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von Keideran Labharion
13.10.2012 13:49
Forum: Abenteuerbewertungen
Thema: A191 Mit wehenden Bannern
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Re: A191 Mit wehenden Bannern

Hola!
Endijian von Tuzak hat geschrieben:Also auf die für mich bisher dringendste Frage bist du nicht eingegangen.
Meisterinformationen zu: "Mit wehenden Bannern": Was ist wenn die Helden Lutisana unterstützen wollen? Ganz so abwegig scheint es ja laut den Kommentaren im anderen Thread nicht zu sein.
Ich selbst habe den Band noch nicht gelesen, aber das interessiert mich bereits nach den gelesenen Kommentaren.
Auf die Schnelle: Auch dazu gibt es einen – zugegeben kleinen – Kasten Meisterinformationen: Alternative: An Lutisanas Seite (Seite 46), der einen solchen Weg vor allem in seinen Folgen für den Baron von Zweimühlen skizziert. Ob sie sich aber auch bedenkenlos mit allen Kriegsfürsten an ihrer Seite arrangieren können, steht auf einem anderen Blatt.

Gegen Ende gibt es zudem eine längere Abhandlung darüber, wenn die Helden Meisterinformationen: Verhandlungen mit Lutisana (Seite 157) führen, inklusive der Option, Meisterinformationen: eine Einigung mit ihr zu erzielen und eine Finalschlacht zu fingieren, um ihren Tod vorzutäuschen – wenn man es sich etwas versöhnlicher wünscht. :wink: Die Helden können also durchaus auch eher auf Phexens Pfaden wandeln.

Nachtrag:
Meisterinformationen: Ludalf ist laut Setzung (etwa Von eigenen Gnaden 98) ein durchschnittlicher Feldherr. Was per Definition kein sehr hoher Wert ist. Andererseits: Es ist eine Zahl, nicht mehr. :wink:

Beste Grüße!
Michael
von Keideran Labharion
13.10.2012 13:29
Forum: Abenteuerbewertungen
Thema: A191 Mit wehenden Bannern
Antworten: 21
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Re: A191 Mit wehenden Bannern

Werte Kriegsfürsten!

Dies ist natürlich keine Rezension – als Bandredakteur habe ich das Ding oft genug auseinandergeplückt und bewertet, mit dem vorliegenden Ergebnis. :wink: Es ist auch keine Verteidigungsschrift oder Rechtfertigung. Die Meinungen verfolge zu dem Band ich wie stets mit großem Interesse und werde es weiterhin machen. Aber es sind im anderen Thread ein paar Fragen aufgekommen; die will ich beantworten. Manchmal zeichnet eine etwas ungenaue Wiedergabe auch ein etwas schiefes Bild; das möchte ich gerade rücken.

Mit wehenden Bannern hat eine sehr wechselhafte Geschichte in der Genese und es steckt viel Arbeit, Sammeln von Feedback und Auseinandersetzung mit Wünschen darin. Ohne Frage ist es die schwierigste DSA-Publikation, für die ich mich bisher verantwortlich zeichnen durfte. So lange wurde darauf gewartet, so viel – auch sehr unterschiedliches – wurde erhofft, dass es schwierig war, hier die richtige Balance zu finden.

Mit wehenden Bannern ist etwas anderes geworden, als der gute Uli vor Jahren auf Workshops als Richtung ausgewiesen hat, aber das liegt bei einem solchen Wechsel in der Natur der Sache. Woran man arbeitet, muss man immer zu sich selbst holen, sonst funktioniert es nicht. Daraus resultieren Entscheidungen, die die Richtung des Bandes prägen.

Meisterinformationen: Lutisana, die stärkere Einbindung von Zweimühlen – das sind die entscheidensten Punkte, die sich geändert haben. Ursprünglich sollte es, so sprach Uli in seinen Workshops davon, eine stark militärische, vor allem aber – im Gegensatz zu Von eigenen Gnaden – stringentere Kampagne werden. Auch Zweimühlen sollte keine oder zumindest eine stark untergeordnete Rolle spielen. Wir haben uns entschieden, es anders zu machen.

Nur umfassendes Material zu liefern, aus dem der Meister vollständig selbst seine Geschichte bauen kann, schien uns hier nicht als der richtige Weg. Zum einen entspricht es nicht meiner Art als Geschichtenerzähler. Es ist meine bekannte Philosophie, dass ein Abenteuer auch immer eine Geschichte haben sollte, wobei es hier einerlei ist, ob in Form einer dichten Dramaturgie oder – wie vorliegend – als Handlungsangebot. Zum anderen nehme ich es auch als Bedürfnis war, zumal mancher Meister dankbar für einen roten Faden ist. Nicht jedem liegt das völlig freie Spiel.

Daraus resultiert der wahrscheinliche Handlungsverlauf, den der Band skizziert, aber dabei nicht zwingend vorgibt. Wer es freier mag, kann diesen vorgeschlagenen Pfad problemlos verlassen, wir versuchen auch stets, den Meister dazu einzuladen. Manche erste Eindrücke geben mir die Ereignisse als zu zwingend wieder und unterschlagen dabei die vielen Alternativen und die hohe Optionalität der einzelnen Versatzstücke.

Nun zum wohl dringlichsten Kritikpunkt, der bisher gefallen ist: Meisterinformationen: der Fall von Zweimühlen. Ja, das ist eine unbequeme Entscheidung, mir war bewusst, dass dies manchem nicht schmecken wird, und wir haben intern viel darüber diskutiert. Nach wie vor stehe ich dazu, halte dies nicht nur für richtig, sondern auch für notwendig. Die Wildermark ist ein chaotischer Landstrich und bis sie nicht befriedet ist, ist nichts sicher. Meisterinformationen: Nicht einmal die Erfolge der Helden.

Aber: Meisterinformationen: Es ist immer eine heikle Sache, den Besitz der Helden zu berühren. Das fängt klassischerweise ja schon damit an, wenn Helden an einem Stadttor ihre Waffen abgeben sollen. :wink: Es geht aber nicht darum, die Helden abzustrafen oder ihre Erfolge zunichte zu machen. Gerade weil sie so erfolgreich waren, weil sie zu einem Symbol der Ordnung im Chaos wurden, werden sie zu einem Ziel Lutisanas. Wie es im Abenteuer heißt: In Von eigenen Gnaden sind sie in der Wildermark heimisch geworden. Nun müssen sie ihre neue Heimat verteidigen.

Die Option des Scheiterns ist ein wichtiges erzählerisches Motiv des Bandes. Es ist überhaupt ein klassisches erzählerisches Motiv. Auch wenn Spieler es nicht immer mögen. Aber erst wenn das, was man liebt, bedroht wird, wenn man es gar verliert, kann sich eine tragische Dimension entfalten. Aktuelles Populärbeispiel: Winterfell. Aber man darf sich auch sonst in Literatur, Dramatik oder Film umsehen. :) Dabei ist anzumerken, dass Meisterinformationen: selbst der Fall Zweimühlens nicht zwingend ist. Er ist eine – sehr wahrscheinliche, aber nicht verbindliche – Erzähloption.

Wie können wir auch wissen, wie es für die Helden am Ende von Von eigenen Gnaden aussieht? Das weiß nur der Meister: Haben sie sich mit Hängen und Würgen behaupten können – oder haben sie eine glorreiche, gefestigte Herrschaft errichtet? Wie oft von verschiedenen Seiten kritisch angemerkt, bezieht Von eigenen Gnaden seine Freiheit durch Leerstellen. (Und hier packe ich mir an die eigene Nase, schließlich wurde jedes zehnte Zeichen des Bandes von mir getippt.) Dadurch gab es aber auch für uns keine verlässliche Basis, genau einzuschätzen, wie es zu Beginn von Mit wehenden Bannern um Zweimühlen steht. Daher haben wir uns entschieden, einen möglichen Weg mit vielen Alternativen und Optionen zu skizzieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese nicht allumfassend sein können und die Anpassungen der Meister vornehmen muss. Das kann man von ihm bei einem Band, der Freiheiten bieten soll und will, aber von ihm verlangen.

Dass wir Versäumnisse des ersten Bandes nicht nachholen werden, habe ich im Vorfeld angekündigt und begründet. Zumal Mit wehenden Bannern auch für sich stehen soll. Und es hätte zudem nichts an der Ausgangslage für die Gruppen geändert, die seit Jahren Von eigenen Gnaden herrschen – außer der Meister führt in seiner Runde einen Retcon durch, um eine alle Spielrunden übergreifende, verbindliche Grundlage zu schaffen. Aber das ist eine absurde Vorstellung. :)

So also dieser Weg, der, wie ich finde, viele Anreize schafft und Ideen an die Hand gibt, es anders zu machen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen gewesen, den Meister einzuladen, die Kampagne zu personalisieren. Mehr als Anreize zu schaffen, ist uns aber nicht möglich gewesen, kennen wir doch nicht jede Spielrunde. Alleine die einzelnen Einblicke, die ich durch Feedbacks oder persönliche Gespräche erhalten habe, haben mir das gezeigt.

Was für große oder kleine Player die Helden also am Anfang von Mit wehenden Bannern sind, weiß nur der Meister. Sie dürfen so frei agieren oder sich auch unterordnen, wie es dem eigenen Spielstil beliebt. Den Vorwurf der ‘Laufburschenrolle’ verstehe ich daher nicht. Potenzielle Auftraggeber sind auch hier Angebote, vorgeschlagene Werkzeuge des Meisters, um den Helden ein Szenario schmackhaft zu machen, wenn sie sich einer Sache nicht aus eigenem Willen annehmen – ob sie es dann tun oder nicht, liegt bei der Spielrunde. Zudem begegnen die Meisterpersonen den Helden mit Respekt. Sie werden als das wahrgenommen, was sie sind: Jene verdiente Recken, an die man sich wendet, weil man ihre Hilfe braucht, weil man es aus eigener Kraft nicht schafft. Es sind Begegnungen auf Augenhöhe, nicht solche zwischen Auftraggebern und willigen Befehlsempfängern.

Auch hier unterscheidet sich Mit wehenden Bannern von ursprünglichen Ankündigungen, wonach die Handlung mit dem Eingreifen der Kaiserin begonnen hätte. Meisterinformationen: Dank der Nordmarken konnten wir die Kaiserin woanders binden. Sie greift erst sehr spät in die Handlung ein. Und da ‘Mutti’ verhindert ist, ist es an den Helden, Fakten zu schaffen und ihr das Feld zu bereiten.

Ich denke, das reicht als erster Einblick in unsere Gedanken zur Genese des Bandes. :) Ich habe zur Zeit viel um die Ohren, daher werde ich nicht immer wie gewohnt sehr umgehend auf Fragen und Kritik reagieren können, habe aber ein offenes Ohr und Auge dafür. Ich freue mich auf das weitere Feedback!

Beste Grüße!
Michael