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von Der Geier
10.02.2020 15:36
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: Wie lukrativ ist Heldentum?
Antworten: 116
Zugriffe: 4880

Wie lukrativ ist Heldentum?

Falls die Gegenspieler meiner Gruppe hier mitlesen, bitte nicht weiter! :P

Wir spielen teilweise eine Handelssimulation, haben (zur Tarnung, aber auch zur besseren Verwaltung) eine Handelscompagnie und eine Schiffseignergesellschaft gegründet. Da wird manchmal mit Beträgen gehandelt, die so ziemlich jedem frisch generierten Helden Tränen kommen lassen und wo Abenteuerbelohnungen dagegen manchmal echt alt aussehen. Aktuell ist unser Schiff noch arg unterbesetzt, kostet aber bereits 1800 Dukaten Instandhaltung pro (See)Monat.

Das passiert aber auch nur deshalb in dem Maße, weil das OT Charakterkonzept der Spieler das vorsieht. Ingame sehen die Charaktere das zum Teil völlig unterschiedlich: Wir haben einen tulamidischen Magier, der irgendwann seinen reichen Vater beeindrucken muß und Angst hat, daß er sich irgendwann dieses oder jenes Zauberbuch nicht leisten kann. Einen Zwergen, der reicher werden muß als ein Konkurrent. Und ein Boronpriester, der eigentlich in der Puniner Kirche als Buchhalter arbeitet und nur wider Willen mit so viel Geld umgehen können muß - trotz Schwur der Besitzlosigkeit kann man ihn ja nicht völlig außen vor lassen, so verwaltet er so ziemlich alles, was man ihm da so an Geld an den Kopf wirft "im Namen der Kirche".

Wenn wir an unserem Bestimmungsort - Al'Anfa - angekommen sind, werden wir zwischen den Abenteuern auch einige Zeit Leerlauf haben, in dieser Zeit werden die Charaktere selbstverständlich als niedergelassene Handwerker, Alchimister, Hehler oder was ihnen sonst so als Tarnrolle einfällt arbeiten, einen entsprechenden Lebensstil pflegen und Einnahmen haben müssen. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

Hätten wir eine Bande von Streunern, deren OT Charakterkonzept besitzlosigkeit vorsieht, aber IT trotzdem jeder nach jedem Heller giert, dann würde es wohl etwas anders aussehen, kommt halt immer drauf an, was man spielen will :P

Unser tulamidischer Magier hätte beinahe ein paar Sklaven als Handelsware gekauft, wenn ihm die anderen nicht strikt abgeraten hätten, aber das ist halt Teil des Rollenspieles - er kennt das einfach nicht anders und kann sich die Alanafanische Art der Sklavberei nicht so richtig vorstellen, während unser Boroni und vor allem der Zwerg da ausschließlich auf ihre jeweiligen Geschichten zugreifen: "Sklaven? Das machen nur die Al'Anfaner, das sind Ketzer." und "Bedenke, was dem Zwergenvolk passiert ist, als es andere Wesen geknechtet hat! Bedenke, was in Umrazim passiert ist!"

Diese Helden sind also zwar auf dem Papier relativ reich, aber richtig viel ungebundenes Vermögen haben sie nicht. Trotzdem können sie es sich leisten, auch mal Leuten ohne finanzielle Vergütungsaussicht zu helfen. Trotzdem fallen magische Schwerter nicht einfach von den Bäumen, wenn sie mit Dukaten wedeln. Das liegt daran, daß bei uns ein Zauberschmied, der was auf sich hält, lieber die 900 Dukaten der ihm bekannten Gräfin nimmt, als die 2000 Dukaten einer Gruppe Herumtreiber, von denen man nicht weiß, ob sie der Waffe am Ende Ehre machen würden. Ruf und Ansehen und all das sind in dem Moment weit wichtiger als Gold - davon hat jede Heldengruppe irgendwann genug.