Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Von A wie Abenteuerpunkte bis Z wie Zwerg: Alles über Erstellung und Entwicklung von Charakteren.
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Wolfio
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Wolfio » 24.02.2015 14:17

Andwari hat geschrieben:
Viele Novizen sind Adelige, es wäre schlecht für die Kirche, wenn die alle ihren Ausbilder und den ganzen Laden am Ende der Ausbildung hassen. Ein eigenes Bett ist aventurisch für Jugendliche schon ein ordentliches Level, da die Novizen einer gemeinsamen, niedrigen Stufe im Kosmos "Kirche" angehören, kann man auch den Bauernsohn neben die Grafentochter legen - beides Praiosnovizen. Die Kirchen sind Ausnahmeerscheinungen, weil hier Leute niederer Herkunft wirklich hoch aufsteigen können. Da sowiso nur wirklich außergewöhnliche Bauernkinder hier sind, kann man eher zur Disziplinierung der Adligenkinder neigen = Schlafsaal für alle im 1.-3. Jahr. Dann vllt. steigender Komfort, vllt. sogar erfolgsabhängig. Viele selbst hochadelige Eltern würden ein Verhätscheln ihrer Sprösslinge nicht verstehen.

An diesem Abschnitt hab ich doch arge Bauchschmerzen. Ich glaube hier eher, dass es für Adelssprosse und Gemeine verschiedene Schlafsäle gibt. Wo kommen wir denn da hin, wenn ihre hochwohlgeboren Aljanka neben dem Schäferssohn Alrik schlafen muss...
Nein nein, da wird schön nach Stand geteilt. Erst später kann man da vielleicht mal drüber nachdenken.


(OT: Wenn jene Aljanka natürlich frieren sollte, kann sie ja gerne von sich aus, natürlich heimlich, Alrik zu sich einladen :P
Gibts da eigentlich irgend ein Abenteuer zu? Jugendliche Liebschaften in den Kirchen (außer Rahja)?
Bei Travia wird ja vermutlich streng nach Geschlechtern getrennt, aber bei Praios? Rondra? Nichts lässt einen innigere Gefühle entwickeln als gemeinsames Schwerttraining oder Tanzen ;) Und wie viele Pärchen sich in Chören oder "beim gemeinsamen Lernen für eine Prüfung" gefunden haben... sicher einige^^)

Faras Damion
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Faras Damion » 24.02.2015 15:36

Diener braucht es auf jeden Fall, schliesslich will man eine gewissen Sauberkeit von Klamotten und Tempel aufrechterhalten.

Ich stelle mir den Alltag der Novizen streng strukturiert mit wenig Freizeit vor. Da gibt es Unterrichtseinheiten (ähnlich dem heutigen Schulunterricht), Meditations- und Konzentrationsübungen, gehobene Dieneraufgaben (Essen servieren, Tempelschmuck polieren), Messeunterstützung.

Dabei würde ich schon zu gemeinsamen Schlafsäalen tendieren. Allein aus Platzgründen. Und auch diesem stimme ich zu:
Viele selbst hochadelige Eltern würden ein Verhätscheln ihrer Sprösslinge nicht verstehen.
In höheren Jahrgängen würde ich ein Mentorsystem einrichten. Die Novizen begleiten und unterstützen einen Geweihten. Dann hat Alrik von Wichtig einen bedeuteten Geweihten, Alrik Bauernsohn nur den senilen Bibliotheksgehilfen.

Ich glaube im Roman "Tagrichter" wird der Alltag von Praiosnovizen kurz vorgestellt.

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Sibylla
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Sibylla » 24.02.2015 15:37

Faras Damion hat geschrieben:D
Ich glaube im Roman "Tagrichter" wird der Alltag von Praiosnovizen kurz vorgestellt.
Prima, Dank Dir für den Tipp! Den besorge ich mir :)
LG,
Sibylla

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Na'rat
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 24.02.2015 15:56

Ich finde es durchaus passend, wenn die Novizen erstmal alle gleichgemacht werden. Der Adelsspross lernt Gehorsam und der Bauernbengel wird sich bewusst, dass er nun was besonderes ist.

Wie dieses denn aussieht ist wohl von Tempel zu Tempel unterschiedlich. In Beilunk kann ich mir eine sehr mönchische Ausbildung vorstellen während es in Al'Anfa geradezu feudal zugeht. Überall dazwischen geht es wohl erschreckend (gehoben) bürgerlich zu. So hoch ist der SO vom 08-15 Praiosgeweihten nun auch nicht.

Andwari
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Andwari » 24.02.2015 16:18

@Wolfio
Ist halt eine Frage, wie stark man "Geweihte" als eigenen Stand etablieren will. In traditionellen Gegenden sind Weihe und ggf. Magiebegabung die einzigen Möglichkeiten, auf eine soziale Überholspur zu kommen - schon im alten Reichsheer hätte ich da Offiziere ohne adeligen Hintergrund sehr schnell an die gläserne Decke stoßen lassen. Der Weg über "Abenteurertum" ist steinig.

Adelige Novizen sind für mich primär auch Novizen - also erstmal ganz unten innerhalb der Kirchenhierarchie. Praioten herrschen nicht, sondern beraten die Herrscher - insofern muss man denen auch diverse Adelsallüren vllt. noch etwas austreiben. Der einfache Novizen-Zuchtmeister wird vllt. genug Menschenkenntnis und Selbsterhaltungstrieb haben, es sich gerade mit den adeligen Novizen nicht besonders zu verscherzen - die sind für eine steile Karriere gebucht und Rachsucht ist kein ungeeigneter Nachteil für Praioten.

Wenn man sich die aventurienweite Zahl der Geweihten, der zur Ausbildung in Frage kommenden Tempel und dazu passenden Novizen anschaut, werden verschiedene "Schlafsäle" irgendwo schwierig, wenn wir überhaupt nur von 5 Novizen der Jahrgänge 1-3 reden. In der Stadt des Lichts oder auf dem Rabenfelsen mag das anders sein.

Für mich ist das schwierigste im Spiel mit Adeligen, die grundsätzliche Akzeptanz der Tatsache, dass es "Übermenschen" gibt, in der einfachen Bevölkerung darzustellen, die dabei nicht ständig gefrustet und kurz vor dem Aufstand ist.


@Liebschaften
1. Es gibt keinen Zölibat.
2. Auch die Praioskirche ist keine Versammlung alternder Männer
3. Die zentralen Aussagen der Traviakirche haben mit Sex wenig zu tun, ein Praiot kann genauso im Einzelfall die weithin akzeptierten Speisegebote der Efferdkirche für Unsinn halten wie die Auswüchse eines Teils der Traviakirche, wo sie den Bereich "Heim&Familie" verlassen. Sonst wäre er Ilumnestraner.
4. Alle Zwölfgöttergeweihten müssen gegenüber ihren Gläubigen in schwierigen Lebenslagen beraten können. Die Dorfgeweihte kriegt die volle Bandbreite ab, auch der 40-jährige Praiot kann nicht immer auf die Rahjageweihte im Tempel 100 Meilen weit weg verweisen, wenn zwei Teenager seine Hilfe erbitten.

Meine Geweihten haben ein Leben vor der Weihe - das ziemlich geregelt abläuft. Die Nte Wiederholung der Internatsliebschafts-Story ist fade. Für viele Geweihte geht danach die große, zügellose Freiheit los. Jeder meiner Geweihten hat Lebensziele neben "treuer Diener meiner Gottheit" und "berufliche Karriere" - ich versuche jedem von denen irgendein Hobby zu geben und außer bei ein paar Fanatikern, die in der Kirchenhierarchie manchmal nach oben rutschen, und teilweise einige Jahre später im Tsa-Tempel beim Gebet angetroffen werden laufen bei allen Mechanismen ab, die doch wieder zur Arterhaltung beitragen.

@Na'rat, SO
Ein SO von 8 ist das Minimum dessen, was ein frischgeweihter Praiot hat - bei allen Unzulänglichkeiten des Systems gehört er damit mMn zu den obersten 1-2% der Gesamtbevölkerung und auch innerhalb einer typischen Grafenstadt noch zu den obersten 5%.

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Sibylla
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Sibylla » 24.02.2015 17:00

Andwari hat geschrieben: Meine Geweihten haben ein Leben vor der Weihe - das ziemlich geregelt abläuft.
Das habe ich bisher nur bedingt so interpretiert, ich bin bisher davon ausgegangen, dass das Noviziat recht früh (ab 12-13 Jahren) anfängt, später macht es für mich nur beingt Sinn - zB wenn jemand später von einem Gott erleuchtet wurde oder durch bestimmte Erlebnisse einen intensiven Bezug zu einem Gott bekommen hat.
Ich denke der größte Teil der angehenden Novizen beginnt, weil a) sie entweder von ihren Eltern in die entsprechenden Tempel gegeben wurden oder weil b) die Heranwachsenden das selber als eine Art "Berufsbild" für sich ausgewählt haben.

a) Besonders bei Praios rekrutieren sich die Novizen aus dem Adel. Dort werden u.a. ein großer Teil der jungen Männer und Frauen (immerhin haben wir hier Gleichberechtigung) hingegeben, die den Erst- und Zweitgeborenen in der Erbschaftsfolge Konkurrenz machen könnten. Das macht wiederum nur Sinn, wenn die Heranwachsenden noch nicht so alt sind, dass sie auf die Idee kommen würden, ihren älteren Geschwistern das Erbe streitig zu machen. Welches Adelshaus hat nicht Angst vor einem Erbfolgestreit, bei dem am Ende Grund und Boden zwischen den Erben aufgeteilt wird?
Gleichzeitig dürften sie aber nicht zu jung sein, wenn sie in die Tempel gegeben werden, da die Eltern ihnen sicher einen gefestigten Bezug zu Familie mitgeben wollen. Immerhin schadet ein guter Bezug zur Praioskirche ja nicht ;)

b) Ich kann mir gut vorstellen, dass in der Pubertät das Interesse für eine Kirche oder die Tendenz des Heranwachsenden für eine tiefere Religiosität entsteht. Einfache Bürgerliche werden in so einem Fall sicher ihr Kind zum Praiostempel gebracht haben, schließlich bedeutet es eine große Ehre für die Familie, wenn ihr Kind in den Gottesdienst treten kann und es muss sich für den Rest seines Lebens nicht mehr um sein Täglichbrot sorgen, es ist abgesichert.
LG,
Sibylla

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Wolfio » 24.02.2015 17:10

Glaube irgendwo wird erwähnt, dass mit 12 Jahren geprüft wird, ob ein Kind eine besondere Beziehung/Nähe zu einer der Götter hat.

Stand glaube im WdG so drin (frag mich jetzt aber nicht wo. Das soll die Schwarmintelligenz herausfinden^^)

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Nepolemo ya Dolvaran » 24.02.2015 17:11

Das ist leider ein Problem des aventurischen Hintergrunds.
Zum einen wird gesagt, dass oft dritt- oder viertgeborene an die Kirchen abgeschoben werden, dann heißt es aber auch, ob ein Kind zum Geweihten taugt wird bei der Initiation festgestellt.
Genauso wie nicht jeder Geweihter werden kann, sondern der Gott bewertet den Anwärter persönlich. Allerdings hört man nie von fast Geweihten, bei denen der Gott die Weihe versagt hat.

Aber darüber wurde an anderer Stelle schon einmal ausführlich diskutiert.
Madness is not a State of Mind. Madness is a Place. Let's go there, Shall we?
In Erinnerung an Xeledon.

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Sibylla » 24.02.2015 17:19

Nepolemo ya Dolvaran hat geschrieben: Genauso wie nicht jeder Geweihter werden kann, sondern der Gott bewertet den Anwärter persönlich. Allerdings hört man nie von fast Geweihten, bei denen der Gott die Weihe versagt hat.
Was sehr interessante Gedanken über die Beweggründe des jeweiligen Gottes zulässt :wink: Aber das gehört hier nicht rein, das wäre eine neue Diskussion :P

Nein, im Ernst, ich denke, dass die Mentoren oder Geweihten von Praios schon gründlich ihre Zöglinge auf Tauglichkeit prüfen würden. Ein junger Mann, der sich über die Jahre im Tempel nicht das Lügen abgewöhnt, wird sicher erst gar nicht zur Weihe zugelassen, er ist Praios erst gar nicht würdig.
LG,
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Gorbalad » 24.02.2015 17:21

Die Kirchen können aber auch nicht-Geweihte brauchen. Fast alle haben Laien-Orden und Akoluthen. Ansonsten gibt es ja auch noch die zuvor genannten Diener - und viele Kirchen haben auch irgendwelche Güter, sei es jetzt eine ganze Mark wie Beilunk oder ein irgendwann mal geerbtes Gut. Dort kann man genug Leute unterbringen.

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Sibylla » 24.02.2015 17:29

Gorbalad hat geschrieben:Die Kirchen können aber auch nicht-Geweihte brauchen.
Sicher. Doch muss es für denjenigen ein seltsames Gefühl sein, eine so starke Berufung zu seinem Gott zu verspüren, dass er ihm sein Leben weihen möchte, doch nicht zur Weihe zugelassen zu werden.
Das stelle ich mir etwas... deprimierend vor.

Außerdem - wovon lebt man als zB Wanderprediger?
LG,
Sibylla

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Gorbalad » 24.02.2015 17:45

Ob man die Berufung so sehr gespürt hat, wenn einen die Familie dorthin abgeschoben hat, um einen Esser weniger zu haben?

MWn gibt es keine Zahlen, wie viele Ordinierungen nicht klappen. Man weiß also nicht, wie gut die Geweihten vorher schon aussieben. Die dort (zuvor von den Geweihten) Ausgesiebten können aber eben durchaus bei der Kirche bleiben, wie oben beschrieben. Die vom Gott abgelehnten könnten entweder versuchen, sich doch noch würdig zu erweisen (und ebenso erstmal als Laie dem Gott dienen, um später nochmal zur Ordinierung zugelassen zu werden) oder die Kirche verlassen, und eine andere Profession ergreifen. Möglicherweise werden sie auch an andere Kirchen weitergereicht, z.B. Rondra -> Kor. Oder sie (bzw. die anwesenden Geweihten) erhalten während der Liturgie einen Wink des Gottes, der ihnen den weiteren Weg weist.

Wären jedenfalls nicht uninteressante SCs. Enttäuscht von der jeweiligen Kirche oder dem Gott, auf Sinnsuche, auf der Suche nach Herausforderungen, um dem Gott doch noch zu gefallen - oder von allem ein bisschen.

Andwari
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Andwari » 24.02.2015 18:00

@Erbfolge
Aventurien ist aufgrund der Gleichberechtigung deutlich anders als irdisch - wir brauchen ein Erbrecht, das einer Konzentration entgegenwirkt - weil das in Aventurien seit tausend Jahren stabil funktioniert.

Irdisch war in Zeiten funktionierender Feudalstrukturen, also vor Etablierung von Landesherrschaften usw. (theoretisch) klar, dass nur Männer das Lehen oder den Hof erbten (*) - und die heiraten nun mal nicht untereinander. In Aventurien tritt der Fall auf, dass die Erbin des Junkerguts A den Erben des Junkerguts B heiratet.

Eine solche Ehe muss schon mal zwei neue "Junker" erzeugen, also klassisch wehrhafte Rittersleut, die den Ork überleben, bis die folgende Generation aus den Windeln ist. Dass ein Junker zwei nicht gerade nebeneinander liegende Güter effektiv bewirtschaftet, ist schwierig - ganz abgesehen von lehnsrechtlichen Problemen.

Für die bemerkenswerte Stabilität des aventurischen Adelsherrschaft braucht es da einen Mechanismus, der es einem "Familienoberhaupt der Rabenmunds" erlaubt, ausgleichend hier den drittgeborenen Sohn zum Junker eines Guts "im Pool" zu machen, wo dessen Tante 3. Grades halt nur einen für "Heirat" fähigen Sohn Zuwege gebracht hat. Zumindest darf das nicht über mehrere Generationen in Folge schief laufen, sonst verlottert halb Darpatien.

Anders als irdisch sind Kinder von adeligen Geweihten aus dieser Rechnung nicht draußen - die kann das Clanoberhaupt wieder in die Feudalgesellschaft einschleusen. Bei mir sind überdies Junkerinnen ähnlich oft mit ihrem Gutsverwalter wie mit ihrem Dorfgeweihten verheiratet - warum denn nicht?

Bei mir sind sowohl Kindersterblichkeit als auch Tod im Kindbett für die Mutter ein kaum auftretendes Thema - vom leibeigenen Kleinbauern bis zum Reichsbehüter sind 3 Kinder (nach Orkensturm) schon eine sehr solide Zahl (1 mehr als "benötigt"). Noch mehr gibt nur Stress - und das ist deutlich planbarer als irdisch. Bei den armen Leibeigenen senkt mMn aventurisch eine große Kinderanzahl die Chance, dass zwei über alle Hungerwinter kommen. Das ist eine Gleichung mit zwei Komponenten: Ernte (die wenige Kinder zum besseren Modell macht) und willkürliche, nicht behandelbare Krankheiten (was mehr Kinder verlangt). Die Perainegeweihtenschaft drückt das massiv in Richtung "wenige Kinder".


(*)
Lehen an Tochter und die dann verheiraten ist irdisch ein Auffang-Modell, das dem Landesherrn o.ä. etwas Gestaltungsspielraum gibt, Kunkellehen waren afaik selten "viel", sondern eher Bereich Altersvorsorge/Existenzsicherung.

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Wolfio
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Wolfio » 24.02.2015 18:28

In Lyckmoor gibt es den "Orden der gefallen Töchter" oder so ähnlich.
Dort haben sich allerhand Frauen versammelt, die bei den Kirchen nicht aufgenommen
wurden, oder durch die Vorprüfung zur Weihe gefallen sind.

und @ Nepolemo:

Die "besondere Nähe zu einer Gottheit" ermöglicht die Qualifikation zur Weihe.

Daraus folgt:

Kinder können problemlos an die Kirche übergeben werden, z.B. für die Laienorden (irgendwo muss der Bannstrahlerorden ja auch seine Nicht-Geweihten herbekommen)

Kinder mit einer "Besonderen Eignung für die Gottheit"
werden in die nähere Wahl genommen. Ob sie es am Ende bis zur Weihe schaffen, oder als hochrangige Mitglieder der profanen Ordenen eingesetzt werden, oder die Kirche wieder verlassen, ist offen.

Die "Eignung" entspricht also quasi der "Allgemeinen Hochschulbefähigung" des Abiturs.
Nur weil man das hat, klappt das Studium noch lange nicht.

Einige schließen sich, wenn sie gescheitert sind, wohl den Laienorden an, oder verlassen die Kirche wieder und erlernen einen normalen Beruf.
z.B. gibt es auch praiosgefällige Alchimisten

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Na'rat
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Na'rat » 24.02.2015 18:43

Andwari hat geschrieben: Ein SO von 8 ist das Minimum dessen, was ein frischgeweihter Praiot hat - bei allen Unzulänglichkeiten des Systems gehört er damit mMn zu den obersten 1-2% der Gesamtbevölkerung und auch innerhalb einer typischen Grafenstadt noch zu den obersten 5%.
Man gehört zum angesehenen Bürgertum. Nett, aber im städtischen Umfeld nicht sonderlich außergewöhnlich.
Sibylla hat geschrieben: Außerdem - wovon lebt man als zB Wanderprediger?
Ich möchte mal bezweifeln, dass es Wanderprediger gibt, also solche die einfach machen was sie wollen. Dafür ist die Kirche eigentlich zu streng gegliedert, eigentlich weil in Aventurien schon absurdere Sachen passiert sind.
Der klassischen Wanderpreder lebt von Almosen und kann damit eher nicht standesgemäß, siehe oben, auftreten. Dann doch lieber Wanderprediger welche einem bestimmten Tempel zugeordnet sind, von diesem alimentiert werden, und abgelegene Tempel und Gemeinden betreuen. Quasi ein Freier Mitarbeiter mit Fixum.

Andwari
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Andwari » 24.02.2015 21:35

Natürlich ist es nicht "außergewöhnlich", in einer Stadt mit 2000 Einwohnern zu den Top50 oder Top100 zu gehören - von den anderen 49 sieht auch der Handwerksgeselle täglich einige. Trotzdem lebt die Großteil der Einwohner - nicht Bürger - der Städte auf niedrigerem Niveau, oft deutlich niedriger.

Wenn die gestandene Handwerksmeisterin SO9 hat, ist der Praiot immer noch oberhalb ihres hauptsächlich durch Alkoholkonsum auffallenden Ehegatten (7-8), der anderen Familienmitglieder, der Gesellen, Lehrlinge, Hilfskräfte, stadtzugehörigen Bauernschaft, der Tagelöhner, Strolche und Tagediebe ... und dasselbe gilt auch für jeden Haufen, den wir rund um einen weniger guten situierten Handwerks"meister" mit nur SO7 konstruieren.
Der Stadthauptmann ist drüber, sein Stellvertreter vllt. gleich - und alle Stadtwachen, Nachtwächter und Kerkerschließer drunter.
Können wir für alle möglichen Tätigkeitszweige durchexerzieren.

Der Praiot hat das als Minimum - unabhängig von persönlichem Können, Reichtum o.ä. - er hat keine Werkstatt, die er bei schlecht laufenden Geschäften an Konkurrenten verliert und ist nicht in Gefahr, nach drei miesen Jahren persönlich unverschuldet plötzlich mit SO5 rumzulungern.

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Sibylla
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Sibylla » 25.02.2015 09:37

Gorbalad hat geschrieben: Wären jedenfalls nicht uninteressante SCs. Enttäuscht von der jeweiligen Kirche oder dem Gott, auf Sinnsuche, auf der Suche nach Herausforderungen, um dem Gott doch noch zu gefallen - oder von allem ein bisschen.
Auf jeden Fall. :) Gib dem SC im Hintergrund noch ein Amulett des entsprechenden Gottes mit, das er in seiner Kindheit in einem bestimmten Moment gefunden hat, so dass er es als Zeichen sieht, in die Dienste des Gottes zu treten, und schon hat man die Basis für einen sehr stimmungsvollen, interessanten Hintergrund.

Die Idee sollte ich mir für den nächsten Char merken.... :lol:
LG,
Sibylla

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 07.03.2015 12:07

Ich hab jetzt mal beide Varianten genommen und schaue, was die Gruppe entscheidet, was besser passt:
1) Der mystische und magie tollerierende SO8 Praiodan Jergan von Zeel aus Gareth mit Adlige Abstammung, Gutaussehend, Gutes Gedächtnis und Prophezeihen;

und

2) Der Taditionalist Praiofold Hiberian von Eslamsgrund, der der Sohn eines Onkels des Grafen von Eslamsgrund ist und mit Adligem Erbe einen SO von 14 hat
und Vorurteile gegen Zauberer und Zauberei, da er den Bannstrahlern (typisch eslamsgrundisch eben) sehr nahe steht,
so wie gegenüber Almada (arrogante Wichtigtuer im Süden, Feinde der Kaiserin und streiten sich um die theologische Herrscahft unter den 12 Kirchen: alles Ketzer dort unten)
und der Ansicht ist, dass nur eine Regentschaft von Praioten bzw. extrem praiosgläubigen Menschen (wie sein Onkel, der Graf) Grund und Boden hat.
Mit gutaussehend, schwer zu verzaubern und dem besonderen Besitz Stufe 1 (0GP wei Adliges Erbe) erfahrenes Reitpferd,
wobei es vermutlich unlogisch ist, dass er alleine umerhreist, weshalb ich überlege, mir die 7GP in schwer zu verzaubern zu sparen und in eine höhere Stufe des besonderen besitzes oder in Ausrüstungsvorteil zu stecken, um mir eine kleine Leibgarde zu gönnen (bin ja schließlich der Neffe des Grafen von Eslamsgrund und meine Blutslinie geht auf Kaiser Eslam den ersten zurück).

Nebenbei: Wenn man aldig ist und einen SO14 hat, dann startet man mit 392Silbertalern= 39D, 2S oO voll bonze!

Ferner haben beide gebildet 5.


Edit/Nachtrag
Zu betonen ist jedoch, dass keiner der beiden egweihten über die Nachteile
Arroganz, Eitelkeit, Jähzorn, Streitsucht, Sucht, Verwöhnt, Schulden, Rachsucht, Speisegebote, Angst, Blutdurst oder Brünstigkeit verfügt.
Zuletzt geändert von Seidoss-Anima von Seelenheil am 07.03.2015 12:15, insgesamt 1-mal geändert.
~ Der Threadnekromant.
PG FTW: Wenn ein Krieger zwei linke Hände für Fernkampfwaffen hat, ist dem halt so!

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Madalena » 07.03.2015 12:10

Der "Sohn eines Onkels" wird üblicherweise auch "Cousin" oder "Vetter" genannt, ist etwas weniger umständlich. ;)

Ansonsten korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege, aber "Adliges Erbe" und Praiosweihe schließen sich doch (zumindest im Mittelreich) aus, oder?

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Lithuasil » 07.03.2015 14:01

Im Mittelreich kenn ich mich nicht aus, aber außerhalb davon gibt es ja zahlreiche Beispiele, wo Geweihte mehr (Al'Anfa) oder weniger (Horasreich) Rechtmäßig Adelstitel und Weltliche Macht halten.
Suche Gruppe oder Mitspieler im Raum Mainz/Wiesbaden für Dsa und andere systeme!

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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 07.03.2015 22:12

Zulhamid ibn Rezzan hat geschrieben:Ansonsten korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege, aber "Adliges Erbe" und Praiosweihe schließen sich doch (zumindest im Mittelreich) aus, oder?
Schau nochmal in WdH unter dem Vorteil adliges Erbe nach: Magier und Geweihte können im Mittelreich zwar ihr Lehen antreten (profitieren also wirtschaftlich von ihrem Erbe und dürfen den Titel Junker/Baron/Graf tragen), es abe rnicht selbst verwalten.
D.h. sie müssen einen Vogt über ihren herrschaftsraum einsetzen.

Es gibt also weder regeltechnisch noch RPG-mäßig ein Problem damit, dass Geweihte im Mittelreich den Vorteil Adliges Erbe bekommen.

Viel mehr sind Geweihte und Magier die wenigen Professionen, mit denen man problemlos als adliges Erbe Abenteurer sein kann, ohne ständig in der Angst leben zu müssen "wenn meinen papa gleich abkratzt, muss ich mal eben schnell von Lowangen nach Eslamsgrund runter, da ich da unten nun alles richten muss", da sie ja einfach einen Vogt einsetzen können.

In meinem Fall behaupte ich einfach, dass mein Vater auch schon praiosgeweihtr ist und er sich schon darum gekümmert hat, wer nach seinem Ableben bzw. des Ablebens des aktuellen Vogtes dieses amt übernimmt und fertig.
~ Der Threadnekromant.
PG FTW: Wenn ein Krieger zwei linke Hände für Fernkampfwaffen hat, ist dem halt so!

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Zakkarus » 07.03.2015 23:30

Im "Mantel, Schwert, Zauberstab" (und leider nur dort) ist das Heft "Vom Leben in Aventurien" enthalten. Es beschreibt u.a. die Tage der Jugend einer Kriegerin, eines Praiosgeweihten, einer Rondrageweihte, eines Knappen (sogar als Heldentyp), und die sehr schönen Tabellen zu "Von der Wiege bis zum Grabe".
Bereits in der Kindheit kann es einen Gönner (u.a. Geweihten) finden oder der Nachbar ist selbst Geweihter. In der Jugend mag er selbst einen Geweihten aufsuchen oder träumt von einer Queste.
Also bereits früh im Leben kann durch "besondere Umstände" jemand in sich die Frömmigkeit verspüren, oder weil er als Kind ein Unrecht miterleben mußte, nun selbst dafür Sorgen das Praios' Recht gesprochen wird.

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Seidoss-Anima von Seelenheil
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 08.03.2015 18:01

Zulhamid ibn Rezzan hat geschrieben:Ansonsten korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege, aber "Adliges Erbe" und Praiosweihe schließen sich doch (zumindest im Mittelreich) aus, oder?
Das wird übrigens gerade in Eslamsgrund nicht allzuernst genommen, schließlich ist die Gräfin bzw. die Frau des Grafen eine Praiosgeweihte (und sogar Inquisitorin, wenn ich mich recht entsinne).

Ich hätt ja auch lieber Adlige Abstammung genommen und mir GP gespart, aber..SO14 ist hatl nur mit A-Erbe möglich.

Anyway, hier nochmal meine beiden Praioten im Vergleich:

Praiodan Jergan von Zeel
SO 8; tralloper (Nieder)Adel
Rasse: Mittelländer
Kultur: Mittelländische Städte/Hafenstädte und Städte an großen Flüssen/Städte mit wichtigem Tempel/Pilgerstätte/Siedlerstdte des Nordens/Städtischer Adel (Trallop)
Profession: Geweihter: Praios

Vorteile
Adlige Abstammung
Gebildet 5
Gutaussehend
Gutes Gedächtnis
Prophezeihen

Nachteile
Eingeschränkter Geruchssinn
Geiz 6
Goldgier 5
Miserable Fingerfertigkeit
Neugier 6
Speisegebote
Unfähigkeit für [Talentgruppe] Natur
Weltfremd ländliches Leben 6

Charakterphilosophie: Relativ magietollerierender Mystiker (Kurzbeschreibung, längere Charakterisierung siehe ein paar Posts weiter oben.)

-----

Praiofold Hiberian von Eslamsgrund
SO 14; Cousin des Grafen von Eslamsgrund
Rasse: Mittelländer
Kultur: Mittelländische Städte/Städte mit wichtigem Temlel/Pilgerstätte/Städtischer Adel (Eslamsgrund)

Profession: Geweihter: Praios

Vorteile
Adliges Erbe
Besonderer Besitz Stufe 5
Gebildet 5
Gutes Gedächtnis

Nachteile
Geiz 6
Goldgier 5
Miserable Fingerfertigkeit
Neugier 7
Undfähigkeit für [Talentgruppe] Natur
orurteile gegen Almada 6
Vorurteile gegen zauberer und Zauberei 12
Weltfremd ländliches Leben 6

Charakterphilosophie: Konservativer Traditionalist, der nach Macht der Kirche und (vermutlich das einzige was er wagt nicht ganz offen und ehrlich auszusprechen) der Wiedervereinigung des linken und rechten Zepters in der Hand des Boten des Lichts strebt mit einem Hang zum Legalismus (ebenfalls eine Praios-Kirchenströmung) und Mitglied im bannstrahlerorden (Rang: Ritter).
Das Suchen der Nähe und Weisheit Praios durch das Beobachten der Umwelt, durch Beten und Meditieren (und in Kombination damit die Liturgie Prophezeihen anwendend), hält Praiofold allerdings auch für sehr wichtig.
Die Beschäftigung mit dem Prinzipismus führt bei ihm allerdings nicht zu einer größeren Toleranz gegenüber Magie, aber zu einem opportunistischerem Umgang mit derselben: Während normale Bannstrahler wo es geht (= wo es die Gesetze erlauben) Magier sofort ausmerzen würden, sagt mein Geweihter (zähneknirschend): Wir müssen der Realität ins Auge sehen, dass wir derzeti nicht über die Mittel verfügen, die Magie vollends auszumerzen.
Stellen wir uns also mit der weißen Gilde gut, denn zumindest die beiden Akademien aus Gareth - auch wenn sie bedauernswerterweise Magie verwenden - kämpfen immerhin für Praios Sache.
Wir sollten also ihren tatendrang zu nutzen wissen, anstatt sie uns zu Feinden zu machen.
Vielleicht ist er der magietolerierenste Bannstrahler in ganz Aventurien, oder er ist einfach etwas pragmatischer und besonnener als die meisten seiner Ordensbrüder, jedenfalls glaubt er nicht daran, dass das bloße Wirken von Magie die Ordnung Deres durcheinander bringt.
Schwarzmagie und Dämonologie aber schon und diese sind der wahre Feind und nicht der Balsam eines Vinsalters, der Klarum eines Norburgers, der Ignifaxius eines Gareter Schwertes, geschweige denn der Geisterbann einer Garether Rüstung.


Besonderer Besitz Stufe 1 ist mit adliges Erbe kostenlos: statt eines teuren buches oder goldenen amulettes nehme ich mir ein pferd mit sattel, zügel und zaumzeug, anstatt der Lanze wie beim Ritter nehme ich Satteltaschen.
Die restlichen 4 Stufen werden durch 4 Bannstrahler(Knappen) gestellt, die meine Leibgarde darstellen.
~ Der Threadnekromant.
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Suilujian
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Suilujian » 08.03.2015 18:40

Tipp: Nimm die ganzen Kulturvarianten raus, die sind optional und kosten viel zu viel für den kleinen Effekt, den sie bringen.

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 08.03.2015 18:52

Suilujian hat geschrieben:Tipp: Nimm die ganzen Kulturvarianten raus, die sind optional und kosten viel zu viel für den kleinen Effekt, den sie bringen.
Aber ist nicht notwendig, wenn ich ein Adliger aus Eslamsgrund sein möchte, dass ich mit wichtigem tempel und städtischer adel angebe?
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Suilujian » 08.03.2015 19:03

Nur wenn das den Charakter extrem geprägt hat. Diese beiden im speziellen Fall des Hochadligen Praiosgeweihten vielleicht gerade eben noch, aber bei dem Tralloper könntest du z.B. alle Kulturvarianten streichen da ihn nichts davon so deutlich geprägt hat (Praios-Hauptort in Weiden ist Baliho, nicht Trallop; er ist nur Niederadliger; der Seeverkehr über den Neunaugensee ist vernachlässigbar und der Charakter ist kein Fischer o.ä., und Trallop ist keine nordaventurische Siedlerstadt sondern Teil des Mittelreichs).

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Andwari » 08.03.2015 19:07

@Seidoss-Amina von Seelenheil
Die Kulturvarianten sind absolut optional - die sind alle als mögliche Varianten aufgeführt.

Du kannst also aus einer Stadt mit Tempel an einem Fluss stammen und der städtischen Oberschicht angehören, ohne dafür dringend anderweitig benötigte GP zu opfern.

Sich den Kopf zu zerbrechen, wie man seine Hintergrundgeschichte so gestaltet, dass man sich um die blöden Varianten "drücken kann", ist vergebliche Liebesmüh - siehe der letzte Beitrag, Trallop oder Baliho - Erbsenzählerei.

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Seidoss-Anima von Seelenheil » 09.03.2015 15:43

Suilujian hat geschrieben:Nur wenn das den Charakter extrem geprägt hat. Diese beiden im speziellen Fall des Hochadligen Praiosgeweihten vielleicht gerade eben noch, aber bei dem Tralloper könntest du z.B. alle Kulturvarianten streichen da ihn nichts davon so deutlich geprägt hat (Praios-Hauptort in Weiden ist Baliho, nicht Trallop; er ist nur Niederadliger; der Seeverkehr über den Neunaugensee ist vernachlässigbar und der Charakter ist kein Fischer o.ä., und Trallop ist keine nordaventurische Siedlerstadt sondern Teil des Mittelreichs).
Mag sein, aber irgendwie gehören diese Kulturaufsätze für mich dazu und die 3GP sind für mich doch relativ gut eingesetzt gemessen an dem, was ich dafür bekomme :).

Ich habe heute Früh auch endlich die Informationen hinsichtlich der beiden Gruppen bekommen, in welche sich mein Praiosgeweihter einbinden kann.
Da beide Gruppen über nicht-gildenmagische Zauberer verfügen (und in der einen Gruppe ist sogar ein ehemaliger Paktierer), fällt mein SO14, Cousin des Grafen von Eslamsgrund, Vorurteile gegen zauberer und Zauberei 12 und Bannstrahlmitglied definitiv weg :D.

Daher habe ich nun weiter an meinem Mystiker geschraubt:


Name: Praiodan Jergan von Zeel
Rasse: Mitelländer
Kultur: Mittelländische Städte/Städte mit wichtigem Tempel/Pilgerstätte (Gareth)/Städtischer Adel
Profession: Geweihter: Praios

Eigenschaften
MU 14
KL 14
IN 14
CH 14
FF 7
GE 10
KO 12
KK 14

Vorteile
Adlige Abstammung
Altersresistenz
Begabung für [Talent] Hiebwaffen
Gebildet: 5
Gutes Gedächtnis
Prophezeihen

Nachteile
Eingeschränkter Sinn Geruchssinn (wird evtl. gegen Schulden 500 getauscht)
Geiz: 6
Goldgier: 5
Miserable Eigenschaft: Fingerfertigkeit
Neugier: 5
Unfähigkeit für [Talentgruppe] Natur
Vorurteile gegen Al'Anfa und Verbündete 6 (Praioskult ist dort unten verboten, sollte man mal nen Kreuzzug hinmachen...der Puniner Boronkult wäre sicher vorn dabei :D)
Vorurteile gegen Thorwaler und Thorwal 6 (diese Wilden lassen sich nicht zur Ordnung bekehren, Praioskult wird dort oben verspottet. Die Priesterkaiser haben dort nicht hart genug zugeschlagen)
Weltfrämd bzgl. ländlichen Lebens 6 (bin in der größten Stadt Aventuriens aufgewachsen)


Kurze Zwischenfrage: Dass für einen Praiosgeweihten "Prinzipientreue" ein ugneeigneter Nachteil ist, ist mir klar, aber warum ist eigentlich "Autoritätsgläubig" nicht ungeeignet?
Ich meine, das ist doch quasi im Moralkodex eingebaut. Welcher Praiosgeweihte ist denn bitteschön nicht autoritätsgläubig?
es hat mich sehr in den Fingern gejuckt, diesen Nachteil zu wählen, aber auf diese Art und Weise an GP zu kommen ist selbst für mich zu viel PG-Schummellei, selbst wenn mein Meister es erlauben würde.




Mein Praiot soll ein (den prinzipisten nahestehender) Mystiker sein, der natürlich auf der einen Seite ganz klischeehaft durch das Beobachten der Natur, das Erblicken von Praios gaben und Wohltaten in den anderen Menschen oder durch Gebete und Meditationen und Prophezeihungen von den Greifen versucht, das Ewige Licht wieder zu finden (oder überhaupt Wahrheit und Weisheit von Praios zu erlangen).
Aber er will auch durch profanere Aufgaben, wie das Bekämpfen von Orks, das Richten von Banditen und das Ausmerzen von Schwarzmagischen bis gar dämonischen Umtrieben versuchen, praiosgefällig zu leben und sich so hoffentlich seine Gunst zu erringen, dass Praios meinem Helden doch Einsichten schenken möge.

Der Kampfgeist meines Helden zeigt sich nicht nur in der für einen nicht-Bannstrahler-Praiosgeweiten relativ honen KO und KK Wert, sondern auch in der Begabung für Hiebwaffen (ja, auch ein Sonnenzepter kann weh tun :D).
Edit/Nachtrag: Außerdem ist er im Besitz der Liturgien Blendstrahl aus Alveran, Exorzismus und goldene Rüstung.

Ich habe mir im WdH und WdS die Kapitel zur Alterung bzw. zu dem Vorteil Altersresistenz durchgelesen und finde es schon ziemlich geil, dass man dadurch die negativen (wenngleich auch die positiven) Effekte des Alterns (nach meisterentscheid) völlig unbeachtet lassen kann.
Denn mein Mysiker-Praiosgeweihter ist sicherlich der letzte, der mit dem Einsatz von Liturgien geizt (auch wenn er sie natürlich nicht inflationär und grundlos verwendet), da die Entrückung (siehe WdG Seite 245, Grauer Kasten "Experte: Weitere Auswirkungen der Entrückung") eine gute Möglichkeit ist, tatsächlich Wahrheit, KRaft und Weisheit von Praios zu erlangen.
Dies aber fordert viel KaP und die kann man nur einmal pro Jahr (Was hat sich Ulisses dabei nur gedacht...) steigern (und abgesehen von der passiven Regeneration 1KaP pro Schlafphase ist es auch nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, seine KaP zu regenerieren).

Außerdem ist durch den Vorteil Altersresistenz auch weniger schlimm, dass mein held durch "Gebildet 5" 2,5Jahre älter ist, als ansonsten möglich.
Die Kombination aus Gebildet 5 und Gutes Gedächtnis gibt meinem Helden auch eine solide Basis für den Start und einen guten Hintergrund, sodass er sich als Berater gut machen kann und gleichsam viele Ideen und Wissensfelder hat, derer er sich auf seiner Reise und Suche bedienen kann.

Prophezeihen schließlich bildet das Kernstück meines Helden: Zum einen ist es der Mittelpunkt seines Mystikerdaseins, zum anderen erleichtert es im Zweifellsfall die Überlegungen, wie/warum sich mein Held ausgerec hnet der Heldentruppe anschließen sollte.


Besonders wichtig ist mir aber, dass mein Praios-Geweihter über keinen der Nachteile Arroganz, Eitelkeit, Jähzorn, Streitsucht, Rachsucht, Verwöhnt, Stubenhocker, Angst, Neid verfügt, denn abgesehen davon, dass mein Held etwas geizig und goldgierig ist, will ich mir selbst und meiner Gruppe beweisen, dass Praioten vor allem eines sind:DER Ingebriff eines Helden:
Aufrecht, ehrlich, mutig, Streiter im Kampf gegen das Böse, für Recht und Ordnung, für Wahrheit und Gerechtigkeit (zumindest sind Praioten immer gerecht gegen sich und andere, siehe WdH S.38 und WdH S.206).

Außerdem spiele ich gerne etwas gradlinig.
In der Gruppe in der ich inzwischen meinen Weidener Ritter spiele, habe ich zwar einen SO7, bin ritter und adlig, muss aber, da ich in Meisterinformationen zu: "Spielsteine 3: Der Händler": Albenhus total unbekannt bin und nicht zur "örtlichen Autorität" gehöre trotzdem rondaungefällige Heimlichtuereiarbeit leisten, um an bestimmte Orte und Informationen zu kommen.
Als Praiosgeweihter (zumal "nur" mit einem SO8) bin ich zwar gezwungen, örtliche Autoritäten zu respektieren, aber sich einem adligen Praiosgeweihten in den Weg zu stellen Meisterinformationen: und ihm beispielsweise den Weg zum Haven zu versperren, weil dort nur Händler zutritt haben braucht schon einige Nerven und einen etwas besseren Grund als Meisterinformationen: "hier haben nur Händler Zutritt".
Meisterinformationen: Ferner könnte ich bei dem Gerichtsfall einen Eidsegen oder ein Wort der Wahrheit aussprechen oder verlangen (wenngleich das die ganze Story durcheinanderbrächte, aber mal im Ernst: Falls der Raschdullahgläubige Händler nicht lügt, und trotzdem eingesperrt wird, ist das schon ein ziemlich mieser Schlag in Praios Gesicht, aber mein Ritter konnte leider nichts tun, außer im Saal rumzubrüllen, dass er [aufgrund einer bestandenen menschenkenntnisprobe] den dringenden Verdacht hat, dass der Händler nicht lügt.

Die Gruppe in die mein geweihter soll, ist zwar derzeit irgendwo im Norden und das hat nichts mit dem hier genannten Abenteuer zutun, aber das Prinzip wollte ich halt mal klarstellen, das mir zu spielen eher beliebt.
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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Suilujian » 09.03.2015 23:38

Sowohl "Gebildet" als auch die optionalen Kulturvarianten sind Murks - aber nicht wegen der 2,5 Jahre drauf, sondern, weil du GP für AP ausgibst. GP gibt es aber nach der Generierung nie wieder, während AP immer weiter nachgereicht werden. Ich würde daher empfehlen, von GP immer Dinge zu kaufen, die mit AP nicht möglich sind... also v.a. Vorteile, die nicht 1 zu 1 in AP umrechenbar sind (Begabung [Einzeltalent] ist da die Ausnahme, aber auch nur wegen des höheren maximalen TaW...)

Noch dazu haben sowohl Gebildet als auch die optionalen Kulturvarianten mit die schlechtesten AP-Erträge unter den AP-Kauf-Vorteilen.

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Re: Praios-Geweihter als Spieler-Charakter

Ungelesener Beitrag von Faras Damion » 10.03.2015 11:05

Das Konzept gefällt mir gut, ich habe nur ein paar kleinere Anmerkungen:

Ich persönlich hätte ein paar Vorteile gespart, um weniger Nachteile zu haben, speziell Begabung Hiebwaffen und Gebildet hätte ich nicht genommen und dafür Geiz, Goldgier und/oder die Vorurteile weggelassen. Mehr als zwei schlechte Eigenschaften kann man schwer spielen, finde ich. Und späteres Wegkaufen ist teuer. Aber jedem das seine. :)

Zu Al Anfa: Dort ist der Praioskult nicht verboten, im Gegenteil gibt es dort einen Tempel und die Geweihten haben gewisse Aufgaben. Aber Praios wird nicht als Götterfürst gesehen und der Kult ist schon etwas ungewöhnlich. Kann man also dennoch nehmen.

Zu autoritätsgläubig: Würde ich als Meister zulassen.

Als Ideenquelle: Vorurteile müssen nicht umbedingt bedeuten, dass man die Gruppe nicht mag. Beispiele: Elfen haben ein kindliches Gemüt, lassen sich leicht ablenken und müssen väterlich angeleitet werden. Thorwaler sind nicht klug und man muss immer einfache Worte verwenden und selbst einfachste Konzepte oft und geduldig wiederholen.

Als Praiosgeweihten, dazu mit Prophezeien bist Du sehr auf den Meister angewiesen. Ich hoffe, dass Du den Geweihten so spielen kannst, wie Du es Dir vorstellst. :)

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