten Hände ab. “Harmlos. Das ist eigentlich nur ein schönes Haupthaus auf einem Hügelchen mit gerade genug Feldern drum herum, um sich zu ernähren. War ursprünglich eine Plantage der Salmoranez, aber als die ein neues Haupthaus bauten und auf Gemüse umstellten, haben sie das alte Haupthaus an einen Bonareth verkauft, einen Schriftsteller. Schreibt patriotische Bellatristig, also Kriegsgeschichten und sowas.” “Belletristik, Papa. Das heißt schöngeistige Literatur.” Miguel läßt sich lachend von seiner Tochter korrigieren, revanchiert sich aber mit einem Schlag mit dem Handtuch auf ihren Po. “Kaum schickt man seine Kinder zur Schule, schon tanzen sie einem auf der Nase herum. Also, was immer das sein soll.” Rijka lacht selbstbewußt über seine offensichtlich scherzhaft gemeinte Bemerkung, und er fährt fort. “Da wird auch immer mal wieder ein mißratener Spross, der es zu toll getrieben hat, von der Familie hingeschickt, bis die Leute, denen er auf die Nerven gegangen ist, sich abgekühlt haben. Ich glaube, sie haben da gerade eine Cousine von irgendwem versteckt, hübsches Ding, allerdings ziemlich impulsiv. Die hat sich auch hier mal mit einem Macalinto ein Duell mit der Balestrina geliefert und gewonnen. War aber auf zwanzig Schritt.” Mit anderen Worten, angesichts der Durchschlagskraft einer Balestrina auf diese Reichweite, das, was man 'auf's erste Blut' nennt. Alejandro lacht. “Danke. Aber wir wollen uns ja nicht mit ihr streiten, sondern ihre Krokodile erledigen.” Er nimmt den Auftrag, den Rijka eingetragen hat, entgegen.
DSA_Santinera_Kochen_lowres.jpg

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 25.12.2018 19:55

Tag 13. noch nicht zu spät vormittags auf der Plantage Fantasia im Südwesten Santineras
Sie brauchen gut zwei Stunden, von denen es die letzte halbe Stunde auf einem nur begrenzt für Karren geeigenten Knüppeldamm entlang eines besseren Baches geht. Schon am Tor wird klar, dass es eigentlich mehr ein Landsitz als ein Wirtschaftsbetrieb ist – Die Wachbaracke, die Sklavenunterkünfte und Werkstätten sind ausser Sichtweite des Haupthauses auf einem schon recht ordentlichen Hügels, der zu einem kleinen Park umgestaltet wurde. Die Besatzung des wie ein übergrosses Taubenhaus aussehenden Wachhäuschens besteht aus einem maximal zwöljährigen Sklaven, nur mit einer kurzen Hose bekleidet, der in einer Hängematte schläft und erst aufwacht, als Alejandro sich räuspert, dann aber benahe vor Schreck aus seinem Ruhebett purzelt. “Hola, Kleiner. Wir sind die Krokodiljäger.” Die Augen des Jungen bleiben kurz an Sumaida hängen, die irgendwie nicht nach Crocodilero aussieht. Dann besinnt er sich auf seine Pflichten. “Willkommen auf Fantasia! Biegt gleich hinter der Brücke rechts ab zu den Wirtschaftsgebäuden und fragt da nach Pindar. Er ist der Capo.” Alejandro nickt ihm freundlich zu und setzt sich in Bewegung.

Pindar ist nicht ganz leicht zu finden, sie werden hin und her verwiesen und finden ihn dann am Uferweg des kleinen Nebenflusses, der sich an zweieinhalb Seiten um den Hügel schlängelt, auf dem das Haupthaus errichtet ist. Es ist ein schon älterer Utulu mit angegrautem Haar, weissem Leinenhemd, dunkler Lederhose, Strohhut und der Peitsche mit einem Silbernem Medaillon im Knauf, die ihn auf den ersten Blick als Oberaufseher ausweist. Bei ihm ist eine hochgewachsene, ihn um Haupteslänge überragende junge Utulu in weisser Seidenbluse, einem wildledernen Hosenrock, weit geschlitzt bis über die Hüfte und blank polierten Stiefeletten mit hellen Wickelgamaschen. Goldschmuck, ein Rapier und vor allem die Haltung weisen sie als Grandessa aus. Das ist dann wohl die 'Cousine'. Der Sklavenjunge, der sie begleitet, positioniert sich hinter Marico, was Alejandro und Marico schon einiges sagt. Alejandro räuspert sich und wartet dann geduldig, bis nach ein paar Augenblicken die Grandessa zu ihnen schaut und Pindar sie offiziell bemerkt. “Ah, die Crocodileros. Was macht ihr hier im Park?” “Wir sollten uns bei euch melden, Signore.” “Aber doch nicht im Park. Meine Güte. Verzeiht bitte, Signorita.” Er verbeugt sich vor der amüsiert schauenden Grandessa, die mit einer Locke spielt und die Questadoren begutachtet. Pindar tritt näher. “Pacolito, Du weisst das doch besser. Fremde sollen nicht einfach durch den Park laufen.” Pacolita senkt den Kopf. “Aber Juan hat gesgat, ihr hättet befohlen, die Crocodileros sollten sich sofort bei euch melden, wenn sie ankommen, Senor Pindar.” “Aber dann schickt doch wen und holt mich, anstatt sie durchs ganze Anwesen...” Er seufzt. Ja, das Personal, heutzutage. Er wendet sich an die Crocodileros und will gerade etwas sagen, als die Grandessa mit den Fingern schnippst. “Du da, Kleine, zieh dich aus. Ich will sehen, wie Du gebaut bist.” Sumaida schaut sie fassungslos an. “Äh.. was?” Sie fügt sicherheitshalber ein 'Signorita' hinzu. “Stell dich nicht so an, ich will nur sehen, ob Du mir als Modell taugst. Kriegst auch einen Oreal.” Die Grandessa fängt an zu kichern, als sie sieht, wie Sumaida hinter Alejandros Rücken verschwindet. Pindar scheint erleichtert, dass die Grandessa nur amüsiert ist, aber sein Gesichtsausdruck ist eindeutig: Granden bekommen ihren Willen – jedenfalls gegenüber einfachen Leuten. Macht sie bloß nicht wütend.
Ich will aber nicht.” Es ist mehr ein Flüstern hinter Alejandro, und der schultert seine Verantwortung als Anführer. “Senorita Bonareth, Sumaida ist unsere Heilerin. Ohne sie können wir nicht vernünftig arbeiten.” Die hochgewachsene Utulu macht sich einen Spass daraus zu versuchen, eine Blickachse zu Sumaida herzustellen. “Was – die Kleine geht mit in den Dreck?” “Heilkräuter wachsen nun einmal im Dreck, Senorita Bonareth.” Die Grandessa schüttelt den Kopf. “Eine richtig ausgebildete Heilerin? Und da ziehst Du mit diesen Buschläufern durch die Lande, Kleine? Im Ernst?” Sie mustert Alejandro. “Ich mein, ich kann's irgendwo verstehen, Du bist schon irgendwie süss, mein Junge. Lass mal Deine Muskeln sehen. Oder bist Du auch schüchtern?” Alejandro lacht. “Auf die Gefahr hin, das ihre Augen bluten...” Er trennt sich von Krötenhaut, ´Halstuch und Tunika und reicht alles Marico. Pindar fällt auch jetzt erst ein, dass sie alle drei noch ihre Waffen haben, wie sein beunruhigter Blick zur Balestra aussagt. Die Grandessa ist zumindest nicht bodenlos enttäuscht. “Ach, das geht doch. Bist Du gut im Bett?” Jetzt wird Alejandro doch noch knallrot und sie lacht wieder laut, so dass ihm aufgeht, dass sie ihn nur aufzieht. Er grinst. “Mit uns einfachen Leuten könnt ihrs ja machen, Senorita Bonareth.” Es fehlt die Spitze im Ton, und sie nimmt das mit Humor. “Ja, stimmt. Du läßt Dich gar nicht so einfach rumschubsen, wie?” “Kommt auf den Schubs an, Senorita Bonareth.” Er schaut zur Sonne. “Aber wenn es euch nichts ausmacht – wir würden gerne die Alligatoren einsammeln, bevor sie richtig Sonne getankt haben und sich ins Schilf verziehen.” Die Grandessa mustert seinen nackten Oberkörper noch einmal mit leidlichem Wohlgefallen. “Weißt Du was – das schaue ich mir an. Ich hab noch nie gesehen, wie Krokodile gejagt werden.” Alejandro zieht sich wieder sorgfältig an und wechselt einen Blick mit Pindar. Der zuckt unmerklich mit den Schultern Die Grandessa kann auf der Plantage ihres Onkels machen, was sie will.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 26.12.2018 17:21

Tag 13. recht spät vormittags auf der Plantage Fantasia im Südwesten Santineras
Da es nicht viel Beute gibt, ist die Alligatorpopulation gar nicht einmal so groß, und glücklicherweise gibt es hier auch keinen vier oder mehr Schritt messenden Platzhirsch. Marico und Alejandro arbeiten schnell und effektiv, und Sumaida hat sich nach einem geflüsterten “Halte immer mindestens vier Schritt Abstand von ihr und schau ihr nicht in die Augen”, auf die Kräutersuche am Uferstreifen ausserhalb der Plantage verlegt, immer in Sichtweite der beiden bleibend. Als die beiden innerhalb einer Stunde den sechsten und laut Alejandros Schätzung letzten Alligator an Land zwei wartenden Sklaven übergeben, nickt die Grandessa halb anerkennend, halb amüsiert. “Sieht ja beinahe leicht aus. Das könnte ich wohl auch.” Alejandro wischt sich den Schweiss von der Stirn. “Allein ist es mehr als doppelt so riskant wie zu zweit, Senorita. Und wenn es schief geht, reisst einen selbst ein kleines Biest wie das hier unter Wasser, dreht sich, bis das Bein zerfetzt ist und man ertrunken ist.” “Du könntest mich ja beschützen.” Sie lacht. Dann schaut sie zu Sumaida. “Und, was gefunden, Kleine?” Die nickt. “Nicht viel, aber ein wenig.” “Na komm schon her und erkläre es mir... bei Rahjas Arsch, Jungs, wascht euch. Ihr stinkt ja bis hierher!” Alejandro und Marico lassen das an sich abperlen. Was glaubt die Grandessa, wie man riecht, wenn man an einem sumpfigen Uferstreifen mit großen Fleischfressern zu tun hat? “Zuhause gehen wir ins Badehaus, Senorita Bonareth. Alligatoren legen nun mal kein Parfüm auf.” “Baden könnt ihr auch hier, ich lade euch ein. Du bist offenbar kein schlechter Ringer, Junge.” Alejandro lacht. “Danke für das Kompliment, Senorita.” Die mustert ihn herausfordernd. “Meinst Du, Du würdest mit mir fertig?” Alejandro hebt die Hände. “Ich würde es lieber nicht versuchen, Senorita Bonareth. Zum einen seid ihr wahrscheinlich die bessere Ringerin, und zum zweiten seid ihr eine Grandessa.” “Na komm schon, ich beisse nicht.” Sie provoziert ihn weiter, aber Pindar, der sich in ihren Rücken manövriert hat, schüttelt warnend den Kopf, und Alejandro denkt auch gar nicht daran. Die Grandessa versucht es mit der Verlockung des Goldes. “Wenn Du es schaffst, mich mit beiden Schultern auf den Boden zu bringen, lege ich eine Dublone drauf.” Marico flüstert. “Tu's nicht.” Alejandro gibt aus dem Mundwinkel zurück. “Nicht im Traum. Ich bin doch nicht blöd.” Er wendet sich an die Grandessa. “Mit einem ebenbürtigen Gegner hättet ihr gewiss mehr Spaß. Und mit einer ausgekugelten Schulter oder einem gebrochenen Arm kann ich nicht arbeiten.” Die Augen der Utulu blitzen amüsiert. “Ihr habt doch eine Heilerin. Oder taugt die Kleine doch nur zum vögeln? Hör zu, ich lege noch eine Dublone drauf, allein für's trauen.” Alejandro strafft seine Schultern. “Na gut, Senorita Bonareth.” Granden brauchen nun mal kein Nein akzeptieren, jedenfalls nicht von irgendwelchen Plantagenrangen, und besser, man gibt nach, solange sie noch guter Laune sind. “Aber dann nehme ich vorher das Angebot mit dem Bad an. Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass ihr wochenlang nach Alligator riecht., nur weil ihr mich in den Sand gedrückt habt.” Die Grandessa lacht schallend. “Also gut, seid meine Gäste.”

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 27.12.2018 18:07

Tag 13. spät vormittags auf der Plantage Fantasia im Südwesten Santineras
Sie folgen ihr zum Haupthaus, und dort zeichnet ein Schreiber ihnen den Auftrag ab. Sumaida ist tödlich verlegen. “Alles nur wegen mir, es tut mir wirklich leid. Ich hätte einfach...” Alejandro schüttelt den Kopf. “Nichts da. Wir schaffen das schon.” Marico brummt. “Sie ist ziemlich durchtrainiert. Unterschätze sie bloss nicht. Und sie wird versuchen, Dir 'ausversehen' was zu brechen. Sie ist der Typ dafür.” “Ich weiss.” “Hast Du einen Plan” “Mal schauen.” Alejandro wendet sich an Sumaida. “Nur keine Angst. Das schaffen wir schon.”
Das Bad wäre eine Wonne, stände nicht der Kampf dahinter an. Ein randloses Becken aus glatt poliertem Mohagoniholz auf dem Hügel, das den Blick über den Dschungel frei gibt. Sumaida überwindet ihre Verlegenheit und gesellt sich im Lendenschurz zu ihren Freunden ins Bad, und dann steigt provokant auch noch splitternackt die Grandessa in das Becken, das acht oder zehn Leuten Platz bieten würde. “Ganz schön üppig, Kleine. Hast Du dafür einen Geheimtrank?” Sumaida rückt näher an Alejandro heran, und die Grandessa lacht. “Du bist ja wirklich schüchtern. Aber wenn Dein Anführer verliert, musst Du dich von mir zeichnen lassen!” Sumaida schüttelt den Kopf. “Das möche ich nicht, Senorita Bonareth.” Die Grandessa lacht, wahrscheinlich teilweise darüber, das die Kleine glaubt, es käme darauf an, was sie möchte.

Der Kampfplatz ist improvisiert, eine Sandfläche, abgesteckt mit Bambusstöcken und Schnüren. Als Kampfrichter muss wohl Pindar dienen, der sein Gesicht sorgfältig frei von jeder unnötigen Regung hält. Die Grandessa wird von einer zierlichen thalusischen Leibsklavin versorgt, dazu taucht dann auch noch der eigentliche Don auf, ein schon etwas älterer Utulu, der Alejandro nicht ohne Mitleid mustert und sich als Don Alphonse Defaras-Bonareth vorstellt. Nun erfahren sie auch, dass sie es mit Fina Ricarda-Bonareth zu tun haben. Diese tritt in knappem Lendenschurz und Brusttuch an und gibt sich locker. Alejandro läuft vorsichtig den Kampfplatz ab, und als sie sieht, was er macht, lacht sie. “Du bist aber ein vorsichtiges Kerlchen.” “Das macht der Umgang mit Krokodilen.” Sie lacht erneut, dann tritt sie in den Ring, ungewillt, noch länger zu warten. “Pindar, gib das Zeichen!” Der nickt, und der Don läßt sich in einen herbeigeschafften bequemen Korbsessel sinken und mit einem Glas Rum versorgen.

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 28.12.2018 19:17

Tag 13. spät vormittags auf der Plantage Fantasia im Südwesten Santineras
Die Gegner tasten sich ab, und Fina versucht es mit Provokation, aber Alejandro läßt sich nicht herauslocken. “Du bist langweilig! Willst Du mich nicht mal angreifen?” Alejandro behält sie im Auge, und als er noch nicht einmal antwortet, langt sie zu. Dann geht alles ganz schnell, und wieder fühlt sich Sumaida an den Krokodilfang erinnert. Fina hat tatsächlich die besseren Lehrer gehabt, aber Alejandro hat dafür Erfahrung mit Gegnern, denen es wirklich ernst ist, und die ihn zum fressen gern haben. Sie versucht einen Drehhebel, aber nach einem wilden und unkultiviert wirkenden Gerangel hat Alejandro sie im Mantisgriff und sie stöhnt vor Schmerz. Sie versucht sich herauszuwinden, aber Alejandro zieht den Griff nur fester, wie eine Würgeschlange, so dass sich ihr Rückgrat durchbiegt wie ein Bogen. Der Don hebt die Hand, als sie schreit, und trotzdem noch immer nicht aufgeben will. “Aus! Aus sage ich!” Alejandro läßt sie los und erhebt sich vorsichtig, tritt dann zurück. Sie richtet sich mühsam erst auf alle viere auf und steht dann schwankend auf. “Du hast mir beinahe das Rückgrat gebrochen! Hast Du noch nie mit einer Frau gerungen?” Alejandro zuckt mit den Achseln. “Nur mit Leuten, die mich umbringen wollten, Senorita Bonareth. Tut mir leid.” Sie humpelt aus dem Ring zu ihrer herbeieilenden Leibsklavin, ganz definitiv nicht amüsiert. “Dazu hätte ich jetzt nicht wenig Lust.” Der Don knurrt. “Du hättest nur eine Sekunde früher abschlagen müssen. Musst Du immer Deinen Kopf durchsetzen, Fina?” Sie stöhnt. “Ich kann mich kaum bewegen. Du da, Du bist doch Heilerin!” Sumaida schaut zu Alejandro und der nickt.
“Legt euch bitte auf dem Tisch dort auf den Bauch.” Fina läßt sich dabei helfen und jammert. “Ich bin ganz steif. Elender Grobian!” Sumaida untersucht sie vorsichtig, aber wenig überraschend ist ausser ihrem Ego nichts ernsthaft lädiert. “Es ist nichts gebrochen oder gezerrt. Ein heisses Bad, Ruhe und eine entspannende Salbe... keine Anstrengungen, sonst entzünden sich die Muskeln. Nach dem Bad eine sanfte Massage, nicht zu fest.” Sie winkt die Leibsklavin hinzu und zeigt ihr die Stellen. Fina entspannt sich etwas und bekommt sich wieder unter Kontrolle. “Das tut gut. Du hast wirklich magische Hände. Ist er auch zu Dir so grob?” Sumaidas Lippen werden schmal. “Nein. Aber ich versuche auch nicht, ihm mit einem Drehhebel den Arm zu brechen.” “Den hätte ich doch nicht durchgezogen!” Sumaida antwortet nicht, sondern erklärt der Sklavin, was sie zu tun hat. Der Don erhebt sich seufzend und geht zu Alejandro. “Ich weiss, es war ihre Idee, aber ihr solltet jetzt besser gehen. Ist das Geschäftliche geregelt?” Fina dreht den Kopf. “Ich lag nicht mit beiden Schultern auf dem Boden!” Der Don schüttelt den Kopf, seufzt erneut, und zahlt den Wettkampfeinsatz aus.

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 29.12.2018 21:31

Tag 13. spät vormittags auf der Plantage Fantasia im Südwesten Santineras
Als sie auf dem Karrenweg sind und offen reden können seufzt Alejandro. “Hier nehmen wir keinen Auftrag mehr an, mein ich. Was für ein Miststück.” Sumaida nickt heftig. Marico brummt. “Sah aber scharf aus. Und sie hätte dich beinahe gehabt. Den Griff kannte ich nicht.” “Ich auch nicht, aber... na ja... Glück gehabt eben.” Alejandro grinst. Dann blinzelt er in die Sonne. “Lasst uns sehen, dass wir Land gewinnen. Und in der Gilde und zuhause kein Wort davon. Das würde uns nur aufs Butterende schlagen. Die ist nachtragend.” Marico nickt. Sumaida hakt bei seiner letzten Bemerkung ein. “Du fandest sie hübsch?” Marico wiegt den Kopf. “Versteh mich nicht falsch. Aber ja, sie war doch hübsch. Oder, Alejandro?” Der schaut ihn mit einem Vielen Dank auch!-Blick an. “Ja. Klar. Rein anatomisch. Aber ich fand sie aufdringlich und arrogant. Echt nicht mein Fall.” Sumaida nickt zustimmend.

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 30.12.2018 18:01

Tag 13, nachmittags, Gildenhaus, später Alte Baracken in Portas, Santinera
Der Marsch durch die Mittagshitze ist anstrengend, aber sie atmen auf, als sie wieder in Santinera sind. Im Gildenhaus ist wenig los, und Rijka nimmt den abgezeichneten Auftrag entgegen. “Nur sechs... tut mir leid, bei der Länge sind das gerade mal neun Oreal.” “Neun sind besser als acht. Reicht für Essen und Miete.” Alejandro zuckt mit den Schultern. Miguel mustert ihn. “Gab's Ärger?” Alejandro schüttelt gleichmütig den Kopf. “Nö. Aber für so wenig Alligatoren braucht man da echt nicht hin.” Miguel zuckt mit den Schultern. “Aufträge rein reichen kann jeder, der zahlen kann.” Alejandro nickt. “Sind Korian und die seinen schon zurück?” Rijka schüttelt ihre dunklen Locken.

Die kommen etwa zwei Stunden später und sind zufrieden. “Nichts zu tun und dafür bezahlt werden. So kann's bleiben.” Korian läßt sich auf die Bank nieder, während Harana einen mitgebrachten Weinschlauch und eine Rumflasche in die Küche bringt und sich dann neben Rando setzt, dessen Hand prompt auf ihrem Knie landet. “Wie lief es bei euch?” Alejandro zuckt mit den Achseln. “Die Krokodile haben gerade mal drei Oreal pro Kopf gebracht.” Korian mustert ihn. “Aber?” Alejandro schaut zu den anderen und Korian nickt. “Dann bring ich auch mal meinen Kram hoch.”
Auf Alejandros Stube schenkt er Korian reinen Wein ein. Der hört sich das an und brummt dann. “Mach Dir mal keinen solchen Kopf, Bruder. Bindestrich-Granden gibts im Aberdutzend. Die hat noch nicht mal Geld. Hatte sie einen Siegelring?” Alejandro überlegt, kann dann aber verneinen. Korian klopft ihm auf die Schulter. “Dann laß Dich nicht ins Boxhorn jagen. Ich komme aus der Metropole, da stolperst dauernd über solche kleinen Wichtigtuer. Wenn sie hierher verbannt wurde, dann hat sie verschissen. Vergiss nicht, wir sind hier so ziemlich am Ende des Imperiums, weiter weg gehts nicht ins Landesinnere. Und sie ist noch nicht mal Verwalterin.” Alejandro atmet unwillkürlich auf. “Stimmt schon. Na, dann will ich uns mal was zum Abendessen braten.” “Habt ihr was geschossen? War bei uns leider nicht drin.” “Bei uns auch nicht, aber Fisch vom Markt.”

Der Fisch kommt gut an, aber sie sind gerade mit dem Abwaschen fertig und wollen sich zum Waffenpflegen zusammensetzen, als zwei Männer den Innenhof betreten. Der hintere ist ganz offensichtlich ein erfahrener Söldner, aber wahrscheinlich weniger ein Kämpfer als Anführer. Der vordere ist ein junger Mann, der auf die dreissig zugehen mag, gut, ja teuer, aber nicht geckenhaft gekleidet in Stoffhose, Seidenhemd und eine rote Schärpe, die mit seiner bronzenen Haut und dem dichten, dunklen Haar, das ihn als Moha ausweist, gut harmoniert. Ein befehlsgewohnter Mann, und die Art wie er sich auf dem Innenhof umsieht führt dazu, dass sich Alejandro und Korian respektvoll erheben anstatt sich aufzubauen. “Guten Abend, Signores et Signorinas. Ich suche eine gewisse Buki...” Sein Blick fällt auf Buki, und da er wohl eine grobe Beschreibung bekommen hat, und sie die einzige Rothaarige ist, lächelt er sie an. “Das musst Du sein.” Sie erhebt sich auch. “Ja. Bin ich. Und ihr seid?” Der Miene des Söldners verfinstert sich. “Du redest, wenn Du gefragt wirst!” Der Mann hebt die Hand und sagt nicht ohne Schärfe. “Rondrigo, Du vergreifst dich im Ton. Wir sind hier Gäste, und es sind freie Leute.” Der Mann neigt den Kopf. “Verzeiht, Padrone.” Nun wendet sich der andere lächelnd an Buki. “Bitte verzeiht mir meine Manieren, Signorina. Mein Name ist Orfeo Gonralas, Sohn von Emilio Gonralas.”

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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 31.12.2018 17:34

Tag 13, nachmittags, Gildenhaus, später Alte Baracken in Portas, Santinera
Buki nickt langsam, und Korian flüstert Alejandro sicherheitshalber zu. “Der einzige und reichste Sklavenhändler Santineras. Nimm dich in Acht.” Buki hält sich erstaunlich gut. “Sehr erfeut, Don Orfeo. Was wollt ihr von mir?” “Ihr sollt ganz hervorragend mit der Peitsche umgehen können.” Bukis Gesicht verfinstert sich kurz, dann grinst sie auf einmal breit. “Das könnt ihr laut sagen. Ich kann euch mit meiner Peitsche einen Oreal aus den Fingern schnippen, ohne euch auf die Hand zu ritzen. Wetten wir um einen?” Rondrigo macht den Mund auf, klappt ihn aber wieder zu. Korian legt die Hand vors Gesicht. Don Orfeo hingegen lacht schallend. “Du gefällst mir! Du willst mir doch nur ungestraft für einen Silber auf die Flossen hauen!” Buki zuckt die Schultern und lacht ebenfalls. “Vielleicht. Aber ich kann es wirklich.” Sie dreht auf. “Wenn ihr's nicht glaubt, ich kann auch einer die Miederschnüre aufhauen ohne sie selbst zu treffen!” Orfeo lacht, und sagt dann provozierend. “Das wäre mir ein Goldstück wert.” Buki zögert, während Don Orfeo seinen Blick über Harana und Sumaida streifen läßt. “Aber Deine Gefährtinnen werden wohl kaum...” “Ich machs!” Sumaida steht auf, mit vor Zorn blitzenden Augen. Alejandro erhebt sich ebenfalls. “Kommt nicht in Frage. Führ's an mir vor, Buki.” Die kaut kurz an ihrer Unterlippe, dann schüttelt sie den Kopf. “Das ist wirklich tapfer von dir, Alejandro, aber erstens bezahlt der Herr hier sicher kein Goldstück, um einen Blick auf Deine Hühnerbrust zu werfen, und zweitens brauche ich etwas Luft zwischen Schnur und Haut. Und als ich Dir beim letzten Mal beim Waschen zugeschaut habe, hattest Du keine Melonen.” Sumaida funkelt immer noch wie ein zorniges Lamm Don Orfeo an. “Ich machs, Buki. Zeigs ihm!” Buki schaut sie noch einmal an, dann wendet sie sich wieder mit ihrem falschen Strahlen an Don Orfeo. “Sehen heisst Glauben, Don Orfeo – werft das Goldstück schon mal meinem geschätzten Anführer Korian zu. Euer Name spricht für euch, aber wir bescheidenen Schausteller...” Rondrigo macht wieder den Mund auf, mittlerweile rot im Gesicht angelaufen, aber er beherrscht sich, als sein Padrone lacht. “Aber sicher.” Er zaubert ein Goldstück aus seinem Geldbeutel und schnippt es in hohem Bogen Korian zu, der es mit der linken auffängt.
Buki atmet tief durch, dann gibt sie Sumaida Regieanweisungen. “Stell dich gerade hin, falte die Hände hinter den Kopf – dass bringt deine Brust raus – und atme ruhig. Schliess die Augen, damit Du nicht zuckst, wenn ich mich bewege.” Sie flüstert. “Wenn ich daneben haue, mache ich freiwillig eine Woche lang die Latrinen sauber! Und... Danke.” Sumaida atmet tief durch und flüstert zurück. “Zeig es diesem Angeber!” Sie schaut zu Alejandro. “Keine Sorge!” Das sieht der anders, aber was soll er tun?

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