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von Madalena
26.08.2019 07:21
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: Priester die nicht zaubern
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Priester die nicht zaubern

Rastan hat geschrieben:
26.08.2019 02:44
Man kann das hier diskutierte Dilemma auch an einigen Liturgien erkennen.
Ich habe gestern zufällig gesehen, dass es eine Liturgie "Blitzschlag" gibt.
Die Liturgie nimmt keine Rücksicht auf das Wetter und kann auch in Räumen und Höhlen gewirkt werden. Verursacht mittleren Schaden.
Schöner wäre die Möglichkeit einen wirklich starken Blitz bei Gewitter im Freien auf den Feind herabzurufen, dann könnte es einen Hauch von Mystik bewahren.
Ich mag auch lieber göttliches Eingreifen, das (von Großen Wundern abgesehen) etwas subtiler wirkt, eher "zufällig" daher kommt.

Andererseits müssen ja gerade für die vermeintlichen Zufälle ganze Verkettungen von Umständen hinzu kommen, die den Helden zwar nicht so krass auffallen, aber dafür andere Lebewesen und physikalische Mechanismen deutlich stärker beeinflussen. Krasses Beispiel wäre da die Aves-Liturgie "Ein Freund in Zeiten der Not", oder so. Die ja wirklich von außen so wirken kann, als hätte es sich zufällig gerade so ergeben. Aber im Grunde muss dafür viel stärker in den Lauf der Welt eingegriffen werden: Entweder die Liturgie schafft eine aufwändige Verkettung von Umständen, die den Helfer in die Szenerie stolpern lässt (und da er ja noch einen freien Willen hat bräuchte es außerdem eine prophetische Komponente zu wissen, wie er auf welchen Impuls reagieren wird). Oder die Liturgie ist eine mächtige Beherrschung, die den Helfer zur fremdbestimmten Marionette macht, ohne dass er davon was merkt.

Dagegen ist ein buchstäblicher Deus-ex-Machina-Effekt (wie ein Blitz, wo gar keiner sein KANN) vielleicht sogar das eigentlich subtilere Wirken. :grübeln:
von Madalena
18.08.2019 11:49
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: Priester die nicht zaubern
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Priester die nicht zaubern

Jeordam hat geschrieben:
18.08.2019 11:36
...und man muss eine Selbstbeherrschungsprobe +12 ablegen, um den Eid zu brechen. Da ist eher das Fremdgehen eine Herausforderung.
Ja, so hatte ich das auch im Kopf. Aber kann natürlich sein, dass ich was verwechsle.
von Madalena
18.08.2019 09:06
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: Priester die nicht zaubern
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Priester die nicht zaubern

Für mich ist das regelmäßige Mirakeln eher eine Entzauberung der Priesterklasse (ups, Zweideutigkeit nicht beabsichtigt).

Was regelmäßig stattfindet, ist etwas Alltägliches, und alltäglich widerspricht meinem Empfinden davon, wie Götter in die Welt eingreifen. Dann ist mir seltener, aber sensationeller eigentlich die liebere Variante.

Ein Geweihter, der die Macht seiner Gottheit herabruft, ist für meinen Geschmack eher das "max. 1x pro Abenteuer"-Highlight.

Neben diesem Punkt ist für mich Glaube auch immer mit einer gewissen Herausforderung verbunden. Glaube ist nicht immer leicht, und verlangt dem frommen Menschen etwas ab. Glaube bedeutet, nach etwas zu streben. Und das wird für mich durch viele Liturgien eher konterkariert.

Zum Beispiel strebt der Ingerimmgläubige nach handwerklicher Perfektion. Durch jahre- und jahrzehntelange Übung, durch Geschick, durch Kreativität. Oder jemand wirkt eine Liturgie, die wen mit rudimentären Kenntnissen in diesem Handwerk plötzlich zur Meisterin ihres Faches macht. :rolleyes: Würde ich mir als 0815-Tempelbesucherin, die sehr viel Zeit ins Lernen gesteckt hat, dezent veralbert vorkommen.

Oder Travia: In der Ehe läuft es nicht mehr so rund, Alrik ertappt sich dabei, wie er der Nachbarin nachschaut. Eine travianische Herausforderung. Schafft er es, sich von diesen Gedanken zu lösen? Wendet er sich ab von der vermeintlich einfachen Lösung, und geht den steinigen Weg, die offensichtlichen Probleme mit seiner Gemahlin zu besprechen, Beziehungsarbeit zu investieren? Achso, ups. Treu bleiben ist ja eh schon in den Ehesegen mit eingebaut, Herausforderung null. Gähn.