Neslihan die Singende - blinde, mystische Dienerin Rondras

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Fedtram Trampelpfad
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Neslihan die Singende - blinde, mystische Dienerin Rondras

Ungelesener Beitrag von Fedtram Trampelpfad » 23.06.2012 16:00

Grüße euch sehr, oh versierte Meister der Zeichenkunst!

Die Idee Figuren ihrer (knappen) Beschreibung nach zu zeichnen finde ich einfach großartig. Gerade auch weil deren Spieler mit dem Bild ein zweiter Blick, der Blick einer Künstlerseele, auf die eigene Figur geschenkt wird. Und da ist es doch gerade dann besondern schön, wenn man sich überraschen lassen kann und nicht alles so ist wie erwartet. Deshalb möchte auch ich eine Figur hier präsentieren, in der Hoffnung von euch beschenkt zu werden.

Aussehen und Erscheinung: Tulamidin, 17 Sommer alt
Schwarze, sehr lange und ungekämmte Haare (manchmal hochgesteckt)
Dunkelbraune, sanfte Augen, die entweder stehts in die Ferne schweifen oder aber gesenkt zum Boden blicken. (erblindet wegen einer Schlangenattacke; Speikobragift mit 6 Sommern)
Sonnenbraune Haut und schlanke, trainierte Statur (1,64 Schirtt hoch und 49 Stein schwer).
Sie wirkt ruhig, aber trotz ihrer Blindheit nicht hilflos, sondern stolz und zuversichtlich, nicht verwahrlost, sondern eher wild und archaisch.


Kleidung und Ausrüstung:
Ein langes abgewetztes Gewand.
Drumherum über der Hüfte einen Schwertgurt mit einem Kurzschwert(die übliche Waffe der Blinden Schwerter). Wenn sie reist, trägt sie zudem ein kleinen Tuckbeutel mit dem Allernötigsten quer von Schulter über Brust zur Hüfte hinter den Rücken. An den Füßen trägt sie "Jesuslatschen".
Blindenstock und Augenbinde hat sie auch dabei.
Zum Schutz im Kampf trägt sie ein bronziertes Kettenhemd und Stahlbeinschienen unter dem zerschlissenen Gewand.


Persönlichkeit/Charakter:
Neslihan ist bedacht auf ein Leben in Genügsamkeit und Bescheidenheit.
Sie versucht durch gute und gerechte Taten den Armen und Schwachen zu helfen. Nicht nur indem sie Lügen und Trug im Namen Rondras aufdeckt und Frevler bezwingt, sondern auch indem sie hilft wo sie kann. Dabei ist sie sich auch nicht "zu gut" um den Frauen in einem Dorf auf der Durchreise beim Waschen am Brunnen zu helfen oder dem Wirt beim Fegen. Sie ist jederzeit überzeugt vom Ruhm und Sieg Rondras, die sie nicht bloß aus Achtung verehrt, sondern aus tiefem Herzen. Ihre Hingabe an ihre Ideale, ihre Achtung und Liebe versucht sie auch andere Menschen zu erklären und zu vermitteln, wann immer sich Gelegenheit bietet. Ihre größte Stärke ist ihre Entschlossenheit und ihr Stolz auf das was sie tut. Besonders wichtig ist für sie Rondra al Sturm- und Gewittergöttin, das höchste Gebot ist ihr der Schutz der Schwachen, das sie bishin zur allgemeinen Menschenliebe verallgemeinert. So versteht es sich, dass sie nur dann zur Waffe greift, wenn es für sie keinen anderen Ausweg gibt.


Besonderheiten:
Neslihan hat eine sehr bezaubernde Stimme und singt fast ständig, vor allem, wenn sie reist, denn das gibt ihr ein sichere Gefühl, da sie sich als Blinde so ständig selbst wahrnimmt, wenn sie schon nichts sehen kann. Überzeugt davon, dass die Sturmgöttin ihr auf all ihren Schritten beisteht, preist sie Rondra mit langen Lobliedern und ausschweifendem Gesang. Vom Stil her soll ihr Gesang etwa so sein:

Ihre Lieder sind von poetisch, bildhafter Natur, so wie auch das meiste ist, was sie sagt, wie sie selbst sagen würde: "Nicht viele Worte sind bedeutend, doch die die heilsam sind und die Verstehen helfen." Ihre Liturgieren und Gebete zeugen von großer Hingabe, bei denen sie selbst oft ihr eigenes Blut zu Ehren Rondras opfert.

Zur Verdeutlichung:
http://www.cinemaxx.de/art/film/118920_ ... oss_07.jpg
http://images.myreviewer.co.uk/medium/0000213837.jpg
http://www.oriental-arms.com/photos/ite ... 8/ph-0.jpg
http://okcthunderbasketball.files.wordp ... hunder.jpg


Ideen für ein Bild:

Neslihan...
...bei Schwertkampfübungen während eines tobenden Sturms oder Gewitter
...beim Beten/Meditieren, niederkniehend wie der Knappe vor seinem Herrn
...beim Singen in der Landschaft Mhanadistans oder an einem Fluss
...beim Wandern mit Blindenstock
...beim Wandern durch einen Sturm oder ein Gewitter
...

Ungezwungene zusätzliche Informationen:

Tulamidischer Name: La'aîn chandjarr Neslihan al'yinäh sâla Chadim al'ahjan Rondra abdahi ay saydiyal "al'amha rashur wa al'ushûn arifier"

Ungefähre garethische Übersetzung: Blindes Schwert, (wörtlich: Nicht-Auge Schwert) Neslihan, die Singende, Schülerin von Chadim dem Kämpferischen, Rondrageweihte vom Zirkel "Zu erkennen die Ehre und zun wissen, wie man hellsieht."

Der Charakter basiert auf einer selbsterstellten Profession. Hier eine knappe Beschreibung der Gruppierung und des Lehrmeisters:

Die kleine Gruppierung, die wenigen bekannt ist und aventurienweit etwa 20 Mitglieder zählt, entstand, als Chadim ibn Ali, ein treuer Geweihter Rondras, die Kirche verließ, da er in ihr kaum mehr die Zuwendung und die Liebe zum Menschen vertreten sah, wie sie doch alle Zwölfe verkünden. Den Menschen zu schützen und ihm, vor allem den Schwachen, die sich nicht verteidigen können, zu dienen, sieht er als oberstes Gebot Rondras, seiner Herrin.
Man erzählt sich Geschichten über ihn, in denen er zum mystischen der Hellsicht mächtigen Glaubenskrieger avanciert, der es sich zu Aufgabe gemacht hat am Laufe des Mhanadi ausgesetzte Kinder aufzunehmen und in seinen Lehren zu schulen.
Tatsächlich reist er immerzu den Mhanadi und den Gadang entlang, umringt von einigen Schülern und Schülerinnen, zu erkennen an wilder Haarpracht und langen, lumpigen Roben, deren dürre Fetzen sich im sachten Uferwind der Flüsse wie Wellen winden. Zudem tragen sie allesamt Augenbinden, auch wenn eigentlich nicht alle seine Schüler wie er blind sind. Doch es gehört zur seiner Lehre, dass sie ihre Augen nicht nutzen dürfen, denn „die Blinden verstehen den Menschen besser, weil sie genau hinhören.“
So ziehen sie dahin, bewaffnet mit Schwert und biegsamem hölzernen Blindenstock, mit dem sie sich ihren Weg ertasten. Sie sind karges Mahl und Entbehrungen gewohnt.
Schlank und zäh von Statur üben sie einen einfachen und schmucklosen, aber tödlichen Kampfstil zu Ehren Rondras, deren Gebote ihnen heilig sind. Dazu ist sehr enger Körperkontakt zueinander und zum Meister notwendig und ein absolutes gegenseitiges Vertrauen, das die Schüler auch anderen götterfürchtigen Menschen entgegenbringen, für die sie bereit sind ihr Leben zu geben. Darüber hinaus üben sie Geschichtslektionen, Liturgien und Weisheiten durch ständiges aufsagen und verinnerlichen ein, die sie darauf vorbereiten sollen den Gläubigen zu dienen.

Sprüche Nesliahns:

„Ein Kampf ist nicht dann verloren, wenn man nicht der Sieger ist; sondern dann, wenn man glaubt man hätte durch ihn nichts gewonnen.“

„Alle Menschen sind aufeinander angewiesen. Niemand kann allein überleben. Hilfsbedürftigkeit ist keine Schwäche.“

(Eine Drohung:)
„Eure Köpfe werden wir abschneiden von euren Hälsen und sie auf eure Waffen spießen. Und wenn euer Blut zu Boden tropft von dem es genommen wurde, dann werden wir voll Traurigkeit lachen und mit der heißen Schlacht jener Gefühle in unserem Herzen einen bitteren Sieg feiern.“

(Ein Lied:)
Da liegen sie und lieben sich

Es zog sich quellend, leicht und stetig,
darin immerzu das Leben hinab.

Was ist das, was den Menschen füllt mit Kraft?

Puppen, nicht mehr, in rotem Netz gefangen
darum alles schweigt.

Was ist das, was im Innern ihm liegt?

Satt werden die Würmer von reichem Mahl;
nützt dem Fleisch die eigne Salbe noch?

Was ist das, worum sie sich bemühn'?

Rostig dampfende Pfützen trinken aus den Leibern
,erst geteilt, doch da sind sie vermengt.

Was ist das, was sie trennt?

Wo noch Uneinigkeit gewesen, jetzt
liegen sie beinander, zusammen hingeworfen.

Was ist das, wofür er alles gibt?

Der eine hat die Hand des andern,
ein drittes Bein liegt an.

Was ist das, was sie zusammenführt?

So nah, ein Liebesspiel. Am Ende,
sie haben alle zueinander gefunden.

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Außerdem ist sie eine besonders gelehrige Schülerin Chadims und hat seine Lehre vollkommen verinnerlicht.
Dazu habe ich mir eine (lokal) Heilige Rondras ausgedacht, deren Geschichten sie gern vorsingt oder erzählt und die sie innigst verehrt.
Hier ist eine der Geschichten über die Heilige:

Die Geschichte von Ahd (in Reimversen auf Tulamidya gesungen oder erzählt)

An einem Sommerabend, als das Wasser ruhig im Fluss lief und Feqz allmählich seine Schätze an den Himmel reihte, damit die sterblichen sie bewundern, so auch seine Tochter, an diesem Sommerabend, an dem die Wolken dahinzogen und die Grillen summten, da verlor Ahd ihre Mutter und ihren Vater. Ahd war Bauerntocher. Sie war fleißig und tüchtig und kein Unrecht war je durch ihre Hände enstanden.
„Warum, ihr Götter, ihr Mächtigen! Warum nur nehmt ihr meine Eltern mir weg, wie den Lehm dem Krug voll mit Wasser? Wohin soll ich nun fließen und sprudeln, wenn mich nichts leitet und hält?
Da sahen die Götter herab und überlegten. Die junge Göttin sagte: „Sie wird ihren Weg schon selbst finden, Freiheit und Neues wird ihr wohltun. Der Sonnengott schaute in schwacher Milde noch auf sie: „Doch meine Zeit der Ruhe ist gekommen, den Herrn der Nacht muss sie bitten.“ Die schöne Göttin sprach: „Allein kann sie nicht bleiben, sie soll sich einen andern suchen. „Geh“, sprach sie zu ihr gleich einem sanften Hauche warmer Luft, „geh und suche dir ein Gegenüber. Allein ist der Mensch nicht glücklich!“
„In welcher Richtung finde ich ihn, mein Gegenüber? Ich Bauernfrau versteh' von Liebensdingen wenig; fremd ist mir der Männer Begierde und Verlangen, fremd ist mir die Liebe zu ihnen- Wie soll ich wissen, wen ich suche?“
Da fuhr die donnernde Stimme der heiligen Heerführerin hinab auf Dere: „Ihr Narren! Seht doch, sie braucht Führung; allein seid auch ihr ohne Ziel und Weg. Ich will dich führen Bäuerin und aus dir eine Heilige machen. Ich will dich lehren den Kampf und die Kriegskunst. Du sollst stark werden und als Hüterin dein Volk beschützen. Gehin in die Stadt die ihr Baburin nennt. Tritt dort vor meine Rüstung hin, ich will dir Einlass gewähren; man wird dich dort erwarten. Dort sollen sie dir Trinken, dort sollen sie dir Essen geben, dort wirst du lernen. Du wirst nicht mehr als 7 Tage brauchen wofür andere sieben Jahr'! Du wirst den Säbel führen, nicht anders als die Hacke, den Schild nicht anders als den Eimer, die Rüstung nicht anders als die Fetzen tragen.“
Da neigte die Ahd das Haupt und dankte der Starken, die ihr geholfen.
So geschah es und die Herrin sprach: „Nun ist es rechte Zeit. So wie ich mich dir annahm, so sei du den Menschen, den Schwachen und Armen, denn nicht der Starke brauch den Schutz, nicht sinnlos soll ein Kampf sein.
Da tat Ahd einen Schritt. Und wo sie ihn tat, da war sie allemal 21 Meilen weit gegangen, so schnell was sie geworden. Sie hiebte gegen einen Fels und teilte noch zwei andere, so stark war sie geworden. Sie fiel 3 Mal 7 Schritt tief ohne sich zu verletzen, so zäh war sie geworden.
Da kam ein wilder Haufen an von Reitern mit glänzender Rüstung:
„Los, das Dorf erlebt kein Morgen, die werden alle sterben!“
Ein Hieb von Ahds Schwert und alle Reiter stürzten! Sie brüllte laut wie eine Löwin. Die Gestürzten krochen davon.
Nur einer blieb und sang ein Lied, das Ahd nicht verstand. Da tat sich zwischen beiden die Erde auf. Ein schwarzes Ungetüm mit großen blassen Augen kroch daraus empor. Es trug Krallen am ganzen buckligen Leib und Zähne groß wie Speere im Maul.
Ahd stürzte sich darauf, doch das Ungeheuer war stärken. „Willst du, Bauerntochter, etwa mich aufhalten?“, krächzte es mit brodelnden Augen und Feuer vor den Nüstern.
„Oh allmächtige Herrin, ich rufe dich an! So wie du mir mein Leben gabst und mich lehrtest, was zu tun ist, so will ich nun mein Leben geben um das Dorf zu schützen, wie du mich lehrtest.
Da sprang sie dem Biest ins Maul und druchbohrte es aus dem Inneren mit ihrem Säbel und war nicht mehr gesehen. Das Ungeheuer aber fiel in das Loch zurück, das uns heute noch als Ahd-Schult bekannt ist und in der noch ihr heiliger Säbel zu finden sein soll, den sie dem Biest durch den Wanst drückte.

und hier noch eine:

Ahd und der goldene Geist

Einst war Ahd, der Donnergöttin Heilige, vierhundertundzweiunddreißig Schritte nach Südost marschiert. Wenn Ahd einen Schritt tat, so ging sie 21 Meilen, so schnell war sie.
Dort wo sie ankam war es karg. Das Land war grau und öde, es gab bloß Sand, ringsum blauen Himmel. Die Luft war heiß, der Boden brannte. Kein Tier und auch kein Vogel, kein Baum und auch kein Bach wohnte in diesem Land. Da war Ahd traurig, dass es Länder gab, denen es so erging und frug die junge Göttin:
„Oh, allerjüngste und gütigste Tsa, höre mich an! Dies ist ein Land ohne Leben. Warum lässt du es zu, dass es so etwas gibt und bringst keine Fruchtbarkeit hier her?“
Von Ahds Trauer berührt überlegte die Jüngste und entgegnete: „Das Land ist nicht mein Werk. Böses wohnt darin. Willst du mir helfen es fruchtbar zu machen, so musst du es erschlagen. Doch sei gewarnt. Die Kraft der Götter ist unwirksam in jenem Land. Und doch möcht' ich dir etwas geben, dass dir hier von Nutzen sein soll.“
Da kam ein Kamel herbeigeritten und drückte seine Nüstern keck an Ahds Seite.
„Wozu dieses Kamel?“, fragt Ahd sich. „Tue ich einen Schritt bin ich fast am Ende dieses trockenen Landes. Das Tier tut einen Schritt und ist kaum weiter. Ich werde es hier lassen, ihm soll es hier gut ergehen, denn von hier aus ist es bald wieder von Fruchtbarkeit umringt, geht es nur ostwärts.“
Da sprach das Kamel zu Ahd: „Schick' mich nicht weg, Sturmdienerin, erinnere dich daran, was die Jüngste dir sagte, du wirst hier allein sein, denn der Götter Land endet hier am nächsten Fels. Sieh nur! Dort steht er, nicht weit. Er trägt das Zeichen ihres Bruders, des Sonnengottes, das eine Warnung ist.“
Ahd, weise genug um auf Rat zu hören, zog weiter hinter den Fels und führte das Kamel mit sich. Ab dort endete der Götter Land und Ahds Schritten waren verlangsamt.
„Allein, dass ich dieses Kamel mitgenommen habe, war eine gute Entscheidung. Wie schnell bin ich verdurstet in diesem trockenen Land. Doch Kamele finden Wasser, wo immer es auch ist.“
Nicht lange, da sprach das Kamel erneut zu Ahd:
„Mächtige Ahd, große Heldin! Allermutigste Schwester der Vernunft und der Einsicht, sieh doch nur dort, an deinen Vorräten über deiner Schulter! Dort sitzt eine Heuschrecke die daran nagt! Nicht viel länger und sie sind nicht mehr als Heuschreckenfutter und du musst hungern bist du zurückkehrst ins Land von Wasser und Früchten!“ Da fegte Ahd die Schrecke von ihrem Beutel und schimpfte:
„Böser, gelber Geist! Lasse ab von mir! Hinfort mit deinem verzehrenden Hunger! Ich bin der Götter Frau, nicht sollst du von mir zehren und an Kraft gewinnen!“
Wie ein Blitz schoss Ahds Klinge durch die Luft und verfehlte der Schrecke Flügel nur um Haaresbreite. Von Furcht erfüllt kehrte die Schrecke eilig zurück ins Land der trockenen Sande aus dem sie gekommen war und war alsbald nicht mehr zu sehen.
„Allein, dass ich dieses Kamel mitgenommen habe, war eine gute Entscheidung. Wie schnell bin ich verhungert in diesem kargen Land. Doch es gab mir einen Rat, den ich befolgte und nun glücklich sein kann.“
So wanderte Ahd durch das heiße Reich der trockenen Sande. Ihre Haut brannte bald von der Sonne und ihre Sohlen vom Feuer des Bodens. Der Wüste Dünen umringten sie wie stille Mörder, die darauf warteten bis sie schwach wird.
„Wo auch immer das Böse sein wird in diesem Land, ich werde es finden und vernichten, nicht eher will ich zurückkehren!“, verkündete sie laut, um das Übel herauszufordern. Doch es regte sich nichts. Nur das Kamel sprach:
„So ist es recht. Gibt nicht auf, so wie es auch die Sturmgöttin niemals tut! Gemeinsam werden wir siegen!“ Da begann die Luft zu schwirren und Sand sich zu erheben. Wind begann sich zu regen und zu kreisen, der alsbald tosend wurde. Von Durst geplagt und verlassen von der Göttin Kraft konnte Ahd dem unheiligen Sturm nicht standhalten. Geschleudert wurde sie, viele Meilen weit und an einem großen Fels endete ihr Flug gewaltsam.
Blut lag ihr auf der Zunge und Knochen drückten sich in ihre Lunge. Doch der Sandsturm tobte unentwegt weiter und erstickte sie. Da hörte sie das Kamel herangaloppieren und im Sturm rufen:
„Sieh nur, Ahd, Mächtige! Dein Flug endete an einer großen Höhle! Darin kannst du Schutz suchen, bewegst du dich nur drei Schritt dort hinein!“ Ahd tat so, wenn auch mit letzter Kraft. Sie Atmete schwer unter Schmerzen und hörte dabei den Sturm toben.
„Allein, dass ich dieses Kamel mitgenommen habe, war eine gute Entscheidung. Wie schnell bin ich erstickt in diesem stürmischen Land. Doch es gab mir einen Rat, den ich befolgte und nun glücklich sein kann.“
Der Sturm versiegte und Ahd war durstig. Sollte sie Heilung erfahren würde sie Wasser brauchen.
Keinen Zweck hatte weiteres Ruhen in der Höhle. Mit schweren Schritten verließ sie ihren Schutz.
Da sprach das Kamel mitfühlend zu ihr:
„Tapfere, zähe Ahd! Du wirst sicher durstig sein. Ich will dir Wasser suchen gehen. Bleibe du nur in der Höhle, denn dort bist du sicher. In meinem Bauch will ich es zu dir tragen, denn dort findet genug davon Platz.“
„Allein, dass ich dieses Kamel mitgenommen habe, war eine gute Entscheidung. Wie schnell bin ich verendet in diesem bösen Land. Doch es bat mir seine Hilfe an, für dich ich dankbar sein will.“
So ritt das Kamel zurück ins Land der trockenen Sande auf der Suche nach Wasser.
Ahd schützte sich in der Höhle. Dort wartete sie drei Tage, doch das Kamel kehrte nicht zurück.
„Allein, dass ihm bloß nichts zugestoßen ist in diesem wüsten Land, dem treuen Tier. Ich will mich auf die Suche machen, denn schwach bin ich zwar, doch lange nicht tot.“
Am dritten Tage machte sie sich denn auf, das Kamel zu finden. Sie war nicht weit gegangen, da hörte sie ein Summen. Es kam von ihren Schultern, wo eine graue Schrecke saß. Wohl war sie in der Nacht zurückgekehrt. Die Ewighungrige saß wieder an ihren Vorräten und knabberte.
Da wurde Ahd sehr zornig und erschlug das Tier mit einem Hieb.
Als sie ihren Weg fortging, da fühlte sie von Gewicht an ihrem Bündel. Und als sie nachsah, erkannte sie ihre Vorräte voll angefüllt. Genug Wasser zum Trinken und genug Brot zum Essen.
Da erkannte sie auch ihren Irrtum und weinte 2 Tage darüber, dass sie den Segen der Jüngsten so behandelt hatte. Darüber gingen ihre Vorräte zur Neige, doch in ihrer Schuld wollte sie nicht weiterleben.
„Allein, dass die Jüngste mir ein solches Geschenk gemacht, will ich glücklich und dankbar sein. Schuld bin ich, dass ich auf die gewandte Zunge des Unheils etwas gegeben habe und es so oft so hoch gelobt.“
In ihrer Trauer kam ihr eine Idee. Um mit der jüngsten Göttin Geschenk noch etwas Neues zu machen, da bastelte sie eine Flöte aus dem Gehäuse.
Zu ehren der Jüngsten und um Vergebung für die eigene Dummheit, da blies sie kräftig darauf. Mit sachtem Wind heran kam ein süßer Flötenton von berauschender Schönheit. Und wie sie eine Melodie spielte, da bemerkte sie, dass der Ton von weit herkam; und als sie seinem Ruf folgte, kam sie an den Rand der trockenen Lande, wo sie die fruchtbarste Oase fand, die sie je gesehen hatte. Dort hing Ahd die Schreckenflöte an den Ast des prächtigsten Baumes, voll von kostbaren Früchten. Dort hängt sie auch heute noch und wartet; darauf, das Abenteurer ins Land der ewigen Sande ziehen um das Böse darin zu bekämpfen.


Herzlichst
Euer Musikus Fedtram Trampelpfad
Dateianhänge
Chadim Al'Ahjan.png
Als Anregung: so in etwa soll ihr Lehrmeister aussehen
(Rückenansicht mit Blindenstock in der Hand).
Zuletzt geändert von Fedtram Trampelpfad am 08.07.2012 14:07, insgesamt 8-mal geändert.

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Re: Neslihan die Singende - blinde, mystische Dienerin Rondr

Ungelesener Beitrag von Sulamit » 27.10.2012 12:39

Die Zwölfe zum Gruße!
Ich bin zwar (noch )nicht offiziell Künstlerin hier, aber mir gefällt die Idee gut, das ich gleich Lust bekomme, deinem Charakter ein Bild zu malen.

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Re: Neslihan die Singende - blinde, mystische Dienerin Rondr

Ungelesener Beitrag von Sulamit » 30.10.2012 22:22

Ich darf verkünden:
Das Bild ist fertig. Ich habe leider noch keinen Scanner, aber kann schonmal ein Foto bieten.
2012-10-30 22.23.21.jpg
Ich hoffe es gefällt dir! Wenn du noch Anregungen Kritiken hast: Immer raus damit!

Fedtram Trampelpfad
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Re: Neslihan die Singende - blinde, mystische Dienerin Rondr

Ungelesener Beitrag von Fedtram Trampelpfad » 01.11.2012 20:53

Grüße Sulamit,
das Bild gefällt mir sehr gut! Das ist ein Wahnsinnsbild, du hast die Beschreibung aufmerksam gelesen. Danke dafür! Ist das Wasserfarbe? Tolle Schattierungen damit!

Sie spaziert derat legère und hoffnungsvoll durch die karge Landschaft, was mir eine ganz erfrischende Perspektive auf ihr eigentlich leichtes und freies Wesen zurückgibt. Denn diese ihre Leichtigkeit hatte sie im Laufe von einigen Reisen durch das tiefste Kalifat irgendwie verloren, da es mit den Novadis dort immer wieder zu ernsthaften und insbesondere anstrengenden Auseinandersetzungen kam. Dein Bild gibt sie mir zurück. Ich danke dir vielmals.
Mir gefallen auch die weichen Farbübergänge gut, dieses Weiche, entspannt Verflossene, was die Leichtigkeit und ihre innere Zufriedenheit noch einmal unterstreicht, außerdem dass sich ihr Gewand farblich kaum von der Umgebung unterscheidet. Sie ist sozusagen eins mit dem Land und dem was sie umgibt und dadurch mit sich selbst. Das drückt sie auch durch ein charmantes Lächeln aus.

Technisch gesehen finde ich nur ihren Hals auf der linken Bildseite etwas zu breit und ihr Schwert etwas zu klein. Das schreibe ich aber nur, weil du explizit nach Kritik fragst, denn im Grunde ist es wunderbar und die Kritik ist keineswegs abwertend gemeint, sondern als Information, die du überprüfen kannst und vielleicht beim Überprüfen findest, das du es genauso empfindest.

Herzlichst
Euer Musikus Fedtram Trampelpfad

PS: Ich hätte sehr gern eine gescannte Version davon. Würde mich freuen, wenn noch eine folgen würde.
Zuletzt geändert von Fedtram Trampelpfad am 01.11.2012 20:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Neslihan die Singende - blinde, mystische Dienerin Rondr

Ungelesener Beitrag von Sulamit » 26.11.2012 15:27

So hier jetzt endlich die gescannte Version!
Bildlink (kein SSL)
Ich freue mich riesig das es dir gefällt!
wenn du möchtest schick ich dir das Orginal zu (pn?)

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