DSA4 Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Gefährliche Abenteuer, spannende Kämpfe und fremde Länder warten auf Dich.
Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 26.06.2020 09:49

Tag 26, Abend, Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Boronayas Einsicht bezüglich der Notwendigkeit strenger Erziehungsmaßnahmen fällt auf fruchtbaren Boden, und ihre Robe erweist sich wieder mal als Festung mit offenen Toren. Er leistet etwas Vorarbeit, die Boronaya zum Seufzen bringt, aber dann geleitet er sie doch lieber in sein Zimmer, wo es zum einen etwas kühler ist und zum anderen die Wahrscheinlichkeit, beobachtet oder gar gestört zu werden, recht gering ist. Hier befreit er sie von allen störenden Textilien. Einen entfernt disziplinarischen Charakter bekommt das Ganze erst, als er sie sanft über das Fußende des Bettes platziert. „Nun, Teuerste, traut ihr euch zu, den ersten Schritt bei der holen Laila zu machen, oder wollt ihr das mir überlassen, auf dass ich mir hinterher etwas darauf einbilde?“ Er streicht ihr sanft über Rücken und Po, was für ein angenehmes Kribbeln sorgt. Dann gibt es einen ersten Klaps, während seine Linke weiter oben auf willkommene Art beschäftigt ist.

Tag 45, beinahe Abends, Grande Serpentina (Valeria)
„Das meiste Wasser wird über Strömungsräder auf die Felder gefördert. Die Pumpe ist nur zur Strafe, wenn wir mal ein Dutzend oder so gleichzeitig disziplinieren müssen. Wenn Du ein Dutzend einzeln auspeitscht, bist Du ja stundenlang beschäftigt. Geht gar nicht und stumpft die Zuschauer nur ab.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Der dritte Schrein? Das ist der Große Geist des Baumes, irgend so ein Hokuspokus. Die Sklaven glauben dran, angeblich hält er das Wasser frisch. Er muss immer wieder besänftigt werden. Aber das Quellwasser ist tatsächlich besser als das von den anderen beiden Bohrlöchern. War der Grund, warum Uberto hier gebaut hat.“ Sie macht eine ausladende Bewegung, die Valeria beinahe den Hut vom Kopf fegt. „Die wenigsten Nordländer taugen für Dschungelplantagen. Die kriegen das Sumpffieber in seiner schlimmen Ausführung...“ Valeria kann sich an ihres noch erinnern. „Und dann kommt bei vielen noch das Jahresfieber dazu. Reine Geldverschwendung.“ In Santinera war das Bild deutlich gemischter, das steht eigentlich recht stark im Widerspruch zu Tante Martinettes Behauptung. Aber natürlich drohen Sumpffieber und die das Jahresfieber auslösende Gilbe vor allem bei mangelhaften hygienischen Bedingungen. Wenn man seine Sklaven im Dreck leben lässt, oh Wunder: Dann werden sie krank. Aber eigentlich sieht die Plantage sehr adrett aus. Vielleicht hat die Tante ihre Lektion auch nur gelernt und verleugnet nun den Grund? „Aber Boris war wahrscheinlich der Grund, warum die bonländische Marine immer gegen uns verliert. Der Kerl brennt aus allem Schnaps, und sei es aus den Fussbodendielen seines Schiffes. Uberto hat ihn noch aufgetan, aber viel zu sanft angefaßt. Immerhin hat er sein Talent erkannt.“

Hinter dem Baum steht ein Brunnen, der auch Wasser gibt, es muss eine Quelle sein. Daneben ist ein Grabmal und eine lebensgroße Statue eines etwas untersetzten Mannes mit einem für einen echten Karinor ungewöhnlich freundlichem Gesicht. „Mein seliger Uberto, den die Horasier auf dem Gewissen haben, Boron strafe sie! Eine Seele von einem Mann.“
Vor dem Haupthaus wartet der Major Domus, ein schon graumeliertes Männlein in dunkler Hose, Hemd und bestickter Weste, der leicht als solcher erkennbare Schreiber, ein recht hübscher, aber seltsam kühl wirkender Mann so Anfang dreißig, und das ganze Hauspersonal in Livree. Fast ein Dutzend. Auch hier werden sie entsprechend begrüßt, und dem Major Domus kommt die Ehre zu, der Donna und der 'Signorita' vom Bock helfen zu dürfen, was er mit bester Etikette erledigt. Martinette lässt sich hier keinen Bericht erstatten, sondern erteilt gleich Anweisungen. „Tonku, mein Major Domus. Sorgt dafür, das alles läuft. Soumsaros, mein Schreiber. Kalter Fisch.“ Der Mann verneigt sich nur stumm. Weiteres Personal ist nicht ranghoch genug, um vorgestellt zu werden. Martinette deutet auf ein hübsches junges Mädchen von vielleicht siebzehn Jahren. „Sica, hilf Signorita Valerias Mädchen mit dem Gepäck und zeig ihr alles. Anschließend meldest Du dich bei Kusu.“ Die Kleine wird ein wenig bleich, verbeugt sich aber nur noch tiefer. „Jawohl, Donna.“
Ein Haussklave bringt ein Tablett mit Waschschüssel und frischen Handtüchern, eine Sklavin ein zweites mit einer Glaskaraffe und zwei Gläsern. Das Einschenken übernimmt nach einer schnellen Hand- und Gesichtswäsche Tante Martinette. „Noch einmal: Willkommen auf Grande Serpentina, liebe Nichte!“

Tag 45, Mittags, Manana della Suerte (Capitan)
„Wie geht es jetzt weiter?“ Der Capitan kennt die Abläufe. „Wir schleifen sie noch heute Nachmittag nach Santinera auf den Flottenposten als Flusspiraten, erheben dort Klage wegen Mordversuchs gegen Angelica. Du und Inazuna sagen als Freie als Zeugen aus. Die Schergen werden dann von Leutnant Perra im Schnellverfahren verurteilt, für die bekommen wir eine ordentliche Ergreifungsprämie. Angelica kommt vor das Stadtgericht, das wird frühestens Morgen was. Sofern man unseren Worten und den vorgelegten beweisen Glauben schenkt, wird sie wahrscheinlich zu einem sehr unangenehmen Tod verurteilt, aber – so wir nahegelegterweise zustimmen – in die Sklaverei verkauft und gebrandmarkt. Die Gerichtskosten müssen wir zahlen, aber dagegen steht der Ertrag aus dem Verkauf unseres mörderischen kleinen Unschuldengels.“ Emilia zögert. „Und das sie eine Feldmann-Karinor ist...“ „Wenn sie eine echte Karinor wäre, läge der Fall ein wenig anders – da würde man der Matriarchin Gelegenheit geben, das geräuschlos mit Gold zu regeln. Aber Feldmann-Karinor, von der Seitenlinie habe ich noch nie gehört. Außerdem pochen sie hier auf ihre Selbstständigkeit.“ Emilia nickt. Dann schaut sie zu Vecna. „Habt ihr alles abgesucht, ob auch wirklich keiner entkommen ist?“ Die ist beinahe beleidigt. „Natürlich, Donna Emilia!“ Sie deutet zum Fenster. „Sie waren mit zwei Kanus da. Sieben Paddel.“ Der Capitan kratzt sich am Bart. „Bleibt noch die Frage, wo sie hergekommen sind. Einfach bei uns ausgestiegen von der Conchita sind sie nicht, das wäre dem Schiffer aufgefallen, und spätestens bei unserer Rückkehr hätte er was gesagt. Ich fürchte, ich muss noch mal mit ihnen reden. Lose Enden sind nicht gut.“ Er fragt nicht, ob jemand mitkommen will.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 27.06.2020 02:01

Tag 26, Abend, Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
Wie immer genießt sie die Zeit mit ihm und heute noch mehr. Auch wenn die Beine schmerzen, schafft er sie das vergessen zu lassen.
"Ich werde es versuchen. Aber vielleicht könnt ihr mir eine Erinnerung geben, damit ich es nicht bis morgen vergesse," meint sie in der strengen Position. Den Klaps genießt sie mehr, als dass er sie schmerzt.


Tag 45, beinahe Abends, Grande Serpentina (Valeria)

"Glauben die hier wirklich noch an so etwas?" Valeria schüttelt den Kopf. Boron war der Götterfürst und hier? Ein Baumgeist. "Ja und die meisten Waldmenschen sind nach ein wenig Zucht oder ein paar Generationen dafür auch einfach besser geeignet. Liegt ihnen wohl teilweise im Blut."
Sie betrachtet Boris noch kurz, wendet sich dann aber wieder den anderen zu. Viele neues heute . "Auf die Schmähungen des Horasreiches kann sie nur nicken. "Ja. Boron möge sie strafen und alle anderen Götter gleich mit." War ihr Mann nicht auf See gestorben oder so etwas. SIe erinnerte sich dunkel.

Bie der Vorstellung nickt sie den Sklaven zu, immerhin wird sie mit ihnen zu tun haben und wäscht sich dann die Hände. Ihre Sklavin bedeutet sie, ihr Gepäck zu versorgen und nimmt das Glas. Wein wäre jetzt auch etwas, aber naja, kaltes Wasser war auch in Ordnung. "Danke liebe Tante."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 27.06.2020 11:08

Tag 26, Abend → Tag 27 Sehr früh morgens, Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)
„Dann will ich einmal dafür sorgen, dass ihr eure guten Absichten nicht vergesst.“ Wenn ihr jemand vor einem Monat erzählt hätte, ein Dutzend mit dem Brabaker zu bekommen, könnte ihr Lust bereiten, dann hätte sie ihn vielleicht ausgelacht. Aber genau das ist der Fall. Andererseits kommt das auch nur irgendwo drin vor. Es ist wunderbar, aber das Liebesspiel braucht ihre letzten Kraftreserven auf, und so wacht sie am nächsten Morgen durch einen Klaps auf ihres Rückens Ende in Prosperos Bett auf. „Guten Morgen, meine Liebe. Ihr seid mir gestern Nacht einfach in den Armen eingeschlafen. Da ihr so erschöpft wirktet, habe ich mir die Freiheit genommen, einen Boten zu Signorina Tonarev zu schicken, dass ihr über Nacht verhindert wäret.“ Die Nacht in einem Bett mit Matratze anstatt Strohsack war wundervoll, und der Duft des Morgenkaffees auf dem Nachtisch, wo auch ein paar Happen warten, riecht verlockend. Die Ruhe hat ihr gut getan, aber sie fühlt sich immer noch so gründlich beglückt, dass sie sich nicht beklagen würde, würde man ihr einen Tag Bettruhe verordnen. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, aber erste Geräusche des Herumwerkens unten im Haus legen nahe, dass es knapp vor der siebten Stunde ist. Wenn sie bei ihrer Partida nicht das Frühstück verpassen will, muss sie sich zwar nicht sputen, aber doch schon in die Gänge kommen. Obwohl... wo sie Propsero gerade im Bett hat, auch das wäre überlegenswert, denn sein Geruch ist ähnlich verlockend wie der Kaffee. Halb erwartet sie, dass ihre Kleider noch so auf dem Boden herumliegen, wie sie sich von ihnen getrennt hat, aber die Robe hängt ordentlich auf einem Bügel, und auch der Rest ist säuberlich zusammen gelegt.

Tag 45, beinahe Abends, Grande Serpentina (Valeria)
„Also wenn Du mich fragst. Liebe Nichte, wir tun diesen Wilden nachgerade einen Gefallen, wenn wir sie aus ihren Laubhütten herausprügeln. Sie haben es doch im Endeffekt viel besser, wir bringen ihnen den wahren Glauben an die Zwölfe, und endlich mal vernünftig arbeiten zu lernen schadet ihnen gar nicht.“ Sie schaut zu einem hübschen Sklaven, bei dem es sich wohl um den von Kusu erwähnten Loris handelt. „Auch wenn wir zuweilen daran erinnert werden müssen, mein Junge, nicht wahr?“ Der junge Mann neigt sein Haupt. Tante Martinette lacht. „Sieh zu, dass Du es heute Nacht wieder gut machst!“ Sie macht eine eindeutige Geste mit den Fingern und lacht, er verbeugt sich erneut.
Sie winkt, und die Sklavin mit dem Tablett bringt die Handtücher und die Waschschüssel weg und kehrt mit einer anderen Karaffe zurück, diese mit rotem Inhalt. „Wein direkt auf leeren Magen nach einer Reise durch die Hitze tut nicht gut, aber jetzt können wir uns einen kräftigen Schluck genehmigen." Die Sklavin zögert ein wenig, als sie eingießt, kaum spürbar, aber Valeria ist auf dem Silberberg groß geworden. Sie ahnt es, als Tante Martinette nur einen kleinen Schluck trinkt, riecht es dann auch. Das ist kein Wein, das ist Likör, und zwar recht starker. Tante Martinette ist allerbester Laune. „In einer Stunde Essen wir, zieh Dir was Vernünftiges an.“

Tag 45, Mittags, Manana della Suerte (Capitan)
Sie haben den Gefangenen mittlerweile die Augen verbunden, und der Capitan macht wieder den Anfang mit dem Mann und lässt ihn in den Schuppen bringen. Der baut vor. „Ich hab euch alles gesagt, was ihr wissen wolltet, Senor!“ Der Capitan nickt. „In der Tat. Und geht es euch nicht auch besser als den Dummköpfen, die das nicht getan haben? Es haben sich aber noch ein paar Fragen aufgetan, Senor, und ich würde mich freuen, wenn ihr mir zu Diensten sein könntet. Dann ist sogar ein Abendessen für euch drin. Beschreibt mir eure Ankunft hier in Santinera und dann auf der Plantage.“ Der Pirat lässt sich nicht lange bitten. „Wir sind vorgestern und gestern in zwei Gruppen in Sanitnera angekommen und dann mit dem Kanu in der Siesta flussabwärts. Dann den Nebenfluss hoch bis zur Schleuse, dann noch etwas den Fluss hoch bis zur ersten Biegung und haben da campiert bis zum Morgengrauen. Die Kanäle waren ja nicht zu verfehlen.“ Der Capitan nickt. „Danke für eure Kooperation, Senor.“ Sie sollten sich die Stelle einmal ansehen. „Es war mir ein Vergnügen.“ Der Mann lacht trocken, und der Capitan schmunzelt. Ein Mann muss gelassen bleiben im Angesichts der Widernis. Obwohl er hier sicher einen abgebrühten Messerstecher vor sich hat, fühlt er trotzdem so etwas wie Respekt.
Er lässt den Gefangenen zurück bringen und überprüft die Aussage mit der Piratin, die anfangs störrisch war. Sie hat sich leider schon wieder gefasst und verkündet ihm, er solle sich selbst befriedigen. „Ich sage euch gar nichts!“ Der Capitan seufzt und nickt Korian zu. Sie entscheidet sich erwartungsgemäß schnell anders, bestätigt nun die Aussage ihres Spießgesellen. Der Capitan schüttelt den Kopf. „Wieso nicht gleich so? War es das wert?“ So ein dummes Stück. Wenn es darum gegangen wäre, ihre Bande zu verraten, dann hätte er Widerborstigkeit verstanden. Schließlich bildet selbst Dreck Klumpen, und Kameradschaft ist ein starkes Band. Aber das hier war nur völlig überflüssige Bravado. Wahrscheinlich angeborene Sturheit. Er bekommt keine kohärente Antwort, aber das ist wohl den Umständen geschuldet. Korian verpasst ihr einen Klaps. „Die dritte auch noch, Senor?“ Der Capitan schüttelt den Kopf. „Nicht nötig. Entweder es ist gut abgesprochen, oder es stimmt. Eine Nachhut haben sie nicht dort, das würde keinen Sinn machen, und der Junge, der sie geführt hat, versteht sein Handwerk. Lasst die hier noch etwas abkühlen und zu Atem kommen, dann schafft sie zu den anderen. Korian nickt. „Aye.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 27.06.2020 12:59

Tag 26, Abend → Tag 27 Sehr früh morgens, Weißer Ara, Sandalia, Santinera (Boronaya)

Sie genießt den Abend und auch das Aufwachen am morgen. Vieles hätte sie vor ein paar Wochen noch belächelt oder für unmöglich gehalten, aber man konnte schon sagen, dass diese Reise ihr neue Möglichkeiten geboten hat.
Und neue, interessante Männer, wie sie mit einem Blick auf Prospero feststellen muss. Neben ihm aufzuwachen, daran könnte sie sich auch gewöhnen. Was sie innerlich aufstöhnen lässt. Bitte nicht. Das war auch so schon kompliziert genug, ohne dass sie Gefühle für zwei Männer hat. War das eine Prüfung Rahjas?

"Danke. Ich glaube auch nicht, dass ich den Weg noch geschafft hätte," meint sie glücklich lächelnd und richtet sich etwas auf. Immer noch die Spuren spürend und mit ein paar Fingern fährt sie diese auch nach. Das würde sie ein paar Tage spüren und sitzen würde sie an die Nacht erinnern, was sie nicht störte, ganz im Gegenteil.
Boronaya nimmt einen Schluck Kaffee und stiehlt sich einen Kuss. "Fast muss ich sagen, dass ich hoffe, dass ich die ein oder andere eurer Lektionen vergesse und wiederholen muss," meint sie lächelnd. "Seid ihr mir arg böse, wenn ich übrehastet aufbreche? Ich muss ja auch noch mit meiner Partida besprechen, dass ich mich mit Laila treffen werde. Das kann ich ja schlecht im Sumpf machen."
Auf jeden Fall ist es was, was ihr Kopf will und einmal hat sie beschlossen sich nicht vom Rest ihres Körpers leiten zu lassen. Also zumindest es zu versuchen.


Tag 45, beinahe Abends, Grande Serpentina (Valeria)
"Ja, so sehe ich das auch. Ein bisschen Kultur und Disziplin tun ihnen gut. Und Al'anfa zu dienen ist ja eine Ehre." Und wenn man lernte konnte man ja sogar ein Fana werden. Das waren doch gute Aussichten für die WIlden. Die Aufforderung ihrer Tante an den Sklaven quittiert sie mit einem Lächeln. Sie bevorzugt für so etwas Sklavinnen, wenn sie ehrlich war. Man musste sich weniger Gedanken machen und vor allem keine Sorge Tsas Segen von einem Sklaven zu empfangen. Auch wenn er zugegeben hübsch war.
Vom Likör probiert sie ebenfalls einen guten Schluck und nickt zufrieden. Das ist wesentlich besser als der Schnaps vorhin, aber sie hält sich auch ein wenig zurück. SIe hat nicht die Statur ihrer Tante und betrunken auf dem Tisch liegen war nicht ihre Vorstellung von gutem Eindruck hinterlassen um schnell wieder wegzukommen.
"Ja, Tante. Wenn du micht entschuldigst. Ich würde mich dann umziehen. Bring mich auf mein Zimmer," meint sie zu einem Sklaven, der halbwegs unbeschäftigt aussieht, im Zweifel Loris.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 27.06.2020 15:42

Tag 27 Früh morgens, Herberge Weißer Ara → Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)
„Ich wäre ein schlechter Lehrmeister, wenn ich zum eigenen Vergnügen euch von euren Pflichten abhalten wollte.“ Mit ihr zusammen zu frühstücken, oder gar davor noch ein wenig Unsinn anzustellen, hätte er ganz offensichtlich Lust, aber er begnügt sich, ihr beim Aufstehen noch einen Kuss zu stehlen und durch ein sanftes Streicheln ihre Entscheidung zu erschweren, bevor er sie dann mit einem letzten Klaps auf Trab bringt. „Aber euch an eure Pflichten zu erinnern wird mir stets ein Vergnügen sein! Haltet mich auf dem Laufenden.“

Ihre Partida, zumindest der weibliche Teil, wäre pleite, wenn Grinsen besteuert würde. Auch wenn sie es nicht anspricht, ist Senora Ponches hingegen nicht wirklich angetan von solch traviaungefälligem Treiben. Eine unverheiratete Dame schläft im eigenen Bett... oder sowas, wahrscheinlich.
Jucho bringt sie jedoch nach dem Frühstück gnadenlos auf Trab. „Es regnet nicht, also gehen wir ins Gildenhaus. Fortschreitter und Siana haben uns für heute nicht gebucht, also versuchen wir, eine Eskorte zu kriegen. Oder falls noch wer anders in den Sumpf will.“ „Träum weiter, Bruderherz.“ „Sonst eben Jagen oder Amuekakave-Moos sammeln, und jetzt hoch mit euch, sonst ist Naya nicht die einzige, die auf der Bank hin und her rutscht!“ Er lacht.
Es gibt natürlich keine Eskorte, beziehungsweise die drei, die es gibt, gehen an Reto und Barrabas, die letzte ist ohnehin fest mit Sylla gebucht. Krokodiljagd scheidet aus – Jucho und Sertudo kennen ihre Grenzen – und das wenige, was dann noch hängt, kostet eigentlich mehr, als es bringt. „Also Jagd.“

Tag 45, beinahe Abends, Grande Serpentina (Valeria)

Tante Martinette nickt, fügt aber ein „Trödel nicht rum“ an, was Loris dazu bewegt, sie tatsächlich nur zu ihren Gemächern zu führen und sie dann an die dort schon einräumenden Sica und Sikula zu übergeben. Valerias Gemächer sind... gar nicht mal so übel. Nach den ganzen symbolischen Strafmaßnahmen und 'Scherzen' war gar nicht so sicher, was auf sie warten würde, aber es sind zweieinhalb großzügig bemessene Räume mit einer eigenen Terrasse und einem Alkoven, wo zwei Sklaven schlafen können. Ein großes Pfostenbett, mit Schnitzereien verziert, mit Moskitohimmel, ein begehbarer Kleiderschrank und sogar ein Badezimmer, das von einer Dachzisterne gespeist wird und über einen Badeofen verfügt. Es gibt einen abschließbaren Schreibsekretär, zu dem Tante Martinette gewiss einen Ersatzschlüssel hat, anderes anzunehmen wäre sträflich naiv, einen Diwan und eine Sitzgruppe, wo sie einigermaßen standesgemäß Gäste empfangen kann. Zwei Glockenstränge - einer, der in den Alkoven führt, und einer, der in die Küche geht. Ungewöhnlich ist ein Stehpult und ein großer Arbeitstisch, groß genug, um als Esstisch für ein Dutzend Gäste zu dienen, aber offenkundig als Planungs- und Zeichentisch benutzt. Ein breiter, aber nur flacher Wandschrank beherbergt denn auch die typischen Instrumente eines technischen Zeichners und Baumeisters. Ein zweiter Wandschrank beherbergt das Arbeitswerkzeug des Vermessers – unter anderem Theodolit, Lotkreuze und zwei Heliographen für die Verständigung über größere Distanzen. Jetzt ist nur noch de Frage, was sie für Tante Martinette planen und bauen soll. Aber das ist alles auch nicht neu. Zwar von guter Qualität, etwas robuster als ihr eigenes, das ihr die Horasier abgenommen haben, aber bestens gepflegt und stets schonend behandelt. Sica bestätigt denn auch. „Das sind die Werkzeuge Don Ubertos, Signorita, wie es auch seine privaten Gemächer waren.“ Das ist wohl einfach die Anrede, die Tante Martinette allen eingebläut hat, und die Größe des Peitschenhauses spricht nicht dafür, dass Aufmucken hier folgenlos bleibt.
Nachdem Sica gegangen ist, auf sie wartet ja bereits die Peitsche, verdient sich Sikula die ersten Meriten. Unauffällig, als sie zufällig an einer von ihr ausgewählten Stelle stehen, weist sie Valeria flüsternd auf zwei getarnte Beobachtungslöcher hin: Eines im Badezimmer und eines im Schlafzimmer.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 27.06.2020 23:58

Tag 27 Früh morgens, Herberge Weißer Ara → Herberge Arangenbäume, Sandalia, Santinera (Boronaya)
"Beiderseitiges Vergnügen. Und ihr werdet einer der ersten sein, der die Neuigkeiten erfährt," meint sie mit sichtlicher Überwindung nciht nachzugeben.
Das Grinsen und Senora Ponches Blicke lässt sie gelassen über sich ergehen, dazu ist sie schlicht zu gut gelaunt. "Siana und Fortschreitter werden das auch die nächsten Tage nicht tun. Weshalb ich mit meiner Kollega und der Horasierin sprechen müsste. Da könnte es eine Gelegenheit geben, dass die Statue gehoben werden kann. Und damit Arbeit für uns. Dazu müsste ich aber eben mit den ganzen Parteien sprechen. Also nicht zu spät zurück oder hierbleiben. Eine Investition in die Zukunft."

Tag 45, beinahe Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria muss kurz Grinsen als Tantchens Anweisung eingeht. Was hätte sie denn sonst mit ihm tun sollen? Einen Spaziergang machen.
Als sie dann in den Räumen ankommt ist sie erstaunt. Sie hatte mit vielem gerechnet, aber das... war jetzt wirklich wesentlich mehr als gedacht. Sie hatte mit einem engen Zimmer gerechnet. Und dann noch die Werkzeuge, die sogar hoffen ließen, dass ihr Talent hier nicht verschwendet wurde. Und sie fährt vorsichtig über die Werkzeuge, prüft sie kurz, nickt zufrieden.
Sica erntet für ihre Aufmerksamkeit ein Lächeln und ein Nicken. "Gut gemacht," flüstert sie zurück. Im Schlaf- und Badezimmer? Das machte eigentlich nur Sinn wenn es jemanden gab, der sie rahjaungefällig beobachten wollte, oder? Seltsam. "Hat Sica etwas gesagt, was man hier zu Tisch trägt?" fragt sie noch nach. "Ich denke mit einem einfachen Seidenkleid, kann ich nichts falsch machen..."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 28.06.2020 09:30

Tag 27 Früh morgens, Herberge Arangenbäume, Sandalia → Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Jucho weist auf einen freien Tisch und sie setzen sich. „In-was?“ Bule erklärt es ihm. „Ah. Nun, könnten wir brauchen. Wie stellst Du Dir das vor? Kann Dir wer von uns dabei helfen?“

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Sikula verneigt sich. „Eure Tante trägt Abends zumeist eine helle Leinenhose mit Schärpe und eine weiße Bluse mit Rüschen. Kleider trägt sie nur, wenn Donna Volantia mit ihren Töchtern zu Besuch kommt. Mit am Tisch sitzt lediglich der Schreiber Soumsaros, der aber dem eigenen Geschlecht zugeneigt ist. Ihre Leibsklavin Bania hat mir allerdings ausrichten lassen, dass sie ein durchsichtiges Seidenkleid tragen werde. Ich bezweifele aber, das sie sich wirklich so entscheiden wird.“ Sie verneigt sich erneut. „Soll ich euch auf der Plantage vor Dritten von nun an mit Donna oder mit Signorita anreden, Donna?“

Tag 45, Mittags, Manana della Suerte (Capitan)
Draußen gibt es jetzt erst einmal Mittagessen, und Korian und sein Trupp essen etwas für sich im Schatten. Es gibt hier keinen Aufsehertisch – Vecna, Shiri und Inazuna essen mit am Herrentisch, und am Sklaventisch zu speisen tun sich die Questadoren nicht an. Rando stellt die Frage, die alle bewegt. „Wie ging das mit... ich meine, im Schuppen...“ Korian zuckt mit den Schultern. „Der Alte ist zu weich. Er lässt sich zwar nicht für dumm verkaufen, in der Arena hätte man das aber anders gemacht.“ Er führt ein paar Praktiken aus, aber Buki fällt ihm schnell ins Wort, mit den Unterarmen ein X formend.“ So genau wollte ich das gar nicht wissen!“ Korian grinst blutrünstig. „Dann frag nicht. Das gehört auch zu unserem Job.“ Die anderen nicken mit minimaler Begeisterung. Trotzdem ist das Thema in seiner Schaurigkeit faszinierend. „Wenn er das alles nicht gemacht hat... ich hab auch keine Peitsche gehört. Noch nicht mal Schreie...“ Korian beantwortet die Fragen ungerührt. „Das Wichtigste ist immer noch, dass man die richtigen Fragen stellt und weiß, wann man eine ehrliche Antwort bekommen hat. Und das kann der Alte offenbar. Ansonsten, der Eimertrick reicht vollkommen, und man sieht nachher nichts. Kaum was.“ Buki wechselt doch lieber das Thema. Was der Eimertrick ist, will sie so genau nicht wissen. „Und wie geht’s weiter?“ „Wir überprüfen noch ihr Lager, heute Nachmittag bringen wir sie dann mit dem Capitan zum Flottenposten, die Auftraggeberin zum Gericht. Und dann können wir wahrscheinlich schon heim.“ „Leicht verdientes Gold.“ Buki hält ihm die Faust hin. Korian stößt dagegen. „Sag ich doch!“ Er blickt zu Coraline. „Gut, dass Du aufgepasst hast. Alejandro kocht übrigens besser.“ Man widerspricht ihm nicht.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 28.06.2020 14:48

Tag 27 Früh morgens, Herberge Arangenbäume, Sandalia → Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
"Nun ich müsste mit den beiden Sprechen und sie davon überzeugen, dass das ein großartiges Abenteuer wird, ihre Ego streicheln, so etwas. Ich glaube nämlich nciht, dass sonst noch viele in den Sumpf gehen und Eskorte? Ihr wisst gegen wen wir da ankommen müssten. Ich würde den beiden auf jeden Fall gerne eine Einladung zum Essen aussprechen, vielleicht sogar auf heute Abend. Sie sind ja bei einem Plantagero untergekommen, aber ich als Magierin dürfte zumindest einen Brief zustellen können, denke ich. Vielleicht wäre es gut, wenn einer oder eine noch zum Essen mitkommt und ihnen die Gefahrlosigkeit bei gleichzeitig großem Abenteuer zu verkaufen. Laila wird bei mir einen Hinterhalt vermuten," gibt sie zu.

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria schüttelt auch den Kopf. "Vermutlich will sie mich nur herausfordern und sehen, ob ich dann auch in einem solchen auftauche." Leinenhose und Seidenbluse ist aber fast genau das, was sie jetzt trägt, also wäre das auch kein anständig anziehen.
"Bring mir bitte ein Seidenkleid, nicht durchscheinend und eher ... konservativ," entscheidet sie sich dann. Die zweite Frage lässt sie auf ihrer Lippe kauen, aber sie ist sich fast sicher, dass ihre Mutter ihrer Tante auch das Kommando über ihre Leibsklavin gegeben hat. Und das wäre ein Konflikt der sinnlos ist. Zumindest im Moment und sie würde sowieso in einer ruhigen Minute mit ihrer Tante einmal darüber sprechen müssen.
"Donna hier, SIgnorita für's Erste draußen," gibt sie etwas schlechtgelaunt zu. Eine Erinnerung daran, wer hier das Sagen hat.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 28.06.2020 15:28

Tag 27 Früh morgens, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Makita grinst. „Hat sie denn Grund dafür?“ Tonarev schüttelt den Kopf. „Klingt nicht danach, als ob wir dir direkt dabei helfen können. Vielleicht lädst Du sie auf einen Wein ein unter dem Vorwand, dich entschuldigen zu wollen. Du hast ja jetzt Wochelang geglaubt, sie habe Dir das eingebrockt. Wenn Du direkt mit der Expedition ankommst... die wird schon fragen, was Du hier machst.“ Jucho nickt, wohl hauptsächlich, weil er die soziale Kompetenz bei seiner Schwester angesiedelt sieht und sich nicht zutraut, in einem Streit zwischen Magierinnen zu vermitteln. „Dann gehen wir mal auf Jagd – spätestens nachmittags sind wir wieder da.“ Tonarev nickt. Makita erhebt sich. „Wenn sie sich die Stadt ansehen, dann machen sie das wahrscheinlich so um die neunte Stunde herum, würde ich mal schätzen.“

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Sikula verneigt sich. „Sehr wohl, Donna.“ Dann macht sie sich an die Arbeit, und allzuviel Zeit bleibt nicht, zumindest nicht, wenn vor dem Abendessen alles Ausgeräumt werden soll. Dann ist da noch das Geschenk für die Tante, ausgesucht und besorgt von ihrer Mutter, zu überreichen beim ersten richtigen Treffen, also beim Abendessen. Der neueste Band der 'Phantastischen Reisen des Capitano Boroggio', Valeria kennt die Reihe und hat auch gehört, dass sie schamlos abgekupfert sein soll - und zugegebenerweise wohl auch ist - von den 'Unter der Flagge des Horas'. Etwas schwülstig-romantische und dabei manchmal aufdringlich patriotische Belletristik, allerdings von der nautischen und mago-technischen Seite erstaunlich gut recherchiert. Bei der Einen sind die Alanfaner die Guten und die Horasier die Bösen, bei der Ursprungsreihe ist es grad umgekehrt. Wobei 'Unter der Flage des Horas', angeblich mittlerweile neun Bände, in Al'Anfa 'keinen Verleger findet' und daher beinahe Schmuggelware darstellt. Valeria hat sich über den Inhalt informiert, und dieser Band ist für Techniker vor allem deswegen interessant, weil darin ein Schiffshebewerk beschrieben wird. Mutter ist der Meinung, dass das genau Tante Martinettes Geschmack sei.
Das Esszimmer und der darin enthaltene Tisch ist groß genug, göttergefällige zwölf Gäste zu fassen. Der Raum ist durchaus repräsentativ. Ein großes Gemälde zeigt das klassisch beliebte Seegefecht, wo eine alanfanische Schivone gleich zwei horasische Schivonen auf den Grund des Meeres schickt. Dann dürfen natürlich die Portraits der Familie nicht fehlen: Don Uberto in klassischer Pose – 'ich stehe auf meins und deute hinaus auf alles meins' – wer sowas nicht hat, ist auch Niemand, das gehört einfach dazu. Auf dem Bilderrahmen ist ein kleiner Rabe angebracht, und Jahreszahlen unten auf einem Täfelchen kann man entnehmen, dass Don Uberto vor fünf Jahren 'aus dem Leben gerissen' wurde. Neben ihm das Bild von Tante Martinette im Kreise ihrer gehorsamen Kinder, ganz wohlmeinende Matriarchin, mit ihrem Mann Uberto an ihrer Seite, etwas hinter und teilweise verdeckt von ihr. Gesellschaftlich eine klare Aussage. Sohnemann hat rote Haare, die Uberto nicht hat, aber mit so etwas hat in der alanfanischen Gesellschaft allenfalls der schwächere Part ein Problem, und von dem wird 'Haltung' erwartet. Der Sohnemann trägt eine Kinderuniform der Armada, und dort ist er auch gelandet, derzeit Leutnant, wobei es Valerias Mutter nach angeblich danach aussieht, als ob das auch sein endgültiger Rang bleiben wird. Die jüngste Tochter wird bei den Karinors auf dem Silberberg ausgebildet, aber Valeria hat sie nie zu Gesicht bekommen, sie dürfte fünfzehn sein. Die älteste hat einen gehobenen Schreiber-Posten in der Universität. Gedeckt am Tisch ist so, dass die Tante am Kopfende sitzt, Valeria zu ihrer Rechten, der Schreiber Soumsaros zu ihrer Linken. An der Tür stehen ein Sklave und eine Sklavin in Haustracht in Bereitschaft.
Tante Martinette selber trägt tatsächlich eine bequeme aber feine Leinenhose und ein rüschenbesetztes weißes Seidenhemd mit reichlich Lochstickerei, die weise Spitzenunterwäsche darunter durchscheinen lässt. Nicht die allerneueste Mode, aber klassisch genug, um nicht veraltet zu wirken. Darüber ein goldenes Medaillon an goldener Kette und ein paar Ringe. Standesgemäß, weder zu viel noch zu wenig.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 28.06.2020 16:42

Tag 27 Früh morgens, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
"Nein natürlich nicht... Wir sind nur nicht gerade das, was man als Freundinnen bezeichnet..." gibt sie zu und nickt. "Dann ziehe ich mich mal um und mache ein paar Besorgungen um sie zufällig zu treffen oder wenn nicht ihr einen Brief zu schreiben." Siana hatte ja gesagt wo sie ungefähr sein könnten und einer Magierin würde man ja auch kaum einen Spaziergang absprechen.

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria beeilt sich und gerade die Zeitnot spricht für ein Kleid: Weniger zu schnüren, keine besonderen Umstände oder Stellen an denen man Hilfe benötigt. Dazu leichte Schuhe, immerhin ist es ein Abendessen. Beim Schmuck hält sie sich zurück. Erstens ist das nicht ihres und zweitens will sie ihre Tante ja auch nicht in irgendeiner Form bloßsstelen, indem sie den teureren Schmuck trägt.Aber um ihrem Stand gerecht zu werden, landet trotzdem sie symbolische Geisel an ihrem dünnen Gürtel. Vielleicht ein kleines Statement gegen die Verweigerung des Donna. Und sie achtet darauf, dass alles makellos ist, besonders bei ihrer Frisur, die sie meistens hochstecken lässt, versteht sie da wenig Spaß.
Das Buch muss sie sagen ist nach ihrem ersten Eindruck eine ausgezeichnete Wahl. Manchmal überrascht sie ihre Mutter. Auch wenn man das nicht vermutet, kennt sie die Vorlieben und Schwächen fast der ganzen Verwandtschaft. Und selbst für sie, wäre es nicht ganz uninteressant. Natürlich nicht wegen der Liebesgeschichte. Rein technisch.

Die Bilder beeindrucken sie jetzt nicht besonders, viel eher die Aussage dahinter aber sie schaut trotzdem angemessen lange dorthin. Dass sie die jüngste nicht getroffen hat ist jetzt im Nachgang schade, aber irgendwie wäre es auch lächerlich sich jede Bindestrich-Karinor zu merken. Etwas wofür sie ihre Mutter, gesegnet mit dem Gedächtnis eines Waldelefanten, wieder maßregeln würde. Alle sind wichtig, alle kann man sich zu nutzen machen... Jaja.
"Ihr seht bezaubernd aus Tante," begrüßt sie ihre Tante. "Und ich möchte dir noch ein kleines Geschenk machen, dafür dass du mich so großzügig aufnimmst. Und natürlich soll ich dir auch die besten Grüße meiner Mutter ausrichten," übergibt sie das Buch offiziell. "Ich hoffe, dass dir das Buch gefällt."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 28.06.2020 21:31

Tag 27 Früh morgens, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Die Partida macht sich aufbruchsbereit. „Na dann, Gute Jagd! Bis heute Nachmittag.“ Für Boronaya stellt sich nun die Frage nach dem Vorgehen. Wenn der Tipp mit dem Apotheker stimmt, dann werden sie recht bald da auftauchen, wahrscheinlich um die neunte Stunde herum. Wenn sie etwas durch die Stadt flanieren, wahrscheinlich später. Wird Siana wieder vor dem Apotheker ihre Staffelei aufbauen? Oder sind sie und Ribaldo zumindest vormittags bei Prospero dienstverpflichtet? Nun, ein Plan muss her.

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Mutter hat sich nicht geirrt, man sieht Tante Martinette an, dass die Freude nicht geheuchelt ist. „Das ist der neueste Band, ich habe schon danach gesucht! Vielen Dank!“ Sie drückt Valeria kräftig, dann lädt sie sie zum sitzen ein, und nachdem sie sich selbst gesetzt hat, nimmt auch der Schreiber Platz. „Wie gefallen Dir Deine Gemächer? Es sind die vom seligen Uberto, ich hatte nicht das Herz, sie anders zu nutzen, aber Du bist ja Familie.“
Bei der Frisur hat Sikula ihr Möglichstes getan, aber sie ist einfach noch nicht soweit wie ihre jetzt im Horasischen lebende Vorgängerin.
Als alle sitzen, wird das Essen aufgetragen, immerhin vier Gänge – eine leichte Suppe, ein kleines Fischgericht, ein Hauptessen mit Schweinefleisch und eine süße Nachspeise. Der Koch ist wirklich gut. Tante Martinette betreibt nur leichte Unterhaltung, wohl wegen dem mit am Tisch sitzenden Schreiber, der zwar geschliffene Manieren hat, aber doch irgendwie die typischen Vorurteile gegen Schreiber bestätigt. Aber nach der Nachspeise, als Tante Martinette die Tafel aufhebt, zieht er sich auch prompt zurück, und sie können ungezwungener reden. Tante Martinette lässt sich eine Zigarre anzünden und bietet auch Valeria an, dazu gibt es hochprozentiges, diesmal aber nicht der Rachenanzünder von Boris, sondern etwas sanfteres, eher wie ein Chababi Weinbrand, trotz des Rosenaromas aber wohl sicher kein echter, schließlich kostet da eine Flasche über zwei Dublonen. Aber nicht schlecht.
Jetzt wird erst einmal Familiäres besprochen – wie geht es dem, was ist aus jener geworden? Der Karinor Clan ist groß und Briefen vertraut man dann doch nicht alles an. Die patriotische Begeisterung hat die Zornbrechts gestärkt, die ohnehin immer so stark in der Flotte vertreten waren, dass man sie beinahe als ihren Erbhof bezeichnet, ebenso haben die Paligan einen guten Lauf. Die Karinors leiden immer noch unter dem Aderlass nach Shantallas Tod und dem damit einhergehenden Bedeutungsverlust. Die Familie behauptet sich, ist auch nicht mehr in der Defensive, aber dynastisch versteht Valeria genau, warum ihre Mutter eine so verbissene Heiratspolitik betreibt. Die Karinors sind derzeit nicht so gut vernetzt, wie sie es mal waren, und der rasante technische Fortschritt der letzten Jahre ist Bedrohung und Chance zugleich für die traditionell eher gesellschaftlich aufgestellte Familie.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 28.06.2020 23:19

Tag 27 Früh morgens, Gildenhaus, Portas, Santinera (Boronaya)
Nun der Plan ist relativ schnell gefasst, sie zieht auf dem Weg zum Apotheker ihre Robe an und macht sich auf den Weg zum Apotheker, wenn noch Zeit ist schaut sie im Ara vorbei, aber egal wie, sie würde sich beeilen müssen.

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria lässt sich drücken, auch wenn sie diese plötzliche Gefühlswallung ein wenig überrascht. "Die Gemächer sind schön und groß. Vor allem die Werkzeuge. Dein Uberto war ein talentierter Mann." Und wenn sie ehrlich war, hatten die Zimmer ihre Erwartung ziemlich übertroffen. Und für eine Plantage waren sie zugegeben luxuriös.
Beim Essen plaudert sie ein wenig, auch wenn der langweilige Schreiber sie schon jetzt alle Nerven kostet. Der ging zum Lachen in den Keller. Vermutlich nützlich. Sie ist recht wenig, zumindest im Vergleihc zu ihrer Tante, was vermutlich auch die dürre Figru erklären dürfte, an der man Fett vergeblich sucht. Nicht, dass sie nichts probiert, oder es nicht lobt, sie ist einfach wenig.
Die Zigarre nach dem Essen und den Alkohol hingegen nimmt sie gerne und scheint beides auch gewöhnt zu sein. Zumindest schmuacht sie langsam genug, dass esihr nicht schlecht werden wird. Sie plaudert, muss aber auch zugeben, dass sie ein paar Monate weg war und die Auffrischung nach ihrer Gefangenschaft durch die 12mal verfluchten Horasier hatte sie kaum die Gelegenheit viel aufzuholen. Aber gerade der aufblühende Seehandel bietet ihrer Ansicht nach ihrer Familie gewaltige Chancen. Und vor allem auch Al'Anfa. In der Reihenfolge. Interessiert fragt sie auch nach, was Martinette für ihre Kinder geplant hat, dass sie darüber bestimmt, davon geht sie fraglos aus. In diesem Haus passiert das, was die DOnna will oder nichts. Oder sie bekommt es nicht mit.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 29.06.2020 12:27

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
„Ein Künstler und Visionär war er. Leider gar kein Geschäftssinn, hat die Sklaven vollkommen verhätschelt. Ich kann Dir nicht sagen, was für Mühe es mir bereitet hat, hier Zug in die Kolonne zu bringen. Stell Dir vor, er schenkte gerade den Vorarbeitern nach zehn Jahren die Freiheit und zahlte ihnen dann Lohn.“ Sie schüttelt den Kopf ob soviel ökonomischen Unverstandes. „Nur, weil die Salmoranez und Macalinto das auch so machen, pfff. Dass die das nur machen, um den kleinen Plantageros das gute Personal abzuziehen, hat er nicht durchschaut.“ Das Argument ist nicht logisch, aber soll sie widersprechen? Es ist ja nicht so, als ob Sklaven kündigen könnten. „Nun, aber wie gesagt, mein Bärchen war ein Genie. Was er nicht alles für Pläne hatte.“ Sie legt den Arm um Valerias Schulter. „Und da, meine Gute, kommst Du ins Spiel. Ich habe große Hoffnungen in dich, genau wie Deine Mutter. Wenn Du nur nicht so dürr wärst, die Männer wollen was in der Hand haben, Kind! Und zum Kinderkriegen... aber das ist eine andere Baustelle. Du musst wissen, ich kann rechnen und Leute zum Arbeiten bringen, aber ich bin keine Baumeisterin. Und hier in Santinera kriegst Du ja keinen, so gut wie der Markt ist.“ Nach Santinera wohl eher... welcher aufstrebender Baumeister fährt schon freiwillig flussaufwärts? Ist doch 'jemanden den Fluss hoch schicken' ein Synonym für eine Strafversetzung.
Ihre Kinder beurteilt Martinette mit silberbergscher Schonungslosigkeit. Die jüngste, Photie, ist vielversprechend. Daher wird sie wohl auch auf dem Silberberg ausgebildet. 'Der Junge' und die Älteste taugen nur as Zuarbeiter. Die Älteste, Severa, hat von Uberto das gute Herz geerbt. Ist ja sympathisch, aber für ein gutes Gemüt kann man sich nichts kaufen, nicht wahr. Der Älteste, Brasidas, ist ein Depp, der seinen Mund nicht halten kann. Hat sich doch glatt über seinen Capitan beschwert auf seiner ersten Tour. Zu Recht, sicherlich, der Kerl wurde sogar abgesetzt und vors Kriegsgericht gestellt. Aber über einen Paligan beschwert man sich nicht einfach so. Da schiebt man doch wen vor! Kein Capitan mag Untergebene, die sich beschweren. Wer Gerechtigkeit will, soll Praiot werden, aber so kann man keine Plantage führen! Und Karriere macht man so erst recht nicht. „Aber morgen zeige ich Dir erst mal alles!“

Tag 27 Morgens, nahe dem Haus des Apothekers Paulson, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Wären nicht die Distanzen, so hätte sie wahrscheinlich Zeit. Anererseits ist Laila genau wie sie eine antrainierte Frühaufsteherin, und im Haushalt der Salmoranez ist in den Tag schlafen sicher auch nicht üblich.
Senora Ponches wundert sich zwar etwas, dass sie wieder auftaucht, und eine weitere Tagesrobe zu haben wäre vielleicht ganz nett – immer dasselbe anzuhaben wenn Prospero oder Ribaldo sie sehen... aber es hilft ja nichts. Die Auswahl an gebrauchten Roben bei den Kleiderkrämern ist sicher nicht besonders groß, und sich hier eine schneidern zu lassen ist vielleicht auch nicht die beste Idee.
Ribaldo ist im Weißen Ara und hilft Prospero und Maushaber bei der 'Dogumendasion', wie Latifa ihr ernst mitteilt. Dabei wird gezaubert, und deswegen darf man den Magister dabei nicht stören, weil man sonst in einen Kürbis verwandelt wird, den Mama dann zu Marmelade verarbeitet! Signorita Alpacina ist heute nicht da, die 'malt'. Sehr schön übrigens.
Sofern Boronaya sich davon abschrecken lässt, findet sie Alpacina tatsächlich beim Malen auf der großen Treppe. Sie nimmt sie nicht wahr, weil sie, ganz Künstlerin, sich auf ihr werdendes Bild konzentriert, und ein älterer Herr, eine junge Haussklavin mit Einkaufskorb, die sicher irgendwo erwartet wird und drei Kinder schauen ihr andächtig und still zu. Als sie doch aufschaut und Boronaya erblickt, nickt sie ihr freundlich zu und deutet dann mit dem Kopf nur kurz zum Haus des Apothekers hin, das die hier abzweigende Seitengasse entlang keine zwanzig Schritt weit entfernt liegt. Und tatsächlich, auf der Terrasse dort sitzen die Gesuchten, offenbar bei Tee und Plätzchen eine Lehrstunde in Dschungelkräutern erhaltend. Die Leibdienerin Ania ist ebenfalls dort und lässt sich von der Tochter des Apothekers irgendetwas zeigen, was einen Mörser erfordert. Den Major Domus und Leibwächter Irwin sieht sie nicht auf den ersten Blick, aber es ist davon auszugehen, dass er da ist.

Tag 45, Nachmittags, Manana della Suerte (Capitan)
Das Erkunden des Lagerplatzes obliegt Emilia, die mit Vecna und den meisten Questadoren loszieht – eine, die dunkelhaarige Schützin bleibt als Wache bei den Gefangenen zurück, um Inazuna zu unterstützen. Am liebsten hätte Emilia den Anführer dagelassen – Korian wirkt zwar sehr kompetent, ist ihr aber irgendwie unheimlich. Der ist aber umgänglich und leutselig. „Gebt es zu, ihr hattet vorher schon so eine Ahnung. Inazuna ist die beste Duellantin der Gilde. Sie fest über die Regenzeit als Leibwächterin anzuheuern...“ Emilia zuckt mit den Achseln. „Mein Onkel hatte so ein Gefühl. Aber gerechnet hat er mit sowas nicht.“ Korian nickt. Die rothaarige Buki unterhält sich derweil mit Vecna. „Hab ich dich nicht schon mal im Gildenhaus gesehen?“ Vecna lacht. „Oh ja. Ich hab als Questadora angefangen. Aber jetzt bin ich hier Konnetabel. Also eigentlich Oberaufseherin.“ Bukis Blick wandert zu ihrem Gürtel. „Keine Peitsche?“ „Wir haben nur ein Dutzend Sklaven, bisher bin ich mit dem Riemen klar gekommen.“ „Und die nehmen dich ernst?“ Vecna tut so überlegen, wie sie es vermag. „Um ernst genommen zu werden brauche ich keine Peitsche.“ Buki widerspricht nicht. Statt dessen hat sie eine andere Frage. „Nur ein Dutzend Sklaven? Wie schmeißt ihr dann die Plantage? Da braucht es doch mindestens sechzig oder siebzig.“
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 30.06.2020 00:36

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Sie zuckt mit den Schultern. "Ich habe auch davon gelesen und es gibt ein paar gute Argumente dafür. Wohl arbeiten sie besser, haben mehr Eigeninitiative und je nachdem, was man ihnen als Lohn zahlt, soll es sogar eher noch mehr Gewinn versprechen," argumentiert sie aus einem recht modernen Buch über Sklavenhalterei. "Allerdings muss ich zugeben, dass das ein Buch ist und du hier im echten Leben sicher andere Erfahrungen gemacht hast."
Das andere Gesprächsthema lässt sie erst rot und dann etwas dünnlippig werden und sie muss einen Kommentar herunterschlucken. Mehrmals. Was war denn das mit dieser verfluchten Heirat immer? Und als ob sie als Karinor nicht mehr als genug Mänenr hätte, die allesamt hinter ihr her waren. Aussehen, Namen, Reichtumg, Intelligenz, man konnte sich einen Grund aussuchen.
"Ich soll dir etwas bauen?" lenkt sie das Gespräch von dem leidigen Thema weg.
Die Geschichten über die Kinder speichert sie ab, kingen ja nicht mal so untinteressant und Photie tatsächlich so, als sollte man sich den Namen merken. Hah Mutter, siehst du?
Bei der Geschichte mit dem Paligan schüttelt sie den Kopf. Ja, das war so. Man wandte sich nicht gegen eine der Familien, nicht wenn man selbst nicht höher stand und selbst dann... Kein Al'Anfaner würde wagen Hand an sie zu legen und selbst wenn sie Mist baut. Nach außen war man eine Einheit, auch wenn man intern auf härteste bestraft wird. Bestes Beispiel Valeria Karinor, anwesend.


Tag 27 Morgens, nahe dem Haus des Apothekers Paulson, Magnolia, Santinera (Boronaya)

Boronaya reicht es zu wissen, dass Alpacina malt und so muss sie die beiden nicht stören. Sie weiß wo sie zu finden sein wird und genau da ist sie. Als sie hochschaut, geht sie kurz zu ihr. "Ich werde versuchen sie zum Helfen zu überreden," flüstert sie nur kurz und deutet mit dem Kopf ebenfalls ganz kurz zu den beiden, tut so als betrachte sie das Bild, welches wirklich sehr schön ist.
Dann macht sie sich auf den Weg zu den beiden beim Apotheker und geht mit einem Lächeln auf die Terrasse, wartet eine günstige Gelegenheit ab, um niemanden zu unterbrechen.
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 30.06.2020 10:43

Tag 45, Nachmittags, Alte Baracken, Portas, Santinera (Crocodileros)
„Ich bin mir nicht sicher, ob Krokodile besser sind als Meuchler, aber bezahlt werden sie besser.“ Das lässt sich nicht bestreiten, auch wenn ihnen allen der Tag in den Knochen steckt. Zum Jagen blieb keine Zeit, oder besser, das Gebiet durch dass sie gelaufen sind, war fast komplett erschlossen und es war absehbar, dass man dort weder leichtsinnige Affen noch Wasserschweine würde erjagen könnte – und einfach auf dem Land von Plantageros zu jagen ist die beste Methode, um schnell Ärger zu bekommen. Daher haben sie auf dem Markt ein paar Fische erstanden. Um die Tageszeit gab es zwar nur noch Aal, aber da Alejandro ihn zuzubereiten weiß, ist der Fisch mittlerweile gar nicht unbeliebt. Erst einmal jedoch steht baden an, und sowohl Alejandro wie auch Marico haben sich einige blaue Flecken eingehandelt, da ein Krokodil sie einmal kräftig mit dem Schwanz erwischt hat. Die Jungs lassen den Mädchen dennoch den Vortritt, denn auch wenn sie sich mittlerweile gut kennen, so groß ist das Becken dann auch wieder nicht.
Jelinea spricht im Bad aus, was sie heute mal wieder gefühlt hat, und Sumaida offenbar auch bewegt. „Wir waren heute mal wieder nutzlos. Gejagt haben Rico und Alejandro, Die Biester getragen und ausgeweidet die Sklaven.“ Sumaida wird rot. Heilkräuter, die es zu sammeln lohnte, gab es diesmal auch praktisch keine, offenbar wusste man auf der Plantage recht ordentlich Bescheid, was nützlich war und was nicht. „Wir sind halt für den Fall da, dass wir... uh...“ „Mal gebraucht werden.“ Jelinea schnauft. Nicht, dass sie sich beklagen will. Sie verdienen erstaunlich gut. Und die Partida ist wirklich nett, Alejandro und Sumaida jedenfalls. Und Marico geht auch. Besser, als in einer der großen Partidas wie der von Reto mitzulaufen und herum kommandiert zu werden. Und sie lernt sogar einiges dabei. Heilkräuter zu kennen und zu wissen, wo man sie suchen muss, ist unzweifelhaft nützlich. Sie lässt sich bis zum Kinn ins Wasser sinken, den Blick auf Sumaidas beneidenswerte Oberweite. Dann klopft es an die Tür, und Alejandros Stimme erklingt. „Jeli, Du hast einen Brief bekommen. Von Von Borstwitz.“ Jelinea, die Hände schon sicherheitshalber vor der Brust gekreuzt, obwohl Alejandro gar nicht herein gekommen ist, errötet. „Hast Du ihn geöffnet?“ „Natürlich nicht. Ist ja an dich.“ Sie nimmt die Hände runter. „Danke! Ich schaue ihn mir hinterher an.“ Hoffentlich ist es keine Absage.

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Tante Martinette schüttelt den Kopf. „Besser arbeiten? Soll ich meine Sklaven vielleicht noch 'motivieren'?“ Tante Martinette hebt das Glas. „Das ist meine verfluchte Plantage, ich bin hier die Donna.“ Sie deutet auf sich, dann nach draußen. „Ich mache die Regeln, die halten sich dran, und wenn nicht, lasse ich sie auspeitschen. So einfach ist das. Wenn mir danach ist, pinkel ich in das Wasser, das sie trinken. Der Segen der Donna. Kleiner Scherz, hehe.“ Aber sie macht den Themenwechsel mit. „Ja, ums Bauen geht es. Uberto hatte noch eine Menge vor, und wenn davon auch einiges philantrophischer Firlefanz ist, anderes würde uns echt voran bringen, und für das, was uns am meisten voran bringen würde, reicht mein Wissen einfach nicht. Aber das besprechen wir alles morgen. Nun hol Dir erst einmal eine Mütze voll Schlaf. Wir frühstücken um die neunte, nur wir zwei. Ich mache zuweilen vorher noch einen Rundgang, da kannst Du gerne mitkommen, schadet vielleicht nicht.“ Die Sklaven beginnen unter Garantie mit Sonnenaufgang also in dieser Jahreszeit kurz vor der siebten.

Tag 27 Morgens, nahe dem Haus des Apothekers Paulson, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Sie wird sofort bemerkt, allerdings von der Gattin des Apothekers, die sie auch direkt an den Stufen in Empfang nimmt und sie herein bittet. „Gute Morgen, gelehrte Dame. Wie kann ich euch helfen?“ Am Tisch zur linken, wo der Apotheker, ein kleiner Junge, die 'holde' Laila und Catrina sitzen, blitzen Lailas Augen misstrauisch auf – wenn sie die Begegnung für Zufall halten würde, dann wäre Boronaya auch von ihr enttäuscht. Catrina winkt ihr freundlich zu, während sie ein weiteres Plätzchen ins den Mund schiebt. Der Apotheker doziert derweil weiter. „... sehr leicht zu verwechseln mit Driffelgras, was leider komplett wertlos ist, außer als Kaninchenfutter. Die beiden jungen Damen beugen sich vor und betrachten zwei aus der Entfernung für Boronaya komplett identische Gräser.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 30.06.2020 15:01

Tag 45, Abends, Grande Serpentina (Valeria)
Ohh Boron. Ganz alte Schule. Das aber jemand, der sich einen Gewinn davon verspricht auch Eigenintiative zeigt, dass vergisst sie. Keine gute Diskussion und bei dem Gedanken an die Pisse. Sie hatte es gerade bidlich vor Augen. Das Wasserfass bei Mittagshitze, Martinette nicht zufrieden und dann. So recht mag sie nicht an einen Scherz glauben. Und das Thema mit dem Titel... das hatte sich gefühlt gerade auch erledigt.
"Ja Tante, da wäre ich gerne dabei." Sie stand sowieso früh auf, alte Angewohnheit aus ihre Ausbildung am Schwert. Und sie hatte nicht vor das schleifen zu lassen. Also vor Sonnenaufgang aufstehen, trainieren, Rundgang, Frühstück. "Wenn du mich dann entschuldigen würdest. Das ist das erste richtige Bett seit Langem."


Tag 27 Morgens, nahe dem Haus des Apothekers Paulson, Magnolia, Santinera (Boronaya)

"Seid gegrüßt," lächelt sie die Apothekerin an. "Leider nur wenig, ich habe meine alte Mitschülerin und Collega gesehen und würde sie gerne zu einem Essen und Wein einladen. Ich hoffe ich kann kurz stören."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 30.06.2020 16:02

Tag 45, Abends → Tag 46, Sehr früh morgens, Grande Serpentina (Valeria)
„Aber natürlich. Die Reise auf diesen kleinen Seelenverkäufern ist wirklich keine Freude, schlaf dich gut aus.“ Tante Martinette verpasst ihr einen Schulterklopfer und sie trennen sich.
In ihren Gemächern ist alles für die Nacht her gerichtet, und als Valeria sich schließlich hinlegt, kommt der Schlaf auch prompt. Sie schläft ein wenig unruhig, wirre Bilder, an die sie sich am Morgen kaum erinnert. Am Morgen findet sie alles vorberietet wie angewiesen. Für ihre Fechttrockenübungen bietet sich die Terrasse an. Der Garten ist recht hübsch gestaltet, das sieht man selbst im Vormorgengauen, und die Luft hier ist beinahe so klar wie auf dem Meer. Büsche und Ziersträucher sowie eine wohl Brusthohe Mauer versperren den Blick in die Weite, aber da wären wohl nur Reisfelder und dann die Uferböschung des Flusses zu sehen, wenn sie gestern richtig aufgepasst hat.
Gedämpfte Geräusche im Haus zeugen von beginnender Aktivität. Tante Martinettes Rundgang beginnt jedoch erst um die achte Stunde, und sie scheint gut Laune zu haben. „Guten Morgen, mein Kind. Morgenstund hat Gold im Mund, nicht wahr. Nun, dann wollen wir mal sehen!“ Begleitet wird sie wohl von der Oberaufseherin Kusu, jedenfalls wartet diese geduldig in der Vorhalle. Vor dem Eingangstor wartet ein Sklavenjunge und ein Mädchen mit zwei gesattelten Maultieren.

Tag 27 Morgens, nahe dem Haus des Apothekers Paulson, Magnolia, Santinera (Boronaya)

Der Apotheker muss von seiner Frau an der Schulter angetippt werden, bis er merkt, dass noch jemand dazu gekommen ist und seinen botanischen Vortrag unterbricht. Auf Lailas Gesicht ist deutlich die Frage abzulesen: 'Was führt sie jetzt wieder im Schilde?', aber als Catrina heiter und unbeschwert sagt. „Was für eine wunderbare Idee! Wie wäre es um... wie lange brauchen wir hier noch, Senor Paulson?“, erhebt sie zumindest keine Einwände. Der ist mit der Frage ein wenig überfordert, denn beizubringen gäbe es wahrscheinlich tagelang etwas. Aber glücklicherweise ist er verheiratet, und seine Frau kann die Aufnahmefähigkeit der Gäste wohl beurteilen. „Ich denke, für heute sind wir beinahe fertig, allenfalls noch ein halbes Stündchen.“ Catrina strahlt sie an. „Und wo kann man am besten...“ Golga hat auch darauf eine Antwort. „Gueans Weinstube hier in Magnolia genießt einen guten Ruf.“ Laila wendet sich an Boronaya. „Dann in einer guten halben Stunde bei Guean?“ Catrina lächelt Boronaya an und wendet sich dan wieder brav dem Studienthema zu. „Also das ist Driffelgras und das Basiliuskraut?“ Laila atmet durch. „Nein, Cati. Genau umgekehrt.“ „Ah. Ach ja, die feinen Härchen auf der Rückseite und die süßliche Note der Blattspitzen, nicht wahr?“ Senor Paulson nickt erleichtert.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 01.07.2020 01:22

Tag 45, Abends → Tag 46, Sehr früh morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Die Übungen hatten gut getand und den Kopf von den wirren Träumen freigemacht. Und sie muss zugeben, dass ihre Leibsklvin ihre Aufgabe gut erfüllt, aber zu viel loeben durfte man auch nicht, sonst wurden sie faul. Die Haare wieder hochgesteckt, besser als gestern, zumindest ein wenig und in einem Seidenhemd, sowie Hose und Stiefeln begrüßt sie ihre Tante. "Guten Morgen Tante. Ja, so hat man mehr vom Tag." stimmt sie ihr zu.

Tag 27 Morgens, nahe dem Haus des Apothekers Paulson, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Boronaya schenkt beiden ein entwaffnendes Lächeln. "Ja das klingt wie ein guter Vorschlag. Ich erwarte euch bei Guean," antwortet sie den beiden und schlägt auch den Weg dorthin ein, um einen Tisch zu besetzen. SIe war auf jeden Fall nervös. Wichtige Gespräche. Laila. Das waren keine gute Erinnerungen...
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 01.07.2020 08:29

Tag 46, Sehr früh morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Tante Martinette lässt sich von Kusu auf den Rücken des Maultieres helfen, und falls Valeria darauf zu warten scheint, hilft diese ihr auch auch ihr mit dem zweiten und läuft dann nebenher.
Es sind eigentlich Trage- und keine Reittiere, und da die kleinen Sklaven sie führen, muss man einfach nur darauf sitzen. Es geht nach rechts, nach Westen, zu den Werkstätten, aber Valeria hat nichts anderes erwartet. Die Felder sind abgeerntet und neu bepflanzt, alles andere wäre viel zu spät im Jahr, und so fallen derzeit vor allem Instandhaltungen und Reparaturen an.
Das Sägewerk ist ein Wasserbetriebenes Sägegatter, nur für kleine bis allenfalls Mittlere Stämme geeignet. Nichts Aufregendes, aber gut in Schuss. Die Sklaven hier arbeiten nach dem Kolonnensystem, etwas anderes war kaum zu erwarten, und als die Donna kommt, nimmt alles brav Aufstellung und grüßt sie ehrerbietig, die Arbeit unterbrechend, aber das ist eindeutig so eingeimpft. Die Vorarbeiterin war mit dem Schränken der Sägeblätter beschäftigt und meldet, genau wie der anwesende Aufseher 'Keine Probleme!' Geschnitten wird offenbar einfaches Bauholz. Alles ist sauber, ordentlich, und Tante Martinette ist zufrieden.
Die Ziegelei verdient den Namen kaum – für eine Planatage ist es nicht schlecht, aber wen man wirklich Volumen generieren will, dann kommt man hier schnell an seine Grenzen. An sich sind es nur ein kleiner Ziegel- und zwei kleine Töpferöfen, allesamt die klassische verschliessbare Variante. Valeria hat noch keine Öfen selber gebaut, aber sie weiß, dass sich gerade in den letzten zehn Jahren da sehr viel getan hat, und wenn sie nicht alles getäuscht hat, hat sie bei der Ankunft im Süden von Santinera auch eine moderne Ziegelei gesehen, mit gleich zwei dieser ovalen Umluftöfen, die eine erhebliche Produktivitätssteigerung bewirken. Wie genau man die Dinger baut, da stecken allerdings ein paar Berufsgeheimnisse drin, aber sie kennt sich gut genug aus, um zu erkennen, dass das hier nicht mehr Stand der Technik ist. Das war es noch, als Onkel Uberto das hat bauen lassen. Auch hier sieht es aus wie bei der Säge, und wieder baut sich alles auf und grüßt brav, was Tante Martinette leutselig erwidert. Was sie auch erinnert. Die modernen Tuzakstähle, die aus der Komturei 'ihren Weg' nach Al'Anfa finden, ermöglichen Bandsägen, die deutlich flexibler und schonender für Bauwerk und Gerät sind. Natürlich sind auch die nicht so einfach zu bauen wie eine Gattersäge. Sie sägen offenbar Bauholz, vor allem Pfähle und einfache Schalungsbretter. Und hier bei der Ziegelei einfache Bauziegel. Schon ein ganz erklecklicher Vorrat.

Tag 27 Morgens, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Bei Guean ist es um diese Zeit immerhin noch möglich, einen Tisch zu bekommen, und Laila und Catrina sind tatsächlich auch pünktlich. Laila holt Luft, als sie Boronaya sieht, bekommt einen Rempler von Catrina und atmet aus. „Hallo Boronaya.“ Catrina übernimmt. „Ich hab so viel von Euch gehört, Gelehrte Dame, ich bin froh, mir ein Bild von euch machen zu können! Ihr beherrscht die alttulamidischen Zauberzeichen, hat mir Laila erzählt? Das ist so faszinierend! Bei uns in Grangor werden sie leider nicht gelehrt, obwohl sie so unheimlich nützlich sein sollen.“ Boronaya muss sich ein wenig sortieren. Laila redet selten direkt schlecht über andere Leute, vielleicht in der ganz richtigen Annahme, dass Schandmäuler sich meist unbeliebt machen und als unzuverlässig gelten, selbst wenn der Dreck, mit dem sie werfen, kleben bleibt. Catrina fährt fort, mit einer unbekümmerten Stimme, die Boronaya irgendwie an Gabir erinnert. „Und ihr habt auch das Beste aus der Herausforderung gemacht und habt euch hier tapfer als Questadora durchgeschlagen! Ich finde das beeindruckend!“ Laila atmet durch und schaut zur Seite. „Tut mir leid, dass ich Dir die Glasperlen an den Kopf geworfen habe. Ich dachte, Du würdest Dir hier mit meinem Forschungsbudget einen lauen Lenz machen.“ Sie erhält offenbar einen weiteren Rempler. „Und das 'Miststück' nehme ich auch zurück.“ Catrina strahlt, als habe sie gerade die Sanduhr erfunden. Die Bedienung, es ist Tsabina, taucht auf und fragt nach den Wünschen der Gesellschaft.

Tag 45, Nachmittags, Manana della Suerte (Capitan)
Vecna hat mit der Frage gerechnet. „Wir sind im Wiederaufbau. Die Ernte haben wir erst einmal auf der Staude verkauft. Die Donna kann ja nicht auf ein Schlag ein halbes Hundert Sklaven kaufen. Erst mal muss alles repariert und eingerichtet werden, wir bauen langsam auf.“ Buki nickt. „Übrigens... Respekt. Die ganze Bande zu erledigen, noch dazu ohne Vorwarnung.“ Vecna wird rot. „Außer die zufällig rechtzeitig zu bemerken habe ich kaum was gemacht. Ich hab halt die Kletterin abgewürgt. Alles andere hat Inazuna erledigt.“ Buki lacht. „Reicht doch. Nur nicht zu bescheiden sein.“ Sie schaut zu Emilia nach vorne. „Wie ist denn so die Arbeit? Und wie zahlen sie?“ „Beides gut, kann mich nicht beklagen.“ Buki nickt. „Braucht ihr vielleicht noch wen?“ Wer weiß, wie lange das in Korians Partida noch gut geht. Vecna mustert sie. Der Capitan würde sich wahrscheinlich nicht beklagen. Und ganz ohne Aufseher geht es nicht. Sklaven auf sich selbst aufpassen zu lassen ist schon etwas viel verlangt, selbst im Dschungel. Sie schaut Bukis Peitsche. Ziegenleder, ohne zusätzliche Knoten. „Für Dich oder mehrere?“ Buki schaut nach vorne. „Erst mal nur für mich. Ich mach bei uns die Kundschafterin. Ich kann auch gut klettern, und ich komme von einer Plantage. Meine Mutter ist Aufseherin.“ Oberaufseherin zwar, aber das sagt man einer Oberaufseherin, die nicht älter ist als sie, und noch keine vier Wochen Oberaufseherin, wohl vielleicht besser nicht. Es könnte zu ehrgeizig klingen. Vecna nickt. „Ich frag den Capitan. Der steht allerdings voll im Saft, das ist dir klar? Ich sag's nur.“ „Versteht er das Wörtchen 'nein'?“ Vecna lacht. „Das schon, aber er ist halt dauernd hinter jedem Rock her. Wenn Du nicht auf ihn stehst, kann das anstrengend sein.“ Buki grinst. „Damit komme ich schon klar. Unser Jefe ist da nicht anders. Kerle halt.“ Sie erreichen die letzte Schleuse, und nun heißt es eifriger zu paddeln. „Wie gut bist Du eigentlich mit Deiner Peitsche. Die ist eher für Kunststücke, nicht wahr?“ Buki nickt und grinst. „Ich kann dir damit eine Münze aus den Fingern schnippen, ohne das es weh tut. Und wenn's locker geschnürt es, auch ein Mieder öffnen. Beliebter Trick.“ „Das glaube ich gerne.“ Vecna lacht. Sie erreichen die Biegung und nun heißt es aufpassen. Aber die Stelle, wo zwei vollbesetzte Kanus angelegt haben, ist schnell gefunden.
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Ungelesener Beitrag von Chephren » 01.07.2020 17:06

Tag 46, Sehr früh morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Aufs Muli lässt sie sich nciht helfen, das schafft sie alllein und das Reiten schafft sie auch. Wobei die Frage ist wieso man auf den Maultieren reitet, aber zugegeben die Böden waren schlämmig.
Valeria schaut sich alles interessiert an, aber sie beschließt erst einmal zu beobachten und sich Auffälligkeiten zu merken. Vor den Sklaven plauderte man auch nicht oder kritisierte. Besonders die technischen Gerätschaften scheinen sie zu interessieren oder noch mehr die Mechanik.


Tag 27 Morgens, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)

Boronaya ringt sich Laila gegenüber auch ein Lächeln ab, aber zwingt sich dann auch sich daran zu erinnnern, was Prospero gesagt hat und daran, die Dinge neutraler zu sehen und da fallen ihr einige Sachen ein, bei denen vielleicht doch nicht Laila Schuld war. Vielleicht.
"Seid gegrüßt und nehmt doch Platz", meint sie zu beiden. "Ja die beherrsche ich und sie sind wirklich praktisch. Viele Anwendungen wie zum Beispiel gegen Insekten oder Echsen." Sie lächelt. "Ja, das war nciht einfach, aber ich wollte gerne den Auftrag erfüllen und so viel anderes blieb mir nicht übrig. Laila hat sich ja auch gut geschlagen," ergänzt sie und wird minimal rot, als sich Laila entschuldigt. Wirklich? Laila hat sich entschuldigt? "Ich wollte mich auch entschuldigen, dafür, dass ich dich auch verdächtigt hatte. Ich glaube... unsere Meisterin hat uns da auf eine Probe gestellt. Ich... denke ich muss mich auch für das Buch entschuldigen, damals... DU weißt, als es bei dir aufgetaucht ist und ich dich ebschuldigt habe und du mich, dass ich dich anschwärzen will." Sie schaut Laila in die AUgen. "Vielleicht gab es da einige Fälle in denen wir... herausgefordert wurden, Laila." Dann schaut sie zu Catrina. "Eure Magier ist aber auch nicht zu verachten. Ich durfte hier erleben, was Illusionen alles vermögen..."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 01.07.2020 17:58

Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)
An den Vorfall mit dem Buch erinnert sich Laila ganz offensichtlich noch lebhaft, und sie macht wieder den Mund auf, klappt ihn aber wieder zu und atmet dann durch. „Ja. Das könnte sein. Das mit dem Steckkamm Deiner Mutter war ich wirklich nicht.“ Dieses kleine, vom Material her – Holz und etwas Perlmutt – her wertlose aber emotional so wichtige Andenken war eines Tages einfach weg. Ein Geschenk zu ihrer Initiation. Laila wird auch etwas rot. „Die unterschlagene Einladung zum Xenographus-Vortrag, das war allerdings tatsächlich ich. Und das Juckpulver in... Du weißt schon... auch.“ Ja. Das Juckpulver im Höschen. Alchemisch so geschickt zubereitet, dass es nicht direkt beim Anziehen sondern erst nach einer knappen Stunde anfing zu wirken. Und wie es gewirkt hat. Boronaya erinnert sich.
Catrina lächelt tapfer. „Das liegt doch alles hinter euch. Laila hat mir so viel Gutes über euch erzählt, ich bin sicher, ihr lasst euch nicht länger gegeneinander aufhetzen.“ Laila schließt Augen und seufzt. Offenbar gehört Catrina zu der notorisch optimistischen Sorte Mensch. „Cati, sie hat dafür gesorgt, dass mein erster Liebhaber vor meinen Augen ausgepeitscht wurde!“ Hat Boronaya tatsächlich nicht, auch wenn sie schwer versucht war, Lailas lächerliche kleine Sklavenromanze öffentlich zu machen. Catrina schaut entsetzt. „Du hattest vor der Ehe...männlichen Umgang?“ „Cati, wir sind hier nicht in Grangor. Hier opfert man auch schon vor der Ehe Rahja.“ Catrina versucht das mit offenem Mund zu verdauen, wird rot und wechselt dankbar das Thema, das ihr Boronaya liefert. „Die Illusionsmagie. Ja, da ist so viel möglich. Ich fürchte, bei mir will das alles nicht so richtig in meinen Kopf. Ich kriege die Realitätsdichte einfach nicht so hoch, dass man es anfassen kann. Irgendwie liegt mir die Heilmagie und das Humusaffine mehr, jedenfalls klappt das besser. Und der Sapefacta, einigermassen wenigstens mittlerweile. Ich kann Ania ja nicht so viel Arbeit machen.“ Ania ist ihr Zofe.

Tag 46, Sehr früh morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Man saut sich auf dem Muli nicht ein, das ist ein großer Vorteil. Und man hat einen besseren Überblick. Wobei ein Pferd schon eleganter wäre. Und der Überblick noch besser.
Von der Säge und den Brennöfen geht es zur Lehmgrube, und um diese Jahreszeit ist das ein eine besonders unerfreuliche Arbeit, muss doch stets gepumpt werden, damit der kleine Tagebau nicht absäuft. Ein schon älterer Ochse dreht stoisch seine Runden an der Pumpe, aber trotzdem steht das gute Dutzend lehmverschierte Sklaven knöcheltief im Wasser. Männer wie Frauen, nur mit einer knappen Hose, Kopftuch und Schlappen bekleidet, stechen die Rohlinge aus der Wand, die dann von halbwüchsigen Kindern auf Brettern nach oben getragen werden und dann von Erwachsenen auf Tragen zum Formen zur Ziegelei. Ein Aufseher macht ihnen Beine. Sicher nicht die beliebteste Arbeitsstelle.
Weiter geht es zu zwei Trupps, die den Schutzzaun um die Plantage herum reparieren, und bei einem muss die Vorarbeiterin eine Meldung machen. „Wir haben ein Loch geflickt, Donna. Könnte ein Elefant gewesen sein.“ Tante Martinette lacht jovial. „Ein Elefant. Da hat doch nicht etwa jemand versucht, abzuhauen?“ Die Vorarbeiterin beeilt sich, dem Verdacht zu zerstreuen. „Es wurde von außen gedrückt. Zwei Pfosten waren umgebrochen.“ „Wäre mir neu, dass es hier Elefanten gibt. Waren die Pfosten vielleicht einfach nur nicht tief genug eingeschlagen? Hat da wer etwa geschuldert?“ „Wirklich nicht, Donna!“ Tante Martinette mustert die Vorarbeiterin und den brav auf den Boden starrenden Arbeitstrupp. „Wir werden sehen.“ Sie lacht. „Nun, ich will ja nicht noch vor dem Frühstück strafen... zurück an die Arbeit mit euch! Ich sehe mir das hinterher an!“ „Jawohl, Donna!“ Als sie außer Hörweite sind, beugt sich Tante Martinette zu Kusu herunter. „Aus dem Trupp heute einem sechs wegen Faulheit. Ist mir egal wem. Aber kein Blut ziehen.“ Kusu nickt gleichmütig. „Jawohl Donna.“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 01.07.2020 23:36

Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)
"Wirklich.." Boronayas Gesicht wird länger und ihr Zorn größer, aber nicht auf Laila. Auf sich und ihre Meisterin. Wie hatte ihr das entgehen können und so entgeht ihr fast der Vorwurf Lailas. Sie schüttelt den Kopf. "Nein... ich habe es mir überlegt, fand das aber dann zu schäbig... Du weißt, dass ich selbst Sklavin war, wieso sollte ich so etwas wollen?" Sie schüttelt den Kopf. "Laila... ich glaube wir sollten wirklich einmal in Ruhe reden. Lange..." Das ist Boronaya auch. Aufbrausend, wütend, zornig, aber sie trägt es nicht ewig nach. SIe kann vergeben. Irgendwann. Sie atmet tief durch, lächelt dann Catrina an. "Das klingt spannend. Da dürfte dir Laila mit Sicherheit auch weiterhelfen können. Auch wenn wir nicht gerade Elementaristen sind." Beim Sapefacta muss sie schmunzeln. "Den kann man im Dschungel wirklich brauchen. Ihr glaubt gar nicht wie sehr man ein Bad vermissen kann..."

Tag 46, Sehr früh morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria ist nachdem, was sie gesehen eher am Überlegen, was genau ihre Tante hier bauen wollte. Etwas am Wasser, danach sah es aus. Eine Brücke? Ein Kai? Was würde sich anbieten?
Daher bekommt sie das Malheur auch nur am Rand mit. "Wir hatten oft Probleme mit Krokodilen," meint sie außer Reichweite der Sklaven. Die sinnlose Bestrafung lässt sie die Stirn runzeln. "Tante, darf ich dich fragen, wieso du das veranlasst?"
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 02.07.2020 06:37

Tag 46, Morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Tante Martinette schüttelt den Kopf. „Natürlich darfst Du. Das ist ganz einfach, mein Kind, und ich bin noch gnädig gewesen. Der Schutzzaun hält uns den Dschungel aus den Feldern. Elefant? Pah! Gibt es hier nicht. Da hat wer geschludert, und nicht nur einmal, Bevor zwei Pfosten umbrechen können, hat der Trupp mehrfach nicht aufgepasst. Der Zaun wird jeden Tag kontrolliert, das hätte lange vorher auffallen müssen. Wir hatten ja keinen Sturm. Nein, das war eine faule Ausrede, und das wusste sie ganz genau. Elefant! Eigentlich hätte ich Muscila und ihren ganzen Trupp bestrafen müssen, aber ich will ja nicht zu streng sein.“ Sie schaut zu ihrer Oberaufseherin. „Ist doch so, Kusu, nicht wahr?“ „Ihr habt vollkommen Recht, Donna.“ „Da hörst Du es.“ Martinette lacht.
Es geht zurück zum Haupthaus, wo es jetzt nach kurzer Waschgelegenheit Frühstück gibt, nur für sie beide, der Schreiber ist schon bei der Arbeit. Das Frühstück ist reichhaltig, beinahe üppig, mit Malzkaffee, Eiern, Speck, Bohnen und frischen Früchten. Martinette greift kräftig zu und ermutigt auch Valeria. Als abgeräumt wird, bringt Loris einen ledernen Dokumentenköcher, und Tante Martinette rollt den Inhalt auf dem Tisch aus. „Nun zur Arbeit. Ich möchte schon lange eine Fischreuse bauen. Wie Du siehst, hat Uberto dafür genau den Platz gewählt, an dem sich jetzt dieser verlauste Bruderschwester Jilazjiber niedergelassen hat, und verjagen können wir ihn nicht, denn Grund und Boden kann man hier draußen tatsächlich nur eintragen lassen, wenn er umfriedet oder erschlossen ist. Völlig unflexibel, das Schreiberpack. Wir müssen uns also einen anderen Platz aussuchen. Ich möchte, dass Du Dich am Fluss umschaust und einen geeigneten Bauplatz suchst. Kusu schickt dir ein oder zwei Sklaven mit, die sich am Fluss auskennen. Traust Du Dir das zu?“ Das rein bauliche schon, also das planen, wenn sie jemanden hat, der auch bauen kann. Aber von Fischerei versteht sich nicht so schrecklich viel. Da muss sie wen finden. Feste Reusen bauen ist was anderes als angeln. Die eigentlichen Reusen sind beinahe trivial, Aber sie müssen vor Krokodien und Fischreihern geschützt werden, und hochwassersicher muss die Struktur auch angelegt sein. Nicht, dass jedes Frühjahrshochwasser alles wegspült.

Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Laila ist da das genau Gegenteil von Boronaya. Sie bleibt fast immer ruhig, aber sie trägt jeden Groll jahrelang nach, ein Gedächtnis wie ein Elefant. Das mit dem sich entschuldigen ist anscheinend eine ganz neue Entwicklung, wobei – wo sie darüber nachdenkt: 'Entschuldigungen sind ein Zeichen von Schwäche'. Schwäche zeigen ist schlecht, sowas macht eine Maga nicht, das trichtert ihnen Sefira immer ein. Laila nickt zögernd, wahrscheinlich fällt es ihr schwer, die schon mehrfach gehörte Beteuerung jetzt endlich mal zu glauben. „Das sollten wir. Es sieht tatsächlich so aus.“
Catrina übernimmt den größten Teil der Konversation. „Oh ja, es ist wunderbar hier, aber an die Schwüle und die Hitze muss man sich wirklich gewöhnen, das fällt mir noch schwer. Allein, dass es jeden Mittag und jede Nacht regnet, Onkel Horatio hat es geschrieben, aber zuerst dachte ich, es wäre ein Scherz. Nun, es reinigt sicher die Luft?“ Sie wendet sich an Laila. „Ich bin Dir da für jede Hilfe dankbar, Lilo, ich hab derzeit das Gefühl, ich tauche da bei Onkel Horatio auf, mit meinen feinen Kleidern, und tue nichts weiter, als ihm zur Last fallen. Sieben Schamanen gibt es in seiner Stadt! Ob die mich überhaupt ernst nehmen? Was hat es eigentlich mit dem Ewigen Dschungel auf sich? Ich hab in der Bibliothek in Grangor nichts darüber finden können.“
Als sie irgendwann das Thema wechslen, fragt sie auch etwas mit Lokalbezug. „Was war eigentlich gestern los? Es war ja ein riesiges Begräbnis. War das ein so großes Unglück, dass Senor Onid gestorben ist, oder kommt es so selten vor, dass etwas in diesem Ruinensumpf passiert? Ach ja, und ihr kennt doch sicher den Magus Tadaeus Prospero, oder? Er hat uns zum Wein eingeladen. Was bringt man ihm denn am besten als Gastgeschenk mit? Und was zieht man da an?“

Tag 45, Nachmittags, Alte Baracken, Portas, Santinera (Crocodileros)
Es ist keine Absage. Von Borstwitz bedankt sich für ihre Anfrage und teilt mit, er wäre übermorgen wieder einmal in Santinera, und wenn es ihr gefiele, würde er sich freuen, mit ihr Nachmittags ein Sparring zu machen. In diesem Falle möge sie einfach eine kurze Nachricht für ihn im Haupthaus der Salmoranez abgeben, sich am verabredeten Tag um die fünfte Abendstunde ebendort eintreffen und nach ihm fragen. Sie schaut zu Alejandro, und der beantwortet ihre stumme Frage. „Natürlich, nimm das wahr. Ist ja eine gute Gelegenheit, besser zu werden, mein ich. Wahrscheinlich haben wir eh keinen Auftrag, und wenn doch, Kräutersammeln oder Krokodile. An Eskorten kommen wir vier derzeit sicher nicht ran.“ Das haben sie gestern erst wieder deutlich vor Augen geführt bekommen. Bevor sie dran sind, haben sich die Großen schon alles von der Wand gepflückt. Sumaida pflichtet ihm bei. „Ich müsste auch wieder einmal bei der Dottora aushelfen und lernen...umm... Liturgien repetieren.“
Jelinea nickt. „Danke.“ Sie schiebt ihren leeren Teller weg – Alejandro als Koch zu haben ist definitiv ein weiterer Vorteil der Partida. „Wie soll es eigentlich weiter gehen? Was habt ihr so vor. Also jetzt nicht in der Regenzeit, sondern...halt längerfristig.“
Marico kratzt sich am Kinn. “Also worüber ich nachgedacht habe... ich wollte vielleicht Argentia den Hof machen. Auf Esperanza.” “Und dann da Forellenzüchter werden?” “Wieso nicht? Crocodilero auf Dauer sicher nicht.” Alejandro nickt nachdenklich. “Nee, sicher nicht. Na ja, Argentia war ganz nett, hübsch dazu und nicht faul. Und der Plantagero sah nicht aus, als ob er eigene Kinder hätte. Machte eigentlich einen guten Eindruck. Da musst dann aber was mitbringen.” Jelinea lacht. “Du stehst doch nur auf sie, weil sie sich von Dir den Hintern versohlen ließe.” Marico nimmt es mit Humor und antwortet ehrlich. “Na ja, besser als eine, die mich herum kommandiert. Und sie hat einen hübschen Po.” Jelinea zuckt mit den Achseln. “Klar, schon. Aber viel Ehrgeiz ist dann auch nicht da.” “Würde ich... uh... nicht sagen.” Sumaida wagt sich ins Gespräch. “Das hat doch... uh... überhaupt nichts miteinander zu tun.” Jelinea lässt das gelten, vor allem, weil sie nicht mit Sumaida streiten will. So wendet sie sich wieder dem finanziellen Aspekt zu. “Aber einen mittellosen Questador wird die nicht nehmen. So viel, womit sich die Katze putzt, hast nun wieder auch nicht.” “Danke für die Blumen. Nee, weiß ich ja. Ein bisschen was hab ich ja gespart.”Alejandro, der sich sagt, dass er ungefähr genau so viel gespart haben dürfte, überschlägt das. “Glaube kaum, dass das schon reicht. Aber einen tüchtigen Schwiegersohn suchen sie sicher.“ Er schaut zu Jelinea. „Und Du?“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 02.07.2020 22:04

Tag 46, Morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria nickt auf die Einschätzung hin, aber so wirklich überzeugt ist sie nicht. Ansehen hätte man es sich ja können und wenn alle geschlampt haben, wieso bestraft sie nicht alle? "Aber wenn du dir sicher bist, dass alle geschmlapt haben? Wieso bestrafst du nicht alle?" das interessiert sie dann doch.
Beim Früstück hält sie sich hauptsächlich an die Früchte, die Eier und den Malzkaffee. Eher leicht und nicht so belastend.
Als sie ihr dann den Plan zeigt, runzelt sie die Stirn. "Das Bauen kann ich. Fischen? Eher weniger Tante. Haben wir Sklaven, die bauen können?" Dann schaut sie auf den Plan, schüttelt den Kopf. "Macht es Sinn es bei uns flussabwärts zu bauen? Fängt er nicht alles weg?"

Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Wahrscheinlich auch nicht schwerer als Boronaya. Aber wenn sie eines bei Sefira gelernt hat, dann ist es, dass man der Logik vertrauen muss. Und sie lächelt tapfer. Vetrauen war nicht gerade Bestandteil des Lehrplans.
"Ja und das mit dem Regen wird noch schlimmer werden. Es beginnt die Regenzeit und wird nur noch mehr regnen. Der ewige Dschungel ist so etwas wie die Geisterwelt der Einheimischen. Da leben ihre guten und bösen Geister. Aber ich möchte auch sagen, dass ihr glaube ich nciht unterschätzen dürft, was eine Magierin mehr kann, als ein Schamane." Dass das auch ihre Welt war, damals als Kind... das geht hier auch niemanden etwas an. Sie zuckt mit den Schultern. So war es eben. Die Frage nach dem Begräbnis lässt sie nicken. "Er war ein besonderer Anführer einer Partida. Einer der besten und beliebtesten Anführer hier. Sie waren an einer der gefährlichsten Stellen und sind von einer massiven ANzahl Echsen angegriffen worden. Normalerweise ist es ungefährlicher. Da wo meine Partida meist ist, sind kaum größerer Angriffe der Achaz bekannt. Und trotzdem findet man da wirklich spannende Sachen..." Als sie nach Prospero fragt muss sie kurz schmunzeln. Nackt und gutaussehend, wäre wohl nicht zielführend. "Eine normale Robe. Und ich denke er freut sich über die meisten Geschenke. An was hattet ihr denn gedacht, vielleicht kann ich es ein wenig beurteilen."
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 03.07.2020 10:22

Tag 46, Morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Die weitere Rückfrage bringt Tante Martinetta zum lachen. „Du musst noch viel lernen! Das richtige Modicum von Angst zu erzeugen ist eine Kunst, kein Handwerk, mein Kind. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Wenn ich alle bestrafen lasse, schweißt sie das zusammen. Wenn ich nur Muscila die Peitsche spüren lassen, untergräbt das ihre Autorität oder – noch schlimmer – wirkt es, als schütze sie ihre Untergebenen. Kameradschaft ist das letzte, was Du bei Sklaven fördern willst, das weißt Du hoffentlich. Aber wenn's nur einen trifft, und auch nicht gleich... jetzt strengen sie sich den ganzen Tag lang allesamt an, damit es nicht sie, sondern möglichst den Nachbarn trifft, hehe.“ Sie lacht. „Und am Schluss sind sechs erleichtert und freuen sich, dass es den siebten getroffen hat, anstatt das sich sieben über die brave Kusu oder gar die gütige Donna ärgern. So macht man das.“
Nach dem Frühstück merkt Valeria deutlich, dass 'Bedenkenträgerei' der Tante nicht zusagt. „Geh halt hin und schau es Dir sorgsam an, bevor Du mir mit 'geht vielleicht nicht' ankommst! Und bauen können wir hier, oder stehst Du etwa in einer Bretterbude? Ich schick Dir in einer Viertelstunde zwei Jungs vorbei, die sich am Ufer auskennen.“

Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)

„Da sehen sie dann ihre Nipakau und so? Wie muss ich mir das vorstellen? Ist das eine Art Sphäre, die parallel zu unserer Dritten besteht oder nur eine andere Sichtweise, wie beim Odem oder Analys?“ Da gehen die Meinungen weit auseinander. Beim Geschenk legt sie einen Finger auf die lippen und schaut grübelnd nach oben. „Bei uns, lasst mich nachdenken... Eine Dame schenkt einer Dame ein Spitzentaschentuch mit einem selbst gestickten Monogramm oder ein belletristisches Traktat, wenn man den Geschmack der Dame kennt. Bei jungen Herrn ist einer dieser neuen Füllfederhalter beliebt, das ist gerade ganz groß in Mode im Horasreich.“ Ein Füllfederhalter? Sowas kostet locker ein paar Dublonen! Völlig übertrieben! In Santinera könnte man wahrscheinlich mit Mühe einen oder zwei Läden finden, die einen oder zwei auf Lager haben. Falls überhaupt. Boronaya hat keinen. Das ist echter Luxus! Prinzessin Catrina ist offenbar nur ihre eigenen Kreise gewohnt.
Laila hingegen springt auf Boronayas hingeworfenen Köder an, wenn auch vorsichtig. „Was habt ihr denn schon Besonderes im Ruinensumpf gefunden?“

Tag 45, Nachmittags, Manana della Suerte (Capitan)
Der Capitan sitzt derweil auf den Stufen zur Haupttür und betrachtet die Gefangenen. Hinter ihm schrubben Kongou und Ako den Hallenboden, Blut ist nicht einfach zu entfernen. Das gibt wahrscheinlich bleibende Flecken. Wie lange dauert es, bis Angelicas Fehlschlag auffällt? Wenn Jolandrina Bonveccio nicht ein noch größerer Trampel als Angelica ist, dann hat sie sich irgendwie abgesichert. Er kann da nicht einfach hinfahren und sie umbringen. Und ein Prozess... die Bonveccios sind angesehene Fanas, die Beweise indirekt, selbst wenn die kleine Feldmann-Karinor sie belasten sollte. Die meisten Richter in Al'Anfa stehen auf dem Standpunkt, dass im Dschungel das Gesetz des Dschungels gilt und keiner, der verliert, in die Hauptstadt rennen sollte um zu weinen. Es sei denn, es ist politisch gerade anders opportun, natürlich.
Aber wahrscheinlich wird das Miststück es wieder versuchen, dann eben mit einem Dutzend anstatt einem halben Dutzend. Der erste Versuch lässt stark auf diese alt-zornbrechtsche Vorgehensweise schließen. Ein warnender Brief an seine eigene Familie ist das Mindeste. Aber lohnt es sich, Goodwill zu generieren und eine Verbindung zu den Borndornen aufzubauen? Die beiden Weiber sind hoffnungslos, die eine ist zu dumm und stur, die andere hat Augen wie ein Fisch. Der Kerl scheint immerhin die Regeln des Spiels zu kennen, und er dürfte ein wenig was zu sagen haben. Wenn er ihn laufen ließe, dann würde er ihm gemäß den Regeln einen Großen Gefallen schulden. Mehr als zwanzig Dublonen wird der Kerl nicht an Flottenkopfgeld bringen. Er entscheidet sich und geht ins Haus, kurz darauf kommt er mit einer Korbbflasche Rum wieder. „Bring mir den Jungen noch mal in den Schuppen.“
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 03.07.2020 11:02

Tag 46, Morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria nickt. Das machte Sinn Und veränderte ihren Blick auf ihre Tante etwas. Zum Guten und zum Schlechten gleichzeitig. "Danke. Ich hatte direkt damit bisher wenig zu tun," gibt sie zu.

Dass die meisten Bauten aus Ubertos Zeiten sind, spart sie sich zu sagen. Dass sie Kritik nicht verträgt... war sie eigentlich gewöhnt. Das hatten irgendwie alle Granden als Eigenschaft.
"Sicher Tante. Ziegel und Holz habe ich zur Verfügung. Falls du übrigens später einmal Zeit hast: Ich hätte vielleicht auch für deine Säge und die Töpferei eine Idee."


Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)

"Nun, ich bin keine Schamane. Ich habe das Gefühl es ist so eine Mischung aus beidem. Eine Ebene, die uns mal näher ist und uns Kontakt erlaubt und mal weiter entfernt. Und trotzdem ist es Teil dieser Welt und beides beeinflusst sich gegenseitig," versucht sie es zu erklären, so wie sie es verstanden hat.
Als sie dann das Geschenk vorschlägt muss sie kurz schlucken. "Ich glaube er würde sich darüber freuen, aber es ist vielleicht ein wenig teuer für ein unverbindliches Gastgeschenk. Wenn ihr hier überhaupt einen bekommt. Vielleicht ein schön gebundenes Notizbuch?" schlägt sie etwas vor.
Bei Lailas Nachfrage lächelt sie. "Die Auftraggeber, mit denen wir meist unterwegs sind untersuchen das Säulenfeld und dort haben wir einen Ort gefunden, an dem ein geweihter Tsatempel sein könnte. Also zumindest sind wir uns bei der Weihe ziemlich sicher, die Reliefs deuten auch darauf hin. Aber der letzte Beweis fehlt noch. Eine Statue unter dem Sumpf, aber du kennst das ja: Man bekommt so etwas kaum mehr aus dem Sumpf heraus ohne viele Arbeiter oder gar Elementaristen."
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 03.07.2020 12:31

Tag 46, Morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Der positive Herangang gefällt der Tante schon viel besser. „Wunderbar! Da bin ich ja mal gespannt. Tonku wird dir die Pläne für beides zeigen, und Ragnulf, der Vorarbeiter, hat damals die Maurerarbeiten geleitet. Der ist mit Ziegelei und Säge nur sehr beschäftigt, wenn Du was hast, bereite das Thema gut vor. Ich brauche da dringend einen zweiten Vorarbeiter, aber die kannst Du nur kaufen, die Feldsklaven hier sind einfach zu dämlich dafür, die können nur die Handgriffe, die man ihnen anweist, alles andere übersteigt ihren Horizont.“ Tja, das Kolonnensystem bringt eben keine Vorarbeiter hervor. „Aber erst mal eins nach dem anderen!“
Nach dem Frühstück dauert es auch nicht lange, dann meldet Sikula, dass zwei halbwüchsige Jungen vor dem Dienstboteneingang der Villa auf sie warten, und tatsächlich ist dem auch so. Der eine mag zwölf, der andere vielleicht vierzehn sein, und sie begrüßen sie formvollendet auf einem Knie herunter, die Hand mit dem Strohhut vor der Brust und den Kopf gesenkt. „Guten Morgen, Signorina Valeria!“

Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Catrina freut sich sichtlich. „Ein Notizbuch? Das klingt nach einer guten Idee! Könnt ihr mir einen Laden empfehlen?“ Prospero hatte ihr Meister Tsunami im Süden von Sandalia empfohlen, und den Kauf hat sie bisher nicht bereut. Was sie über den Tempel sagt, verwundert Catrina offenbar. „Ein Tsatempel? Wie kommt der denn zu den Echsenmenschen?“ Laila kann ihre Gesichtszüge dank Sefiras Schule gut unter Kontrolle halten, genau wie Boronaya auch, aber Prinzessin Catrina scheint man das nicht beigebracht zu haben. „Eine versunkene Statue? Nun, das klingt sehr interessant. Für wen arbeitet ihr denn normalerweise? Vielleicht kann ich da sogar helfen...“ Sie seufzt, schiebt sich ein Gebäckstück in den Mund und schaut zu einer, der großen grauen Katze, die auf der steinernen Brüstung sitzt, die Sonne genießt und den Eindruck erweckt, alles hier würde ihr gehören. „Ich mag eigentlich Katzen, aber die da schaut so wie Tante Amalia, wenn sie Heiratspläne schmiedet, in denen man selber vorkommt.“ Die Katze gähnt und streckt sich.
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Chephren
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 03.07.2020 18:08

Tag 46, Morgens, Grande Serpentina (Valeria)
"Ja, ein paar Sachen muss ich mir dazu noch anschauen, aber ich denke, dass ich zumindest ein paar gute Ideen habe. UNd das mit der Reuse wird auch gehen..." kann an sich auch nicht so schwer sein, nur trotzdem: Wenn der Maraskaner da oben alle Fische wegfängt ist unten doch nichts mehr. Naja nicht ihr Problem, sie hatte es ja gesagt.
Als dann die beiden Sklaven ankommen, schnappt sie ihren Hut und geht nach unten, nickt als sie so begrüßt. "Hoch mit euch. Ihr sollt mir den Fluss zeigen. WIr suchen eine geeignete Stelle für eine Reuse. Ihr wisst was das ist?"


Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Er kauft seine Bücher bei Meister Tsunami hier im Süden von Sandalia. Er hat wirklich schöne Stücke," meint sie zum Geschenk.

"Wieso sollten die Echsen denn nicht zu den Göttern beten? Ich meine auch in Selem stehen einige alte Tempel von ihnen. Normalerweise arbeiten wir für Fortschreitter und die Dame, die da manchmal auf den Treppen zeichnet, nicht weit vom Apotheker. Sehr anständige Leute." Sie schaut auf. "Ihr könntet helfen? Ich glaube das würde die beiden wirklich freuen. Mich auch, wenn ich ehrlich bin. Und ich glaube es sind auch fast die letzten, die noch in den Sumpf gehen." Sie schaut zur Katze und lächelt. "Ich muss zugeben, dass ich bisher sehr angenehme Erfahrungen mit den Katzen hier gemacht habe." Und ich weiß immer noch nicht so recht wie sie und Prospero zusammenhängen.
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Jadoran
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 04.07.2020 10:38

Tag 46, Morgens, Grande Serpentina (Valeria)
„Jawohl, Signorina Valeria! Bitte folgt uns, wir zeigen euch alles!“ Das ist überraschend ehrlich, denn nachdem sie auf einem Trampelpfad etwa zehn Minuten lang die zwischen den abgeernteten und gefluteten Reisefeldern hindurch die kleine Bodenwelle hinter sich gelassen haben, die nach Osten hin die Plantage vom Fluss abschirmt, legen die beiden Junge ihre ganzen Klamotten ab – leidlich saubere Hemd und Hose, wohl weil es keine Möglichkeit gibt, durch das Schilf zu waten und dabei einigermaßen sauber zu bleiben. Der Ältere holt einen Wanderstab aus dem Gebüsch, reicht ihn seinem Kumpan und holt sich dann einen zweiten, ebenso zwei selbstgebaute Angelruten aus Bambus. „Wir müssen erst etwas Köder suchen, Signorita Valeria, bitte habt etwas Geduld. Dann können wir euch zeigen, was es hier gibt!“ Ein kleines Kanu wäre hier hilfreich, auch wenn es durch das Schilf mühsam zu bewegen wäre. Aber hat sie wirklich Lust, bis über die Knie oder noch tiefer in die Grütze zu waten? Der ältere der beiden Jungen erklärt derweil.
„Der Fluss ist sehr schlammig, aber jetzt noch nicht sehr tief, Signorita Valeria. Ich kann bis beinahe zur Mitte waten. Alligatoren gibt es hauptsächlich weiter unten, hinter der Stromschnelle, wo es Sandbänke gibt, aber man muss natürlich aufpassen.“ Sagen die beiden Jungs, die noch die kindliche Illusion der eigenen Unverletzlichkeit haben. „Hier gibt’s hauptsächlich Karpfen, Aal und Krebse, aber für Krebse und Krabben ist Grad leider nicht die Zeit. Die beste Stelle zum Angeln war da vorne.“ Er deutet ins Schilf Richtung Flussaufwärts, wo der 'verlauste Bruderschwester' seine Reusen aufgebaut hat. „Da konnte man auch Regenbogenforellen und Rotgnitzen fangen. Hier ist ihnen das zu schlammig.“

Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)
Catrina schiebt ein weiteres Gebäckstück in den Mund und schaut sie an. „Ich dachte Echsenmenschen beten so blutige Götzen an, denen sie Menschenopfer bringen und die keinen Vokal im Namen haben? Sowas wie Sirfsirf und Kriechtonschtonsch?“ Als Boronaya dann die Auftraggeber erwähnt fragt sie nach. „Fortschreitter? Wer ist denn das? Ein Gelehrter? Und die Malerin geht in den Sumpf? Sehr schön übrigens, sie ist richtig begabt! Wie sie Farben einfängt!“ Laila schaltet viel schneller. „Ah, die sind also pleite, nicht wahr?“ „Lilo! Das sagt man doch nicht so einfach daher!“ Laila entschuldigt sich, behält aber Boronaya im Auge, den 'Ich wusste es doch!'-Glanz in den eigenen. Nun, wenn eine Gelehrte auf den Treppen der Gasse malt, anstatt trotz aufziehender Regenzeit ihre Ausgrabung fertig zu machen, dann liegt dieser Schluss logisch nahe, und Laila ist alles andere als dumm. Catrina wedelt mit den Händen. „Das muss doch nicht heißen, dass sie gerade einen kleinen Engpass haben. Vielleicht erzählt ihr uns etwas mehr, Gelehrte Dame?“ Sie blickt kurz zu der Katze, die sich jetzt die Pfoten leckt, sie alle komplett ignorierend, und lächelt eine Spur hilflos.

Tag 45, Nachmittags, Manana della Suerte (Capitan)
Inazuna und Coraline kommen seinem Befehl nach. Drinnen schickt er Coraline wieder raus, auf die Weiber aufzupassen. Inazuna hat er lieber dabei. Der Mann mustert ihn neugierig, schweigt aber erst einmal. Der Capitan macht den Anfang. „Ich hab ganz vergessen zu fragen, wie ich euch nennen soll. Ein Schluck gefällig?“ Der Mann lacht. „Ich heiße wie ihr, Capitan. Jorge. Zuhause nennt man mich den Schönen Jorge, aber nur, weil der andere Jorge eine rechte Hackfresse hat. Nur zu gerne. Lieber aus der Flasche als dem Kübel.“ Der Capitan grinst und hält ihm die Flasche an den Mund – ihm auch nur die Hände loszubinden kommt ihm zu riskant vor. „Nun, Jorge, ich bin ein wenig im Zweifel. Belrika, die natürlich nicht so heißt, ist leider nur eine Mittelsfrau. Ich weiß zwar, wie es ihrer Meinung nach nach meinem Ableben weitergehen sollte, aber ich kenne die Pläne nicht, die bei ihrem Scheitern greifen sollen. Ist es das erste Mal, dass Belrika mit euch arbeitet? Wie ist sie überhaupt an euch heran gekommen. Wenn so ein junges Ding in den Schenken am Hafen nach euch fragt, landet sie wohl eher über einem Tisch oder gar im Hafenbecken als dass sie euch anheuern kann.“ Jorge überlegt sich die Frage genau. Er ist sich ganz offensichtlich im Klaren, dass es hier um seine Zukunft geht, sofern er die nicht im Steinbruch verbringen will. „Nun, Capitan, ich muss voraus schicken, ich war nur die Nummer zwei in der Truppe. Raki, Boron hab ihn selig, was ich bezweifele, war der derzeitige Hengst der Jefe, und führte uns an.“ „Bringt sein Kopf extra?“ Jorge schüttelt den seinen. „Nein, er hatte erst eine Kerbe. Aber sie stand auf ihn. Denke aber, sie kommt schnell über ihn hinweg, die letzten beiden haben auch nur ein paar Monate gehalten. Die gute Madre ist da sehr pragmatisch.“ Er schaut zur Flasche, und der Capitan lässt sich nicht lumpen. „Der Kontakt wurde wohl auf die übliche Weise hergestellt. Es gibt da jemanden, der für die Karinors spricht, wenn sie nicht selbst in Erscheinung treten wollen. Wenn ich euch den Namen sage, habe ich allerdings ein großes Problem, falls das raus kommt.“ Der Capitan winkt ab. „Für mich dreht es sich nur darum, dass ich hier keine Wiederholungen haben will. Die Räuberbanden im Flusshafen auszuheben, daran sind schon ganz andere als ich gescheitert.“ Sie halten Augenkontakt. Der Mann nickt. „Da ließe sich was machen. Falls ich nach Al'Anfa entkommen sollte, werde ich schon dafür sorgen, dass die Borndorne nicht noch mal in Eurer Angelegenheit tätig werden. Schon aus Eigeninteresse. Die junge Signorita hinter mir ist ein wahrer Dämon.“ Inazuna lächelt schmal. Der Capitan nickt. „Das Angebot gilt allerdings nur für euch. Eure beiden Spießgesellinnen...“ Der Schöne Jorge zuckt mit den Schultern. „Der blinden Tipi macht die Arbeit eh zu viel Spaß. Sowas gibt nur unnötig Gerede. Denkt wohl, sie macht sich so einen Namen. Und Eufi ist einfach nur dumm.“ Der Capitan kann sich den Grund für den Spitznamen denken. Tipi selber hat beide Augen. 'Zu viel Spaß'. Also bezieht sich das blind wohl auf ihre Opfer. „Ich denke drüber nach, Senor.“ Er nickt ihm zu.
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Die Gilde der Crocodileros und Questadoren in Santinera

Ungelesener Beitrag von Chephren » 04.07.2020 18:37

Tag 46, Morgens, Grande Serpentina (Valeria)
Valeria seufzt als sie die Stelle sieht, schaut dann allerdings ob sie einen stabilen Stock findet. Dass die beiden nackt ins Wasser steigen quittiert sie mit einem Kopfschütteln. Zu besorgen: Lendenschürze und ein Kanu. Sie reicht ihnen den Stock.
"Prüft und markiert die tiefe, bis der Boden fest wird. Wassertiefe und Schlammtiefe, während ihr wartet." Sie selbst überprüft die Bodenbeschaffenheit am Ufer, um sich das Warten zu verkürzen. Und hält eine wenig Ausschau nach Krokodilen. Es wäre vermutlich schade die Jungen zu verlieren. Die Aussicht auf die Fischarten allerdings... Naja, Krebse waren in Ordnung und Karpfen.


Tag 27 Vormittags, Gueans Weinstube, Magnolia, Santinera (Boronaya)

"Ja tun sie auch. Krrtonch in seiner blutigen Arena. Das ist auch der Ort, wo dei Questadoren gefallen sind. Und auch Tzza," erklärt sie. Die Aussprache der Götternamen ähnlich genug um den Zusammenhang erkennen zu können. "Sie verehren auch Sssat'nav in Selem..."
Bei Lailas schonungsloser Zunge schaut sie wieder säuerlich auf. "Ja Fortschreitter ist ein Gelehrter aus Al'anfa und die Dame zeichnet für die Universität Pflanzen und andere Besonderheiten des Dschungels und Sumpfs. "Und pleite sind sie nicht. Allerdings ist das, was sie da vorhaben... ehrgeizig. Ich muss ehrlich zugeben, selbst mit meine Zauberzeichen oder sehr viel Geld weiß ich nicht, ob sie zu bergen wäre. Zumindest ist es schwer. Die Statue und einige Sachen darum deuten auf einen ausgewiesenen Tempel hin, wenn nicht sogar fast so etwas wie ein Heiligtum. Aber zu viel darf ich natürlich auch nicht verraten, es ist immerhin nicht meine Ausgrabung. Vielleicht könnten wir der Malerin einen Boten senden, falls ihr mehr wissen wollt, oder euch sogar vorstellen könntet zu helfen." sie lächelt. "Ich denke die beiden wären mit Sicherheit dankbar und ich würde mich auch freuen, wenn ihr ihnen helfen würdet."
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