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von Pharelis
24.11.2013 23:13
Forum: Romanbewertungen
Thema: R114: Im Schatten der Dornrose
Antworten: 14
Zugriffe: 5358

Re: R114: Im Schatten der Dornrose

Der Roman ist pervers. Gut, Oron ist auch pervers, insofern ist das Setting, wie in diesem Thread schon bemerkt wurde, sehr treffend beschrieben. Allerdings hätte ich das auch schon nach der zweiten oder dritten sadistischen Obszönität begriffen. Statt der gefühlt 150sten Beschreibung abartiger Gewalttaten hätte ich mir mehr Handlung gewünscht. Drei Viertel des Romans ist im Grunde eine Reisebeschreibung, es tut sich nichts (mal abgesehen von schauerlichen Begegnungen am Wegesrand und der erotischen Zwickmühle einiger Protagonisten). Zudem wechselt die Erzählperspektive für meinen Geschmack zu oft. Hätte sich der Autor auf die Sichtweise von ein oder zwei Personen beschränkt, wäre die 'innere Handlung' sicher tiefgründiger ausgefallen. Im Grunde ist das Thema des Buches der Zwiespalt der Oronreisenden zwischen Faszination und Abscheu. Dieser Aspekt hätte mehr Aufmerksamkeit verdient, gerne auf Kosten ausführlich geschilderter Gräueltaten.

Außerdem:
Ich brauche wirklich kein Friede-Freude-Eierkuchen-Happy-End. Aber hier ist ja außer Spesen nix gewesen. Der volle Schlag ins Wasser für alle (zwölfgötterkonformen) Beteiligten. Ich finde das frustrierend.

Warum ich dem Roman trotzdem 3 Punkte gebe: Er ist sehr gut geschrieben und leider kann ich keine getrennten Bewertungen für Inhalt und Stil abgeben.

Nur gut, dass es Oron nicht mehr gibt!