Spieler kann Werte des Charakters nicht darstellen

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Jadoran
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Spieler kann Werte des Charakters nicht darstellen

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 14.01.2018 12:09

In meinen Augen ist das zugrunde liegende Problem meistens, dass viele Spieler Eigenschaften und Talente einfach nicht darstellen können. Sie wählen "Prinzipientreue: Ehrenhaftigkeit, Schutz der Schwachen, Reichstreue", sind aber nicht bereit, das in der fiktiven Welt zu bringen. Sie steigern Selbstbeherrschung auf 15, sind aber nun einmal IRL nicht in der Lage, bei einer Herausforderung erst mal tief durchzuatmen und nachzudenken,was wohl in der erdachten Sitaution dahinter stecken könnte. Sie steigern Überreden auf 15, sind aber IRL einfach nicht in der Lage, sich für einen Moment in das fiktive Gegenüber hineinzuversetzen und sich zu fragen, wie das wohl tickt und wie man von ihm am besten etwas bekommt, und selbst, wenn ihnen das gesagt wird, schaffen sie noch nicht mal rudimentäre Höflichkeit, gemäß dem alten Motto: "Ich bin ehrlich und direkt, Du aber bist unhöflich!" Sie steigern Mut auf 15, agieren mit ihrem Helden aber tatsächlich feige, weil sie IRL auch nur aus der Deckung schiessen.

Da helfen auch SL und MItspielerhilfestellungen nur wenig. Es kann halt keiner aus seiner Haut raus, noch nicht einmal in einer fiktiven Welt. Ich hatte mal eine langjährige Mitspielerin, die ist Mathematikprofessorin. Die spielte einmal einen dummen Haudrauf. Sie hat dabei furchtbar gelitten und es einfach nicht geschafft.

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Sumaro
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Ungelesener Beitrag von Sumaro » 14.01.2018 12:31

Das sind mMn aber zwei vollkommen unterschiedliche Dinge.

Darstellung muss immer gestützt werden vom SL und man sollte schon Spaß haben am Konzept. Aber auch der SL kann keine KL 18 Charaktere darstellen (in den meisten Fällen nicht), weil es ihm an Intellekt eben doch fehlt. Auch CH 20 CH fallen da raus, in der direkten Interaktion und viele andere Talente, die man seinen NSC andichtet kann man selbst nur bedienen, weil man die Spielwelt so darauf reagieren lässt, dass sie darin kompetent sind. Das jedoch ist weitestgehend unabhängig von der Spielermotivation.
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Freispruch oder Höchststrafe

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 14.01.2018 13:00

Man sollte hier passives Wissen und aktives Verhalten trennen. Passives Wissen kann man beliebig durch Werte und Würfeln ersetzen. Aber ein Spieler - sei er SL oder SC, der von Taktik nicht das geringste versteht, wird niemals einen guten Taktiker darstellen können, egal, wie hoch er die Werte ansetzt. Ein SC kann sich da - begrenzt - von der SL helfen lassen, aber es kommt da schnell in den Bereich der Fernsteuerung. Im sozialen Bereich ist das ebenso. Aber auch das grundsätzliche Verhalten ist vom Spieler geprägt, beinahe unabhängig vn seinen Werten. Wenn der SL eine NSC wie ein egoistisches Gör mit Großmannssucht spielt, dann ist es egal, ob sie von den Werten her eigentlich anbetungswürdig sein sollte. Sie kommt dann nicht so an. Ein impulsiver Spieler reagiert impulsiv, auch wenn er sich SBH 15 aufgeschrieben hat, und es bedarf zumindest seiner Einsicht, um das dann durch Retconn's und Rollbacks abzufangen.

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Sumaro
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Freispruch oder Höchststrafe

Ungelesener Beitrag von Sumaro » 14.01.2018 13:14

Man kann auch aktives Verhalten sehr gut durch Werte und Würfel darstellen, in dem man z.B. bei einem Taktiker diesen einfach einen Wurf auf sein Talent machen lässt und dann als SL Eckpunkte für einen Plan eingibt. Ebenso kann man in sozialen Situationen vorher würfeln lassen und dann schauen, wie gut die Argumente oder auch der Charme ziehen und daran seine Einstellung anpassen oder einem Spieler noch Argumente zur Hand geben. Das hat alles Grenzen, richtig, aber es geht in jedem Fall.

Und bei seinen NSC ist man ebenso auf die Mithilfe der Spieler angewiesen, denn nur wenn diese einen NSC auch unterstützen in seiner Rolle, kommt er zur Geltung, ebenso wie man als SL eben die SC und die Spieler in ihrer Rolle unterstützen muss. Als SL hat man noch eine Menge mehr Werkzeuge in der Hand, um z.B. das Ansehen seiner NSC zu steigern oder zumindest im Rahmen der Spielwelt darzustellen. Diese Werkzeuge muss man genauso auch für die Spieler einsetzen und sei es in dem man dem impulsiven Spieler sagt "Hey, Moment, da gibt es noch Option Y und Z".

Zudem leben Spieler und SL häufig in anderen Wahrnehmungswelten. Der SL kennt viel mehr Hintergründe und hat die Situation beschreibend im Blick, dadurch kann er den NSC auch viel klügere Einfälle eingeben, als es den SC einfällt (weil sie eben nicht das gleiche Wissen wie der SL). Auch hier muss man die Mittel des SL wieder den Spielern genauso zur Verfügung stellen, wenn man sie unterstützen will.

Und ob die Spieler einen Ludalf von Wertlingen als sympathisch oder unsympathisch empfinden, ob sie seine Autorität anerkennen oder nicht, liegt natürlich weitestgehend in meiner Hand als SL, aber eben auch an der Zusammenarbeit mit den Spielern, je nachdem wie man ihn darstellen will. Ohne Zusammenarbeit geht es nicht und da dass Wissens- und Machtgefälle beim Rollenspiel eben eindeutig in Richtung SL geht, muss er auch am meisten Arbeit leisten dabei seine Spieler zu stützen. Das ist ja auch für ihn am fruchtbarsten.

Hier allerdings bleibt dennoch meine Frage, offenkundig hat der Spieler was damit bezwecken wollen. Er hat vorher, ich glaube sogar nach Aussage von SL oder sich selbst, gesagt, dass er ein hervorragender Diplomat ist und ein Vorzeige-Held. Daher die Frage, wieso hat er das in dieser Situation einreißen lassen? Was war das Ziel und die Idee dahinter?
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Ungelesener Beitrag von Assaltaro » 14.01.2018 14:12

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Ungelesener Beitrag von AngeliAter » 14.01.2018 14:25

Eigentlich ist dies ein Aufruf dafür, das Rollenspiel als ganzes in die Tonne zu kloppen. Fast jeder kann nur sich selbst darstellen (ok, mal mit Messer, mal mit Axt oder Gewehr).
Und wer kann den schon einen Magier richtig darstellen? Wer hat schon wirklich ein Gefühl dafür, wie sich ein Zauber anfühlt?

Bei mir wird es einfach so gehandhabt, das ein Spieler sich eine Rolle auswählt und wenn er diese nicht darstellen kann, wird einfach auf Wunsch gewürfelt. Bei spontanen und "dummen" Aktionen wird einfach noch mal nachgefragt ob dies sein Ernst sei und was die Konsequenzen sein könnten. Und dann muss er ausdrücklich erneut darauf bestehen oder macht halt eine andere Aktion.
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Ungelesener Beitrag von Desiderius Findeisen » 14.01.2018 15:21

Bei uns ist das nicht eine Entscheidung zwischen "Helden ferngesteuert" und "Helden haben völlig freie Hand" sondern eher was dazwischen. Wenn Spieler Probleme haben, ihren Charakter so zu spielen wie er laut Werten (ja auch vom Spieler selbst) gedacht ist, wird das oft erstmal toleriert (also kein kleinteiliges "er hätte aber das so und so machen müssen") solange alle Spaß beim Spielen haben. Solte es aber zu wirklich groben Schnitzern kommen, die gravierende Auswirkungen auf die Welt und auf den Charakter selbst haben, intervenieren wir schon, klären auf, ob eventuell ein Missverständnis zwischen Spieler und Meister vorliegt oder die Situation anders eingeschätzt wurde, und drehen die Szene bei Bedarf nochmal zurück. Sollte der Spieler nach der Klärung weiterhin auf seine Aktion bestehen, ist das halt so und die Konsequenzen folgen; nicht als Bestrafung für den Spieler sondern als logische Konsequenz für den Charakter aus dem Hintergrund heraus.
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Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 14.01.2018 15:34

AngeliAter hat geschrieben:
14.01.2018 14:25
Eigentlich ist dies ein Aufruf dafür, das Rollenspiel als ganzes in die Tonne zu kloppen
Das sehe ich nicht so. Das jemand in seinem Hobby nichts Erwähnenswertes auf die Beine stellt ist ja kein Grund, es aufzugeben, solange es allen Beteiligten Spass macht. Aber das ändert auch nichts an der Tatsache, ob etwas vernünftig dargestellt ist. Wenn man gerne zeichnet, dann soll man das gerne tun. Aber das allein macht die Zeichnungen nicht gut.
Schwierig wird es, wenn man anderen den Spaß nimmt, etwa weil man seine verführerische und coole Cross-gender-Dunkelfenmagierin-Darstellung nicht nur nicht rüberbringt sondern Mitspielern damit auf die Nerven geht. Man sollte sich halt in einem Korridor bewegen, den man für die Mitspieler noch einigermassen darstellen kann. (Und da macht Magie keine Probleme, weil keiner der Mistpieler "echte Zauberei" kennt)

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Sumaro
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Ungelesener Beitrag von Sumaro » 14.01.2018 15:42

Ja, auf seine Mitspieler hat man nur begrenzt Einfluss, wie die das eigene Konzept wahrnehmen. Das ist aber keine Problematik von Spielern, sondern eine generelle Schwierigkeit, die einen SL genauso (sogar noch stärker) betrifft. Denn hier können NSC, die eigentlich interessant und wichtig sein sollen, vielleicht auch Entscheidungsträger oder zumindest Mitgestalter aufgrund von ein paar Kleinigkeiten in der Wahrnehmung kippen und damit "verbrannt" werden. Da würde ich als SL, auch weil mir das durchaus auch schon passiert ist, immer auf die Mitarbeit meiner Mitspieler setzen, so wie diese eben auf meine Mitarbeit setzen können. Und untereinander sollte man sich eben auch versuchen zu unterstützen. Wenn jemand noch Schwierigkeiten damit hat seine Dunkelelfen-Magierin cool zu machen, dann kann man, anstatt genervt mit den Augen zu rollen und solange zu moppern, bis der andere ebenfalls gefrustet aufgibt, auch das ganze im Gespräch angehen und versuchen zu schauen, wie man das Konzept gut in die Runde integriert.

Das sollte ohnehin vorher mit SL und Mitspielern abgeklopft werden. Da sehe ich den SL in einer moderativen Verantwortung, da er einen großen Einfluss auf die Spielwelt hat und wie er sie gestaltet. Wenn der Spieler nämlich seine Dunkelelfen-Magierin ziemlich in Ordnung rüberbringt, der SL aber aufgrund von persönlicher Abneigung ("Ach, ich mag keine Dunkelelfen und Crossgender finde ich doof" etc.) diesen Charakter wiederholt auflaufen lässt, dann hilft das am Spieltisch auch keinem.

Sprich den Spaß kann man sich auch aktiv erhalten, in dem man gemeinsam an einem Konzept arbeitet und sich gegenseitig unterstützt. Rollenspiel ist eben eine Mannschaftssache.
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Ungelesener Beitrag von hexe » 14.01.2018 16:39

Meiner Erfahrung nach sind Spieler durchaus lernfähig. Wenn man sie ein wenig an der Hand nimmt. Beim ersten Betören-Gespräch bekommen sie eben noch mehr Leitung, man liefert noch mehr Ideen oder gibt Hilfestellungen. Einfach langsam an das Unbekannte, an das was sie nicht Können heranführen. Oft sucht man sich doch SCs aus, gerade weil sie etwas haben, was man selbst gerne wäre oder hätte oder könnte. Bis jetzt hatte da noch keiner etwas dagegen das beim Rollenspielen zu lernen, zu üben, zu versuchen, einfach mal auszuprobieren, was man sonst nicht kann. Darf halt keiner dumm darüber lachen...

Darauf muss man sich als SL eben genauso einlassen, natürlich ist das Wissen des SL begrenzt und nicht jeder SL hat Bock darauf. Aber so etwas muss man auch als SL klären, wie halt keine Dunkelelfen, kein Crossgender, keine Face-Charakter gespielt von Mauerblümchen, etc, bitte.

Wirklich alles muss man eh nicht wissen oder können. Nur die Gruppe muss es für richtig halten. Auch wenn sie keine Ahnung vom Bogenschießen, Reiten, Kriegskunst oder Betören hat. Wenn in der Gruppe lauter Betören-Kacknoobs sind, dann klappt es beim Betören 15 SC halt auch mit 'Warum liegt hier Stroh?' Und keinem fällt es auf.

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Cherrie
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Spieler kann Werte des Charakters nicht darstellen

Ungelesener Beitrag von Cherrie » 14.01.2018 18:58

Ist wohl eine Frage der Detailstiefe, die man in seinem Spiel erwartet und auch lebt.
Ich vermute, dass Jadoran hier sehr viel Wert auf "Realität" und "Perfektion" legt. Sprich: Wenn der Taktiker mit Talentwert 15 einen Plan austüfftelt, soll dieser auch im Details ausgearbeitet, vorgestellt und umgesetzt werden. Das schaffen ja nun wirklich nur die allerwenigsten, die eben nicht Hauptberuflich bei der Bundeswehr sind ;)
Andere Gruppen werden hier simpel sagen: "Ok, Du hast einen tollen Plan gemacht, die Truppe irgendwie sinnvoll aufgestellt, lasst uns schauen, wie die Schlacht läuft." *würfel würfel*

Am Ende ist es doch wieder das selbe: Je nach Gruppe klappt das eine oder das andere besser bzw. überhaupt nicht.
Sind sich die Mitspieler einig, ist es toll. Hat man andere Erwartungen an das Spiel, klemmt es. Dann trennt man sich und gut ist.


PS: Natürlich ist es am Tisch seltsam, wenn die dicke, Akne geplagte, Tina mit fettigen Haaren die liebliche Elfe Fanvalada darstellt und behauptet, ihre kratzige RL-Kettenraucherstimme säuselt so lieblich zweistimmig gerade, dass selbst die Singvögel vor Glück benommen vom Baum fallen. Oder Hans, der im RL nun mal stottert und auch nicht die hellste Kerze auf der Torte ist, nun den Chefdiplomaten raushängen lassen will. Aber auch hier gilt: Es gibt Gruppen, da ist das völlig ok und Gruppen, da stört man sich daran. Beides kann ich nachvollziehen. Auch wenn ich mich selbst da durchaus in eine der beiden einordne ;)

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LordShadowGizar
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Spieler kann Werte des Charakters nicht darstellen

Ungelesener Beitrag von LordShadowGizar » 14.01.2018 20:03

Dem Wahnwitz zum Gruße!

Oder Timo im Rollstuhl der behauptet sein Charakter kann die geilsten Akrobatischen Kunststückchen.
Oder Hubert aus der Verwaltung, der keine 1L-Wasserflasche gehoben bekommt ohne zu schwitzen, aber dessen Charakter eine schwere Babarenstreitaxt schwingt.
Oder John mit den zwei linken Händen, der nicht mal einen Kugelschreiber verwenden kann ohne sich selbst zu verletzen, dessen Charakter aber die beste Ausrüstung in ganz Aventurien herstellen kann...

Seltsamer weise stört es die Leute nur bei Gesellschafts und Wissenstalenten, wenn der Spieler diese nicht so Super darstellen können, von Timo im Rollstuhl würde aber keiner fordern: "Ach ja? Dann für doch mal nen Flickflack vor!" sondern es mit einen Probenwurf auf Akrobatik gut sein lassen. Warum dann nicht auch bei nen nicht so schauspielbegabten Spieler den einen super Gesellschaftscharakter spielt? :rolleyes:


So long and thanks for all the Fish.

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Ungelesener Beitrag von Skyvaheri » 14.01.2018 21:33

LordShadowGizar hat geschrieben:
14.01.2018 20:03
Seltsamer weise stört es die Leute nur bei Gesellschafts und Wissenstalenten, wenn der Spieler diese nicht so Super darstellen können, von Timo im Rollstuhl würde aber keiner fordern: "Ach ja? Dann für doch mal nen Flickflack vor!" sondern es mit einen Probenwurf auf Akrobatik gut sein lassen. Warum dann nicht auch bei nen nicht so schauspielbegabten Spieler den einen super Gesellschaftscharakter spielt? :rolleyes:
Weil man körperliche und Kampftalente am Spieltisch nicht mittels aktiver Darstellung ausspielen kann, sondern nur "beschreibend" - gesellschaftliche Talente jedoch schon - und bei Wissenstalenten gibt unterstützt das Wissen über die Spielwelt und ihren Hintergrund, sowie jegliches andere geforderte Wissen ungemein.

Ja natürlich würde niemand von Timo im Rollstuhl fordern, dass er einen Flickflack macht, das würde man aber auch von keinem anderen Spieler fordern und wenn es nur deswegen ist, weil man nicht in einer Turnhalle spielt.
Das Rollenspiel lebt jedoch von der Darstellung der Charaktere - und dazu gehört in erster Line das was die Charaktere SAGEN. Untereinander und zu den NSCs - und sorry, da stört es die Immersion der Mitspieler einfach viel erheblicher, wenn der "Meister-Überreder" stottert oder der Meister-Betörer über ein "ey, willste fi..en, Alte!?" nicht hinauskommt.

Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: Singen. Ich kann es erwiesenermaßen leider nicht - andere jedoch schon. Wenn ich den Skalden spiele, muss ich mich auf ein TaW-Würfeln zurück ziehen. OK, kann man machen.
Wenn man jedoch eine(n) Spieler/in, hat welche richtig gut singen und gar noch Gitarre oder Laute spielen können und diese dann eine besondere Darbietung auch real am Tisch darbieten können ... was ist wohl schöner für die gesamte Spielrunde? ;-)

Sky
Alle Infos zu Sky's DSA-Runde gibt es hier:

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AngeliAter
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Ungelesener Beitrag von AngeliAter » 14.01.2018 21:45

Es steht ja außer Frage das rl ausgespielte Talente deutlich besser ankommen als ausgewürfelte.
Aber es ging Eingangs um die Frage ob man überhaupt etwas spielen sollte was man überhaupt nicht darstellen kann bzw. was wichtiger wäre, das die anderen Spieler nicht aus ihrer Immersion herausgerissen werden oder das der "mängelbehaftete" Spieler mitspielen darf.

Und spätestens wenn auf einer Con wieder eine Überraschungsei-Runde (jeder spielt, was er in seinem Ei gefunden hat) angesagt ist, wird es eh mit den ernsthaften Ausspielen verdammt schwierig :lol:
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Ungelesener Beitrag von Lanzelind » 14.01.2018 22:21

und sorry, da stört es die Immersion der Mitspieler einfach viel erheblicher, wenn der "Meister-Überreder" stottert
Aufgrund eigener Erfahrung muss ich dir da widersprechen. Ich habe genau diesen Fall in einer meiner langjährigen Gruppen erlebt: Stotternder Spieler, der einen Aves-Geweihten äußerst humorvoll und kurzweilig dargestellt hat. Da war das Stottern gerade mal egal.

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Carragen
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Ungelesener Beitrag von Carragen » 14.01.2018 22:34

Es hat sich, wie man in den letzten Posts ja liest, (leider) eine unterschiedliche Handhabung der Fertigkeiten eines Charakters eingebürgert. Eigentlich ist dies ja nicht unbedingt etwas schlechtes, denn @Skyvaheri hat ja Recht, dass das Ausspielen von Gesellschaftlichen Talenten der Immersion hilft.
Aber finde man sollte diese gerlente Handhabung nicht als Dogma nehmen. Bei den meisten Talenten wird rein das Mittel der Beschreibung zur Verstärkung der Immersion angewandt. Warum also nicht den Meister-Überreder seine Handlung auch beschreiben und dabei auf einem ähnlichen Abstraktionsgrad bleiben, wie bei Kampf-, körperlichen oder Handwerstalenten oder gar Zaubern und Wunder? Was er genau sagt ist dann nur ein - aber nicht der einzige - Bestandteil.
Warum sollte man das machen? Damit Sky auch den Barden spielen kann! Er muss gar nichts vorsingen, sondern beschreibt seinen Gesang, was er singt und wie das Lied in den Ohren der Hörer klingt.

Das nächste angelernte Verhalten ist ebenso Feind der Phantastik der Spielerfiguren: das Diktat des Spielleiters (vielleicht sollte man in dem Kontext doch Meister sagen). Der Spielleiter ist der Richter der Wirkung einer Handlung. Findet er die Taktik aus dem Eingangspost nicht gelungen, dann ist es ein Fakt. Glaubt er, dass man Frauen oder Männer anders Betört, dann bleibt der Charakter eher erfolglos (wobei ich wenige Rollenspieler kenne, die darin wirklich Experte sind...).
Warum ist aber die Taktik des Charakters, der den Taktiker spielt, nicht die Beste? Warum nicht ihn bestimmen lassen, was die Vorteile seiner Handlungen sind und sich danach richten? Warum nicht dem Spieler Macht über seine Aktionen und dessen Auswirkung geben?
Meiner Erfahrung nach spielen die Spieler am Tisch ja, woran sie Spaß haben. Warum muss man den diesen Spaß dem Diktat der Darstellbarkeit unterwerfen, anstatt sich andere Mechanismen (wie oben genannt zum Beispiel der Beschreibung oder des Player Empowerment) verwenden?
Also - und das ist bei mir eigentlich immer die oberste Regel - sorgt dafür, dass sich die Spieler Awesome fühlen.

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Ungelesener Beitrag von Leta » 14.01.2018 23:09

Ich bin immer noch dafür, dass man Dinge so gut es geht ausspielt - und über den Erfolg entscheiden die Werte/Würfel.

Jadoran
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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 15.01.2018 09:00

Es ist eine Sache, wenn der Möchtegern-Herzenbrecherin-Crossplayer sich auf seine Würfel zurückzeht und sagt: "Ich kann das RL nicht recht, aber ich würfele: 9 Tap*, Meine Alrika tut ihr Bestes und versucht, den sturen Belrik zu bezirzen, ohne sich dabei wie ein Flittchen aufzuführen." Da ist die Immersion zwar nicht toll, aber der SL und die Mitspieler können damit arbeiten. Ebenso beim "Kriegskünstler", der sagt: "Alrik der Kluge schaut sich das Schlachtfeld an, und bildet sich mit 7 Tap* eine Meinung". Nicht toll, aber es geht. Dann gibt es sowohl im Kopf wie auf dem Papier noch genügend Freiraum unterschiedliche Ansichten und unterschiedliche Fähigkeitsniveaus anzugleichen.

Wenn es aber heisst. "Alrika knöpft sich den dritten Blusenknopf auf, richtet sich das Dekolletee, schmachtet Belrik an und flüstert ihm ins Ohr. 'Treff mich im Rosengarten um 7, Süsser'... 9 Tap* Yay, der Kerl steht auf sie!" und der SL muss ihr sagen: "Ihr sitzt gerade bei einem offiziellen Diner, gegenüber, wie eben erwähnt, seine schwangere Frau sitzt direkt neben ihm, wie bereits erwähnt... " oder "Wir greifen frontal an! Damit rechnen sie nicht! 7 Tap* in Kriegskunst!" und der SL sagen muss: "Ihr habt noch nicht mal Kundschafter losgeschickt, ihr wisst noch nicht mal, wie groß der Feind ist!"
Wenn Spieler (incl. Meister, der ja auch Spieler ist) ein Verhalten beschreiben, ggf. noch bevor sie würfeln, dieses Verhalten aber so konkret ist, dass es in keine Grauzone mehr paßt, dann geht nicht nur die Immersion verloren.

Hinzu kommt noch folgendes: Ob ein NSC oder SC von den Mitspielern (wieder incl SL) als symphatisch oder unsymphatisch wahrgenommen wird, liegt in seiner Darstellung und seinem Verhalten, nicht in seinen Werten. Es hilft nichts zu sagen: "Ihr trifft Königin Eleonora, die hat CHA 18, Etikette, Überreden, und Überzeugen weit über 15, sie ist euch supersymphatisch." In jeder meiner Runden hat bisher noch jede/r Spieler/in selbst entschieden, ob sie einen N/SC sympthatisch fand oder nicht.

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Carragen
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Ungelesener Beitrag von Carragen » 15.01.2018 10:12

@Jadoran Ich verstehe deine Beispiele, denke aber, dass es wie erwähnt, ein erlerntes Verhalten des Spielleiters ist, welches ich nicht für optimal halte. Warum muss der SL ihr sagen
Ihr sitzt gerade bei einem offiziellen Diner, gegenüber, wie eben erwähnt, seine schwangere Frau sitzt direkt neben ihm, wie bereits erwähnt...
Warum fragt er nicht, warum trotz oder gerade wegen der Umstände die Ansprache des Charakters seine erwürfelte Wirkung zeigt?
Uns wird beigebracht, dass der SL die Welt ist und der Spieler sein Charakter. Ich finde aber, dass die Wirkung eines Charakters auch in die Darstellung mit einbezogen werden sollte.

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Ungelesener Beitrag von Jadoran » 15.01.2018 10:27

Weil vorher beschrieben wurde, dass sie bei einem Diner mit Baron Belrik und dessen Frau sitzen? Diese Informationen sind vorher vorhanden - BEVOR der Spieler seine awesome Aktionen durchführt. Bevor geprobt wird, muss ja die Situation beschrieben werden, die die Probe erfordert. Oder machst Du das anders? Ich hingegen sage schon, wer im Raum ist und wie der ungefähr aussieht, was da abläuft, bevor die Spieler sagen müssen, was ihre Helden tun. Aber vielleicht ist es einfacher, sich ein Bier einzugiessen und den Spielern zu sagen: "Erzählt mal, wie toll eure Helden sind und was sie alles tolles machen. Ist egal, ihr gewinnt sowieso und seht dabei gut herausragend aus."

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Ungelesener Beitrag von Carragen » 15.01.2018 10:34

Ich frage, wenn ich die Aktion des Spielers nicht verstehe, was er bezwecken will und warum er glaubt, dass das Vorgehen sinnvoll ist.
Der Spieler könnte mir dann sagen, dass die Frau ihren Mann, seid sie schwanger ist, nicht mehr rangelassen hat und er deswegen einem offensiven Vorgehen kaum widerstehen kann.

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Rhonda Eilwind
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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.01.2018 10:42

Jadoran hat geschrieben:
15.01.2018 09:00
Wenn Spieler (incl. Meister, der ja auch Spieler ist) ein Verhalten beschreiben, ggf. noch bevor sie würfeln, dieses Verhalten aber so konkret ist, dass es in keine Grauzone mehr paßt, dann geht nicht nur die Immersion verloren.
Manchmal kommt die Botschaft beim Spieler aber schlicht nicht an. Oder aber der Spieler hat in der Tat unrealistische Vorstellungen von Dingen, die gehen oder die nicht gehen. ;)

Ich habe es in solchen Fällen durchaus entweder so gemacht, dass ich nachgefragt habe, ob meine Situationsbeschreibung vorher wirklich komplett bei jedem Spieler angekommen war... oder auch stumpf gesagt (DSA3): "Würfel mal auf KL" bzw. "Würfel mal auf INT" - bei gelungener Probe gab's notfalls nochmal den Wink mit dem Zaunpfahl (selbst wenn du jetzt X verführen willst, ist subtileres Vorgehen angesagt), bei misslungener: Nuja. ;)

Auch ohne das könnte man die von dir beschriebene Situation ohne Weiteres so ausspielen, dass alle erstmal peinlich berührt sind - inklusive des aufrechten Ehemannes, der natürlich seine Frau bei Tisch schlecht brüskieren kann - und hinter den Kulissen kommt es ob der gelungenen Probe später trotzdem zum gewünschten Tete a Tete, weil der Charakter mit dieser etwas ordinären Ansprache zufällig genau den richtigen Ton beim Ehemann getroffen hat... ;)

Speziell beim unüberlegten Schlachtplan würde ich entweder mit Klugheitsprobe arbeiten oder einen NSC dezente Hinweise einwerfen lassen, warum der Plan so eventuell nicht funktionieren wird, sodass die Spieler ihrerseits hoffentlich selbst auf die Idee kommen, Kundschafter loszuschicken und sich besser zu informieren.

So habe ich mir übrigens auch beholfen, als ich mal einen eher etwas unterdurchschnittlich intelligenten (und gebildeten ) Charakter gespielt habe: Ich habe als Spielerin immer sehr viele Ideen, mein Hirn läuft da sozusagen auf Hochtouren. Weil es aber doch etwas unrealistisch ist, dass der uncharismatische (ausgespielt i.S. von: eher etwas zurückhaltende) Simpel allen anderen am laufen Band Vorschläge zur Problemlösung macht, habe ich mir dann überlegt: "1. Kann ich als XY das überhaupt wissen? und 2. Falls ja: Kann ich aus den Umständen die richtigen Schlüsse ziehen und fällt es mir ein?"

Also verdeckt je nach Umstand KL oder INT gewürfelt, oder auch eine entsprechende Talentprobe, und bei Erfolg hab ich den Vorschlag gemacht, sonst eben nicht.

Ich denke, das ging so leidlich.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

Jadoran
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Spieler kann Werte des Charakters nicht darstellen

Ungelesener Beitrag von Jadoran » 15.01.2018 11:04

@Carragen: Okay, das ist ein komplett anderer Spielansatz. Dann müssen sich die Spieler allerdings ihre Herausforderungen auch selbst konstruieren, denn der SL kann dann nicht mehr die Motive der NSC festlegen, es braucht (und funktioniert) dann keine dezidierte SL mehr. Kann auch funktionieren.

@Rhonda Eilwind: Sich zurücknehmen ist einfacher als das Gegenteil. Gerade wenn man etwas kann, kennt man aus der eigenen Lernphase noch typische Fehler, die man der SL dann gleich mitliefern kann. Oder (etwa beim Verhandlen) kennt man typische Blössen, die ein Verhandlungspartner sich gibt (etwa wenn der sich voreilig zu Gesprächsbeginn selbst festlegt, auf den Putz haut und erzählt, wie großartig er ist etc....). Eine gute Reiterin wird wahrscheinlich viel besser am Tisch eine schlechte Reiterin darstellen können, als eine absolute Nicht-Reiterin eine gute. Einfach, weil die keine Ahnung von dem Thema hat.
Ein impulsiver Spieler hat es schwer, einen zurückhaltenden Helden zu spielen, einfach weil er seinen Helden auch impulsiv reagieren läßt. Da helfen dann nur andauernde Rollbacks. ("Öhm... nee...so im Nachhinein hätte ich das Schwert deswegen nicht gezogen, Alrik lässt sich ja nicht so einfach provozieren. Können wir bitte den Kampf vergessen und zurück zum Gespräch springen?")
Ich beziehe dabei immer den SL ein. Wenn der von Kriegskunst nichts versteht, dann kann er die Mitspieler darin auch nicht unterfüttern. Das ist dann zwar besonders doof, weil er eigentlich für die Herausforderungen zuständig ist... In unserer SR-Runde diskutieren wir häufig gemeinsam über die Wahrscheinlichkeit von Eskalationsschwellen und -inhalten sowie politischen Konsequenzen, da wir allesamt noch nie darüber entscheiden mussten, wann es einem "Vernünftigen Entscheider" in den 2070ern wohl angemessen erscheinen wird, einem Kampfhubschrauber mit Luft-Boden Raketen und Bordkanonen in einer Großstadt den Feuerbefehl zu geben... (also indirekt auch, was für ein Verhalten bei einem Run einen Kampfhubschrauber auf den Plan rufen könnte). Dann haben wir zumindest Konsens, selbst wenn der fantastisch anstatt realsitisch ist.

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hexe
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Ungelesener Beitrag von hexe » 15.01.2018 11:32

Die oben genannten Beispiele (Herzensbrecherin und Kriegskünstler) klingen in meinen Ohren eher nach einem Kommunikationsproblem zwischen SL und Spieler wie beim guten alten Krokodil-Beispiel aus der DSA3-Basisbox. Wenn Spieler nicht zuhören kann man wenig machen, außer nochmal erklären. Gemeinsam darf achten, dass das Kopfkino bei jedem zumindest ähnlich ist. Das Spieler nie die zuhören irgendwann nerven ist verständlich. Für Ignoranten macht niemand den Allein-Unterhalter.

Ich kann mich Jadorans SL-Ansatz grundsätzlich sehr viel anfangen und mache das sehr ähnlich. Hier ist die Sandbox, hier sind die NSC mit Hintergrund, Motivation und Tageslaune, da und dort stehen aus diesen und jenen Gründe die SCs, hier ist die Welt, die Situation, die Bühne und AKTION!

Aber das bekommt nicht jeder Spieler sofort hin und spielt wieder los, wäre er/sie wieder im Kindergarten. Deshalb nimmt man sie an der Hand, führt sie ein, erklärt und irgendwann läuft es von alleine, wenn man sagt 'Aktion' und lehnt sich als SL nur noch zurück (einmal wäre ich fast eingeschlafen).

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Ungelesener Beitrag von Carragen » 15.01.2018 12:55

Jadoran hat geschrieben:
15.01.2018 11:04
@Carragen: Okay, das ist ein komplett anderer Spielansatz. Dann müssen sich die Spieler allerdings ihre Herausforderungen auch selbst konstruieren, denn der SL kann dann nicht mehr die Motive der NSC festlegen, es braucht (und funktioniert) dann keine dezidierte SL mehr.
Das sehe ich anders. In 90% aller Fälle wird der SL doch wissen worauf der Spieler hinaus will und die Aktion steht im Rinklang mit der Welt. Da muss der Spieler gar nicht über die Motivation entscheiden.
Bei den anderen Situationen wird es selten vorkommen, dass die Lösung nicht vereinbar ist mit den Rahmenbedingungen, die der SL gesetzt hat. Bei mir hat noch nie Player Empowerment einen Konflikt oder Plot zunichte gemacht.

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Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.01.2018 13:09

Jadoran hat geschrieben:
15.01.2018 11:04
Eine gute Reiterin wird wahrscheinlich viel besser am Tisch eine schlechte Reiterin darstellen können, als eine absolute Nicht-Reiterin eine gute. Einfach, weil die keine Ahnung von dem Thema hat.
Das stimmt natürlich. :)

Aber genau darum habe ich im Umkehrschluss bei Spielern, die eben Fähigkeiten hatten, die sie nicht ausspielen konnten, auch schonmal bedingte Hinweise gegeben, die eben je nach gelungener Eigenschaftsprobe kamen oder eben nicht oder sogar - bei Misslingen der Probe - in stark verfälschter Form.

Das klappte an sich ganz gut. Das waren natürlich keine Handlungsanweisungen bis ins Detail - aber evtl. Hintergrundinformationen, die der Charakter eigentlich hätte haben können oder müssen, der Spieler aber offensichtlich nicht hatte.

Wir hatten einmal allerdings einen Fall, wo ich diesbezüglich an meine Grenzen stieß.

Da ging es um einen Charakter (in einem eigentlich eher Action-lastigen Setting), der außer "Heilkunde Seele" gar nichts konnte. Für den musste ich ein paar Extraaufgaben einbauen, damit er im Abenteuer überhaupt was zu tun hatte.

Leider war das so ein Charakter mit Fähigkeiten, die der Spieler gern gehabt hätte, aber in dem Maße, wie angegeben, weder hatte noch improvisieren konnte.

Die erste Aufgabe klappte nach folgendem Muster ganz gut: Der Charakter sollte begutachten, ob eine bestimmte Person Gedächtnislücken hat oder nur vortäuscht, und ob er bestimmte Dinge mit Überzeugung behauptet oder sich nur ausgedacht hat, um einer Strafe zu entgehen.
Ich improvisierte also einen längeren Dialog mit zwischen SC und NSC, sodass der Spieler einen ersten Eindruck sammeln konnte. Der war etwas ratlos, würfelte also eine Talentprobe (mit Aufschlag), sagte mir, mit welchem Aufschlag er bestanden hätte, und ich sagte ihm, was sein professioneller Eindruck sei.
In dem Fall, wo die Probe misslang, bewertete er eine bestimmte Bemerkung falsch oder gar nicht.

Aus diesen zur Verfügung gestellten Informationen strickte also der SC seinen Bericht an seinen Vorgesetzten. Das klappte wunderbar.

Die zweite Aufgabe war der aktive Umgang des SCs mit einem traumatisierten NSC, um von diesem verständliche Informationen zu erhalten. Das - ging gar nicht. Auch nicht mit Proben und Hilfestellung, und auch nicht mit "Wink mit dem Zaunpfahl", weil der Spieler sich auf eine einzige Handlungsoption eingeschossen hatte und nicht in der Lage war, etwas anderes auch nur in Erwägung zu ziehen.

(Sagen wir so: Die einzige Handlungsoption "Ich höre geduldig zu und intervenier nicht weiter" ist bei jemandem, der nicht mehr redet, nicht sehr ergiebig. :))) - Und das hartnäckiche Ignorieren sämtlicher Hinweise darauf, dass es evtl. auch noch andere Möglichkeiten gibt oder man vielleicht erstmal prüfen sollte, ob derjenige welche nicht reden will oder nicht reden kann, und falls letzteres, wie man das ändern könnte, führt aus dieser Sackgasse nicht heraus. :ijw: )

Nun führen viele Wege nach Rom, und es gelang dem Rest der Gruppe schließlich, die Informationen auch auf anderem Wege zu beschaffen - innerweltlich war es so, dass, wenn der Heilkunde-Seele-Profi sagt, "Das ist so und so und so und so, und wenn es so nicht geht, dann gar nicht!", natürlich niemand widerspricht... Damit war ein bestimmter Handlungsfortgang dann eben versperrt.


Der Spieler sagte aber hinterher selbst, dass er mit der Darstellung des Charakters, bzw. mit dem Ausspielen desselben überfordert gewesen sei und dass ihm das auch erst in dem Moment bewusst geworden sei. Ich als SL andererseits hatte insofern zu viel vorausgesetzt, als ich dachte, wer sich als erfahrener Spieler so einen Spezialisten zimmert, weiß, was er will und was er tut, zumal die ersten Versuche in diese Richtung (s.o.) ja ganz gut gelaufern waren.

Es ist aber ja etwas anderes, ein Problem zu beobachten und zu beschreiben (das klappte gut), oder eine aktive Lösungsstrategie zu erarbeiten (das klappte nicht).

Aber bis dahin und auch nachher wieder bin ich mit den Prinzip: Modifizierte Zusatzinformationen anhand von gezielten Eigenschafts- oder Talentproben bei meinen damaligen Mitspielern eigentlich ganz gut gefahren.

Und nein, normalerweise hätte ich meine Spieler mit so einer Aufgabe nicht gequält... ;) . Ich hatte aber einen absolut hochstufigen Seelenheiler im Gepäck, mit einem gewissen Ruf in Fach- und Geweihtenkreisen und meinte, es sei realistisch, dass man den Charakter dann auch von NSC-Seite mit bestimmten entsprechenden Aufgaben betraut.

Hätte ich geahnt oder rechtzeitig bemerkt, dass das so meilenweit am Hintergrund des Spielers vorbeigeht, hätte ich das deutlich abstrakter abgehandelt, ohne großartiges Ausspielen. Und dem Spieler nach erfolgreicher Talentprobe eher erzählt, wie er vorgeht und was passiert bzw. das Endergebnis ist, und dann hätte man von da weiterspielen können.

Eigentlich finde ich es nicht so gut, den Spielern alles vorzukauen. Aber in dem Fall hätte ich es als Zugeständnis an enorm hohe Talentwerte so gemacht: Probe - wenn ausreichend gelungen, kurze Schilderung des Vorgehens und das Ergebnis der Aktion. So hätte der Charakter Erfolg haben können, ohne dass der Spieler etwas hätte leisten müssen, das er nicht kann.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Ungelesener Beitrag von Skyvaheri » 15.01.2018 13:25

Rhonda Eilwind hat geschrieben:
15.01.2018 13:09
So hätte der Charakter Erfolg haben können, ohne dass der Spieler etwas hätte leisten müssen, das er nicht kann.
Die Frage, die ich mir dabei stelle ist, ob das auf Dauer auch für den Spieler eines solchen Chars befriedigend ist... :grübeln:

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Alle Infos zu Sky's DSA-Runde gibt es hier:

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Spieler kann Werte des Charakters nicht darstellen

Ungelesener Beitrag von Märzhäsin » 15.01.2018 13:32

Ich habe lange überlegt ob ich zu diesem Thema etwas schreiben soll weil ich mir eigentlich vorgenommen hatte mich zukünftig aus dem Diskussionsbereich des Forums heraus zu halten, das Thema geht mir aber ziemlich nah, darum möchte ich einige Argumente nennen.

Es steht wirklich nicht zur Debatte ob ausgespielte Gesellschafts- und Wissenstalente immersiver sind als ausgewürfelte, das sind sie definitiv aber darum geht es hier nicht.

Es geht darum ob man überhaupt jemanden spielen sollte der Dinge kann die man selbst nicht kann oder der in bestimmten Dingen und Fachgebieten deutlich höhere Kompetenzen aufweist als der jeweilige Spieler oder die Spielerin die den betroffenen Charakter verkörpert.

Es gibt zwar unterschiedliche Herangehensweisen und Motive beim Rollenspiel aber mir persönlich würde es absolut keinen Spaß machen wenn ich aufgrund dieser Forderung und dieses vermeintlichen Qualitätsanspruchs nur noch Charaktere spielen dürfte dessen Talentwerte, Sonderfähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmale und Charaktereigenschaften mir selbst entsprechen. Dann wäre jeder Charakter nur noch eine Kopie von mir selbst und das fände ich so langweilig dass ich dann lieber für immer mit dem Rollenspiel aufhören würde. Ich spiele gerne Pathfinder, DSA und Shadowrun aber nicht um jeden Preis und nicht wenn ich dafür alle meine persönlichen Vorlieben aufgeben muss.

Im LARP mag solch ein Qualitätsanspruch wie "Du kannst nur das was du darstellen kannst und was anderes hat auf deinem Charakterbogen nichts zu suchen!" nachvollziehbar sein, am Spieltisch führt so etwas zu gravierenden Problemen und schränkt den Spaß und die Freiheit der Spieler extrem ein.

Für mich liegt der Reiz am Rollenspiel darin in die Rolle von einer Person zu schlüpfen die anders ist als ich, die andere Persönlichkeitsmerkmale, Talente, Begabungen und Fähigkeiten hat als ich.

Ich bin ganz ehrlich: Wenn die sozialen Fähigkeiten meiner Charaktere meinen eigenen entsprechen müssten, dann wäre ich gezwungen jedem meiner Charaktere den Nachteil Unfähigkeit: Gesellschaftstalente zu geben.

Es ist natürlich auch die Frage ob man überhaupt mit einer Person wie mir die das Asperger-Syndrom aufweist Rollenspiel betreiben sollte aber darum geht es in diesem Thread nicht.

Es ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel warum bei meinen erbärmlichen sozialen Fähigkeiten meine auelfische Hofkünstlerin aus Punin so gut funktioniert, meine Großhändlerin aus Windhag war jedenfalls eine Katastrophe, noch wesentlich schlimmer als meine andergaster Winzerin.
Zuletzt geändert von Märzhäsin am 15.01.2018 13:34, insgesamt 1-mal geändert.

der Doc
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Spieler kann Werte des Charakters nicht darstellen

Ungelesener Beitrag von der Doc » 15.01.2018 13:34

Krokodilbeispiel???
@Märzhäsin : glaub mir, das mit Gesellschaftsunfähig höre ich häufiger als Selbstbeschreibung. Glaube ich nicht dran. Tatsache ist: Man ist nur ungeskillt. Und üben ist im Sozialen Bereich in der Realität erst angenehm ab einem Wert von 7 oder drüber^^

Ich finde das Thema aus persönlicher Leiderfahrung wahnsinnig spannend. Von daher gute Wahl, aber iwie haben wir uns nicht geeinigt, um was es genau gehen soll. Leute, erstmal was denn jetzt?! Ist nicht böse gemeint, ich merke nur, dass gerade 5 Fässer für 3 Personen geöffnet wurden - eins reicht. Est geht es um die Unvereinbarkeit von Darstellung und Realität, dann ob Helden ferngesteuert werden, dann um Kommunikation zwischen SCs - SL, ab und zu noch über NSCs und dann über die Folgen: Immersionszerstörung oder Spielstil. Ich gebe zu: Das hängt alles stark zusammen. Dennoch kann man aus allem davon ein eigenes großes Thema machen.

Also es geht um die Fähigkeit, darzustellen. Und zwar eine Figur in einer Fiktion am Spieltisch oder im larp.
Wie alle Fähigkeiten, die Menschen so haben ist dies stärker oder weniger stark ausgeprägt. Als ganz klar falsch muss ich den Themeneinstieg benennen:
http://www.zeit.de/campus/2018/01/unive ... -professor
Jeder Betrugsfall, jeder Schauspieler, jeder Regisseur, jeder Drehbuchautor, jeder Autor, jeder Mathematiker, jeder Physiker, viele Psychophaten, jeder Musiker, jeder Künstler zeigt uns, dass mit der Kraft von Fantasie und Astraktion eine Veränderung der Realität im Kopf und damit im Verhalten möglich ist. Ich habe nicht umsonst als Beispiel einen Betrugsfall gewählt, der perfekter als andere Beispiele aufzeigt, dass es sogar in der Realität möglich ist, was einige hier verneinen. Aber bitte: Nicht nachmachen!!! :lol: :lol: :lol:

Was ich merke in diesen Posts ist eine gewisse Frustration über Spielsituationen, bei denen die Immersion und die Darstellung eben nicht klappt. Dafür gibt es neben mangelndem Talent natürlich auch situative Aspekte, den Spielstil, der SL und seine u.U. schlechten Fähigkeiten, mangelne Kommunikation usw. Die wichtigsten Punkte wurden aber bisher nicht angesprochen: Freiheit & Wille!
Zum Wille: Wenn ich für einen Abend ein Abenteuer meistere, verlange ich von keinem SC groß Vorbereitung für seine Rolle. Da geht´s mir nur um den Spass. Aber bei einem längeren Abenteuer oder gar einer Abenteuerserie muss ich selbst Motivation wecken: :cookie: :lol: Motivation, dass SCs ausgesucht werden, die man darstellen kann und die zueinander in einer Gruppe passen. Ich kenne viele Personen, die gern und vel Sport machen - und jemanden, der sich sehr für Physik interessiert un berechnungen dahingehend anstellt - und daher stimmt das alte Sprichwort: Fleiß schlägt Talent! :wink:

Es geht nicht darum, in die Bundeswehr einzutreten, um Taktik zu lernen - oder Coachings zu besuchen, um seine Sozialdarstellungen zu verbessern. Das kann man machen, wenn man das privat will. Wichtig ist zunächst wahrzunehmen, dass man selbst etwas nicht kann. und da ist schon die Schwierigkeit: Den Kompetenzmangel wahrzunehmen und zu ertragen. Und daraus sich etwas anzulesen, um es später darzustellen. Um darzustellen benötigt es nunmal eine gewisse Minimalompetenz bei Themen. Wenn man dieses Entwicklungspotential ncht hat - oder das HobbyPnP und Figurendarstellung nicht so detailiert betreibt, scheitert die Darstellung, sobald man etwas spielt, wo keine Kompetenz vorhanden ist.

Die Freiheit ist der 2. wichtige Punkt - und hier kommt Spielwelt, SL- und SC-Kompetenz der anderen zum Tragen sowie die Gesamtimmersion. Ich kann noch so kompetent sein: Wenn es die anderen nicht sind, werde ich scheitern. Hier kann ein SL oder ein SC am meisten ausrichten und verändern: Positive Stimmung schaffen, den Anfang einer Spielrunde ritualisieren, Einsatz und Nichteinsatz von Musik, hilfreichen Tools, Bilder, eine gute Situationsbeschreibung etc., Druck nehmen, angenehme Hinweise geben, loben, Zeit zum Überlegen geben, auf falsche Situationsverständnisse hinweisen usw.
Die Fähigkeit darzustellen mit ihrer Möglichkeit verknüpft. Und man wächst mit den Möglichkeiten.

hier kommen wir zum 3. Punkt: Der Interaktion von Freiheit und Wille
Natürlich wird jeder Versuch scheitern, wenn angemessene Freiheit auf völlige Talentfreiheit und Faulheit trifft. Da stimme ich zu: Dieser Spieler kann nur sich selbst spielen. :grübeln: Und vielleicht noch sehr ähnliches? Nur solche Gedanken und Darstellungen anderen begreiflich zu machen - und positive Kritiken zu geben ist nicht unbedingt leicht. Meine SC-Karriere ist genau an dieser Interaktion gescheitert.

Im Übrigen wenn es um Kampf- oder Körperliche Darstellungen geht. Auch und gerade für solche SCs und NSCs ist es wichtig, zu wissen was der Char gerade macht. Ein ausgewogener Spielsil in einer Gruppe beinhaltet auch die Darstellung eines gut gelungenen Kletterns, Schwimmens, der Seefahrt, ein überwuchert schlammiger Weg zu durchquerren oder großer kräftemässiger Anstrengung. Ein kampf wird deutlich plastischer wenn dargestellt werden kann, was die Figur macht - und eine Vorstellung gegeben ist, was sie kann. Gerade bei meinen Erfahrungen sind alle körperlichen Talente außer Sinnenschärfe komplett unter den Tisch gefallen, einfach weil die Meister nur auf die von euch bisher genannten Talente(Sozial, Zauberei und Wissen) Bezug nahm. Alle anderen Proben, Werte und alle AP dahinter: weg! Das ist nicht nur äußerst unfair, sondern auch unkreativ. PnP mag ein deutlich soziales Hobby sein - aber ein Jäger, Krieger, Handwerker, Akrobat sollte nicht nur dasitzen und würfeln, weil er es nicht ausspielen kann. Und ob er kann! :lol: Gerade beim Sport wird massiv darüber geredet was man wie macht und auf welche Art und Weise man es verbessern könnte. ;)

Also kurz: Ich rate zu Kreativität und auch zur Aneignung gewisser Grundfertigkeiten der Themen. Ein Teil der Charerstellung. :cookie:

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Samweis
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Spieler kann Werte des Charakters nicht darstellen

Ungelesener Beitrag von Samweis » 15.01.2018 14:05

Was mich an dieser Diskussion ein wenig verwundert (zumindestens in den Beiträgen, die ich gelesen habe) ist die Voraussetzung einer Wahrheit. Ob und wie gut das Spielen eines SCs dargestellt wird, hängt neben dem Sender (also dem Spieler) mindestens so stark vom Empfänger (den anderen Spielern oder Spielleitern) ab. Wenn die Welten/ Meinungen der beiden Seiten konform gehen, dann ensteht ein gutes Spiel, wenn nicht, dann nicht. Schuld daran ist dann aber keine der beiden Seiten, sondern einfach die Disharmonie zwischen deren Welten. Übrigens @Märzhäsin nur weil du es schreibst, ja unbedingt sollten Leute, die das Asperger Syndrom aufweisen, oder irgend ein anderes rollenspielen. Nicht nur, weil Rollenspielen einfach Spaß macht, sondern auch weil man nirgendwo anders weniger stressvoll soziales Verhalten üben kann, als in einem Rollenspiel.

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