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von Herr der Welt
27.08.2019 20:07
Forum: Zauberkundige & Magie
Thema: Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

WeZwanzig hat geschrieben:
27.08.2019 19:07
Okay, wir lernen also: Diese Regel gilt, hat aber Ausnahmen!
Ja, z.B. weil im Zitat von "Zaubernden" und nicht von Magiern die Rede ist. Deswegen wird des Weiteren auch auf (exemplarisch) Druiden und Hexen verwiesen. Das ist aber so allgemein, dass uns das gar nicht hilft (denn selbstverständlich sind es nicht ausschließlich Hexen und Druiden, die davon betroffen sind).
WeZwanzig hat geschrieben:
27.08.2019 19:07
Auch hier ganz klar: Wie grundsätzlich (also meistens, am häufigsten, in der Regel, weitere Synonyme) ein Zauber gesprochen wird findet man bei den Traditionen. Es steht dort aber nicht, dass dies für jeden einzelnen Zauber gilt, sondern nur 'grundsätzlich'.
Synonyme für grundsätzlich: generell, prinzipiell (das Prinzip ist eine übergeordnete Gesetzmäßigkeit), eigentlich, ausnahmslos (das wäre schon eine schärfere Bedeutung), in der Regel, hauptsächlich.
Das gilt also nicht "nur" grundsätzlich, sondern eben: grundsätzlich.
Grundsätzlich gilt etwas, wenn es keine Ausnahme gibt. Die Ausnahmen des LC werden aber in dem Abschnitt explizit außer Kraft gesetzt.
WeZwanzig hat geschrieben:
27.08.2019 19:07
Bisher war ganz klar, was allgemeine Regel war und was Spezial-Regel. Hier lesen manche jetzt raus, allgemeine Regel würde spezielle schlagen.
Nein, hier lesen manche, dass eine Regel, die sagt "Beschreibung B gilt nur, wenn sie Beschreibung A nicht widerspricht", auch genau das tut: diejenigen Beschreibungen B (LC) für ungültig erklären, die A (WdZ: Rep.) widersprechen. Das sind diejenigen, die diese Regel bzw. den Satz, der sie erklärt, nicht ignorieren, um einen ganz anderen Sinn zu kreieren.

Zum Rest wurde schon genug gesagt. Wer "Wenn dort steht, dass die Formel laut ausgesprochen werden muss, heißt das genau dieses – eine Aussage darüber, ob das Opfer die Bosparano-Formel, den elfischen Gesang oder den tulamidischen Reim verstehen muss, ist dies nicht" missversteht, indem er die Einräumung als Rahmung der Aussage bestimmt (was schlicht falsch ist), wird kaum zu überzeugen sein*.

Was LC schreibt, ist für die Frage irrelevant (denn gerade das wird ja ausgeschlossen).


*Ein Versuch: Wenn auf der Einladung steht, dass du am Samstag um 18 Uhr kommen sollst, dann heißt das genau dies - eine Aussage darüber, ob du allein kommen oder welche Kleidung du tragen musst, ist das nicht.
Der kommunikative Sinn ist es, zu betonen/verstärken, dass gilt, was auf der Einladung steht (insbesondere die Uhrzeit), gleichsam aber Kleidung und weitere Gäste freigestellt sind (vlt. gibt es eine andere Regel dafür, etwa der mündliche Wunsch des Gastgebers, keine weiteren Gäste mitzubringen).
Übertragen auf den WdZ-Satz ist der kommunikative Sinn zu betonen/verstärken, dass gilt, was bei der Repräsentationsbeschreibung steht (laut sprechen), gleichsam aber werden Sprache oder (Gedicht-)Form nicht festgelegt (solange das nicht in der Repräsentationsbeschreibung steht, jedenfalls wird dies nicht durch die Lautstärke reguliert).
von Herr der Welt
27.08.2019 18:39
Forum: Zauberkundige & Magie
Thema: Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

WeZwanzig hat geschrieben:
27.08.2019 17:32
"Wenn dort steht, dass die Formel laut ausgesprochen werden muss, heißt das genau dieses – eine Aussage darüber, ob das Opfer die Bosparano-Formel, den elfischen Gesang oder den tulamidischen Reim verstehen muss, ist dies nicht."
Gerade der zweite Teil des Satzes zeigt meiner Meinung nach doch, wie der Satz gemeint ist. Und zwar lese ich ihn wie folgt:
"Interpretiere nicht zu viel in die Formulierung 'laut und deutlich' hinein. Es bedeutet nur vernehmbar, nicht unbedingt verständlich. Du kannst die Formel auch auf einer fremden Sprache sprechen. Es ist für das Gelingen Irrelevant ob dich jemand versteht."
Der Satz handelt von einem ganz anderen Sachverhalt. Nicht darum, wie laut die Formel gesprochen werden muss, dass sagt nämlich das LC, wie zwei Sätze davor erläutert, sondern darum in wie weit man dann innerhalb der vorgegeben Parameter Spielraum hat.(zum Beispiel selber die Sprache zu wählen).
Der von mir nicht zitierte Teil des Satzes (hinter der Parenthese) sagt nur, dass Formeln in unterschiedlichen Sprachen (Bosporano, Tulamidya) und Formen (Reim, Gesang) existieren und dass das mit der Repräsentationsbedingung "laut ausgesprochen" nichts zu tun hat, dass diese also weder Sprache noch Form diktiert.
Dass "deutlich" nicht das gleiche wie "verständlich" (sondern eher: vernehmbar) heißt, sollte klar sein. Das steht hier auch nicht zur Disposition.
Ich frage mich sowieso, wieso du auf den parenthetisch eingeschobenen Satz verweist. Ich ließ ihn weg, weil er nichts mit der Frage des Threads zu tun hat. Insofern handelt der nicht zitierte Teilsatz von einem anderen Sachverhalt (als dem hier diskutierten), nicht aber der erste Teil, der ja noch einmal bekräftigt, dass "laut [und deutlich]" bei der Repräsentationsbedingung im Zweifel immer gilt (egal, was im LC steht).

Um es noch mal konkret zu sagen:
WeZwanzig hat geschrieben:
27.08.2019 17:32
Der Satz handelt von einem ganz anderen Sachverhalt. Nicht darum, wie laut die Formel gesprochen werden muss, dass sagt nämlich das LC, wie zwei Sätze davor erläutert, sondern darum in wie weit man dann innerhalb der vorgegeben Parameter Spielraum hat.(zum Beispiel selber die Sprache zu wählen).
Das stimmt nicht. Der Satz behandelt zwei Sachverhalte: Einen, der mit der Thread-Frage insofern zu tun hat, als er über tatsächliche Repräsentationsbedingungen spricht (und exemplarisch verdeutlicht, worum es dem Satz zuvor ging, auf den auch deiktisch verwiesen wird: "dort"). Und zum anderen eine Einräumung dieses Exempels (um möglichen Missverständnissen vorzubeugen): Dass "laut" nicht "verständlich" heißt bzw. dessen Bedeutung ausfüllen muss, das hat mit dem Thread aber nichts zu tun (ich wüsste jedenfalls nicht, dass Anderweitiges nachdrücklich behauptet wurde).
von Herr der Welt
27.08.2019 17:15
Forum: Zauberkundige & Magie
Thema: Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

@WeZwanzig
Im Satz darauf wird doch sogar das Lautstärke-Problem angesprochen: "Wenn dort [bei der Repräsentationsbeschreibung] steht, dass die Formel laut ausgesprochen werden muss, heißt das genau dieses [...]".
Es gibt keinen Widerspruch, bestenfalls eine Festlegung, die bis zum Fluff aufgeweicht wird.
Ferner brauchen Scharlatane und Elfen (für manche Sprüche) Formeln (hier wären die LC-Beschreibung tatsächlich ausschlaggebend), die nicht ausdrücklich laut und deutlich (bei Scharlatanen sogar irgendwie das Gegenteil) ausgesprochen werden müssen. Wer nun einwendet, dass das bisweilen auch für Magiersprüche aufgeführt ist, sei noch einmal auf C&P-Problem verwiesen.
von Herr der Welt
27.08.2019 15:33
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Thema: Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

WeZwanzig hat geschrieben:
27.08.2019 14:45
Denn wäre das RAW, dann wäre es doch absolut dämlich im LC einen Haufen Zaubertechniken zu beschreiben (allein 19 in deiner unvollständigen Liste) die alle nicht zur Anwendung kommen, weil sie eine höhere Regel überschreibt.
Es gibt mögliche Erklärungen, warum das nicht "absolut dämlich" sein muss. Vielleicht kannte der entsprechende Autor der LC-Texte die Stelle im WdZ nicht. Einige Anmerkungen (wie die zum Bösen Blick, dass es ungewöghnlich sei, dass Druiden zum Zaubern sprechen müssen) finden sich ja auch im DSA4.0-LC, wo es natürlich noch kein WdZ gab.
Wie dem auch sei: Die Regelung ist eindeutuig - und es gibt sinnvolle Erklärungen, wie es dazu kommen konnte.
Dem Autor von WdZ 11 ist zu danken, dass er Dutzende Sonderregeln zugunsten einer klaren Linie über Bord warf - oder jedenfalls dergestalt marginalisierte, dass es genügt, die Repräsentationstechniken zu kennen.
Wolfio hat geschrieben:
27.08.2019 15:28
Position 1: WDZ ist die Spezialregel, die die allgemeine Regel aus LC überschreibt.
Position 2: LC ist die Spezialregel, die die allgemeine Regel aus WDZ überschreibt.
Nur ist Position 2 nicht haltbar, weil im LC WdZ nicht ausdrücklich überschrieben wird, umgekehrt schon. Und diese Ausdrücklichkeit hebt jede (ansonsten) implizit höhere Gültigkeit einer (somit ausgeschlossenen) Spezialregel auf.
von Herr der Welt
26.08.2019 21:02
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

@ChaoGirDja
Daher ist die Schlussfolgerung - was ich auch von Anfang sagte -, dass die Technikbeschreibungen eher Fluff sind oder dazu neigen. Sie gelten ja noch immer, solange sie nicht den Repräsentationsvorgaben widersprechen. Und weil viel aus älteren Edition - bisweilen ungefiltert - mitgetragen wurde, kommt da nicht immer Sinniges heraus. Scheinbar hatte man wenig Lust, den Beschreibungswust zu überarbeiten - und so ein Satz ist leichter geschrieben.
Das ist nicht nur eine plausible Erklärung, es ist auch die einfachste Handhabe (versus: bei jedem Zauber schauen, ob die Technikbeschreibung die eigene Rep. betrifft und irgendeine Abweichung parat hat).

Und per Zauberwerkstatt Repräsentationsvorgaben entfernen, ist doch trotzdem möglich. Darauf nimmt WdZ 11 auch gar keinen Bezug. Das wäre tatsächlich eine Regel, die eine wirkliche Ausnahme bildet. Ansonsten müsste in WdZ 11 stehen: Dies [dass Rep.-Bedingungen immer gelten] gilt auch für Veränderungen durch die Zauberwerkstatt (o.Ä.). Also auch hier gibt es keinen Widerspruch.
von Herr der Welt
26.08.2019 19:52
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

Ich habe das nicht ohne Grund in Anführungsstriche gesetzt (die Bezeichnungen "Spezialregel" und "allgemeine Regel" sind ja nur - nicht sonderlich präzise - Vehikel, um logische Zusammenhänge darzustellen).
Schleierhaft ist, wie du nach der o.g. Losgik behaupten kannst, dass B in jedem Fall (und auch gegen A) gilt (jedenfalls ohne weitere Belege).
von Herr der Welt
25.08.2019 22:46
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

ChaoGirDja hat geschrieben:
25.08.2019 21:32
Spezial-Regel schlägt allgemeine Regel. Und zwar Immer. Sonst würden sie nicht Funktionieren und man könnte sich den Text sparen.
WdZ 11 = allgemeine Regel, Zaubertechnik im LC = spezial Regel.
WdZ 11 bietet nichts Anderes als eine "Spezialregel", die lautet: Repräsentationsbeschreibung ist den LC-Beschreibungen vorzuziehen.
Die Logik lautet: 1. Regel: A gilt; 2. Regel: B gilt, aber nur und höchstens dann, wenn es A nicht widerspricht.
Oder anders: "Spezialregeln" schlagen "allgemeine Regeln" nur dann, wenn eine Regel nicht explizit etwas Anderes sagt (z.B. diese und jene "Spezialregel" gilt nicht).

Ansonsten wären bzgl. Zauberwerkstatt Zitate als Belege nett. Oder jene ominöse Stelle aus dem WdZ, die WdZ 11 direkt widersprechen soll.
von Herr der Welt
25.08.2019 11:51
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

@ChaoGirDja
Dann sind es eben nur diejenigen Parameter, die zentrale Komponenten darstellen bzw. aus einem Nachteil resultieren (WdZ 20). Dennoch sind - darauf kam es mir an - die Rahmenbedingungen weniger Bestandteile des Zaubers, als der Repräsentation, in der er vorliegt. Es ist also egal, ob es sich um Zauber X oder Y handelt, sondern nur wichtig, dass X oder Y in (Fremd-)Repräsentation Z vorliegt. Z diktiert die Rahmenbedingung für das Zaubern, nicht X oder Y. Und wenn es eine konkrete Technikbeschreibung (Xt, Yt) im LC gibt, dann sind die allenfalls soweit relevant, wie sie nicht Z widersprechen (wegen WdZ 11, der nochmals zitierte unterstrichene Teil).
von Herr der Welt
25.08.2019 09:24
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

ChaoGirDja hat geschrieben:
25.08.2019 00:11
Es gelten in der Fremdrep. die gleichen Bedienungen, inc. aller Vor- und Nachteile, wie in dieser Rep. . Das legt leider nahe, das die Rahmenparameter Bestandsteil des jeweiligen Zaubers sind und nicht der Art und Weise wie man diesen Zauber webt...
Es könnte ebenso nahelegen, dass die Rahmenparameter Bestandteil des Zaubers in der jeweiligen Repräsentation sind. D.h., eine Hexe muss, um einen schelmischen Zauber zu wirken, die Randbedingung des Zaubers in der ihr vorliegenden Repräsentation berücksichtigen. Das hat nichts mit dem konkreten Schelmenzauber zu tun, sondern wird allein durch die Repräsentation diktiert. Zusätzlich muss sie die Parameter ihrer eigenen Repräsentation berücksichtigen.
Darin liegt ja ein großer Nutzen des (überaus teuren und aufwändigen) Erlernens einer weiteren Repräsentation: Man ist dann nur noch an die Bedingungen dieser Repräsentation gebunden, wenn man einen entsprechenden Spruch wirkt.

@Rasputin
Du hast allerdings genau den Passus weggelassen, der einräumend direkt im Anschluss folgt und hier bereits zitiert wurde.

Jeder Gildenmagier kann den Imperavi flüstern - wenn er die Formel-Komponente für höchstens +4 modifiziert. Eine sinnvolle Hausregel kann auch darin bestehen, ein "leiser sprechen" schwächer zu modifizieren (nutzen wir z.B., allerdings ist die Formel bei uns eine zentrale Komponente, die bei uns bis +10 bedeutet).
Entsprechende Magier (z.B. der Bannakademie, die Schatten der Schwarzen Gilde etc.) können sich für entsprechende Zauber auch eine Spezialisierung besorgen, sodass die faktische Erschwernis nur höchstens +2 beträgt.

Dass es ferner Magier, Auftraggeber und Umstände (Krieg, Spionage, Sabotage; allgemein: Handlungen zwischen Herrschern, die Machtverhältnisse beeinflussen sollen) gibt, die von Normen und Gesetzen abweichen, ändert ja nichts an den Entwicklungen entlang der großen Linien und den Intentionen von Regeln durch Autoren.
Was ich an dem Beispiel ändern würde: In den Magierkriegen ist der Magier idealerweise der König... und muss mit den Einschränkungen seiner Repräsentation eben umgehen. Abhilfen gibt es - wie zahlreich ausgeführt - genug.
von Herr der Welt
24.08.2019 18:07
Forum: Zauberkundige & Magie
Thema: Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

Rasputin hat geschrieben:
24.08.2019 16:06
Wie soll bei euch der Somnigravis funktionieren? Ist das bei euch ein Zauber der unmodifiziert nicht möglich ist?
Das funktioniert ebenso gut oder schlecht wie der Bannabaladin, auf den die von dir genannten Punkte (elfischer Ursprung, unfreiwilliges Ziel, nicht gegen Kämpfende, vglw. geringe Reichweite mehrere Aktio ZD) auch zutreffen.
Sollen jetzt alle Zauber, bei denen eine Formelkomponente Schwierigkeiten machen kann, für Gildenmagier davon befreit werden (wir sprechen hier ja über Hausregeln)?

Gildenmagier können solche Sprüche aus ihrem Stab heraus oder aus Artefakten nutzen (besser als jede andere Repräsentation) - und sei es nur ein Applicatus (über den auch nicht viele Rep. verfügen). Sie können Komponenten besser modifizieren als jede andere Repräsentation. Wenn es dann Sprüche in ihrem großen Kanon - übrigens größer als der jeder anderen Rep. - gibt, die sie nicht ohne Weiteres einsetzen können, dann sehe ich darin überhaupt kein Problem.

Es ist übrigens auch in der Hinsicht unproblematisch, den Somnigravis (z.B. mit +4 für fehlende Formel) zu modifizieren, weil die ZfP kaum eine Rolle spielen, also ansonsten nur die MR zu überwinden ist. Wenn man ohnehin aus dem Verborgenen agiert, kann man sich außerdem Zeit lassen (wovon Gildenmagier mehr profitieren als die anderen Rep.).


Die Zauberwerkstatt-Regeln sind Murks und werden im Hintergrund (deshalb) ganz offensichtlich nicht angewandt, sonst hätte sich ein Großteil der Sprüche mindestens seit den DZ stärker verändert. Die Zauberwerkstatt ist allerdings nicht Thema hier.
Rasputin hat geschrieben:
24.08.2019 17:59
Was auch schon mal KL 14 erfordert. Hat auch nicht jeder GM. Zumindest nicht so viele um Verbreitung 5 zu rechtfertigen.
Ich denke, KL14 hätte in der Terminologie der Verbreitungen eher V6 oder V7 unter Gildenmagiern.
von Herr der Welt
13.08.2019 20:51
Forum: Zauberkundige & Magie
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

Rasputin hat geschrieben:
13.08.2019 09:03
@Herr der Welt
Wie siehst du denn den Ignifaxius auf dem Marktplatz? Die Geste ist laut LC nicht auffällig und wenn die Formel (die ja maximal 6 Sekunden dauert) z.B. auf Tulamidia aufgesagt wird, dürfte auch niemand sofort aufspringen denke ich. Ein Magier der den Arm ausstreckt und dabei Tulamidia redet auf einem belebten Platz ist für sich genommen doch nicht so auffällig oder?
Oder gehst du so weit und ignorierst den LC sogar hier und veränderst die Geste so, dass sie immer auffällig ist?
Dazu hatte ich schon etwas geschrieben:
Herr der Welt hat geschrieben:
11.08.2019 22:42
Ein gemäß Codex Albyricus gekleideter Magier fällt sowieso schon auf - genau dazu dient die Festlegung des C.A. -, zumal, wenn er eine Formel spricht und entsprechende Gesten aufführt.
Magier sind nicht allgegenwärtig, selbst in Gareth dürften sie auffallen, wenn sie umherlaufen. Neben der Geste kann man auch den konzentrierten Sichtkontakt bemerken - wenn man schon mal einen Blick zum gewandeten Adepten wagt. Der ist nebenher von Stand und geht auch deshalb nicht so leicht in einer (standesbewussten) Menge unter.
Die Repräsentationsbeschreibung spricht nicht von einer auffälligen Geste. Es ist eben die Mischung aus Gewandung (ich bin schon geringfügig aufmerksamer, wenn ich jemanden in Handwerkerkluft sehe, wenn auch nur kurzzeitig), Formel, Geste und konzentriertem Blick, die durchaus die Aufmerksamkeit des einen oder anderen wecken kann. Da wird nicht zwingend gleich jemand Alarm rufen. Aber wenn Zauberei im Spiel ist, sind Nicht-Zauberer zur Vorsicht angeraten (mit oder ohne Aberglauben; es gibt ja gute echte Gründe).
(Für die ehemalige Diskussion ist diese Frage aber eher unwichtig: Selbst wenn jemand vorher merkt, dass der Magier zum Ignifaxius ansetzt, wird er das kaum verhindern können/wollen, eine findige Stadtwache vielleicht ausgenommen; eine allgemeine Panik o.a. Reaktionen entstehen wohl erst und dann auf jeden Fall, nachdem die Flammenlanze entfesselt wurde.)


"Laut und deutlich" würde ich nicht als übermäßig laut deuten. Bitte ich jemanden, laut und deutlich zu sprechen (weil ich ihn nicht recht verstanden habe), dann will ich jedenfalls nicht, dass er die Stimme über die Maßen (des eben Verständlichen) hebt. Ansonsten würde ich Steigerungspartikel nutzen wie richtig/wirklich/sehr laut - oder eine erhöhte Lautstärke signalisierende Verben (z.B. rufen, schreien, brüllen).

Offiziell ist keine Graduierung der Zaubertechnik-Komponenten möglich: d.h. laut und deutliche Formel oder keine Formel, die Modifikation wird binär genutzt oder eben nicht. Auch die Geste kann nicht für geringere Erschwernis etwas weniger auffällig sein.
von Herr der Welt
13.08.2019 08:47
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Repräsentationsbedingung vs. LC-Zaubertechnik

Der Makel an den LC-Zaubertechniken liegt darin, dass sie:
  1. mindestens partielle Überreste aus früheren Regeleditionen sind (in denen es keine Repräsentationsbedingungen gab) und nicht (immer) sauber überführt wurden. Sie ragen also teilweise, alte (nicht unbedingt im Einklang mit DSA4 stehende) Regeln konservierend, aus dem Regelkörper hervor. Dass C&P betrieben wurde, sollte unbestritten sein, selbst wenn Anpassungen vorgenommen wurden (dazu s.u.).
  2. nur exemplarisch vorliegen, dass also Ausnahmen (von den ansonsten klar und allgemein gültigen Repräsentationsbedingungen) immer nur für höchstens eine Tradition existieren. Das ist per se unsystematisch und willkürlich. Überflüssig zu erwähnen, dass es natürlich die Traditionen trifft, für die die Zauberbeschreibung ehemals galt (weil andere Traditionen zu jener Zeit nicht oder nur sehr unzureichend über den Zauber verfügen konnten).
  3. nicht gut abgestimmt sind auf die DSA4-Repräsentationsbedingungen. Auch wenn das vlt. überflüssig zu erwähnen wirken mag. Man sollte schon anmerken, wenn Regelteile eines Systems (und die Zaubertechniken stehen eben auch im DSA4-LC) nicht gut zusammenpassen (was ja in DSA4 vorkommen soll). Die Frage ist ja berechtigt, warum etwa eine Überführung* des "Böser Blick" aus einer möglichen (!) gildenmagischen in eine druidische Repräsentation nicht auch zu einer Anpassung der Zaubertechnik führte - wie überall sonst, wo Druiden nicht das Pech hatten, als Exempel für die Zauberbeschreibung herhalten zu müssen. Hier wurde meines Erachtens eine (schlechte) Begründung geliefert, um an alten Beschreibungen festzuhalten (und ein gewisser nostalgische Hang kann allen DSA-Redaktionen unterstellt werden).
  4. allesamt Sonderregeln darstellen, die (das Argument zielt auf die Regeldesign-Qualität) ärgerlich die ansonsten runden Regeln zu den Repräsentationsbedingungen einkerben. Ein Übermaß an Sonderregeln hat DSA nie gut getan.
Kurzum: Die LC-Beschreibungen sind klar tradiert (und Traditionsargumente überzeugen nicht per se), nicht hinreichend angepasst (sonst gäbe es die Diskussion nicht) und kein gutes Regeldesign, unvollständig bzw. liegen nur exemplarisch vor (man könnte auch sagen: völlig willkürlich, unsystematisch). Es gibt gute Gründe, sie als Fluff anzusehen oder nur dort zu nutzen, wo sie keine Widersprüche produzieren.
Das heißt nicht, dass es unumstößliche Wahrheit wäre, dass sie nur Fluff sind und nicht weiter zu beachten.


Gildenmagier zaubern, so sie das nicht modifizieren können, auffällig. Das ist das Design-Ziel hinter den Repräsentationsbedingungen (und dem Spielwelthintergrund, den u.a. das setzt, was wir vom C.A. wissen), ebenso wie es Design-Ziel ist, dass sie das leichter als jede andere Tradition modifizieren können (oder dass keine der Komponenten zentral ist; oder dass sie am effektivsten/einfachsten über Artefakte verfügen), denn sie sollen auch äußerst flexibel sein (z.B. um Bannbaladin, Somnigravis und co. dennoch sinnvoll nutzen zu können).
Druiden, Hexen und co. hingegen sollen unauffällig sein. Das ist erkennbar an ihren Repräsentationsbedingungen (keine Formel) und ableitbar aus ihrem Hintergrund (sie verbergen ihre Magiebegabung häufig).



*Wenn wir nun noch anfingen, die Regeln der Zauberwerkstatt in Einklang mit der aventurischen Geschichte zu bringen, dann können wir gleich versuchen zu argumentieren, warum es in den 990er Jahren BF zeitweise nur 13 Zauberformeln gab. Manche Fragen darf man nicht stellen, will man, dass DSA funktioniert.
von Herr der Welt
11.08.2019 22:42
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Zaubern in eine Menschenmenge

Die Repräsentationsbedingungen müssen auf jeden Fall eingehalten werden (WdZ 19f), d.h., ein Gildenmagier muss immer laut und deutlich die Formel sprechen, benötigt Sicht, Konzentration und Geste. DIe Beschreibungen im LC sind bestenfalls exemplarisch zu verstehen, enstammen z.T. DSA3 (oder noch älteren Editionen) und somit erklären sich auch Widersprüche zur o.g. DSA4-Regel (typische C&P-Fehler; der Böse Blick ist dafür ein Paradebeispiel, schaut man in den Codex Cantiones, und die Erklärung zur Verbreitung ziemlich hanebüchen).

Ein gemäß Codex Albyricus gekleideter Magier fällt sowieso schon auf - genau dazu dient die Festlegung des C.A. -, zumal, wenn er eine Formel spricht und entsprechende Gesten aufführt. Die Bedingungen der gildenmagischen Repräsentation sind ebenfalls auf Auffälligkeit ausgelegt.
Dafür ist keine Komponente zentral und Magier können sie einfacher modifizieren. Und wenn sie nicht sonderlich getarnt in einer Menschenmenge unauffällig zaubern wollen, sollten sie davon auch Gebrauch machen. Ebenfalls sollte die Sichtkomponente (gemeint ist: direkter Blickkontakt, nicht zwingend notwendige Wahrnehmung; zum Unterschied: WdZ 14) unter den geschilderten Umständen modifiziert werden.

Ob und inwieweit der Ignifaxius zielsuchend wirkt, ist nicht ganz klar. Ballistisches Geschick braucht man zwingend erst "auf Horizont". Ansonsten wird das Ziel beim Zaubern markiert. Das heißt nicht, dass sämtliche (während des Flugs des Flammenstrahls am besten noch in Bewegung befindlichen) Hindernisse automatisch ausmanövriert werden. Klar: Streng genommen hilft kein Schildblock o.Ä. (auch nicht: hinter eine Ecke ausweichen), d.h., man könnte annehmen, der Strahl bewege sich zur Not auch um Kurven und schlüge Bögen. Ich würde nicht dergestalt davon ausgehen, dass ich den Einsatz eines Ignifaxius in einer Menschenmenge für ungefährlich hielte.
Rasputin hat geschrieben:
10.08.2019 09:42
Der Zauber lässt sich problemlos auf mehrere Ziele ohne Variante erweitern. Ich gehe davon aus, dass erst ab hier Kollateralschäden entstehen.
Der Ignifaxius hat nur Zauberdauer und Reichweite als erlaubte Modifikationen angegeben. "Mehrere Ziele" ist eine Variante bzw. sind andere Formen der Erweiterung auf weitere Ziele in den jeweiligen Varianten beschrieben.