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von X76
23.11.2017 13:55
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Rhonda Eilwind hat geschrieben:
22.11.2017 22:43
Das finde ich einen interessanten Hinweis, und zwar darum, weil ich diesen Unterschied zwischen DSA und anderen RPGs zwar ebenfalls sehe, aber von den Auswirkungen her ganz stark das Gefühl hatte, das Gegenteil sei der Fall.

Gerade dadurch, dass bei DSA die Person des Helden im Vordergrund steht, kann im Prinzip jeder, aber auch wirklich jeder, irgendwie am Spielgeschehen teilnehmen, und sei es, indem sich der Held beim Anblick eines Monsterwurms ängstlich in der Ecke verkriecht, dabei aber immerhin großes Kino bietet. :D
Das Gegenteil sehe ich darin nicht, sondern ein weiteres, sogar verschärfendes Beispiel. Im Prinzip ist der Held hier nicht nur nutzlos für die Gruppe (also keine Zusammenarbeit), sondern "verschwendet" mit seinem Charakterspiel auch noch Zeit und zieht erfolgreich die Aufmerksamkeit vom Abenteuer (was effektiv sogar gegen die Gruppe arbeitet) ab.

Würde ich die gleiche Szene z.B. in Warhammer 40K spielen, wäre der Angstheld eben "Statusbedingt" weg und man würde schlicht die Runden zählen, bis er endlich wieder rein hauen kann. "Großes Jammern" passt da einfach ebenso wenig zum Spielgefühl wie die Diskussion über "Dünensüd oder Knat zum Abendessen?". Als Spieler wäre ich eher schon damit beschäftigt mir zu überlegen, ob ich lieber zum Flammenwerfer oder Kettenschwert greife, wenn ich wieder dran bin als mir über die Angst des Helden Gedanken zu machen oder diese gar aus zu spielen. Natürlich ist da auch kein einziger Zückerbäcker oder Cowboy in der Truppe, sondern nur "richtige Heldenklassen". Außerdem bleibt die Kamara stur auf den aktiven Helden und der Haupthandlung "Kampf gegen den Wurm".

Während in einem cineastischen System wie Star Wars ein Held überhaupt nicht erst vor Angst gelähmt wird, sondern sich mit dem Lichtschwert in der Hand auf das Vieh hoch schwingt und irgendwelche richtig fantastischen Aktionen bringt (und für den Wahnwitz - ähm die Kinoreife Sequenz - auch noch vom System belohnt wird).

Natürlich kann man auch DSA auf Varianten 2+3 spielen (3 nur mit viel Handgewedel), aber das man andere Rollenspiele auf V1 spielt kommt meiner Erfahrung nach so gut wie nicht vor (wobei psychische Effekte in manchen Rollenspielen deutlich stärker ausgespielt werden als in V1, aber der Rest eben nicht).

Wobei ich wohlgemerkt V1 nicht für schlecht halte und gerade deshalb gerne DSA spiele und auch den oft "geringeren Bombast" nicht vermisse. Dennoch muss man ganz klar sehen, dass in V1 der Zusammenhalt und die Effektivität eindeutig leiden. Die Kamaraführung bremst die Handlung aus und sorgt für eine ganz andere "bodenständigere" Stimmung...
von X76
22.11.2017 14:47
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?
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DSA ein System voller Rivalität und Neid? Oder voll Kooperation und Freundschaft?

Märzhäsin hat geschrieben:
12.11.2017 16:38
Ich habe manchmal das Gefühl dass es vielen DSA-Spielern nicht um Kameradschaft und Freundschaft innerhalb der Gruppe geht wie es bei anderen Rollenspielen der Fall ist sondern dass sich jeder in einem Konkurrenzkampf mit den anderen Spielern befindet bei dem es offensichtlich darum geht möglichst viel Screentime vom Spielleiter zu erlangen.
Advocatus Diaboli hat geschrieben:
12.11.2017 21:17
Ist das ein DSA typisches Phänomen? Möglich. Ich denke, das gibt es auch in anderen Rollenspielen, aber hier vielleicht extrem.

Letztendlich liegt es immer an den Spielern und daran wie sie ein Rollenspiel spielen.
Dennoch würde ich auch sagen, dass DSA oft weniger "kooperativ" abläuft. "Screentime hamstern und den anderen die Show stehlen" ist dabei aber meiner Meinung nach nicht die Motivation der Spieler.

DSA wird meiner Erfahrung nach oft sehr viel Charakter- und Gesellschaftslasiger gespielt als andere Rollenspiele, bei denen z.B. das Abenteuer, die Action oder der Plot im Vordergrund stehen. In anderen Rollenspielen möchte man oft gar nicht mit den NSC ausführlich darüber diskutieren ob man lieber Dünensud oder Knat trinken sollte und auch Dinge wie die richtige Reihenfolge der Hochherrschaftlichen Gästeliste bis hinunter zu dem vielleicht minderadeligen Helden interessiert dort niemanden (oft gibt es nicht mal entsprechende Hintergrundinformationen zu solchen Themen - ganz im Gegensatz zu DSA).

Der Fokus liegt also sehr viel mehr auf dem Helden und seiner Persönlichkeit, während in anderen Rollenspielen vor allem die Entwicklung (Aufstieg, Weiterentwicklung...) und die bewältigten Aufgaben zählen.

Besonders in klassischen Konkurrenzsystemen sind die Abenteuer schon sehr viel mehr auf Teamwork aufgebaut, da riesige Monster und tödliche Fallen dort nicht nur durch den Klassenmix und deren Zusammenspiel bewältigt werden können, sondern auch sehr viel häufiger wichtiger Teil des Abenteuers sind. Die Art die Abenteuer zu erleben ist also oft anders und die Abenteuer sind es ebenfalls. Alleine schon zig Varianten "Zuckerbäcker" findet man dort nicht und auch Kuhbursche und Co. stehen dort ganz sicher nicht auf der Heldenwunschliste.

Natürlich kann man auch DSA auf diese Weise spielen und in solchen Runden gibt es im Prinzip auch keine Unterschiede bzw. Auffälligkeiten. Ich vermisse dort aber immer mein geliebtes DSA schmerzlich, denn ich möchte über das richtige Bier und die korrekte Gästeliste Dialoge führen und oft ist mir das Abenteuer völlig egal, weil mich die charakterliche Entwicklung, die Ansichten, die Herkunft der Helden und die Verwicklungen und Verbindungen die daraus entstehen sehr viel mehr interessieren.

Genau diese Dinge führen aber zu den genannten Problemen, denn der Held geht in der Regel vor und auch Streitigkeiten unter den Helden nimmt man in Kauf (oder provoziert sie sogar). Wenn man jedoch einfach nur die Abenteuer spielt, läuft DSA auch nicht anders als andere Rollenspiele.