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von Hotzenplotz
15.06.2015 11:27
Forum: Romanbewertungen
Thema: R025: Steppenwind
Antworten: 3
Zugriffe: 2274

Re: R025: Steppenwind

Hohe aventurischer Stimmigkeit mit anspruchsvollem Erzählstil und wenig Geschichte.

Stil
Da der Stil schon sehr auffällig ist, kurz ein Wort vorweg dazu. Ich fand den Schreibstil toll, wenn auch anstrengender zu lesen als der normale "Fantasy-Durchschnitt". Verschachtelte, lange Sätze mit altertümlich klingender Wortwahl beschreiben detailverliebt Gedanken und Gegebenheiten.
Insgesamt ist das Aventurien des Romans sehr low-fantasy. Die Geweihten werfen nicht mit Liturgien um sich und die Protagonisten sind insgesamt nicht larger-than-life.

Charaktere
Die Charaktere sind - wenn man den geringen Platz bei ca. 220 Seiten bedenkt - gut ausgearbeitet. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie welcher Charakter tickt. Hauptprotagonist ist Brin von Rhodenstein. Ich hatte gehofft, mehr über die Nivesin Hauka zu erfahren, aber das blieb aus. Gleiches gilt für den Weißen Mann.
Der Autor spielt mit unterschiedlichen Sichtweisen und bindet auch die regional gut eingefärbte Denkweise der Bjaldorner mit ein.

Story
Kurz und knapp: Zu wenig, zu kurz. Der Schreibstil geht eben zulasten der Story, wenn man seitenweise Details beschreibt. Das war so zu erwarten, ist aber dennoch schade und führt letztendlich zu u. g. nur durchschnittlichem Fazit.
Nicht, dass ich kurze oder knappe Storys nicht mag, ich habe z. b. "Heroes" von Abercrombie sehr gemocht, obwohl es dort auch nur um eine einzige Schlacht geht. Aber "Steppenwind" fehlt es einfach an Spannung und Tiefe.

Aventurische Stimmigkeit
Soweit ich das beurteilen kann: wirklich Klasse! Der aventurische Norden wird wirklich gut dargestellt. Immer wieser fließen aventurische Besonderheiten in die ausführlichen Beschreibungen ein.

Fazit
Obwohl ich den Schreibstil toll fand, musste ich mich durch das Buch quälen, weil einfach zu wenig Interessantes oder Spannendes passiert. Der Schreibstil hat die Längen teilweise trotzdem gut genießbar gemacht - ohne diesen Stil wäre es einfach ein sehr schlechtes Buch.

Bewertung
3 Punkte