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von Madalena
31.07.2020 15:50
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Thema: Forenaktion: Preiset Tsas bunte Vielfalt!
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Forenaktion: Preiset Tsas bunte Vielfalt!

Eben, wir würden uns freuen sie zu lesen!
von Madalena
15.07.2020 20:59
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Forenaktion: Preiset Tsas bunte Vielfalt!

In Bezug auf Charakterkonzepte, in die die eigene Queerness einfließt, habe ich auch eine Figur erschaffen, die ganz offensichtlich eine spielerische Aufbereitung eigener Empfindungen und Erfahrungen ist - nicht mit Absicht, aber da hat vermutlich mein Unterbewusstsein zugeschlagen :censored: . Ich hatte da keinen bewussten Gedanken dran verschwendet, aber als ich hinterher das "Gesamtkunstwerk" betrachtet habe, ist mir erst so richtig aufgefallen wie viel von mir da eingeflossen ist.

Allerdings weiß ich nicht ganz, ob es hier her gehört, weil die Outgame-Queerness sich ingame nur metaphorisch widerspiegelt (OK, der Charakter ist tatsächlich nicht stockhetero, aber das ist eher ein Nebenschauplatz des Charakters, und ingame (bislang) völlig irrelevant).
von Madalena
13.07.2020 11:12
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@Sarafin Eine wunderschöne Geschichte (und traurig, aber das ist ja kein Widerspruch). Sowohl der Inhalt, als auch wie schön poetisch du es in Worte gegossen hast!
von Madalena
30.06.2020 06:14
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Der zwergische Drag King trägt einen sehr langen Bart, ist doch klar. Aber die Drag Queen? Rasiert die sich den Bart ab? :ups: Oder sind die alle Conchita-Wurst-Style?
von Madalena
26.06.2020 08:36
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@Ylara Windmut Ich komme bei der Geschichte nicht ganz mit. Vielleicht arbeitet mein Kopf gerade langsam. :grübeln: Aber ich mag deinen Schreibstil.
von Madalena
25.06.2020 15:46
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@Irike
SpoilerShow
Mein erster Impuls war ja eher: Ich will gar nicht genau wissen, wie das zwischen Mensch und Achaz körperlich vonstatten geht.

Und dann ist mir aufgefallen: Das ist genau die Art Vorbehalt, die man zwischen Mensch und Ork, zwischen Mann und Mann, zwischen Dick und Dünn, zwischen... haben könnte. Aber es geht doch gar nicht darum, was ich mir vorstellen kann und will, sondern um zwei Wesen die miteinander glücklich sind, auf ihre eigene Weise. Ob nun für mich nachvollziehbar oder nicht. Und für die Bilder, die in meinem Kopf entstehen kann nur ich selbst was.

Bin ich selbst in dieses Denkmuster getappt :censored:. Aber ist es nicht genau im Sinne dieser Aktion, sich selbst und seine Denkmuster zu hinterfragen (so wie @Horasischer Vagant es ja auch schon angebohrt hatte? :)
von Madalena
18.06.2020 08:56
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Ich finde die verschiedenen Ideen ganz großartig. Danke für den Thread, die Aktion und die kreativen Leistungen die hier kommen, ich freue mich über jede neue Antwort! Bitte mehr davon. :gardianum:
von Madalena
16.06.2020 16:56
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Ha, Ifirnania ist meine Heldin. :Maske:
von Madalena
15.06.2020 16:10
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Hier hatte ich schon mal über ein Konzept für eine lesbische Zwergin sinniert. Darf von mir aus gerne in welcher Form auch immer aufgegriffen werden.

Ansonsten mache ich mal den Anfang mit einer kleinen Geschichte.
SpoilerShow

Gorwins Wiedergeburt

Irgendwo an der Grenze zu den Schwarzen Landen

"Wie... wie schlimm ist die Verletzung?" fragte der Soldat. Beim Sprechen hustete er Blut. Ein Blick auf seine Wunden sagte: Wenigstens würde es schnell gehen. "Es könnte schlimmer sein", behauptete der blonde Streiter, der neben ihm kniete, selbst ebenfalls verletzt. "Wie ist dein Name?" - "Gorwin." brachte der Sterbende heraus. "Hör mir zu, Gorwin. Bald kommen die Weidener Rundhelme. Sie haben Feldscher dabei. Und dann bist du in ein paar Tagen wieder auf den Beinen." Gorwin nickte, schien sich mit der Antwort zufrieden zu geben.

Die Rundhelme kamen auch. Allerdings zu spät für Gorwin. Und zu spät für alle anderen, die bei diesem Gemetzel auf der falschen Seite gewesen waren. Nur der Blondschopf lebte noch. Schwach, kraftlos. Eigentlich wartete er auch nur noch auf sein Ende. Dumpf hörte er die Stimmen wie aus weiter Ferne: "Verdammte Schweine. Das ist echt böse ausgegangen. Dass die Amazonen dazugekommen sind, hat es wohl auch nicht mehr herumgerissen. Bei euch irgendwelche Überlebenden?" - "Nein, und bei dir?" - "Nix, die sind alle bei Boron." Hier, ich lebe noch! wollte der Blonde rufen. Aber seine Stimme versagte ihm den Dienst. Er müsste alle seine Kraft zusammen nehmen. Aber eigentlich war es auch nicht so wichtig. Der Tod war ihm ganz willkommen. Er schloss seine Augen, und wartete auf sein Ende. Der Kampf war vorüber.

---

Zwei Jahre später, ein Städtchen in der Wildermark


Gorwin musterte den Herausforderer. Ein schwarzhaariger Kerl, vielleicht Mitte 20. Kräftig, ungepflegt. Den Bewegungen zufolge ein erfolgreicher Schläger, aber kein echter Kämpfer. Vielleicht zwei Dutzend Leute sahen dem Kampf in der provisorisch ausgehobenen Grube zu. Drei Leute hatte er heute schon verdroschen, aber es fand sich noch jemand, der dem Ausrufer einen Beutel in die Hand drückte, um sein Glück zu versuchen. "Wie heißt Du?" wollte dieser wissen. "Alrik!" rief der Herausforderer zurück. Alrik, wie kreativ. Gleich werden deine Zähne den Boden verzieren. "Nun denn!" antwortete der Ausrufer laut und schwungvoll. "Alrik fordert also den Jüngling heraus." Der Jüngling. Gorwin hasste diesen Kampfnamen - aber Hass war in Ordnung. Hass hielt ihn aufrecht. "Wollen wir mal sehen, wie-" weiter kam der Ausrufer nicht, denn Alrik sprang bereits vor, und versuchte einen hohen Tritt zu landen. Viel zu viel Vorlauf, viel zu absehbar, viel zu unbeholfen. Mit Leichtigkeit konnte Gorwin ihm ausweichen, und ihm dabei noch die Faust ins Gesicht rammen. Der Schwarzhaarige ging zu Boden. Erhob sich langsam wieder - und pfefferte Gorwin eine Ladung Dreck ins Gesicht. Du willst also schmutzig kämpfen - gut so. War Gorwin nur recht, obwohl seine Augen brannten und er kaum etwas sah. Das hieß zum einen, dass sein Gegner ihn ernst nahm, und nicht wie die meisten einen Halbstarken in ihm sah. Naja, da er vorher schon mehrere Leute vermöbelt hatte, war das jetzt nicht überraschend. Zum anderen hoffte er bei jedem schmutzigen Kampf inständig, Rondra möge zusehen. Sieh dir ruhig an, wie wenig mir die Ehre des Kampfes inzwischen bedeutet!

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Quendan schaute dem Spektakel mit einer Mischung aus Abscheu und Faszination zu. So ähnlich musste es wohl auch im wilden Al'Anfa zugehen, doch hier immerhin ohne Waffen. Er konnte schnell sehen, dass dieser Alrik seinem Gegner nicht gewachsen war. Der Jüngling machte seinem Namen alle Ehre, sein Gesicht wirkte eher wie das eines Vierzehnjährigen. Und trotzdem hatte er nicht wenige Narben an Armen und Wangen, und er bewegte sich wie ein erfahrener Kämpfer. Dieser Alrik kam dagegen nicht an, obwohl er jeden schmutzigen Trick versuchte. Doch weder der ins Gesicht geschleuderte Dreck, noch ein zwischen die Beine gerammtes Knie schienen den blonden "Jüngling" aus der Bahn zu werfen. Als Alrik schließlich einen Dolch zog, ging ein Raunen durchs Publikum. Das war klar gegen die Regeln, aber es schien niemand eingreifen zu wollen. Das war offenbar auch nicht nötig. Der Jüngling gab ihm zwei Gelegenheiten, zuzustoßen, kriegte dann seinen Arm zu packen, und im Nu lag Alrik auf dem Bauch, den Arm verdreht bis er den Dolch fallen ließ. Und weiter verdreht, bis es ein hässliches Knacken gab...

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"Darf ich Euch ein Bier ausgeben auf Euren Sieg?" Gorwin bereute bereits, sich in die Kneipe gesetzt zu haben. "Ich trinke nicht." antwortete er. Gerne würde er trinken. Vielleicht sogar eine Menge. Aber er hatte schlechte Erfahrungen damit gemacht, betrunken seine Tarnung aufrecht zu halten. Er schaute, wer ihn da ansprach. Ein braunhaariger Mann, er sah gar nicht so schlecht aus. Seine Kleidung ein bisschen zu gepflegt für die Wildermark - der Typ war ihm vorher schon kurz unter den Zuschauern aufgefallen. - "Ihr trinkt nicht?" fragte der Kerl - er wirkte etwas überrascht. "Wie dem auch sei, ihr habt gut gekämpft." Ja, natürlich habe ich das. Gorwin wartete, auf das 'gut für jemanden Eures Alters'. Er wusste, warum man ihn den Jüngling nannte, und er hasste es. Um ehrlich zu sein hasste er eine Menge, aber das ganz besonders. Es kam aber nichts dergleichen. Vielleicht würde er doch zuhören. "Mein Name ist Quendan. Ich bin hierher gekommen mit einem Söldner, der aber nun verletzt ist. Ich brauche neuen Geleitschutz. Und Ihr seht mir aus wie jemand, der für mehr bestimmt ist als schmutzige Grubenkämpfe."

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"Und Ihr meint, wenn Ihr das Lösegeld aushändigt, lassen diese Halsabschneider Euch und Eure Mutter einfach ziehen?" fragte der Jüngling. Gorwin. Quendan sollte unter seinem richtigen Namen von ihm denken. Je mehr er von diesem merkwürdigen Kämpfer sah, desto weniger Zweifel hatte er, es mit einem gestandenen Mann zu tun zu haben. Egal wie kindlich sein Äußeres und seine Stimme wirken mochten. Er schien ganz in Ordnung, solange man ihm keine persönlichen Fragen stellte. Quendan konnte eine gewisse Faszination nicht verhehlen. Nachdenklich ritten die beiden nebeneinander her. "Nun, ich hoffe es doch sehr. Ehrlich gesagt ist es meine einzige Option. Ich hatte meiner Mutter oft genug gesagt, dass sie sich von der Wildermark fernhalten soll. Nun ist sie an die falschen Leute geraten, aber ich werde mein bestes geben, sie wieder heraus zu holen." - "Und sollte Eure Mutter sterben, werdet Ihr ihr Geschäft erben? So wie einst Eure Kinder von Euch?" hakte Gorwin nach. - "Ja, ich werde das Geschäft übernehmen. Dass meine Kinder es aber einst von mir übernehmen werden, bezweifle ich ein wenig." Er musste etwas schief grinsen. Zum Glück hatte er Geschwister. Selbst Kinder zu machen... die Vorstellung einer Frau so nahe zu kommen war ihm doch sehr unangenehm.

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Gorwin sah kopfschüttelnd zu, wie Quendan versuchte, sich das Kettenhemd überzustreifen. Er gehörte nicht hierher. Die Wildermark war etwas für Verlorene und Verzweifelte und Verdorbene, so wie ihn, nicht für diesen Händlersprössling. Gorwin war von Kindesbeinen an im Umgang mit Waffen und Rüstungen geschult - Quendan nicht. Und trotzdem setzte er sein Leben aufs Spiel, um seine Mutter aus den Händen zwielichtiger Schurken zu befreien. Das respektierte er. Wieder glitt das Kettenhemd klirrend zu Boden. Gorwin seufzte einmal, und erhob sich. "Lasst mich euch helfen. Gebt mir das Kettenhemd, und hebt Eure Arme." Er zog Quendan das Kettenhemd über den Kopf, half ihm, die Schnallen zu befestigen. Als er ihn berührte, lief eine Gänsehaut über seine Arme, und dann ein Kribbeln über seinen ganzen Körper. Wieder fiel ihm auf, dass Quendan echt nicht schlecht aussah. Kurz berührten sich ihre Hände, zufällig. Und hielten den Kontakt. Gorwin wurde heiß, seine Kehle trocken.

Und dann traten sie beide auseinander. "Das Kettenhemd sitzt jetzt." meinte der Söldner mit belegter Stimme. "Ähm, ja. Danke." Auch der Kaufmann wirkte etwas befangen. Gorwin beeilte sich, zu seinem Pferd zu kommen.

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Als er nach Einzelzimmern fragte, hatte der Wirt nur gelacht. Immerhin gab es ein Doppelzimmer. Das wäre vermutlich auch sicherer, hier sollte man niemandem über den Weg trauen. Aber in einem Zimmer mit Gorwin... Quendan wurde etwas nervös. Er war schon mit anderen Männern zusammen gewesen, aber irgendwas war an Gorwin ungewöhnlich. Nicht bloß, weil sein Äußeres so ungewöhnlich war für einen Mann seines Alters. Es war noch was anderes... Doch nun hieß es erstmal warten, bis sich die Entführer bei ihnen melden, zur Gefangenenübergabe.

"Ich hänge ziemlich an ihr, weißt du?" meinte er, als sie ihr Gepäck absetzen. "Mein Vater ist gestorben, als ich noch jung war." Gorwin nickte. Sagte nichts. Er war wohl gerade nicht in der Stimmung für Gespräche. Also hing auch Quendan still seinen eigenen Gedanken nach.

"Ich habe meinen Vater überhaupt nicht kennen gelernt." klang plötzlich die helle Stimme. Quendan blicke überrascht auf. Das erste mal, dass Gorwin etwas von sich selbst erzählte. "Vielleicht wäre es besser gewesen, ich wäre mit ihm aufgewachsen, als mit seiner Mutter." Der Söldner saß auf seinem Bett. Quendan setzte sich neben ihn, nahm ihn in den Arm. Seine Haut an der seinen zu spüren ließ seinen Atem gleich wieder unruhig werden. Die Nähe des anderen Mannes ließ sein Herz schneller schlagen. Wieder berührten sich ihre Hände. Quendan drehte den Oberkörper leicht, so dass er dem anderen Mann nun zugewandt war. Langsam beugte er den Kopf nach vorne, sie konnten den Atem des anderen auf der Haut spüren - als Gorwin ihn plötzlich zurück stieß. Er blickte erschrocken, fast verängstigt. "Lass das!"

Quendan ließ sofort von ihm ab, er wollte ihn ja zu nichts drängen. "Was ist los? Ist es für dich nicht in Ordnung, wenn ein Mann einen anderen Mann liebt?" - "Was sollte daran nicht in Ordnung sein?!" Gorwin schaute ihn ehrlich irritiert an. Was wiederum Quendan irritierte. "Ja, äh. Nichts. Aber was dann?" Gorwin wandte sich ab. Leise, fast tonlos meinte er: "Ein Mann kann einen Mann lieben. Aber mich sollte man besser nicht lieben."

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"Und Ihr seit Quendan Gerbaras?" - "Ja, das bin ich." antwortete Gorwin. Was sollte es schon. Er hatte schon verschiedene Namen geführt. Alwine, Gorwin - nun halt Quendan. Hauptsache der echte Quendan begibt sich nicht in Gefahr. "Und Ihr seid allein gekommen?" - "Ja, wie ihr es verlangt habt." log er weiter. "Ich habe das Gold dabei. Einhundert Dukaten." Er hielt den Beutel in die Höhe. Vier der Schurken nahmen um ihn herum Aufstellung. Instinktiv wäre Gorwin der Umzingelung am liebsten entgangen, aber er durfte keinen Verdacht erwecken. Die gefesselte und geknebelte Frau war wohl Quendans Mutter. Sie schaute ihn mit großen Augen an. Zum Glück konnte sie nicht sprechen, sonst würde die Scharade womöglich auffallen. "Der Sohnemann ist ja wirklich ein Hänfling" spottete einer der Banditen. "Kein bisschen Flaum an der Wange, und eine Stimme wie ein Eunuch." Gorwin spürte die Wut in sich aufsteigen. Kurz schloss er die Augen. Ruhig bleiben, er durfte nicht jetzt den Kopf verlieren. "Lasst meine Mutter gehen. Sobald sie die Bäume dort hinten erreicht hat, werde ich euch das Gold geben. Tatsächlich taten die Ganoven, wie vereinbart. Immer von einer Bogenschützin in Schach gehalten, ging Frau Gerbaras in langsamen Schritten weiter, nicht ohne nochmals irritiert zu Gorwin zu schauen. Dieser spürte das Blut in seinen Ohren pochen. 'Eine Stimme wie ein Eunuch'. Seine Hand zitterte, er durfte sie bloß nicht zu schnell zum Schwertknauf führen.

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Mit angehaltenem Atem saß Quendan in seinem Versteck. Gorwin machte seine Sache gut. Er sah, wie seine Mutter näher kam. Schritt für Schritt. Und schließlich die Sicherheit der Bäume erreichte. "Mutter!" Er drückte sie an sich, nahm ihr den Knebel ab. "Ich werde es dir alles erklären. Das dort ist Gorwin, er hilft uns. Er wird ihnen das Gold überreichen, und dann - " Verdammt. Gorwin überreichte kein Gold. Kaum war Quendans Mutter aus dem Schussfeld des Bogens verschwunden, zückte Gorwin die Klinge. Wiedermal sah man, dass er ein hervorragender Kämpfer war. Behände sprang er beiseite, als ein Pfeil nach ihm flog, und schon ging der erste der Gegner zu Boden. Doch es stand vier gegen einen. Quendan durchtrennte die Fesseln seiner Mutter, und mit dem Kurzschwert in der Hand stürmte er los, aus dem Versteck heraus.

Als er ankam, war der Kampf bereits vorbei. Es stand keiner von den Kämpfern mehr. Mit Schrecken sah er, wie Gorwins Gewand sich immer mehr rot einfärbte. Nein, bei allen Göttern, nein. Rondra und Rahja, lasst ihn nicht hier und jetzt vor meiner Nase verbluten! Er hätte doch darauf bestehen sollen, dass Gorwin das Kettenhemd trägt! Schnell die Wunden verbinden. Mit einem raschen Schnitt war die blutgetränkte Kleidung aufgeschnitten. Die Wunden sahen böse aus. Und... Quendan erstarrte. Schaute fassungslos auf den reglosen Körper unter sich. Was zum Namenlosen?!

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Schmerz. Rasender Schmerz. Er war also noch am Leben. Verflucht seien die Götter! Nicht mal den Tod wollten sie ihm gönnen - wieder einmal. Gorwin wollte sich aufsetzen, doch eine Hand drückte ihn nieder. "Bleib liegen, du bist verletzt." hörte er Quendans Stimme. Sie klang merkwürdig. Gorwin realisierte langsam die Situation. Offenbar hatte er einiges eingesteckt, und man hatte seine Wunden - plötzlich riss er die Augen auf, und konnte nicht anders als sich aufzusetzen. Er blickte an sich herab. Schaute dann zu Quendan. Und dieser schaute ihn an. Ein Blick, den er nicht deuten konnte. Eine ganze Weile blickten sie sich an.

"Du bist eine Frau." brach Quendan schließlich das Schweigen. Ja. Nein. Woher bei allen Götter soll ich das wissen?! schoss es Gorwin durch den Kopf. Er wusste selbst nicht, was er war. Doch er schüttelte den Kopf. Was auch immer, eine Frau ganz bestimmt nicht. So sehr ihn auch alle dazu hatten machen wollen. "Ich bin Gorwin." meinte er trotzig. Quendan blickte nun traurig. Ratlos? Enttäuscht? "Trink etwas Wasser. Und schone dich. Deine Wunden sind zum Glück nicht sehr tief." Die Stimme klang kalt. Der junge Kaufmann machte sich daran, aufzustehen, das Zimmer in der Gaststätte zu verlassen in dem sie sich offenbar jetzt wieder befanden. "Bitte warte!" rief Gorwin. "Ich weiß, was du jetzt vermutlich denkst. Ich... vielleicht kann ich es erklären. Wenn du mir zuhören willst." - "Ich weiß es nicht!" stieß Quendan bitter hervor. Er bließ tatsächlich in der Tür stehen, und sah Gorwin mit zusammengekniffenen Lippen an. "Ich weiß es nicht." wiederholte er schließlich. "Ich kann nicht reden. Nicht jetzt." Und damit ging er. Gorwin blieb allein zurück. Allein hatte er sich schon sehr sehr oft gefühlt, aber es hatte noch nie so sehr weh getan wie jetzt. Er hatte gelernt, die Leere mit Hass zu füllen. Hass auf Rondra, Hass auf seine Mutter, auf die Welt, auf den eigenen Körper. Aber den Hass mochte er gerade nicht aufbringen.

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Schweigend hatte Quendan sich angehört, was Gorwin zu sagen hatte. Wie er bei den Amazonen aufgewachsen war. Er? Sie? Bei allen Göttern, Quendan wusste nicht mehr was er denken sollte. "Und warum bist du nicht schon viel früher weggelaufen?" Gorwin schwieg ein wenig, bevor er antwortete. Dann sagte er, mit seiner hellen Stimme: "Ich hatte eine Pflicht. Die Pflicht steht über der Einzelnen. Ich hätte niemals meinen Posten verlassen für so etwas wie mein persönliches Befinden." Verständlich. Die Welt fragt nicht, welchen Platz man zugewiesen bekommen will. "Aber warum bist du dann doch gegangen?" - "Ich habe jeden Tag gehört, dass nur Frauen für den Dienst an der Göttin geschaffen seien. Dass Männer minderwertig seien. Und ich habe jeden Tag versucht, diese Frau zu sein. Doch das Gefühl, alle um mich herum, und Rondra selbst, anzulügen, es wurde irgendwann übermächtig. Was für eine großartige Göttin, nicht wahr?! Laufe ich davon, erfülle ich meine Pflicht nicht. Bleibe ich, erfülle ich meine Pflicht ebenso wenig. Welche Wahl lässt sie einem?!"

Quendan sollte ihm... ihr?, vermutlich ein paar Takte dazu sagen. Egal wie das eigene Schicksal ist, so sollte man nicht über die Götter reden. Aber er hatte gerade keine Worte. Was er hörte, war zu viel. Gorwin war eine Frau, jedenfalls sagte das sein, ihr Körper ganz eindeutig. Die Vorstellung, dass er beinahe einer Frau auf rahjaische Weise so nahe gekommen wäre, befremdete ihn. Doch zugleich blickte er in Gorwins grüne Augen, in die er sich verliebt hatte. Die rauen, schwieligen Hände die er auf seinen gespürt hatte. Er wusste ja selbst nicht, was er denken sollte!

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Ein Jahr später, in einer Stadt im Mittelreich

Die Frau im regenbogenfarbenen Gewand lächelte ihn an. "Ja, ein Jahr. Ich weiß, du bist ein Kämpfer, und ich verlange nicht dass du das Kämpfen für immer aufgibst. Doch du hast geschworen, ein Jahr keine Waffe anzurühren. Damit du lernst, dass es noch etwas anderes im Leben gibt. Damit du neue Seiten an dir entdeckst. Vielleicht wirst du ein Dichter. Vielleicht auch ein Kaufmann - dein Verlobter könnte sicher deine Hilfe gebrauchen. Es liegt an dir, was du jetzt aus deinem neuen Leben machst." Ja, die Tsa-Geweihte hatte recht. Gorwin hatte es geschworen, und es war ja nur angemessen. Tsa hatte etwas Großes für ihn getan. Da konnte er diese Gegenleistung auch für sie erbringen. Noch einmal schaute er in die Wasserschale. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er wirklich das Gefühl, sein eigenes Spiegelbild zu sehen. Er hätte es eher machen sollen. Aber er hatte auch lange Zeit nicht gewusst, dass die Wandelbare und ihre Diener solche Liturgien kannten. Es ist ja nicht so, als hätte er der Jungen Göttin jemals vorher in seinem Leben Bedeutung beigemessen.

Als er aus dem Tempel heraustrat, fühlte er sich ungewohnt. Vieles an seinem Körper hatte sich verändert. Quendan erwartete ihn bereits, schloss ihn in die Arme und gab ihm einen Kuss. "Und, wie fühlst du dich?" - "Wie ein Neugeborenes, dass erstmal laufen lernen muss." Moment, seine Stimme war quietschig wie bei einem kleinen Kind. Was zum Henker?! "Ähm..." jetzt klang sie dunkel. "Was geschieht hier?" - nun klang seine Stimme wieder hell, wie er es gewohnt war. Quendan lachte herzlich, und grinste ihn an: "Stimmbruch..." Und dann nahm er seine Hand. "Du bist wiedergeboren. Dein neues Leben erwartet dich." Gorwin lächelte ihn an. Du bist mein neues Leben.