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von Darwosch
04.07.2019 15:35
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
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Wieso sind Speere so schlecht?

Rollenspielrisch bin ich da bei dir, für mich wäre das nichts, was mir dauerhaft erzählerisch Spaß machen würde. Einmalig allerdings einen stabiliserten Abtransport einer wichtigen Figur aus dem Kampf könnte hingegen interessant sein, da machen keine rein binären Wundentscheidungen tot/nicht tot vll sogar mal Spaß.

Wer aber Mikromanagement liebt und z.B. mit "Blutverlust" spielt, für den mag das interessant sein. Ähnlich wie "Dolch steckt" oder "ich zieh den Dolch raus".
von Darwosch
04.07.2019 15:08
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
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Wieso sind Speere so schlecht?

Ich bevorzuge den Begriff "innerweltliche Konsistenz", da es ansonsten immer wieder zu logischen Fehlschlüssen kommt, wie hier beim hsitorischen Bezug.

Für einen sumlatorischen Ansatz müßte man ja das gesamte Kampfsystem umwerfen, z.B. verschieden Schadensklassen einführen (Stich, Schnitt, Hieb, Stumpf), viel detaillierte Trefferzonen (nicht rein zufällig) und sich über jede Waffenwirkung informieren. Bei oft uneindeutiger Quellenlage.
Das mag interessant sein, ist mir aber zu viel Arbeit, daher lieber "+2".;)

(Neulich bin ich auf eine Abhandlung über Jagdverletzungen mit Bogen und Armbrust gestolpert in einem Anfall von Schlafstörungen, das mein Bild auch wieder sehr revidiert über die Gefährlichkeit dieser Waffen - da haben Opfer mit Wunden an Herz, Lunge oder Aorta überlebt durch die tamponierende Wirkung des Schafts).
von Darwosch
04.07.2019 14:00
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
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Wieso sind Speere so schlecht?

@Vasall
Bei Originalquellen müßten wir erstmal rigoros Harnischfechten und Bloßfechten unterscheiden und uns dann über die Quellenkritik streiten.;)

Dazu dann die Frage was "scharf" bedeutet, den gesamten Oakeshott auseinandernehmen. Und dann fehlen uns andere Faktoren wie Ausbildung Schilde, etc. Ich denke das geht etwas zu weit hier.

Im Endeffekt ist DSA-Kampf eine Verquickung von cineastischen und historizistischen Vorstellungen, abgerundet durch Erfahrungen aus etwas Larpgepömfe (was meistens mehr an einen mexikanischen Kindergeburtstag mit Pinjata erinnert, aber trotzdem Spaß machen kann;)).

In meinem DSA ist der Speer eine preiswerte, schnell zu erlernende Angriffwaffe im Einzelkampf, eine Verteidigungswaffe in Formation und recht tödlich.
Wenn jemand wünscht, dass in seinem DSA Speerköpfe abgehauen werden können, ist das halt ein anderer Ansatz, aber why not? Es gibt da ne tolle Szene aus einem Jet Li Film, in der wird er von einem wirbelnden Stabkäpfer abgegriffen und haut den Stab einfach links und rechts von den Händen des Angreifers ab; ist sehr witzig die Szene.
von Darwosch
04.07.2019 12:35
Forum: Kämpfe & Gefechte
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Wieso sind Speere so schlecht?

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
03.07.2019 17:59
Diese Kampftechniken gabs deswegen, weil du ohne sie einem Plattenpanzer kaum beikommen konntest, wenn du mit dem Schwert gekämpft und keinen Bock auf eine andere Waffe hattest.
Hier zitiere ich mal aus Bequemlichkeit Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Streitkolben
Bei wikipedia steht allgemein zu Rüstungen und Waffen leider sehr viel Unsinn aus Zeiten des Funkens/späten Historismusses.
Plattenrüstungen waren sehr schnell nach ihrer Einführung durchgängig gehärtet (im Gegensatz zu DSA-Rüstungen!). Da ist eine ganz andere Liga an Schutz, sieht man an historischen Beschussmarken - der Plattner Peter Müller hat eine Replica von ihm sogar mit modernen 9mm Munition beschießen lassen, es gab nur einen Kratzer.
Den aktuellen Forschungsstand dazu findest du in dem Buch "The Knight and the Blast Furnace".

Um aber nicht ganz abzuschwenken: Für die erzählerische Darstellung und evtl. die Entwicklung von Hausregeln zu Speeren empfehle ich das historische Fechtbuch "Gladiatoria", da sind spannende Anregungen zu finden.

Schöne Grüße
von Darwosch
03.07.2019 00:06
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Wieso sind Speere so schlecht?

Sorry fürs Abschweifen.

Aber in DSa gilt ja das Optionalitätsprinzip. Gegenhalten einfach einen 2er Bonus geben und gut ist.
Evtl. noch einen 1ser Inibonus wenn der Speer in der Hand gehalten wird.
von Darwosch
02.07.2019 16:19
Forum: Kämpfe & Gefechte
Thema: Wieso sind Speere so schlecht?
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Wieso sind Speere so schlecht?

FrumolvomBrandefels hat geschrieben:
02.07.2019 12:42
Ich bin mir nicht sicher, nur da es in Bildern dargestellt wird, bin ich mir nicht sicher, dass das so einfach zu bewerkstelligen war.
Das war ganz sicher nicht einfach. Sowohl boxen wie auch Schwertkampf sind ganz einfach: Ohne Gegner.;) Kettenrüstungen waren so effektiv, dass sich Kreuzfahrer als passive untergehakte Wand teilweise entgegengestellt haben. Einhandwaffen (scharf) fühlen sich mit entsprechender Unterkleidung (wird historisch diskutiert) an wie Schläge auf moderne Sicherheitspanzer aus Plastik.
Beim HEMA braucht es meist mehrere Jahre, bis nicht nur Doppeltreffer passieren beim Schwertkampf.
Ein halbwegs fitter Speerkämpfer macht 3 Jungschwertkämpfer weg; Unterlaufen geht eigentlich nur durch schwere Rüstung.
von Darwosch
02.07.2019 11:40
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Wieso sind Speere so schlecht?

DnD-Flüchtling hat geschrieben:
30.06.2019 09:40
  • grundsätzlich: Die Hauptwaffe des Ritters in der Schlacht war die Lanze,
Das ist fürs Hochmittelalter richtig. Später kämpften Ritter meist abgesessen mit langem Schwert oder anderen Fussstreitwaffen. ZB in Assincourt wo die englischen Ritter die Linien abgessen verstärkten. Im 15ten Jahrhundert wurden auch andere Fußstreitwaffen immer populärer unter Rittern (Züricher Hammer zB).
Siehe auch "Schlacht der 30".
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
30.06.2019 09:40
das Schwert war in der Tat ein Statussymbol und auch zur Abgrenzung nach unten gedacht
Im Bayerischen Landfrieden wird schon erwähnt, dass ein Bauer nicht mehr als ein Schwert und ein Kettenhemd mit zur Kirche bringen darf.
2 Jahrhunderte später wurden nachweislich Schwerter fässerweise bestellt.
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
30.06.2019 09:40
im Kampf Schwert gegen Speer hätte letzterer einen ganz gewaltigen Nachteil: Er ist zu einfach zu unschädlich zu machen, indem man seine Spitze abschlägt.
Das ist ziemlich absurd. Kein Schwert der Welt durchschlägt freischwingende Kerneche. Eher bricht das Schwert verkantet. -> siehe Funde.
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
30.06.2019 09:40
Er hob übrigens auch die Schnelligkeit des Schwertes gegenüber allen anderen Waffen hervor, ausdrücklich einschließlich des Speeres (ich gehe mal davon aus, dass er die mit den gängigen Speeren im Hochmittelalter verglichen hat). Hier machte er auch deutlich, dass die hochwertigen mittelalterlichen Schwerter bei aller Stabilität sehr leicht waren (meine persönlichen Erfahrungswerte basierten da auf Zier- und Schaukampfschwertern, die wir beim Reenactment getragen hatten, und die deutlich schwerer waren als die Originale).
Absolut. 900 bis 1200 Gramm waren nicht selten für einhändige Schwerter. Die präziese Führung sieht man in vielen Bildnissen, als Stich durch die Sehschlitze des Topfhelmes und der Barbuta.
DnD-Flüchtling hat geschrieben:
30.06.2019 09:40
auf die Frage hin, welcher Waffe er im Zweikampf grundsätzlich die besten Chancen einräumen würde, nannte er ohne zu Zögern das Schwert. Einzig in einer Situation, in der man im Plattenharnisch kämpft, wäre man mit einer Wuchtwaffe (Streitkolben, Rabenschnabel etc.) besser beraten, weil man mit denen überhaupt in der Lage wäre, zuverlässig den Gegner zu verletzen. Ansonsten wären diese zwar vom Schadenspotenzial her zwar grundsätzlich deutlich schlimmer, aber es wäre einfach ein zu großes Risiko, mit solchen schweren Waffen gegen einen Schwertkämpfer vorzugehen, weil der den Kampf schon für sich entscheiden könnte, bevor man überhaupt einen vernünftigen Treffer gelandet hätte.
Streitkolben und Axt wogen in der realen Verwendung maximal 1,5 Kilo und hatten gegen eine gehärtete Rüstung 0 Wirkung wie ein Schwert, deshalb gabs Halbschwert und Ringen. Siehe die Fechtbücher des Spätmittelalters.
Lange Dornen und Aalspieße dienten dazu, padded jacjets zu durchstoßen und den metallgerüsteten Gegner zu Fall zu bringen oder im besten Fall in eine Deckungs- und Rüstungslücke zu stoßen.